Handel und Verkehr.
NMohleu⸗Versand aus den Ruhrhäsen. Im Maͤrz
betrug die Kohlenanfuhr in den Ruhrhäfen 1 060 324 (im
Vorjahre 878 200) Tonnen gleich 182 124 Tonnen mehr.
Abgefahren wurden 1162172 (807 122) Tonnen gleich
255 050 Tonnen mehr. Davon gingen nach dem Ober—
rhein 588 479 (389 882) Tonnen, das sind 198 597 Ton
nen mehr. Nach Holland kamen zum Versand 330 861
(240 074) Tonnen, gleich 90 787 Tonnen mehr; nach Bel—
gien 220 489 (162 165) Tonnen oder 5881 Tonnen mehr.
Nunmehr kann man auch die Versandver »Nungen im er—
len Quartal 1911 errechnen. Die Anfuht telte sich in
diesem Zeitraum auf 2741875 (2603 133. Tonnen, sie
dat mithin um 136 735 Tonnen zugenommen Die Abfuhr
oezifferte sich auf 3 007 925 (2 424 578) Te nen, nämlich
um 583 347 Tonnen gegenüber der gleichen Zeit des Vor—
jahres. Die Abfuhr überwog die Anfuhr um 266 050
Tonnen, welche Mengen den Magazinen en nommen wor—
den sind, ein Beweis, in welchem Maße die Kohlenlage—
rung Platz gegriffen hatte. Die'es Verhältnis ist auch in—
sosern bemerlenswert, als im Vorjahre die Anfuhr um
178 561 Tonnen stärker war als die Absuhr. Der Absatz
ist namentlich nach dem Oberrhenn forciert worden, dorthin
gingen 1466 589 (1089 237) Tonnen, oder 317 352 Ton—
nen mehr. Das Kohlenkontor muß hier erhe lich an Ter—
rain gewonnen haben. Nach Holland kamen zum Ver—
sand 915 150 (786 513) Tornnen, gleich 128 637 Tonnen
mehr; nach Belgien 577 994 (5304 612) Tonnen, oder
73 382 Tonren mehr; nach Frankreich 17808 (10 345)
Tonnen, gleich 72588 Tonnen mehr. Insg samt gingen zum
Auslande 1510 947 (1301 670) Tonnen, das sind 219 277
Tonnen niehr, nach den inländischen Rheinplätzen gingen
1 497 350 (1126 907) Tonnen, oder 370 452 Tonnen
mehr. Wenngleich für die Absatzsteigervng auch das Aus—
land mit erheblich herangezogen wurde, so wurde doch
dein erheblicherem Umfange durch das Inland selbs
erreicht
Der Reiz der Luftschiffahrt.
Mit der glücklichen Ankunft des neuen außer einer
neunköpsigen Besatzung 24 Mitglieder tragenden Zeppelin.
Luftschiffes „Deutschland˖ in Duͤsse dorf hat die dies jährig
Saison der Passagierluftfahrten wieder begonnen, und wa
an den Fortschritten der menschlichen Technik und Kultu
aur immer Anteil nimmt, siebt voll Erwartung den Er
eignisset entgegen, die das neue Sport- und Verkehrs
sahr bringen wird. Ein reich illustriertes Handbuch de
bevorstehenden Passagierfahrten ist bereits erschienen; e⸗
st von der Hamburg-Amerika-Linie herausgegeben worden
die sich als eine bewährle Bahnbre herin des Verkehrs be
anntlich auch des Lustreisens angenommen und den
Fahrtartenverkauf ihre weiwerzweigte Organisation zu
LBerfügung gestellt hat. Das intereffante Heft enthält ucg
einige Abschnitte, die von den Reizen der Luftschiffahr
dandeln und von einem voriährigen Passagier geschrieben
recht wohl geeignet find, der noch nicht fliegenden Mitwel
einen Begriff von der Eigentümsichkeit und dem Wert de
nodernsten aller Reisearten zu geben. Es heißt da: „Di
neisien Menschen werden glauben, es gehöre ein große
Dtut dazu, sich der Gondel eines Luftschiffes anzuvertrauen
ind die Fahrt in das grenzenlose Reich der Lüfte zu
miernehmen. Sie haben ungefähr die Vorstellung, als
jandle es sich um eine ähnliche Leistung wie die eines
kurmseiltansers oder eines Dachdeckers, der sich kalten Blu
es an der höchsten Spitze eines Kirchturmwetterhahns zu
Arbeiten getraut. Aber wer schon einmal in der Kabim
eines Zeppe in-Luftschisfes gesessen hat, dem kommen derle
hantastische Vorstelungen nicht mehr: er weiß. daß ein
»esondere En schlußfähsgleit höchstens in soweit zu einen
Zenpelinfahr: gehört, als der Neuling vor dem Aufstie⸗
ine unbegründete Furcht muß überwinden können, di
Furcht näm'ich vor einem Schwindelgefühl, das ihn in
aft'ger Höhe bedrohe. Hat er erst einmal die Gondel be
reten, wird er schnell genug gewahr, daß alles, was di
küftefahrt von ihm verlangt, ein offenes Herz und ei
offenes Auge ist. Wie Nebesstreifen zerflattern Aengste unl
kedenken un“er ihm. Denn in einer so ungeahnten um
olltenimenen Ruhe vollzieht sich der Aufstieg des Luft
chiffes, daßk der Passagier von feiner Bewequng buchstãb
ich nichts merken würde wenn er die Augen schlösse oder
tatt auf die kleiner und kleiner werdenen Zuschauer un
er sich zu blicken. die Augen in d'ie Ferne schweien ließe
dann ein Blick aus einem vierstöckigen Großstadthau⸗
chwinde erregend sein, so ift die Enge de— Umgebung, de
enkrechte Absall der Häuser schuld daran. Aber in de
reien Natur umgeben den Luftpassagier ganz andere For
nen und Maßstäbe. Der Horizont hebt sich um ihn. Wie
en,. Wälder, Städte und Berge treten. je höher die Ge—
des steigt, aus der Ferne hervor und lafsen den Bezirt
den der Fliegende überschaut, nur immer gewaltiger, ge
sesteter, tragender erscheinen. Der peinliche Eindruc, al⸗
ob die Erde versänlse und der Boden unter den Füßen
verschwende, entsteht nicht! Und zugleich ist die Beweg
ing des Luftschisses selbst so still geht so ganz ohne Sto—
ßen und Schütteln vor sich, daß nur ein Gefühl freudig
—DDDD
das durch die Begeisternng, die en so ungewohnter und
erhabener Umblick wie der des Luftschiffes gewährt, nun
noch geste gert wird. Wenn es irgendeines Beweises de
Bu leiser Beroacht sflog mir durch den Sinn, das „e.
eine Schurkerei zu Grunde dägt. Sie hatte das Fenster weil
aufgelassen — ich konnte die kühle Nachtluft fühlen; sie stard
jetzt, wie lauschend, still. Wartete sie ab, ob ihr Eintritt be—
merkt worden sei? Sie brauchte nur geradeaus zu blicken, um
mich, im Bett sitzend und sie anstarrend, vor sich zu sehen.
Ich war ebenso sichtbar wie sie. So weit ich urteilen konbte.
verharrte sie regungslos, ohne rechts oder links zu schen
Dann seufzte sie, wie ein müdes Kind; ein langgezogenen
Seufzer, als ob er ihr Erleichterung brächte. Das brachle peig
zur Ueberzeugung, daß sie jedensalls keine Diebin sei — u
diesem klagenden Ton lag etwas, was jeden Gedanken aꝛ
Raub und Diebstahl ausschloß.
Sie trat etwas weiter ins Zimmer, tastend, als sei F
hre Umgebung nicht sicher. Sie stieß an einen Stuhl. Tu
erührung schien sie zu erschrecken. Ich sah, wie sie dit
Hand zum Kopf führte, mit einer Bewegung, wie Jemand, der
lich auf etwas besinnen will.
„Ich Jann nicht begreifen, wo ich bin.“
Die Worte klangen seltsam in die Stille hinein. Dir
Stimme war süß, weich, klar — zweifellos die einer Dame
Sie ging mir durch und durch. 'Nichts von all dem Vor—
hergegangenen hatte mich so erregt — es lag fo viel natürliche
Einfachheit darin. War es denkbar, daß diese Dame eine
Nachtwandlerin war, die unter dem Zwang dieser feltsamen
Krankheit jetzt erwachte, um sich im Zimmer eines Wild—
fremden wiederzufinden? Was sollte ich in diesem Fall tun?
Wie konnte ich ihr die Situation erklären, ohne sie allzusehr
zu erschrecken?
Die Frage wurde ohne mein Zutun erledigt. Ich mußte
mich 3 unbewußt gerührt haben. Denn plötzlich wandte
sie ihren Kopf mir zu uͤnd rief aus:
„Wer ist das?“
Ich faßte sosort meinen Entschluß — ich wollte so ruhig
X Abstwerstantuch wie möglich antworten.
„Seien Sie ohne Angst — ich bin es, John Ferguson.
Wenn Sie erlauben, will ich das elektrische Lichk aufdrehein, da—
it wir besser sehen können.“
Das elektrische Licht flaäammte auf. Was es mir en⸗.
ve ließ mich sprachlos vor Staunen werden. Am Fußend:
b Bettes stand das schönste Weib, das ich je erblickt
Noes dachte ich damals in jenem ersten erstaunten Moment;
W 9 noch heute. Sie war groß und schlank. Sie
mit ein paar Augen — den größten und
je sah.
Rein Ausdruck in ihnen, den ich nicht verstand.
Vvr Verwirrung, es war, als sähe sie mich
an. Sie betrachtete mich, wie ich mi
uür bedurste, daß der Mensch zur Herrschaft uber di—
ẽrde berufen ist. so würde man jhn darin finden können
vie schnell sich der Mensch in die neuartigsten, in gan
nechörte Lebenszustände hineinfindet. Die —X
inem Zeppe in⸗Lufischiff sehen sich löchelnd an, als ob si
es Fliegens von jeher gewohnt wären und als ob eẽ
inders gar nicht sein könnte. Sie haben das vollkomme.
ichere Gefühl, als ob sie auf einem Aussichtsturm ver
ammelt waären, nur daß sie vom Winde unbehell'gt blei
en daß sie auf die bequemste Weise einen unvergle chlie
piel großartigeren Umblick genießen, als von irgende ne
hergwarte, daß ihnen vor allem aber, wie sie so übe
»ie Landschaft dahine len, das Bild der bewaälde en, 6
»auten und befedelten Erde unvergleichlich viel lere ne
rscheint als das Panoranag eines Aussichtsturnsiesßs
elt dieses Bild doch unausgesetzt, bleibt das
iicht immer an den Gegenständen einer
—X haften, hott es doch die vertoctesden W gistande de
ferne im Fluge ein. Welch eine Unterhal ung, über Dör
ex and Stadie, über Täler und Hüge!, über dunktelnd
Vaider und blinlende Flußzbänder, bald in geeingen Tie
en, bald in mächtigen Höhen hinwegzusegeln, das Spie
er Wolken und Sonneunstrahlen, das tausendfaltige Leber
uuf den Landstraßen, auf den Bahndämmen, in den Orit
haften zu beobachten! Diesen hohen Reizen einer Zeppe
nfahrt gegenüber fällt es nicht ins Gewicht, daß da—
kbare Lustschiff heute noch nicht Dampfschiff und Eisen.
ahn ersetzen kann. Man erreicht zwar, wie zahlreich
jahrten der letzten Jahre bewiesen haben, auch bei sebhr
chwierigen Windverhälinissen jedes gewünschte Ziel, und
Zielfahrten gehören mit in das Programm der Delag
ber es ist die Einrichtung eines Liniennetzes, eines län
zere Zeit vorher bestimmbaren regulären Fahrplans nodck
richt möglich, und das ist doch am Ende das We entliche
vas der Eisenbahn und dem Dampischiff von heute ihrer
inzigartigen Charakter als moderne Verkehrsmi lel gibt
Noch ist die Luftschifsahrt zu jung, um so weitgehender
zflichten genügen zu können. Sie ist gewissermaßen erst ein
onntägliches Verkehrsinstrument, das fast ausschließlich
um Vergnügen, noch kaum zur Fronarbeit des Alltags
»a ist. Auch die Vorsicht, die Passagierfahrten vorläufig
nur bei günstiger Witterung unternehmen läßt, wirkt nack
dieser Richtung hin. Trotzdem ist die Entwicklung des
ruftschifses zu einem Verkehrsmittel, das nicht nur amü
anten, sondern auch vollauf praktischen Zwecken dient
eute schon nicht mehr zu bezweifeln, und je mehr Men
chen die unbegründete Furcht überwinden, sich auf die un
sebahnten aber doch so bequemen Straßen des Luftreiches
zu begeben, desto früher wird es der lenkbare Zeppelin der
zisenbahn und dem Dampiffchiff gleichtun, ja sie womög
ich als ideales Verkehrsmitel überflügeln. Auch die Eisen
ahn wirkte in ihrer Kindheit mehr schreckend als einla
end auf die Menschen, und wer nach ihren ersten An
iäherungsversuchen an das Publikum hätte vorhersagen
vollen, wie vertraut sie bald jedem einzelnen von uͤns
verden würde, hätte wenig Gläubige gefunden. Jedern
jortschritt der Menschheit geht eben durch das Ungewo nte
nd auch die Lujftschiffahrt, deren Reize ganz ohne Ver—
jleich sind, wird hoffentlich eines Tages jedem von uns
twas Gewohntes sein.“
Aus aller Weit.
Kriminalisten-Kongreßz. Die Beliner international
kriminalistische Vereinigung hat am Donnersteg in Bechr
die 14. Tagung der Landesgruppe „Deutsches Reich“ er
ffnet. Zur Tagung sind zahlreiche Vertreter der Reichs
egierung und verschiedener Landesreg erungen, ferner her
»orragende Persönlichkesten aus dem Rich er und Juri
tenstande erschienen. Geheimrat von List eröffnete di
Bersammlung mit einem Vortrag über den Vorentwur
ines Strafgesetzes. Ebenso wurden Vorträge geharter
ber Militärstrafgesetze und andere die Kriminalistik be
reffenden Punkle
Feuersbrunst. In Rieslabin im Kreise Schrimm
purden durch ein Großfeuer 21 Gehöfte vernichtet. Di
ntstekung des Feuers soll auf die Fahrlässigkeit eines
kindes zurüclzuführen sein.
Pocken Die alljährlich von russischen und galizischen
zchnittern in Schwerin eingeschleppten schwarzen Pocken
sehmen in diesem Jahre eine außergewöhnliche Verdrei—
ung an. Allein in den letzten Tagen wurden 7 Fälle vor
Pocken-⸗Erlrankungen gemeldet. Die ganze Bewohnerschaf
»er Dörfer Kloekow-Bappohl mußte sich einer Schutzimpf
ing unterziehen. — Auf dem Rittergute Neukirchen be
Lhemnitz erkrankten drei polnische Arbeiter an schwarzer
ßocken. Alle Vorsichtsmaßregeln zur Verhütung der Aus.
ehnung der Seuche sind aetroffen.
Spionitis. Die vor einigen Tacen in Wien vol
ogene Verbantmg des ehemaligen Houed-Offiziers Si
nonideff, der angeblich im Auftage Ital ens die Be—
estigungen von Pola ausspionieren wollte, erregt wegen
»er Beg eitumstände großes Aufsehen. Simonideff, der
roße militärische Kenntnisse vesitzt. ist durch eine Bekannt—
chaft mit einer Künstlerin, die seine kargen Mittel völ ig
uufzehrte, auf abschissige Bahn gekommen. Mit dem Vorsat
Spionage zu treiben, begab er sich nach Ma land, wo um
ein Mann, der sich Brown nannte, 60 000 Lire einhan—
digte und ihm bestimmte Spionage Anjgaben erteile. Si⸗
nonideff versriele das Geld bis auf den leßten Heller
u wirren Haar dasaß, nicht wie ich fürchtete mit allen
Aazerchen von Aufregung und Schreck, sondern eher mit einct
wꝛindeclichen Art von Slaunen.
—Aeij weiß nicht, wer Sie sind. Wo bin ich? Habe i
. * mal gesehen?“ ĩ h Habe ich
Sie sprach, wie ein Kind es tun wurde, mu einem
eichten Beben in der Stimme, als ob sie dicht vorm
Veinen wäre.
„Ich glaube nicht. Aber ängstigen Sie sich nicht —
Zie sind ganz sicher. Ich glaube, Sie haben im Schlas
ewandelt.“
„Im Schlaf gewandelt?“
Rch glaube ja.“
„Aber — tue ich das denn?“ 4
Gegen meinen Willen mußte ich über die kindlich⸗
Frage lächeln.
„Das müßten Sie besser wissen, als ich.“
Aber — woher kann ich gekommen sein?“
„Das ist auch eine Frage, die Sie wohl selbst am bester
eantworten könnten. Wohnen Sie hier im Kaiserhof?“
„Im Kaiserhof?“
Ja, dies ist der Kaiserhof. Wohnen Sie hier?“
„Ob ich hier wohne?“ Sie schüttelte feierlich das Köpfchen
„Ich weiß nicht wo ich wohne.“
„Sie wissen es nicht?“ Aber Sie müssen doch Ihre
Wohnung kennen. Wer sind Sie? Wie heißen Sie?“
„Ich weiß nicht, wer ich bin oder wie ich heiße.“
War sie eine Idiotin? Sie sah nicht so aus. Nie sah
ch Intellekt schärfer in einem Jrauen antuitz ausgeprägt. Aber
je aufmerksamer ich sie betrachtete, desto klarer wurde mir,
daß im Ausdruck etwas seltsames lag. Sie schien gänzlich
herwirrt, als wäre sie eben aus dem Schlaf geweckt, und
zätte noch nicht Zeit gehabt, ganz zu sich zu köommen. Meine
rste Annahme war richtig; sie war eine Nachtwandlerin und
hatte ihr Bewußtsein noch nicht so weit wieder, um sich
n der Wirklichkeit zurecht zu finden, um zu begreifen, was
ie getan hatte.
Während ich dies zu mir selbst sagte, hatte ich meinen
Blick nicht von ihr abgewandt. Aber jetzt fiel mein Auge
auf etwas, das mich förmlich faszinierte.
Sie war von Kopf bis zu Fuß in ein weites, faltiges
Bewand gehüllt, das ihr Gesicht und ihre Gestalt voll zur
Heltung kommen ließ. Es schien mir eine Art von Theater—
nantel zu sein; freilich ähnelte es auch einem von oben bis
inten zugeknöpften Domino sehr. Es bestand aus irgend
inem glänzenden, pflaumfarbigen Material — Alpaka, wie
ch später ersuhr. Eine Kapuze, die daran befestigt war, war
Alh von ihrem Kopf bintenüber gesunken. Mantel un
in Monte Cariv, don wo er schlteßlich ais Fauschspteler
in a wie sen wurde. Ein ungarischer Komitatsbramten odt—
hn nach Wien und Budapest, wo seine Verhaftung er
olgte. Er soll bercits en Gestaͤndnis abge'egt haben.
Deutsche Schüler in Frankreich. Nach dem Be—
uch in der Sorbonne waren eiwa 50 nach Paris gekom⸗
ncne Schüler und Schülecinnen Gäste des deutschen Bot
chafters, der sie äußerst liebenswürdig willtommen hieß.
In e ner Ansprache drückte er seine Freude aus, eine fc
zroke Auzahl junger Deutscher empfangen zu können, die
im Unterricht und beso ders in der srauz ösischen Sprache
o große Fortichritte gemacht hätlen. Am Schluß seiner
Rede sagte Freiherr von Schön, es sei sen heier Wun'ch
die deutschefranzösischen Beziebungen sich bessern zu sehen
Die Erfüllung dieses Wunsches vermehre die Intimetä
zwischen den beiden Nationen.
Schwindelhafter Bankier. Der Bankier Luchen Ri—
pier aus Paris, der durch das schwindelßafte Versprechen,
»ie Ausnahme hinterlegter Geider mit einem sehr hohen
Zinssuß zu verzinsen, zahllosen kleinen Sparern mehr
der minder bedeutende Summen ent ockt hatte, ist ver—
chwunden. Nach den gerichtlichen Feststellungen belaufen
ch die Fehlbeträge auf drei Millionen. Man glaͤubt, daß
stivier sich mit ungefähr einer Million geflüchtet hat.
Erxplosion. Das Platzen eines Roͤhres der kompri
mierten Luflleitung in der Charonnestraße in Paris ver
arsachte dort große Aufregung. Das Straßenpflaster wurd
in einer Länze von 25 Meter aufgerissen und die Pftaster
teine mit großer Gewalt umhergeschleudert. Drei Perso
ien wurden verletzt, von denen seine idren Verletzunger
bereits erlegen ist.
Zum Ordensschwindel. Die in Paris erschei⸗
nende „Liberte“ deutet an, daß auch der an dem Ordens⸗
xhwindel beteiligte Meulemans der Spionage verdächtic
ei, und daß ein Zusammenhang zwischen den begangeneit
Diebstählen Rouets und den Unterschiebungen Hamons be
teht. Vorgenommene Haussuchungen bewiesen die Tat
fachen.
Freiwillig gestellt. Der Polizei-Inspektor Varze«
hat sich im Pariser Justizpalast dem Untersuchungsrichte
gestellt. Die von ihm gewählte Maske war so geschickt
daß er unerkannt in den Justizpalast gelangen konnte. E—
erllärte, daß alle gegen ihn vorgebrachten Beschuldigungen
auf Intriguen en
Grubenbran? Aus Nottingham wird gemeldet
In der Pinxton-Kohlengrube wurde ein elettrisches Kabe
glühend und es brach infolgedessen Feuer aus. 400 Ar
beiter waren eingeschlossen. Einem Rettungzkorps gelang
es mit Sauerstoff-Apparaten, sämtliche Eingeborene zu be
freien und an die Oberfläche zu bringen.
Menternde Schüler. Die Missionsschüler in Sa
masche bon Jardins in Lissabon haben gemeutert
Sie beschimpften die Professoren, von denen sich einig
durch die Flucht in Sicherheit bringen mußten.
Amundsens antarktische Expedition. Roalt
Amundsens Schiff „Fram“ hat nach Buenos Aires folgen
»es Telearamm aus Amundsen mitgebracht: „Auf antark
ische Eisbarriere mit acht Begleitern und 115 Hunder
aufs Land gesetzt. Proviant und Feuerholz für zwe
Jahre. Station etabliert 78 Gr. 24 Min. Süd, 352 Gr
WVest (dies muß ein Telegrammfehler feins. Beginne Vor
toß südwärts bei Abfahrt „Frams“ von der Stat on. Be
ticht folgt. Alles wohl.“ Tas Telegramm bestätigt, daf
Amund ens Station 14 Gred füdlicher als die Scottẽ
liegt. Die „Fram“ verließ die Staton kurz nach dem 4
Februar.
Grußfeuer. Aus Liverpool wird gemeldet: Ein
Teil des Fazakerly-Hospitals brannte ab. Da Feuer ent
stand durch den Einsturz eines Schornsteins, der die Deck
eines Krankensaales durchschlug und brennende Funken um
herschleuderte. Die Patienten wurden in Decken gehült
und in die anliegenden Gebäüude gebracht.
— —
Gerichtszeitung.
Berurteilter Rechtsanwalt. Die Strafkammer in
Bonn verur elte den 37 Jahre alten Rechtsanwalt Fr.
Zperling, der sich in fünf Fällen, darunter in einem
Falle als Kentursverwalter der Veruntreuung von
klientengeldern schuldig gemacht hatte, zu 6 Mona
sen Gefängnis. Die veruüntreuten Beträge belaufen sich zu⸗
jammen auf zirka 1500 Mark. Im Dezember 1909 wa—
Zperling geflohen, wurde aber in England verhaftet un
iusgeliesert. Fünf Monate der Untersuchungshaft wurden
hm in Anrechnung gebracht.
J.Verurteilter Hausdieb. Wegen umfangreicher Haus
diebstähle beim Unterstaatssekretär Stemmrich wurde dessen
ehemaliger Dierer Robert Höri tz von der 3. Strafkam
mer des Berliner Lansgerechis 1 zu einem Jahr Gefäng
nis veruriei“
Von der Luftschiffahrt.
*Zur VBresdener BallonsKatastrophe
Die Opfer der Ballon-Katastrophe befinden fich sämtlid
muf dem Wege der Besserung. Der Zustand des Haupt
manns von Oidtmann hat sich so gebessert, daß an seine
Wiederherste Inng gedacht werden kann. Das Bewußtsen
ehrt bei den Schwerverletzten allmählich wieder zurück.
*zZum deutschen Rundflug. Das preußi'che
ieasminister: um hat für den vom 21. bis 29. Mai att
Kapuze waren mit hellgrüner Seide gefüttert. Die vordere
Seite des Mantels war mit langen, grünseidenen Band—
schleifen besetzt. Eine derselben fiel mir ins Auge. Sie war
aus etwa zehn bis zwölf Zentimeter breitem Band, und fiel
vom Hals bis fast auf den Saum des Mantels.
Fast die Hälste des langen leuchtend grünen Bandei
war, wie es schien, von einem andersfarbigen Flecken ver—
dunkelt. Der Fleck war augenscheinlich noch so neu, daß das
Band triefend naß war. Aber nicht nur das breite Band
war beschmutzt, ich sah, daß hier und da auch die Farbe der
ichmaleren Bandknoten getrübt war. Ja, auch auf dem
Mantel selbst waren Spritzer. Sie hatte die Hand an die
Stirn gelegt. Ich warf einen Blick darauf. Wie war es
möglich, daß mir das bis jetzt entgangen war. Auch auf ihrer
»rhobenen Hand waren diese Flecken, ebenso wie auf der
herabhängenden. Sie waren wie halb in rote Farbe getaucht
— und noch naß.
Plötzlich stand die furchtbare Vision wieder vor mir, die
ch von den Vorgängen in Lawrence' Zimmer gehabt hatte.
Ich sah die Wahnsinnige wieder vor mir, die rasende Gestals
in weiblichen Gewändern, mit fliegenden Röcken. Weiblich—
Gewänder? Nun, hier sah ich sie vor mir, an diesem Wesen
genau das Kleid, das ich gesehen hatte. Und hier, nun freilich
ruhig genug, waren auch die wirbelnden Falten. Ich legt
meine Hand über die Augen, um den entsetzlichen, in mir auf
steigenden Gedanken auszuschließen und rief aus: „Sager
Sie mir, wer Sie sind, und woher Sie kommen!“
Alles blieb still. Ich wiederholte meine Frage. Sie ant
wortete mit einer andern.
„Warum reden Sie so wunderlich, und warum halter
Sie die Hand über die Augen?“
Der bloße Laut ihrer Stimme. beruhigte mich. Für mic
liegt der größte Reiz einer Frau in ihrer Stimme. Und ni
hörte ich eine melodischere Stimme als die ihre. Es wa
undenkbar anzunehmen, daß eine Stimme. die so das Ge
präge der Wahrheit in sich trug, einer Falschen angehörer
sollte. Ich ließ meine Hände sinken und sah sie wieder an
Sie hatte ihr ganzes Gesicht mit den Fingern eingeschmiert
über die eine ganze Seite zog sich ein blutroter Streifen.
„Sehen Sie nur,“ rief ich „was Sie gemacht haben!“
„Was denn?“
Was ist an Ihren e
„Meinen Händen? Was an meinen Händen ist?“
Site hielt ihre Hände ausgestreckt vor sich und sah mi
der unschuldigsten Miene von der Welt darauf nieder.
„Es ist Blut!“
Blut? Wo ist das hergekommen?“
indenden Rundflug durch Sachsen als Zuß
Mark bewilligt und will außerdem bei ver
in Flugzeug in Bestellung geben, die daͤ—
Ziegers lieferte. Von den sächsischen Städte
170 000 Mark für den Rundflug aufgebrach
Ueber die Verweudbarkeit der z.
kürzlich die beläannten Lhchifferbauer Orville—
Wright von Tayton, Cy, eine Erklärund
ren Quintessenz darin besieht, daß die
niemals dem Handel dienstbar gemacht wer—
dieser Ertlärung wurde der Enthusiasmus
dämpft, die die Erwartung genährt haben
einem Luftschiff von Amerita nach Europ
nen, und sich mit dem Gedanken befreu
reisen in einem Luftschiff unternehmen z—
langweiligen Reisen in Eisendahnzügen 5
ville Wright erklärte, daß ein Luftschiff n
mosphärischen Zuständen abhängig bleibe
deshalb stets Ungewißheit herrschen w
schiff, das für eine Fahrt bestimmt zi
puntt finden wird. Deshalb werde
der Konkurrent von Eisenbahnen un'
und Passagierverkehr werden. Herr
auch, daß die Luftschiffe erheblichen
und wahrscheinlich auch für den Krieg
wenn es gelingen sollte, ein Luftsch
und Fracht-Dienst zu erfinden, so würtd
fitabel erweisen, da die Angst die Men
de, es zu benutzen. Veim Sport sei die
ders; Wright hob hervor, daß die Me—
Luftschiff weniger Gefahr lausen, zu ver.
B. bei einem schnell fahrenden Automo
auch die Herstellung eines Luftschiffes mi
kosten verbunden, und die Unterhaltungs
geringer, als bei einem Automobil. Es
in erster Linie darum, die Lenkbarkeit zu
und dieses geschehe jetzt. Wrights weigerlen
die Offerte zu sagen, die sie vom Krieg
die Konstruktion von Luftschiffen erhalten
es bekannt, daß sie mit der französischen
über unterhandelten. Die Konstruktionen
wurden wegen Mangels an gehörigem Ma—
doch werden einige Luftschiffe in den „Baua
HerrenWright in einigen Monaten ferlig seir
In einer Lawine schwimmend. Aus
Tirol wird berichtet: Von Pfunds zieht das
hoch hinauf in die wilden Berge der Kauner
Sommer ist es ein prächtiger Weidegrund, im
schauerliche Oede. Da hinauf machte der
Schweizer vor einigen Tagen einen dienstli
Plötzlich bemerlte er hoch oben an einem ste
ein Rudel Gemsen, und sah, wie diese eine
traten. Der Mann lief, wäs er konnte, um
Bereiche des Schneestromes zu kommen, aber
reichte ihn und riß ihn mehr als 200 Meteren
fort. Schweizer machte Schwimmbewegungen
sich an der Oberfläche erhalten, verlor aber
Ausrüstung und erlitt innere Veratzungen. Un
ren Schmerzen schleppte er sich vier Stunden
wärts bis zu der ersten Ansiedelung, wo er, B
und zu Tode erschöpft, ankam, und Verpflegun
P.
Lokales und Vermischtes.
Konzert. Am nächsten Sonntag, von naum
Uhr ab, findet im Vergnügungslokale am VSe
seitens der Vergkapelle Konzert mit nachfolgenden
Vorsicht! Gesindel in den Waldung
dieser Ueberschrift entnehmen wir der „Saarbr
gende Zeilen: Die letzten schönen Tagen haben
Bürger der Stadt verlockt, sich in dem erwach
zu ergehen. Leider findet sich aber mit den ers
tagen auch das Gesindel in unseren herrlichen!
das diese schon seit Jahren unsicher macht
Spaziergänger das Auffsuchen unferer prächtie
holungsstätten verleidet. Vorgestern mittag
Spaziergänger im St. Johanner Stadtwalde
Römerbrünnchen und dem Waldhaus laute H
zingen darauf zu und fanden einen älteren
»lutend am Boden liegen, während zwei Burset
Frauenzimmer eiligst in den Büschen verschn
hjalfen dem Ueberfallenen auf die Beine, der
die drei, nachdem sie schon andere Personen be—
ihn einfach niedergeschlagen und seines Porte
erheblichem Inhalt beraubt hatten. — Au
dungen von Raubanfällen liegen uns vor
einiger Zeit einer Frau im Walde bei
einem 18—–19 Jahre alten Burschen das
entrissen, während andere Spaziergänger im
Stadtwalde durch einen jungen Burschen in
erhörten Betragens belästigt wurden. Alljäh
Klagen auf über die zunehmende Unsicherhe
Waldungen. Die bisherigen Maßnahmen,
überhaupt angeordnet wurden, haben, wie
beweisen, leider keinen Erfolg gehabt. Man
von den zwei berittenen Schutzleuten versprochern
sich aber selbst sagen, daß diese hei dem Ums
Waldgebietes vollständig ungenügend sind.
schon wiede: holt gefordert, fliegende Wach—
die fortgesetzt Streifpatrouillen durch die
Ein noch wirksameres Mittel dürfte es
Patrouillen in der Verkleidung harmloser
einhergehen. Jedenfalls muß hier etwas ge
Wälder dürfen nicht der Zufluchtsort zweifelr
sondern sollen unserer Großstadtbevölkerung ern
städte sein, wo fie sich nach des Tages La
ergehen und erfrischen kann. Das es also w
Polizei- und Stadtverwaltung Sorge tragen
Personalnachrichten. Dem technischen
des Steinkohlenbergwerks Reden, Bergassefsor
die nachgesuchte Entlassung aus dem Staatsdie
Mai 1911 ab erteilt worden. — Der bisherig
scheider Wilhelm Braun bei dem Steinkohlenben
ist vom 1. April d. J. ab zum Gruvenmar
Steinkohlenbergwerks Von der Heydt erno
Aus dem Ministerium für Handel »9
sind in dienstlichen Angelegenheiten für m
eingetroffen der Ministerialdirektor, Herr
mann und Wirkl. Geheimer Rat, Exzellenz
der Vortragende Rat, Herr Geheimer Bergrou
Kgl. Oberbergamt in Bonn weilen hier die
hauptmann Baur und Geh. Bergrat Althüt
In einer gefährliche Lage geriet am
neue Ballon „Saarbrücken“, der zu sein,
morgens in Pirmasens aufgestiegen war un—
nach Neustadt a. d. H. davonflog. In
Neustadt im sog. Hambacher Gemeindewa
um dieselbe Zeit, als der Ballon „Saarbr
Gedbiete näherte, ein heftiger Waldbrand,
Luft geschleuderten Funken sehr leicht ei
mit Gas gefüllten Ballons hätte eintret—
Glück hatte aber der Ballonführer die
kannt und warf einige Sack Ballast aus,
in einer Höhe von ca. 2250 Meter das
brandgebiet überflog, ohne auch nur den
den zu erleiden