eint F — — C — J —
itaus.. 6 D 8 9 9 ——“ —
age und? — V—— J J ⏑ F d ——
mnatlich — —
zaus ge⸗ —— —— ———
Ie —— —
Post be⸗ 2 2 0 — F — 7
e Amtliches Publikationsorgan für den Mit zwei Beilagen:
3 Mark. — 2 2 2 2 r 00
Sat Bürgermeisterei-Bezirk Dudweil Sonntagsblatt und Heitere Blätter.
Anschluß Saarbrücken Nr. 69, 259, 269, 1261. Drucku. Verlag: J. Unterkeller. Dudweiler Verantwortlich für die Schriftleitung Arthur Unterkeller, für den Anzeigenteil Karl Unterkeller
——— — — — — ———— — — äenn. .: Û) a àoÿuu S - O e—_”_S TOT--,-.- T.... 3.x”Û SAæ»:——x— — — —— ——Re j——————— -— — ,scsõ—“—QQ — [— ——
sent isinn od d. gegen Tod durch Unfall bei der Nürnberger Lebensversicherungsbank in Nürnberg versichert. Jeder Unfall ist binnen einer Woche nach Eintritt der Nürnberger Lebensversicherungsbank anzuzeigen, auch muß sich der Verletzte innerhalb 24 Stunden nach dem Unfall in ärztliche
begeben. Todesfälle mussen sofort spätestens aber innerhalb 48 Stunden nach dem Eintritt zur Anmeldung gebracht werden. Uber die Voraussetzung der Versicherung geben die Versicherungsbedingungen Aufschluß, die vom Verlage od. von der Rürnberger Lebensversicherungsbank zu beziehen sind.
Mittwoch, den 12. April 1911. 24. Jahrgang.
— — LC “2Z2ü—„ü——————T——— —
aut: Hoch das freie Korstta, hoh das unabhängige KFop
sika. Man befürchtet, daß die Erregung eine weitere Aus
dehnung annimmt, und daß der am 24. April in Ajaccit
stat findende Protest-Kongreß für die französische Regierun—
sehr unangenehme Zwischenfälle haben könnte.
China.
* Die „Evening Times“ meldet, daß sich im Süden
Chinas die Truppen gegen die im Norden ausgebobe
nen Truppen empört haben. Der Grund ist, daß der aus
der ihnen verhaßten Mandschu-Dynastie entstammende P inz
regent sich zum Höchstkommandierenden gemacht hat. Di
Euüropäer in Cante fliehen nach Hongkong.
— — *
Hof und Gesellschaft.
m* Der König von Griechenland ist in Be—
gleitung des Prinzen Christopherus zum Besuch de—
deutschen Kaiserpaares in Corsu eingetroffen.
Das griechische Kronprinzenpaar und Prinz und Prinzes—
sin Andreas traten gleichfalls die Fahrt von Athen nach
TForfu aun
Anzeigen
kosten die 1spalt.
Petitzeile 10 Pfg.
bei auswärtigen
15 Pfg. Rekla⸗
men die Ispaltige
Petitzeiles3Pfg.
Bei Jahres⸗
Abonnements
höchster Rabatt.
4.
— ———— — —
tik über die Fi Fe⸗Etziehu reichen Fallen den Grund der Vernachlässigung der Er
ub r e Fürsor ge tiehung ziehung der Kinder; so standen 27 Mütter des ßn Jahr⸗
Minderjähriger. n Sittenkontrolle. Bei mehr als ein Drittel
Ministari in aller Zöglinge waren die Eltern lasterhaft oder eistic
— de neeeedeletz. Dige ninder wertige Die ärmflen — * das x
ee R hn daechz dontingent der Zöglinge, doch steigt neuerdings dis Zaht
vt o3. welches bis Zum 31. Lars 310 esng der Familien, die ein Einkommen von 900 bis 3000 M
annten sorgsamen Inrhorveum4 erschienen. Im saben
werden die bedauerlichen Vorcommnisse im Für⸗ 1
zu Mieltschin besprochen. Die Verfehlungen sind Wad dn Dnn —3 i0
itlichen darauf zurückzuführen, daß die Grzieh— egen Keramthein Tod und Auewandernag aus den —*
guiche Sorenmgn da et, düsten avit henen Zoaungen —n gd dursorgedalnge—
aliftlation des —— s an en velche in den Jahren 1901 -1908 eingeliesert worden wa⸗
ussen, eröffnet wurde. Auch ist bei der unwant Sern, endoiltig aus, der Fuͤrsorgeerziehng enttassen wor.
nge. die in der ofsenen Etzie hungsanstaut un er- den sind. Es schieden auß: a dgebefsert 1621 mannt whe
— 3 Sargian venap nd D welbliche Zöglinge. mit zweifelbastem Srioige
Zhieonr dien umhü nden wan Hientbetnnne enninche vud An. wesbliche gad ais ungebeert
Anstalt zugewiesenen Zög inge auch für ausge⸗ rännliche und 208 weibliche. Ueber die letzte Führung
Kräfte eine kaum erfüllbare Ausgabe und mußte er Fürsorgezöglinge aus den Jahren 1901 bis 1908 wer
sehlschlagen, da Erziehung und Disziplin in den an neee ec vanen us denn Jabran
ngeeigneter Persönlichteiten lagen. Doch das darf dos 3774 mannlichen und 1733 weiblichen Zo
u verleiten, die Grundsäte des Fürsorgeerzieh— as Prädikat „besriedigend“ zuerfannt werden konnte. De
es allgemein als verfehlt zu bezeichnen. Das Ge⸗ efriedigende Führung wurde hiernach für 83,6 v. H
wie auch die vorliegende Statistit bezeut, un- änntiche umd 76.2 d. Bweibliche Zöglinge festgestelt
ute Erfolge erzielt Wenn 78 erwägt, daß zur nahrend enisprechend 7400 und hag sehe aheug ah ste
hreußen 46 191 Fürsorgezoͤglinge nden un en. Die Prozentzahlen für die Zöglinge aus den vorker⸗
ben ihret Erziehung rund 453 Anstaunen und Zu3 ehenden Jahtgängen sind ghntich unerliegen aber — be—
beteiligt sind, so ÿ die Verfehlungen Ein— rächtsichen Schwankungen; die Führungsergebnisse aus den
hi dazu benubt werden, die ganze Einrichung zu Meren Jahrguͤngen sind keilweise erheblich vesfer
eren. eee muß im ginpna darauf, *
Jer Erziehungsarbeit bei 70 v. H. der männl'chen — —777 —
über 68 v. H. der weiblichen Zöglinge befriedi⸗ Politische Rundschau.
wesen sind, anerkannt werden, daß alle berechtig⸗ Deutsches Reich.
—8 nicht nur erfüllt, sondern sogar übertros⸗ *Wie aus diplomatithen Kreisen verlautet, hat der
— stronprin —VU iu
Ausfuhrungsbehörden find aleichwohl fortgesezt ellung de dem * p Viie e 8* r
e bestehenden Einrichtungen zu vervolltommnen gaiferin beabschttgen, dent iKanenischen geo.
cußerorbentlich schwierigen Erziehungsaufgaben ———— ——— inen Besuch ab
ig zu loͤsen. So wird den Plychopathen unte“ mie⸗ sh ndhzusta:
lingen in besonderen Pflege- oder Erziehungsan
ine ihrer Geistesverfassung angemessene Behandlun;
Ferner wird für die verbesserte Ausbildung und
ing des Erzieherpersonals Sorge getragen. Da
die Aufsicht über die Anstalten der Fürsorge-Er
neugeordnet worden; zum Teil sind besondere Er
inspektoren angestellt, zum Teil bewährte An⸗
reals achkundige Berater zugezogen. Endlich ist
Anstalten eine Neuregelung des Diszzivlinaritra
serbeigeführt.
Zahl der Fürsorgezöglinge (am Ende des Rechres
1910) betrug 46 191, also 1862 mehr als
ahre. An dem angegebenen Bestande war das
Geschlecht mit 67,5 v. H. und das weibliche
5 beteiligt. Dem Religionsbekenntnisse nach
S. evangelisch, 36,8 v. H. katholisch und
uden.
Fursorgeerziehung sind im Jahre 1909 8008 Min
e überwiefen worden, d. h645 mehr als im
„überhaupt mehr als in einem der früheren
Bei der Unterscheidung nach Altersgruppen waren
glinge bis 6 Jahre, 2165 waren 6 bis 12 Jahre
7 waren 12 bis 18 Jahre alt. Die Altersklassen
bis 18 Jahren sind am Zugange stärker als zu—
eiligt. Aus den statistischen Uebersichten sei noch
hoben, daß die Zöglinge mit regelmäßigem Schnb—
und voller Volksschulbildung zahlreicher as im
e sind, und daß die Zahl der gerichtlich bestraften
e im schhulpflichtigen Alter argenommen hat, wäh—
e Zahl der vorbestraften Zög inge im nachschꝛuil
en Alter gestiegen ist. Wie wenig übrigens Be
en im schulpflichtigen Alter nützen, zeigt eine Ueber—
ut welcher von den Zöglingen, die im nachsul—
en Alter bestraft wurden, bereits 18,4 v. H. der
hen und 10 v. H. der weiblichen gerichtl'ch und
sen wiederum 9. v. H. der männlichen und 24 v
weiblichen mit Gefängnis vorbestrast waren.
e1909 überwiesenen Zöglinge stammen aus 6721
n. Arbeitsscheu, Trunksucht, Unzucht und geistige
wertiakeit der Eltern bilden nach wie vor in zahl—
BGenerabGrafvuonnirchbac
neralstab konmandiert, wurde er 1878 Hauptmann um
1890 Ma'or und Bataitlons-Kommandeur. 1899 General
major und Kommandeur der 71. Brigade, 1903 General
seutnant, wurde er am 1. Oktober 1907 Kommandieren
der General des 53. Armeekorps, welches s. Z.t auch feir
Vater gesührt hat e.
* Bei der Reschstagsersatzwahl im Wahlkreis Berlin
wurde insgesamt 72 696 gültige Stimmen abgegeben. Da
von erhielten Kassenbote Büchner (Soz.) 69 872, Gra
v. Oppersdorff (Btr.) 1827 und Nowicki Gole
718 Stimmen. Zersplittert waren 279 Stimmen. Büch
ner ist somit gewählt. Bei der letzten Wahl wurden fü
den verstorbenen Abg. Singer 82 039 Stimmen abgegeben
Frankreich.
* Als An wort auf eine Aufforderung, welche Clemen
eau seiner Zeii an den Sozialistenführer über Ja ure?
tellte, wird letzterer nunmehr eißen Gesetzentwurf über di
Zildungeiner Armee nach seinem Begriff in der
dammer einbringen. Jaures fordert darin einen 6monat
chen aktiven Dienst im Heere. Dafür sollen die Kinde
bererts in der Schule eine militärische Vorhildung erha!
ten. Nach Ablauf der aktiven Dienstzeit sollen die En las
enen in Instruktions-Perioden von Reserve-Offizieren wei
ter ausgebildet werden
Das Kronprinzenpaar in Wien.
Montag Abend um 7 Uhr fand in der großen Ga—
lerie zu Shönbrunn Hoftafel bei dem Kaiser stait.
Erschienen waren der Kaiser, das Kronprinzenpaar mit
ihren Suiten, der Ehrendienst, der Erzherzog Franz Fer—
dinand mit Gemelin, die Erzherzogin Maria Annun—
ziata, die übrigen Erzherzöge und Erzherzoginnen, der
Votschafter von Todirschky mit Gemahlin, die Herren und
Damen der Botschat. der deutsche Generalkonsul in Bitde—
pest, Graf Brockdocksetantzau, die Ministerpräsidenten von
Bienerth und Graf Khuen⸗Hedervary, der Botschafler Nark
araf Paslavieint, die gemeinsamen Minister, die Bason
Burian und Schönaich. das Prinzenpaar von Parma, vas
Pr'nzenpaar Alcas Leehtenstein, eine große Zahl Hef—
und Staatswürdenträçes und die Mitglieder der Gewra—
litit In der Müutne der Talel saßen der Kaiser und der
ronprinz, zur Linken des Kaisers die Kronprinzessin, da—
eben Erzherzog Franz Zerbinand; zur Rechten des —n
prinzen saß die Erzhet in Maria Annunziata. Der Jai—
ser schentste die anläßlich —ines 80. Geburtstages ge'chaf—
fene Plakette in besonderer Ausführung dem Kronprinzen.
— Nach der Galatafel in Schönhrunn nahm das Kron—
priuzenpaar Abschied vom Naiser und von den Erzherzö—
gen und zwar in ganz bes nders herzlicher und geradezu
rührender Weise von dem greisen Monarchen. Das Kron—
prinzenpaar trat nachts vom Nordbahnhof aus die Re'l—
nach Nerlin an.
ten. Sie gedenen im April 1912 von Corsu aus nad
Rom zu kommen.
* Die „Börsen⸗Zeitung“ bestätigt aus autoritativer Que!le
daß gerade in der leßten Zeit die deutschrussi
schen Verhandhungen über die Bahnbauter
in Persien sehr bedeutend gefördert worden sind. Was
die Vagdad-Bahn betrifft, so verlautet, daß Rußland be
reit ist, Deuischland in jeder Weise zu unterstützen. Zum
völligen Abschluß sind die Verhandlungen zwischen Beriin
und Peiersburg noch nicht gelangt.
* Der König von Württemberg hat zur Feier
feine. Si berhochzett umfassend Begnadigungen
dorgenommen. Insge amt 40 Strasgefangenen ist der Siras—
cest ganz oder seiiweise nachgelassen worden. Für vier
Sträfünge die wegen Mordes zum Tode verurteilt und
zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden waren
wurde die lebens ängliche in eine zeitliche Zuchthausstrafe
umgewandelt, wodurch ihnen zugleich die vorläufige Ent
sassung nach Verbüßung von drei Vierteln der Straszei
ermöglicht ist; 23 auf freiem Fuß befindlichen Verurie l—
en ist ein Nachlaß, eine Kürzung oder eine Umwandlung
hrer Strafe oder die Wiedereinsetzung in die Ehrearechn
uteil geworden. Unter denjenigen Begnadigten, denen die
Zztrafe ganz nachgelassen wurde, besindet sich ein wegen
zeleidig ng und Nötigung, verübt an dem Grafen Zeppe
in, zu mehrmonatiger Gefängnisstrafe Verurtei ter, für
»en Graf Zeppelin selbst ein Gnadengesuch eingereicht hat e
Auserdein hat das Justizministerium auf Grund der ihm
rteilten Ermoͤchtigung eine Reihe von Gnadenablten „er
ügt; u a. wurden einer größeren Anzahl von Wißten
die wegen Verfehlung gegen das neue eee zu d
trafen verurteilt worden waren, die Sto Ven nachgela4f!
* General der Infanterie Graf Käiirchbach, den u
ser heutiges Bild zeigt, und der zum Präsidenten des
Reichsmirit irgerichts ernannt wurde, ist am 9. Augus
1850 in Ersurt geboren, verließ 1868 das Kadettenko p⸗e
ind mahte als Leutnant im Garde-Füseliec-Re iment der
Feldzug gegen Frankreich mit. Später mehrsach zum Ge
Vom Balkan.
* Nach Telegrammen, die bei der Pforte und den alea
iesischen Deputierten eingelaufen sind, ist eine Abteilun
Mahaäfis den aufge östen Truppen von Schtodr,
nach Tuzi gefolgt. Eine dieser Truppenabteilungen i
von Rebellen überfallen worden, wobei 9
ann getötet oder verwundet wurden. 120 Man
vurden ge,angen genommen und über die montenegrin
iche Grenze geschleppt.
* Das „Echo de Paris“ meldet aus Konstantinopel: Di
Aufständigern haben die Stadt Koupitk, 2 Kilom«
er von Skutari entsernt, wieder besetzt. Die türiischer
Truppen befinden sich zwischen zwei Feuern. Gerüchtwei.
verlantet, die tarkische Regierung habe an Montenegaro en
rhtimatum gestellt.
Spanien.
* Die Einwohner der Stadt Camillo in der Pro
binz Malaga haben sich gegen das monarchische Re—
gime empört und die Republik proklamiert
Sie verjagten die Gendarmen, und haben sich eine ceigen.
Regierung gewählt. Truppen sind nach der Stadt abge
rangen.
Berlin, 11. April. Das deutsche Kronprinzen
paar ist heute vormittag in Berlin auf dem schlesischen
Bahnhof eingetroffen und suhr nach Potsdam weiter, we
es um 12 Uhr in den Baohnhof einfuhr. Das Kronprin—
zenpaar hat sich alle Festlichkeiten gelegentlich der Ankunf!
berbhoten. Zur Begrüßung hatten sich am Potsdamer Bahn—
ho?e u. a. Prinz Eitel Friedrich und Prinz August Wilhe'm
und die Söhne des Kronprinzen eingefenden. Ein
schönez Schauspiel bot die Mil'tär-Luftschissab eilung zu
Toren des Kronvrinzenpaares. Das Lufftlschiff „Groß!“ stieg
bon: Döberitzer Felde auf und hatte Fahnen ausgehäng
und reuzte hierauf in mehreren Schleifen über dem Bahn
hof
—
Die Fahrt der „Deutschland“.
Das eine Guse haben die Unfälle der „Z“Schifse ge
zeiug: Die Zeppelinleute sind vorsichtiger gewor
den. Vor ailen Dingen hat, man den Wetterpropheten
einen größeren Einsluß eingeräumt und man ist bisher
damit „gut gefahren“‘. Auch Montag früh haben die Me
eorologen das leßte Wort behatten. Es war be
aosichtigt, schon —ESE um 8 Uhr die Luftschiff⸗
hal.e bei Oos zu Men. Da kam von Düsseldorf da
Rachricht, daß in den diederrheinischen Ebene schlechtes
Wetter herrsche. Es wurde ein Bodenwind bis zu 10
Sekundenmerer gemesser. Den Frantsurter Gutachten, das
nan darauf einholte, besagte, daß zwar eine kleine De—
presion über Nordwestdeutschland liege, daß aber keine
Korsika.
* Auf der ganzen Insel herrscht eine lebhafte Agitaten
Montag versammelten sich mehr als 6000 Personen cu
der Straße, um gegen die von der Kammer ausgearbei
teten Projekte, namentiich gegen den Bau einer Eisenbahn
inde nach Sarliene zu protestieren. Die Manijsegtanter
velche die kotsische Nationalflagge mit sich führten, begaber
ich nach der Statue des Hesden der Unadhängigleit der
In'se, Pascal Paosi und leg'en dort einen Kranz nmieder
Im Verlaui dee Demonstration wurden die Ru—
Die Tanzschuhe
o, nur heute nicht! Dann werden Sie mir viel⸗
rlausen, Ihnen in Ihrer Verlasenheit Gesellschaft
ten. Erlauben Sie, daß ich mich Ihnen vorstelle,
dax Behring, Rechtsanwalt.“
zenn es Ihnen Vergnügen macht, mein Hertr, —
Dr. Bering, so ...“
d, es macht mir nicht nur Vergnügen, es macht
ogar auzerordentlich glücklich, in Ihrer Nähe weilen
tfen. Wenn Sie die Blumen lieben, dann bitte ich
diesen Strauß anzunehmen.“
ottor Bering überreichte dem jungen Mädchen den
zie sind sehr liebenswürdig, Herr Doktor“, sagte Elsa
id und den jungen Mann voll ansehend, während
Strauß auf den Tisch legte.
md Sie erlauben, mein Fräulein, daß ich mich zu
setze?“
d, bitte, — ich muß es wohl erlauben! Wo nur die
bleibt und meine Schwesterl“
zie haben also doch Anhang hier?“ frug Doktor Be⸗
sich setzend. —
Neine ganze Familie.“ —
Ihre ganze Familie! Sieh mal an ...“ ga
Hein Papa, der Schlüchtermeister Trautwein .....“
Trautwein? Ahl den Herrn kenne ich ja sehr gut.
ahre einen langwierigen Prozeß für ihn. Das freut
ber außerordentlich, daß dieser Herr Ihr Papa ist,
ak ich das Glück habe, seine Tochter kennen zu
„Sie müssen entschuldigen, gnadigste Frau, daß ich
nich hier neben Fräulein Tochter niederließs“ Die junde
dame hat es mir erlaubt.“
O, Herr Dotktor, ich befürchte nur, Elsa wird Sie
gelangweilt haben“, bemerkte Frau Trautwein.
„Aber nicht im geringsten! Ich wäre glücklich, wenr
Sie mir vergönnen wärden, noch lange in Gesellscha
Ihrer Tochter und in der Ihrigen zu bleiben.“
„Das wird uns sehr angenehm sein.“
Ja, Mama, wie wäre es mit einem kleinen Imbiß,
vollen wir nicht etwas essen?“ frug der Papa.
Frau Trautwein war damit einverstanden, und deir
doktor Bering reichte Elsa den Arm, sie in Begleitung der
xẽltern zur Tafel führend. Es dauerte nicht lange, do
errschte in dem kleinen Krelse eine sehr vergnügse Stimm—
ing. Papa Trautwein erzählte dann auch, warum Elsa
icht tanze, und er erregte mit dieser Erzählung die größte
Heiterkeit des Rechtsanwalts. Kaum hatte Doktor Bering
die Ursache der Betrübnis Elsas vernommen, als er auf⸗
zand und in die Konditorei des Hauses ginge Hier er—
zand er aus Marzipan ein Paar reizende Tanzschuhe und
eilte mit seinem Kauf zur Tafel zurück.
Mein liebes Fräulein“, sagte er, „ich möch'e Ihnen
o gerne ein Paar Tanzschuhe besorgen, doch tann ichk
Ihnen nur diese — aus Marzipan anbieten. Darf ich?“
Elsa war über die sinnige Kldende hoch ersreut und
elara, die mit ihrem Bräutigaff jetzt an den Tisch her
antrat, machte großze Augen, gY sie ihre Schwester an der
Zeite des ihr gänzlich unbekaksten Herrn in so lebhaf!e
Stimmung vorfand. — Die kleine Gesellschaft tafelte noch
einige gemütliche Stunden, und als man endlich auf
zrach, erbat sich Dr. Bering die Erlaubnis, Elsa mit nach
hause begleiten zu dürsen. Die Eltern hatten dageger
nicht das geringste einzuwenden und ließen ihre beidern
Töchter mit ihren Herren vorangehen. — —
Das ist seltsam, Weinnat, sagte Herr Lrautwein
welch' angenehme Bekanntschaft Elsa heute gemacht hat,
— und ohne zu tanzen.“
„Dottor Vering ist ein liebenswuürdiger Mensch“, kon
te die Mama.
sa würde ihn sicher nicht kennen gelernt haben
enn ne getanzt hätft⸗“
Aor weil
der Zufall ja
Bei dem herzlichen Abschied, den Dr. Bering von
der Trautweinschen Familie, und insbesondere von Elsa
nahm, erschien es dem Elternpaar als selbstverständlich, den
Doktor zum baldigen Besuche einzuladen. Mit großem
Bergnügen nahm Dr. Bering diese Einladung entgegen
Seine Besuche mehrten sich in so auffälliger Weise, daß
niemand sich darüber wunderte, als nach einigen Monalen
in den Tagesblättern die Verlobungsanzeige des Fräulein
Elsa Trautwein mit Herrn Dr. Bering zu lesen war. —
Papa Trautwein legte sich ein neues Schlagwort zu, daf
er bei manchen Gelegenheiten zum großen Aerger seiner
Frau benutzte. Dasselbe lautete: „— und Elsa hat keine
Tanzschuhe auf dem Balle angehabt und hat sich doch
perlobt.“
rasselten die Landung hinab, um ihre lebende Fracht für
den Ivanhoe wie für das Whitevirer Paketboot abzugeben
Aber der Ivanhoe rührte sich deshalb doch noch nicht
von der Stelle, denn — die Koffer fehlten noch und kamen
erst mit dem Packwagen etwa eine halbe Stunde spä⸗
ter an.
Unter den Passagieren herrschte indessen die größte
Ungeduld, aber sie sollte noch viel stärker auf die Probe
zestellt werden, denn trotzdem, daß jetzt Passagiere wie
Gepäck — allem Anschein nach — glücklich angelangt wa
ren, wurde nicht die geringste Anstalt zur Abfahrt ge
macht, und das Boot lag fest und sicher vor seinem Tau.
Nichtsdestoweniger blieb die Maschine geheizt und es stellte
sich zuletzt heraus, daß noch ein Koffer fehlte, den der
Kapitän — jedenfalls nach guter Bezahlung — mit der
liebenswürdigsten Geduld erwartete, und sich den Henker
darum scherte, was die übrigen Passagiere dazu sagten.
Allerdings setzte sich in der Kajüte eine junge Dame
m ädas Instrument und übte etwa eine Stunde lang ei—
ien schottischen Galopp, den sie bis auf drei oder vier
Takte auswendig konnte, welche sie dann, wie einen Lei
henmarsch, vom Blatt spielte. Aber es wollte trotzdem
ein rechtes Leben in die Gesellschaft kommen, denn die
Gentlemen“ trieben sich ungeduldig und verdrossen um die
„Bar“ oder den Schenkstand herum, tranken und rauchten
and nahmen wieder und wieder Abschied durch Anstoßen
der Gläser von Freunden, die sie an Bord begleitet hat
ten, und denen die Verzögerung jetzt einige Dollars kostete.
Der Ausschenker ließ sich nämlich für jedes Glas Whisky
oder jede Zigarre 25 Cents — etwa 74 Groschen — zah—
len und schlecht genug war außerdem alles, was er da—
für bot.
Eine volle Stunde lag das Boot so und wartete auf
den einen Koffer, bis endlich ein herabrasselnder Wagen
seine Ankunft kündete, und jetzt kam plötzlich Leben in
das Ganze. Die Glocke läutete zum „dritten und letzten“
Pal Die noch an Bord befindlichen Einwohner von
Memphis eilten hinab und über die Planken, um nicht eine
inteiwillige Reise sttomab zu machen, das Tau wurde
cos geworfen, der Dampf sprühte aus, die Räder fingen arn.
zu arbeiten, und wenige Minuten später löste sich das
a vpom CLande sos; der Bug hielt in den Strom hin—
————
Auf dem Mississippiꝛ.
Erzählung von F. G.
F Auf fünf Uhr abends war die Abfahrt des zwischen
Memphis und Vicdsburg laufenden Paketdampfers Ivan—⸗
yoe“ festgesetzt. Die Glocke hatte zur bestimmten Zeit ge⸗
äutet, und die Passagiere waren sämtlich an Bord. Trotz⸗
dem wurden die ausgelegten Planken noch nicht eingenom⸗
men, und selbst am „Springtau“ stand noch kein Mann,
um dieses rasch abwerfen zu können und dadurch die
etzte Verbindung mit dem Land zu lösen.
Das dauerte eine Viertel⸗ — eine halbe — eine ganze
Stunde, und die Passagiere fingen an ungeduldig zu wer—⸗
den. Es dunkelte auch schon, und gerade unterhalb Mem—⸗
hhis waren, bei dem seichten Wasserstand, eine Menge von
Ztellen am Mississippi, an denen das ziemlich große Boot
reicht auf den Sand laufen und dann tagelang dort sitzen
'onnte. Was ließ sich aber dagegen tun? Der Kapitän
itwortete nur ausweichend und man munkelte zuletzt, daß
r noch auf den schon längst fälligen Eisenbahnzug warte,
»er dem schon überdies gefüllten Boot noch mehr Vassa—
ziere bringen würde.
Das war auch in der Tat die einzige Ursache der
zerzögerung, und als die ankommende Lodomotive au
er Ferne schon ihren grellen Pfisff gegeben, dauerte es
inch otipg eine Mierielstunde uUn 2wei aroßRe Omnmihbam—
Nein Herr!“ nz 4
Fraulein Trautwein, Sie haben so schöne, seelenvollt
daß das schon alleine ein Glück ist, wenn man in
runkelnde Sterne schauen darf.“
n diesem Augenbliche kamen Herr und Frau Traut
mscheinend nicht sehr rosiger Laune aus den
agte Herr Trautwein! „Der liebe Dottor
unserer Tochter! Elsal Das is
„ering war aufgesprungen und begrußte seiner
bessen Gattin auf das beral ichste.
7