Full text : Dudweiler Zeitung

Lonnen. Die Höhe des Brückenbogens beläuft sich auf
200 Fuß, die Gesamtlänge der Veücke beträgt mit ihren
Berl ngerungen auf dem Festland über 5 Kilometer. Di
rsr'nglich auf 48 Millionen Mark veranschlagten Kosten
jaben sich während der Bauzeit beträchtlich erhöht, ihre
senaue Höhe läßt sich nicht genau übersehen

38

Aus aller Welt.
Räuberische Zigeuner. Aus Mettmanus hau
en (Thüringen) wird berichtet: Ein Gutsbesttzer, der sich
nif seiner Jagd auf Anstand befand, wurde von erner Zi
geunerbande überfallen. Ohne zu treffen gab er einecit
Schuß ab und unterlag der Uebermacht. Die Zigeune
zerletzten ihn durch Fußtritte und nahmen ihm Geweh.
Messer mnd Gesd weg. Die der Bande angehörender
Männer entlamen. Eine Frau und ein Kind wurden durch
inen Schuß verletzt. Die Gendarmerie nahm die Ver
olgung auf.
Heidebräude. Die Heidebrände bei Hamburg sind
noch immer nicht gelöscht. Vor allem brennt noch die
Lentföhrder Heide. Ein großer Brand brach bei Ahren-⸗
lohe aus. ein weiterer wird aus Sorgensinn gemeldet.
Die Kutterräuber. Die beiden jungen Burschen ir
Curhaven, die den Kuiter stahlen und den sie verfolgender
Besitzer erschossen, sind der 17jährige Ernst Vogt aus Wil
ster und der Drogistenlehrling Hans Thieme aus Kiel
Der Anreger des Planes war Vogt, der früher auf einer
Bräparandenanstalt war und Lehrer werden sollte. Er
hatte aber den Plan gefaßt, nach der Südsee auszuwan⸗
dern und diese Idee ergriff ihn so stark, daß er die Schule
verließ und Schiffsjunge wurde. Sein Freund Thieme be
suchte früher das Reformgymnasium. Beide sind ein Opfer
ber Schundliteratur geworden. Thieme stahl zu Pfingsien
seinem Lehrherrn das Reisegeld, um damit nach Curxhaven
jahren zu können. Inzwischen hatte Vogt für die Aus—
rxüstung des Kutters gesorgt und auch den ganzen Plan des
Diebstahls aufgestellt. Auch den tödlichen Schuß hat Vogi
abgegeben.
Aus »Echerz“ erschossen. In einem Polizeiposten
n Basel erschoß aus Unvorsichtigkeit ein Polizist die
17jährige Tochter des Wirtes Stutz, als diese im Auftrag
der dort stationierten Polizisten Bier auf das Wachtlokal
brachte. Der unvorsichtige Polizeimann war mit dem
Reinigen seiner Browningpistole beschäftigt und richte!e im
Scherz“ die Waffe auf das Mädchen, waͤhrend diefes von
seinem Kollegen das Geld in Empfang nahm. Unglüd
licherweise befand sich eine Patrone im Laufe, der Schuß
krachte und traf das Mädchen in die Stirn, sodaß es töd
lich getrofsen zusammenbrach. Der Taͤter ist verhafiet.
„Champagner zweiter Zone“. Das Pariser Amts
Slait wird ein Dekret veröffentlichen, das die Bezeichnung
Champagner den Weinen vorbehält, die aus den bereits
abgegrenzten Gebieten der Champagne stammen, und das
ein mit Champagner zweiter Zone“ bezeichnetes Gebiei
chafft, das den größten Teil des Departements Aube,
inen Teil des Departements Marne, Haute Marne und
beine et Marne umfaßt. Die Bezeichnumg „Champagne
weiter Zone wird den Weinen vorbehalien, die in die
— durchk
Pischung der Gewächse der Champarne und des Cham
pagners zwerter Zone hergestell werden. Die Etiteten
Verpacuung und Behälier der Weine zwe ter Zone müsser
die Aufschrift tragen: Champagner zwei er Zone“. — In
der Gegend von Bar sur Aube dauert die Ercegung fort
In Lignol entsernten die Gendarmen von einem Brunner
Zgende Inschrist in roer Farbe: „Dir, Wi helm, die Hü⸗
se der Champagne, wel die Republik sie nicht will.
In den Weinbergen wurden mehrfach deutsche Fahnen g
dißt und Platkate angebracht, auf denen Kaiter Wilheln
u gefordert wird, das Gebiet zu anne t'eren.
Sabotage. Unwest der Militär-⸗Schule ven St. Cyre
wurden 6 Telegraphenstangen mit 47 Drähten an der
westlichen Staaisbahnlinie durch Dynamit zerstört. Die
Taͤler schennen eine Ueberraschung gefürchtet zu haben, denr
sie leben zwei gefüllte Dynamstoomben in der Nähe des
Tatortes zurück“ Die Behörden alauben. die Urheber 31
lennen.
Blutiger Streit. In St. Denis entstand zwischen
mehreren sozialisti cherevolutionären junhen Lenten, die an
ciner Verjammlung teilgenommen hatten, und einem an i—
tolicktivistisch gesinnten Gemüsehändler namens Mutal
Streit. Mutal verwundete einen Sozialisten lebensgefähr—
lich durch einen Messerstich, worauf ein Sozial.st ihn durch
zinen Nevolverschuß tötete. Der Mörder wurde verhaftet.
Verbrauntes Schisf. Auf dem Amur isi der Damp
ter „Murawsew“ verbrannt. Die Zahl der Umgekommener
jt noch nicht festgestellt.
Eine Krönuungsgabe. Tie KArönungsfestgabe, dit
den Vornamen der Königin führende Frauen in den bro
lischen Besitzungen gestistet haben, ist der Königen Marie
überreicht worden. Sie präsentiert sich in einem Scheck von
348 000 Mart
Zahlungseinstellung einer Bank. Die Birbed⸗Banl
in London hat ihre Zahlungen eingestellt. Das Defizu
beträgt 75 Wiillionen Mart. Betrossen sind me st kie nere
und mi tere Deponen en. Als die Kunde von der Zah—
lungse nsiellung der Birkbeck-⸗Bank sich verbreitelse, kam ece
bor der Bant zu aufregenden Szenen. Scharen aufgeregter
Männer und weinender Frauen versuchten die Türen aus—
zubrechen, wurden aber von der Polizei zurückgedrängt.
Die Beamten der Bank bemügten sich, die Depositoren zu
pernbigen. die schließlich allmählich auseinandergingen.
Der Sultan in Saloniki. Nach Empfang aller ein
getrofsenen Deputalionen und der Chefs der verschiedenes
dultusgemeinden wurde der Sullan den sremden Konsul'
vorgesteslt. Sodann pflegse er etwas Ruhe, während d
Prinzen, überall lebhaft begrüßt, eine Rundfahrt durch di
Stadt unternahmen. Gegen Abend äußerte der Sultan der
Wunsch, das Volk zu sehen, worauf sich die Bevöl erun
scharenweise nach dem Konak begab und dort vorbeizog. —
Nach einer Pr vatdepesche aus Salon li war Exsulten Ab
oul Hamid über seinen Bruder sehr ersreut und drüchkte sesn
Zufriedenheit aus. Er erklärte der vom Sultäan an ihr
gesandien Kommission, daß ihn die Erfolge seines Bru
ders glücklich machen.
Das Erdbeben in Mexiko. Der Menschenverlust in
Mexilo wird auf fast 1500 geschätzt. Die Erdstöße kamen
hald nach einem lebhaften Ausbruch des Vultans Coli
mas, auf dessen Westseite ein neuer Krater entstand, den
mmense Lavamassen entströmen, die jetzt schon weiter ge
flossen sind, als bei dem großen Ausbruch im Jahre 1869
Sie sind 1000 Fuß unterhalb des Kraters angelangt, wa
ie sich den Weg durch die tropische Vegetation bahnen
der größte Menschenverlusit ist in KZavotlan zu verzeichnen
wo 500 umlamen —⸗
— — ⏑ — —2*1* —

Neueste Reldungen.
Berlin, 10. Juni. Hier wurde der 32. Spedil—
beurtang der deuischen Spediteure im Felsaale der Han—
delskammer erdismet.
* Vom Ries, 9. Juni. (Giehkraunkheiten.) Im
sties, sowohl auf der bayerischen, wie auf würtiembergi⸗
cher Seite, herrschen nun schon seit beinahe Jahresfr st —
Is Folge der letztzährigen, fortwährenden Ueberschwemm⸗
igen. — Viehkrantkheiten schlimmster Art. Im württem—⸗
Fergischen Ries, in Seckingen allein sind bis jetzt 60 Kühe
id 128 Rinder an der Egelseuche zu Grunde gegangen
Aehnlich ist's im bayerischen Ries, im Nördlinger und
Deitinger VBezirk. Nun ist im bayetischen Ries in Nörd
singen und anderswo, auch noch die Maul⸗ und Klauen—
cuche flark aufgetreiten. Das ist umso schlimmer, als die
siesgegend mit ihrem Viehreichtum das Zentrum für die
Biehversorgung weiter Gebiete namontlich auch Württem—
borae 2ñ

Lokales und Vermischtes.
Ausflug. Am morgigen Sonntage wird der Cöcilien—
Verein einen Ausflug nach Oberstein-Idar unternehmen. V
Betr. Patent Portz.. Wie uns Herr Porzg mitteilt
oll die in gestriger Rusgabe gebrachtezNachricht, die wir
inem auswärtigen Blatte entnommen hatten, unzutreffend
iein.
Konzert. Am morgigen Tage findet im Lokale vor
Aug.Wunn Konzert statt.
Die Beurlaubung · beim Infanterie⸗Regiment Nr
10 findet erst, da das Regiment erst am Samstag von der
Schießübung (Elsenborn) zurückkehrte, am 10. Juni bis 18.
Juni statt. Für diese Mililärurlaub er hat die Königliche
Fisenbahndirektion zzwei Sonderzüge 'eingelegt, die amz10
und 18. d. M. verkehren. Der erste Sonderzug am Sams⸗
tag für die Hinbeförderung? fährt vonßSaarbrücken bis Gerol⸗
stein, Saarbrücken ab 4.20 Uhr vorm. und Gerolstein an
4.38 Uhr. Zur Rückbeförderung fährtTder zweite Sonder—⸗
zug am 18. Juni von Gerolstein nach Saarbrücken, Gerol—
tein ab 8.01 Uhr abends, Saarbrücken an 12.00 Uhr nachts
die Beförderungkderz Militärurlauber von anderen Strecken
rfolgt mit regelmäßigen Personenzügen, die mit mehreren
Wagen verstärkt werden.
Central⸗Kinemotograph. Mit dem hentigen Tag
zringt der Central⸗Kinematograph ein ganz außergewöhn—
iches Riesenprogramm zur Vorsührung. Ganz besonder
Frwähnuug verdient das herrliche Drama „Antonie Fas—
kamino“ ein historisches Schauspiel in farbenprächtige
Darstellung, sowie das zu Herzen gehende dramatische Le
hensbild „die Frau des Gauklers“, ein Riesendrama, wel
hes allein eine halbstündige Vorführungsdauer benötigt
Außer zwei weiteren Dramen gelangen noch vier humorisi
Schlager zur Aufführung, welche ihre Wirkung auf di—
rachmuskeln der Zuschauer nicht verfehlen werden. Zwei
jerrliche Reisebilder und zwar „Wie man in Japangau
»em Wasser fährt.“ usw. Ein Besuch ist zu empfehlen.
Handwerkskammer Saarbrüchen. Auszug aus den
Protokoll der Vorstandssitzung vom 1. Juni 1911. Kennt
nis genoimen wird von dem Ergebnis einer bei den Bäcker
innungen des Bezirks auf Anregung des Deuischen Hand,
verks⸗- und Gewerbekammertages in Sachen der Belkätigunt
von Beamten in Konsumvereinen angestellten Rund'rage
Beschlossen wird, das Material dem Vorort zur Weiterbe—
handlung auf dem diesjährigen, in Düsseldorf stattfindender
tammertage zu überweisen und dabei ins besondere di
Anträge auf Besteuerung der Konsumvereine unter Zugrunde⸗
legung des Gefamtumsatzes sowie auf Erlaß eines Verbotes
»er Förderung der Vereine durch behördliche Stellen zr
»ertreten. — Zu dem Einspruche der Stadt Saarbrücker
gegen die Höhe des Veranlagungsbetrages des ODristeiles
Al!⸗Saarbrücken zu den Handwerkskammerbeiträgen nimm
der Vorstand eine ablehnende Stellung ein, zumal sich er—
zibt, daß die Grundlagen für die Veranlagung der Ge—
meinden zu den Kammerbeiträgen mit Genehmigung unt
unter Mitwirkung der Aufsichtsbehörde der Kammer für ein
edesmalige zweijährige Verranlagungsperiode ermittelt wor
den sind. — Kenntnis genommen wird von der Entschei
dung der Königlichen Regierung zu Trier, wonach der Be—
trieb einer größeren Seifensiederei des Bezirks als ein hand⸗
verksmäßiger anzusehen ist und demgemäß auch zu der
Kosten der Kammer mit beizutragen hat. — Der Vorsitzen
»e berichtet über den guten Verlauf der am 28. v. Mis
n Oberstein abgehalten allgemeinen Handwerkerversammlung
ür das Fürstentum Birkenfeld. — Hierauf gelangen eine
zrößere Anzahl von Anträgen auf Einstellung von Lehr
ingen sowie auf Abkürzungder LehrzeitfJusw.Fzur Erörter
ing, die je nach Lage des Falles autheißen bezw. abgelehn
verden. — In gegebener Veranlassung erklärt sich der
Vorstand damit einvershanden, daß die Anträge auf Ver—
eihung der Befugnis szum Anleiten von Lehrlingen vor
Perfonen, die das Friseurgewerbe nur nebenberuflich aus⸗
äben, nichtüweiterbehandelt werden. — Dem Antrage des
Zementwarenfabrikantenvereins Deutschlands auf Errichtung
don Gesellenprüfungsausschüssen sür das Zementwaren⸗ u
dunststeinhandwerkzundsauf Erlaß von Gesellenprüfungs-»rdnungen
 sür diese Handwerkszweige soll in der Jnächsten
LGollversammlung enisprochen werden, vorausgesetzt, daß ein
Bedürfnis dafür für den Kammerbezirk vorliegt, worüber
noch nähere Erörterungen angestellt werden sollen. — Für
den Herbst d. Is. ist eine Konferenz der Gesellenprüfungs
russchußmitgliedern in Aussicht genommen, in welcher u. a.
auch dieß Frage der allgemeinen Einführung ZeinerArbeits⸗
drobe neben dem eigentlichen Gesellenstück zur Besprechung
gelangen soll. — Der Kreiszeichenschule zu Bitburg wird
ein Zuschuß bewilligt, ebenso einem Schreinergesellen des
Bezirks zum Besuche eines 8 wöchentlichen Meisterkursus an
der. Gewerbeförderungsanstalliß zu Köln.“ — Hingegen kann
»em Gesuche einer Gemeinde um Gewährung eines Zu⸗
chusses für? die daselbst, bestehende Knabenhandarbeitsschult
uus grundsätzlichen Erwägungen nicht näher getreten werden.
— Sinem Zimmergesellen, der die Gesellenprüfung,mit dem
Prädikat „ausgezeichnet“ destanden hat, wird eine Prämie
uerkannt. — Der Vorstand der Kammer schließt sich einem
Untrage der Schneide- und Mützenmocher⸗Zwangsinnung
Neunkirchengdan, wonach diejenigen, Kofektionsgeschäfte, wel—
he Maßarbeit auf Bestellung anfertigen, als innungspflich—
ig anerkannt werden sollen. — Dem bischöflichen General—
Likariat wird in Sachen der Vergebung von Arbeiten an
nicht bezirkseingesessene, Handwerker weiteres geeignetes Ma—
erial zur Verfuͤgung gestellt werden. — Gegen einen Bau⸗
unternehmer und Grubenmaurer, der sich als unzuverlässig
im Sinne des Gesetzes vom 7. Januar 1907 EGSchutz des
Baugewerbes) erwiesen hat, wird Antrag auf Entziehung
oder Befugnis zur weiteren Ausübung des Baugewerbes ge⸗
itellt werden. — Der ständige Ausstellungskommission für
die deutsche Industrie wird über die in Saarlouis geplant
gewesene Gewerbe⸗, Industrie- und Nahrungsmittel⸗Aus—⸗
sttellung näherer Aufschluß erteilt werden. — Die nächste
Kreishandwerkerversammlung wird im Juligds Is. in Bit⸗
»urg stattfinden; die Vorarbeiten dafür werden der Ge—
chäftsstelle, übertragen.
Wetterbericht. Die Zurückdrängung des hohen von
Nordwesten hereinreichenden Druckes gegen die im Osten
ind Südosten gelegene, Depression macht immer weitere
Fortschritte. Heute trennt nur noch ein schwacher Hoch—
zruckrücken die beiden Depressionen und hält bei uns das
zjeitere Wetter aufrecht. Bei weiterer Abnahme der Luftzruckes
 wird sich ein von Südwesten hereinrührende Luft—
druckfurche ausbilden, infolge deren ausgedehnte Gewitter
über unser Gebiet ziehen werden.
Voraussichtliche Witterung: Gewitter mit anhaltender
Niederschläge, im Süden durch Föhn? verzögert.
Landwehrübung. Vom 18. August werden auf 1
Tage 8 Tage Landwehrkompagnien von je 150 Köpfen au
»em Truppenübungsplatz Elsenborn gebildet. Landwehr—
eute sollen besonders im gefechtsmäßigen Schieken und
Maschieren üben.
3 Heiligenwald, 8. Juni. Am Mittwoch abend ist in
em Itzenplitzer Grubenweiher der 17jährige Nilding von
sier beim Baden ertrunken. Der Junge hatte als gute
zchwimmer den Weiher in seiner ganzen Breite von etwe
96 Metern bereits durchschwommen, als er bei der Rück—
9Awe 15 his 20 Motor nam Ufor onffernt vlätklid

untersank. Ein Herzschlag scheint seinem Leben ein End
gemacht zu haben. Der Weiher hat an der Unglücksstell⸗
eine größte Tiefe von 12 bis 15 Metern. Risher konnt
zie Leiche noch nicht geborgen werden. Da man Tag fü
Tag beobachten kann, wie hier Schullinder und kaum de
—chule entwachsene Burschen ohne Aussicht baden, so dürft
der vedauerliche Unglücksfall, der Junge ist Waise, ein
dringende Mahnung für die Eltern sein, ihren Kindern der
Aufenthalt am Weiher ohne Aufsicht strengstens zu verbie—
en, zumal noch fast jedes Jahr ein solcher Unglücksfall zr
beklagen war.
Kusel, 8. Juni. Heute früh wurde eine hiesige hoch—
chtbare Frau, die vom Kochen aus Pfeffelbach zurückkehrt⸗
»on einem Manne mit einer Bergmannsmütze überfallen
Als er seinen Zweck nicht erreichen konnte, ergriff er die
Flucht nach Kusel zu. Im Wartesaal der Bahn wurde
zer Mann von der Ueberfallenen wiedererkannt, und von
der sofort erschienenen Gendarmerie festgenommen. Es
handeli sich wie die Kuseler Zeitung“ meldet, um den
verheirateten Bergmann Johann Stoll von Sulzbach. Ei
leugnete noch, erscheint aberüberführt und wurde in Haf
behalten.
*Essen, 9. Juni. Das FünfzigsteTausend.
Die Firma Krupp stelte das funfzigtausendste Geschützrohr
serie; es ist für das Deutsche Reich bestimmt. Der Kaiser
berlieh aus die em Anlaß eine Anzahl Auszeichnungen.
* Borken i W., 9. Juni. Automobilunfall.
kin schwerer Au omob lunfall trug sich auf der Chausse
wischen Oeding und Rhede zu. Das Automobel des Fa
brikanten Hecling aus Stadtlohn rannte gegen einen Stein
haꝛtsen, wobei die Insassen, die ganze Familie Hecking
herausgeschleudert wurde. Alle wurden schwer verletzt.
* Honnef, 9. Juni. (Branud einesKurhotels.
Ddas Kurhotel in Rhöndorf ist vollständig n edergebrannt
Infolge einer Unvorsichtigkeit fiel in der Mädchenkammen
sine brennende Peroleumlampe um. Das Mädchen konnte
das Feuer nicht löschen. Das Feuer erstreckte sich zunächst
mu den Dochstuhl und pflanzte sich auf das Treppenhau⸗
sort, das in kurzer Zeit ausgebrannt war. Nur mit gro
zer Mühe war es dem Besitzer und einigen Herren ge
ungen, die schon im Schlafe liegenden Damen und Kin
zer über das schon lichterloh brennende Treppenhaus z31
et en. Die Mehrzahl der Bewohner des Fauses konnte
mser dem, was fie auf dem Leibe hatten, nichts reiten
Auß'r dem Dienstmädchen und einem Herrn, der sich be
den Reliungsarbeiten leichte Brandwunden zuzog. wurde
ziemand verletzt.
* Mainz, 9. Juni. EEine 8BustschifsFabrik.
die Mitteilung, die Firma Lanz u. Co. in Mannheim
eabsichtige, in dem benachbarten Budenheim eine Zweig
abrit zu errichten, wird jeßt vom hiesigen „Tagblatt“ be—
fäsigt. Es berichtet, daß es sich um den Ankauf eines Ge—
ändes in Größe von 150 000 Quadratmeter handelt und
daß beabsicht'gi ist, eine Fabrikanlage für den Bau von
Luft- und Flugfahrzeugen zu errichten.
*Friedlberg, 9. Juni. (En tfühst?) Seit dem zwei
en Plingife eritag wird das 19 Jahre alte Dienstmädchen
Auguste Meister aus Rödchen, Kreis Friedberg, das ir
Kad Nauheim bei einem Fahrradhändler bedienstet war
zermißt. Für das Verschwinden des Mädchens, das a«
ehr hübsch geschildert wird und daß sich des a lerbeĩten
— In un ——*

Neueste Nachrichten und Telegramme.
Düsseldorf, 7. Juni. Entgegen den 'vielfach cireuliren
den Gerüchten gibt die Firma Henkel und Co. Düsselldorf
Fabrikanten des selbsttärigen Wasch⸗ und Bleichmittels
Persil sowie Henkels Bleichsoda bekannt, daß durch das
kürzliche Großfeuer in Düsseldorf nicht sie sondern eine an⸗
dere Firma aͤhnlichen, Namens betroffen wurde Der ge—
sfammte Betrib der Firma H. u. Co. geht nach wie vor
glatt von statten.
Berlin,9. Juni. Der seiner Zeit wegen Ermordungç
»es Fabrikanten Mattonet zum Tode verurteilte Renn—
ahrer BreuerJist heute zu lebenslänglichem; Zuchthaust
oegnadigt worden. Die Vegnadigung erfolgte auf Grund
des Gnadengesuches, daß der Verteidiger Breuers einge—
reicht hatte. Breuer beteuerte auch nach dieser Ankündig⸗
ung wierfrüher, seine Unschuld am Tode des Mattonet
und sagte er wollejund verlange keine Gnade, onderr
»erlange nichts, als sein Recht. Große Hoffnung setz
Zgreuer auf das Wiederaufnahmeverfahren, dessen Verwirk
ichung von seinem Rechtsbeistand mit allem Eifer betrieber
vird.
Berlin, 8. Juni. In seiner Wohnung in der Martin.
dutherstraße wurde gestern der Baron Jean de la Valliere
verhaftet. Der noch in jungen Jahren stehenden Baron
hat eine ganze Reihe von Betrügereien verübt und sich
aamentlich im Kreditschwindel betätigt.
Berlin, 10. Juni. In der Nähe des Flugplatzes
Johannesthal hat sich gestern Abend ein neues entsetzliches
Aeroplanunglück zugetragen. Der 24jährige Fliege
Beorg Schendel war um 7.46 Uhr Abends mit Monteu
Voß in der Absicht aufgestiegen den von dem Fliege
dirih aufgestellten Höhenrang mit einem Passagier zu
brechen. Nach einer glatten Fahrt wonach Scqhendel sich
in der Richtung nach Köpenik, dabei ecrreichte er eine se
große Höhe daß der Apparat zeitweise in den Wolken ver—
schwand. Nach der Registrirung des Höhenmessers hat e⸗
eine Höhe von über 1600 Mtr. erreicht. Nach einhalb⸗
Uhr wollte Schendel in einem Gleitfluge nach dem Flug
platz zurückkehren. Der Wind war aber so stark geworder
daß der Aviatiker kaum gegen ihn ankämpfen konnte. Al
Schendel bis auf 1300 Mir. herabgestiegen war, versag!
plötßtich der Motor und setzte schließlich ganz aus, de
Apparat stürzte in seckrechter Richtung zu Boden. Die
heiden Flieger wurden herausgeschleudert, wobei sie laut un
Hilfe schrien. Durch den Sturz auf Ackerboden waren beid
iuf der Stel e tot. Der Apparat bohrte sich in das Erd
reich ein. Die Verunglückten wiesen schwere Arm- und
Beinbrüche, und außerdem Verletzungen auf. Die jung
Frau des Monteurs Voß, die mit ihrem 4jährigem Kinde
uf dem Flugplatz weilte, muß e den Todessturz ihreẽ
Mannes mitansehen.
Paris, 9. Juni. Mulay Hafid hatte mit dem Korre
pondenten des Echo de Paris in Fez, dem Marquis d
Segonzac, eine längere Unterredung, wobei der Sulta
rtlärte: die mil tärische Unterstützung Frankreichs in Ma—
okko habe den Zweck, die Akte von Algeciras durchzu—
ühren. Nur zu diesem Zweck haben wir im Einvernehmen
nit dem Genetal Monier, dem Konsul Gaillard und dem
Ibersten Mangin eine methodische Aktion vereinbart. Wir
haben die Maßnahmen diktirt. welche zur Wiederherstellung
des Friedens mit den aufrührerischen Stämmen sich al—
rotwendig erwiesen haden. Später werden wir eine Ver—
waltungsreform sowie die mililärische Organisation ins
Auge faͤssen. Unfer Augenmerk richtet sich jetzt darauf, dem
Beneral diejenigen Staͤmme anzugeben deren Bestrafung
notwendig ist. Wir stellen den französischen Kolonnen die
kruppen unserer Mehalla zur Verfügung. Nach Erledig—
ung dieser Dperationen werden mir von dem General die
Lertreter derjenigen Stämme bezeichnet werden, die weger
Abschluß des Friedens und ihrer Unterwerfung verhandeln
vollen. Mulay Hafid fügt hinzu, er dringe darauf daf
m ganzen Lande alle Uebergriffe und Veruntreuungen be—
eitigt würden, die das bestegende Reaime in Maraoklo ver—
Rschenunaürbio venant RAtec

Paris, 8. Juni. Heute Mittag traf die Beh—
oer fseit dem heutigen Morgen hierverbreiteten Gerü
daß am 4. Juni vor Melinez die Franzosen geg
lebermacht von Berbern ihre Sitellung behaupteten
Feinden im Nahkampf schwere Verluste beibrach!:en
die französischen Verluste bei diesem mehrst⸗ündigen
Gefecht wird die Regierung Abends nähere Mit
machen.
Amsterdam,'to. Juni. Die Leiche des Vau
Ernfi Metzger ist bei dem kleinen Städtchen Bierun
Probinz Grooningen gefunden worden. Mezzger bi
nen Fahre bei dem uͤngiuck des Münchener Ballon
ringklud“ sein Leben ein. Aus den bei der Leiche
denen Papieren konnte man die Personalien einn
fefistellen. Die sierblichen Ueberreste des Luf
wurden auf dem Friedhof in Bierum begraben.
Amsterdam, 10. Juni. Der bekannte Milliard
negie benachrichtigte den holländischen Ministern des
durch den amerikanischen Besandten, daß er eine
von 80, 000 Dollar für einen holländischen Lebensre
bestimmt habe.
vBrüssel, 9. Juni. Drei Studenten, die einen Bi
flug unternommen hatten gerieten aus dem Kanal
ende mit einem Daumpfer zusammen. Das Boot k⸗
und alle drei ertranken.
russet, 10. Juni. Der Empfang der
—— Ag. Fulr dunch den Gemen
stand in Brüfsel wird einen gauz anderen Charalt
gen als der Kaiser Wilhelms und des Prasidenter
ees. Weder Bürgerwehr noch Militär wird auf
Die berihne Graade Place vor dem Rathaus sol
nd ber mir Viumen geschmüctt werden. Imn
findet ein Konzert statt, an dem nur Damen mi
Ein Zug vonwe getleideen Schulmädchen wird
sien uͤnd von jeder Schule werden zwei Kinder
vor der Königen von Holland und der Koniainet
gien niedersegen.
Nen erte 10. Juni. Gome z. der Sob
Prasidenten von Cu b'a. hat sich von New⸗ Yorl
den Krẽnungẽseierlichkeiten nach London begeben.
New⸗NYork, 10. Juni. Die „New⸗Port Time
die Verzösßerung der Besetzung des Botschaf
stenn s in Berhen se darin zu suchen, daß die der
gierung betreffs einer vorgeschlagenen Persönlichte
deutet habe, diese sei ihr nicht genehm
Mexiko. 10 Juni. Die chinesische Gesandt
tersuchte die Angelegenheit der Tötung von 30
nesen in Torreon (Mexilo) und erklärt, die
hätten nicht den geringsten Anlaß zu einer Pr⸗
egeben. Chinn verlangt eine Entichädigung.
London, 9. Juni. Aus Newyork wird hie
graphiert: Die durch das Erdbeben in ver
mexikanischen Gebieten angerichteten Verwüstunge
viet größer, als man anfunglich glaubte. Ein—
Anzahl Städte und Dörfer, wurden zerstörne Die
fälle betragen 1300. Davon kommen 600 auf
In der Hauptstadt Mexiko sind 172 Tote festgest
den. Die Vulkane Colima umd Popocatepetl befi
in heftiger Ausbruchs⸗Tätigkeit. Die Törfer ri
sind verlassen. Die Insel auf dem See. Xochin
vom Waffer verschlungen sein. Wobei hunderte dd
schen umkamen. In Guadalajara sluͤrzte die gre
ein, in welcher fich eine Anzahl Bilder von Mr
fanden. Viele Einwohner wurden getötet, als sie
Prozession mit einem Bilde der Jungsrau Maria.
Straßen zoͤgen. Der Gesamtschaden beträgt
von Dollars. Man glaubt daß die ganze- G
Unglücks noch nicht bekannt ist.
London, 9. Juni. Durch den Zusammen
Birkbeck⸗Banck sind viele kleine Leute geschädie
Gestern in den späten Adendstunden haiten fich
von Personen vor dem Gebäude der Bank eingef
in dasselbe einzudringen versuchten, jedoch von d
zurückgehalten wurden. Vor dem Bankgebäude
bewegten Szenen ab. Eine Frau hat ihre gesa
sparnisse von etwa 1000 Me. verloren, mit de
wenigen Tagen mit ihrer Familie nach Ameriko
wollte. Einer der Polizeibeamten, die vor der
Ordnung aufrecht zu halten hatten, gehörte eb
den Kunden der Bank und betrauert den Ver
Ersparnisse. Der Gesamtverlust wird von Ein
7786,000 Pfund berechnet während die Bank selb
daß er sich höchstens auf 260.000 Pfund belau
Die Direktion der Bank erklärt in eiuem Run
daß der Zusammenbruch auf die Finanzpolitiked
wärtigen Schatzkanzlers Lloyd George zurückzu
namentlich auf den Rückgang des Kurses der
Staatspapiere, in denen die Bank einen großen
Depositen angelegt habe. In Wirklichteit scheint
Falissement eine Nachwehe des Ansturmes auf d
sein, der im vorigem Jahre gelegentlich des Zusamn
des kleinen Darlehns⸗Institutes Sherring Groß
folgte. Damals sol die Bank in wenigen Tage:
onen Mk. Depositen zurückgezahlt haben. Dai
wurde damals von der Vank von England untersti
vor der Wohnung des Direktors der Bank kam
zu einigen Ansammlungen, die aber ebenfalls ve
lizei leicht zerstreut werden konnten.
Konstantinopel, 9. Juni. Der montengri
schäfts raͤger besuchte gesiern den Minister des
Rifaat Pascha und versicherte ihm, daß die Ge—
Mobilmachungen und Rüstungen Montenegros
erfunden wären. Es sei der Wunsch Monten
der Türkei nicht etwa Krieg zu führen. sonder
Friedeu zu leben.
Petersburg, 9. Juni. Der Kanzleidirektor
kehrsministeriums Kammerherr Pallow, wu
Aemter enthoben und zur derichtlichen Verantn
zogen. Er soll sich Erpressungen und der Ann⸗
Schmiergeldern schuldig gemacht haben.
Tokio, 10. Juni. Die Militärflieger, Haup
kusuwa und Leutnannt Ito, stürzten aus betächt
mit einem Flugapparatab und konnten nur als
Platze getragen werden. 7
Rtewyork, 9. Juni. Nach einer Meldung
hork Times aus Mexiko sind bei dem Erdt
Menschen umgekommen, davon 500 allein ir
α ATTATD-..
 Der Mikßhold ...

2Der Holzhacker Kienfspan ha—
zen Tag im Regen gearbeitet und freut sich, al
kommt, auf die warme Stube und die warme S
er hat die Rechnung ohne den Wirt gemawt.
ruft hinterm Ofen vor: „Schorsch, is kei“ Wasser
du an de Brunnen und hol's, — dir macht
doch nix mehr, du bischt iggt doch emol naß!“ 9
nimmt den Kübel, läßt ihn voll laufen, kon
schüttet ihn der Ftau über den Kopf und sagt:
tel, jetzt bischt du so naß wie ich; jeßzt kannid
dei“ Wasser leber holel“
Verschnappt. Ach, mein Herr, b
mir doch was ab! Ich hab' heut noch nicht
MNeine Mutter ist im Krankenhaus und mein
Befängnis, und wenn ich kein Geld nach G
dann prüdgeln mich beide durch“

?4
            
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