Full text : Dudweiler Zeitung

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Aus aller Welt.
Blumentage. Der Termin für die Blumentage in
—AVV——
en 24. und Sonntag, den 25. Juni, festgesetzt worden
Zerlin und seine Nachbarstädte werden an diesen Tagen
m Jeichen der Margaretenblume stehen. Drei Millionen
ünstliche Margaretenblumen sollen bestellt werden. Für⸗
zie Damen, die das Ehrenamt von Blumenverkaͤuferinnen
Wbernehmen, sollen 20 000 Margaretenbroschen als Abzei—
hen und 20 000 Sammelbüchsen für die 10 Pfg.Etuͤcke
m Auftrag gegeben werden. Außer Margaretenblumen
ollen noch künstlerisch ausgestattete Poftkarten mitverkauf'
verden.
Zum Fall Heßlöhl. Die Kammersängerin Heßlöhl
eren Klage auf Schadenersatzansprüche gegen den Könicç
son Preußen zurückgewiesen wurde, hat beim geheimen
Oberjussizrat des Kammergerichts zu Berlin Berufung ge—
en das Urteil eingelegt. Es ist dies die letzte Instanz.
„Bekämpfung der Pest“. Freitag vormitteg wurde
n Berlin die 25. Hauptversammlung der preußischen Me—
zinalbeamten eröffnet. Das Hauptthema der Zusammen;
unkt lautet über die Bekämpfung der Pest.
Karambolage. Eine dreifache Karambolage entstand
n Berlin dadurch, daß ein Krankenautomobil und ein
lutodroschle beim Kreuzen des Straßenbahngeleises zu
ammeustießen und in diesem Augenblicke von einem Stra
öA—
enautomobil, in dem sich eine Dame in Begleitung eine?
Arztes befand, die Fahrt fortsetzen konnte, wurde die
droschle total zertrümmert. Die beiden Indassen erliter
rhebliche Verletzungen.
Pocken⸗sErkrankungen. In das Krankenhaus des
Zweigvereins des Vaterlaͤndischen Frauen⸗Vereins in
boelow (Reg.⸗Bez. Frankfurt a. O.), wurde das Kind
iner russischen Schnitterin, das an schwarzen Pocken er—
rankt war, eingeliefert. Trotz der Isolierung sind im
R 15 weitere Personen an den schwarzen Pocken
rankt..
Mordversuch. Aus Rache unternahm ein Werkführe
a Breslanu, dem gekündigt worden war, einen Mord
orsuch ausf einen Möbelhändler. Der letztere trug ein
woße Gesichtswunde davon. Der Werkführer wurde nad
oftiger Gegenwehr verhaftet.
Unweiter. Aus ganz Vorarlberg wird Hochwasser
emeldet. Die Bahnhöfe am Laufe der Ill sind zum Tel
ntar Wasser gesetzt, am Bodensee herrscht stürmisches Re
enwetter.
Die Pest. In der Woche vom 20. bis 27. Apri sind
uf Sava 117 Fälle von Pest, darunter fünf Fälle vor
nungenpest vorgekonimmen. In 538 Fällen sind d'ie Erkran
aungen tödlich verlaufen.
Ein Schwindler. In Kalkutta wurde ein Deuischer
ut dem Namen Graf Adolf von König auf An'uchen der
zerliner Polizeibehörde von der dortigen Polizei verhaf
i. Dar angebliche Graf hat große Schwindeleien verübi
nd reiste auch unter dem falschen Neamen Baron vor
jorßkönig. Sein wirllicher Name ist jedoch Rudolf Stal—
tann.

Von der Luftschiffahrt.
8n der „Deutschland“. Das Vuft'chij
Doerꝛuschland“, das seine Passagierfahrten von der Düssel
borfer Halle wieder ausgenommen hat, wird Mitte Ma
viedar in Franksurt erwartet. Auf seiner Fahrt nach Ba
en⸗Baden soll es den Frankfurter Flugplatz anlaufen, un
sier neue Passagiere aufzunehmen. Während des Zuver
vssigleitsfluiges durch die oberrheinische Tiesebene, End
sNai, wird die „Deutschland“ in Baden⸗-os statoniert un
jacht von da aus Passagierflüge im oberen Rheintal. Nach
zfingsten soll das Luftschiff wieder nach Düsseldorf über
edeln. Im Monat Juli wird ein zweites Passagier⸗Luft
hiff der Delag“ in Dienst gestellt. Dieses zweite „Zep
aAiu⸗⸗Echiff wird zunächst Baden-⸗Baden als Standort er
alten, um hier hauptsächlich während der großen Bade,
er Rennen Rund⸗ und Zielfahrten zu unternehmen. Nach
jertigsielliung des Franksurter Lust'chiffhafens wird das
zchiff, dessen Namen noch nicht gegeben ist, dauernd in
rantfurt a. M. statoniert werden, während die „Deutsch
and“ noch in diesem Herbst Hamburg aufsuchen soll, vor—⸗
msgesetzt, daß der doriige Hafen zeitig genug fertig wird.
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Lokales.
Schont die Natur! Sobald die Natur ihr grünes
leid anlegt, kann man beobachten, daß von Spazie gäu⸗
ern Blumenzweige, oft ganze Büsche von Bäumen
bgerissen werden. Den wahren Natursreund wird der—
rüge verkehre Naturl'ebe nur schmerzlich berühren; er
oird in ihr viel mehr Vandalismus als Liebe erkennen.
Was nützt der abgerissene Zweig dem Egoisten, dem es
uicht genügt. das Auge im Freien an der Naturpracht zu
rgötzen, der auch im Haus einen recht zweifelhaften Ge—
ruß davon haben will. Die Blüten und jungen Blätichen
angen bald an zu weken und fallen ab, so daß sich das
deimtragen kaum lohnt. Denm in vollsaftiger Entwickelung
efindlichen Baum oder Strauch wurde alio ganz zwecklos
ine Wunde von diesen falschen Naturfreunden geschlagen.
Jeder, der solche Absichten hat, überlege doch vorher auch
inmal, was da werden sollte, wenn alle die Tausende
zpaziergänger in gleicher Weise verfahren wol enq gihe;
iase Vorsiellung muß genügen, um, ieden get nft gen
Nenschen pom Rnroiton Hideigen abzuhalten.
Vermischtes.
Vierzehn auf eine Fahrkarte. Eine wunderliche
Jeschichte, die beinahe an den verflossenen 1. April erin—
jert, wird aus Amerika erzählt. Danach reiste kürzlich eine
dame aus dem kanadischen Orte Highland, Frau Franl
zcott, auf eine Eisenbahnkarte mit dreizehn Kindern nach
Nuskogee in Oklahama. Dem entse zten und lebhaft Ein—
pruch erhebenden Schaffner wies sie nach, und zwar aus
er vorsorglich mitgenommenen Familienbibel, daß die
)reizehn ihre eigenen Kinder und leines über 44 Jahre
ilt war. Sie war zehn Jahre verheiratet und hatte 19
Zinder gehabt. darunter fünsmal Drillinge und zweimal
Zzwillinge. Die zwei ersten Dril ingspaare starben, von
den überlebenden Kindern waren drei 44, zwei 34, drei
24, drei 14 Jahre und zwei 6 Monate alt.
Forellenfang im Eisenbahntunnel. Ein bemer—⸗
enswerter Fang wurde vor lurzem in einem Eisenbahn⸗
unnel der zweigleisigen Hauptbahn inie Landau⸗Zweibrül—⸗
en Saarbrücken gemacht. Der Tunnel liegt, so wird der
Frkf. Ztg.“ geschrieben, in einer Wasserscheide des inneren
Bfälzer Berglandes zwischen den Stalionen Hinterweiden⸗
al⸗Kaltenbach und Münchweiler. Durch ihn fließt ein Ge—
zirgsbach, der in den Salzbach einmündet und die ‚Walch“
zenannt wird. In diesem Bache, der innerhalb des Tun—
iels durch starke Felsquellen Zuwachs erhält, wurde kürz—
ich eine Forele gefangen, die 16 Pfund wog und ein
»öllig gebleichtes, fahlweißes Aussehen hatte. Es handelt
ich offenbar um eine Forelle, die im Tunnelwasser aufge—
vachsen ist oder aber längere Zeit darin gelebt hat und
daher insolge Lichtmangels der buntschillernden Farben
hrer Gattung entbehrt. Es wäre sehr interessant, genau
u wissen, ob die Forelle von der Brut her im Tunnel
späaäter hineingelongt ist, ob ihre Farbe von Ju⸗
veiß war oder erst infolge längeren Aufent.
so geworden ist. Da der Tunnel schor
hrzehnten existiert, sind beide Möglich
Rnrelle erinnert an die Höhlenmolch,
AAtor shor NMbsbosborfor Iryonf

Lokales und Vermischtes.
Polizeibericht der Polizeiverwaltung Dudweiler um—⸗
assend die Zeit vom 23. -28. April 1911. Zur Anzeige
vurden gebracht: eine Person, die einen Kaufmann miß—⸗
andelte; zwei Händler. weil sie mit Waren hausierten,
hne im Besitze eines Wandergewerbescheines gewesen zu
ein; ein Maurer, weil er bei Eintragung'eines Geburts⸗
alles in das Geburtsregister wissentlich falsche Angaben
emacht hat; eine Frau, weil sie eine Schankwirtschaft ohne
donzession betrieb; ein Maurer, weil er sich einen Geld—
etrag erschwindelte; ein Metzger, weil er das Fleisch
iner an Maul- und Klauenseuche erkrankten Kuh unter
Yußerachtlassung der ergangenen Vorschriften in den Han—
jel brachte; vier Bergleute, weil sie einen Bergmann miß—⸗
sandelten; zwei Personen, die einem Wirt vorsätzlich eine
kebenanlage beschädigten; zwei Bergleute, meil sie sich
egenseitig mißhandelten; einen Bergmann, der einen
drämer um einen Geldbetrag betrogen haben soll; ein In—
alide, der in Herrensohr bettelte; eine unbekannte Per—
on, die in einem Steinbruche aufgestellten Schup⸗
den eingebrochen und mehrere Gegenstände daraus ent—
vendete. Festgenommen waren 3 Personen, verhaftet auf
Brund richterlichen Haftbefehls 3 Personen. Als gesunden
gemeldet wurde ein goldenes Collier.
Schlechte Zeiten. Die Tongrubeg im Fischbachtal hat
etzt ihren Betrieb auf der Mittag⸗ und Nachtschicht einge—
tellt, es arbeiten jezßt nur noch 6——8 Mann auf der Früh—
chicht, welche den vorhandenen Ton brennen. Mehrere
Arbeiter, welche auf den Privatgruben Spittel und Merlen—
ach beschäftigt waren, und in der Nähe wohnten, hatten
hier Arbeit genommen.
Central⸗Kinematographh. Auf die Sonntag Nach—
nittag 3 Uhr stattfindende Eröffnung des Central⸗-Kine—
natsgraph, Dudweiler am Marktplatz, sei ganz besonders
»arauf hingewiesen. Besondere Erwähnung verdient die
dinrichtung des Theaters, sowie der glanzvolle Eröffnungs—
Spielplan, welcher in noch nie dagewesener Reichhaltigkeit
ind Schönheit den Besuchern die neuesten Schöpfungen der
richtbildkunst vor Augen führt. Herrliche Naturaufnahmen,
eenhafte Märchen, urkomische Szenen und tiefergreifende
Dramen wechseln in bunter Reihenfolge und verweisen wir
iesbezüglich auf die Annonce in dieser Zeitung. Was die
Sinrichtung des Theaters anbelangt, so ist mir solche nur
als erstklassige zu bezeichnen. Bequeme Sitzgelegenheit
170 Sitzplätze), gute Ventilation, erstklassige Darbietungen
ind die dazu passende Musikbegleitung fesseln die Besucher
ind werden dem neuen Unternehmer gewiß recht bald eine
zroße Anzahl Freunde und Gönner der Lichtschauspiele zu—
ühren, zumal die Eintrittspreise äußerst niedrig bemessen
sind. Ein Besuch ist daher zu emp'ehlen.
Von den Saargruben Sämtliche Schießhauer der
Zaargruben werden im Monat Mai nach der Versuchs—
trecke der Grube König entsandt, wo ihnen praktische Schieß—
ersuche bei Anwesenheit von Kohlenstaub und Schlaawettern
orgeführt werden.
Verunglückt. Der 12jährige Schüler Wilhelm Heß
on hier verunglückte geftern nachmittag kurz vor 2 Uhr
uf dem Schulhofe des neuen 18⸗lassigen Schulhauses,
ndem er über einen Zaun kletterte und beim Asbprung
as linke Bein brach. Anf einer Tragbahre mußte er in
ie elterliche Wohnung verbracht merden
Konzert. Herr Göretz hat die überall beliebte Truppe
Rheinland‘ gewonnen und wird durch dieselbe seinen
hästen einen ganz besonderen Ohrenschmaus zuteil werden
assen.
Schuldiener. Die Stelle eines solchen im 18kl. neuen
schulhause ist zum 1. Juni ds. Irs. wieder zu besetzen.
ziehe Bekanntmachung unseres Herrn Bürgermeisters.
Musik-⸗Dilletanten⸗Verein. Derselbe hält am Montag
bend 8 Uhr in seinem Vereinslokale „Gasthaus zur Post
ine Generalversammlung ab.
Monatsversammlung. Der Theaterklub „Corelia“
sält am morgigen Sonntag um 2einhalb Uhr seine Monats—
ersammlung ad. Siehe Anzeige.
Pfeifenklub Kornblume. Eine außerordentliche Gene—
alversammlung findet morgen im Gasthaus „Zur Vost“
att.
Die Trierer Handelskammer zur Saar- und Mosel⸗
danalisierung. Zur Frage der“ Saar⸗ und Mosel—
analisation nahm gestern die hiesige Handelskammer die
achfolgende Erklärung an: Die Handelskammer zu Trier
rkennt in dem Beschluß der 19. Kommission des Reichs—
ages, die Mosel- und Saarkanalisierung in das Baupro—
zramm des Gesetzentwurfs, betreffend den Ausbau der
eutschen Wasserstraßen usw. einzubeziehen, einen ersten und
xrfolg versprechenden Schritt, um den seit Jahrzehnten er—
trebten Mosel-Saarkanal endlich zur Verwirklichung zu
ringen. In weiten Kreisen ist deshalb dieser Beschluß
nit lebhafte.n Danke und Anerkennung aufgenommen worden.
das süddeutsche Wirtschaftsgebiet hat bisher beim Ausbau
es Wasserstraßennetzes keine Borgcksichtigung gefunden.
Ohne eine leist⸗azefäguge Wasserstraße wird es auf die
dgner venn Wettbewerb günstiger gelegener Nachbargebiete
icht gewachsen sein. Die Kammer erachtet'es deshalb als
ine ernste Aufgabe aller beteiligten Kreise, für die An—
iahme des Kommissionsbeschlusses durch den Reichstag ein—
utreten. Von dieser Auffafsung geleitet, spricht sie ihr leb—
jafles Bedauern über die hiergegen gerichtete Crklärung
er Handelskammer zu Köln vom 27. März 1911 aus, die
war die große Nüzßlichkeit und wirtschaftliche Bedeutung
»es Mofel-Saarkanals anerkennt, seiner Aufnahme in das
zauprogramm im Artikel 2 82 des Entwurfs aber wider—
pricht, angeblich weil sie eine finanzielle Ueberlastung des
heinverbandes befürchtet. Diese Bedenken sind nicht ge—
echtfertigt. Kaum waren jemals für ein anderes Kanal—
xrojekt so ausgezeichnete finanzielle Grundlagen gegeben,
vie für den Mosel-Saarkanal, seine Einbeziehung bedeutet
»eshalb auch nicht eine Belastung, sondern eine Entlastung
es Rheinverbandes. Die Handelskammer gibt deshatb der
uversichtlichen Hoffnung Ausdruck, daß der Hohe Reichstag
dem Beschlusse seiner 19. Kommission beitreten wird.
Wetterbericht. Der im Nordosten besehende hohe
Druck hat dem Vordringen der Depression in dieser Rich—
ung Widerstand geleistet. Dadurch hat sich die Depression
achdem sich die getrennten Teilminima über Süd⸗Skandina—
»ien vereinigt hatten, an Ort und Stelle vertieft. Da der
yohe Druck einerseits durch Abzug7gesperrt ist andererseits
reue Ausläufer bereits zu erkennen sind, wird der
inbeständige Witterungscharakter zunächst anhalten.
Voraussichtliche Witterung: Unbeständig, zeitweise
kdegenschauer, kein stärkerer Temperatur⸗Rückgang.
Jãägersfreude, 27. April. Vom 1. Mai d. Is. ab
dird die Belegschaft der neuen Fettkohlengrube erheblich ver—
rößert. Einige mächtige Kohlenflöze sind zum Abbau vor—
erichtet und sollen bald zum Verhieb gelangen. Der Ve—
gschaftszuwachs soll durch Abgabe von Bergleuten andere;
zruben gedeckt werden.“ Es kommen natürlich solche Berg
eute in Betracht, die die Rhein-Nahebahnstrecke zur Heim—
ihrt benutzen, können, obne eine groke Umfahrt macher
u nüssen.
* Saarbrücken, 27. April.« Der seit dem 30. Dezembe
) in Untersuchungshaft befindliche frühere Gemeinde
. n 2Jι bo Greeshpar— Ieheasr

uu St. Wendel, Peter Lorenz aus Berschweiler, Kreis“ St
Vendel steht unter der Anklage, in seinen doppelten Ob—
egenheiten, sowohl als Gemeindeeinnehmer, als auch al—
dendant der ihm amtlich anvertrauten Spar⸗ und Darlehns
asse sich der Unterschlagung von Geldern] zu Burglichten⸗
erg, bezw. Berschweiler, schuldig'gemacht zu haben. — Als
zertreter der Anglage fungiert Herr Staatsanwalt Jansen,
ie Verteidigung des Angeklagtend liegt' in den, Händen des
errn Rechtsanwalt August 1. Das Gesamtobjekt der zu—
age gelangten Unterschlagungen beläuft sich auf 3464,60 Mtk
zonseiten des Angeklagten werden nur 1800 Mk. zugegeben
torenz besuchte als Sohn einfacher Ackerersleute zu Sobern—
eim die Volksschule, trat sodann als Schreiberlehrling in
as dortige Bürgermeisteramt ein und von da war er im
zaubureau und in der Forstkasse angestellt. In Neuenahr
and die Vereidigung des Lorenz als Beamter statt Mit
inem Gehalt von 1800 Mk. nebst 280 Mk. Wohnungs⸗
ulage und etwa 300 Mk. Nebeneinnahmen wurde er Ge—
neindeeinnehmer in Burglichtenberg. Er war zurzeit schon
erheiratet, und; Vater zweier Kinder. Von Verwandten
vpurde Lorenzzin mehreren Fällen mit namhaften Beträgen,
0000 und 20000 Mk, unterstützt. Lorenz behauptet, durch
en Neubau eines für ihn bestimmten Hauses aus dem
zleichgewicht; gekommen zu sein. Für ganz ungeheuerliche
zuchfälschungen in den ihm anvertrauten Büchern findet L.
eine glaubhafte Entschuldigung. Neben den Schuldfragen
berden von den Geschworenen auch diejenigen auf mildernde
linständen bejaht. Lorenz verfällt in Gesamt-Gefängnis—
trafe von zwei Jahren, von denen vier Monate Vorhaft
ngerechnet werden. Die Fähigkeit, öffentliche Aemter zu
ekleiden, wird dem Argeklagten auf die Dauer von drei
dahren versagt.
saarbrücken, 29. April In der gestrigen Sitzung
es Schwurgerichts wurde gegen den früheren Postassistenten
darl Groke verhandelt, der überführt erachtet wird, im
zeptember v. Is. als Postbeamter in Bölklingen im ganzen
ür etwa 18 —-20 Mark Freimarkrn durch Betrug unter—⸗
scchlagen zu haben. Die Bürgermeisterei in Völklingen, das
ortige Amtsgericht und die Firma Röchling hoben mit der
Post ein Abkommen gemacht, nach welchem ihre Postsachen
nuf der Post frankiert werden, worauf zu bestimmten Zeiten
eine Abrechnung erfolgt. In 8 Fällen rechnete der Unge—
lagte sich bei diesem Modus mehr an, als er zu fordern
‚eabsichtigt war. Groke wird der-Unterschlagung im Amt
chuldig besunden, worauf das Gericht unter Zubilligung
nildernder Umstände den Angeklagten“ zu 6 Monaten Ge—
ängnis verurteilt.
Heimbach, Mahe), 28. April. Beim Bahnbau Heim—
ach⸗Baumholder ereignete sich gestern nachmittag ein schweres
Unglück. Bei den Vergrößerungsarbeiten im Tunnel hinter
„em Orte ging plötzlich ein Schuß los, der früher wohl ge—
aden, aber nicht entladen worden war. Dabei wurde dem
zchachtmeister Goebel von Mainz Auge und Gehirn heraus—
eschlagen und dem Steinbrecher Müller von Heimbach (35
dahre alt) die Brust zerschmettert; beide sind tot. Ein
talienischer Arbeiter ist noch recht bedeutend verletzt, so daß
zuch an seinem Aufkommen gezweifelt wird; er, sowie noch
zrei leichter verletzte Arbeiter aus der Umgegend wurder
nns Baumholder Krankenhaus gebracht.
Dillingen, 26. April. Während die Mutter im Schlaf—
immer beschäftigt war, begab sich das leinhalb jährige
zöhnchen des Bauunternehmers Engel auf den Balkon,
ehnte sich über die Brüstung und stürzte kopfüber in den
hof hinab. Das Kind wurde so schwer verlekt, daß es
lsbald verstarb.
* Trier, 28. April. Gartnäckiger Selbst
nörder.) Bei Groß-Blittersdorf sprang ein Eisenaaln
eamter in die Saar. Der Ingenieur Krüger sprang ihm
iach und rettete den Selbstmörder ans Ufser. Dort ver—
etzte der Selbsimörder dem Ingenieur einen Schlag au,
»en Kopf, sprang wieder in die Soar und ertrank.
*Aus der Wetterau, 28. Aprl. (zum Kaiser
dvansöver.) Sicherem Vernehmen nach wird das nächst
aͤhrige große Kaisermanöver im Herbst 1912 zwischen dem
1pdqvuq sauios 12 uou ↄao sdaojꝑaↄuiag qun 81
dorps in der Welterau stattfinden. Das kai erliche Haupt
suartier wird dann wieder, wie 1883 und später. nach
domburg v. d. H. lommen.
* München, 27. April. GGegen das Zigeu—
rerunwesen.) Auf Einladung der bayerischen Regie—
ung wird demnächst in München eine Konferenz von
bertretern der an der Zigeunerfrage interessierten Bundes—
taaten stattsinden, um eine Verständigung über die admi—
zistrativen Maßregeln herbeizuführen, die einheitlich von
»en Regierungen der Bundesstaaten gegen das Zigeuner—
anwesen erfolgreich angewandt werden können. Der We—
zer Biarnlon—,n—a ea i bochritton mert—

Neueste Nachrichten und Telegramme.
Zweibrücken, 28. April. Lohnstreitigkeiten sind in der
zchuhfabrik Ipser ausgebrochen. Sämtliche Maschinen—
wicker und Ueberholer sind laut „L.⸗A.“ bereits in den
Zztreik eingetreten. Die genannte Firma beschäftiat rund
00 Arbeiter.
Frankfurt, 28. April.“R Minister vom Breitenbach
raf heute von Wiesbaden kommend hier im Sitzungssaal
es Hauptbahnhofes eine längere Besprechung über die
bergrößerung des Frankfurter Hauptbahnhofes. Der Mi—
rister kehrte abends über Bebra nach Berlin zurück.
Berlin, 28. April. Der in der Kurfürstenstraße woh—
iende Baumeister Hermann Bentzen ist fluͤchtig. Die
Pasfiven belaufen sich auf mindestens 300 000 Mk Unter
den Geschädigtigten befinde sich eine Reihe großer Bank—
irmen aber auch viele zkleinere Handwerker und Lieferanten.
Crefeld,529. April. Im Viktoriastift des Kinderhorts
»es Vaterländischen Frauenvereins sind 50 Kinder und
ine Anstaltsschwester unter Vergiftungs-Erscheinungen er—
rankt. 2 Kinder sind bereits gestorben, 10 liegen schwei
arnieder. 3 schweben in Lebensgefahr. Die Anstall
durde geschlossen und die Reste der gestern genossenen
zpeisen zur chemischen Untersuchuna“nach Düsseldorfge—
chickt.
Düsseldorf, 29. April. JDie Passagierfahrten des
Deutschland“ follen nach längerer Unterbrechung heute bei
jünstigem Wetter wieder aufgenommen werden.
Hamburg, 29. April. Der Dampfer Samos ist gestern
nit der Leiche des Oberstleutnanten, von -Schlichting an
Bord im hiesigen Hafen eingetroffen
Leipzig, 28. April. Im Alter von 90 Jahren ist heute
Jormittag der Rittergutsbesitzer Baron Speck von Sternburg,
er Vater des im August 1908 verstorbenen früheren deut—
chen Botschafters in Amerika auf seinem Ritteraut bei
ꝛeipzig gestorben.
Görlitz,29. April. Die? Familie' des Schachtmeisters
zill aus Spreewitzhammer, 4 Personen, haben sich an
Morschel*vergiftet. Ein siebenjähriger Knabe ist gestorben.
Paris, 29. April. Einer neuen Nachricht aus Zeuta
ufolge, haben die Spanier das Bergvolk der Andjeras
urch Zusicherung von hohen Belohnungen dafür genom—
ien, daß sie einem spanischen Marsch auf Totnon koin
internis bereiten.
Paris. 28. April. Aus Beauvais im nordfranzösischen
departement Oise wird gemeldet, daß die auf dem Land—
eoe Liancourt nach Locanville unweit der zuerst erwähn—
——le her — 46423 3.

kurzem feste Brücke einzustürzen droht. Eine
uchung ergab, daß Verbrecher den Versuch gen
die Brücke mit Tynamit in die Luft zu sprenge.
iber nur zu einer starken Beschädigung der B—
Bendarmerie suchte bisher vergebens nach
drechern.
Paris, 28. Apri!. In Epernay. Ay und Rem.
gestern wieder einige Verhaftungen von Winzern
Mitschuldigen vorgenommen. Darunter befinder
mal auch ein Kellereiarbeiter einer Champagnerfal
ein Eisenbahn-Angestellter. — Die Einwohner v
namentlich die Handeltreibenden, ließen eine Petiti
iren, durch welche die Regierung ersucht werder
Bataillon Infanterie als permanente Garnison
Ort zu legen, um künftig Plünderungen durch d
vorzubeugen.
Paris, 28. April. Die Regierung hat de
gefaßt, am 1. Mui keine Arbeiter⸗Maifestationen
Die Vereinigung der Sydikate macht dagegen beta.
eine Maifestatien dennoch stattfinden werde und
Regierung die Verantwortung tragen müsse, wenn di
gebungen nicht friedlich blieben.
Zuürich, 28. April. In Goppenstein, im Kantor.
ind gewaltige Lawinen niedergegangen. Eine Lawin
der Lonza⸗Fluß, der infolgedessen aus den Ufern t
das Dorf arg bedroht.
London, 28. April. Aus Kalkutta wird gemele
die indische Stadt Bobilly durch eine Feuersbrunst,
berschiedenen Stellen der Stadt zugleich ausbrach, f
tändig vernichtet wurde.
London, 29. April. Der griechischen Danpfer
hohrte gestern in der Nordsee den dänischen 8
„Alfa“ in den Grund. Vier Mann der Besatzu
Alfa sind ertrunken. Der Kapitän des Alfa schlief i—
Kabine, als der Unfall stattfand. Der Bobspreet d
durchborhte sie und verletzte den Kapitän schwer.
terte am Bobspreet entlang als die Elle rückwärt?
und rettete so sein Leben. Zwei von den umgeko
Matrosen waren von den Trümmern in ihren
ingesperrt worden und gingen mit dem Alfa in di
Der geretlete Teil der Mannschaft der Alfa wur
der Elle nach Middlesborchugh gebracht.
Prag, 28. April. In Tachau wütet ein verh
Brand. Bisher sind 40 Wohnhäuser den Flamm
Opfer gefallen.
Petersburg, 28. April. Hier wurden vie
holeraverdächtige Krankheitsfälle festgestellt.
Newyork, 28. April. Aus Mexiko treffen na
zen Tagen der Ruhe wieder bedenkliche Nachrichte
In den mexikanischen Staaten Guerero und Mor«
»er Nähe der Hauptstadt zwangen die Rebellen die
derneure zur Flucht Drei Abteilungen Regierungs
wurden vollkommen aufgerieben. Ein Leutnant
Mann fiel bei der Verteidigung eines Eisenbah
Der Hauptsitz der Unruhen ist Iquala im Staate E
Broße Scharen von Flüchtlingen treffen in der
Mexiko ein, wo das Kriegsminisierium sich in größt
regung befindet. Es wird ein Angriff auf die Ha
befürchtet, die nur 4000 Mann zur Verteidigung
alle Truppen nach den nördlichen Provinzen entsan
Der neue Aufstand ist offenbar nicht durch Made
rolirt.
Hongkong, 29. April. Aufrührische haben der
»es Vizekönigs in Brand gesteckt. Der Vizekönie
lüchtet. Infolge der Feuersbrunst sind zahlreiche P
erletzt worden. Der Hauptanstifter und 360 Mit
vurden gefangen genommen.
Paris, 29. April. Es wird geg'aubt, daß
zierung bis zum Beginn der nächsten Woche alle
worten der Eisenbahngesellschaften
send die Wiederanstellung der entlassenen Eisenbah
ten in Händen haben wird. Der Ministerrat win
Dienstag prüfen, worauf Ministerpräsident Moni
Vertreter der Gesellschaften zusammen berufen wird
Rom. 29. April. Der italienische Botschaster
ris, Tütt oni, wurde von der Regierung zum J
hbes Haager Schiedsgerichtshoses ernannt.
Teheran, 29. April. Nachdem in der letzien
der Medschlis die erste Lesung der Vorlage über d
lische Anleihe beendet war, hat der Finanzminist
zwelte Lesung sofort folgen zu lassen. Die Den
widersprachen energisch. Bei der Abstimmung erklä
nur 33 von 70 Abgeordneten für den Vorschlag
nanzministers. Diese Niederlage der Regieru
mäglicherweise ihre Demission herbeiführen.
New-York, 29. April. Präsident Taft hi
einem Bankeit, an dem der deutsche Botschaster
ine Rede, in der er dafür eintrat, daß der
Begenseitigleitsvertrag mit · Hanãda ohne Aband
prtiX. Wenn der Vertrag dahin abgeändert
»aß Kanada weitere Zugeständnisse erhalte, ohne
eits Gegenzugeständnisse zu gewähren, würde die
intreien, daß andere Länder auf Grund der Mei
ligunasklausel falüe ezo fgrderpa

Wochen⸗Rundschan
Die innere Politit ruht vorlaäufig noch und
lebendig werden, wenn am 2. Mai ver
eine Beralungen wieder aufnehmen wird, die au
zussicht nach mehr denn je under dem Zeschen der
vahen stehen werden. Trotzdem der Reichs!ag noc
ige Vorlagen, insbesondere sozialpol tischer Natur,
ibschieden hat, so ist kaum unter den gegebenen
lissen viel positive Arbeit zu erwaren. Die Haupit
wird wohl wieder darin bestehen, möglichst viel
zum Fenster hinauszuhalten, um den Wählern, vo
Gunst die Abgeordneien abhängig sind, zu imponie
waͤre aber im Interesse einer ersprießlichen Weitere
iung unserer sozialpolitischen Einrich ungen sehr
dauern, wenn dadurch vie Reichsversicherungsordnu
Arbeitskamme gesetz und die Privatbeamtenversicheru
derabschiedet werden könnten. Unse e Volksverte er
doch bedenken, daß das Vertrauen der Wähler nie
durch schöne Reden zu erhalten ist, sondern daß es
len Dingen auf positive Leistungen ankommen wi
Das Haupienteresse wendet sich den neuesten
jchen Unternehmungen in Marokto zu. Durch die
Beschlüsse des französischen Ministeriums hat jetzi
colkanische Feldzug eine Ausdehnung erfahren,
die französische Kolonialpartei zu geben wünschte
Franzosen ziehen rüstig auf Fez, der Hauptstadt de
cenlandes, zu, „um den eingeschlossenen Sultan
hbasid, dem man vor kurzem noch, als Abdul Bi
zit sinlsen drohte, als Rebellen verfolgte, zu schütze
das schon allein eine Ironie des Schicksals, so m
aoch bedenklicher stimmen, wenn man liest, daß
dafsid von seiner Umzingelung gar nichts weiß u
zuf Umwegen davon erfahren haben will, daß
ranz ösische Regierung um Hilfe gebeten haben soll. W
vahr ist, so weiß man ohne weiteres, was die
en im Sinne haben. Ist einmal Fez mit fran
druppen belagert, dann wird man schon dafür zu
vissen, daß ebenso wie in Casablanca immer wie'!
grund zum Bleiben sich rechtzeitig einstellt. Die
stegierung, die bisher aus der Reserve nicht hero
en ist, hat alke Pflicht, mit Argusaugen darüber
4Jen daß vi⸗eAtt⸗nan NMlaeciras und das derufs

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