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5 Mark.
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Amtliches Publikationsorgan für den Mit zwei Beilagen:
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Bürgermeisterei⸗Bezirk Dudweiler 5sonntaasblatt und Heitere Blätter.
Anschlub Saarbyꝰ Fon Nr. 69, 259, 269, 1261. Druck u. Verlag: J. Unterfeller, Dudweil⸗ Verantwortlich für die Schriftleitung Arthur Unterkeller, für den Anzeigenteis SarJ Unterkoller
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nent ist mit 500 M. gegen Tod durch Unfall bei der Nurnberger Lebensversicherungsbank in Nüũrnberg versichert. Jeder Unfall ist binnen einer Woche nach Eintritt der Nürnberger Lebensversicherungsbank anzuzeigen, auch muß sich der Verlehte innerhalb Stun i
begeben. Todesfaste müssen ofort spatestens aber innerhalb Stunden nad dem ELintritt zur Anmeldung gebracht werden.s ber die Voraussetzung der Versicherunc geben die —R —— en von der veee 353
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94 Samstaq. den 22. April 1911. 24. Jahrgang.
— —
den, insbefondere der jüdischen, die sich un uverwiegenden
Maße aus friedliebenden und die Gesetze achtenden Ele
menten zusammensetze. Diese Leute hätten sicherlich durc
ihr Betragen keinen Anlaß zu solchen Maßnahmen gege
ben, die sie beunrnhigen und ihnen Ungelegenheiten berei
ten würden. Um Verbrechen zu verhüten, müsse er siag
Vollmacht erbitten, in gewissen Fällen Bürgschalten zu ver
langen. Fremde, die fünf Jahre in England gelebt häu—
ten, ohne ein Verbrechen zu begehen, würden von der Ge
slel lung solcher Bürgschasten besreit sein. Die Regierun—
habe hier Leute im Aunge, die aus Ländern kämen, we
Mord und Totschlag an der Tagesordnung seien, wo jede
Polizeibeamte als Feind und jede staatliche Einrichtung al
Tyrannei betrachtet werde. Um das englische Volk vo
dieser Klasse von Menschen zu schützen, schlage die Regie
rung vor, die Gerichte zu ermächtigen, unter gewissen Um
ständen Vürgschaften für eine guie Führung zu verlangen
auch wenn von dem Betreffenden kein Verbrechen begangel
worden sei. In Ermangelung solcher Bürgschaften ode
eines fünfiährigen Aufenthaltes in England, und wemn
auf den ersten Blick erwiesen sei, daß der Betrefssende mĩ
Verbrechern verehrt habe, müsse die Regierung wie al“
anderen Nationen in der Lage sein, den Mann auszuwei
sen. Die Bürgschaflen würden keine Last bedeuten für
Leute, die bona fide ein Opfer ihrer religiösen oder poli
tischen Anschauumg geworden seien. Ferner habe die Re
gierung eine Bestimmung vorgeschlagen, nach der Fremde
für das Tragen von Schußwaffen einer besonderen poli
zeilichen Erlaubnis bedürfen.
Handel und Verkehr.
Mangel an Zehnmarkstücken. In den Mitleilun
gen der Handelstammer Frankfurt a. M. lesen wir übe
den zu geringen Umlauf von Zehnmarktstücken folgendes
Ueber den Mangel an Zehnmarkstücken wird von den hie
sigen Handels- und Industriekreisen dauernd Klage geführt
Besonders unangenehm macht sich der Mangel an Lohn
und Gehaltszahlungstagen bemerkbar. Von der hiesiger
Reichsbankhauptstelle ist die gewünschte Menge von Zehn
narkstücken nur selten zu erlangen; zeitweilig wird sogar
durch Anschlag bekannt gegeben, daß Zehnmarkstücke über
haupt nicht verabfoigt werden. Viele Fabriken sehen sid
gezwungen, täglich an verschießdenen Stellen der Stadt di—
für die Zahrtage erfordersichen Goldstücke zu sammeln
Diese Sannelarbeit verursacht aber nicht allein sehr vie
Mühe, sondern bringt auch einen erheblichen Zinsverlus
mit sich. Die Mafnahme der Reichsbank hat ferner zur
Folge, daß die Zetnmarkstücke längere Zeit zwecks Ver—
vendung für spätere Lohnzahlungen in den Kassen vor
Fabriken, Banken und Bankiers aufgespeichert und den
Verkehr künstlich entzogen werden Andererseits ist di
Auszahlung der Löhne in Papiergeld mit großen Nach
eilen verknüpft. Da die Löhne in fast allen Fabriken in
düten ausbezaählt werden, so besteht vor allem die Gefahr
zaß die Scheine durch Unvorsichtigkeit zerrissen werden
Paiergeld wird deshalb von den Arbeitern nur unger'
genommen. Die Handelskammer hat daher unter Bezug
nahme auf ihre früheren Eingaben vom 23. Septembe;
1902 und 19. Januar 1904 den Staatssekretär des Reichs
chatzamtes gebeten, auf einen stärkeren Umlauf von Zehn
narkftücken, eventuell durch vermehrte Ausprägung, hin
wirken zu wollen. Hierauf ging ihr von dem Reichs
schatzamt der Bescheid zu, daß auf Grund des Bundes
ratsbeschlusses vom 9. Juni 1910 vor kurzem eine wei
tere Prägung von 5 Millionen Mark in die Weage geleite
worden sei. Ob damit dem Mangel an Goldstücken end
gültig abagehosfen sein wird Hoße dahin
Bolitische Rundschau
Deutsches Reich.
inen Teil der Presse wird von dem Rütritt
tsselretars des Innern, Dr Dde b, ge⸗
für den Fall eines Scheiterns der elsaß⸗lothrin⸗
erfassungsvorlage. Herr Delbrüc, so heißt es
Kanzler angeblich zu optimistisch von dem Ver
Verhandlungen über die eisaßlothringische Frage
aben, so daß jetzt, wo vielleschn vie Vorlage zr
rohe, nichts anderes übrig bieibe, alsdep
tär des Innern zu opfern. Wie dem Beelene
enaa des „D. GA.“ dem gegenüber an unter
te⸗ mitgeseilt wird, handel e⸗ sich hier um
ige Kombinationen, da weder in der elsaß⸗
r zrage noch sonstwie zwischen dem Kanzlen
brück irgendwelche Meinungsverschiedenhei—
inid es auch nicht Art des Kanzlers ist, jetz
tern der Vorlage, für die sich Herr v. Bethmam
ntwort ich fühlt. einen weniger veranutworilichen
s Sündendock vorzuschieben. Wenn man aus
mde. daß im Reichsamt des Innern auf An
eine De brück-⸗Krise bestehe oder nicht, überhaup
ort erteilt, den Schluß zieht, daß das Ausblei
nientis eine Bestätigung der Krisengerüchte sei,
das verlehrt. Herr Delbrück weilt zurzeit auf
*warzwald und es ist eine selbstverständlich
it daß die ihm unm'erstellte Behörde ohne sein⸗
e Ermächtigung weder nach der einen oder nach
mRichtung hin eine Auskunft erteist.
ber den Meldungen verschiedener Blätter, daf
igskreisen die Absicht bestehe, noch dem gegen
Reichstag das Budget für 1912 vorzule
im Reichsamt des Innern erklärt, daß ein
hht nicht besteht und daß die Beratung des
1812 unter allen Umständen dem neu zu wäh
hstaa vorbebalten bleiben wird.
Staatsanzeiger“ verossentlicht das Gtatsge—
911, serner eine Beranatmachung des Kriegs
daß den Un eroffizieren und Mannschaften der
ensthbich verboten wird, Zivilpersonen,
meistern der Truppen, mil tärischen Anstalien ꝛc.
r Ausübung ihres Gewerbebetriebes zu leisten,
aber durch Vermittelung oder Erleichterung von
ten, Versicherungsverträgen und dergleichen. Den
ren und Mannschaften wird befohlen, von jeder
henden derartigen Aufforderung dem Vorgeses
q zu machen.
dmiral von Hintze hat bereits die Reise
mige reten, um die dortige Gesandtschaft zu
fährt nicht üher New-VYört, sondern dire!
ach Veracruz, so daß er die amerikanisch
ize nicht zu überschreien braucht. Vor—
Herr von Hintze in den ersten Taagen
riko ein.
ge zweite Sekretär bei der deutschen Ge—
xaag, v. Beth mannHollweieg, isit
an die Gesandtschaft in Brüssel verfsetzten
»atzfeld-Trachenberg zum zweiten Sekbkretär
srwen Botschaft in Wien ernannt worden. Herr
ann⸗Hollweg ist ein Vetter des Reichskanzlers
„Deutsch⸗Ostafrikanischen Rundschau“, dem Or—
uverneurs von Rechenberg, findet sich an we—
ger Stelle folgende Notiz: „Wie wir hören,
tteilungen amtlicher Schrift—
Zrivate, die vor etwa Jahresfrisi gesche—
en, gegen einen nicht mehr im Schutzgebiete
Beamten ein gerichtniches Nachspiel haben.“
also schon wieder einmiaal eine unangenehme
Anzauage zu sein.
Fraukreich.
Naturalisierungen in Frankreich
910 giöbt ein im „ournal Offizie l veröffent
st des Direktors der Zivilangelegenheten an
inister ziffernmähige Auskünsse. Danach sind
Ausländer in Frankreichen t myorden.
Serbien. D
* Während die serbische Presse durch heftige Aungriff
segen die Königsreise der serbischen Regierung ernst
iche Schwierigkeilen bereitet, erregt die gehäsfige Haltunç
eines Teiles der ungarischen Presse gegen den König Pe
er einen äußerst ungünstigen Eindruck in serbischen maß
jsebenden Kreisen. Man besorgt, daß die Beleidigunge
es serbischen Königs durch einzelne ungar'sche Blätter auck
n ornsten politischen Kreifen in Serbien eine dem Besuch
eindliche Strömung hervorrufen könnten. — Wegen Wie
»ergabe einer eine Majestätsbeleidigung enthaltenden Auj
orderung der serbischen Schützen an den König, von de
Budapester Reise abzustehen, wurden die betreffenden ser
rischen Blätter von der Polizei beschlagnahmt
Amerika.
* Präsident Taftt hat e mit dem Staatssekretär Kino!
ind mehreren Kongreßmitgliedern, darunter einigen Ange
jörigen der Repräsentantenhauskommission für auswärtige
Angeledenheiten, eine Besprechung über die Lage an de
nexikanischen Grenze. Es heißt, der Präsident erklärte
nan müsse sich, da sich die Gefechte in der Nähe der ame
rikani'chen Grenze abspielten, auf Schwierigke'ten gefaßt
nachen; aber zum Krieg führen gehör en zwei. Er sei
iberzeugt, daß Mexito senn kußerstes un werde, um an
er Grenze eine zurückhaltende Polstik zu beobach!?en. Er
ürchte nicht, daß sich irgend ein Anlaß für eine In er—
zention oder Vermist'ung iegend einer Art oder e'ne Ein—
nischung in die Angelegenheiten Mexi'os ergeben werde.
Das Kongreßmi g'ied Sulter kuderte nach Beendigung der
zkonferenz, man sei übere nagekommen, so zu handeln, daß
einé Innafion oder eine Intervention verinieden werde
Mexiko. J
* Nach einem Telegramm aus El Pafo gab Ma—
dero belannt, wenn er nicht die Zusicherung von dew
Rücktritt des Präsiden en Disa z und der Räumung voi
Juarez erhielte, greife er Juarez in Bälde an. De:
Befehlshaber der Bundestruppen erklärt, sich nicht erge
ben zu wollen
Schülerselbstmorde.
Eine amiliche Statistit, die sich über die letzten 8
Juhre erstredt, weist, wie wir den ‚B. N. Ne enmeh
nen, nach, daß im Laufe der Jahre wiederholt auf ein
Zinken der Zahl der Schülerselbstmorde ein schnelles Auf
teigen folgte. In den 31 Jahren sind insgesam— 46
Fälse von Schülerselbstmorden vorgelkommen, was einen
ährlichen Durchschnitt von 15 Fällen ergibt. Dieser Durch
chnitt ist iu den Jahren 1883 1889, 1892, 1897, 1903
907, 1908, 1909 und 1910 erheblich überschritten, wäh
end die Jahre 1882, 1895, 1898 und 1904 wesentlid
arunter blieben. In den letzten drei Jahren waren zu
erzeichnen 1908 28, 1909 24 und 1910 23 Falle. Wem
iese Zahlen auch über den Jahresdurchschnitt erheblid
inauscehen, so ift dabei die außerordentliche Zunahme de
Zchüler an höheren Lehranstalten zu berücksichtigen. Au
0 000 Schüler entfallen in den letzten 3 Jahren ir
Durchicmitt 11 AJ —.. 2
*
Das Asylrecht in England.
Die in der ganzen Welt mit Staunen verfolgten und
ticht gerade ruhmreich verlaufenen Kämpfe der Londoner
Polizei und des Miltitärs gegen die Anarchisten vor—
Houndsditch, die umständliche Belagerung und Nieder—
zrennung ihres Hauses, bei der schließlich der gesuchteste
Jalgenvogel, Peter der Maler, dennoch erwischte und durch
n England elbft aufgegebene Briefse von seiner weiteren
zenutzung des Asylrechts Kunde gab, das alles und die
ortgesetzten Klagen des Auslandes, besonders der russischen
ßolizei, haben die Engländer doch aus ihrem Gleichmut
ufgerüttelt. Der englißsche Bürger ist ängstlich geworden
nd fregt sich, ob es denn nun wirklich noch etwas mit
jreheitlichkeit und duldsamer Gesinnung zu iun habe, weun
naland ruhig zusetze, wie die gefährlichsten Etemente des
Auslandes sich ohne Anmeldung in London niederlassen
hort recht ungeniert an ihrer Art Weltverbesserung weiter—
irbeiten und schließlich große Einbrüche, Morde und Plün
erungen begehen, um für ihre Propaganda neue Mittel
u gewinnen. Die beiden nunaufgeklärt gebliebenen Russen
torde taten ein übriges und so verlangte die Bevölkerung
son ihrer Regierung end'ich eine Tat und eine klare Um
chreibung ihrer Stetlung zu dieser wicht gen Sache.
Zur Beruhigung der Gemüter hat das Ministerium
in Gesez über die wirksame Ueberwachung auslündischer
derbrecher und zur Verhütung von Verbrechen durch Aus
inder ausgearbeitet. Gleich in der ersten Sißzung des an
)dienstag abend nach den Osterferien wieder zusammenge
retenen Unterhauses wurde die Vorlage eingebracht un
stinister Churchill hielt dazu eine längere Rede, die be
rüht war, die Besorgnisse zu bannen und die allgemeine
luffassung der Regierung als nach wie vor untadelia hin
ustellen.
Der Minister hob hervor, daß in vielen Fällen Frem
»e, die eines Verbrechens überführt worden waren, vor
»em Gericht, das sie abgeurteilt habe, nicht zur Auswei
ung gemeldet worden seien. In dem Gesfetze werde u. a.
orgeseben, daß Gerichte, die in solchen Fällen die Aus—
veisung nicht beantragt hätten, aufgefordert würden, die
Fründe anzugeben, aus denen sie diesen Teil des bestehen
»en Gesetzes nicht hätten in Kraft treten lassen. Gegenwär
ig würden Fremde, die nach der Ausweisung zurückkehr
en, das erste Mal mit drei Monaten und im Wiederhol
ngsfalle mit einem Jahr Gefängnis bestraft. Das Ge—
etz schlage vor, daß diese Strafe auf ein bezw. zwei Jaht
zefängnis erhöht werde. Churchill betonte dann weiter
— -3
— — —
Landwirtschaftliches.
Der Saatenstand in Preußen. Der Saatenstam
in Preußen betrug Mitte April, wenn 2 gut, 3 mitte
und 4 gering bedeutet, für Winterweizen 2,7, Winterspel
3,0, Winierroggen 2,8, Raps und Rübsen 2,7, Klee 3,1
Luzerne 3,0, Rieselwiesen 2,8, andere Wiesen 8,1. Tro
der im Flachlande zumeist schwachen vorübergehende
Schneedecke kamen egentliche Auswinterungen doch nur i
zeringem Umfange vor, da der Winter überwiegend frof
frot ar Nachdem »STrühling iedoch um die Monat«
—— —— ————— — —
Roman von Richard Marsh.
Nachduck verboten
gte wie ein Kind es getan hätte. Trotz ihres
Gesichtes, flang Wahrheit aus ihrer Stimme
mme Bitte die in ihren Augen lag, ging mñ
jen Sie nachzudenken, woher Sie kommen und
uan haben?“ 3
enken? Ich kann nicht denken.“
Sie muͤssen! Sehen Sie denn nicht, daß Si⸗
ut bespritzt sind?“
mit Blut bespritzt? Wahrhaftig, ja! Oh!“ Sic
leinen Schrei aus, der fast ein Schluchzen war
te hin und her. Aber ehe ich sie noch erreicher
ig ñe 2u Rodon Sie lao da wie tyt GSie mar
Dame gefallen. Ich hob es auf. Es war eine Yorograpyte
»on Edwin Lawrence. Ich erkannte sie sofort. Vorder⸗ und
Rückseite waren mit Blut beschmiert. Von einem Impuls
zetrieben, über den ich mir nicht weiter Rechenschaft ablegte,
teckte ich es hastig zwischen die Seiten eines Buches, das auf
dem Kaminsims lag. Sie bewegte sich. Ich wandte mich um.
Sie hatte sich halb aufgerichtet und betrachtete mich mit weit
offenen Augen.
„Was ist mit mir los? Habe ich geschlafen?“
Ihr offener, furchtloser Blick mit diesem seltsamen Aus—
druck von Verwirrung erfüllte mich mit Bestürzung. Ich
tammelte eine Antwort.
„Sie waren nicht ganz wohl. Aber jetzt ist Ihnen schon
hbesser. Lassen Sie mich Ihnen helfen.“
Ich hielt ihr die Hand hin. Sie legte ihre hinein und
sprang dann leicht auf. Als sie meine Hand losließ, war sie
auch mit Blut beschmiert. Der Zustand ihres Mantels und
der leuchtend grünen Bänder waren verdächtiger denn je.
„Wollen Sie Ihren Mantel nicht lieber abnehmen?
Sie sah mich ganz erstaunt an.
„Meinen Mantel abnehmen? Warum?“
„Sie werden sich behaglicher ohne ihn fühlen.“
„Glauben Sie? Dann will ich ihn natürlich abnehmen.“
Sie legte ihn mit meiner Hilfe ab, und ich hing ihn
über die Sessellehne.
„Dort drinnen werden Sie Wasser finden, um sich Gesicht
und Hände zu waschen.“
Wieder sah sie mich erstaunt an.
„Warum sollte ich mir Gesicht und Hände waschen?“
„Weil sie voll Blut sind?“
„Blut? Wieder streckte sie sie wie vorhin aus. „Ach ja
Ich vergaß. Ich begreife nicht, wie es dahin gekommen ist.
Ihre Wangen wurden um einen Schatten bleicher. „Wird
es beim waschen abgehen?“
Die Frage war zweifellos im vollsten Ernste getan; aber
gerade die scheinbare kindische Frage reizte mich zu einer
scharfen Antwort.
„Wir wollen hoffen, daß Seife und Wasser wenigstens
den äußeren, sichtbaren Flecken entfernen.“
Ich wandte mich und ging in mein Ankleidezimmer
während sie mir mit den Augen fsolgte. Hastig warf ich mich
n ein passendes Gewand. Dann ging ich in mein Eß
iimmer, und rief ihr durch die Schlafzimmertüre zu, sie möchte
venn sie fertia sei ins Eßzimmer kommen da es da behao
icher se
Iyre Rahe erfüllte mich mit einer ganz unverständlicher
Aufregung. Ich wich zurück. Ohne Mantel stand sie jetz
n einem dunkelblau seidenen Kleide vor mir, welches ihr
neiner Meinung nach, wie angegossen saß. Am Hals und
in den Handgelenken war etwas Weißes. Ihre Schönhei
iel mir noch mehr als zuerst auf — sie flößte mir Ehrfurch.
in. Aber im tiefsten Innern hatte ich die Empfindung, daß
ch diese bezaubernde Erscheinung schon einmal in Fleisch und
Blut vor mir gesehen hatte. Ich konnte keine Worte finden
um sie anzureden, endlich stammelte ich.
„Haben Sie irgend einen Grund um Ihren Namen zu
verschweigen zu wüuschen?“ Sie schüttelte den Kopf.
Dann nennen Sie ihn mir.“
Aber ich weiß ihn nicht. Habe ich denn einen Namen?“
7Ich nehme an, daß Sie, wie alle Welt einen haben
Aber bitte glauben Sie nicht, daß ich mich in Ihr Vertrauen
drängen will. Ich, wollte nur andeuten, daß es vielleicht fün
ins beide besser sein möchte, wenn Sie mir irgend einen
Inhalt geben könnten, von wo Sie kamen, ebe Sie in meit
zimmer traten.“
„Kam ich in Ihr Zimmer? Oh ja, ich weiß schon
aber — sonst kann ich mich auf nichts mehr besinnen.
Sie führte die Hand mit derfelben Bewegung an die Stirn
die mir schon vorhin aufgefallen war. „Woher kam ich nur?“
IIch weiß nicht, ob Sie absichtlich scherzen, aber wenn
Sie nicht imstande sind, mir Auskunft darüber zu geben, so
kann ich es erst recht nicht.“
Irgend etwas in meinem Wesen schien sie zu betrüben.
Sie rückte mir änastlich näher; mie ein schüchternes Kind. das
Strafe fürchtet.
„Warum sehen Sie mich so an? Sind Sie mir böse?“
Ich wußte nicht was ich denken oder davon halten
ollte; jedenfalls war ich nicht böse. Wenn sie jetzt schau—
pielerte, was ich für mein Teil sehr bezweifelte, so spielte sie
hre Rolle jedenfalls so meisterhaft, daß ich nicht im Stande
war, hinter den Kniff zu kommen. Ich glaubte, daß dies
doch ein Fall für Frau Peddar war.
„Die Haushälterin — eine Frau Peddar — ist eine ganz
dortreffliche Person. Sie wird Ihnen besser behilflich sein
können als ich. Erlauben Sie mir, ihr mitzuteilen, daß Sie
zier sind?“
„Warum nicht? Natürlich können Sie es ihr sager —
nronn D mnaosson
„Wem wollen Sie Bescheid sagen?“
Der Haushälterin — Frau Peddarl/)s
SOh!“ꝰmit einem leichten Zweifel. „Sie ist eine Frau.
Sie find ein Mann. Ich bin eine Frau.“ Das sagte sie mit
dem größten Ernst, als äußerte sie wichtige Tatsachen, die sie
eben ersi entdeckt hatte. Sie schien leicht zu schaudern. „Ist
sie — nett? Wird sie — gut zu mir sein?“
Ich schwor mir innerlich zu, daß sie gut gegen sie sein
solle, oder sie würde mich kennen lernen; das ungefähr, nur
—I weniger Emphase, saate ich auch. Dann ging
i⸗ inaus.
Aber ehe ich mich auf die Suche nach Frau Peddar
begab, kehrte ich noch einmal, durch die Flurtür in mein
Schlafzimmer zurück. Ohne weitere Zeremonien ergriff ich
den pflaumenblauen Mantel, rollte ihn zusammen und warf
ihn hinten in meinen Kleiderschrank hinter einen Haufen
Zachen. Dann öffnete ich das Fenster, trat auf den Balkon
ind goß das Wasser, in, dem mein Gast sich Gesicht und
Zände gewaschen hatte, so weit hinaus auf die Straße wi⸗
Ffonnie. Ich börte, mie ⸗s klatichend unten aufschlug.
r wirklich eine reizende Lage für mich! Ich
zu viel Erfahrungen mit Damen gehabt. Mein
e h zum größten Teil da abgespielt, wo es kein⸗
esen gab. Ich wußte von ihnen so wenig wi
10 Pischrift, vrclleicht weniger. Ich wußte wacürlich
mn. sagen, daß Frauen in Ohnmacht fallen, hatte abe'
— dieser jämmerlichen Versassung gesehen. Wagß
le Icch dachte an Frau Peddar. Sie war dite
— im Kaiserhof, eine fsamose Frau. Unter ihrem
zureg alles wie am Schnürchen: sie war mir in
pagen eine größere Stütze gewesen, als ich von
ihrer Stellung für möglich gehalten hätte. Aber
ich die Empfindung, als wenn ihr Eingreifen
se kaum wünschenswert sei.
prenan ich das, bezaubernde Geschöpf da liegen sah
immer klarer. Ihre gänzliche Hülfslosigkeit er
tgrenzenlosem Mitleiden. Immer fester wurdi
ß, mich zu ihrem Kämpen aufzuwerfen, in waẽ
e und gefährliche Lagen sie auch kommen möchte,
meine Dienste annehmen wolle. Hätte sie etwas
so sollte keine meiner Handlungen es der Welt
me ihre eigene Einwilligung sollten weder Frau
onst irgend jemand von ihrer Anwesenheit hier
shor mis sollte ich se wieder z2um Romußt⸗
zauderte, sah 7 etwas neben ihr aul
konnte nicht sagen. wo es her
Kapitel 3.
Frau Peddar's Eroberung.
Frau Peddar's Zimmer befanden sich ganz oben im Ge
bäude — im siebenten Stockwerk. Der Aufzug ging die
ganze Nacht hindurch. Es war meine Absicht gewesen, üeber
die endlose Flucht von Treppen hinauf zu steigen, als zu
klingeln und die Aufmerksamkeit des Portiers zu erregen; als
das Glück wollte, daß gerade jemand aus dem Aufzug aus—
ftieg, als ich bei der Treppe ankam. Da er gerade einmal
da war, konnte ich ihn ebenso gut benutzen, um Zeit zu
sparen und meine Beine zu schonen. Ich stieg ein.
„Hinauf oder hinunter, bitte?“
Ich möchte hinauf zu Frau Peddar.“ Der Portien
beehrle mich mit einem mißtrauischen Blick.
„Frau Peddar wohnt in der allerobersten Etage. Sie
ist schon lange zu Bett.“
„Das glaube ich wohl. Aber ich fürchte ich muß sie
aufwecken, da ich ihrer Hilfe dringend bedarf.“
„Irgend etwas nicht in Ordnung, Herr?“
R nicht gerade. Weniastens nicht. worin Sio m
velfen könnten.“
Während wir hinauffubren
urner — so heißt der Porti
r Woelt »rTrau Peddar mor
3
30 mich nicht lange warten, son dorn rn7
— 4c62..0
Miene und ohn
oinliche⸗
— 44.
28
*