Full text : Dudweiler Zeitung

er wurde am Abend des 22. Zzanuar verhaßet. seb: bard
aber wieder sreizesalsen, da man keinen Anhaliscuntt ge⸗
gen ihn sand. Dagegen wurden dann Marten und Fidel
verhaftet. Der 22jahr'ge Unteroffizier Franz Marten und
dessen Schwager, der 30iährige Serdeaut und Quarüern
meister Gustav Hickel wurden darauf vom Kriegsgericht
und in der letzten zweiten Verhandnung vor dem Ober—
kriegsgericht wegen mangelnder Beweise sreige prochen In
der ersten Verhandlung vor dem Oher!riegsger:ch‘ wurde
Marten zum Tode verurteilt, Hickel fre'g sprochen. Marten
erllärte in seinem letzten Schlußwort kurz vor dem
letzten Freispruch: „Ich bekenne vor Gott und der ganzen
deutschen Nation. daß mein Gewissen rein ist. Ich schwöre
bei Gott deim Allmäcbügen und Allwissenden. daß ich voltändig
 unschuldig bin. Ich wiederhole diesen Schwur, ?o
wahr ein Gott im Himmel ist. Gott ist meln Zeuge, daß
sch den Herrn Riitmeister nicht erschossen hobe; ich würde
mich schämen, die Gnade meines Kaifers anzurufen, wenn
nein Gewissen nicht rein wäre“

Oie Selbstbezichtigung des Arbeiters Fischer, den Nitt
meister von Krosig! seinerzeit erschossen zu haben, ist nahe
zu haltlos geworden. Fischer hat überhaupt nicht in Gum
zinnen gedient, sondern bei der 2. Estadron des 11. Dro—
zönerregiments in Stallupönen. Es ist ferner sestgestelbe,
aß Fischer an dem Mordtage Stallupönen nicht verlassen
sat, er somit als Täter nicht in Frage kommt. Die Stamm—
olle des Esladron des Rittmeisters von Krosigk weist in
zent Mordjahr überhaupt keinen Namen Fischer auf.

Lokales und Vermischtes.
Der Aberglaube unter den russischen Bauern.
Der Hang zum Mystizismus iit ein typisches Zeichen der
russischen Landbevölkerung, findet aber seinen Widerhall auch
n manchen Ers heinungen des Lebens der Hauptstädte Man
lese die köstlichen „Erinnerungen aus meinem Jägerleben,
von Turgenjef, um einen Emblick zu tun in die Welt von
guten und bösen Hausgeistern, Elfen und Waldschraten, die
noch heute in der Phantasie des Bauers den russischen Wald
hevölkern, die Dörfer beschützen und bedrohen..
Vor kurzem heirateie eine Bäuerin in der Nähe Peters—
»urgs, die Witwe mit vier Kindern war, von neuem Doer
weite Mann bekümmerte sich wenig um die Wirtschaft und
ieß seine Frau die Feldarbeit besorgen. Iwan aber blieb
zu Haus und genoß das gute Leben auf Kosten des Ver—
nögens der jungen Frau. Freilich, die Kinder waren ihm
ierbei im Wege, ihrer mußte er sich entledigen, und er
»eschloß, sie umzubringen. Als die Bäuerin eines Tages
»om Felde heimkam, fand sie das Jüngste tot im Bett mit
Würgemalen liegen, ebenso ihren Mann stöhnend in seinem
Bett. Winselnd erzählte Iwan der Bäuerin. daß der Geist
—D—
ie zweite Heirat gedroht habe, alle Kinder ecster Ehe zu
»rwürgen, dann habe er das Jüngste getötet und sich auf
Iwan gestürzt. BRur das Zeichen des heiligen Kreuzes habe
den Bösen gebannt.
Die entsetzte Bäuerin übertrug Iwan den Schutz der
inderen drei Kinder, da er ja nun wisse, wie der raben—
Ȋterliche Geist ihres Seligen zu bannen sei, doch iiehe da,
im nächsten Tage war auch das zweite Kind erwürgt Es
yatte jedoch noch im Sterben der Mutter gesagt, der Stief⸗—
dater hade es getötet. „Natürlich“, war dessen schnelle
Ausrede, „dein Peter will mich Unglücklichen eben ganz ver—
nichten und nimmt meine Gestalt an, damit ich dann der
Mörder sein sol und du keinen Mann mehr hast.“ Der
letzte Hinweis genügte, alle Zweifel der Bäuerin zu zerstreuen,
zumal beinah in jedem Hause des Dorfes bestätigt wurde,
daß der Geist Peters mit allerlei schauerlichen Attributen
angetan, gesehen worden sei. Auch die Polizei glaubte an
JIwans Geisterseherei, nur die Statsanwalischaft traute der
Sache nicht und ließ das Haus beobachten. Und richtig,
eines Tages stürzt eines der noch lebenden Kinder schreiend,
„mein Vater will mich totschlagen“, auf die Straße, gefolgt
»on Iwan, der einen großen Stein in der Handd hatte.
Roch bei seiner Festnahme versuchte er, die Rolle des Ge—
penstes zu spfeten, doch man schleppte ihn vor den Kadi,
vo sich erwies, daß er nicht der bise Geist, sondern der
eibhafte Iwan war.
Man nehme doch nir eine Zeitung, z. B. die Nowoje
Wremja zur Haund. Ginze —3palten sind gefüllt mit An—
—
Preise sich erbieten, „die ganze Zukunst“ — , die Chancen
üc geschiftli he Abschlüsse“ usw. vorauszusagen. Nach einer
Stati iik des Polizeipräsidenten von Petersburg sind allein
267 Wihrsager polize lich angemeidet, 269 von ihnen sind
Indier, Perser, Griechen, Türken und audere Orientalen,
aur 58 Russer. Einige von ihnen verdienen 400 bis 600
Rubel im Monat und ein halbes Hundert Besucher am
Tage ist keine Selten
Personalnachrichten aus dem Bergwerksdirektion—
zezirk Saarbrücken. Der Kohlenmesser Wilhelm Maurer
des Vergwerks Bon der Deydt wird auf seinen Antrag zum
. Februar ds. Is. in den Ruhestand versetz' — Der Gruben—
vächter Heinrich Reif des Bergwerks Von der Heydt ist vom
Februar ds Is. ab zum Kohlenmesser ernannt worden
Thalia-⸗Theater. „Sein Doppelgänger“, der urkomische
an tollsten Verwechslungen und Irreführnngen so reiche
zaktige Schwank von Hennequin und Duval, wird am
Sonntag nachmittag zu kleinen Preisen gegeben. — Als
Abendvorstellung geht „der fidele Bauer“ über die Bühne,
dem wir keine Empfehlung mit auf den Weg zu geber
brauchen.
Wetterbericht. Eine von Island vordringende neue
Depression wird den hohen Druck der gestern im Wester
lag, nach dem Kontinent herein drängen, sodaß die Wirk—
ang der Ausläufer der nordwestlichen Depression wieder
aufgehoben wird.
Voraussichtliche Witterung: Zunächst noch weitere
SZcyneefälle, dann wieder Ausklären und kälter.
Saarbrücken, 12. Jan. Vor dem Schwurgerichte
atte sich heute der Kaufniann Robert Schwarz aus Saar—
drücken wegen Tötung der Verkäuserin Anmna Kern zu
verantworten. Den Vorsitz in der Verhandlung führt
Herr Landgerichtsdirekior Mangnus. Die Anklage wurd
von Herrn Staats inwalt Kleinjung vertreten. Die Verte;-—
»igung führte Herr Rechtsanwalt Steegmann. Am Abende
»es“ 15. Juli durcheilte die Nachricht die Stadt, daß an
»er Yorkstraße am Winterberge die Verkänferin Anna
dern von ihrem Bräutigam mit einem Revolver erschossen
vorden sei. Die Nachricht bestätigte fich. Als Täter wurde
inmittelbar nach der Tat der Angeklagte verhaftet. Er ist
im 15. Februar 1886 im Schnappach geboren. Von 12
dindern der Familie war er das fünfte. Drei Mal war
er in der Irrenanstvl, in Merzig untergebracht. Der An⸗
zeklagte gibt folgende Darstellung von dem Vorfalle am
5. Juli abends. Die Kern habe ihm erklärt, ihre Mut—
er würde sie einsperren nund totschlagen. wenn sie den
Verkehr mit ihm aufgeben würde. Viese Nachricht habe
hn derart ergriffea, daß er za Hause einen Krampfanfall
ei seiner Mutter erlitten habe. Hierauf sei er auf Anra
seiner Mutter in die frische Luft gegangen. Auf sich
anen habe er sich erst in der Bahnhofstraße in St
inn. Es sei dann nach dem Modegeschäfte Junk in
ziktorlastraße gegangen und habe sich mit seiner Brau
crhcl. . Nach Heschaẽ hlußz habe c5
AIf un*

aAnterwegs habe seine BSrau ihm ihr Herz ausge'chüttet,
welche Schwierigkeiten die Angehörigen ihr wegen des
Verhältnisses mit ihm machen. Hierauf habe er seiter
zraut erklärt, er ertrage diesen Zustand nicht länger. Er
zehme sich das Leben. Daraufhin hobe seine Braut ihn
imklammert. Hierauf habe er anscheinend in einer großen
Erregung die Pistole aus der Tasche gezogen und geschos—
en. Was dann vorgegangen sei, wisse er nicht; erst auf
der Potizeiwache sei er wieder zur Besinnung gekommen
Den Revolver habe er noch getragen zu seiner Beruhigung.
ẽr habe stets das Gesfühl gehabt, daß er bedroht sei.
Unter keinen Umständen habe er die Absicht gehabt, die
inna Kern, welche er von Herzen liebgewonnen hatte, zu
chießen, geschweige denn zu töten. Hiermit war die Ver—
iehmung des Angeklagten beendet. Hierauf begann die
zeugenvernehmung Nach dem Zeugenverhör und dem
Hutachten der sachverständigen Aerzte hod der Verteidiger
des Angeklagten in einer längeren meisterhaften Rede all—
Momente hervor, welche zu Gunsten des Angeklagen spra—
hen. Nach kurzer Beratung verkündete der Obmann der
Beschworenen, daß der Angeklagte des Totschlages schuldig
ei. Gleichzeitig wurden milderrde Umstände zugebilligt.
der Vertreter der Anklage beantrage zwei Jahre Gefäng
riis unter Anrechuung der Untersuchungshaft. — Herr
Rechtsanwal? Steegmanu trat für das Mindeststrafmaß
on 6 Monaten ein. Das Urtlil lautete auf eine Gefäng—
isstrafe von einem Jahre Gleichzeitig wurden dem An—
zeklagten 5 Monate und 14 Tage Untersuchungshaft au
die Strafe in Anrechnung gebracht. Strasmildernd wurde
n der Urteilsbegründung hervorgehoben, daß der Angeklagte
nicht aus rohen Motiven gehandelt habe. Strafverschärfend
am in Betracht, daß durch die Tat ein blühendes Men—
chenleben vernichtet worden sei. Der. Angeklagte erkannte
as Urteil nicht an.
Saarbrücken, 12. Jan. Vermißt werden seit gestern
ibend 4 kleine Kinder aus der Hubert Müllerstraße im
ztadtbezirk Burbach im Alter von 3Z26 Jahren. Die
Fleinen haben zusammen gespielt und sind dann anschei—
iend davon gelaufen. Trotzdem die Angehörigen der Kin—
der die ganze Nacht nach ihnen suchten, war es bis heute
»ormtttag noch nicht möglich, eine Spur ausfindig zu
nachen

s Soliugen, 13. Jan. (SVeichtsinunigeEltern.)
der fünfiährige Sohn einer Familie zu Wald ließ, als e—
llein im Zimmer anwesend war, eine brennende Petro—
eumlampe fallen. Die Lampe explodierte, die Kleider
es Knaben fingen Feuer, und dieser trug, bevor Hilfse
am, so schwere Brandwunden am ganzen Körper davon.
zaß er nach kurzer Zeit starb.
* Ohligs, 13. Jan. Geistesgestörte Morde
»inn.) In Meerscheid hat eine ältere Frau ihr 18 jähri—
ges Enkelktind in einem Waschfaß ertränkt. Die Frau gab
in, daß sie die Tat ausgeführt habe, weil sich die Eltern
»es Kindes nicht vertrügen. Anscheinend ist die Mörderin
geistesgestört.
* Langenfseld, 13. Jan. Ginbrecher.) Eine ver—
vegene Einbrecherbande treibt im unteren Kreise Solin
zen ihr Unwesen. Nachdem in den letzten Wochen in Wies—
dorf zwei Kirchendiebstähle stattgefunden haben, sind an—
cheinend die gleichen Personen — die Art, wie sie „ar—
eiteten“, war die gleiche — in verflossener Nacht in das
siesige Rathaus eingedrungen, haben sämtliche Türen der
zureaus erbrochen, dann die Schlösser der Pulte, und al—
es Bargeld — mehrere hundert Mark — mitgenommen
Ein Erbschaftsprozesz. Vor dem Berliner Landge—
icht 1 siand ani Freitag Termin an in dem Prozeß we—
en der Millionenerbschaft, den die Familie Brandt ge—
en den Grasen Scholto Douglas führt. Es waren etwa
ierzig Interessenten aus allen Teilen des Reiches anwe—
end. Graf Donglas bestritt persönlich alle Ansprüche der
lager. Als deren Vertreter, R.eA. Bahn, das Wort zu
ner Erklaärung ergreisen wollte, wurde es ihm vom Vor—
tze den verweitzert. Darauf lehnte der Rechtsanwalt den
anzen Gerichtshof wegen Befangenheit ab. Die Verhand—
ung mußte daher vertagt werden.
Starke Kälte. In Nordtirol herrscht starkler Frost.
ßei Bärwald wurde ein Bauer und bei Sterzin ein Ar—
»eter erirzren au gefunden.
Cholera. In denm belgischen Grenzorte Dolhain, der
mmistelbar an der preußischen Greuze liegt, sind zwei
holeraverdüchtige Fähe vorgekommen. Die Meinung der
Nerzte geht dahln, daß es sich um wirkliche Cholera han—
delt. Von den Beherden sind die umfasserdsten Vor—
ichtsmaßregein an geordnet worden.
Sturm und Schiffsunfälle. Bei sehr stürmischem
Wetter ist der Danmpfer „Maria Ruß“ in der Nähe des
zeuerschifses bei Norderney untergegangen. Der Dampser
Aatte bereits Havarie etlit'en. Sie hatte die Ladung
her Bord gespült. Auf die Notsignale der „Maria Ruß“
ing ein Loͤtsen Schoner ab, vermochte jedoch wegen schwe—
er See nicht an den Dampsfer heranzukommen. Schon
gte sich die „Maria Ruß“ vollständig zur Seite. Gegen
Uhr morgens wurde ein Rettungsboot von Deck der
Maria NRuf von den Wellen ins Meer gerissen. Dret
Janun der Besabung sprangen dem Bogte nach und es
elang ihnen, sich darauf zu retten. Sie langten gluͤcllich
a Blemtrhaven an. Gegen 45 Uhr Morgens sank der
dampfer samt der übrigen 12 Mann der Besatzung. —
uch aus Brest, Cherbourg und Dünkirchen wird gemel—
»et, daß sich infnlge des heftigen Sturmes eine großé
Anzah! Schifse in Gesahr befinden. — Der Südwesisturm
trieb bei Lüben ein Trajettschiff und Motorboet auf der
Grund. Infsolgedessen ist der Post- und Personenverkehn
iuf der In et eingestellt worden.
Strenger Winter. In den serbischen Bergen sind
gewaltige Schneemasen niedergegangen. Im Gebviet der
Morawa licgt der Shhnee mehrere Meter hoch. Die Wölse
13hem sich infr!'gedessen in ganzen Rudeln den menschli—
hen Wotnungen um in die Ställe einzusrechen und Vieh
u rauben. Der Verkehr ist allenthalben gestört.
Hotelbrand. Seit Freiteg 5 Uhr steht das große
dotel Continental in Montrcur in Flammen. Die Hoiel
njassen wurden gerettet. dagegen iit das Reisegepäck ver—
ren.
o Peary nicht am Nordpol. Die Washingtoner Ex—
erten, welche die Prüsung der Tosumente des Kom—
nandanten Peary vorgewnommen haben, erklären, daß
ßeary den Nordpol nicht erreicht hat. Er sei ungefähr
6 bis 20 Kilometer vom Pol entsernt eeblieben.
Vom Erdbeben. Die Nachrichten aus Wernyi lau—
in wesentlich schlimmer als die ossiziellen Angaben. Dit
Nehrzahl der Einwohner haust danach unter freiem Him—
el und leidet äußerste Not. Ueberall klafsen Spalten und
erdtrichter, alle Pulverkeller sind versunken. Es herrsch.
charser Frost. Auf dem Wege nach Prschewalk liegen Hun
Irte von Leichen. Alle Dörfer sind zerstört. Die Post
traßen sind vielfach verschüttet. Stellenweise klaffen die
zpalten von 15 Meter Breite. In Tokmak liegen mas—
ihaft unbestattete Leichen

Neueste Nachrichten und Telegramme.
Heidelberg, 13. Jan. Gestern Abend erlitt der“ be—
ihmte Staatsrechtslehrer und Reklor der Heidelberger
niversität, Geheimer Hofrat Prokessor Dr. Georg“ Jelinek
einer Wohnung einen Schlaganfall, der während der
acht lt. Heidelberger Tageblatt den Tod zur Folge hatte.
Hersweiler, 12. Jan. Von einem bedauerlichen Un—
ucksfall wurde gestern abend gegen7 Uhr der 12jährige
einr nahen

UIif

Friedhofes gekommen war, kam ihm eine Selterswasser—
uhre entgegen. Der Junge wisch zur Seite aus, der
Wagen kam ins Rutschen warf den Knaben um und über—
uhr ihn. Außerdem ging der Gartenzaun in Stücke. Auf
Aie Hilferufe eilten Leute herbei und schafften den Verletzten
 zu einem in der Nähe wohnenden Arzte, von wo aus
er in die elterliche Wohnung gebracht wurde. Der Knabe
trug hauptsächlich eine schwere Verletzung am Fuße und eine
—VV
dern, daß die steil abfallende glatte Straße nicht besser mit
Asche bestreut wird. Für Wagen ist die Stelle fast un—
»dassierbar. Es ist noch zu bemerker, daß der Wagenführer
ich schleunigst aus dem Staube machte, ohne erkannt zu
verden.
SBrüssel, 13. Jan. Ein seltsamer Unglücksfall ereignete
ich gestern Nachmittag in Eckeren bei Antwerpen. Dort
varen in einem Hause 12 Personen einer Familie um das
Sterbelager einer eben verschiedenen Angehörigen versam—
nelt, als ein Krachen sich vernehmen ließ und der Fuß—
»oden mit allen Anwesenden, der Leiche und den Möbeln
in den darunter liegenden Keller versank. Fast alle Per—
onen wurden erheblich verletzt.
Brüssel, 13. Jan. Tie Vereinigung der Lütticher Berg—
beiter beschloß gestern Abend die Foitsezung des Aus—
tandes bis die Grubenbesiße auf die Intervention des
dandelsministers geantwortet hagen. Die Zahl eea Aus—
tändigen betrug heute Morgen 24,800.
London, 13. Jan. Die Times berichtet aus Bombay
Blutige Zusammenstöße kennzeichneten die gestrigen Fest—
lichkeiten in Bombay, welche anläßlich der großen Prozessi—
onen stattfanden. Die Truppen mußten einberufen werden
und die Lage nahm einen sehr dedrohlichen Eharakter an,
da das Militär von den Waffen Gebrauch machen mußte.
Bei dem Kampf wurden 18 Personen getötet und 24 ver—
letzt.
Innsbruck, 13. Jan. In Nordtirol herrscht starker
Frost. Bei Värwald wurde ein Bauer unnd bei Sterzin
ein Arbeiter erfroren aufgefunden.
Amsterdam, 14. Jan. Ein entlassener Schiffskoch na—
nens Sigried hat aus Rache über seine Arbeitslosigkert mit
einem Schustermesser eines der berühmtesten Gemelde der
Welt, Rembrants „Nachtwache“, durch mehrere Schnitte
zeschädigt, der Mann wurde sofort nach der Tat im Mu—
eum festgenommen.
Köln, 14. Jan. Zwischen einem Schüler der Köln.
Maschienenbau⸗-Schule und einem Bonner Studenten der
Medizin fand in einem Walde bei Zodenberg ein Pistolenduell
tatt, bei dem ersterer verwundet wurde. Der Gegner ist
Jeflüchtet.

ind Frankreich die Grundlage fur die Verhand'u
eiden Seiten bilden müsse. Die ersten Worte, wen
Potsdam gewechselt wurden, brachten denn auch zum
»xuck, daß nicht an der Allianz gerührt woe den solle
Der Minisiter verwahrte sich schließlich dagegen,
man ihm den Vorwurf gemacht habe, er habe sich enm.
mal einer ungerecht'ertigten Ruhe hingegeben und
nicht immer die Ereignisse mit der nötigen Aufmerkss
derfolgt, um sofort einzugreisen. Das sei nicht ri
Das polit sche Leben sei heute derart wechselvoll, da
der Diplomatie unmöglich wäre, nicht beständig zu
achten, zu wachen und zu handeln. Die französischen
»lomasen haben gerade deshalb das Vertrauen der
errungen, weil sie stets wachsam, aber anch ftets loya
wesen sind. Man darf nicht vergessen. daß eine let
and nervöse Diplomatie noch kene wahsame und ?a
cigere Diplomatie ist. Der Minister schließt: Es gibt
zwei Ddinge, von denen die Erfoge der Diptomasen
höner. Es lann kene auswäcrt ie PRoletik a macht
den ohne die Zustemmiung der Natien: weder in M
hien, noch in enner Revublit kann ein Krieg ageführt
den gegen den Willen der öfsent'ichen Meineung und
stüsicht auf die öffenttiche Meinunmist eine nicht ge
Barantie des Weltfriedens Die zweite unent 'ehrliche
antie für eine wirk?ame Dipfomatie sei die Störke
Landes. und deskasb müsse »as VParlament der Reg'
die Mittel bewillegen, deren ie bedürse, überzeug!,
dann die Diplomatsen nicht wenizer weitsichtig undev
tisch sein werden

* * F »»
Thalio Theater Saarbrüc
Sonnteg, den 15. Jan., nachmittags 4 ilhr.
Kabale und Liebe, ein bürgerliches Trau
von F. von Schiller.
Abends 8,10 Uhr:
Der fidele Bauer, Operette in 1 Vorspiel
Akten von Leo Foss

Evangelischer Gottesdienst.
2. Sonntag nach Epiphanias, den 156. Januar 18
dollekte für die Instandsetzung der Kirche in
Kreis Kreuznach).
Dudweiler:
8.30 Uhr Pfarrer Trommershausen.
10.— Uhr Psarrer Schmidt.
11. 16' Uhr Christenlehre derselbe.
Herrensohr:
8. 39 Uhr.
10.30 Uhr. Christenlehre.
icht lichten wird.

New York, 14. Jan. Präjsident Taft ist peinlich be
ührt von dem Wiederaussleben der antijapanilchern
Agitation in Kalifornien und droht seinen Einflu
ir die Abhaltung einer Welt-Aussiellung in New-Orlean—t
att in San Francisco in die Wagschale zu wersen, sallt
ie Agitation nicht aufhört.
OQuito, 14. Jan. Emilio Estra da wurde zum
zräsidenten der Republik Ecuador gewählt. Er tritt awm
.September sein Amt an.
Mexiko, 14. Jan. Das Angebot einer Amnestie an
ie mexitanischen Insurgenten ist erfolglos geblieben. Leß—
ere liefern den Truppen zahlreiche Scharmützel. In einen
zefecht unweit Comstock verlor das Militär 40 Mann.
— JME C———
Arbeiterbewegung.
Ztreiks der Handels-Angestellten, Eisenbahner und
Bergarbeiter.
Lüttich, 13. Jan. Die Manifestation in Lüttich,
ie die Streikführung für Dienstag Mittag angesetzt hatte,
utwickelte sich zu einer imposanten Kundgebung. Von 11
lhr vormittags an strömten von rechts und links der
staaß in geordneten Zügen die Bergarbeiter mit Frauen
ind Kindern nach Lüttich, wo sie sich auf den äußeren
zoulevards versammelten. Etwa 40 000 Menschen desi—
erten während 14 Stunden in den Haupistraßen der
ztadt. Rote Fahnen wehten im Zuge und mehrere Mu—
ftorpẽ marschierten in diesem. Die Arbeiter sangen die
zuternationale. Vom Ballfon des Volkshauses hielten
deputierte Ansprachen. in denen sie zur Besonnenheit
nahnten. Sie erklärten, daß die öffentliche Meinung für
zie Sache der Arbeiter gewonnen sei. Unter dem Druck
ieser Meinung würden die Arbeitgeber nachgeben. Trotz
er ungeheuren Menschenansammlung kam es nirgendst zu
tuhestörungen. Die Polizei hatte keinen Anlaß einzu⸗
chreiten.

ArbeiterUerel
Vudweller.

—

Morgen Sonntag Nachmittag 4 Uhr
—
Probe der Spieler
m Lokale Lorenz Galdes)
Zu zah lreiches und punkliches Erscheinen bir
der Vorstan
Zerantwortlich, de redannonelen Teũ Ar hur Unter 7
und für Anzeigenteil Karl Unterkel!
——

ruñ
7

Paris, 13. Jan. Das „Journal“ meldet aus Mu
id: Von der portugiesischen Grenze wird gemeldet, daß
— die sireikenden
ortugiesischen Eisenbahner zu ersetzen. Die Züge treffen
licht mehr an der Grenze ein. Auch der Süd-Expreß hat
rissabon nicht verlassen können. Nur der Postdienft voll—
og sich in normaler Weise.
Madrid, 13. Jan. Nach den letzten offiziellen
Neldungen dauert der Generalstreik in Portugal bei voll—
täündiger Aufrechterhaltung der Ordnung fort. Von Baja—
doz ging ein von portugiesischen Beamten geführten Eisen—
»ahnzug mit Postsachen, jedoch ohne Passagiere ab.
*
Wien. 13. Jan. Der Verband der Gastwirts- und
daffeehausgehiljen beschloß in einer abgehaltenen Ver—
ammlung, Vorbere tungen für einen allgemeinen Streik
u treffen. Der Tag, an dem der Streitk beginnen soll,
wird in einer besonderen Versammilung festgestellt werden
Pichon über das deutsch⸗rufssiche
Abkommen.
In der Kammerdebatte über die auswärtigen Bezieh
ingen Frankreichs machte der Minister des Aeußeren, Pi—
hon, folgende Ausführungen über die Votsdamer Verein—
darungen:
Unsere Allianz mit Rußland, sagt er, ist ebenso starl
ind ebenso lebendig, wie sie jemals war. Nichts hat sich
Jeändert, weder in unserer Orientierung, noch in unseren
Endziele. Man hat die Rede des deutschen Reichskanzler?
iber die Zusammenkunft in Potsdam zum Vorwand ge
nommen, um die Hypothese aufzustellen, als habe sie
etwas in dem Verhältnis Rußlands zu uns geändert
Aber wenn man sich die Mühe gibt, die Rede von Beth
mann-Hollweg in ihrem genauen Wortlaut zu lesen, st
sieht man, daß das nicht wahr ist, und daß ihr Inhal
von den Zeimngen und von den Kommentatoren entsiell
worden ist. Der Zweck unserer ganzen traditionsmäßiger
Politik ist die Erhaltung des Status quo im Orient, unt
gerade das hat Bethmann-Hollweg in seiner Rede aner
kannt. Aber gerade auch deshalb war es ganz natürlich
daß Rußland sich mit Deutschland über die Erhaliung de⸗
Status quo verständigen konnte, ohne uns Unrecht zu tun
denn wenn die Möglichkeit verschwindet, daß es weger
Persien zu einem Konslitt zwischen Rußland und Deutsch
land kommt. so verschwindet auch für uns eine Möglich
teit von Beunruhigung. Wir haben also gar keine
Brund, das russisch-deutsche Einvernehmen nicht mit Bei
all aufzunehmen. Im Gegenteil, die französische Diplo
matie darf sich sreuen, daß das Beispiel, das sie selbi
urch ihr Ablommen mit Deutschland über Marokko gege
»en hat, von Ruzland mit Vorteil befolgt worden ist
Was die Verhandlungen von Potsdam selöst anlanat, so
vurde die franzssische Regierung nicht von ihnen über
ascht. Sie haben 5ꝛ 3enes für die französische Re—
ier na man einver
ann and

——

d ve
As hilligste Getrünt
Kathreiners Malzkaffee.
Seit 20 Jahren bewährt.
AMerztlich empfohlen. 2
Der Sel moαtol

same Fraue
icket nur Stermoo

rangestern,
einste Sternwollen
3laustern
dotstern
F hochtfelne Sternwoli
ioletstern
ĩrünstern beste
raunstern s Konsum-sternwotlen
— — —
trümpfe und Socken aus Sternw
ind die biοM, we
lalibarkeit im Tragen unübert
— ———
* 3 7 .AMore-8ę

8

1b anatorium vildet gesuudes Blut und van
uskeln, Rnochen, Haare. Zahne ete., erzeugt Spannkra
aigkeit. Mangel an Nahrsalzen bringt rantheit
aher solten Kranke wie Gesunde tägsie nrsie
roschüre über den hohen, gesundheitlicuen
eziehen dureh atle Droo 24 4
resden-Radebeus
AlaSanatoriu it
            
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