rschemt
d mit Aus⸗
e der Sonn⸗
iertage und?
monatlich
is Haus ge⸗
7o pfg.
er Post be⸗
vierteljähr⸗
2.25 Mark.
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2 — ⸗ e ⸗ —⸗
Amtliches Publikationsorgan für den Mit zwei Beilagen:
vv 2 2 — v.
Bürgermeisterei-Bezirk Dudweiler. Sonntagsblatt und Heitere Blätter.
r Anschlu ZƷoarbrücken Nr. 69, 259, 269, 1261. Druck u. Verlag: J. Unterkeller, Dudweiler Verantwortlich für die Schriftleitung Arthur Unterkeller, für den Anzeigenteil Karl Unterkeller
bonnent ist mit 500 M. gegen Tod durch Unfall bei der Nürnberger Lebensversicherungsbank in Nurnberg versichert. Jeder Unfall ist binnen einer Woche nach Eintritt der Nürnberger Lebensversicherungsbank anzuzeigen, auch muß sich der Verletzte innerhalb 24 Stunden nach dem Unfan in arztuche
ung begeben. Todesfälle můssen sofort spätestens aber innerhalb 48 Stunden nach dem Eintritt zur Anmeidung gebracht werden. Uber die Voraussetzung der Versicherung geben die Versicherungsbedingungen Aufschluß, die vom Verlage od. von der Rürnberger Lebensversi erungsbank zu beziehe sind.
142. Mittwoch, den 14. Juni 1911. 24. Jahrgang
— ——
59
Der angevrtee rnd.
eine alte Eriakrenz daß es alljährlich, um die
aAszet herum, auij dem Baltan anfängt, unruhig
»e n Das se tsame Völ'ergemisch, das dort unten
sammengewürsent sitzi, besinnt sich nach der langer
es Winters wieder darauf. daß es gilt, nationale
eiten auszutragen. und so sind denn die Banden—
mmeskenmipie eine um deese Jahresze't immer vor
viederehrende Ersch inung. Und ebenso regelmä—
ich dann in der e ropäischen Presse eine ge—
osität bemerkbar, und das europäische Orient⸗
Nja seit Jahrzeonten einen so ergiebigen Stoff
a Artiten lelert, wird von neuem vor der
ufgerollt.
diesen Tagen ist wieder viel von der unmit—
ftehenden Kriegsgesahr auf dem Balkan die
h sich rujige Veurteiler sagen müssen, daß
zuer kaum größer ist, als all die Jahre vor
enn heute von e nem Aufstand der Albanesen
vird, so ist zu berücksichti en, daß es sich auck
eine mehr tokale Erhebung handelt, die kei—
ignet ist, eine Erörterung der albanesischen
olcher herbe zuführen. Die Miriditen, die dat
dlich von Montenegro bewohnen, und von
vung jetzt so viel die Rede ist, sind zwar der
riegerischste Stamm in dem albanesischen Hoch
aber doch immer nur einen Teil der alba
amtbevölkerung aus. Sie haben sich der tür—
zoheit überhaupt nie bedingungslos unterwor.
nenge an ihren alten freihet ichen Ueber iefe
Stammeseigentümlichkeiten sest, und es is
ts Ungewoqhntes, wenn dieses Volk, das di
Freiheit seit Generationen gewohnt ist, zr
eist. Daß die Miidisen sich dabei der be
erstützung Montenegros erfreuen, ist natür ich
auch auf montenegrinischer Seite bemüht isi.
ensamleit mit dem Aufstande dieses Albanesen.
vzuleugnen.
nöglich. daß eine Zestllang in Montenegro de
anden haben mag. gemeinsam mit den Miri
öße.e gegen die Türkei gerichtete Bewegun—
u. Aber dieser Gedanke mußte aufgegebei
dem Augenblicke, wo sich Montenegro —X
Ub es nicht auf die Unterstützung der Petersbur
rung zu rechnen habe. Rußland ist heuse derar
Sorgen bescheftigt, daß es ebensowenig wie
igarn und der dritte an der Gestaltung der
dem Bal'an am unmittelbarsten interessierte
BRen, eigen Konflilt mit dem jungtürkischen Re—
vrrzuführen gedenlt. Der auffällige Rückzug der
Diplomchie nach der etwas übereillen an die
IAeten Note zeigt dies deut ich.
e warnenben Stimmen, die setzt von Oester
ach Konstant nopel gerich et werden, sind unte
esn btspunstte aufzufassen. Der Artikel des offiziö⸗
er „Fremdenblantes“ schlägt zwar in seiner Kritif
nesischen Zustände und in dem Bemühen, die
einer energi cheren Unterdrückung der Aufstands.
und zur Wiederterste lung der Ruhe und Ord
rantassen, eine ziemlich scharfe Tonart an. Im
n zu berücksichtigen, daß es sich bei alledem nin
ofliziösen Zestungsar ilel handelt, und daß di
be Regierunzg es vermieden hat, den Aufruhr
n Gegenstand einer besonderen diplomatischen
nachen. Oesterreich ist nach den Erfahrungen,
ind mit seiner Note gemacht hat, einsichtsvol ge⸗
derart zweiselhaftes Expe iment nicht abermal⸗
i, und so beschränkt es sich, anstatt offiziell ein
die Türlei zu richten, darauf, durch sein ofsiziö⸗
erungsorgan einige Warnungen an die Türkei zu
zie auch ohne den Stempel des offiziellen Geprů⸗
Wirkung nicht verfehlen werden.
enfalls ist mit der Tatsache zu rechnen, daß die
1. die hier und dort in Bezug auf die Wendung
e in der Türkei sich bemerkbar macht, stark über—
t. Von einer wirklichen Kriegsgesahr kann nicht
sein. Umsoweniger als die Tuͤrtkei ijetzt alles
tzen wird, der aufsändischen Bewegung so schnell
lich Herr zu werden, um damit iede Gefabr inc
Rinmisczung von außen unmogtich zu machen. So groß
uch hier oder dort die Unzufriedenheit mii dem jungtür—
ischen Resime sein mag, und so sehr auch mu der Auf—-andslust
einiger Stämme zu rechnen ist: in dem Augen—
lick. wo der Türkei eine wirlliche Gefahr drohen sollte,
vird die einhetlige nationale Begeisterung alle Zwistigkei⸗
en vergessen machen. Mit dieser Selbstverständlichkeit und
nit dee werteren Tatsache, daß die Türkei heute als Macht
astor noch weniger zu unterschätzen ist, als früher, rechne;
ie eurvpäische Diplomatie, und diese Einsicht läßt all das
zerede von einem bevorsiehenden Kriegsbrande auf dem
ßalkan als unnüt erschein⸗
α—
»erzogin von Hohenberg als unedenürtig kernen Sitz zwi—
Hen den königlichen Gästen zuweisen wo lte, anderetfeis
vird angenommen, daß die Köniagin aus Stolz interve—
tiett habe
milden Straten von 50 bis 100 Mart und vorenz wegen
Widerstands gegen die Staat?gewalt zu 20 Mark verur—
eiste. Aus die Revision des Lvoren; als Nebenkläger hob
as Reichsgericht das Urtell auf und verwies die Ange—
egenheit der Straskammer Trier, die darüber verhandelte.
dach zehnstündiger Verhandlung wurden die vier Schutz—
eute Henemann, Schütz, Ernst und Kreuz wegen gemein—
schaftlicher Förperverletzunug im Amt zu 100 Mark Geld—
trafe verurteist. Der Schutzmann Eckert, sowie der miß
jandete Lorenz wurden sreigesprochen.
»MM22 ⸗—
Von der Luftschiffahrt.
Deutscher Rundflug. —
RBie zweite Etappe.
Magdeburg, 13. Juni. Heute früh star esen Wienciers
4.11, Büchner 4. 18, Lindpaintner 4.24, König 4.27,
Laitsch 4. 418, die vier letzten mit Passagieren. 5. 15 lan
dete Schauenburg auf hiesigem Flugplatz. Um 5.15 Uhr
st Vüchner wegen Platzens des Benzinrohres in Grävenit
niedergegangen, er wird den Schaden selbst beheben und
wieder aufste gen.
Wenige Minuten nach 7 Uhr stieg Dr. Wittenstein mit
einem Passagier in Ofsterburg auf. Büchner ist in Gräve—
nitz wieder aufgestiegen. Von Johannisthal ist heute früß
3 Uhr Vollmöller aufgestiegen.
Wittenstein mußte wegen böiger Winde 20 KAm. vor
dem Ziel bei Hagenow niedergehen. Thelen beabsichtigt
egen Abend von Magdeburg nach Schwerin zu fliegen und
Lollmöller, der noch den Resi der ersten Etappe zu erle
oigen hatte. mußte wegen Benzinmangels bei Koͤrbelitz,
10 Km. vor dem Magdeburger Ziel, eine Kwischenlandunß—
oornehmen.
Schwerin, 13. Juni. Bei herrlichem Wester kamen
jeute früh die ersten Flieger des Deutschen Rundfluges hier
in. Als erster erschien um 6.05 Uhr Wineziers, um 6.523
dindpaininer, um 7.05 Uhr folgte König. Alle drei lan
deien ohne Schwierigleiten. Gleich nach ihrer Ankunff
wurden die Flieger dem Großherzogspaare vargesfellt
s
Erster deutscher Hansatag.
Unter großer Beteiligung wurde im großen Verliner
zportpalast der er ste deutsche Hansatag eröff—
et. Die anwesende Teilnehmerzahl war auf 105512 000
ze sonen geschätzt worden. Stürmischer Beifa‘l begrüßte
as Erscheinen des Präsidenten des Bundes, Geh. Justiz—
ats Prosessor Dr. Riesser-Berlin, der die Versammlung
nit einem Hoch auf den Kaiser kurz vor 3 Uhr eröffnete
ud alsbald die Rednertribüne bestieg. Das Ziel des Han—
abundes. so führte er aus, sei ehrächer Friede, aber frei—
ich könne man zu diesem Frieden heute nur durch ehrli
jen Kampf kommen. Der Redner überl'eß dann die Red—
ertribüne dem Reichsstagsabgeordneten und Präsidenten
es Deutschen Handelstages, Johannes Kaempf. Der
tedner beionte. Deutschlands Handel und Gewerbe haben
ie Welt erobert. nicht mit Schwertern und Kanonen, son
ern durch Fleiß und die Kenntnisse des deutschen Kau?—
nannes. Dann sprach der bayerische Landtagsabgeordnete
Haeberlein, der die Solidarität der Handels- und
Industriekreise mit den Ziesen des Hansabundes erklärte.
Es ergriff nun der nationalliberale Reichstagsabgeordnee
dr. Stresemann das Wort. Er geißelte den unkauf⸗
nännischen Geist der Behörden und das Uebermaß der
Buseautratie in Deutschland. Der Vizepräsident der Berli—
ier Handelskammer, Geheimrat Ravenee, trat der
luffassung entgegen, daß der Hansabund ein Feind der
andwirtschaft sei. Ferrer sprach Direktor Töpfer—
Ztettin, auf ihn folgie Generaldirector Waldschmitt,
„er in warmen Worten die Ideale des Hansabundes
eierte. Der freikonservative Abgeordnee Raharz
rmahnte nachdrücklich die Handwerker und die De
ainlisten, einig zum Hansabunde zu halten. Sann sprachk
er Vorsitzende des Nassauischen Landesverbandes, Aiber
zturm, dessen Worte in den Ruf ausklangen: „Hansabund
llezeit geradeaus!“ Klempnermeister Barticher⸗Kö—,
igsberg sprach die Hoffnung aus daß der neue Reichs
lag den Gesetzentwurf über das Verdingungswesen anneh
nen werde. Der nächste Redner war Stadtrat Kölsch
Karlsruhe, der den Dank der Bevohner des badischen Lan
des dem Präsidenten des Hansabundes darbrachte.
Schließlich wurde folgendes Antworttelegramm des
daisers aus Potsdam verlesen: Seine Majestät der
daiser lassen für den freundlichen Huldigungsgruß und
as Gelöbnis der Treue herzlichst danken. Auf Befehl des
daisers v. Valentini, Geh. Kabineetsrat.“
Präsident Dr. Riesser bemerkte in seiner Schluß
ede. der Hansabund werde bei den Wahlen alle bürger
ichen Parleien unterslützen, er könne jedoch eine Wahl
arole nicht ausgeben. Er drückte die Hoffnung aus, der
Hansabund werde den wirtschaftlichen Frieden fördern. So
dann wurde der Hansatag mit einem dreifachen Hoch au
das Präsidium, speziell auf Geheimrat Riesser, geschlossen
— sAxCMAGGAααO
Politishe Rundichau.
Deutsches Reich.
* Der „Re'chsanzeiger“ veröffen!licht das Gesetz über den
batentausführungszwang vom 6. Juni, das
im 1. Juti in Kraft tritt, serner eine kaiserliche Verord
ung vom 24. Mai, betreffend das Inkrafitreten der Maßind
Gewichtsordnung vom 30. Mai 1908. Danach tritt
ie Maß⸗ und Gewichtsordnung am 1. April 1912 in
»raft, die Vorschristen über die Neuaichung der im Berg—
verlsberiebe zur Ermittelung des Arbeuslohnes dienen—
⸗en Förderwagen und Fördergefäfße und die über die Aich⸗
ing der Bierfässer erst am J. Januar 1913. Hohlmaße
ür trockene Gegenstände zu 4 Heltoliler sind bis 31. Ja—
mar 1911 im Verlehr zulässig.
*Zu der neuesten Phase der Marokkofr age wird
der „Koln. Ztg.“ aus Berlin gemeldet, daß die franm
ösische Regierung den franz oͤsischen Zeitungen Mah—
iungen zum Maß halten gegeben habe. Die Annahme
»aß Deutschland hinter Spamen stehe, sei unzutreffend
ei der ruhig beobachtenden Stellung, die Deutschland einst
vei en den Wirren gegenüber einnehme, wäre ein anderes
zerhalten unverständlich gewesen. In Berlin sei man mi
em spanischen Vorgehen nur insoweit befaßt, als Spa⸗
ien in Berlin wie auch wohl den anderen Mächten von
er Besetzung Mitteilung machte und diese ähnlich begründ⸗
»ie Frankreich, nämlich mu der Unsicherheit der Grene⸗
uind dem Schutz der eigenen Unserranen. Spanien hab
die Versiche uag abgegeben, daß man es nur mit eine
»orläusigen Besetzung zu tun habe, eine Versicherung, di
ron Deutschland einjach zur Kenntnis genommen wurde
Belgien.
*Die Bil dung des neuen Kabinetts ist
»hne offiziell zu sein, erfolgt. Justizminister wird Can
on de Wiart, Finanzminister Levise, Minister der
dünste und der Wissenschaft wird Pouleit, der vf
ent ichen Arbeisen Zibbaut. Angeblich soll Minister
rasident Broqueville gleichzeitig das Porsefeuil
»es Eisenbahnministers behalten. Die übrigen Minister
leiben. Die Kammer wird vor dem 20. Juni nicht zu
ammentre en In alsen Städten finden große Manifefia—
ionen ston
—
Ein Teilnehmer abgestürzt. Der übel
dem Magdeburger Flugfelde angekommene und über das
Ziel hinausgeflogene Flieger Müller, wollte in einer Kurve
um Zielband zurückkehren, als plötzlich der Motor ver—
agte und er etwa 30 Meter vor dem Ziele mit dem Ap—
arat abstürzte. Er hat Verletzungen erlitten. Das Be—
vußtsein lebri lanasam aurück. —
— —
*
Die Tragödie des Edelreihers.
Nimmt man eine Modenzeitschrist oder irgend ꝛin
ustriertes Blatt, das eine kleine Modenrubrik enthält, zu
dand, so findet man fast in jeder Nummer neue Reiher—
„üte abgebildet und beschrieben. Man preist in diesen
blättern die „Ersindungsgabe der Pariser Modistinnen“,
ie täglich neue Formen von Reiherhüten auf den Marki
ringt, und stellt gedankenlos und ohne ein Wort der Kri
krsest. daß alle Formen zahlreiche Liebhaberinnen gefun⸗
en haben und finden. Den mi Reiherbüschen geschmück⸗
en Hüten werden Kopfbedeckungen, mit der Leiche oder
en Zedern eines Paradiesvpoget⸗ ageschmückt, als bewun—
—D geßrellt. Es mM
ine Schmach für unsere angeblich hochkul iwierte Zeit, dal
zeutzutage solche Humoden noch möglich sind. Gegen die
nißbräuchliche Ausnuhung der Vogelwelt wend sich der
„ekannte Reisende und Tierforscher C. G. Schillings in
er neuesten Nummer der Süddenlschen Monatshefte Mün—
hen). Er schreibt:
Lebten wir in einer Zeit wirklicher Kultur, so wär«
8 unmöalich. daß fein und gütig empfindende Frauen den
sassenmord und die Ausrottsung der schönsten Naturwun
er, so gedacenlos, so ungewarnt auch durch die Männer.
belt unterstüken, wie dies in unseren Tagen durch die
utmoden unserer Frauenwelt geschieht. Wir stehen hier
or pfycholbgischen Rätseln. Diefelben Frauen, dieselben
Nädchen, die mit der größten Entrüstung einen Mann der
ßrausamleit zeiben wirden, der vor ihren Augen etwa
unen Sinaroee eee ie eron mi n8 vdon
Marokrko.
*Aus Mekines wierd gemeldet, daß der Machsen des
zruͤtendenten Muley Zin, des Bruders Muley Hafids,
ei dent am 8. Juni erfolgten Einmarsch der franz ösischen
ruppen seine Unterwerfung ankündigte. General
Nonunier ließ antworten, daß der Schritt des Machsen
llein nicht genöge, und daß Muley Zin selber kommen
rüsse. Einige Standen später traf Muley Zin mit einem
ahlreichen Gesolge im Lager des Generals Moinier ein
ind bot seine Unterwerfung an. Moinier ertlärte dem
zIr itenden en. daß er sein Gefangener sei; er müsse
hn nach Fez bringen, um ihn den Händen des Sul
aus zu übergeden, er verbürge sich jedoch dafür, daß er
zut betzandelt werden solse. El Mrani, der glesch—
a ls in Melines angelangt ist, wird mit seiner Mahatla
ind drei Kompanien algerischer Sschjtzen dori pleiben
—
Arpbeiterbewegung.
— Streik in sozialistischen Konsumrereinen. Die
sugestellten der drei größten sozialistischen Arbeiterkonsum—
„ereine von Pariss, die einen Mindestlohn von 50 Fr.
vochen!lich verrangten, sind wegen Ablehnung dieser For—
crung in den Ausstand getreten. Der Verbandsausschuf
»er Arbeiterkoönsumvereine erklärte, er könne die Forderungç
»r Angestel ten nur dann erfüllen, wenn auch die Parijer
daufleute von ihrem Personal gezwungen würde, ein
olche Lohnerhöhung z3u hewilligen
— —
Gerichtszeituug.
J Mißhaudlung durch Schutzleute. Eine schwer
Ptißbhandlung des Grubenschreiners Lorenz durch fün
zchutzleute auf eine Saarbrückener Polizeiwache
achdent er durch den Schutzmann Heinemann unterwegẽ?
nberechtigt verhaftet und gefesselt zur Polizeiwache ge
ührt worden war, kam im Herbst des vorigen Jahres vor
die Saarbrücker Strafkammer die die Schutzleute zu den
Hof und Gesellichaft.
England im Krönungsmonat. Die Nachricht, daß
er Erzherzog⸗Thronfolger Franz Ferdinand und
ie Herzogin von Hohenberg, seine Gemahlin, den Krön
ns feier ich ei en nicht beiwobnen werden, besrtemdet in
dondon sehr. Die Schuld an dem Fernb'eilen des Paa—
os wird dem Herzoa von Norfoltf beigeme en Fere3
Hund und Katze
⸗ Beschichte aus dem bayerischen Oberland
vyon Hermann Schmidt
u einem abermaligen argerlichen Austritte benußten wer—
e; er war kirschrot im Gesicht geworden, während Kuni
ur Weiße eines Linnentuches verblich.
Was willjt, übermütiger Bursche?“ rief er erregt und
ie kampfbereit. „Kommst schon wieder mit Deinen spörti⸗
yen Reden?“
Sylvest hatte sich erhoben und den Kalpak zierlich auf
en linken, Arm genommen: so stand er jetzt in stattlicher
oldatischer Haltung, als stünde er vor seinem Rittme ster,
em Züraenden gegenüber. „Hört mich nur an, Schlösselauer:“
sagte er ruhig, ich will nicht spotten, aber ich will
s gut machen, daß ich das einmal getan hab'. Ich hab'
der und Deiner Tochter vor vielen Leuten Unrecht getan.
‚ett bitt' ich Dich und sie vor gerad' so vielen Leuten um
zerzeihung und hab' eine Bit.' an Dich.“
Der Bauer war wie aus den Wollen gesfallen; er be—
egte einen Augenblick die Linpen lautlos. ebe er eine Ant
»ort fand.
Eine Bitt' — und was sollt' das nachher sein?“
Du hast es gehört, was in dem Haus für eine große
elegenheit ist,“ erwider e Sylrest launig, „sie brauchen ein
aar neue Hochzeitleut' sür die ausgesprungenen. Ich hab
nmal so was lauten hören, daß Du einen Schwiegersohr
rauchst, und da will ich Dich fragen, ob Du nit mich an
ehmen willst dasür?“
Sylvest hatue absichtlich so laut gesprochen, daß alle An—
»esenden es hören mußten; sie drängten von allen Seiten
erzu; der Schlösselbauer war unfähig zu sprechen; noch war
hm nicht klar, ob der Antrag ernst gemeint oder eine neue
ioch größere Beseidigung sein sollte. Kuni hatte sich auf
erichtet; ihr war, als ob der Saal und alles drinnen ihb
im sie zu drehen beginne.
Ich bin mit Deiner Tochter aufgewachsen,“ fuhr Syl—⸗
est fort, „in der ersten Kinderzeit wenigstens, auch sonst
und wir Nachbarsleut', und ich glaub', Du kennst mich da—
ür, daß ich ein richtiger Mensch bin und der Hof bei mir
nit schiechter werden soll, denn den Ulanen hab' ich heut'
um letzten Male an und möcht' wieder ein Bauer werden.
lso halt ich vor allen Leuten um Deine Kuni an und
nöcht mir ihr die Handreichung tun.“
Dem Alten war, als hätte das Hochzeitmahl bercits
attgefunden und er dabei zu tief in den Krug gesehen; das
nnte doch unmöglich Spott sein; das war wirklicher Ernst
ber trotz dieses Ernstes konnte er nicht umhin, in ein lau—
is Lachen auszubrechen. „Mir ist, als wenn ich einen Rausch
44se“rkef ⸗—5r. Mir hitt Lemeis vswer rochte Mirrsiche un—
her rechte Schwiegersomm — aber was wird denn bie Kuni
»azu sagen?“
Eine Stille flog durch den Raum, daß man den Lau:
einer fallenden Nadel hätte vernehmen müssen. Aller Au—
zen hinzen an Kuni, die sich bebend an den Tischrand
zjielt und hochatmend keinen Blick von Sylvest wendete. Sie
prach nichts. dazu war ihr das Herz zu voll; eine Morgen—
sonne des Glückes ging in ihr auf, und ihre ganze Seele
irtͤnte wie in dem Märlein die Glocke, die, sobald der er
te Sonnenstrahl sie berührt, von selber zu ichwingen und
u läuten beginnt.
Sylrest trat einige Schritte näher und fstreckte ihr di—
dand entgegen; eraglühend, gleich einer hochfarbigen Rose
egte sie die ihre hinein. Im nächsten Augenblick lagen si—
ich in den Armen, wortlos, unbekümmert um die Welt, di
ie umgab: der Mißklang jener verhängnisvollen Nacht, de
sie, dem Versinken nahe, an seiner Brust Zuflucht gesuch
hatte, war gelöst und ein vo ler Affkord vollen Glücks hrau
te durch ihre Seele.
Ein allgemeiner Schrei der Freude begrüßte die uner
wartete Lösung — war doch nun ein glänzender Ersatz für
die verdorbene Hochzeit gefunden, eine langbekannte Feind
chat in ihr schönstes Cegenteil umgewandelt und in über
raschender Vese ein Paar vereinigt, dem ob seiner Jugent
und Schönheit wie ob seines eizentümlichen Geschickes jedeẽ
das vollsse Liebes- und Lebensglück verhieß und vergönnte
Der lauteste und ergriffenste von allen war der Schlös
elbauer; er weinte und lachte durcheinander und nahm ein⸗
aach dem anderen immer wieder und wieder beim Halse
Ist es denn möglich,“ schrie er, „daß noch eine solche Freud
ür mich aufgehoben ist? Teufelsbub' sag' mir's nur, wi
du's angefangen hast, das Mädel herum zu kriegen? Id
dab' nichts ausrichten können mit ihr. Ihr seid ja alle
weil aufeinander gewesen, wie Hund und Katz'.“
Kuni lehnte sich lächelnd an ihn und sagte: „Hab' nu
Beduld, Vater! Es kommt die Zeit, wo ich Dir das alle⸗
rzählen werd'.“
59, ich verlang nichts mehr zu wissen auf der
nef er Ich bin hufrieben daß ih noch ied ga
J * dn wa e soll wirklich Stuhlfest sein? —X
rklich, den übermütigen Nurs i i
eden chen da in seinem Hula
Ja, Vater, — den und keinen andern.“
Juh!“ schrie der Bauer, warf den Hut in die Höh
3 beprn den alten Beinen Luftsprünge zu versu
Miru 2e2 Grubhonmülsorhochzeit gebß m
der mit allem, was gut und teuer ist! Alles ijt eingela
en. Der Schlssselbauer zahlt die gange Vescherung! Juhe
die Schlösselbauer⸗Kuni macht Stuhlfest, wie noch gar kein⸗
ewesen ist. Jetzt freut mich erst mein Leben.
Die Anwesenden waren nicht schwer zu bewegen, au
ie Freude des Alten einzugehen und ein so herzlich ge—
einte Einladung anzunehmen Baid war die Nahneit n
ange: die Teller klangen, die Gläser klirrten, und die Mu—
e tuschte und blies immer wieder zum Wohle des verlob—
BPaares, über dessen Häuptern die Nnnach
ehe der Asend yerein vrach, durch die nun gebübren
nen ersetzt waren.
Während die Paare im Tanze dahinflogen, standen Syl
est und Kuni seitwärts in einer sie halb verbergenden Ni
e — zum ersten Male mit sich und ibhrem jungen Glug
illein.
Ist es wahr? Kannst mich wirllich gern haben?“ flü
terte Sylvest. „Und ich bin so abscheulich gegen Dich ge
vesen, daß ich es jetzt selber nit mehr begreifen kann.“
Ueber alles in der Welt habe ich Dich gern,“ erwi
erte sie, von seinem Arme umschlungen. „Mir ist, als wenn
zniemals anders gewesen wär' — ich glaub', ich hab' Dich
jern gehabt, so lang' ich denk' ich habe es nur lelber ni
ewußt.“
„Und mir geht es gerade so,“ flüsterte er zurück, „es ist
ar nit wahr, daß ich einmal einen Haß gegen Dich gehabit
ab'; daß ist lautere Liebe gewesen, und ich hab' mich in
teiner Verblendung nur dagegen gewehrt. weil es mir im
zeist vorgegangen ist. daß mir von mir selber nichts mohr
ibrig bleibt.“
Sie sah ihm zärtlich in's Gesicht und strich ihm die Lo—
len aus der Stirn'. „Die Narbe da hast um mich, um
neinetwegen,“ sagte sie, „aber sie steht Dir gut an, und ich
vill Dir's gedenten. Was bist für ein Mann!“ fuhr sie, sich
in seine Brust schmiegend fort. „Wie ruhig bin ich bei Dir
je vesen, wie's zum Versinsen gewesen ist — ich glaub',
venn es wirklich dazu gekommen wär', es wär' mir leich—
jer gewerden, mit TDir zu versinkden. Du mußt mich nicht
auslachen Sylvest, aber ich bin ganz wie verwandelt. Wie
jab' ich gelacht und gespott', wie ich Mechel und den Za—
— gewesen
ind, und wie ist mir das Getu' so fad vorgetlommen —
ind jetzt kann ich's selber nit oft genug von Tir hören,
aß Du mich gern hast, aber nit wahr. nmit uns zwei wird
3 nicht ĩin dehn mie mit don auderon? Mir hesesn hbe
ohr die Aufmerklsamleit aller sich auf den Eintre
ich ere, waren doch seine und Kuni's Augen di
sich begegneien. Das Maͤdchen regte sich nicht
nnötig, daß der Vaser unter dem Tischrande nac
um sie am Gewande festzuhalten. Sylvest nahn
inverwandten Blicles den Kalpat vom Kopfe, da
sichtbar wurde und auf ihr eine breite, nod
arbe. Dann zog er ein Tuch aus dem Helm un
mit über die Stirn, um den Schweiß abzutrock
ir ticht vorhanden war. Sie schlug die Auger
var das Tuch, mit dem sie ihn in der Schrek
rbunden hatle. Darüber gewahrte sie kaum, wa⸗
aber es war ihr vorgekommen, als habe e
er es verbarg, leicht an den Mund gedrückt.
rich und mit gesenlten Augen saß sie, auch al—
ex Einladung solgend, sich an den Tisch ge
Anwesenden gegrüßi hatte, als ob nieman
mit dem er irgend je in anderer als fceund
usammengeraten war. Der Schlösselbauer sties
»enden Laut aus, der eine Erwiderung auf der
llte; erst jetzt wurde in einzelnen das Anden
laut, was man von der Feidschaft, die zwi
und Kuni obwalte, gehört hatte. und utand
Zlick flog ihnen zu, des Schauspiels eines neu
— gewärtig. —E —— —
hlie.. geschehen war und wie nun
en aler u... Dd zur Hochzeitfeier so gut wie
»x geworfen sei. „Je nun,“ rief er lachend, „do
nt gehelfen werden; es braucht ja nichts anderes
ate des auseinander gelausenen Brautpaares ge⸗
anderes Hochzeit macht.
venn das so leicht wär',“ rief einer der Gäste.
die Hochzeiten so an der Hecke wachsen täten,
rombeer'! Mir scheint, es wird heuer kein guier
ex die Brautleut'.“
vin's nicht gleich eine Hochzeit sein kann, müß⸗
mit einem Stuhlfest vorlieb nehmen, was meinst
Schlösselbauer?“
dete schrak förmlich empor; er sah es kom—
toher mütice das aufällige WBusanimonitrotenn