Full text : Dudweiler Zeitung

Lokales und Vermischtes.
Berichtigung. In der Nr. vom 20. April dieser
zeitung stand ein Artikel über die gewerdl. Fortbildungschule,
 wonach jedermann die Ueberzeugung erhaälten muß,
die auch heute noch allgemein verbreitet ist) daß die an
der gewerdlichen Fortbildungsschule verteilten Prämien nur
oegen der Leistungen im Zeichenunterricht gegeben worden
vären. In diesem betreffenden Artikel ist cin großer Irr⸗
um unterlaufen, denn bei Festsetzung der Auszeichnung
'amen auch dte Leistungen im Deutsch- und Rechenuͤnter—
icht in Betracht, und es wurde besonders der Fleiß und
das Betragen in Erwägung gezogon.
Brandstiftung. Gestern abend brach wiederum und
war nachdem tags vorher ein Kellerbrand ausgehrochen
var, im Hause des Herrn Friseur Ewert ein Feuer aus.
Leute aus der Nachbarschaft sollen verschiedene Male einen
oerdächtig aussehenden Kerl beobachtet haben, der sich in
der Nähe des Hauses zu schaffen machte — Dank genü⸗
zender Aufmerksamkeit war es möglich, das Feuer auf
einen Herde zu beschränken. Hoffentlich gelingt es bald
»es Brandstifters habhaft zu werden.
Polizeibericht. Zur Anzeige wurden gebracht: 1 Metzzer
 welcher den Handel mit Vieh ausübte, ohne im Besitze
ines Wandergewerbescheines zu sein; 3 Bergleute die
inen anberen Bergmann auf dem Wege zu seiner Woh—
tung überfielen und mißhandelten; 1 Bergmaun, der einen
inderen Bergmann mißhandelt haben soll; ein Gypser, der
ein stehendes Gewerbe ausübte, ohne die vorgeschriebene
inmeldung bewirkt zu haben; 1 unbekannte Person, die
nn Fischbach mehrere Einbrüche ausführte; 1 Bergmann,
velcher eine Ehefrau mißhandelte, bedrohte und beleidigte,
ich außerdem in deren Wohnung des Hausfriedensbruchs
chuldig machte; 1 unbekannte Person wegen Beleidigung;
Schlossergeselle der ein Mädchen mißhandeite und be—
leidigte; 1 Dienstmagd die eine Portemonaie mit Inhalt
zefunden und für sich behalten hat. Als gefunden gemel—
det wurde ein Portemonnaie mit Inhalt. Obdachlos haben
iich 5 Personen gemeldet. Im Verwahrlokal waren unter⸗
gebracht 8 Personen.
Gasvortrag. Der rührigen Leitung des hiesigen Gas—
verks ist es gelungen, eine Vortragsdame der Zentrale für
Basverwertung, Berlin, für einen allgemein verständlichen
Demonstrationsvortrag über: „Das Gas im Modernen
daushalt unter besonderer Berücksichtigung des Kochens
Bratens und Backens“ zu gewinnen. Die durch zahlreiche
Vortragsreisen geschulten und bekannten Rednerinnen be—
itzen in hohem Maße die Fähigkeit, in leichverständlicher
ind doch interessanter Weise die Vorzüge des Kochens,
zratens und Backens mit Gas an Hand moderner Appa—
ale eingehend zu besprechen. Während des Vortrages
verden Koch —, Brat — und Backversuche vorgenommen und
dostprohen gleichsam als Illustration kostenlos verabfolgt.
da die Küche der Zukunft eine Gasküche sein wiced, wollen
bir nicht verfehlen, allen Kreisen, besonders aber unseren
damen, diesen Vortrag angelegentlichst zu empfehlen.
Unfälle durch Gas. Im großen Publikum herrschen
ielfach übertriebene Vorstellungen über die Zahl der Un—⸗
älle die durch die sich neuerdinas immer mehr und mehr
inbürgernde Verwendung von Steinkohlengas verursacht
verden. In Wirklichkeit läuft aber der Gaskonsument nicht
nehr gefahren, als der welcher Elektrizität benutzt oder
zar Petroleum verwendet. Erfreulicherweise liegen gerade
nn dieser Richtung zwei neue Statistiken vor, die hierüver
nteressante Aufschlüsse geben. Wie für Amsterdam festge—
tellt wurde, betrug im Jahre 1909 die Zahl der durch
Petroleum verursachten Brände 161, während auf das
donto des Gases nur 61 Fälle kamen. Die große Feuer—
zefährlichkeit der Petroleumlampe, die von kinderreichen
Familien nur mit Vorsicht benutzt werden sollte, ist mit
in Grund, daß die Beoölkerung von Amsterdam dem Pe—
roleum wehr und mehr den Rücken kehrt. Noch im Jahre
1899 betrug der Konsum von Gas nur 68.6 Kubikmeter
»ro Kopf der Bevölkerung; heute beträgt er 145 Kubikneter,
 während in dem gleichen Zeitraum der Petroleum—
onsum um ein Viertel zurückgegangen ist. Aber auch der
plektrizität gegenüber kann das Gas sehr gut das Feld be—
aupten, wie aus einer Zusammenstellung des Preußischen
5tatistischen Landesamtes hervorgeht. Dieses berechnet für
»as Johr 1908 für Elektrizität eine Schadensumme von
3.8 Millionen Mark bei 394 Brandfällen, für Gas lediglich
eine Schadensumme von 645 736 Mark bei 923 Brand—
ällen. Die Gasbrände haben also nur ein Sechstel des
Wertes vernichtet, den die Elebtrizität zerstörte. Sie haben
augenscheinlich einen weit unschädlicheren Charakter, was
die amtlichen Zahlen erkennen lassen. Es ist weiter aber
noch zu berücksichtigen, daß die Verbreitung des Gases nach
der Zahl der Abgabestellen in Deutschland sicherlich fünf
nal fo groß ist w'e bei der Elektrizität; Gas und Elektrizität
önnten also als gleich gefährlich erst gelten, wenn Gas
ünf mal so viei Schaden anrichtete als Elektrizität.
Clarissas Tierbude auf dem Marktplatz. Interessante
tierdressuren sind Sonntag und Montag hier auf dem
Marktplatze zu sehen, die wohl einzig da stehen. — Die
Bärendressur ist von altersher bekannt; aber dressierte Wölfe
u sehen gibts nicht alle Tage. Ein Besuch bei Miß Clarissas
Tierbude auf dem Marktplatz ist sehr interessant. Die dressier⸗
en Tiere vollführen die schwierigsten Kunststücke. Aber auch
ie Bärendressur hat hier eine Höhe erreicht, die einem fasi
»as Gruseln beibringen könnte. Ein Ringkampf irgend
eines Besuchers mit einem großer Bären ist der neueste
Trick dieser Schaustellung. Der Bär wird immer Sieger.
Ver wagt's, wer riskiert's.
Eingesandt. Wir verweisen nochmals auf die morgen
Lbend 8 Uhr siattsindet Wohltätigkeitsvorstellung des
»aterl. Frauenvereins im Sagal Riedschy hier. Was die
Aufführung des vaterländischen Schauspiels „Schill und
eine Offiziere“ betrifft so kann mit Recht gesagt werden,
)aß es sich um eine wirklich mustergültige Veranstaltung
sjandelt, die ein jeder ansehen muß. Die Rollen liegen in
zuten Händen,. Die prachtvolle Ausstattung und die
virkungsvollen Kostüme und Uniformen von der Firma
Rothen in Saarbrücken sowie die Darbietungen der Berg—
'apelle werden dozu beitragen den Abend zu einem stim—
nungsvollen zu gestatten und kann der Besuch nur hestens
empfohlen werden.
Central⸗Kinematograph. Mit heutigem Tage voll—
ieht sich im Central-Kinematograph Dudweiler am Markt—
olatz wiederrum der Programmwechsel. Das neue Pro—
zramm setzt sich aus drei herrlichen Dramen, von denen
das Waisenkind, ein ergreifendes Lebensbild sowie das Ge—
jeimnis der Stahlkammer ein spannendes Dedektiv-Drama,
hesondere Erwähnung verdienen. Fritzchen lernt Rollschuh—
aufen, Fatale Aehnlichkeit und anderes mehr werden auf
zie Lachmuslein der Besucher ihre Wirkung nicht verfehlen.
Z3wei hervorragende Naturaufnahmen, der Schwan sowie
orwegische Felsenthäler, welche sich beide durch herrliche
zärbung und haarscharse Photopraphie auszeichnen, bilden
en wissenschaftlichen Teil des neuen Spielplans. Ein VBe—
ich ist daher nur zu empfehlen, zumal die Vorführung nur
me erstklassige il. Im übrigen verweisen wir auf die
nunonce in vorliegender
as Ergebnis vesn Naraerernrue,

amen und jungen Mädchen eingefammelten Geldern ad—
eschlossen worden. Es war keine Kleinigkeit, den Inhatt
on über 600 Sammelbüchsen zu zählen und das Ergebnis
enau festzustellen. Donach enthielten die Sammelbüchsen
und 18 9 Mk. aus Siiftungen und Konzerten wurden
000 Mt. vereinnahmt, während der Blumenverkauf an
beschäftsleute usp. etwa 3000 Mk. erbrachte. Die Gesamt-Zrutto-Einnahme
 des Blumentages beläuft sich also auf
22 500 Mtk. Das Ergebnis ist recht erfreulich, wenn auch
nancher wohl mit höheren Summen gerechnet haben mag.
Lergleicht man z B. die Ergebnisse der Blumentage in
underen Städten, so erscheint allerdings die Summe, die
ier aufgebracht wurde, nicht allzu günstig. So erbrachte
er Blumentag in Halle z B. 48 000 Mk., der in QOsna—
rück 42 000 Mk., der in Ruhrort 17 000 Mk. und der in
zeuthen etwa 10000 Mk. Ueberschluß. Man ersieht aus
iesen Zahlen, daß die Einnahmen aus Blumentagen auch
nter großen Schwankungen zu leiden haben, daß z. B.
Isnabrück 42500 Mk. aufbrachte, während die größeren
ztädte Ruhrort und Beuthen bedeutend kleinere Einnahmen
ufweisen. Wenn man bedenkt, daß von den 22 600 Mk.
iie in Saarbrücken gesammelt wurden, noch etwa 3—
1000 Mark Unfkosten abgehen, so bleiben wie im Verhält—
uis zu anderen Städten ziemlich erheblich zurück. Wir
zürfen dabei aber nicht vergessen, daß in unserer Stadt
echt viele minderbemittelte, und von diesem Gesichtspunkte
ius betrachtet, ist das Ergebnis doch noch erfreulich. Jeden—
alls gebührt den Damen, die äch in so uneigennützer Weise
nden Dienst der edlen Sache stellten, der Dank aller Be—
»ölkerungskreise, sie haben ein gutes Werk getan, das
scherlich seinen Segen bringen wird.
Konzert Morgen Sonntag findet im Gasthaus Aug.
Vunn großes Familienkonzert, ausgeführt von einer guten
rünstlerkapelle statt.
Saarbrücken, 10. Mai. Im November und Dezember
origen Jahres machte sich der Erdarbeiter Heinrich Willems
u Pickard an verschiedenen Tagen strafbarer Handlungen
chuldig. Am 12. November versetzte er dem Jakob Urnau
orsätzlich Fußtritte, am 23. November warf er wiederholt
ziergläser nach ihm und am 23. Dezember beleidigte der
Ingeklagte den Urnau schwer. Wegen beleidigung und
MNißhandlung, sowie wegen Uebertretung wurde vom Schöf—
engericht Saarlouis gegen Willems auf 7 Wochen Gesamt⸗
jefängnis erkannt. Nach der Beweisaufnahme fand die
on Willems erhobene Berufung kostenfällige Verwerfung.
— Am 21. November beleidigte die Ehefrau Nikolaus Adrian,
eborene Scherer zu Altenwald den dortigen pensionierten
zergmann Peter Scherer, ihren Bruder, und verletzte diesen
urch einen Schlag mit ihrem Regenschirm. Vom Schöffen—
ericht Sulzhach wurde gegen die Adrian auf Gefängnis—
trafe von 3 Wochen erkannt. Das Urteil fiel so milde
ius, weil die Beiden aus einem Gerichtstermin gekommen
varen und die Adrian sehr erbittert und erregt war. Die
zerufung der Angeschuldigten wird kostenfällig abgewiesen.
— Anläßlich eines Brandes im Hause des Kaufmannes
foseph Speicher zu Völklingen ergriff der Hüttenarbeiter
zhann Schültz die Gelegenheit und versuchte, sich ein Stück
zuchwaren an zueignen. Polizeisergeant Schuster nahm ihm
as Tuchstück weg. Schultz verfällt in die Mindeststrafe von
Monaten Gefängnis.
Saarbrücken, 12. Mai. Gestern abend gegen 6 Uhr
reignete sich an der Straßenkreuzung Kaiserstraße, Vikto—
astraße, Eilgutstraße, Königin Luisenstraße und Friedrich
Lilhelmstraße ein Straßenbahnunglück, das noch ver—
ältnis:näßig glimpflich abgelaufen ist. Zwischen dieser
ztelle und dem Bahnhof, in dem abschüssigen Teil der
beren Kaiserstraße, ist eine Ausweiche der Straßenbahn—
inie Bahnhof-St. Arnual. Um diese Zeit kam vom
zahnhof her ein Motorwagen, während der von St. Ar—
ual kommende Wagen noch nicht in die Ausweiche einge—
ihren war In diesem Fall mußte der obere Wagen in
er Ausweiche halten, um den anderen Wagen vorbeizu—
assen. Nun versagtr abee die Bremse an dem oberen
Vagen und dieser sauste nun immer schneller den Berg
iinab, durch die Ausweiche und stieß unten mit voller
Vucht gegen den von Saarbrücken kommenden Wagen.
der Anprall war furchtbar. Der von unten kommende
Wagen wurde bis in die Viktoriastraße zurückgeschleudert
ind der Anhängerwagen vollständig aus dem Gleise quer
iber die Straße geworfen. Die Fahrgäste hatten sich an—
zesichts der Katastrophe teilweise durch Abspringen in
Zicherheit gebracht, und es ist fast ein Wunder, daß nie—
nand ernstlich verlezßt wurde. Nur der eine Wagenführer
rlitt Verletzungen am Kopfe. Beide Wagen wurden jedoch
tark beschädigt. Auf den furchtbaren Knall hin war eine
‚zroße Menschenmenge zusammengelaufen, die noch lange
arnach die Unfallstelle umlagerte.
* Föln. 12. Mai. (Luftschiffverbot) Den
viederhoiten Vorste lungen gegenüber, daß auch Luftschifj⸗
ßassagieriahrten über Köln erlaubt sein sol'en, verhält sich
iie Behörde nach wie vor streng ableunend. Deshalo wird
nan sich jetzt nach dem Besuch des Kassers in Köln mit
iner Immediau Eingabe um Aufhebung des Verbotes au
en Monarchen wenden.
*Duüsseldorf, 12. Mai. (Großsfeuer.) Die Gebäude
er im Jahre 1908 gegründeten Rhenmühle Altien Ges
n Resshot; bei Düsseldorf sind vollständig abgebrannt. Ter
Irand entstand anscheinend durch Kurzschluß.
*Gießen, 12. Mai. (Statt den Doktortitel
us Gefangnis.) Ein junger Frantfur er Schauspie
er M. hatte an sechs verschiedenen Universitäten studiert
ind wollte gern die Doktorwürde erlangen. Er reichte zu
diesem Awecke bei der philofophischen Fakultat der Lan
esuniversitat zu Gießen eine Dissertation ein, unter der
iblichen vorgeschriebenen eidesstattlichen Versicherung, dab
r andere als in der Schrift selbst angegebene Hilfsmitte
licht berutt habe. Es stellte sich jedoch heraus, daß ir
er Schrist eine größere Anzahl von Stellen enthalter
»ar, die einem neueren Werle ohne Angabe der Quelle
ist wörtlich entnommen waren. M. hatte sich deshalb we
‚en Verletzung der Eiespflicht vor der Gießener Straf
ammer zu verantworten. Er gibt an, daß er das Wert
us dem die Stellen entnommen seien, überhaupt nicht ge
mut hade; er habe aber die Aufzeichnungen eines Freun
es benutzt, mit dem er öfters über das Thema verhan
ꝛelt habe; dieser habe vergessen, die betrefsenden Steller
a Anführungszeichen zu setzen und dadurch als Auszüg
ms einem fremden Werk kenntlich zu machen. Aber aud
iese Angabe vermag den Angeklagten nicht vor Strase zr
hützen. Das Urteil lautete, wie wir dem ‚Gieß. Anz.
utnehmen, auf einen Monat Gefängnis.
* Mannuheim, 12. Mai. Gewerblicher Kre—
ist.) Von hiesigen Banken und gewerblichen Verbänden
tein bemerlenswerter Versuch, kreditwürdi—
en Gewerbetreibenden einen für ihren Ge—
häftsbhetrieb hinreichenden Kredit zu verschaffen, in
ussicht genonimen. Das System beruht auf der Prüfung
er einzelnen Fälle durch ein engeres und ein weileres
domitee. Das engere, etwa aus drei Vertrauensmännern
us dem Handwerker- und Kaufmannsstande bestehend
omitee übernimmt die Vorprüfung. Ergibt diese, daf
er Gesuchsteller nicht als untüchtiger Geschäftsmann ode
hlechter Haushalter ohne weiteres abzuweisen ist, so e
ält die Treuhandgesellichaft Auftrag, eine genaue Prüj
ng der Bücher vorzunehmen, worauf dem weiteren Ko
iitee, das womöglich noch einen Angedörigen der Branch
ꝛs Gesuchstellers zuzieht, die Enticheldung obliegt Ar
rima einer Remeirci⸗.

—I

le Bant vyne wertrere Vennag dem Manne Kre
it. In einer demnächst stattfindenden Versammlung von
andwerlern und Kaufleuten soll die Organlisation Gestalit
men Die Treudandgefellschaft wird außerdem den
Sesuchftellern auf Bunsch zur Einrichtuug und Beitragung
der Bücher einen Beamten zur Verfügung fiellen und wer
serhin sin Buchhaltungsturses für Gewerbettei
dende geplant.
* Etra tzburg. 12. Mai. Gum Zwi
Die Studentenschaft hat in 38 I aae it
—
3 beim a r nachges i
——— h wane sucht und dieselbe auch
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Heiligenwald,!1. Mai. Geistesgestört wurde plötzlich
ie Frau eines Bergmannes. Sie zerschlug die ganze Küchen⸗
inrichtung und verließ dann unvollständig] bekleidet ihre
Wohnung. Obwohl mehrere Personen sosort die Verfol—
zung aufnahmen, wurde die Frau doch erst den anderer
Morgen gefunden und dann in Sicherheit gebracht.
Berlin, 13. Mai. Wie der „Vorwärtis“ mittelt beab
ichtigte die sozialdemokratische Fraktion des Abgeordneten
zie preußische Regierung zu interpellieren daß die Auf
iahme ausländilcher Studenten namentlich Rufsen an der
Berliner Universität von der Zustimmung der politischer
Polizei abhängig gemacht wird und daß sich infolge dieser
ingesetzliche Methode der rusische Student Dubrowski er—
chossen weil man seine Immatrikulation wegen politischen
Inzuverlässigkeit abgelehnt hat. Zur, Einvringung einen
Interpellation sind aber im Abgeordnelenhause 30 Unter—⸗
chriften nötig, die von den Sozialdemokraten nicht aufge—
»racht werden konnten. Auch die Mitglieder der Fort—
chrittlichen Volkspartei, an die man sich wandte, lehnten
die Unterzeichnung rundweg ab.
5Stuttgart. 18. Mai. Die in allen politischen Kreiser
Deutschlands mit großer Spannung erwartete Oberbürger—
neisterwahl in der württembergischen Hauptsladt hal gan
Württemberg eine große, von allen bürgerlichen Parteier
nit Genugtung empfundene Ueberaschung gebracht. Die
Zozialdemokraten rechneten so sicher auf den Sieg ihr«
Parteigängers, de Reichstagsabgeordneten Dr. Lindemann
daß ihm der „Vorwärts“ bereits Verhaltungsvorschrifter
dem Königlichen Hofe gegenüber erteilte. Um so größe!
war die Bestürzung der sozialistischen Kreise, als das Re
zultat der Wahl bekannt wurde, Danach erhalten die Kam
daten der Nationalliberalen Lautenschläger 13 164 Stimmen
während Lindemann nur 12236 auf sich vereinigte und der
Tandidat der Freisinnigen Teckenur's 395 Stimmen 'erhielt
Brüssel, 12. Mai. Präsident Fallieres hat vor seine
gestrigen Abreise dem Oberbürgermeister von Brüfse'
10 000 Franc für?wohltätige! Zwecke übergeben.
Brüssel, 12. Mai. In ganz Belgien sind gestern.
chwere Gewitter niedergegangen, die in Brüssel und de
Provinz großen Schaden anrichteten. In Anderlues schlu—
»er Blitz in die Wohnung eines Arbeiters, tötete diesen
ind verletzte vier Personen schwer. Bei Carniere wurden
zrei Häuser zerstört. Auch aus anderen Ortschaften werder
Lerluste an Menschenleben und Material infolge Blitzschlags
zemeldet.
Rom, 12. Mai. Der Heilige Stuhl hat?an alle Bischöf
in Rundschreiben gerichtet mit Einladungen, im nächster
Jahre Pilgerfahrten nach Rom zu organisieren.
Toulon, 12. Mai. Der von einem Teil des Geschwa—
»ers gestern ausgeführte Landungsversuch ist gescheitert
Die landenden Truppyen wurden zurückgeschlagen. Di
Unterseeboote, welche die angreifenden Kriegsschiffe überfielen
jätten im Ernstfalle vier Panzer durch Torpillen beschädigt.
— Der Kreuzer Montealm traf von seiner Rundfahrt un
»ie Welt Ende dieses Monats wieder hier ein. Das Schiff
sat seit dem 20. Januar ds. Is. nicht weniger als 560 000
Neilen zurückgelegt. Während der ganzen Fahrt war an
Bord kein einziger Zwischenfall zu verzeichnen.
Paris, 13. Mai. „Matin“ meldet aus Tanriot vom
0. d. M.: Nach der Beschießung und Zerstörung von
zuloceif wvar eine Gruppe Marokkaner nach dem Westen
ibgegangen; sie sind nunmehr zurückgekehrt and ein ernstes
Befecht fand am Mulajaflusse statt. Die Sums, die zu
einem Erkundigungsritt ausgesandt wurden, benachrichtigten
ofort den General Toulee, daß ein Teil der Marokkanen
den Fluß überschritten hätte und gegen, das Lager von.
Merada vorgehe. Es wurde sofort eine Abteilung abge
andt, um die Marokkaner zu zerstreuen. Eine Kolonn
zon 2500 Mann Infanterie, Kavallerie und Artillerie ginç
inter Befehl von Barucet gegen die Marokkaner vor. Der
Zusammenstoß erfolgte auf dem rechten Mulaja⸗-Ufer und
das Gefecht war ein sehr lebhaftes. Der Kaid ertitt be—
„eutende Verluste und mußte den Rückzug antreten. Die
Franzosen hatten mehrere Verwundete aber keine Toten.
Paris, 13. Mai. „Petit Parisien“ meldet aus Madrid.
Fia Telegramm, welches aus Cluta eingetroffen ist, berich—
ret, daß Personen, welche in der letzten, Nacht in Melillo
ringedrungen sind, die Nachricht überbracht haben, wonact
10 000 Rebellen unter dem Cherif, der Beni Jassen den
ranzösischen Truppen bei Merada eine Niederlage: beige—
dracht hätten. Die Mehrzahl der Führer des Sums seien
zetötet worden.
Mailand, 12. Mai. Nach einer Meldung des Scolo
ichtete dir Oberkommandierende in Albanien, Turgos
Pascha an die Insurgenten eine Proklamation, in der er
ie unter Androhung von Repressalien auffordert, die
Waffen binnen 104 Tagen] niederzulegen. Das Blatt
Avenir d Italia bringt eine Meldung, wonach die türkische
Regierung in Erwartung eines Krieges mit Montem gro
svebirgsbatterien an der monten grinischen Grenze konzentrire.
London, 12 àMai. Nach einer Meldung der Exchange
Telegraphen Comp. aus Tanger hat der Kampf zwischen
»er französischen Kolonne“* Broulard und' dem Zemour⸗
Stamme bei Ei Knitra Ende letzter Woche zwei Tage ge—
auert. Es gelang den Rebellen mehrere hundert Zug—
chsen, 475 Kameele und 56 Maultiere zu erobern. Am
etzten Samstag wurden den Franzosen, weitereß 7135 Ka—
neele, diesmit Munition und Proviant beladen wurden
ibzunehmen, außerdem dieJ auf zwei Kameelen geführte
driegskasse. In französischen Depeschen wurde wohl diese
Hefechte, nicht aber ihre schweren Verluste erwähnt.
London,“ 13. Mai. Der englische Dampfer „West—
nooreland, traf gestern nachmittag, stark beschädigt, im
dafen von Dover ein. Er war bei dichtem Nebel in der
ähe, der, Goodwin-Sandbank, mit dem spanischen El De
Zayo zusammengerannt. Letzteres Schiff wollte nach Rotter—
am. Das spanische FSchiff? sank kurz nach dem Zusammen—
toß. Ertrunken; sind der Kapitän, ein Offizier und drei
Natrosen. Die übrigen 17 Mann bestehende Besatzung
onnte nur mit vieler Mühe gerettet werdes.
New-York, 12. Mai. Ein EFisenbahnzug der Denver
nd Rio Grande Eisenbahn entgleiste in der Nähe vor
zilorado. Zwei Wagen verschwanden in den stark ange—
hwollenen Eagle-Flusß Bisher sind festgestellt 2 Tot
8 Verwundete, aber es werden zahlreiche Passagiere ver
ißt. die wahrscheinlich ertrunken sind

v— * *
Wohltätigkeits-Vorste
zum Besten des Vaterländischen Fraue,
Diese findet Sonn?—ag, den 14. Mai,
m Saale Riedschy unter Mitwirkung der
Dudweiler statt.
Zur Aufführung gelangt:
v 4
Schill und seine Offi
in 4 Akten mit lebenden Bildern v. Wew—
Desgleichen ist Nachmittags 2 Uhr eine
KRindervorsftellung.
Eintrift zu dieser 10 Pfg. Preise der Plätze für
Vorstellung: 1. Platß 1Mk., 2. Platz 50 Pfg., 3. Pa
Kassenöffnung 7 Uhr.
Zu zahlreichem Besuche ladet ein

*

Gasthaus
Goͤretz⸗Rekten.
wald
Achtung!
Zringe dem geehrte;
Ppublikum vonDudweilen
und Umgebung meiné
Lokalitäten in empfeh⸗
lende Erinnerung.
—XXE
Amüsement
Familien⸗Auf⸗
enthalt.
im geneigten Zuspruch
bittet
Heinx. Geöretz

ιιιιιιαι

Instrumental
—X
Am Sonmag, den
achmittags einhalb 3
Blas⸗Pr.
m Probelokale bei Ww
Der Vo
N. B. Nach der M
sammlnun«

—B —
V
97
———— ð
e ⸗
ArC.r
Am Sonntag morge
Ueben der Spi
nuf den Ketten.
Gesang
—X „Thial'
Sonntag Nachmitta
Probe
wozu die Sener geb⸗
— ir xßf

ux F Tur
Dudu
Am Sonntag, den
nachmittags um 5 Uhr
sere diesjährige
Jahres⸗Versan
tatt.
Tages⸗Ordnun
1. Aufnahme neuer
. Neuwahl des Vor
Verschiedenes;
m zahlreiches Ersch
der
Vorstano i un eine ha—
früher.
Sonntag morgen 71
⸗
Spiele
am Richardschacht

—
3

22 22
A—
808 —
2 2. 2 5
53 22
2 3
6622
— 523 2*
* 2 8
2* — 3
233*85
—A—
—— 2
— 2 20 2
—
253 822
23 783.
35238
8
2 3. *
262X
—
5 —
S3 —— ——
53 32
——A—
525876
322.22
3 53.85
——
8
—8 —
—A—
— —
2Q. 8 —
553 G3
————— 0

Dder?

imständehalber billig
Sanrhrücheritraf

Ein gut erhal
Fahrrc
hat preiswert zu verkau
Wilhelm
Rahnhofft

*

2
8

—
—

—
8
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.