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ineoberingenent indeder in Kigh.
ntaher heeee jarmusch V letze der gro
ihen Menichenm lnee ai der letzte der gu
i aischetifiüge, Paris⸗Brussel⸗
Der europaͤree bon 1600 ainn führt.
Mo gn unxs bei Paris seinen Ansang.
s nni sraud Franks ausgestattet. Daa
en dies en Sder Die erste vorgeschriebene Etappe
ondon Var dorerit 40 000 Franks ausgestattet ist,
on dem ve h SrLüttich dar mit obligatorischer Zwi⸗
er. Wo nein untes ühr saree ais Etser
werter Wotistol⸗Iweideder. Unter den dann folgen⸗
es Welhemerkie man als die bekannten wie Cim—-jel
t umer Eindecker), Vidar (EperdussonMindecker),
cha (Farman⸗Zweidecker), Beaumont (Bleriot Ein⸗
, Giber (Rep⸗Eindecker), Weyman (Nieuport⸗Eindek⸗
er). Garros Gleriot). Als einer der letzten stieg Train
uf, der bekanntlich ohne Schuld den Tod von Berteaur
erbe geführt hat, und zwar auf Eindecker eigenen Systems.
In' Reimes traf als Erster Vidart ein; er hat die
ztrecke in 1St. 17 Min. zurückgelegt. Als Zweiter kam
zedrines, als Dritter Prevost, als Vierter Beaumont.
In Lüttich, dem Endziel des Tages kam als Er—
er Vidar an. Er hat die Strecke Paris-Lüttich in 3 St.
3 Min. zurückgelegt. Nach Vidard kam Vedrines, Beau⸗
ont, Vijnmalen, Duval, Barra.
Von den Teilnehmern am Europäischen Rundflug sind
och Kimmerling, Tabuteau, Prevost und Wimmalen in
üttich eingetroffen.
Der junge Fahrer Lemartin Gleriot) kam in we—⸗
ig siche em Flug über die Bahn des Maunöverfeldes Vin—
ennes hinaus und stürzte dann außerhalb des Flugfeldes
u Boden. Er hat einen Schädelbruch, einen doppelten
zeinbruch und schwere innere Verletzungen davongetragen.
luf der Bahn selbst war zeitweise die Ordnung nur müh
am aufrecht zu erhalten. — Der Flieger Dalger, der
u dem europäischen Rundflug gestartet war, ist bei Vil—
ers Cotierets abgestürzt. Er trug schwere Kopfpverletzun
sen davon. — In nächster Nähe von Lüttich landeie eir
zweidecker, der mit großer Schnelligkeit herankam und 606
Neter vom Landungsplatze entfernt plötzlich zu Boder
iel. Der Apparat und die Insassen Renaux und De—
roques erlitten keinen Schaden. — Der Flieger Sond
on, ein Teilnehmer an dem europäischen Rundslag,n
twa 30 Kilometer von Chateau Th'ierry infolge einer Ey
losion des Benzinbehälters gelandet. Das Feuer spran
uf den Apparat über und der Flieger verbrannte voll
tändig. — Der französische Luftschiffer Pennot. de
nor einigen Tagen bei Beendigung seines Fluges in Sa
Antonia de los Bannos abstürzte, ist im Hospital zu Ha
anna seinen Verletzungen erlegen
sTödlicher Absturz. In Issy les-Mpulincen
iürzte der Militäraviatiker Leutnant Princeteau, de
ich zu der Flugkonkurrenz nach Vincennes auf dem Vuft
oege begeben wollte, mit seinem Apparat b. Er wurd
imter den Trümmern völlig verbrannt tot hervorgezogen
der Absturz war schrecklich Leutnant Princetau macht
nieend übermenschliche Anstrengungen, sich aus den Trüm—
mern des brennenden Apparates zu befreien. Seine Kräft
ʒersagten schließlich, und er sank ohnmächtig in die Flam
nen. die eine Annäherung der Retter unmöglich machten
Vrincetean war 36 Jahre alt. Sein Bruder war Auagen
—
*Vom „Zeppelin“. Aus Friedrickshafen wird be
ichtet: Die Fertigstellung des neucn Passagierluftjchiffes
hind allerdings auf Ende des Monats betrieben, doch iß
in Termin für den ersten Aufstieg noch nicht festgesetzt.
zalls das Lufischiff zu der Gencralrersammlung der De
ag nach Baden-Baden am 26. Juni überführt werden
oilte, ist seine Rückkehr an den Vodensee unbestimmt, do
ie Eutscheidung darüber der Generalversammlung der De⸗
ag zusteht und außerdem die hiesigen Luijischifshallen für
veitere Neuhauten in Anspruch genommen sind. Neben
em zweiten für die Delag in Aungrisf genoömmenen Passa—
ierlusischiff wird auch mit dem Vau eines Mili ärluit—
chiffes begonnen.
*Wieder einer abgestürzt. Der Flieger R.
Ferey startete auf der Strecke Rom-Turin und stürzte bei
ichtem Nebel zwischen dem Vicosee und der Ciminolelte.
zr wurde schwer verletzt nach Ronciglione verbracht. Er
iel in einen Wald und wurde von einem Hirten aufge
unden. Die Behörde von Viterbo schickte sofort Hilfe.
Nan fand Frey ohnmächtig mit gebrochenen Armen und
geinen unter seinem Motor auf der Erde liegend. Das
—X
Gerichtszeituug. 3
WVerrat militärischer Geheimnisse. Zahlresche höee
Narinebcamte waren als Sachverständiße und Zeugen vor
ie 4. Straftammer des Berlkiner Landge ichts 1,9 laden
For dieser jitand Termin zur Hauptoerhanolung einer ae—
Eö —5 e wrσαασJ
ich habe noch nie einen Pfennig daran erhooven, nichl
einmal die Zinsen und es macht mich wirklich alücklich,
Dir die Summe, welche Du benötigst, zur Veriüqung
itellen zu können.“
„Wirklich ?“
Ja, von ganzem Her⸗en ja. Bin ich doch über⸗
eugt, daß nur ein besonderer Grund Dich zwinagt.
Ich ill es nicht wissen — ich vertraue Dir voll, Hein⸗
ich.“
„Herzige Schwester — nie, nie werde ich Dir diese
Worte vergessen; Du bewahrst mich davor, ein Wort⸗
hrüchiger zu werden und was das zu bedeuten hat,
veißt Du. Ich nehme Dein Anerbieten an und viel—
eicht kommt die Zeit, wo ich Dir Aufklärung geben
zann, wenn diese Hilfe zum Segen für Dich selbil
wird.“
„Nicht weiter, lieber Heinrich. Leider ist es heute
nicht möglich, das Geld zu erheben. Ich habe das Buch
ichnell geholt. Die Mutter wird nichts davon ahnen
uind fragt mich auch nicht danach. Damit gehst Du
norgen zu unserem Bankier, der Dich ja auch kennt
ind läßt Dir die Summe darauf auszahlen. welche Du
enötigst.“
Der Adjutant wollte noch etwas erwidern, aber seine
zchwester legte ihre Hand auf eeinen Mund.
„Kein Wort weiter, wenn Du mich nicht kränken
»illst. Mein Besluch bei Helene Busch war nicht so
NB aber ich mußite doch einen Vorwandt lu—
en.
.O „Wenn es die Mutter erführe,“ murmelte Heinrich,
ils sie beide die Treppe weiter hinabschritten.
„Sie erfährt es nicht und wenn, dann kann ich ihr
uur entgegnen, daß ich meinen Bruder keiner Verlegen⸗
»it ausgesetzt sehen kann.“
heiden Geschwister auf die Straße traten,
yr ht weit vorgeschritten und die
18Srahlen der Sonne zu
— or, In⸗
sen den Marmnebaumeister a. D. Johennes Krüger gersch—
ten Anklage an, der der unbefugten Mitteilung von m
rär jchen Gebeimnissen inbe ug auf das Panzerschiff „Na'
u“, ohne landesverräterische Absicht beschu digt ist. Fü
e Dauer der Ve handlung wurde im Interesse des Staats—
ohls die Oessentlichkeit ausgeschlossen. Dem Vernehmern
ach ist der Angeklagte, nachdem er aus dem Militärdienj
eschieden war. Vertreter einer anglo-amerikanischen Ge
elischaft geworden, die sich um d'e Lieserung einer Kup
elungs⸗-Konstruktion für das genar ae Panzerschiff bewor
en haben soll. Um dem Reichsmarineamt eine Offert
tachen zu können, soll dann der Angeklagte in seiner Kor
espondenz mit der Gezellschast über Ausrüstung und tech
ische Einrich ung des Schisses einize Mi teilungen gemach
aben, die nach Ansicht der Anklage geheim zu halten wa
en. Wie es heißt, ist die Sache zur Kenninis der Be
örde gelommen, als der Angeklagte aus der Gesellschaf
ustrat und seine Tätigleit einer anderen Gesel schaft zu
and e. Hernach würde anzunehmen fsenn, daß ein kleine
acheakt gegen den Angeklagten vorliegt. Dieser bestreite
eine Schuld und behauptet, daß die Mitteilungen, die e
emacht habe, sich auf schon bekannt gewesene Dinge be
ogen haben. — Das Urteil lautete auf drei Monat
restung.
Aus aller Weit.
Der Berliner Druckerei-Ausstand. Der Berline
Lokal-Anzeiger“ ist Montag mititag, wenn auch etwas ver—
pätet, erschzenen. Die übrigen Zeitungsverleger haben ih—
en regelmäßigen Betrieb wieder ausgenommen. Man hofifft,
aß bis Dienstag in sämtlichen Betrieben die Arbeit in
hrem alten Geleise von statten geht. — Die Setzer des
Scherlverlages haben sich mit den Maschinenneeistern soli—
arisch erllärt und ließen dies öffentlich beklannt geben.
Richard Wagner-Bund. Der Berliner „Richard
Wagner-Bund“ wird sich wahrscheinlich auflösen. In nüch
ter Zeit sindet eine Generalversammlung statt, in der die
Auflösung besprochen und vielleicht auch beschlossen wird.
Als Grund der Auflösung wird angegeben, daß Lie Zeit
sür die „Richard Wagner-Vereine“ vorbei sei.
Feuer. In der Ortschast Binnen-Wyzend bei Han
nover ist die Kirche, 14 Wohngebäude und cine Meiere
aAbgebrannt. Zahllose Familien sind obdachlas.
Abgestürzt. Im Wahlgrund in der Sächsischen
Zchweiz stürzte der Sohn des Ministerialdireltors Geheim—
at Dr. Rumpelt, Dr. Hermann Rumpelt, ab. Er wurd«
chwer verletzt ins Amselschlößchen nach Rathen gebracht
oo er bald darauf verstarb.
Feuersbrunst. Ein mit Tabak und Manufakturwa—
en gefülltes Lager in Lodz, im Werte von über 100 000
stubeln wurde durch Feuer vollständig eingeäschert.
Die Amurbahn. Aus Petersburg wird berich
et: 7000 Bahnarbeiter sind in den leßten Tagen zu den
Bau der Amurbahn entsandt worden. An dieser arbeiter
jegenwärtig gegen 30 000 russische Arbeiter. Der Bau der
Bahnstrecke wird mit allen Mitteln beschleunigt. Die bis
jzer gen chinesischen und koreanischen Kulis sind jetzt vol
tändig durch Russen ersetzt.
Pestfall. In Odessa ist ein Pestsall bekteriologisd
estgestellt worden.
Unwetter. Ueber Wien ging ein Wollenbruch mit Ha
jelschlag nieder, der in Stadt und Umgebung großen Scha
en und zahlreiche Unfälle verursachte — Aus Innsbrud
vird berichtet: Montag Abend ging ein schweres Unwetter
im Numerjoch nieder. Der Tourist Loos wurde vom Blitz
erletzt. In Lermoos richtete Hagelschlag schweren Scha—
den an. Auf vielen Bergen liegt so viel Schnee, daß das
Vieh abgetrieben werden mußte. In Sibratgfe!l schlug
der Blitz in die Kirche und beschädigte diese.
Autounfall. Bei Rolle am Genfer See bei Bern ist
in Automobil, in welchem sich die elsässische Familie
kchaer befand, die von Italien nach dem Elsaß zurück
ehrte, infolge eines Zusammenstoßes umgeworfen wocrden.
die Frau wurde getötet.
Falschmünzer. Die Marseiller Polizei verhaftete el—
ien aus Barcelona zugereisten Belgier namens Jean Gris—
et, bei dem für 2000 Franks falsche 5Franks-Scheine ge—
unden wurden. Es ist dies bereits die dritte derarüge
berhaflung in der vergangenen Woche. Anscheinend hat man
s mit einer internationalen Faschmünzerbande zu tun.
Selbstmord. In einem Pariser Hotel erschoß sich ein
unger Deutscher namens Karl Werther, der erft vor kur—
‚em in Begleitung eines Freundes nach Paris gekommen
war. Zwistigkeiten mit den Familienangehörigen scheinen
hn zur Tat getrieben zu haben, denn er beging Selbst
mord nach Empfang eines Briefes aus dem Elternhause
n Berlin. Seine Briesschaften hat er erst vernichtet.
Mord aus Eifersucht. In der Irrenanstalt Ville
5vrard bei Paris tötete die Krankenwärterin Giguel den
lffistenzarzt Dr. Cottu aus Eifersucht durch einen Messer—
ich.
Gefunken. Infolge eines Irrtums der Matrosen ist
z8 französische Unterseeboot „Argonaute“ bei Uebungen im
zersen von Torpillen in eine Tiefe von 17 Melter ge—
—X——
England in Nöten. Nach jetzt verössentlichten Daten
er leczien Vollszählung beträgt der Uevecschuß von Frauer
ebt 1178 417 Köpse. Die weibliche Bevölkerung ist alse
hneller gewachsen als, die männliche. Im allgemeinen hal
ich die prozentuale Zimahme der gesamten englischen Bs
olterung in den lehßlen zehn Jahren vermindert infolge
odridgerer Geburtszifsern und vertärkter Ruswanderung
„Kennst Vu den Veutnant naher? Ich sah Vich
eute Mittag schon bei ihm,“ fragte Elise von Thann—
ausen hastig und ihre Stimme verriet, daß sich hinter
ieser Frage ein größeres Interesse verbarg.
Nein, Elise,“ entgegnete der Adjutant erstaunt. „Der
ufall führte heute erst uns in einer sonderbaren Ange⸗
egenheit zu sammen.
—3 Deine verg ebliche Bitte an die Mama damit
usammen ?*
Eine gewisse Angst sprach aus diesen Worten, sodaß
er Offizier noch mehr erstaunt, als bei der ersien Frage
einer Schwester war, und stehen bleibend ihr voll ins
Hesicht sah, 83 — in diesem Augenblick wie mit Pur⸗
zur übergossen erschien. F
Hore einmal, mein liebes Schwesterchen, jeßt möchte
ch Dich fragen. ob Du den Leutnant von Stern
ennst ? swih weiche Jaget
Ab⸗r Heinrich, welche Frage
num so unbegreillich ist die selbe doch
icht. Aber ich will ganz aufrichtig sein. Ja, Lrein
eutiger Besuch dei dem Kameraden hängt mit meine
zitte zusammen, aber ich kann Dir nur versichern, di
Ingelegenheit ist durchaus ehrenhafter Natur, Herr von
Stern ist ein edler Mensch und ich kann nur bedauern,
aß die Mama mich nicht vollends angehört hat und
ch somit vielleicht in falschen Verdacht komme.“
Wie ein leichter Seufzer — ein Seufzer der Erleich⸗
erung entrang es sich der Brust des jungen Mäd—⸗
hens.
„Wer weiß, was aus dem heutigen Tag für uns
ile entsteht, aber gedulde Dich wenige Minuten nur,
h bin gleich zurück,“ setzte der Adjutant seinen Worten
och hinzu und ging dann eiligen Schrittes üher die
traße.
Er mußte doch seinem Kameraden sagen, daß er
eute Mittag bei seinem Versprechen nicht an den Sonn⸗
ig gedacht hatte, wo alle Kassen geschlossen waren und
ibm morgen im Laufe des ondiaung
P AS 22 er ·
10—7111
Im Verfolgungswahn. Erst jetzt wird bekannt, daß
im 7. Juni im Provinzialirrenhaus in Rom sich ein
lutiger Vorfall abspielte, der auf unzureichende Bewach
inz der dort internierten Geisteskransen zurückzuführen ist
ẽiner derselben, der an Vecfolgungswahn leidet, bishe
ber sich ruhig verh'elt, war zu landwirtschaftlichen Arbei
en im Garten zugelassen worden. Während der Arbeil
dersfiel er in eine Krise und hieb einem andern Kranken
nit der Sense mehrmals über den Nacken; bevor er ihr
ind vielleicht noch andere Opfer töten konnte, wurde er
on den Wärtern unschädlich gemacht. Die Verletzungen
es Angegrissenen schienen zunächst unerheblich, bald abe.
erschlimmerte fich sein Zustand und jetzt ist er im Hospi
al gestorben. Die Staatsanwaltschasi hat eine Untersuch
ing eingeleitet.
Die Türkei kauft Kriegsschiffe. Das türkische Ma—
ineministerium beabsichtigt, in den Vereinigten Staaten
dier Panzertreuzer zu kausen, die vor zwei Zahren erbaut
und jetzt wegen zu klleinen Tonnengehalts abgegeben wer—
den. Jeder Panzerlreuzer kostet 100 000 Pfund, die vor—
—V
Expräsident Diaz. Exprüsident Diaz von Merlko iß
n Santander auf einem Dampfer angekommen. Könie
Aljons von Spanien ließ dem Präsiden en durch einen Ge—
reral Grüße entbieten
zemüt des Kindes. Das kindliche Gemũt iß
o —8B8 daß schon ein unbedachtes Wort, 7
Scheinhhet das un Schimpfwort wird, und das ap⸗
An Munre der Eliern kommt, die eisten Schatten auj di⸗
ugendliche Bildung wer'en kann. Und gar ostt werder
ßespräche gesühr!, die nicht dazu angetan sind, das Gemül
es Kindes zu veredeln. Glauben wir doch gar oft, un
ere Wortie erreichen das Ohr des Kindes nicht. In Wirt—
ichlest können wir die Beobachtung machen, daß das Kind
m schaͤrfsien lauscht, wenn es scheinbar anderweitig be
Haftigt in. Wenn es den Sinn der ausgesprochenen Worte
uͤch noch nicht versteht, so prägen sie sich doch dem Gedächt
is ein. Nach Jahren dämmert die Vorstellung dieser
Zorte wieder in senem Hirn auf, die Phantasie malt noch
erschiedenes dazu, und die Kinder tragen einen entschie—
enen Schaden davon. Nicht umsonst nennt man unser
Fahrhundert das „Jahrbundert des Kindes“. Früher erzog
nan so, daß dem Kinde alles mögliche verboten war, und
zäß das Kind das, was ihm mit Strase untersagt wurde
zei den Eltern in verschärfter und vergröberter Form wie
»erfand. Heute ist man bestrebt, dem Kinde in erster
dinie das gute Beispiel zu geben, und sein Gerecht glests
zefühl dadurch zu wecken Diese Methode auf das Gemüt
es Kindes zu wirlen, hat sich als bei wetem am wirk—
amsten herausgestellt, nament ich da man dadurch das
dind dem ve derblichen Einfluß der Dienstboten und des
gesindes entzog. Jede Mut er und jede Lehrerin, die en
dind zu erziehen hat, so lte darauf bedacht sein. daß nie⸗
nals von ihr gesagt werden kann: „Dem Kinde sei es
derbo'en, und die Erzietzende tut es sebst'. Eindrücke, dite
ein Kind in der Jugend bekommt, wird es, wie ja Ze
eẽrfahrung lehrt, im Leben nicht wieder los. Daher solte
nan auch versichtig in der Art der Bestrasung der Kinder
ein. Man hat gewiß noch selten gehört, daß „Prügellin—
er“ gute Kinder sind. Werden sie tüchtige Menschen, so
rinnern sie sich ihrer Jugend bis in das späteste Alter
nit einer gewissen Demut, und die Erinnerung bleiben ür
mmer traurige.
Direkt. Eine höchst unverständige Anwendung finde!
euerdinas das Fremdwort „direit“ in der Umgangsspracht
es gewöhnlichen Lebens. Solche Gedankenlosigkeiten ver—
zreiten sich bekanntlich stets schneller als Gutes, und so
hwatzt unüberlegt e ner es dem andern nach, — und noch
neör eine es der anderen, dieses lächerliche „direkt.“. So
sjört man „das ist direlt unwahr“, „das ist direkt gefähr
ich“, „das ist direkt modern“, „das ist direkt albern ode.
ine direkte Albernheit“; da wird fserner z. B. von einen
Zteuer behauptet, sie sei „direkt unästhetisch‘“, oder von ei—
iem Augekflagten, er sei „direlt ein großer Weiberfeind“;
erner liest man: die verfügte Aenderung ist dire!t falsch;
ur Zeit sollen Steine direkt knapp sein (in einem Markt.
ericht); diese Angaben sind durchaus erfunden, ja wir
nöchten sagen. direlt erlogen. Und so „direkt“ es sich über—
Il. als hätten wir im Deutschen all die hübschen Steige
ungsworichen nicht mehr, die so feine und vielseitige Ab—
vechsclung in das „direkte“ Einerlei bringen könnten, wie:
virllich, wahrhaft, gewiß, gewissermaßen, entschieden, aus
emacht, fürwahr, zweisellos, zweifelsohne, unzweifelhaft
instreit'g, unleugbar, augenscheinlich, handgreiflich, geradezu,
örmlich vollständig, ganz, gänzlich, gründlich, durch und
urch, vollkemmen, ganz und gar, durchaus — das sind
wei volle Dutzend, und noch mehr findet man in Schles—
ngs begrifflich geordnetem „Deutschen Worischatz“. Abe
oer wird sich denn die Mühe machen, in einem Buch
iachzuschlagen oder auch nur in seinem eigenen Hirnkastent
xẽ5 ist ja eine „direkte“ Unverfrorenheit, an den ‚moder
ten“ Menichen ein solches Ansinnen zu siellen nicht wahr?
— 8eäe—
Kunst und Wissenschaft.
Paul Wallotis 70. Geburtstag. Am 26. Juni
eiert Paul Wallot, der Erbauer des Reichstagsgebäudes
einen 70. Geburtstag. Dies veranlaßt uns, unsern Le—
ern das Bild des Genannten vorzuführen und über den
Ldebenslauf dessesben kura folgendes zu herichten: Vaul
3. Kapitel.
die schone mullerin.
D Wohnung der verwitweten Geheimrätin Heyden⸗
eich, der Tante der beiden Geschwister Busch, weichen
er Freiherr von Thannhausen und seine Schwester einen
urzen Besuch abzustatten beabsichtigten, lag im vor—
ehmsten Stadtvicrtel. Sie hatten es verschmäht, die
lektrische Straße bahn zu benutzen, denn der Weqg war
icht weit und schon nach kurzer Zeit stand der Adjutan
ind Elise vor dem eleganlen Hause.
Sie wechselten noch einen Blick miteinander, welcher
oviel besagte, ob sie es um diese Zeit noch wagen soll⸗
en, den Besuch abzustatten.
-Warum nicht,“ entschied der Adjutant. „Wir sind
inmal hier, wer weiß, wenn sich die Gelegenheit wieder
o trifft und dann bleiben wir auch vor einer Unwahr⸗
seit der Mama gegenüber bewahrt.“
„Während die beiden in das Haus eintraten, befand
ich die Frau Geheimrätin in dem kleinen Zimmerchen
hrer vornehmen Wohnung, welches sie ihr Arbeitszim⸗
ner nannte, bei einer wichtigen Beschästigung. Sie hatte
oeben einen recht geharnischten Brief an ihren Bruder,
en Mühlen⸗, und Sägewerßkbesitzer und Holzgroßhändler
daniel Busch in Thannhausen vollendet, kouvertiert und
zesiegelt, wobei sie vor sich hin sprach:
„Verrücktes Ansinnen, meine sicheren vierprozentigen
Zztaatspapiere in seine halsbrecherischen Schwindeleien
u riskieren. Er wird noch bald genug an seine Schwe⸗
ter denken, die er immer verlacht und die doch recht
at. Als alter Mükler und Müllerssohn muß er wissen,
jer Strom fällt schneller als er steigt; eingedämmt zu
echter Zeit heißt es stets, ehe der Müller auf dem
crockenen sißt. Nein, nein — mein Geld erhält er
nicht.“
Die Geheimrätin Heydenreich war die Schweiter des
dampfmühlenbesitzers Busch, eine korpulente, für ihr
Alter eigentlich etwas au auffällig gekleidete und irifierte
Dmo
Wallot it am 26. Juni 18417 in Oppenhelm gee
zat die Gewerbeschule in Darmstadt, das Polytecht
dannover, die Akademie in Berlin und die Univer
hießen besucht. Nach Beendigung serner Studien
r Italien, England und den Orient, und ließ sich
n Frantfurt a. M. nieder. Bei der Konkurrenz j
Reichsstags-Gebaude erhielt Wallot für seinen Enty
rsten Preis. Nachdem ihm die Ausführung des
übertragen worden war, reiste er nach Ber in und
daselbst bis nach Beendigung desselben. Gelegen
dinweihung des Gebäudes welches wohl als iei
—E M Ae ——
Geh:Baural sνα
zchöpfung bezeichnet werden kann, wurde er zum
zaurat ernannt. Im Jahre 1895 erhielt er einen
ßzrosessor der Kunstakademie und der technischen Hr
zach Dresden. Aus seinem Altelier gingen eine
edeutender junger Künstler hervor. Im Februar d
vurde Professor Wa'lot aus Gesundheitsruͤcksichten r
Ubhaltung seines Kollegs an der Dresdener Hochsch
unden und trat nach 16ähriger erfolgreicher Taͤtit
er genannten Hochschule am 1. April in den wohlt
m Ruhestand. Professor Wallot ist auch Schöpfe
zentralfriedhofssanlagen in Dresden, sowie als6
es Reichstagspräsidialgebäudes in Berlin und des
auses in Diesden dervorgeicklen.
Humoristische Ecke.
*Einen grimmigen Humor belunde
inigen Jahren die Redakion einer Frauenzeitung
Zie ha te einen Preis von 500 Kronen auf die tü
vomöglich aus der Praxis geschöpfte Beantwortur
Fraçe gesett: „Wie kann von seiten der Frau das
»es Ehestandes gewährleistet werden?“ Den Preis
ine resolute Dame, deren Arbeit ganze vier Wo
faßie und die der Männerwelt hier unterbreitet
soll. Sie lautet: „Füttert die Bestie gut!“
*)Selbst bezichtigt. „Aber Freund, wie
denn aus; Sie sind ja ganz geschunden, welcher
biert Sie denn?“ — „Ich rasier mich selbst.“
*Eigenartige Inschrift. Ein dem
einer verstorbenen Gattin errichteter Grabstein in
den Vereinigten Staaien, trägt folgende Inschrift:
können Dich nicht mehr zum Leben aurückrufcn:
veine ich.“
*Etwas Ueberraschendes. Frau A
gen hat mein Mann seinen Geburtstag, und ich
großer Verlegenheit, was ich ihm schenken soll.
würden Sie mir raten? Irgend was Ueberraschen
türlich.“ — Herr B.: „Wie wäre es, wenn Sie *
das letzte Wort ließen?“
*Hochfein. Agent: „Nehmen Sie nur diesen
vagen. Da brauchen Sie nie herunter zu kriechen
wieder ganz zu machen.“ — Käufer: „Sind Sie
arunter gekrochen?“ — Agent: „Nein! Wenn das
am Mechanismus entzwei geht, dreht sich der w
des Wagens nach oben!“
*Immer Vorschuß. Machen Sie doch
misepetriges Gesicht, morgen ist ja der Ersie!“
deshalb!l Mein Gehalt kriegt größtenteiss immer de
*Ein Schlauberger. Bekannter: „Wie
Sie denn Ihre Frau wieder zum Bewußtsein,
ie Ihnen zum erstenmal in Ohnmacht gefallen w.
Junger Ehemann: „O, sehr einfach, ich flüsterte ib
hätte sich mit ihrem neuen Kleid in einen Tinten;
eingesetzt; da hätten Sie mal sehen solsen ...“
*Mutterstol z. Gutsbesitzerin (die ihrene
sucht hat, der als Refserveleumant in der Residen
Sommerübung mitmacht): „Sie glauben gar nicht
Kantor, wie beliebt mein Sobn als Offizier itn
haten arüßken ihn!“
Ein Lehrer stellt folgende Aeußerungen aue
nund zur Verfügung:
Was tat Gott dem NKain, nachdem dieser d
erschlagen hatte? „Ozoagt hot er'n!“
Was sagte Putiphar, als seine Frau den gia
Joseph vecklagte? „Do wir (werde) i ja ganz na
Gott ist ein Geist. „Dös waar nixr, wenn Got
Leib hätt. Do lannt er aa Bluatvergiftung kriaa'
nei Großmutter und müassat aa sterb'n.“
„Herr Lehrer, ham Sie aa Kinder? Na?! Na
AVV
Fritzchen geht seit Ostern in die Schule. Ein
jes bringi er einen Zettel mit nach Hause, auf
xẽAUltern aufgesordert werden, den Kindern das
nitzugeben. Als der Vater das am nächsten Mo
ieht ihn Fritzchen erstaunt und trauria an: Vaioi
„ßte dafür ooch noch zabhlen?“
Pl.
.
Rescha 4a
kxSvu
40
„Sei gegrüßt, mein ieber Bruder, 9 10
zrieden stfien.“ — „Zönnte ich. dentt Ahdin
n Dieten hlo verne