Full text : Dudweiler Zeitung

zayl der Telegtaphenanstalten t Stati
ir ourch die verschiedene e der d see 88
Megee— die Lange der Drähte in rein graphischer Form
—V———
er gꝰ jedes einzelne Land zur Darfiellung gelͤnge Rich
e inp Deutschland die kolonialen Telegra
wapeden Ansial en mit 7710 Km. Drähten), ebenei
 England; in Indien besinden sich nanm ich al ei—
812.Telegtah henanstalten und 154 024 am. Drähle v
usbau des Telegrapbennebes der Erde shreuer alzehr
Deeeaere Weise vorwärts; besonders bemer—
* as bedeutende Telegraphennetz Japans, wel—⸗
pz.heute schon 3461 Anftalten ind 176 231n dravp⸗
88 qherd nas sind hierve alse diebirgsteile des In—
u. a as der i
n Sachal n * o dormee er Waniiche Anie
— —
Vermischtes.
Die Laufbahn eines Lorbeerkranzes. Die ‚„Münch
ser dieuesten Nachrichten“ erzählen folgendes Geschichtchen:
zn Lindau am Bodensee hat vor einigen Tagen ein Rezi—
alionsabend statigesunden. Es war das zweite Mal seit
er Besiedelung des Lindeneilandes, daß ein bekannter Dar⸗
jeller mit wohltönender Stimme und musterhafter Ausprache
 etwas vortrug. Was? — das wissen wir leider
icht. War's Manfred“, war's „Enoch Arden“, war's
as „Hexenlied?“ Gleichviel, der Rezitator griff mächtig
n die Harfe des Gesühls und riß das Publikum zu schwär⸗
nender Begeisterung hin. Voll tieser Rührung überreichte
er liebenswürdige Bürgermeister der schönen Inselstadt
em Vortragenden einen riesigen Lorbeerkranz mit schöner
Vidmungsschleise aus Atlasseide. Der Gefeierte ließ sich
as Zeugnis der Verehrung in das Hotel tragen, in dem
r abgestiegen war. Andern Tags fuhr er wieder nach
zause. — Den Kranz ließ er liegen; nur die Schleife ging
nit. Was macht man auch mit 365 Lorbeerkränzen im
Jahr?.. Der Hauskrecht des Hotels entdeckte das ver—
mjamte Symbol des Ruhms. Hausknechte haben meisi
in tiefes Empfinden. Eine Idee erleuchtete Johanns
hirn. Würde doch morgen sein bester Freund, ein könig—
ich bayerischer Dienstmann und Noffertraͤger, begraben wer⸗
den. Johanns Entschluß war rasch gefaßt und ausge—
ührt. Am nächsten Tage prangte der Lorbeer auf dem
zarge des Dienstmanns. Ein paar Pfingstrosen schmückten
as eintoönige Grün. — Man versichert jetzt, die Stadtbe⸗
Hrde werde in Zukunft mit Lorbeerspenden sehr zurück
Jjaltend sein oder wenigstens auf der Rückseite der Schleife
no Inschrift anbringen lassen: Nicht für Begräbniszwecke!
Ein Drosselpaar, welches es verstanden hat, mit ei⸗
jem Polizeipräsidium und der Oberpostdirektion fertig zu
verden und diesen beiden sonst ziemlich strengen Behörden
jegenüber seinen Willen durchzusetzen, besitzt Schöne⸗
erg. In einer Laterne über der Hofgartentür des dor
igen Polizepräffdiums in der Hauptstraße 107 hatte ein
Dosselpaar genistet. Ein Reporter hatte dieses kaum drei
Neter über dem Erdboden befindliche Familienidyll ent
secht und schleunigst in eine dortige Zestung gebracht. Di
Folge dieset Indiskretion war, daß das brütende Drossel
veihchen tagtäglich durch viele Hunderte von Besuchern in
hrer nutzbringenden Beschäftigung gestört wurde. Die bei—
»en Vögel bauten nunmehr kaum einen Meter von der
daterne entsernt ihr Nest auf einem breiten durch die
hsomer führenden Telephondrahtgestänge unter einer Zu—
ringerhecke aufs neue. Damit war jedoch die Postbehörde
uicht einverstanden und zweimal wurde das Nest entfernt.
ha jedoch das halsstarrige Drossespaar das Nest zum
ritten Male an die er Sitelle fertig baute und die Vögel
sie fünf Eier nach dem neuen Heim hinübergeschafft hat⸗
en, so gab Exzellenz von Kraetke nach. Die Telephonar—⸗
zeiter erhielien die Anweisung, bei Reparaturarbeiten an
»en Le'tungen das Nest nicht zu zerstören, und so durfte
das geplagte Drosselpaar in Zukunft nicht mehr gestört
verden. Vor kurzem ind nun 5 Junge ausgeschlüpft, die
zon dem Drosselpaar fleibig gefüttert werden, sodaß sie in
nächster Zeit berets das vom Postfiskus rechtlich erwor⸗
ene Heim werden verlassen können.
Die beste Sängerin der Vogelwelt. Oft hört man
ie Meinung äußern, daß die exotische Vogelwelt zwar
eich sei an schimmernden Farben und auffallenden For—
nen, daß ihr aber im wesent ichen die köstlichsie Eigen.
chaft unserer heimischen Gefiederten fehle, das, was den
ßogel eigentlich erst unteem Herzen lieb und wert macht,
ein seelenvoller Geao ven it es frei ich richtig, daß
iele gerade der am schönsten gefärbten tropischen Vöoge
n Stelle des Gesanges nur lurze, oft mehr eigenartig
ls wohllcuiende Ruse haben, und doch ist nichts falsche
18 eine vorschnelle Verallgemeinerung der angeführten Be—
auptung. In einem als Buchbeilage des „Kosmos“ er
chienenen Werichen, betitelt „Vögel fremder Länder“ schreib
)x. Kurt Kloericke: „Gerade derjenige Vogel, den ich nock
ber unsere Sängerkönigin Nachtigall stellen möchte, ist ein
lusländer. Ich meine die in den verworrensten Dschun—
eldickichten Indiens heimische Schamadrossel. Ungesellig
ind menschenscheu führt dort der elegant und rassig g
aute, schön gefärbte und durch einen langen Schwanz
wsgezeichnete Vogel ein verborgenes und geheimnisvolles
dasein, wobei er sich mehr auf dem Boden als im Ge—
weig berumtreiben soll. Gegen Abend aber läkt er sei—
—

en nachge —WME ab nd alle 'Bor yinter ihm
er und treuzfuchtig gewesen, daß sie ihn nie haben erwi⸗
chen können, ich selber aber bin feit der Zeit verdrossen her⸗
imgegangen und hab' allen Zorn und alle Gall' in mich
ineingeschluckt, und am liebsten ist es mir gewesen zu der
Umzeit, wo ich oft wochenlang keinen Menschen zu Gesich
riegt hab'. Und einmal ...
Sie schwieg, als ginge ihr der Atem aus oder als
nüsse sie sich zusammennehmen, über das, was folgen soll⸗
e, hinwegzukommen; auch Kuni lauschte so regungslos,
»aß man die Fliegen summen hörte.
„Einmal,“ fuhr die Erzählerin fort, „einmal, es ist
chon auswärts gegangen, da bin ich hinauf gen Alm und
vollt' in unserem Kaser nachsehn, ob nichts zu richten wär',
veil doch die Zeit, wo man das Vieh auftreibt, nimmer
veit war.“
„Es ist schon hübsch schneefrei gewesen,“ flüsterte die
dranle, in ihrer Erzählung fortfahrend, „nur diemalen in
»en Gräben und Gähwinden ist noch der Schnee gelegen,
ind wie ich von der Alm heruntergeh', da lauft mir der
zursch in aler Hitzen und in vollem Rennen schier in die
dänd' hinein und an mir vordei, als wenn er mich seine⸗
rebtag' nie gesehen hätt'. In mir ist es heiß aufgestiegen
»aß es ihm nit einmal der Müh' wert gewesen ist, mich zr
rüßen; er has sich mit seinem Springstock über eine klein
tlamm in die Felsen hineingeschwung' und eh' ich mich
echt besonnen hab', sind schon die Jäger vor mir gestan
en, die ihn versprengt und gesucht haben. Ob ich den Holz
iartl nir gesehn hab'? haben sie mich gefragt; ich hab' ni
eantwortet darauf, aber die Achseln hab' ich gezogen und
ach dem Gewöändt hingeschaut und bin meinet Wege ge
zan en. Am ande en Tag' hat's geheißen, daß der Holz
nartl am Fuß von einem Gevändt ist tot gefunden wor
»en. Die Jäger halen ihn dahin versprengt; da muß e
nif einer Eisglaben ausgerutschi und abgefallen sein. Jo
ab' ihn nit verraten,“ schloß sie nach kurzem Innehalten
ich bin nit schuld daran, und doch kann ich's nit verwin
en. Ohne mich lebet er vielleicht noch heut' und hätt' ni
dnall und Fall fortgemußt in die Ewigkeit und weg vor
Veib und Kind.“
tuni schauderte und schluchzte laut auf.
„Um wen weinst so bitterlich?“ rief die Kranke wild
Am ihn oder mich? Er hat doch den bessern Teil. Di
veichherzig's Ding; ich bin seither herumgegangen wie in
raum und hab' keine gute Stund' mehr gehabt. Ich bir

ten werthin erschauenden und uvetraschend merovienrerchen
ge?ang ertönen. der diese wundervollen Einöden mit einer
Fülle von Lieblichleit übergießt und eine geradezu zauber
safte Wirkung auf den Hörer ausübt. Mag jein, daß ihre
ehle nur ausnahmsweise so süß klagende, so rührend
chluchzende Strophen entquellen wie Philomelen, aber da⸗
ür übertrifft sie diese unendlich an Kombinationsgabe und
MNelodienreichtum Der Gesang der Nachtigall besteht aus
efst gegliederten, siets wiederlehrenden Strophen, aber bei
zer Schamadrossel kann man niemals fagen, was jetzt
olgt, und täglich fast überrascht sie uns mit neuen, bis
ahin niemals vorgetragenen Touren. Wahrend ich diese
Jeilen schreibe, singt eine Schama im Käfig neben mei
em Arbeitstisch; seit zwei Taden erst schlagen die Buch
inken draußen im Garten, und sofort hat sie sich deren
alivollen Schlag zu eigen gemacht und bringt ihn nun in
olcher Vollendung, daß ich mich beim ersten Anhören selbs
iuschen ließ. Ihr Nachahmungstalent ist überhaupt er
aunlich groß. und man kann sich deshalb die vollendeit
en Gesangskimstler erziehen, wenn man der Schama lau
xagute Sänger als Zimmergenossen gibt. Geradezu er
aunlich ist der Umfarg ihrer Stimme und deren wunder
oll zarte Abtönung vom leisen Liebesgeflüster bis zum
tbelnden Fortissimo. Freilich kommt gerade bei der Scha
ia die alte Wahrheit zur Geltung, daß bei guten Sing
ögeln die Begabung individuell sehr verschieden ist, da
h neben hervorragenden Künstlern immer auch Stümper
unden. Wer aber eine gesanglich gut begabte Schama sein
gen nennt, der besitzt meiner Ueberzeugung nach das Ideal
mes Käfigvogels, denn mit ihren gesangl'chen Talenter
rreinen sich noch schöne Färbung und angenehme Figur
dunterkeit. Klugheit, Zahmheit, Anspruchs osigkeit und Aus
auer, um diesen Indier zu einem solchen zu machen. Fer
er hat auch die Tierpsychologie an der Schama ein sehr
inkbares Bevbachtungsobiekt, denn sie ist bei ihrem neu
ierigen, kampflustigen, erregbaren und jähzornigen Cha
akter geradezu ein Schulbeispiel für das sanguinische Tem
erament in der Vogelwelt.“
Wenn die Kinder am Tische sind. Ich sehe eben
m Morgenblatt‘, begann Herr Meier an dem Frühstücks—
isch, „aß — — — ZIn meinem Kakao ist viel zu viel
stilch“, rief das jüngste Mitglied der Familie. — „Ich
ese eben im Morgenblatt“, fing der Familieworstand von
euem an, „daß die — —“ — Müllers Haus soll wie
er verkauft werden, Mutter“, sagte die älteste Tochter
sich habe heute morgen das Plakat im Vorgarten gese⸗
en. Ich glaube nicht, daß Müllers in die Ferien gehen
önnen, wenn bis dahin das Haus nicht verkauft ist
Vas wolltest Du sagen, Vater?“ — Ich sehe im Mor.
enblatt, daß die Regierung — — — So im doch lang.
am, Willi“, sagte die zweite Tochter Else zu ihren
leinen Bruder, „Du stopfst ja wie ein Ferkel. Und mach
icht solch Geräusch mit Deinen Lippen.“ — Aber Kin—
er, so schümt Euch doch“, sagte Frau Meier vorwurfs
oll. „Was war das, Papa, was Du im Morgenblatt
esehen hast?“ Aber Herr Meier warf die Zeitung auf
3 „Buchstaben!“ sagte er wütend, „gib das Salz
erüber.“
Die Last der Krone. Im Hinblick auf die bevor⸗
ehende Krönung des Königs von England erinnert der
Figaro“ daran. daß der verstorbene König Edward sei
jerzeit in das Krönungszeremoniell einige Pausen hatte
inschieben lassen, während deren er sich in die Salriste
er Westminsierabtei zurückziehen und sich der schweren Las
er Krone, die mehr als zwei Kilogramm wiegt, wenig
ens auf einige Augenblicke entledigen konnte. Während
ner solchen Pause bemerkte er lächelnd zu seiner Umgeb—
ing: „Man spricht so viel von der Last einer Krone; wi
e aber zu drücken vermag, weiß keiner von allen der
dichtern und Philosophen, die darüber geredet und ge
hrieben haben.“ Im Zusammenhange damit wird von
er „Frkf. Zig.“ darauf hingewiesen, daß auch die alte
eutsche Kaiserlrone ein unertraͤgeiches Gewicht besaß. Se
endet sich in einer Beschreibung der Krönung des Kur
ürsten Karl Albrecht von Bayern zum Kaiser Karl 7., di
m Januar 1742 in Franksurt stattfand, die ausdrückl'ch
zemerkung, daß der damals schwer leidende Herrscher von,
em Gewicht der Krone fast erdrückt worden sei, und das
esonders beim Krönungsmahle auf dem Römer die dei
daiser umgelenden Kurfürsten mit wachsender Besorgni⸗—
auf den totenbleichen Mann gesehen hätten, dem de
Zzchweiß ftromweise unter der Krone hervorrann und de
‚eden Augenblick unter der schweren Laft zusammenzubre
hen drohte.
Was Amerika sich den Panamakanal kosten läßzi
Interessante Details über den Bau des vielberufenen Pa
iamakanals gibt R. Heinrich in einem Artikel der bekann
en Zeitschrist Ueber Land und Meer“. Man liest da
Als sich in Amerika das Großmachtsgefühl stärker ent
vickeste, als man den Gedanken eines kriegerischen Streit
alls mit der Front gegen Asien oder Europa oder beide.
ugleich schärfer ins Auge faßte, wurde der Durchführun—
es Panamalanal⸗Problems der Boden geebnet. Der Pa—
amakanal wurde zum militärischen Unternehmen. Die Re
ierung der Vereinigten Staaten nahm den Bau in die
dand, nachdem man im Prinzip sich für die Schaffung el
er abkürzenden Verbindang durch Mittelamerika ausge
prochen hatte. Für die weitschichtigen Arbeiter sind auße
em höheren technischen Personal ungefähr 5000 Arbetien
jötig. Es beweist den weiten Blick der Amerikaner, daß
ie zu alererst daran gegangen sind, das Klima zu ver—
esern. Man erklärte das erst für unmöglich. Aber —

nwendig versteint und verbeint worden, wie das Gewand
'on dem er abgefallen ist.“
„Und die Feindschaft und den Haß habt Ihr mit her
iingetragen, Bas'l?“ fragte Kuni entsetzt. „Habt Ihr Euch
nie nach der Wittib und den armen Waiseln erkundigt?“
„Die sind längst alle gut aufgehoben in der Ewigleit,“
sagte die Kranke haum hörbar.
„Und die Feindschaft und den Haß,“ begann Kuni wie
der, „wollt Ihr auch mitnehmen in die Ewigkeit?“
Die Alte faßte nach ihrer Hand und sah ihr lange in'
hvesichr; in ihren Augen ward es helle, wie lange nicht
nehr. Ein Gedanke fank wie ein Lichtftrahl in ihre todes
mnachtete Seele. „Ich will es nicht tun,“ sagte sie dann
Dir zu Liebe, Kuni, will ich es nicht tun; mache dort da⸗
ilte Wandkäftle auf und gib mir die Schachtel her, die Dr
arin findest! Da sieh her!“ fuhr sie fort, als Kuni ihr da
berlangte gereicht hatte, „das da ist mein Gebeibuch; e⸗
t wohl schon alt; die Blatier sind schon abgerissen und
raun, und die großen Buchstaben hat man jetzt auch ni
ehr, aber es ist ein Erbstüe von meiner Mutter und soll
n Andenlken an mich und sie sein, weil Du doch sonst et
as von mir nicht annehmen willst.“
urt nabm mit danlbarer Regung das alte unscheinbae
 Buch — dabei fiel etwas aus demselben, was sie nich
ogleich zu erkennen vermochte.
Es war ein halbverrostetes, an beiden Enden etwas
ingeborenes Stücschen Eisendraht, an welchem einige Kü—
Achen wie Korallen angefaßt waren.
„Wunderst Dich, was das vorftellen soll?“ fragte die
ranle mit sichtbarer Erschöpfung und mühsamen Absätzen
An dem Weg, wo es zu dem Gewändt hinein geht, wo en
bgefallen ist, da steht ein Marterl an der Straß', wie e⸗
rauch ist. Unter dem Bilde war der Draht mit den Ro—
ukranz⸗Korallen, damit die Leut', die vorbeigehn, für den
ͤerunglückten beten können. ... Ich hab' sie weggemacht —
h hab' nicht haben wollen, daß die Leut' beten sollten für
en Menschen, der so schlecht war, und dem ich so feind ge⸗
»ejen bin... Willst mir was versprechen, Kuni, und wilasi
s halten?“
„So gewiß, wie ich meine Mutter selig in Ebhren hal
„So nimm den Traht — sobald Du kannst, geh' in die
erg — suche das Mar erl auf — mach' den Korallen wie
r hin — bet' für ihn ein Vaterunser — und für mich aud
181*

merikanischen Gesundheitsingenieure haben bewiesen, ba
8 möglich war Und diese gesundheitstechnische Leistun
st v'e leicht noch höherer Achtung würdig, als die eigen
iche bautechnische Leiftung. 13 Millionen Quadratmete
Interholz hat man ausgerodet, um die Stechmückenplag
u beseitigen. 1 Million Quadratmeter sumpfiges Lan
st eutsgeschüttet worden, 25 Millionen Quadraimeter Gra
ourden verbrannt, an die 100 Kilometer Graäben gezogen
uf alle Wasserläufe wurde während der Regenzeit Oe
der Petroleum gegossen. Auf diese Weise ist die Stech
nücke in der Tat so gut wie ausgerottet worden Malarie
ehört jetzt zu den Seltenheiten. Typhus und ühnlich
krankheiten sind durch Verbesserung der Trinkwasserbehält
isse wirtsam bekämpft worden, außerdem haben ausge
ehnte Hospitalanlagen mit etwa 2000 Beulen und die
nassenhafte Erbauung gesunder Wohnungen uswa es so
deit gebracht, daß das einst so verrusene Panama eine ge⸗
ingere Sterblichkeit aufweist, als die meisten Hafenftäble
Nexikos und des südlichen Nordamerika. Wenn alle Arbei—
en fortschreiten wie bisher, wird der Kanal 1915 dem
Weltverkehr übergeben werden können.“

Schwerer Unglücksfall. Ein schwerer Unglücksfall
ereignete sich in der Apparate-Abteilung der Allgemeinen
ẽleltrizitäts-Gesellschaft in Berlin in der Ackecstraße
zm Maschinenhaus war der b2jährige Maler Weiß mit
Instreicher⸗Arbeiten beschäftigt. Durch ein Versehen trat en
uf dem Gerüst ehl und fiel auf die 10 000 Volt stark
lektrische Leineng, an der er mit den Füßen hängen blieb
Zu seiner Befresuma mußte erst der Strom ausge'chalte;
imb damu der ganze Betrieb still gelegt werben, wodurd
ine ganze Reihe von Stoclungen hervorgerusen wurden.
dem Verunglücten waren beide Beine und der Unke Arm
anzlich verbrannt. Nachdem man ihm in der Fabril
inen Nowerband angelegt hatie, wurde er ins Kranken
aus gebracht, doch haben die Aerzte wenig Hoffumg, ihn
m Leben zu erhalten.
Waldbrand. Spielende Kinder verurfachien bdurd
entzünden von Reisig (men Waldbrand in der Berline
Jungfernhaide. Es mußten Soldaten requiriert werden
ie mit dem Aufschülten von Gräben beichäffigt wurden
Nan hofft. dadurch des Brandes Herr zu werden.
Selbstmord. In Pots dam verübie der Alar
Michaelis der 6. Esladron des 1. Garde⸗Ulamen⸗Regiment⸗
Zelbstmord, weil er keinen Pfingfturlanbe erhalten hatte
rr brachte sich mit einem Karabiner so schwere Verlehun
jen bei, daß er bald nach seiner Einlieferung ins Garni
on⸗Lazarett verstarb.
Weitere Haussuchungen. Auch in Moskanu ha—
en jetzt auf Veranlassung des Senators Medem bei Han—
elssirmen, die Lieferanten der sibirischen Eisenbahn wa—
en, Haussuchungen stattgefunden. Die Moskauer wie die
zetersburger Haussuchungen bezwecken, bestechliche Beamte
mfzufinden. da die Bestechungssummen meistens in den
Jeschäftsbüchern vermerkt sind.
Unglücksfall. In Käiew ist von einem Neubau der
3. Stock abgestürzt und fiel auf ein hölzernes Nebenhaus,
das vollstaändig zerstört wurde. Ein Student wurde geis
et, 7 weitere Bewohner schwer verletzt.
Wagenunfall. Aus Paris wird berichtet: Infolge
ines Achsenbruches stürzte ein Omnibus der Linie Made.
aine⸗Bastille auf dem Republil⸗Platz um. 22 Personen
ourden hierbei verletzt.
Vom Blitz erschlagen. Im Gebirge in der Nähe
»es Badeortes Uriago bei Grenoble schlug der Blitz
n eine Abteilung dort übender Artillerie. Ein Unteroffi
ier wurde gæetötet, ein Offizier und sechs Soldaien
erwundet.
Sturm auf dem Meere. Aus Sebastopol wirt
herichtet: Auf dem Schwarzen Meere wütet ein Sturm,
»er die planmäßige Schiffahrt unmöglich macht. —X
Zchiffssunfülle sind vorgekommen.
Keine Cholera? Nach der Agenzia Stefanis ist vas
Berücht. daß in Venedig die Cholera herrsche, durch
aus falsch. — In Stambul sind zwei neue Faͤlle vor
Tholera zu verzeichnen, einer verlief vödlisch.
Richters Gefangenschaft. Die Zeißwerke in Jend
erhielten die Nachricht, daß die Banditen, die den In
genieur Richter entführten, in ihrem Schlupfwinkel aufge
spiirt und von türkischen Truppen umzingelt seien; dod
wage man nicht vorzugehen, da man sonsi für Richters Le
ben fürchtet. — Eine weitere Nachricht aus Saloniki be
sagt: Die Verhandlungen wegen der Freilassung Richter
ourften noch einige Tage in Anspruch nehmen. Die Höh
des Lösegeldes ist noch unbekannt, da man noch keine Füh
kiug mit den Räubern hat. Auch die prinzipielle Frage
ob d'ie tilrtische Regierung das Lösegeld trägt, ist noch un
mtschieden. Indessen verlautet an zuständiger Stelle, dah
die Regierung beret sei, das Lösegeld zu tragen. Inzwi
schen wurde die Verfolgung der Räuber im Jnieresse Rich
ers ganz abgebrochen. — Wie in Konstantinopel verlau
tet, sollen die Räuber, die Richter entführten, auf griechi
scches Gebiet übergesreten sein.
Mordtat der Kurden. Nach einer teleg aphischen
Meldung aus Bitlis an das armenische Patriarchai ha
ben die Kurden 8 Armenier, darunter einen Priester getö
Vie seltene Gabe entglitt der Hand der Zurüdsinlen
den. Kuni faßte dieselbe und drückte sie zum Zeichen des
vzelöbnisses an den Mund.
Die Kranle lächelte. „Jetzt wird mir erst leicht,“ hauch
te sie, „jetzt spür ich gar nit mehr, daß mir noch etwas
veh tut....Oh ... so leicht.“
Und es wurde ihr leicht — sie wandre sich etwas zu
Zeite und schloß die Augen wie zum Schlase. Sie ver
tahm und gewahrte nicht mehr, daß Kuni erschreckt di
dausgenossen rief, daß man der Sitte gemäß die Sterbe
erzen anzündete und alles in der Stube niederkniete, un
der sich befreienden Seele ein Gebet mit zum Geleit zu ge
3v—

Mit diesem Tode hatten alle Verhältnisse und insbe
ondere Kunis Stellung zu derselben eine ebenso plötzlich
oie durchgreifende Umgestaltung erfahren — was sie an den
Irt gesesselt hatte, war gelöst, und das Betragen der so un
rwartet zum Besitz gelommenen lachenden Erben war nich
darnach angetan, sie durch neue Verbindungen festzuhalten
Rbwohl der Vorsteher ihnen mit Nachdruck begreiflich mach
e, daß sie den unerwarteten Wohlstand nur Kunis gün
tigem Einfluß auf die Verstorbene schuldeten, fanden si
ich doch keineswegs zu besonderem Dank verpjflichtet — hat
en sie doch nur, was ihnen nach ihrer Meinung ohnehin
zebührte, und die reiche Base, meinten sie, habe nicht mehi
lIs ihre Schuldigleit getan, wenn sie die armen Vetterr
ticht beraubte. Sie ließen sogar ziemlich deutlich merken.
zaß sie an solche unbegreifliche Uneigennützigkeit nicht glaub
en und fest überzeugt wären, Kuni habe sich durch heim—
liche Vorwegnahme irgendeiner Kostbarkeit entschädigt, du
nehr wert sei, als der ganze übrige Plünder zusammenge
tommen. Wie ein einfallerder Ameisenschwarm drangen sie
n alle Räume und Behältnisse und durchwühlten, was der
Fleiß und die Sorge so vieler Jahre aufgehäuft hatten
Immer unzufrieden mit dem gefundenen, fingen sie unter—
einander zu schel'en, zu tellen und zu feilschen an, unbe
sümmert darum, daß die Spenderin alles dessen noch kaun
erkaltet, in der Kammer nebenan unter dem Leintuche aut
dem Schragen lag. Mißtrauisch besah und durchblätterte
»er Haupterbe das mit Neugier beobachtete Gebetbuch Ku—
zi's, und vor allem betrachtete er den Eisendraht mit der
dorallen und verständigre sich durch Augenwinken mit sei
en Genossen, daß das wohl nichts anderes sein könne
ls irgend ein Zaubermittel, wie der Erdspiegel oder de
ʒchlüssel von Apollonia

et. Der Trischlag ereignete sich im Gebirge. Wer
riarch erhob bei der Piorte Proiest.
Gegen die Schanklokale. Ter New-PNYorler Sta
Atzisen Kommissär Farley will im ganzen Staate *3
britRazzias auf Schank'okale ohne Konzesston a
en Man glaubt, daß deren etwa 10 000 besiehen.
Scyadenfeuer. Die Baumwollfabrik „Alta Ita
in Paderno ist durch einen Brand zerstört worden.
Schaden beträgt 800 000 Lire. Die Firma ist versohen
Pest. Die Seebehörde in Triest gibt bekannt, 7
tachdem in Bahrein am Persischen Golf die Pest«
gebrochen ist, Provenienzen von dort den sanitären
stimmungen un erworfen und darnach behandelt werden
Zur Eutführung Richters. Ueber das Schicksal
Ingenieur Richter sind keine neuen Nachrichten einget
fen. Die ganze Umgebung des Orltes der Entführung
von Truppen be'etzt, die in lleinen Truppen die Räu
Iu beschleichen juchen, um sie in ihrem Versteck zu ü
rumpen und Richter zu besresen. Diese Operationen
dingen natürlich große Vorsicht und sind nur äußerst la
sam durchzuführen. Der Minister des Innern bestäti
daß man den Ausenthalt Richlers noch nicht kennt. Ti
dem man in mazgebenden Kreisen die Abneigung der
gierung, mit den Räubern zu paltieren, versteht, befü
let man. daß diese durch irgend einen Zwisfhenfall Ket—
nis von der Verfolgungsaktion erlangen und einen
waltalt begehen könnten. J
150 Personen getötet. Der amerikanische Gesan
N Mangqua ielte dem Staatsdepartement mit, daß
ver Explosion in Manaqua 150 Personen umgekommen s
Ptan glaubt, daß es sich um eim gegen die Regierung
cichtetes Verbrechen handelt. F
Ein deutscher Legionär. Aus Oran wird ber
let: Ein junger deutscher Legionär, der in Ain Sefra
Dienst stand, lud sich in einem Wutanfall darüber, daß
nicht seinent Wunsch gemäß dem Marokko⸗Expeditio
orps zugeteilt war, sein Schilderhaus auf den Rüde
hleuderte es in einen Fluß und machte auch sein
ehr unbrauchbar. Der Legionär wird deshalb vor
triegẽgericht gestellt werden..... —

Vokales und Vermischtes.
Pfingsten. In des Lenzes vollster Blütenpracht 7
ten wir in diesem Jahre unsere Pfingsten feiern. Pfin
ist ja auch im Grunde genommen das eigentliche Frühlt
fest — in höherem Maße als das Osterfest, welches
wöhnlich noch, unter der Herrschaft des“ zu Ende neige
Winters steht. Un so ist denn Pfingsten?auch die
wo alles hinaus in den grünen blühenden Wald eilt,
mächtig die majestätischen Eichen rauschen. Eine wohltu
Stimmung regt üch in unserm Empfinden beim D
treifen unserer herrlichenJ heimischen Waldungen.
Rauschen der Bäume, das Säuseln des Laudes, dasẽ
—A
men, den warmen Scheingder, Sonne: das sind Arz
der Seele, wie sie keine Heilanstalt mit allem Komfort
betet. — Der erste Pfingsttag kargte etwas mit Son
chein, und doch war es ein schöner herrlicher Tag, b
ders geschaffen für die; Ausflügler, denn die Wolken
die Sonne verhüllten beschattetenihren Wegehdund ersp
manchen Schweistropfen. Gegen abend waren die
und Straßenbahnen vollgespropf von Ausflüglern. S
daß unsere herrlichel Waldungen so wenig von auswär
Spaziergängern besucht werden. Können wie doch
an Sehenswürdigkeiten so manches bieten, z. 8
„Brennenden Berg.“ Dieser dürfte doch gewiß für F
weit interessanter sein, als manche Ruine, die nach
vollen Bergsteige erreicht wird und dann weiter
als den Anblick vier alter morschen Mauern bietet
eönnten wir eine ganzef Reihe recht dankbarer P
ringen. — Der zweite Pfingsttag brachte etwas
Sonnenschein als der erste.“ Am Mittage setzte plötzi
jeftiges Gewitter ein, das sich aber alsbald wieder
ohne weiteren Schaden' anzurichten. Aus heiteren H
blinzente nunmehr wieder unsere liebe alte Sonne au
Erdenbürgern hernieder und brachte manches verst
Bemüt in ein heiteres Temperament. Für unsere
ustige Jugend begann gegen Abend das Hauptvergn
Alles in Allem ist alles gut verlaufen, es war ein se
jerrliches Pfingstfest!
Schlägerei. Gestern abend gegen 6einhalb Uhr
tand in der giesigen Sudstraße zwischen einem zuger
Schreinergesellen aus, Kaiserslautern und einer Dirne
der Stadt ein Streit, welcher eine großejMenschenanj
lung herbeiführte. Mit Fäusten schlugen beide aufein
ein und' belegten sich“ gegenseitig mit kaum wiederzug
den Kosenamen. Ein hinzukommender Polizeibe—
wollte dem Streit ein Ende machen, wurde aber von
Frauenzimmer tätlich angegriffen. Erst mit vieler
konnten die beiden Rauflustigen überwältigte und zur
zeiwache“ gebracht werden.
Ueberfahren wurde gestern nachmittag gegen Lei
Uhr imk Stadtbezirk St. Johann an der Einmündung
Fuͤrstenftraße in die Bahnhofstraße ein in den mit
Jahren stehender Mann von einer Droschke. Als der?
die Straßenkreuzung pafssieren wollte, kam eine mit
Pferden bespannte Droschke in“ schnellem Tempo her
ahren, der Mann wurde von den Pferden angeran⸗
Boden geworfengund! von der nachfolgenden Droschke
halb des Oberschenkel überfahren. Als der Kutscher
welches Unheil er angerichtet hatte, trieb er durch
schenhiebe die Pferde zu schnellerer Gangart an, ohr
in irgend einer Weise um den Verunglückten zu küm
Von ihn verfolgenden Passanten wurde er jedoch ir
oberen Bahnhofstraße eingeholt sdund einem Schut
übergeben.
Die Schießmeister sämtlicher staatlichen G
desSaarreviers werden auf Veranlassung der K
ichen Bergwerksdirektion zurzeit nach der Versuchs
——
an der Hand praktischer Versuche ein Vortrag übe
Befährlichkeit der— Schlagwetter uund des Kohlenstaube
der Schießarbeit gehalten wird. Nach einer kurzer
klärung der verschiedenen beim Grubenbetriebr verwend
Sprenstoffe werden einige, mit Gelatine-Dynamit
Schwarzpulver eingeleitete Schlagwetter⸗ undz Kohlen
Fxplosionen vorgeführt, um die verheerenden Wirk
solcher Explosionen den mit Schießarbeit vertrauten
sonen vor Augen zu führen. Um nun derartigen
strophen in der Grube vorzubeugen, wurde etwas
auf die richtige Anwendung und Ausführung der —
arbeit eingegangen. Es wurde gezeigt, daß ein überl⸗
Schuß smit . Sicherheitssprengstoff — die ISicherheit
Sprengstoffe geht nur bis zu einer gewissen Gre
benfalls imstande ist, Schlagwetter und Kohlenstar
ünden; während bei einer vorschriftsmäßigen Ladun
Schlagwetter⸗ und Kohlenstaub⸗Entzündung nicht meb
ritt. Ferner wurde durch Versuche veranschaulicht,
zroße Rolle der Besatz bei der Schießarbeit spielt.
ehen von der guten Wirkung des Schusses, hat der
n sicherheitlicher Beziehung eine noch weit wichtige'
deutung. So vermochte eine hohe Dynamitladun
einem gut ausgeführten Lettenbesatz Schlagwette;
dohlenstaub nicht zu entzunden, während ein zu ger
chlecht ausgeführter Besatz regelmäßig Explosione
rief. Ferner wurde durch Versuche gezeigt, daß
            
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