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Amtliches Publikationsorgan für de Mit zwei Beilagen:
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ürgermeisterei-Bezirk Dudwe onntagsblatt und Heitere Blätter.
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ispr. Anschluß Scarbri len Ar 69.2592609 1261. u. Verlag J.Untoerkesser, Dudweil⸗ Verantwortlich für die Schriftleitung Arthur Unterkeller, für den Anzeigontoil Karl Unterkeller
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. n s er bank ll ist binnen einer Woche nach Eintritt der M r Lebensversicherungsbank anzuzeigen, auch muß sich der Verleßse in Ib 2 Stund J
idlung begeben. Tod esfalle müssen sofort pätestens aher innerhalb 48 Stunden Nmach dern Fieritt zur Anmeldung gebrachte werden Uber die oraussetzung der Versihern Webende rsicherungsbedingungen Aufschluß, die vom ene d. von der nee —
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r. 84. Samstaq, den 8. April 1911. A
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von J— he RNunoschan. ichafter v Jag o w. An der Tasel nahmen berr: vie Wei⸗ J
nester, die Hof⸗ und Staatswürdenträger, di —89 iff
Deutsches Reich. deut chen Botschaft und ð8 e d a 7 Dine moderne Luftschifftanone.
er Bundesrat nahm den Antrag Württem— der Kammer, sowie der Bürgermeister von Rom. Die stetg wachsende Bedeutung der lenkbaren Luft
18 wegen Prögung weitere Denkmünzen an— Die Trinksprüche d sedi a ——
der silbernen Hochzeit des Königspaares an und Nqöni nseshesei —
e den Etats für das Reich und die Schutzgebiete, Tri * der eet dien der Könis solgenden unt ver lader n ee Imen auge
Trintspruch in italienischer Sprache: erste Modelt eimnes Ballonabwehrgeschützes auf, das aver
der Entwurf des neuen deutschschwedischen Mit lebya ter Befriedigung entbiete ich Ew. Kaiser— eeicher Weine eine Rzihe sehr ins Gewiat sal ender
delsvertrages wurde von den beidersetigen ichen und König ichen Hoheit und Ihrer Kaiser. ichen und Wanget aufmies. Eingehende Versuche mit die er und
erten paragraphiert, unter Vorbehalt einiger noch Ahnigeichen Hoheit der Frau Nronprinzessin mesnen un — Wen margen in aller Stille for! gesetzi
digten Punkte, worüber die beiden Regierungen sich —8 yn Ayed des Fon ehes hdn —— cser Verheche dan Ve Rbewicht Me
egelung im Korrespondenzweg vorbehielten. ne e er Maestat dem Kagtser zund Ronig. Ihrem
ie liberalen evangelischen Pfarrer Max Fischer, Al— 35 eünn e eunde wd 757
e ten, meinen lief empsundenen Dank aus, der Ew
zischer, Dr. Hollmann und Frederking, welche deu daiseclich dönigli i i
un u Jiche und Konigliche Hoheit beauftragt hat, der ito
t des Berliner Konsistoriums entgegen an der Ja⸗ —6 Aii epPpyen u*
ienischen Nation und mir seine herzlichen Glückwünsche zr
ersammlung in der Hasenheide in Berlin e rei Ju e'se ü i ien 1
e er glorreichen Ju esseler zu überbringen, die Italien ip
ommen und gesprochen haben, sind für Montag zu iesein Jahre bes i i
mmndgeeeen dabemsegninee iesem Jahre beçeh, und uns einen neuen Beweis sener
pie r g e⸗ jefiihle und derjenigen des deutschen Volkes gibt, die das
J orden. ralienische Volt und ich von ganzem Herzen erwidern. Der
die der „Voss. Ztg.“ zufolge bestimmt verlautet, hat ehr angenehme Vesuch Eurer Kaiserlichen und Königlichen
iständige Bundesrats-Ausschuß sich einstim— doheit und Ihrer Kaiserlichen und Königlichen Hoheit
ür die Anberaumung der ReichStagswah— er Kronprenzessin ist eine Kundgebung und ein Unterpfand
schon inm Oltober ausgefprochen. Damit würde die er intimen Freun schaft Ita iens und Deutschlands, die
Session des Reichstages hinfällig und eine ganze urch so viele Erinrerungen und durch die hohe Vission
von Vorlagen nicht mehr erledigt werden. er Zirisisation und Kultur verbunden sind, die sie im
raf Posadowsky erklärte auf Anfrage wegen rause der Zeiten eiilt haben, und die zu erfüllen sie in
Bchsstagskandidatur in Chemnitz er Zukunst niemals unterlassen werden. Nach den großen,
es Wenn in einem Kreise alle bürgerlichen Par— nter sich eng vert ipften Ereignissen, aus denen die Ein—
ich auf mich als Kandidaten vereinigen, so halte ich en Italiens und diejenige Deutschlands hervorgegangen
meine patriotische Pflicht, die Kandidatur zu über— ind, hat sich eine internatinale Lage ergeben, welch⸗
. Ich moͤchte mich aber priguug nicht an der durch die wirksame Mitarbeit des Dreib undes Europaä
ion beteiligen. Dadurch, daß in Chemnitz verschie⸗ ine lange Per'ode des Friedens gesichert hat und noch
urgerliche Kandidaten aufgetaucht sind, erscheint diese Hert Im Vertraen hierauf und mit diesem Gefühl
auur dem Grafen Posadowsty zur Zeit hinfällig. Ie eu ⏑ I
er Straßburger Korrespondent der „Frantf. Zig. one asestat die ai Sin und Kenigin, guf Ew Lar
seinem Blaite über die Lsaßothringische e iche und Köninlche Hotelt und Ihre Kaiserliche, und
afssungsfrager Wie ich zuverlässtg erfahre, nielche Hoheit die Krouprinzessin und die ganze ka ser—
ie Regierung ihren Entwurf einer Wahlkreiseintei— iche Jamilie und auf das Gedeihen Deutschlands.
urückziehen und einem neuen im Landesausschuß Nach dem Trinkspruch des Königs spiehe die Mujsit
ten Wonsche des Jentrums gemäß nuf die Ver' die deutsche Humne. Kronprinz Wilhelm erwidette *
astreise aufbauen, dergestalt, daß durch Gesetz die deutscher Sprache:
der Abgeordneten eines jeden Verwaltungskrei⸗ Eurer Majestät spreche iv meinen und der Kronprin
rmiert, dieser dann, von der Regierung in Einzel— zessin aufricht gen Dank für die liebenswürdigen Worte
ise geteilt und diese Teilung auf dem Wege der aus, die Ew. Malestät an uns gerichtet haben, sowie für
nung festgestellt wird. Das Zentrum soll bei die— den herzlichen und ehrenvollen Empsang, der uns bereite!
tteilung einige Sitze mehr als bei dem ersten Ent— worden ist. Nach der Begegnung in Mailand im Jahr.
rhalten Damit wäre aber serne Forderung der 1875 sandte mein Urgroßvater Wilhelm 1. dem unver
ahl getallen. Ferner soll man sich vezüglich dee Jgeßlichen König Vistor Emanuel folgendes Telegramm:
klausel auf den Zentrumsantrag geeinigt haben, wo— ‚Unsere Begegnung war ein Greignis von historischer Be—
e Regierung noch vier Monate auf Glund des lehl deitiung, denn wir beide sind von Gott an die Spitze
mBudgets weiterwirtschaften darf. Bei den Ver— zweser Nationen gestellt, die nach langen Kämpfen ihre
agen über die Zusammensetzung der Ersten Kam— Elnigung errungen haben. Wir und unsere Söhne müs—
zreitet hauptsächlich d'e Unterbringung der Vertreter en immer Freunde bleiten.“ Das prophe'lische Kaiserwort
andgemcirden und der Kreise Schwierigke ten, da za! sich verwirkeicht, die Freundschast zwischen den Herr—
d die Zahl der vom Kaiser zu ernennenden Mitg iie⸗ ch Thäusern und den Völlkern hat sich die Generationen
türlich veeinträcht gi wird. Wie sich das Zenttum jindurch erhal'en und im Verein mit Oesterreich-Ungarn
erneuten Vorschlag einer Wahitreiseinte luing stel die Gestalt eines Bündnisses angenommen, das selt laͤn—⸗
d, ist noch nicht belannt. Jedenfalls scheinen nach zer als 40 Jahren zur Aufrechterhaltung des Weltfrie—
Mitteilungen die allzu pessimistischen Ansichten über ens beigetragen hat. Und es ist ein neuer Beweis die—
bigfal der Werfaffungsvorlage nicht begruünden er Freundschast, daß meine Frau und ich heute hier sind
——— und Ernren Majestäten die Grüße und Wünsche des Kai—
Sieg des Kandidaten der Kadetten, Teßlen— —F 353. d e en gur deler de Wahrigen estepeno
ee pe endedtenedeendeitene e »es Königreichs überbringen können. Diese Wünsche unse—
—* en — Vae —— nnne er hohen Eltern sind auch der Ausdruck der herzlichen
— wde, en hle des ganzen deutschen Volkes. Seit zehn Jahr—
des kadettischen Einfuͤsses dokumentiert und * Ddeelen ucrdunden rr di euen un dee
tungen widerlegt, daß die nationalistische Politil Gichte. haben Deutschland und Jialien fast zu derselben
egierung die Sympathien des Landes besitze. Dat —A gon end bdeuntedehen derns
sen des Einflufses der Kadetten deutet darauf hin ang 8 denmacheer n ——
ppiz den ieeeue deue d — euische Voll und sein Kaiser nehmen an den Geschicken
ins geeh ge beeniatten des verbündeten Italien aufrichtigsten Anteil und wün—
ritt von sechs hervorragenden Okttobristen. Aus uen im quch —— ine Iae des Gedeiweng
raltivnsbureau verlautet, daß Gustschko w die des puneneenen Deeede gganes
der Frattton niederlegen int Daminpoltzicht —
hi aigin und der ganzen käniglichen Familie, cuf das Wohl
de heidung zwischen den rechten und lin— es schönen Lades Italien.
Nach de iuksprusfck siette du e
Ma
Erscheint
ich mit Aus-?
me der Sonn⸗
zeiertage und
et monatlich
ins Haus ge⸗
cht 70 Ppfg.
der Post be—⸗
t vierteljähr⸗
2.25 Mark.?
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*Der Reichsrat hatte einen interessanten Tag. Zur
zeratung stand nämlich die geschäftsordnungsmäßige Be—
andlung der Interpellationen gegen die rechtswidr'ge An—
»endung des Artikels 87 der Verfassungen, mittelst derer
Ninisterpräsident Stolypin die vom Reichsrat abgelehni—
zinführung der Semstwo-Verfassung in den West-Provin
eu während der von ihm veranlaßten mehrtägigen Ver—
agung der Parlamente in Kraft gesetzt hat. Nach harten
rörterung wurden die Interpellalionen zur Beratung zu
elassen. Es wurde erwartet, daß Stolppin persönlich
as Wort nehmen werde. Man täuschte sich jedoch. Sto
pin erschien nicht und deshalb wurde der Termin fün
e eigentliche Behandlung des Inhalts der Interpe latio
en auf vier Wochen hinausgeschoben — Die Reichsdum—
at von der Vorlage über die Gemeinde⸗Verwalting der
rtikel augenommen, nach dem Juden weder an Ge—
ieinde-Versammlungen teilnehmen, noch in die Geme nde
zertreung gewählt werden können.
Italien.
* Das Ministerium Giolittistele sich der Kamher
vor. Giolttti verlas das Prozramm, das eine weit—
ehende Wahlreform und das Staatsmonopol der Ver—
cherungen für Leben und Pensionen verspricht; aus dem
zewinn sol! eine Allersversicherung für die Arbe tes durch.
eführt werden Das Programm verspricht serner Spar⸗
imkeit, um später eine durchgretfende Steuerresorm begn⸗
en zu können. Die auswärtize Politik bleist die alte
adistonelle, die auf die Treue zum Dreidbund basiert ist.
zeter werden Diäten für die Abgeordneten versprochen.
un der Kirchenpolitik soll die Suprematie des Staates ge.
chert bleiben. Das Programm wurde stark applaudiert
uich von der Hälfte der äußersten Linken.
Vom Balkan.
*Die Großmächte erteilten der Pforte Kenntnis
on einer in Celtinje erfolgten Demarche. Diese forder!
on Montenegro die Bewahrung der ftrikten Neutralifaͤt,
idernfalls würde Montenégro verantwortlich gemach!
acht werden Die Großmächte fordern Monbenegro auf,
ch aller materiellen und sonstigen Beihilfe an die flüch
igen Albanesen zu enthalten. Sie verlangen auch, daf
is Königreich der Schwarzen Berge den Ueber
ritt der Albanesen verhindert, wozu es
ach Ansicht der Großmächte volllommen in der Lage in
Tuͤrkei.
* Das seit ein'gen Tagen erwartete Ereignis ist zur Ta
eworden und rutt in Nonstant'nopel große Befriedigun—
ervor. Der Generalstabschef Jz z3et telegraphierte latko
isch: „Wir sind in Sanaa eingezogen.“ Der
räsident der Kammer verlas die Botschaft im
arlamente. Was aus Imam Jah ia geworden ist, ist
sher unbe'annt. Jedenfalls ist sein Heer total aufge—
eben und sind dessen Reste zerstreut. Mit der Kapitula—
on von Sanaa dürfte der Feldzug in Yemen beendet
in, dagenen das bedeutungsvolle Werk der Reorganisa—
on dieser wichtigen Propinz beginnen.
Das Kronprinzenpaar in Rom.
Das Kronprinzenpaar stattese am Donnerstag u. a.
uch, der deutschen Abteilurg in der Internauio—
a'en Kunstaussiellung einen Besuch ab. Auf ihrem Rund—
ange durch die Säle verweilten die Kronprinzessin, die
son dem Grafen San Martino, und der Kronprinz, der
»on Prosessor Kämpf geführt wurde, vor zahlreichen Aus
tellun zsgegenstonden und drückten ihre Bewunderung aus.
der Kronprinz erkundigte sich wiederholt nach den Namen
er Ausste ler und ließ von den Herren des Gesolges No—
zen machen. Vor der Rücksahrt beglückwünschte der Kron
rinz und die Kronprinze'sin den Grafen San Maräne
enhaft zu dem glänzenden Erfolge der Ausstellung. Der
Lrüsident überreichte der Kronprinzessin ein Bufe:! roter
ind weßer Rolen mit Schleifen in den deutschen und
talienischen Farben Das Publikum brachte den Gösten
eobhaste Opationen dar.
Abends fand croßes Galadiner statt. Zur Rechten
2s Königs saß die Kronprinzessin, neben ihr Fürst Beü—
o w, zur Linken des Königs die Fürstin von Bülow,
eben ihr Ministe präsident Giolitti. Dem Könige
egenüber saß die Kenigin, rechts von ihr der Kronprinz
* nierode. ünts Bot—
d dem Weg der Gute, der Bitte Hülfe und dviettung zu
inden.
Monsieur Francois“, sagte er endlich mit etwas mat—
x Stimme und ganz anderem Ton wie früher, „par—
onnezmoi, die harten Worte — aber ich sein unglüdlich,
bensüberdrüssigh habe keine Ruh mehr bei Tag und bei
dacht und die verfluchten Affen sein la cause. Die ohren—
erreißenden cris — die grimasses, die sie inir machen,
venn ich sie bringen will zur Raison — die entsetzliche
deur! — ich halte es nicht mehr aus! — Befreien Sie
mich, pour l'amour de die, von den abominablen Tieren
— sonst bringen sie mich noch unter die Erde!“
„Ich bin noch erstaunter über das, was id da höre,
als über Ihr früheres Auffahren, Mönsieur Lamarque“,
ntgegnete Franz mit gut eer Ueberraschung. „Und
Seine kurfürstlichen Gnaden haben es doch so gut ge—
neint.
„Zu gut! — leider nur zu gutl je le sais. Eine der
ruppigen Bestien hätte genügt — ich hätte sie mir gar
zicht wünschen sollen! — mais sechsunddreißigl — Cest
rop — die sein mein Tod. Einen Affen haͤtte ich doch
och — wenn er mir zu unbequem geworden — gelegent:
ich massakrieren können — aber alle sechsunddreißig —
ela ne va pas, das müßte auffallen, mich kompromittie—
en — verderben!“
„Hml hm!“ machte Franz nachdenklich. Was wäre
senn da zu machen?“
g „Ich weiß es nichtl“ stöhnte der verzweifelnde Ju—
velier.
„Die Tiere umbringen, sie vergiften? — das geht
reilich nicht an“, sagte Franz sinnend, „das würde allet—
„ings den Kurfürsten schwer beleidigen, in gerechten Zorn
ersetzen. Aber die Affen anderswo unterbringen — das
ürfen Sie, Herr Lamarque; dagegen würden Seine kur—
ürstlichen Gnaden gewiß nichts einzuwenden haben.“
„Impossible!“ seufzte Lamarque. Kein Mensch wird
ich dazu verstehen, mir diesen Trupp kreischender Teufel
ibzunehmen. Ich habe schon verschiedene Versuche ge—
nacht, mais toujours en vain!“
„Dazu könnke dennoch Rat werden. Ich selbst wäre
nicht abgeneigt, die Affen alle sechsunddreißig zu über—
iehmen; ich habe nun einmal Freude an den Tieren.“
Lamarque erwiderte nichts. Starr schaute er den
zäger an, dann stemmte er die Arme auf die Lehnen
eines Sitzes, und sich langsam erhebend, siotterte er mit
itternd erregter Stimme, doch mit neu beginnendem Le
n-— —— 13.. c37
Von der Luftschiffahrt.
*Die „Deutschland“ auf der Fahrt nach
Ba den-⸗Baden. Das Zeppel nsche Lustechiff „CErsat
Deutschland“ ist Freitag morßgen 750uUhr zu einer Probe—
altrt ausgestiegen und trat zwischen 8 und 9 Uhr die
xahrt nach Stuttgart an. 12 Uhr 45 Min. kam das Luft
chisf von der Filder Hochebene über das Stuttgarter Tal
uind überflog zur beabsichtigten Zeit um 12 Uhr 54 Min
das kön'gliche Residenzschloß, wobei Graf Zeppelin in ei—
nem Fallschirm eineBhumenspende für das Koͤnigs
»aar zu de sen silberner Hochzeit herabfallen ließ. Hierauj
etzte das Lustschiff seine Fahrt sort, um kurz nach 1 Uhr
behufs Passagierwechsels eine Zwischenlandung auf dem
Tannstaler Wa'en vorzunebmen.
2 ARnerfennung. Prinz Heinrich
allgemeinen Affensaal unterzuvrimgen, wogegen marque
sich auf den Weg machte, uͤm die Trauung so rasch als
iur irgend möglich ins Werk zu setzen. ——
Der Kurfürst wollte sich schier totlachen, als er das
Jlückliche Ende des lustigen Abenteuers seines ien er⸗
uhr. Die Affengeschichte, sein derber Egrebegier hatten
doch etwas Gutes zu Wege gebracht! Zwei Menschenkin⸗
»er waren dadurch glücklich geworden, die sonst vielleicht
hr Leben in Kummer verbracht haben würden. Die krei⸗
chenden Bestien aber, die ihm geblieben, gedachhe der
nutmütige, doch dem Scherz nigt abholde Fürst
ich schon mit der Zeit vom Halse zu schaffen — — und
venn dies auch ausf dem bereits einmal so erfolgreich be—
tretenen Wege geschehen müsse.
Wer die Glücklichen sonst noch waren, die Kurfür
Johann Wilhelm durch seine ssehhesgen gemacht, ver⸗
mag ich nicht anzugeben, nur soviel sei noch gesagt, daß
am selben Tage die sechsunddreißig Affen aus Lamar—⸗
ques Hause verschwanden und bald darauf Franz mit sei⸗
ner Suͤsette, als junge und frohe Eheleute, Bens⸗
berg und in das dorlige schoͤne Schloß zogen. Als meh⸗
rere Jahre darauf, anno 1716, der wackere Kurfürst das
Zeitliche segnete, sein Nachfolger die kurpfälzische Residenz
don Düsseldorf nach Mannheim verlegte, kehrte der Forst⸗
und Wildmeister Franz Türnagel mit seinem Weibchen
ind seiner kleinen Familie nach Düsseldorf zurück, um
ortan in seiner freundlichen und lebensfrohen Vaterstadi
zu ebem seine Nachkommen sollen heute noch daselbst zu
den Eebensregel. —
Bist du ein Knabe, genieße die Stunde,
Oeffne die Brust frei dem Maienglück,
Pflücke die Blumen auf grünendem Grunde
Denn es kehrt nimmer der Mai dir zurüd.
Bist du ein Jüngling, so wage und stürme,
Brausender Most nur gibt guten Wein;
Bau in der Hoffnung dir Schlösser und Türme
Reißt doch das Leben so vieles dir ein.
Bist du ein Mann, dann sorge und stähle
Dir zu des Lebens Kämpfen die Kraft,
Puüfe besonnen, entschlossen, dann wähle,
Vas dir des Mannes Lorbeer verschafft.
yärbt dir das Alter des Hauptes Haare
qe kein Münschen, kein Hoffen morß-0
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Die Wasserpartie.
Sie blieben dabei nicht einmal stehen,
3 der trauliche Redefluß verstummt, erbhielt der
ine andere, noch viel süßere Boschäftigung, und
echselten sie, die noch vbiel beredter als Worte von
ngen, schönen Glücksprachen. Dabei dünkte hnag
vährende Geschrei der Tiere fast wie ein Jubi—
nd, eine, Ahnung wurde ihnen — niein! die Ge—
atten sie schon, daß sie den Kreischenden hinter
den, wie diesen schönen Nugenblick, auch ihr
dauerndes Glüd verdanken würden. —
kam,es auch. Einige Tage ließ Franz vor—
Mme sich scheinbar um das“ Saus vn Markte
dann aber erschien er wieder in dem Laden
Monsieur Lamarque saß auf seinem ge—⸗
sterstuhl, genau so niedergeschlagen wie
verhängnisvolle kurfürsiliche Geschenk ein⸗
seidene Hausmütze war derangiert, nach⸗
zitzkattunene Pet-en-l'gir um den hagern
durch die kurfürstliche Gnade so hart ge⸗
nnes, und bleich war sein Antlitz, wie tief—
ssen Züge. Als er den Jäger erblickte, erwachte
und wie von einem elektrischen Schlage be—
ir er empor und den Eintretenden mit harten
ten an, ihm schließzlich und so grob als nur
»in 3us fiür iinmer verbietend.
dte die Achseln und meinte bedauernd, daß
yt angehe, derweil er von seinem Herrn, dem
uftragt sei, sich von Zeit zu Zeit nach dem
Affen au erkundigen iund Napport daͤrüber
„Ischrie der Franzose auf, „oll ich den
den sauberen EStreich gespielt, auch noch
ause dulden müssen?“
ost und wann es mir beliebt, mich nach den
Foadie mein allergnädigster Herr undemein viel
usehen.“
e'est trop!“ stöhnte nun Lamarque und wie ge⸗
Leib und Seele in seinen Polsterstuhl zuruͤd—
kine Weile blieb er liegen, stumm, nur leise und
id stöhnend und seufzend, dann schien eine voll⸗
deränderung in ihm vorzugehen. Es mußte
lklar geworden sein, daß er doppelt gefangen
kein Mittel für ihn gebe, gegen seinen Feind,
der allmächtige Kurfürst stand, anzutämp⸗
sich in sein Schickial, nur noß6 hoffen?
—
„Es wird vortrefflich gehen, hören Sie nur, Monsieur
Lamarque! Der Kurfürst hat mich zum Forstmeister
ind Wildmeister im Bensberger Revier ernannt und mir
eine Wohnung in dem dortigen prächtigen Schlosse ange—
viesen. Ich nehme die Affen mit — Ihr gebt mir daes
urfürstliche Geschenk in Verwahrung — und will ich
chon dafür sorgen, daß sie mir nicht allzu lästig fallen!
Kerzengerade hatte sich der Juwelier aufgerichtet und
die Arme nach dem Jäger ausstreckend, fragle er: „Et
puoi — was verlangen Sie dafür?“ —
„Ich? — nichts!“ entgegnete Franz lachend. „Aus
yurer Freundschaft leiste ich Euch diesen Dienst.“
Lamarque hielt sich nicht mehr. Schluchzend fiel die
ange, hagere Gestalt dem Jäger um den Hals, kaum
ioch im Stande zu stöhnen: „Grand homme! — Das wer—
»en Lamarque — nie vergessen! — jamais!“
Nach einer Weile, als der Juwelier sich wieder in
eiwas beruhigt hatte, forschte er weiter:
„Et quand — wann holen Sie die Bestien?“
—— ich nach Bensberg abgehe. Mein Wort dar—
au — —
„Ah!“ —
Doch hat dies noch einen Haken. Seine kurfürstlichen
Bnaden haben an meine Bestallung und Uebersiedelung
rach Schloß Bensberg eine kleine Bedingung geknüpft.“
„Und welche?“ iraate Lamaraue mit zurückgehalienem
Atem.
„Ich soll mir vorerst — eine Hausfrau suchen. So—
zald ich die gefunden, steht meiner Abreise — und der
»er Affen — nichts im Wege.“
Lamarque sagte nichts. Mit langen Schritten und
ngemeiner Lebendigkeit eilte er in das Innere seines
Hauses. Doch brauchte er nicht weit zu gehen. Unter
»er Türe der Wohn⸗ und Ladenstube fand er, was er
uchte; da stand sein Töchterchen Susette, welches den
zanzen Auftritt mit angesehen und mit nicht geringer
Sreude gebört batte. was Franz mit dem Vater aelpro—
hen. Lamarque faßte sie bei der Hand, zog sie schier
gewaltsam in den Laden, und das Mädchen dem Fäger
zleichsam in die Arme werfend, rief er:
„Voila — die Hausfrau! Doch a la condition, daß
eute noch sein die mariage und morgen — die Abreise!“
Nun erhob sich ein Jubilieren in dem Laden Lamad
ues', das eben so,froh wie ungeheuchelt war und aui
em nahen Hofe ein lautes, kreischendes Echo der tolle
iienherde weckke. Nachdem Susette und Franz den Vat
prr, 4 Dank rache* *
m