Full text : Dudweiler Zeitung

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Amtliches Publikationsorgan für den Mit zwei Beilagen:
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Bürgermeisterei-Bezirk Dudweile. onntagsblatt und Heitere Blätter.
spr.⸗Anschlu' Saarbrücken Nr. 69, 259, 269, 1261. Druck u. Verlag: J. Unterkeller, Dudweiler Verantwortlich für die Schriftleitung Arthur Unterkeller, für den Anzeigenteil Karl Unterkellen
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ist mi durch Unfall bei der Nürnberger Lebensversicherungsbank in Nurnberg versichert. Jeder Unfall ist binnen einer Woche nach Cintrett de ge Hherrngsbank anzuzeigen, auch muß sich der Verletzte innerhalb 24 Stunden nach dem Unfall in ärztlich.
88 nher 48 Stunden nach dem Eintritt zur Anmeldung gebracht werden. über die Voraussetzung der Versicher“ geben die Versicherungsbedingungen Auff chluß die vom Verlageod von der Nürnberger Lebensversid-ungsbant zu beziehen sind.
r. 82. Donnerstag, den 6. April 1911. 24. Jahrgang.
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rd Roberts und die Kanzlerrede.
Im engleschen Oerhause beantragte Earl Frederich
erts solgende Resolu ion:
Angesichts der veränderten ftrategischen Verhält,
nisse in Europa betrachtet das Haus die unzurei—
chenden militärischen Vorberestungen der Regierung
sür die Verte digung des Reiches mit sehr schwerer
Sorge.
der Feldmarschall sagte zur Begründunng seiner
en folgendes:
Ich war einigermaßen in Verlegenheit, daß ich oie
ution einbringen sollte während der Erregung, de
die Hoffnung auf eine allgemeine Abrůstung und ei⸗
il'gemeinen Frieden hervorgerusen worden ist, eine
ung, die. wie man uns sagte, sicher und schnell ir
lung gehen soll. Merine Verlegenheit ist aber durch
anz unerwarte es Ereignis gemindert worden, näm:id
die Rede des deutschen Reichsfanzlers. Diese be—
acwerte Rede, so voll von mannhastem Empsinden,
auf mich in einer Weise ein, für die ich nur schwe—
Ausdruck zu finden vermag. Als der Reichskanzler
Meinung über die wahren Beziehungen des Volkes
Reiches zu seinen bewaffneten Streitkräften auseinan
te, kleidete er sie nur in die Grundzüge von Worten,
ieinen Geist während der letzten Monale wiederholi
frigt haben. Der deutsche Reichskanzler vertrat die
t: die bewaffneten Streitkräfte eines Resches müßten
timmter Beziehung zu seinen materiellen Hilfskräfter
.iese Ansicht scheint mir so staatsmännisch zu sein,
ie inwiderleglich ist. Bei der Anwendung dieses
sares auf Großbritannien möchte ich es dahin än
od die Streitkräfte des Reiches nicht nur zu seinen
ielun Hilfsquellen, sondern auch zu dem Geist imn
u stehen müssen, der die Nation beseelt. Dic
iree sollten einen besonderen Maßstab abgeben für
et illigkeit der Nation, einem Ziele nachzustreben,
edetzt hat. Dürfen wir annehmen, daß unsere
Streitkräfse unsere materiellen Hilfsquellen
der Nat'on verkörpern?“
verts setzte dann auseinander, daß Großbri
ein für die Vertesdigung der Heimat hin
„eer besitze, noch genügend leistungsfühige Trup.
u e britischen Interessen im Auslande zu schützen
ri. nien sorlte gegen die Möglichkeit ciner Invasier
50 000 Mann vorbereitet sein. Der Feldmarscha
ne hierauf scharf die Territorialarmee. Diese be
e'er dem regulären Heer eine Mill on Maun.
regsminister Viscount Haldane entgegneiu
e Kritit seiner Schöpsung folgendes:
h. auch für strategische Aenderungen vollzogen
befinde sich doch stets ein Streifen See zwi
Grogzbritannien und jedem möglichen Feinde Wen
‚ritannien die Herrschast zur See besitze, so köne de
Seestreitlräste zur ersten Verteidigungslinie gogen ein
ion machen. Das habe Großbr tannien stes getan
werde es auch weiter tun. Riesig seien die Schwie
ien, die jeder Invasion entgegenstünden, solang
oritannien die Nordsee beherrsche.
ir lege Nachdruck darauf, daß das System der frei
en Dienstpflicht no wendig sei für die Erhaltung an
sener Garnisonen im Ausland. Ungeheuer seien di
, die mit der Annahme der Vorsclaͤge des Feldmar
wahrscheinlich verbunden sein würden, und groj
chwierigleit, die erforderlche Anzahl von Ofjfizierer
halten.
tord Roberts begehe den Irrtum, daß er auf de—
reitung für das in der Idee Mög iche anstatt für da
der Vernunft Wahrscheinliche besͤehe. Gerade jer
»e sich Großbritannien in einem Meinungsaustausc
den Vereinig!en Staaten, wenn möglich einen allae
n Schiedsgerichtsvekireg abzuschließen. Der deutsch
sfanzler sprach von der Bereitwilligkest Deuischlande
Großbritannien Informationen über die Flo te cus
schen. Wenn ein solches Verfahren eingeschlagen wür
nüsse es etwas dazu beitragen, die Gesahr der Pani
erringern, die so viel getan habe, die Flottenbudget
nur Großbritanniens, sondern auch anderer Laͤnde
—

Gefahreu solcher Vorfälle aufmmerksam. JDadurch hofft man der Frau im Hause jene Stellung 6
* Nach einer Athener Meldung des „Echo ve Paris« zu können, die ihr von Nor aus zugewiesen ist De
tand bei Castrati ein heftigerKampfzwischen den Endzweck des Vereins ist die Hämpfung der Sand Lucht
Wiechen und Tür en statt. Die Turke n wurden in die Berade in der Landflucht — Bewohner ist der ¶ Grum
FAucht geschlagen und sollen 200 Verwundete und I1. u dem Rückgang der Lr yhihigleit und Ausnutzunge
Sote zu bellagen haben. Die fremden Konsulate stehen uglichtet der Bodennen e zu fuchen. Das Jniere
unter militarischent Schutz. 2000 Flücht inge haben Zu⸗· der heranwachsenden t.on auf dem Lande erlisch
lucht in Polgoritza gesuch uͤr die Scholle, wal Be Landbewohner doch die Lant
lucht in ihrem Zumastsprogramm haben. Damit komm
latüreich auch die Leutenot, unter der jeder Besitzer un
eder Landwirt zu leiden hat. Die Landwirtschastlich
Reichssrauenverelnigung will eine Dienstvermittlungsorg
aisation überall da einrichten, wo die Leutenot anfäne
ich bemerkbar zu machen. Man hofft, daß durch die War
berkurse das Interesse an dem Boden und an der Heime
zewedt werden wird. Die Frauen verrichten ihre Arbei
uuf dem Lande rein mechanisch. Sie sind entweder vor
khemann oder vom Arbeitgeber zu diefer und jener Hand
eichung bestimmt, ohne daß sie eigentlich darüber drien
iert sind, was ihre Arbeit zur Erhaltung und Bebauun,—
»es Bodens beiträgt. Natürlich kann bei einem solch me
hanischen Arbeiten weder die rechte Freude an dem Ge
ingen der Saat, noch das JInteresse an dem Besitz was
oerden. In dem Argenblick, da die Arbeter und Arbeite
innen der Scholle sich bewußt sind, welcher Segen de
Urbeit ihrer Hände entsprießt, werden sie auch die Lieb
m dem Lande bekommen. So soll also die Arbeit de
Landwirischaftlichen Reichsfrauenvereins dazu führen, in
inandergreisend die Mängel zu beseitigen, unter denen di
Landwirtschaft augenblicklich kirankt, und das sind Maß
iahmen, die Bisligung und Unterstützung im reichsten Maß
erd enen.
Die Geschworenenjury auf der Anklagebank. Ei
urioser Fall ist dieser Tage in der Plenarsitzuͤng der ver
einigten Kasationsdepartements des voltziehenden Senat—
zu St. Petersburg zur Verhandlung gelangt. Es han
)elte sich um die Frage, ob gegen eine Geschworenenjur
in Kriminalverfahren eingeleilet werden Lönne, falls s.
diese bei Ausübung ihrer Pflichten einer vfsenbaren Rechts
rerletzung schuld g gemacht habe. Der Verhandlung, u
vwelcher diese Frage behandelt wurde, liege folgender Sad
berhalt zugrunde: Im Februar des Jahres 1908 stan
eine Bauersfrau als Angeklagte vor dem Bezirksgericht i
Rostow (Gouvernement Jaroslaw). Sie ha ie ihren fünf
ährigen Stiefsohn ermordet. Der Fall war nicht ungt
vöhnlich oder verwickelt. Anleger und Verteidiger ergin
jen sich aber in so weitschweisigen Reden. daß es der
Veschworenen, die zumeist einfsache Bauern waren, gan.
virr im Kopfe wurde. Schließl'ch einigte man sich übe
»as Verdikt. Es lautete: „Schuldig, under Annahme mil
ernder Umstände“. Wie war nun aber dieser, uͤbrigen⸗
ticht ungewöhnliche Urteilsspruch zustandegekommen? Auf
en Senatsverhandlungen ist zu ersehen, daß bald naë
Schluß der Gerichtssitzunrg der Subalternbeamte x. da⸗
Lokal der Geschworenen vbetresen hatte. Die Herren ware.
chon alle sort, nur der Staatsrai Bogoslowski, Professo.
em geistlichen Seminar, war noch da, mit der Suche nac
enen Ga'oschen beschästigt: „Ha, ha, ha, ihr habt woh
vie d'ie Bären geschwitzt?“ redet der Akmarius seinen al
en Bekannten an. Ihr habt euch lange genug beraten!
— „Ja, weiß Gott! Es war eine höllische Atbeit. Ei
nerwickelter Kasus. Die Bauern wußten weder ein noc
ius. Wer weiß, wie lange wir noch gesessen hätten, wen
richt einem der Kollegen der glückliche Gedanke gekomme;
väre. daß man die Entscheidung der Angelegenheit den
Villen Gottes überlassen müsse. Wir nahmen also dre
Papierstre sen, schrieben auf den ersten Schuldig, auf de
weiten: „Schuldig, unter Annahme mildernder Umstände
auf den dritlen „Richt schuldigs. Dann wurden die Pa
hierstreisen fein fäuberlich zusammengerollt, in eine Muͤtz.
getan und tüchtig geschüttelt: Die Ziehung konnte begin
nen und das Resultat der Loitterie ift euch ja bekannt.“ —
Offendar gefiel diese vereinfachte Meihode der Rechtsprech
ing dem ins Vertrauen gezogenen Akmarius so fehr, da
er die Sache ausplauderte, was vorläufig die Einleitun
ines gerichtlichen Verfahrens „‚wegen Verleßung des Gt
zeimnisses der Geschworenenverhandlungen“ gegen den Pro
essor Bogoslowsli zur Folge hatte und schließlich dvi

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Vie Wasserpartie.
Alue lurIsusuyhrett: —
Mister Edkins hat sich verzogen!“ rief eine Stimme.
Ach, entschuldigen Sie“, kam der Stewaund zu Mister
Noales gerannt, „aber der Herr mit die grüne Bril⸗
o eben auf Decdc ging, ist nicht ganz wohl. Und
unge Mann, der auf der Violine spielt, ist auch was
und sagt, er hätte Frau und Kinder, und wenn das
laput ginge, hätten die keinen Versorger mehr.
was der Klarinettist ist, war auch so miserabel ꝛu
; ees aber jetzt besser mit ihm.“
e. it ist ansteckend wie die schlimmste Seuche.
Desellschast „geliefert“, wie man zu sagen
auf Dedk. Die Herren schauten hoch in
— m die Schwankungen des Wassers und des
8 den Augen zu vermeiden. Die Tamen lagen
denn d Tücher gehüllt auf und unter den Bänten
al iglichsten Verfassung. Es stürmte' und regnete
Umn 2, und nie war eine Gesellschaft gründlicher
sewoa n ind durchgeschaukett, nie eine Wafserpartie
licher zu Wasser geworden. Fleetwood iunior heulte
chrie aus Leibeskräften, bis er nicht mehr konnte
Wakefields „Blage“ ihn ablöste. Mister Hardy stand
»ie Prüstung des Deds gelehnt und betrachtete launge,
die Geheimmnisse der Tiese. Unerklärlich blieb es, wie
ensich mit entschiedener Neigung zum Blutdrang nach
„e dennoch so hartnäckia in derselben Siellung ver—

Ein Schreibfehler und seine Folgen.
J Von Ernit Pasque. ——
J F
WBelche heitere, wie ernste Verwirrungen eine undeut ·
iche Handschrift, ein Schreibsehler schon angerichtet, isl
hinlänglich betaunt, wie auch daß unsere heuütige, schreib⸗
sertige Zeit Beweise dafür in Menge zu liefern vermag.
Sandte doch vor einiger Zeit ein hoher Bewohner einer
füddeutschen Residenz eine eigenhändige und wohl etwas
indeutlich geschriebene Depesche gen Heidelberg, die drei—
zig Pfund Forellen für ein festliches Diner verlangte, um
nit dem nächsten Zuge — dreißig Pfund Sardellen zu
mpfangen! Seine Erzellenz hatten Humor genug, um
iber den eigenhändigen Schreibfehler zu lachen und ihn
einen Gästen preiszugeben. An Heiterkeit fsehlte es nicht
dei der Tafel, Witze gab es in Menge — nur keine Fo—
ellen! — In früherer, der sogenannten „guten alten“
Zeit, mögen noch viel ergötzlichere Mißverständnifse durch
indeutliche Handschrift vorgekommen sein, besonders wenn
die gnädigen regierenden Herren, die doch keine Meister
der Kalligraphie zu sein brauchten, sich herabließen, eigen—
ändige Briefe zu verfertigen. Einen' solchen drolligen
Vorfall, der indessen auch wieder sein Gutes hatte, durch
rinen Schreibfehler veranlakt, will ich versuchen bier 3
erzählen. —
Zu Anfang des vorigen Jahrhunderts und zur Zef
des Kurfürsten Johann Wilhelm, der die kurpfälzische Ke—
idenz von den Ufern des Neckars an die des Me serren
n das bergische Land, verlegte, stand auf dem Mar tplat,
u Düsseldorf, dort, wos eherne Reiterstandbild desselbiger
Fürsten sich erhebt, ein stattliches, verschnörkeltes Haus,
velches der eingewanderte französische Hofjuwelier Taͤmar—
ue erbaut und worinnen er seinen Laͤden und sein Ge⸗
chäft eingerichtet hatte. Seine ganze Familie bestand dus
inem Toͤchterchen, des Namens Susefte, das bildschön
var, aber dem langen, hageren Juwelier zur Zeit ganz
»esondere Sorge und aͤnstatt Freude sogar 'rechien Aerger
ereitete. Da befand sich unter der Dienerschaft im kur—
ürstlichen Schlosse ein Jäger, Franz Thürnagel geheißen,
in frischer, lebensfroher Bursche, der hoch in der Gunst
»es jagdliebenden Kurfürsten stand, und eben so hoch —
iein! noch viel höher in der Sasettens, denn das hüb—
he, schwarzäugige Mädchen hatte dem schmucken Jäger
hr Herz geschentt und beide liebten sich so feurig, wie
s nur ein paar junge, heißschlagende Herzen vermögen.
Ddoch eben so hoffnungslos schien ihre Liebe zu sein, denn
aß der reiche und geizige Lamarque seine Einwilligung
4 dem ersehnten Bunde geben würde, war nicht z

—V—
traurig, wenn sie in dem Gärtchen des Hauses in abend⸗
ticher Stille und im Geheimen zusammenkamen, und ihr
Unglück dünkte ihnen vollkommeñ, als eines Abends der
jagere Franzose bas Pärchen überraschte, den teden Ja—
jzer mit, den härtesten Worten zu seineni Hause hinaus.
rieb und Susetten nicht allein jeden weiteren Verkehr mil
dem Geliebten, bei seinem väterlichen Zorn, verbot. son⸗
dern auch seine Vorlehrungen so gut zu treffen wußte,
daß ein ferneres heimliches Zusamnenkommen der beiden
rein unmöglich wurde. Franz war untröstlich, und wie
ein Waidmann, der nur Fehlschüsse getan, ging er umher.
Das mußte seinem kurfürftlichen Herrn, der sehr häufig
nur von seinem Leibjäger Franz begleilet jagte, auffallen
und eine Erklärung herbeiführen. Gelegenheit zu eine:
solchen sollte sich denn auch bald finden.
Johann Wilhelm war ein guter und leutsesiger Herr,
nicht allein der Jagd, sondern auch den Künssen hold
und ein gar absonderlicher Freund von alleriei Kuriositä
ten. Seine Sammlungen uͤnd Kabinette bildeten, wie
bekannt, die wohlrenommierte „Düsseldorfer Galerie,“ di
heute jedoch nur noch teilweise in Düsseldorf zu finden ist
Er hätte in Amsterdam einen Hofagenten, der für di
kurfürstlichen Sammlungen kaufte, was nur Gutes und
Originelles in den an Schildereien und Kuriositäten se
reichen Generalstaaten aufzutreiben war, und seinen hoher
Kunden auch immer auf dem Laufenden hielt, wenn ir
gend etwas Neues aus fernen Ländern in Amsterdam ein
traf. So hatte der Holländer denn auch just nach Düs
seldorf gemeldet, daß mit einem Brasilienfahrer eine Meng
fremder und seltener Tiere eingetroffen seien, unter ande
rem auch eine große Anzahl Affen, die wegen ihrer Drol
ligleit von den reichen Mynheers sehr gesucht waren un
threr Seltenheit halber hoch bezahlt wurden. Der Hof
agent meldete dies also in einein wohlkonditionierten
Schreiben seinem hohen Gönner, machte ihn darauf auf⸗
nerksam, wie jeder Hof, der französische nicht ausgenom
Ren, anfange sich eines oder mehrere der possierlichen
Aefflein zu halten, und ersuchte um geneigtesien Befehl
2b ein solches extrarares Tier für Seine kurfürstlicher
Bnaden zu akquirieren und nach Diüiseldorf zu schicker
ei. Daneben enthielt das Schreiben noch allerlei drollig
Ditteilungen, die neuen vierbeinigen Einwanderer bett
vorüber der Kurfürst des öfteren recht herzlich lachen
außte. In seinem Kabinett ging Johann Withelm au
nd ab, sich vergnügt die Hände reibend, denn der In
alt des Briefes hätte ihn“ in eine bebaglich-fröhlich
zriimmung versetzt.. Er baln 35

ouigen Xere ditzujchufsenn uno sondlteih eigenhandig
jeinen Hofagenten zu schreiben. Wohl wußte der Kur
fürst vortrefflich mit der Pürschbüchse en dock
minder gut mit dem Gänsekiel, und das Briesschreiben
wurde ihm ziemlich sauer. Er machte demnach auch nich
viel Umstände, sondern schrieb mit wenigen Worten sei—
nem „Lieben Getreuen“, daß er ihm einen Affen kaufen
und die lebendige Ware anhero gen Düsseldorf expedieren
solle. Sein „Johann Wilhelm, m. pr.“ setzte er unter die
Schrift, faltete das Blatt, siegelte es mit seinem Ringe
und eine Klingel rief den im Vorsaal harrenden und zur
Jagd gerüsteten Leibjäger Franz herein, um das Schrei
ben zu Schiff zu bringen, damit es ohne Aufenthalt den
Rhein hinab gen Holland schwimme und so an lein Fiel
gelange
Franz war eingetreten. Der stattliche junge WMann
in grünem Jägerhabit, der gewöhnlich den Kopf hod
trug, sah ordentlich verlegen drein; er senkte die hellen
sonst so lebensfrisch blickenden Augen und trug eine. Nie
dergeschlagenheit zur Schau, die Johann Wilhelm bishe
an ihm nie gesehen. Einen Augenblick schaute der Kur
fürst ihn überrascht an, dann frägte er, was es gebe, ol
etwa ein altes Weib seinen Weg gekreußzt, oder Aehnliches
dem Weidmann Unliebsames sich ereignet habe.
„Wenn es nur das wäre!“ seufzte Franz ordentlid
auf, seinem Herrn dabei ebenso wenig als treuherzig in
das Antlitz bickend.
„Oho!“ hallte es als Entgegnung, „dann muß Di
Außerordentliches geschehen sein. Doch besorge mir vor
erst diesen Brief, dann komme her und berichte.“
Damit gab ihm der Kurfürst das Schreiben, fügte di
notwendigen Instruktionen bei, und eilfertig verlietz de
Jäger Kabinett und Schloß, um den erhaltenen Auftra—
auszuführen. — ů——
Kurze Zeit darauf stand er wieder, wie befohlen. vor
dem Kurfürsien.
„Nun Franz,“ redete ihn dieser an, „sprich, aber kur,
und die Wahrheit; sage mir, was Du äuf dem Herzei
hast, Alles und haarklein, vielleicht kann ich helfen. Jo
mag eine solche trübselige Miene bei meinem Jägerbur
schen nicht leiden, sie könnte mir die ganze heutige Jaas
verderben.“
Und Franz erzählte: wie er ein hübsches Mädche.
gern habe, das ihn wieder liebe und eingewilligt, seir
Weib zu werden; wie er aber vor wenigen Tagen vo
dem Vater überrascht und ziemlich unsanft vor die Tü—
nesetzt worden sei. Uund wohl den Gedanken an seine Ge

endlich langte man dei Custom-PHouse wie—
erschlagen an Geist und Körper. betäubt, ver—
ie Tauntons waren viel zu eiend, um sich mit
zriggs herumzuzanken. und die Briggs viel zu krank,
„ie Tauntons zu ärgern. Einer der grünen Guitar—
tten war in der Hitze des Aussteigens verloren, und
ß Brigss hatte Verdacht, es sei ein Dienstmann von
Tauntons bezahlt, das Instrument bei dem Trans—
vom Schiffe zum Quai ins Wasser zu werfen.
Mister Edkins mit der grünen Brille hält immer noch
wo nur erdenkliche Reden anzubringen sind. Haupt.
Helfes hätte beinahe Miß Julia Briggs geheiratet,
nicht etlicher Schulden halber plötzlich verschwun—

Taunton ärgerte sich, daß sie so in ihrem lie—
ich getäuscht.
Percy Noakes aber ist so unternehmend und so
leichten Sinnes geblieben, wie er vordem war,
„uneigung seiner alten Freundeskreise sich bewahri
die wir hoffen, in unsern Lesern und Lerserinnen
AMoeonne⸗
            
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