Full text : Dudweiler Zeitung

ürscheint
ich mit Aus⸗
me der Sonn⸗
eiertage und
t monatlich
ns Haus ge⸗
dt 70 Ppfg.,
der Post be⸗
vierteljähr⸗
2.25 Mark.

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Amtliches Publikationsorgan für den Mit zwei Beilagen:
v 2 2 * 4 R
Bürgermeisterei-Bezirk Dudwei sonntagsblatt und Heitere Blätter.
spr.⸗Anschluf, Saarbrücken Nr. 69, 259, 269, 1261. Druck u. Verlag: J. Unterkeller, Dudweiler Verantwortlich für die Sittleitung Arthur Unterkeller, für den Anzeigenterr garl Unterkeller
y — 75 durq ũnfa rneroe sv,—να, mes⸗ dersihen Jeder unfen mereane Woche nag amm der sm mecher Lebensversicherungsbank anzuzeigen, auch muß sich der Verletzte innerhalb 24 Stunden nach dem Unfall in ärztliche
— můssen sofort spãtestens aber inn erhalb a8 Stunden nach dem Eintritt zur Anmelduns Wereehunder Wen werngoereneie Derltcheruugebedh munaen eiusschin diewom wnheod vonder ihererheteneee
Donnerstag, den 27. April 1911. 24. Jahrgang.
W — ⸗— —— C vx

die neue und die alte Tuürkei.
RKonstan inopel hat es wieder einmal eine Revo—
gegeben, eine Revolution, die den Bestand dee
Ordnung der Dinge ernstlich bedrohe, obgleich kein
nn Blut floß. In der eigentlichen Regierurgsbehörde,
om tee für Einheit und Fort'schriti“ sind schwere Ken—
ntstanden, die sich in Alarmartike'n der maßgebenden
zen „Tanin“ und „Zia“ widespiegelten. Da auf der
sation dieses Komitces die ganze polilische Macht
die den De potismus des Abdul Hamid augelest
deutet eine Sprengurig oder Schwächung des Ko—
den Anfang vom Ende der neuen Türkei.
3ue junglrürkische Resfsorm immer wieder auf die
e iderstande stößt, liegt zum Teil an Feh ern
zum Teil an den Verhältnissen selbst. Ihr
ist, daß sie in ihrem Denken und Fühlen der
des türkischen Volkes innerlich ganz fremt
Ihre Führer sind in Paris in die hohe
eiheitsidee gegangen, die in Frankreich bo
aber in enem Land des Ostens das Wors
die Phrase für die Wirklichkeit nehmen muß,
In der letzen Jahre haben denn auch ge—
nicht genügt, die Worte Einheit und Frei—
Wände zu schreiben, um aus den verstlavten
iseitigen bitteren Haß erzegenen Völkerstäm—
hiedensten Kultur- urd Wirtschaftsstufen, die
Jebiet vom Persischen Golf bis zur Adria be—
Voltk von Brüdern zu machen.
Freudenrausch, der dem Sturze der verhaßten
zul Hamid folgte, mocht‘e man noch die un—
vierigkeiten, die schon alein in dear Reli—
enheit liegen, übersehen. Aber auch in der
„ die jungtürkische Partei nichts getan, um
Fite Ausgleich zu schaffen. Kenner des Ostens
eilich, daß dieser überhaupt unmöglich ist,
m kennt keine Gleichberechtigung Andersgläu—
ina und Inden sind, sowelt der Islam herrscht,
azle, aber sie können nie den Anspruch erheben,
gte Staatsbürger zu sein. Der Ausweg der
von Staat und RKirche ist vollständig ausge—
neil nirgends die Ideen des Staates so eng mit
on verschmolzen sind, wie in den, auf den Ko—
ideten Staatssystemen des Ostens.
nd die christlichen Bewohner der Türkei keines—
edengestellt. Und zugleich gärt im altzläubigen
aimpfes Mißtrauen gegen die Machthaber, die den
er Väter nicht mehr so unbedingt in allen Din—
tellen, wie es Herkommen und Aberglauben —
en Mächte des Orients — verlangen. Diese
ist bedenklicherweise selbst in der Partei für
»Fortschritt so stark geworden, daß eine Spal—⸗
zutstehen schien. Ausländ'sche Hände, die eine
zige und militärisch krafvolle Türkei sozusagen
ftsschädigung empfinden, haben dabei wacker
Auch das bedrohte „Scheriat-Recht“, dieses
Mittel zur Herbeiführung reaktionärer Ström—
die übliche Rolle gespiell.
ie Feinde der neuen Türkei haben für dies—
re Rechnung ohne den Wirt gemacht. Als sich —X
Folgen der Agitation zeigtien, gelang es, di
der Partei für Einheit wiederherzustellen Mil
emen Ag'tatoren wird man wohl nach ktürkischer
werden. Die Hauptsache ist ja, daß das Offi—
er jungtürkischen Sache treu bleibt. Die nürki—
t und Freiheit“ beruht auf der Schlagkraft der
lange diese unversehrt ist, wird es weder der
Agitatoren im Innern, noch den guten Freun—.
zland, deren Wafsen und Geld in Albanien und
ifstände erregen, gelingen, den früheren ange
stand herbeizuführen, wo man die Türkei einen
ann“ nannte und schon die Stücke des zukimf
tams passend verteile

vinetts Hatti herausschalen. Die Dissidenten 220 Parte
jür Einhe't und Fortschritt, welche in dem Fall auf die
Anterstützung der Oppositionspariei rechnen dürfen, haben
»as Programm. in der nächsten Sihung der Kammer
ins Kabinett Bresche zu legen. Gelegentlich der Beant
vortung der Interpellation über das Abkommen Deutsch—
ands mit Rußland, sowie über die Affäre des Aktendieb—
tahls Maimons soll der Minister des Aeußern Rifaran
urch ein Mißtrauensvotum gestürzt werden. Führen die
Dissidenten diese Absicht durch, so wird sofort der Groß—
oesir Hakki die Demission des Gesamtkabinetts ge⸗
en. Es unterliegt keinem Zweifel, daß, falls der Suͤl—
an die Demission annimmt, Hakti wieder mit der Neu—
ildung betraut wird. In jedem Falle wird der Groß⸗
oesir dann den Senat wegen Auflösung der Kani—
ner konsultieren. Ein dahingehender, nach der Verfassung
otwendiger Senatsbeschluß gilt, wenn auch mit knapper
ehrheit, als sicher. Die militärischen Kreise, auf welch(
egenwärtig alle Augen gerichtet sind, verurteilen schars
ie Politik der Dissidenten der Partet für Einheit und
ortschritt.
Politische Rundschau.
Deutsches Reich. F
* Auf Grund der Tatsache, daß kürzuu vie Allongen
er neuen Hundertmarknoten von einer Firmo
iit Reklameaufdruck versehen worden sind, warnl
ie „Berl. Korresp.“ davor, solche oder sonft fur den Um
auf untauglich gemachte Noten in Zahlung zu nehmen,
a deren Einlösung seitens der Reichsbanfanftalten ers
ach einer nur in Berlin ausführbaren und mit erheb⸗
chem Zeitverlust verknüpften Prüsung ihrer Echtheit er—
lgen kann.
* Dem preußischen Abgeordnetenhaus ist das Eisen—
ahn⸗Anleihegeseßz zugegangen. Im ganzen wer—
en 263 367 000 Mark gefordert. Zur Herste!lung weite
er Gleise auf bestehenden Strecken 28 410 000 Mark, zum
zau von vier Haupteisenbahnen (Wilten nach einem Punti
er Bahnstrece Shhwem⸗Sarucken-Zritershauzen, von Veorg
ach Geldern, von Wiesenburg nach Roßlau, von Nieke
urg a. d. Weser na h Minden) die Summe von 51 854 000
dark, für den Bau von Nebenbahnen wird die Summe
on 46 493 600 Mart gefordect, für den Bau einer rechts—
heinischen Eisenbahnverbi ding zwischen Mülheim-Rhein
ind Kall-Süd bei Köln an Sielle der aufzugebenden
zchijfsbrücken-Linie werden 4 550 0009 Mark gefordert, fer—
er zur Hersiellung eines weiteren Geeises auf der Strecke
sterfeld-Süd-Hamm 3 090 000 Mark, auf der Strecke Ha⸗
en (Westsalen)Hengsei 1580 600 Mark, auf der Strecke
agen (Wesif.): Herdeckc-Vorha le 950 000 Mark, auf der
trecke Kölu-⸗Ehren e d⸗-Greve broich 4390 000 Mark, anj
er Strecke Kleve-Landesgrenze-KRymwesen 1088000 M.
*In Fez sind von Deutschen eingeschlossen: Die aus
ier Mitgliedern bestehende Fami ie des Konfuls Dr. BVa s⸗
eil, der Draagoman Dr. Tröbster, Herr Lö her, zwei
»erren Schuktheis, und der Vertreter der Gebrüder
annesmann. Hosfmann.
Frankreich.
* Finanzm'nister Caillaur hielt vor seinen Wäh⸗
rn in Ferte-Bernard eine Rede, in der er u. a. sagte,
ie Regierung werde eine Regierung der Ordnung, des
orischritts und der Festigkeit und Gerechtigkeit sein. Die
rivatinteressen müßten hinter dem allgemeinen In eresse
ets zurückstehen, wenn dies nicht der Fall wäre, dann
ürde Frankreich schnell eine Beute eines Cäsars werden.
as Volk würde sich dem ersten besten Retter zuwenden,
ber es handele sich nicht bloß darum, die Ordnung zu
chern, sondern man müfse eine PolititderR efo r⸗
nenn versolgen und er hoffe, enige derselben zu verwirk—⸗
chen. Die Arbeiterruhegehälter beständen in Deutschland
nnd würden gegenwärtig in England eingesührt, und die
rgänzungesteuer zur Einkommensteuer, die die französi⸗
hen Konservativen mit solcher Angst erfüllt, bestehe an
andslos seit mehreren Monaten in England.
England.
*I—n Unterhaus stagte Archer Shee an,

»ieptel britische Staatsaugehörige in Fez lebten, un
yelche Schritte die Regierung zum Schutz der briischen
nteressen in diesem Telle von Marotko zu ergreifen ge
enke. Me. Kinon Wood erwiderte, in Fez lebten
bgesehen ron Personen maurischer Herkunst, zehn britisch
taatsangehörige, darunter sechs Frauen und zwei Kin
er. Die eng'ische Regierung beabsichtige kenerlet altivi
saßnahmen. Sie Fei der Ansicht, daß die unter sranzösi
her Aufsicht ge rossenen Maßregeln den britischen Staats
ugehörigen den nöligen Schutz gewaährleisten würden. Be
ndere Maßnahmen zum Schutze der bri ischen Interessen
mdie em Teile von Marokko erscheinen ihm nicht erforder
ch. Irgendwelcche Informationen, aus denen zu schließen
i, daß d'e bri ischen Staatsangehörigen irgendwie gefähr
et seien, haben wir nich—

XX
Von der Luftschiffahrt.
*Eine Rekordfahrt. Die Rückfahrt des Luft—
chiffes „Deutschland“ gesta tete sich zu einer Rekordfahrt, da
»ie Strecke Acchen-Düsse dorf in 58 Minuten zurückgelegt
vurde, während der Schnellzug 80 Minuten braucht.
*Flugpreise. Für die aviatischen Unternehmun⸗
zen, die im Laufe der dieszährigen Saison veranstaltei
verden, hat das preußische Kriegsministerium Flugpreise
m Betrag von etwa 100 000 Mark ausgesetzt.
w*Meuer Höhenrekord. Von militärischer Seit
»ird mitgeteist: Am 21. April wurde in Döb er i tz von
inem Militaͤrflieger mit einem Passagler auf einem En—
icheindecker eine Höhe von 750 Meiern erreicht. Die Flug⸗
auer betrug 37 Minuten. Er stieg im Gletflug ab. Der
sherige dentiche Passagierhöhenrekord betrug 810 Meler.
— · —
Spiel und Sport.
Kommunale Chauffeurschulen. Die beim Berliner
zolizeipräsidium durch die Aus ührungsbestimmungen des
zundesrats zum Gefetz über den Verkehr mit Kraftfahr⸗
eugen eingerichtese „Sammelstelle für Nachrichten über Füh⸗
er von Krastiahrzeugen hat in den ersten neun Monaten
hres Bestehens 470 Fätle von Entziehungen des Führer⸗
heins registriert. Diese Zahl bewest, daß in sehr erheb⸗
chem Umfang unter den Führern von Kraftfahrzeugen
ngeeignete Elemente vorhanden sind. Um hie in Wandel
u schaffen, schweben seit längerer Zeit bei der preußichen
degierung Erwegungen über die Errichtung von kommu—
ialen Chausseurschusen, um dem Automobilverkehr gul
usgebildete und moralisch einwandfreie Kraftwagenführet
uzuführen und auf diese Weise die Zahl der Unsälle durch
en Verkehr mit Kraftfahrzeugen zu verringern. Schon vor
inem Jahr ist das zuständige preußische Ressort an di
Stadt Berlin mit einer Ansrage herangetreten, wie sie sich
ur Errichturg einer derartigen Anstalt stellt. Eine Ant
vort ist aber bis heute noch nicht erteilt worden.
— ——— —
Kunst und Wissenschaft.
Werivoller Verlust. Die Londoner „Times“ teili
nit, daß ein Londoner Kunsthändler in Berlin von dei
Vitwe Franz v. Lenbachs für 60 000 Pfund zwe
edeutende Tizians: „Philipp 2. von Spanien“ und
Franz 1. von Frankreich“, gekauft hat. Lenbach erwarb
iese BVilder vor 30 Jahren auf den Rat von Bode aus
er Giustiniani-Galerie in Padua, und man hatte lange
ehofft, daß sie dem Berlirer Museum zugehen würden.
dach dem Bericht der „Times“ scheint man in Berlin
ticht gewußt zu haben, daß die Bilder zu verkaufen seien;
nan würde sonst ihr Uebergehen in engüschen Besitz ver—
rutlich verhindert haben.

— —
Rarokko.
Berlin, 26. April. Der sraͤnzösische Botschafter Her
ambon hat eine längere Unterredung mit dem Reichs
mnzler BethmannHollwe g gehabt. Man kann
hne irgendwie emgeweiht zu sein, ohne weiteres anneh
ien, daß der Boischafter dem Reichskanzler mitgeteilt ha⸗
en wird, welche militärischen Maßnahmen Frantreich i
daroktko getroffen hat und durchzuführen gedenkt un
aß er sich entsprechend den offiziösen Verlautbarungen,
ie von der französifchen Regierung ausgegangen sind, be
nüht haben wird, zu versichern, daß diese keine auf Be
tzergreifung abzielenden Hintergedanken habe, sondern nu—
we den angeblich bedrohlen Europaͤern in Fez, den fran
ösischen Miltärmissionen und der Herrschaft des Sultang
eltende Hilfsaktion beabsichtigke. Ss ist nicht an zumeh
ien, daß die dentsche Politk vorläufig die ruhig beob—
chtende und abwartende Halmung au gibt, die sie bisher
den Ereignissen in Marokko und dem Verhalten Frank
ichs eingenommen hat; aber daruber wird sich der Bot—
haster und die französißhe Regicrung nicht un Zwe fel
efinden, daß die öffentüche Meinung in Deutschland die
intwicksung der Dinge almählich mit einem gewissen Un—
ehagen sieht, weil verrragsmäßig anerkannte deutsche In—
ressen, und nicht nur sosche ranser Naturein Frage
»mmen.
Paris, 26. April. Ueber die Stellung Deutsch«
ands zum Vorgehen Frankreichs in Marotko läßt sich
er Temps“ aus Madrid folgende Information über—
itteln: „Die seit einiger Zeit von den deu schen Zei un
en gegen die französische auf die Befreiung von Fez ab—
elende Aklion geführte Kampagne hat in Madrid nich
berrascht. Man kennt hier genau den Standpunkt der
ꝛutschen Regierung in der marokkanischen Frage. Das
jerliner Kabinett ist der Meinung, daß die Konvension
on Algeciras, ebenso wie das deutschefranzösische Abkom⸗
ien von 1809 in Marokko die Existenz eines Sultans
oraussetzen. welcher tatsächlich seine Souveränität aus
bt. Man erachtet aber in Berlin, daß die Aktion der
zranzosen in Fez den Sultan unter die Abhängigle
rankreichs bringen würde zum Nachteil der bestehenden
onvention und Verträge. Man weiß hier, daß dies der
zesichtspunkt Deutschlands ist und daß ihn Bechmann—
pdollweg selbst nichtdeutschen Diplomalen gegenüber so
useinandergesetzt hat.“ (Gegen eine solche Meldung, die
uuf dem Umwege über Madrid die angeblichen Anschau—
mgen der deuischen Regierung wiedergibt, wird man se bsi
n Paris einen wohlbegründelen Borbehalt machen dig
ded.)
London, 26. April. Eine Meldung des „Daily Mail⸗
1 Fez besagt, daß täglich Gefechste in der Nähe der
ztadtmauern vorkommen. Die Revolte breitet sich im
dorden aus; die wenigen bisher noch loyasen Slämma
sehen zu den Feinden des Sultans über. In der Stadi
vird berichtet, daß ein Scherif in Melines zum Sultan
roklamiert worden sei und nun mit Geschüten auf Fej
tarschiere. Der Verkehr auf allen Straßen nach der Küst—
t unterbrochen. Die Entfatßarmee des Sultans in
icherarda⸗Distrikt zählt nach einem dem Korrespondenter
ugegangenen Briefe 3000 Mann, ist gut organisiert um
ird von französischen Offizieren und zwei Engländern be
hligt. Die Stämme haben das Korpés mehrfach angegrif
dyoch ohn⸗e Grf

d * *
zInternationale Hygiene-Ausstellung.
Nach verjähriger, emsiger Arbeit geht in Dresden ein
Werk seiner Vollendung enigegen, weches im Mai dieses
zahres als Internationale Hygiene-⸗Ausstellung Dresden
.911 der Oesfentlichkeit übergeben werden soll Die Ver
nstalter haben es mit dem Namen Ausste inng beeen
ehaupten jedoch, daß das nur eine Notbezeichnung wäre.
xs will scheinen, als ob man damit Recht hätte, denn
vie die Dinge heute stehen, find 1911 in Dresden Vor—
ührungen zu erwarten, die dazu geeignet sind, Silten und
jewohnhellen der Menschen in neue Bahnen zu lenken
die Förderung der Gesundheit des Menschen ist der große
zedanke, dem das Wertk seine Entstehung verdanlt. Eine
ygiene⸗Ausstellung hat es vor Jahren schon einmal in
zerlin gegeben, doch trat diese zu einer Zeit ins Leben⸗
⸗0 die Heglene noch als junge Wissenschast angesehen wor⸗
en ist. Eine Hygiene-Ausstellung konnte daher damals
iur einen kleinen Umfang annehmen. In Dresden dag
jen wird es zu einer großen Rebue von ale vem kom
ten, was seit Menschengedenken Menschen g.ist erdacht hat /
si das kostbarste Gut, die Gesundheu erhalten umj
ufördern

n der widersprechenden und übertriebenen Ge—
he die verfahrcne Loge zeitigt, läßt sich mit
nerheit als Kernpuntt die Solidarität des Ka—

r* —
j
Göttin Dämon
doman von Richard Marsh.
Nachduck verboten
Lorte an sich verstehe ich, abver nicht was stch
Worten verbirgt.“
erden Sie gleich hören. Ehe wir uns trennen,
suchen, mich genügend klar auszudrücken. Ich
eine Frage: Wieviel schuldeten Sie hm?“

inem solchen Manne, wieder ein Beweis wie töricht es ist,
inen Menschen und seine Neigungen nach oberflächlichen Be—
rachtungen zu beurteilen. Es scheint, daß er ziemlich regel⸗
näßig sich Notizen darin gemacht hat, die letzte gestern
bend, spät. nachdem Sie ihn vetlasfen“ botten. ünß 3war
die folgt:
„Habe mit Ferguson Karten gespielt, und ganz an⸗
fändig, gewonnen, Bin schon lange der Ansicht, daß F. ein
ngewöhnlicher Mensch ist — gefährlich. Einer, mit dem
ian lieber keinen Streit hat. Tas Gefühl hatte ich wieder
eute Abend. Wenn er mir ohne Skaudal hätte das Herz
erausreißen können, würde er es auf der Stelle getan haben
zin unangenehmer Verlierer. Er sagte einiges, und blickte
roch ein ganz teil mehr. Wollte mir unterschieben, ich hätte
alsch gespielt. Ich habe ihm keine Ohrfeige gegeben, aͤber,
veun ich auch nur darüber lachte, so ist er mir nicht gerade
ingenehmer dadurch geworden. Er schuldet mir auf den
dopf, siebenunddreißigtausendsechshundert Mark. Mir scheint,
ie Bezahlung wird ihm so schmerzlich sein, wie das Aus,
iehen des Augenzahnes; aber hahen“ win ich es dah braud,
as Geld!“
„Das ist das letzte was er in sein Tagebuch eingetragen
at. Sein Tod muß eingetreten sein, als die Tinte noch
aum trocken war. Es zeigt, unter welchen Umständen Si⸗—
ich getrennt haben. Was fsagen Sie nun dazu? Behaupte;
*ie noch, daß Sie ihm nichts schuldeten?“
Ich war Humes Lesen mit unbeschreiblichen Gefühler
zefolgt. Im Sturm der Ereignisse hatte ich für den Augen
lick unser gemeinsames Kartenspiel total vergessen. Es wa
nicht angenehm, auf diese Weise und von einch solchen Mam
aran erinnert zu werden. Die falschen Schlüsse, die er au
neiner zeitweiligen Vergeßlichkeit zog, waren mir. weiß Got
ehr peinlich. 7,
„Ich behaupte noch, daß ich ihm nichts schuldete. Ein
Ninute; lassen Sie mich Ieswpechen. Aber die siebenund
enwdehendrt Mark, die ich Edwin Lawrené
egeben hatte, werden jetzt selbstverständlich der Erbschat
herwiesen werden.“
rnnt Mioe er sehr richtig bemerkte, Sie sind ei
igewöhnlicher Mann Ferguson, Sie und ich sind geßt allein
Zas ich iekte oodne Vorurteil. Ich werd
raußen nmey verlauten lassen, wenn id
cht voll genugene dazu habe, aber hier sage id
hnen frei heraus, daß ver Meinung nach m
ittoln di mir his jobt t* *e

„Ich weiß, daß Sie in seinem Zimmer waren, als e
retötet wurde.“
„Sie wissen, daß ich in seinem Zimmer war?“
„Ich argwöhnte es von Anfang an. Jetzt weiß ich es.
Ich will Ihnen auch sagen, woher. Eins der Dienftmäͤdchen
ieses Hauses hielt mich soeben an, um mir zu sagen, daß sie
anz früh heute Morgen — meiner Berechnung nach muß es
twa, fünf Minuten nach dem Morde gewesen sein —Sie
»en Korridor habe entlang laufen sehen, — von Lawrenceß⸗
dinmer bis zu Ihrem eigenen, als gälte es Ihr Leben.
einer Meinung nach sind Sie vor dem Leben, das S—
jenommen hatten, geflohen.“
„Hpmel Jemand sah mich auf dem Korridor! Wer
var es?“
„Das ist vorläufig einerlei. Die Person wird schon zu
echten, Zeit Ihnen gegenüber gestellt werden. Sie sagt, daß
er Schweiß nur so über ihre Backen floß, was um so selt
amer scheint, da der Morgen kühl war, Sie keine vollblütigi
donstitution haben und nur mit Ihrem Schsafrock bekleide,
varen.“
Ich konnte nur schwer meine Selbstbeherrschung bewahren.
War es denkbar, daß es schließlich doch keine Vission gewefen
dar, sondern daß ich ein tatsächlicher Zuschauer jener entseh⸗
ichen Tragödie war?
Während ich mich noch bemühte, die neue Sachlage, wie
zumes Worte sie nahelegten, zu überblicken, öffnete sich die
dür und ein Mann trat ein.
„Ist einer der beiden Herren Herr Ferguson?“
„Ich bin es.“
„Dann, sind Sie der Herr, an den man mich wies als
herrn Edwins Freund. Gott mag mir verzeihen, aber ich
laube. mein armer Herr hat ihn ermordet.“

Er hat nach Herrn Ferguson gefragt. ch bin
Vne Es scheint mir — daß er mit * zu 333
ünscht.“
„Reden Sie keinen Unsinn. Sie sind ihm ein Fremder
Ich sage Ihnen, es ist ein Versehen. Sie kennen mich, Morley
nicht wahr?“
Der alte Herr sah Hume an, als sei er halb verwirrt.
du Herr, o ja. Sie sind Dr. Hume. Ich kenne Sil
ganz gut.“
Zoren Sie? Treten Sie zur Seite.“
„Das werde ich nicht tun. Und ich rate Ihnen sehr
Hume, nicht zu versuchen, sich in irgend einen Vesuch beimi
jineinzumischen. Hören Sie?“
„Ich höre, aber ich werde mich nicht im geringsten dara
kehren. Morley ich verbiete Ihnen in Gegenwaͤrt d
Herrn ein Wort zu sagen. Sie haben kein Recht in Gegen
wart von Fremden über die Privatverhältniffe Ihres Herri
zu reden. Ich, bin dessen Freund; ich wili seine Interesser
wahren. Ich sage Ihnen, wenn Sie Ihre Zunge nicht fehi
)üten, können Sie In ernstliches Unheil zufuͤgen.“
„Nun gut, Hume, Ihnen Vorstellungen machen zu wolle
heißt seinen Atem vergeuden. Probieren wir einen —8
Weg.“ Ich hob, ihn in die Hoͤhe und trug ihn zur Tür
Ich werde Sie jetzt vor die Tuͤre setzen und hoffe, daß Sie
he Sie wieder einzutreten versuchen. wenigflens die Anfangs
ünde anftändigen Benehmens gelernt haben. Hinaus un
Ihnen!“
Und draußen war ex. Ich setzte ihn im Flur auf der
Fußboden und schloß die Tur vor seiner Nase zu. En
sämmerte mit der Faust dagegen.
„Das sollen Sie mir buͤßen.“
„Gut, schicken Sie mir nur Ihre Rechnung. Ich werdi
Sie wohl mit Ihrer Muͤnze bezahlen.“
„Morley — ich verbiete Ihnen, ein Wort zu ihm zu
ag⸗ — auf Ihre Gefahr hin.*
/Ih wandle mich zu meinem Besucher.
„Bitte, Herr Morley, setzen Sie 9 Nümmern Sie sich
nicht weiter um unsereü aufgeregten Freund! Man kann
aum behaupten, daß er gerade jetzt seiner Sinne gan⸗
aächtig wäre — wie Sie wohl selbst bemerken. Ich bin
pie Sie saat⸗— uson, der Freund. von Edwin
awre Aanu ιJ Jiα

n.“
2s8 ist das zweite Mal heute Abend, daß Sie
»e Sprache mir gegenüber erlauben, und zum
bezwinge ich mich, Ihnen nicht mil einer Ohr⸗
orten.“
mint. Möglich daß ich nun an die Reih
cgemacht zu werden. Wie ich mir bewußt bin,
u der Sorte von Mensch, die einen andern um
Ursache willen niederschlagen.“ Er bog feinen
er zu mir, wodurch seine Aehnlichkeit mit einem
ch zunahm.
; ich bin Pathologe; Gohirnkrankheiten sind
tudium. Schon seit längerer Zeit habe ich
sendemn Interesse beobachtet. Wenn ich mich
sind Sie das Opfer einer speziellen Form
die nicht so selten ist, als man annehmen
en an temporärem Wahnsinn.“
e keine Ahnung, was Sie eigentlich wollen?“
'at, ich begann stark zu argwöhnen, ob nicht
bst verrückt sei. Er fuhr eben so schnell und
nt, als berechnete er die Wirkung jedes einzelnen
es äußerte.
ie mich hier auf der Stelle töteten, so glaube
e imstande, Ihre Tat absolut zu vergesfen,
wäre; und das Bewußtsein Ihrer Tat würde
erweise nie wiederkehren. Das meine ich.“
Reinem Grunde schienen seine Worte sich wie
zen in das inverste Mark meiner Knochen zu

cll
d
ine
mi
Bo s.
*
*

Kapitel 7
Morleys Verdacht.
Der Eingetretene war ungefähr sechzig Jahre alt, unter⸗
thzt, grauhaarig, mit altmodischem,. sauber gehaltenen Vacken⸗
art. Er war ganz in schwarz gekleidet und trug sogar
»warzlederne Handschuhe; feinen Hut hielt er in der Hand.
ien sehr au ate sein und buickte von einen zum
— herauszufinden, wer oder was wir
ism oaleide Er ging mnaß

ich zhnen erklären, warum ich behanpte daß
odes unwissentlich »n, wenn Die —
Lawrence nichts schul Sehen Sie dies.“
eine in Leder geburne und mit einein
helchen in die „Das fand ick
dem —5* Jarpe W2

oh
            
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