Full text : Dudweiler Zeitung

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a Amtliches Publikationsorgan für den Mit zwei Beilagen: —3
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.t Bürgermeisterei⸗Bezirk Dudweiler. SsSonntagsblatt und Heitere Blätter. vebeit
⸗Anschluß Saarbrücken Nr. 69, 259, 269, 1261. Drucku. Verlag: J. Unterkeller, Dudweile. Verantwortlich für die Schristleitung Arthur Unterkeller, für den Anzeigenteil Karl Unterkeller
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ment ist mit 300 M. gegen Tod durch Unfall bei der Nürnberger Lebensversicherungsbank in Nurnberg versichert. Jeder Unfall ist binnen einer Woche nach Eintritt der Nürnderger de“ asversicherungsbant anzuzeigen, auch muß sich der Verletzte innerhalb 20 Stunden nach dem Unfall in arztliche
a begeben. Todesfälle müssen sofort spätestens aber innerhalb 48 Stunden nach dem Eintritt zur Anmeldung gebracht werd⸗niNber die Voraussetzung der Versicherung geben die Versicherungsbedingungen Aufschluß, die vom Verlage od. von der Nürnberger Lebensversi*ðt⸗rungsbonk zu beziehen sind
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—93. Freitag, den 21. April 1911. 24. Jahrgang,
— — — —
der preußischen Polen die Versicherueng gegeben haben
ede politische Kundgebung zu unterlafsen, so hat Kaiser
Wilhelm die Ueberführung der Leiche des Kardinals Ea
dichioni nach Poken gestattet. Die Leiche wird in den
iächsten Tagen von Rom nach Deutschland gebracht werden

4

Die Naundorff⸗Legende.
rSchlußsisung des preutzischen Her enhauses vo
erien stellte Prinz Schönaich-Carolath die An
die Regierung, ob das Staatsarchiv Dokument
Naundorffs, die sich als Nachtommen Ludwig
en, berge, und ob es wahr sei, daß die deut
stanzler die Veröffentlichung dieser Papiere ver
erwiderte der Wirkl. Geh. Oberregierungsra
Direltor der preußischen Staatsarchive und de—
Staatsarchivs. Er bejahte das Vorhandensei
istüche und verneinte das Verbot der Reichs
ich des Herrn von Bethmann-Hollweg. Da⸗
i im Gegenteil schon wiederholt der wissen
Forschung zugänglich gemacht worden.
it das nun sür ein Material? Ein sehr unter
historisch geschulter Privatgelehrter schreib
N. N.“ darüber:
nspruch der Familie Naundorff an den franzö
at, sie als die Uren'el Ludwigs 16. und de
»inet e und damit als Franzosen anzusehen, is
espresse so viel erörtert worden, daß nur dag
esprochene erörtert werden sonl. Das Material
chen Staatsarchivs ist nicht nur deutschen, son
ausländischen und gerade französischen For
twilligst überlaf'en worden. Es wird durchaus
ten, daß jener Naundorff, der im Palast ven
jeboren sein wollte, Uhrmacher in Brandenburg
aß er, der preußische Handwerker, mit seinem
der Dauphin zu sein, zum ersten Male 1824
Er behauptete, als Knabe der qualvollen Be—
s bösen Schusters Simon entronnen und nach
ausgewandert zu sein, wo er die Uhrmacherei
„den Namen Naundorff annahm. Die stepti—
arn und Behörden in Preußen ließen ihm gern
tischen Abenteuer, die er so beweglich zu er—
te, nur waren sie so hartherzig, ihm das zu
orauf es ihm ankam, den schönen Titel eines
xr schüttelte deshalb auch bald den preußischen
den Füßen und begab sich nach Hollaud. In
er sich niederließ. hatte er mehr Glück. Die
Mastricht und Hertogenaosch sahen nicht ein
n einem Mitbürger, welcher sich durchaus de
ennen wollte, dieses Vergnügen nicht lassen
erkannten ihm diesen Namen ohne weitereg
öhne Naundorffs wurden 1874 vom Pariser
tshofe mit ihrem Anspruche abgewiesen. Die
dorffs sind es, die heute den Pariser Senat und
chen Justizminister von neuem „bemühen“. Und
nicht die stkeptschen deutschen, sondern fram
cher, die unter Benutzung alles vorhandenen
en icheren wissenschaftsichen Nachwe's geführt
der ung ückliche strophulöse Dauphin ta sfächlich
mimen gestorben und auf dem Friedhofe von
querite in Paris begraben wurde. Im Jahre
der Archivdirektor A. de Beauchesne in einem
von der Akademie preisge'rönt wurde, d'e
rkunden benutzt, die Ludwig 18. in einer ge⸗
rischen Untersuchung der Schicksale der könig—
lie veranlaßt hatte. Noch tiefgründiger sind
weise des ausgezeichneten Gelehrten Professor
in dem Buche Louis 17., Paris 1884, und
rage dazu: „Les derniers chapitres de mon
Paris 1887. bei Firmin Didot.
irg des Dauphin befindet sich heute noch auf
erise⸗Friedhof an einer Stelle, die genau be
die Eröffnung dieses Beweisstückes würde den
pul vielleicht ein für alle Male ein Ende ma
der Ge'chichtsstunde der Schule weiß woh! nod
kuder königstreu gesinnte Totengräber Pierr
genannt Valentin, den von ihm geze'chneter
auphin aus einem gemeinsamen Grabe in de
dritten Nacht nach der Bestattung an ein
e des Friedhofs versetzte. An dieser Stell
846 durch Zufall beim Eingraben eines Pfo
ien Glockenguß einen Bleisarg, auf dem unge
deutlich das Zeichen der bourbonischen Lie
ir. Der Sars enthielt die Gebein⸗e eines Kna—

den mit unverkennvaren Merkmalen der Stkrophulose. Vie
Hirnschale war durchsägt. An ihr llebte wohlerhaltenes
langes rötlichblondes Haar. Der Vergleich des VBefunde⸗
mit dem Sektionsprotokoll von 1795 ervab eine frappante⸗
Uebereinstimmung in allen, auch den kleinsten Einzelhei—
len. Es war Ludwig 17. Der Sarg wurde neben dem
des früheren Pfarrers von Sainte Marguerite, namens
Dubois, wieder eingegraben. Wenn nun die Anwaͤlle der
falschen Bourbonen behaupten, man habe die Gebeine des
Dauphin auf dem Marguerite-Friedhof trotz allen Suchens
nicht finden können, und das sei auch ein Bewens für die
Ansprüche der Naundorffs, so kann man gerade hier am
besten einsezen und sagen: Der Schluͤffel zu dem Geheim—
nis liegt neben dem Sarge des Pfarrers Dubois auf dem
Pariser Friedhofe. Er liegt nicht mehr in dem Materias
der preußischen Staatsarchive. Denn davon ist nichts ver
zeimlicht, nichts unbekannt geblieben. —
Volitische Rundschau
deutsches Rei
*? Die „Nordd. Allg .Ztg.“ schreibt: Die Betriebseinnah
men der preußischchessischen Staatseisen
vahnen ergaben im März 1911 gegenüber März 1910
im Personenverlehr 3,4 Millionen oder 6.94 Prozent we
aiger, der Güterverkehr 16,1 Millionen oder 14.50 Proz
nehr, insgesamt nach Abzug der Mindereinnahmen vorn
3,3 Millionen bei den sonstigen Einnahmen 9,3 Milio—
ten oder 5,27 Prozent mehr. Bei der Beurteilung des
Ergebnisses ist zu berücksichigen, daß in diesem Jahre dag
Oster fesst nicht wie im Vorjahre in den März, sondern
April fiel, sodaß die Märzeinnahmen dieses Jahres aus
dem Personenverkehr um den vollen Betrag der Osterein
nahmen hinter denen des Vorjahres zurückblieben. Da
anderersets der März in diesem Jahre zwei Werktag«
nehr hatte als im Vorjahr, so erklärt sich hieraus die be
rächtliche Mehreinnahme aus dem Güterverkehr. Ueber di
Mindereinnahmen bei den sonstigen Einnahmen ist zu be—
nerken. daß ein Teil dieter ECinnahmen. wie Wagenmie
en, Altmaterialenerlöse je nach dem Stande der Abrech—
iungsarbeiten und der Materialabnahme bald sräher, bald
päter eingeht. Im Vorjahre ist ein berrächtlicher Tei Lie
ser Einnahmen erst im März zur Kasse geflossen.
* Der Polizeipräsident in Frankfurt a. M. ver—
bot den geplanten Mai⸗-Umzung der Sozialdemolrasen
durch die Straßen der Stadt.
* Zu der Frage, wann die Legislaturperiode des
Reichstages abläuft, wied der „Täglichen Rund—
schau“ beftätigt, daß man in Riegierungskreisen der Mein—
ung ist, daß die gegenwärtige Legislatur-Periode erst am
25. Januar abläuft, und daß die Regierung damit rech⸗
net, die Herbst-Session des Reichstages vielleicht bis in
den Januar hinein zu verlängern, wenn sich dies al—
iotwendig herausstellen sollte.
* Amtlich wird mitgeteilt, daß das de utsche Kau
erpaar, die Prinzessin Viltoria Luise und möglicher—
veise auch Prinz Joachim am 158. Mai an Bord der
Hohenzollern“ in Port Viktoria eintreffen werden. Die
ütstlichen Herrschaften werden im Buckingham-Palast Gäsie
ꝛes englischen Königspaares sein. In der Begleilung des
eutschen Kaiserpaares wird sich kein Minister befinden, da
er Zeuch einen ausschließlich privaten Charakter tra
en soll.
»Die Auflassung des Tempelhofer Fel
es hat vor dem Amitsgericht Berlin-Tempelhof statige
unden. Mit der Auflassung, der sich nach der Genehmig
ing durch den Reichstag keine Hindernisse mehr in den
Weg siellen. ist das westliche Tempelhofer Feld endgültig
n den Befitz der Gemeinde Tempelhof übergegangen.
* Die diesjährige Tagung des Deutschen Kolo—
tialvereins findet am 15. und 16. Mai im fürst—
ichen Hoftheater zu Gera ftatt. Die Tagesordnung isl
noch nicht endgült'g sestgesetzt. Zu der gleichen Zeit trit
auch der direltoriale Ausschuß zu einer Sitzung zusammen
Englaud.
*Im Unterhause fragte der Liberale Monney den
Bremierminister erstens, ob er die o'fizielle Erklärung des
zeutschen Delegierten in der interparlaämentarischen Union

n Brussel, daß jeder ernste Vorschlag zur Einschrän—
—urng eder Rüstungen in deutschen maßgebenden
tdreisen mit Freuden begrüßt werden würde, seine Auf
nerlsamkeit geschenkt habe, und zweitens, ob der Premier
ninister ingend einen Grund zur Annahme habe, daß di
eutsche Regierung diese Frage jetzt von einem anderen
ßesichtspunkt aus ansehe, als sie am 16. März 1909 aus—
eführt bahe. Asquith erwiderte, er habe die erwähnte
erklärung nicht zu Gesicht belommen. Es koͤnne aber na⸗
ürlich nicht, was in der interparlamentarischen Union ge
agt sei, das Gewicht der jüngsten Erklärungen des deut
chen Reichskanzlers abschwächen.
Tuͤrkei.
*Bei der Beratung des Budgets des Aeußeren gaben
er Großwesir und der Minister des Aeuße
en zur Kretafrage die üblichen Erklärungen ab
tifaat-Pascha konstatierte sonst, daß die Beziehun
sen zu den Großmächten durchweg freundschaäftlich
eien. Bezüglich der Balkanstaaten versicherte de
Ninister. daß die Türkei von dem Wunsch bester Bezieh
ingen beseelt wäre, doch hänge dies nicht von ihrem ei
jenen Belieben ab. Zur Realisierung diekes Wun sches se
otwendig, daß die genannten Staaten die g'eichen Ziel
hrlich unterstützen und nicht geheime, gegen den Bestand
es Reiches gerichtele Absichten nähren. Auf die Inter
ellation des Abg. Ferid über die Potsdamer En
revue wird Rifaat in der nächsten Woche erwidern.

Der neue Leipziger Bahnhof.
Die umfangreichen, in großartigem Stile durchgefůhr
en Umbauten des Leipziger Hauptbahnhofes sind nac
nehr als dreisahriger Arbeit so weit gediehen, daß de
seubau des riestgen Hauptgebäudes nunmehr fast völli,
inter Dach gebracht ist. Allerdings wird der imere Aus
»au des gigantischen Werkes noch eine geraume Zeit ir
Anspruch nehmen, doch hoffen die ausführenden Ärchitet
ten noch vor Ablauf der ihnen gestellten Frist den Bar
fertig stellen zu können. Der neue, in unserem heutiger
Bilde zur Darstellung gelangsen Hauptbahnhof wird nach
einer Fertigstellung das größte Bahngebäude der Wel—
arstellen; er bedeckt mit seinem Gebäude und den Bahn.
teiahallen einen Flächenraum von mehr als 96 000 Quad

Marokko.
* Insolge der unter den Stämmen längs der Muluay
vegen der Zwischenfälle in Fe z herrschenden Aufre g⸗
ung, sowie infolge der aufrührerischen Haltung des Stam⸗—
nes der Uarain hat der französische Grenz-Kommandant
Befehl erhalten, Truppen der Dipision Oran beren zu
jalten, um unverzüglich einige Punkte an der Grenze zu
gHerstärken.
* Ein längjähriger Kenner Marokkos, der die Kämpfe
im Fez angesehen hat, bezeichnet diese sämtlich als ein
dinderspiel, von denen für Fez keine Gef
aher drohe. Neue Nachrichten aus deutscher Quelle in
Fez sehlen ganz. Die deutschen Boten wurden teils nich
zurch die Schirardas durchgelassen. teils unterwegs be
aubt.

fœIoGG n
Hofß und Gesellschaft.
**Kardinal Cavichioni 7. In Rom ist Kar—
hinal Caviochioni, der Präfekt der Kongregation der Stu—
»ien, im Alter von 75 Jahren nach einer Steinoperation
gestorben. Mit Kardinal Benian no Cavachioni, der seit
z Jahren den Purpur trug, ist nunmehr der einundzwan—
zigste von den 70 Kardin en, aus welchem das heilige
Kollegium besteht, delen Stelle im Kollegium neu zu be—

atmeter, das ist mehr als doer ooppelte Flächeninhalt de
Augustusplatzes in Dresden. Der Eniwurf der riesigen
EImpfangshalle stammt von den bekannten Dresdener Ar
hitetten Lossow und Kühne. Bei der Wettbewerbsaus
schreibung war s. Zt. den Architekten in Bezug auf · di
Wahl der Architektur für das Gebäude und die Bahnsteig
hallen, sowie hinsichtlich des zu verwendenden Material⸗
olle Freiheit gelassen, jedoch durfte der aufzustellende Keo
ltenanschlag die auf 5800 000 Mark festgesetzte Bausumm
nicht überschritten werden. Interessant ist, daß der nein
dauptbahnhof von zwei getrennten (ächsischen und preu
zischen) Eisenbahndirektionen verwaltet wird, ebenso tra
jen die Kosten jür den Bau Sachsen und Preußen ge
———

æ NHardinal caviechionit
etzen ist, tot. Obwohl fast ein Dritlel der Kardinaidfel
len valant ist, wird trotzdem infolge des vatikanischen
Trauerjahres erst im nächflen Jahre ein Konsistorium X
die Ergänzung des Kardinalkollegiums stattfinden. De
etzt verstorbene Kardinal Cavichioni war s. Zt. an Siell—
des verstorbenen Kardinals Satolli zum Präfekten de⸗
Ztudienkommission ernannt worden. — Da die Führe:

Göttin Dämon
toman von Richard Marsh.
Nachduck verboten

eugt, daß irgend etwas nicht stimme, wenn ich auchy nicht
agen konnte was.
„Aufgepaßt,“ sagte er. „Seien Sie einmal im Leben ein
zportsmann! Ich will Ihnen noch eine Chance geben — das
ächste Abheben gilt doppelt oder wir sind quitt.“
Ich wollte eigentlich nicht, ich war garnicht dafür. Ein
olches Hazardspiel war garnicht nach meinem Geschmack
Aber er drängte und ich gab nach. Ich weiß nicht warum
Das Trinken mußte mich mehr beeinflußt haben, als ich ahnte.
Wir nahmen ab. Ich zuerst — Coeurbuben. Da die höchste
zelten sollte, war es keine schlechte Karte. Ich beobächtete
hn, während er abhob, und sah, wie er mindeslens eine Karte
ꝛon den abgenommenen fallen ließ; und das, nachdem er ganz
zut sich mit einem schnellen Blick von ihrem Wert hatte uͤber⸗
eugen können. Die Karte, die er aufdeckte war die Coeur⸗
ame, während er gleichzeitig ausrief:
„Da, das genügt!“
„Aber das ist nicht die Karte, die Sie zuerst aushoben, —
Sie ließen eine fallen!“
„Ich eine fallen gelassen? Was meinen Sie eigentlich?
Meines Wissens nicht, wenn schon, müßte es der reine Zufall
gewesen sein. Was sehen Sie mich so an? Werden Sie nur
nicht ungemütlich, weil Sie verloren haben!“
Diese Andeutung war ebenso grundlos als unberechtigt
Ich dachte nicht daran heftig zu werden; aber ich war uͤber⸗
zeugt, daß ich recht hatte mit meiner Behauptung. Aber die
Karte konnte aus Zufall hingefallen sein, und es war mögich,
daß er nicht darauf geachtet hatte. Jedenfalls war es, an-—
zesichts der Tatsache, daß ich mit dem Mann auf einem
iemlich vertrauten Fuß gestanden und noch nie Ursache zum
Mißtrauen gehabt hatte, eine etwas peinliche Lage, darauf zu
bestehen, trotz seiner unumwundenen Erklärung. Ich erhob
mich von meinem Stuhl, ohne ein weiteres Wort.
Das macht also siebenunddreißigtausensechshundert Mark
ie Sie mir schulden. Bedaure aufrichtig, Ferguson, hoffentlich
saben Sie nächstes Mal mehr Glück.“
Innerlich nahm, ich mir vor, nie wieder mit Edwin
rawrence Karten zu spielen: wenigstens nicht, wenn wir nu⸗
u zweien waren.
Als ich in meine Gemächer zurückkehrte, war ich in einem
Itsamen Gemütszustand. Die Ereignisse des Abends summten
nir im Kopf herum. Nicht allein des Geldes wegen. Wenn
h auch immerhin beinahe ein Millionär bin, so sind fast vier
ztausend Mark immerhin eine Summe, die man nicht gern
einfach wegwirft. Aber die Frage, die immer wieder auf
muchte war die: war der Mann, den ich anfing schon als
reund zu betrachten, wirklich ein so jämmerlicher Mensch“
S vonfhar, daß er die Aoblen zir sfoinope Moxtoiur fa

iotierte und die Karte absichtlich fallen gelassen hattez
nehr ich über die Vorgänge dieses Abends nachdachte, *
veniger gefiel mir der Schluß, den ich daraus ziehen mußle
Als ich zu Bett ging, ließen meine Gedanken mir keine
Ruhe. Ich konnte sie nicht abschütteln. Unruhig warf ia
nich hin und her ohne einschlafen zu können. Und als der
endlich kam, schien ich erst recht Aufregendes zu er
eben.
Meistens ist meine Ruhe eine ungestörte. Träume quäles
nich selten. Aber in dieser Nacht haͤttie ich einen ganz selt
amen Traum. So seltsam, daß er mich bis auf den heutige
Tag selbst im Wachen quälte. Was die Deutlichkeit anbetrifft
o grenzte sie schon fast ans Uebernatürliche.
Ich gebe sogar zu, daß ich tatsächlich weder entscheider
onnte — kann, ob ich nicht wenigstens zum teil ein wirk
icher empfindender Zuschauer war und nicht nur der Spiel
ball einer nächtlichen Vision.
Nauürlich bin ich nicht im Stande zu sagen, wie lange ich
zeschlafen halte, aber mir schien, daß ich nur gerade meine
Augen geschlossen hatte, als mich etwas, ich weiß nicht was
wang wmich im Bette aufzurichten. Und nicht nur aufzu
richten, sondern auszustehen. Ich erinnere mich nicht, mich
angezogen zu hahen; ich weiß bestimmt, daß ich das elektrisch
Licht nicht aufdrehte, denn ich war mir der herrschender
Dunkelheit vollständig bewußt.
Und in dem VDunkel empfand ich den unbezwingbarer
Drang, zu Lawrence zu gehen. Ich verließ mein Zimmen
vie ich bestimmt glaube, nur mit meinem Schlafrock betleider
AMuf dem Flur brannte Licht; es brannte dort immer di
zanze Nacht hindurch, und ich entsinne mich genau, daß id
s brennen sa während ich entlang ging. Als ich ar
Lawrence Tür kam, klopfte ich an. Niemand antwortete. Ick
zögerte, ehe ich von neuem klopfte; und während dessen hört
ch sofort ein seltsames Geräusch, das don drinnen kam.
Niemals vernahm ich ein grauenhafteres Geräusch. Ich
vweiß kaum, wie ich es beschreiben soll. Es war als wenn
ein wildes Tier, außer sich vor Wut, drinnen tobte. Heulen
Znurren, Knirschen, ein fürchterliches Keuchen, alles schien
zurcheinander zu tönen. Und dazwischen mischten sich —*
Schreie, wie fie Jemand im höchsten Schmerz und Schrecker
zusstößt. Bei diesen Lauten zauderte ich nicht mehr. Jd
linkte die Tür auf. Ich trat ein. Den sich mir darbietende
Anblick werde ich eoh nie mehr vergessen.
Lawrence rang aufs wahnsinnigste mit einem seltsamer
zeschöpf, das ich nicht genau erkennen konnte. Dieses Geschöp
tieß diese entsetzlichen Laute aus. Es schien nur eine Mass
irbelnder Bewegungen zu se'n Mie hatfto ieh so etwos vo
i—⏑ 44*

E
Aule Teile schienen sich zu gleicher Zeit zu rühren. Unl
mit seiner ganzen Kraft griff es Lawrence an. Er schien
nur noch schwachen Widerstand zu leisten, wie er, bald hier
her bald dahin gerissen, hin und her taumelte.
Aber gegen einen solchen Angriff waren seine Anstrengunger
umsonst. Plötzlich fiel er vornüber zu Boden. Das sich buůckende
Geschöpf ließ einen Sturm von Hieben auf seinen bewegungs
losen Koörper herniederhageln, waͤhrend es die ganze Zet dies
entsetzliche, keuchende Geräusch ausstieß. Und dann war es still
Die ganze Zeit über hatte ich die Empfindung, daß
diesem Geschoͤpf etwas grauenhaft Menschliches anhafte. Es
schien mit wehenden Gewändern von einem glänzenden seidigen
Stoff bekleidet zu sein, dessen weite Falten auf und nieden
wogten, während es sich wand und krümmte. Jetzt da es
regungslos war, schlug ein weibliches Lachen an inein Ohr
Ich bin nicht nervös. Auch glaube ich nicht, daß ich
physisch ein Feigling bin. Aber ich muß gestehen, daß ich
anstatt zu versuchen mich dazwischen zu werfen, oder Hilffe zi
eisten, die wahrhaftig dringend nötig schien, mich bei diesen
Lachen wie eine Memme umwandte und floh. Und das Selt
amste war, daß ich, wie es schien, unmittelbar danach auf⸗
wachte. Aufwachte, um zu finden, daß ich, so unwahrfchein
lich es auch schien, zweifellos geschlafen hatte, denn ich saß
Deet im Bett, mit Schweiß bedeckt und an allen Gliederr
iitternd.
Ich sah mich um. Der Vorhang vor dem hohen, bis au
den Boden reichenden Fenster war in die Höhe gezogen. Ja
wußte, daß ich ihn wie immer, hoch gezogen hatie, ehe d
zu Bett ging. Der Mond schien hell herein, Plstzlich schlug
ein Laut an mein ängstliches Ohr. Ich suhr auf um zu
ehen, von wo er käme. Vom Fensier! Starr sa ich hin⸗
Ich ar jetzt ganz wach, darüber konnte kein Zweifel fein
yIm Mondenschein konnte ich sehen, daß jemand draußen stand
oor der Scheibe, eine undeutliche, geheimnisvolle Gestalt. de
Briff wurde gedreht — er war setwas rostig und ich hört⸗
ihn quietschen. Das türartig, bis auf den Fußboder
herniederreichende Fenster wurde, wie von unsichtbarer Han
mit einem Ruck aufgestoßen. Aus dem hellen ——
von seineu Strahlen umflossen, wie eine Geistererscheinung tra
eine Dame in mein Zimmer

Kapitel 1.
Fine nächtliche Vision.
e gunz bestimmt gesehen, wie Edwin Lawrene
el Karten gemogelt hatte. Als ich noch gan,
iag, sah alles deutlich vor mir. Ich wundert
aß ich solch ungläubiger Idiot hatte sein können!
usammen im Trocadero gespeist. Dann waren
1Empire gegangen. Die große Musikhalle wa
on Menschen und zum Ersticken heiß.
ie uns wieder hinausgehen,“ Gu Lawrenee vor
aum drin waren. Dies Gedräͤnge und dies
zu ertragen.“
anz seiner Ansicht. Wir gingen hinaus.
ich ein Stündchen mit zu mir!“ sagte er.
beide im „Kaiserhof“ in derselben Etage. Er
stummer 79. Wenn man aus seiner Tür
uatlang ging, rechts um die Ecke — dann
ür auf der rechten Seite meine. Ich ging
uber ein kleines Spielchen?“ fragte er.
oesser als nichts.“
erstanden. Wir machten ein Spielchen,
ringfügige Einsätze. Ich bin ein ziemlich
Ich hatte bereits mehr getrunken, als ich
—B——
nsätze. Ich weiß wirklich nicht mehr,
machte, * weiß nur, daß ich nichts da⸗
Ich hatte all mein Bargeld verloren. Ich
Er notierte auf einem Papierblatt, was
Als er dann die Totalsumme nannte, war
daß es so viel mehr war als ich gedacht
fast zwanzigtausend Mark. In derselben
inz ernüchtert und wach.
endachthundert Mark, Lawrencel Das kann
in!“
ereund, hier sind die Zahlen; rechnen Sie

as Blatt Papier. Ich fand, daß er die
„lässig hingeworfen hatte, aber da ich
elbst angeschrieben hatte, so konnte ich die
anfechten; und zusammenaddiert machten
Summe aus. Dennoch mar ich fest ühbe

Kapitel 2.
Die Dame, die durchs Fenster kam.
gielt meinen Atem an, starr von Staunen. Di
„ar wirklich da, das war klar. Aber wie konnte ei
„s Wesen mein Fenster von draußen erreicht haben
dD'otoebtlicke Stunde gefommen
            
Waiting...

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