ir die Partel, die am ehesten Opposition mit uns machen
ovird. Auf die Ausstellung eigener Kandidaten können wer
icht verzichten. Redner polemisiert gegen den Grafen Ka—
itz und empfiehlt eine neue europäische Konzession ün
‚ie Beseit'gung der Zollschranken.
Damit ist die Generaldiskussion beendet.
Abg. Werner (Rip.) versucht in persönlichen Be—
nerkungen zu erklären, wie sein bekannter Ausdruck über
lo nationalliberale Schurfenpartei“, den er übrigens rek—
istziert habe, entstanden sei.
Der Prästdent macht den Redner aufmerssam, daß
ersoönliche Bemerlungen nicht angirgig seien.
Abg. Werner tritt daranf unter dem Hohngeläch—
er der Sozialdemokraten ab.
Der Etat des Reichstages wird ohne Erörterungen er—
edigt, ebenso der Etat des Reichskanzlers.
Zum Etat des Answärtigen Amtes begründet Abg.
Resfser Gortsch.) eine Resolntion seiner Partei, die fuͤr
en nächsten Etat Mittel anfordert, damit die General—
vnsulate und Konsulate die Portokosten bei ihrer amu—
hen Korrespondenz bestreiten können.
Abg Hormannu (gFortschr.) kommt auf die von
em Abg. David (Soz.) zur Sprache gebrachte Angele
enheit der Festhaltung ausländischer Durchreisenden, an
»er hollaändischen Grenzftation zurüick. Die Unter suchung
er Auswanderer an den preußischen Kontrollftationen is
us sanitären Gründen geboten.
Abg. David (Soz9: Deutschland muß sich vor der
janzen Welt schämen, wenn diese Fälle vom Gesetz ge—
chützt werden. Es handelt fich nicht um Auswanderer
ondern um Durchreifende.
Staatsselretär v. Kiderlen-Waächter: Vertrag—
ich zugestandene Rechte find nicht verletzt. Nach Auskunft
es preußischen Ministers des Innern ist auf die betreffen—
den Reisenden die preußische Anordnung über das Durch—
vandererwesen angewendet worden. Ich will zugeben, daß
u diesem Falle die Betreffenden besonders hart betroffen
vorden sind. Die Sache unterliegt jetzt der Prüfung. Je—
„ensalls sind unsere Beftimmungen lediglich hervorgerufen
urch ein Gebot der Notwehr.
Abg. Hormann (gortschr.) erklärt nochmals, daß
Ues gesetzlich vorgegangen sei.
Abg. Dove (Fortsch.): Die reichsgesetzliche Regelung
der Fremdenpolizei ist dringend notwendig. Fremde duirfen
n Deutschland nmicht rechtlos sein.
Abg. Arendet ERchsp.): Es scheint ein schwerer
Nißgriff untergeordneser Behörden vorzuliegen, und es muß
da mit aller Strenge eingeschritten werden.
Rach weiteren Erörterungen wird dieser Gegenstand
erlassen.
Abg. Prinz Schönaich-Carolath Cnl.) forder
»ie Negierung auf, der Schiedsgerichtsbewegung mehr In⸗
eresse entgegenzubringen.
Abg. Everling (nl.) wendet sich gegen die kon—
essionellen Klagen des Abg. Kohl aus der zweiten Lesung
insichtlich der Auslandsschulen.
Abg. Kohll (Zentr): Wir werden es uns sehr über—
egen, ob wir für die Unterftützung solcher Schulen stim—
nen werden.
Abgs. Pichler (Zentr.): Nicht wir tragen konfessio
jelle Gegensätze in die Debatte, sondern Herr Everling.
Abg. Schrader (Gortsch.) wendet sich gegen den
Abg. Erzberger.
Abg. Ledebour Goz.): Ein russischer Untertan
tamens Montag soll den russischen Behörden durch Berlin
Asgeliefert worden sein. Gründe wurden nicht angegeben.
Staatssekretär v. Kiderlen-Wächter: Von Aus,
ieserung kaun keine Rede sein. Herr Montag wurde aus
jewiesen, weil er seine Frau fortesetzt mit dem Tode ve—
»rohte. Das hätte Ihnen Herr Montag auch selbst sagen
önnen. (Große Heiterkeit.)
Abg. Ledebour Goz.): Der Staatssekretär hal
ich bei Herrn von Jagow erkundigt. Das genügt ihm,
nir eine schnodderine Antwort zu geben. (Vizepräsiden
chulz ruft den Redner zur Ordumg) Abg. Lede
our wirst dem Staatssekretär weiter Mangel an parla⸗
nentarischem Ehrgefühl vor und erhbält dafür einen zwei—
en Ordnungsruf.
Der Etat des Auswärtigen Amtes wird erledigt.
ks folat der Etat des Reichsamts des Innerm
Hierzu liegen mehrere Resolutionen vor.
Abd. Heugstbach (Soz.) begründet die sozialde
nokratische Resolutton betreffend sanitäre Vorschriflen fü
en Betrieb der Anlagen der Großeisen-Industrie und ein
deuregeluna der Werks⸗Nenfionsfassen.
— — —
Vermischtes.
Im Kampf mit Haifischen. Kürzlich traf in Bor—
eaus der Dampser „Amazone“ ein, der aus Südamerko
urücktehrte und dessen Passagiere unterwegs Zeugen einen
rschütternden Tragödie waren. Der Kapitan des Schisfes
zaßs von dem Vorsall folgenden Bericht, der in seinen
üchternheit alle Schrecken des grausamen Erlebnises
diderspiegelt. Er erzäht: Am 18. Februar war ein
Nann der Besatzung, der Heizer Hartsana, wegen erner
Bagatelle mit seinen Kameraden in Streit geraten, der
yald in Tätlichkeiten ausartete. Hartsana wurde surchtban
erprüçceet und nahm sih den Schimpf so zu Herzen, daf
r sich kur dvarauf vom Bockhord g ine Meor stürzte
Der Sitzungsabend kam heran und mit ihm Wister
Briggs. Man begann zu ballotieren, doch bei jedein Na—
nen fand sich neben den weißen Kugeln eine schwarze.
Percy wußte genau, wer die Chikane anstiftete, und sann
uf Aenderung des Abstimmungsmodus, denn so kam man
uf keine Weise zu einem Resultate. Auf Noakes'“ Vor
chlag ließ man die Ballotage fallen, und es winde be⸗
immt, jedes Mitglied dürfe eine gewisse Anzahl von Gaͤ—
ten mitbringen, deren Namen vorher zu nennen seien.
das war ein vernünftiger Vorschlag zur Güte und befrie—
igte allerseits. Ferner wurde der kommende Miltwoch als
er große Tag festgesetzt. Blaue Katunbänder, um den
inlen Arm gebunden, sollten die Herren des Ausschusses
on dem „vulgus profanum unterscheiden. Der Dampfer
ollte von Custow⸗House abfahren, Speisen und Gelranke
Alten unter der Diktatur von Mister Percy-Noakes früh
Norgens an Bord geschafst werden, und die übrigen Blau—
ebänderten hätten vor neun Uhr zu erscheinen, um die
deladenen zu empfangen. Nachdem dem Präsidenten ein
dankes, und Vertrauensvpotum gespendet, trennte man sich,
ingemein gehoben von den rosfigen Aussichten und bong
»m Genufso inos ion uern“
5ẽs war und blieb ein herrliches Wetterchen. Sonnlag
a heran, und Perch wurde immer geschäftiger und un—
jiger. Er wet mausgesetzt auf dem Trabe von boder zu
ustom⸗House Weft, zu größter Verwunderung der Ecfen—
her und zur Befriedigung der Droschkentutscher.
Dienstag. — Wister Percys Aufregung kannle keine
enzen, jeden Augenblick kannte er cins Fensler, um nach
pa l n Gewölt auszulugen, und Mister Hardy brachte das
nze Gras-Joosquare zur Verzweiflung mit einem neuen
nischen Liede, das er eigens für diese Veranlassung an
ot⸗ Miano sich einpaulte.
Vacht vom Dienstag auf den großen Mittwoch
er LNoales sich ruhelos auf seinenn Lager um—
D, träumte ihm von abfahrenden Steamern und
ige.i ——— deren gigantische Zeiger auf nach
un Uhr wiesen, und er stand am Quai und sah' doe
isende Gesicht Mister Briggs an Bord, nach ihm schau⸗
uno seinen fruchtlosen Anstrengungen, den Dampfer
rreichen, Hohn zulächelnd. Er dat Linen verzweifelten
ing und — erwachte. Hell und lustig schien die Mor—
onne in sein Schlafzimmer. Percy slürzte nach feiner
der sicheren Erwartung, das Enssetzliche habe sich
Aαο. era war fünf Uhr aif doü o
ẽkinige Passagiere und mehrere Mann der Besatzung warer
zengen des Vorfal s. Segleich wurde Alarm' geschlagen,
er Kapitän, die Of iziere und al e Ma rosen des Schiffes
AUten herbei und machten sieh ans Ret ungswerk. Dc
dam ser stoppte, während er gle chzeug ein Man'ver
ussührte, nin sich der Stelle zu nähern, an der der He—
er in den Wetllen verschwunden war Gleichzeitig wurde
in Retiungsboot n edergelassen, in dem sechs Mann de
Zesatzung Platz nahmen. Jeßt begannen Schau piel, dos
in Aufregung kaum übertroffen perden ann. Der ungl'ck
iche Heizer erschien in diesem Augenblick auf der Masser—
berfläche und suchte schwimmend einen der ihm zugewor—
enen Rettungsrinee zu erfafsen. Er hatte höchstens noch
9 Meter zurückzulezen, und wie es schien, hütien seint
dräfte ausgereicht, das Schiff zu erreichen. Mit alem—
oser Spannung verfolgten die Passagiere der „Ama? vne
ieses Drama, das plöklich, ganz unerwrtet, in eine ent.
etzliche Tragödie aus!Angen foslie. In diesem Augen
lick nmlich, wo Hartsaua sich gerade an den Rett ngs⸗
ing llammern wollte, fah man, wie der Unglückliche unten
ie Wogen gerissen wurde. Zunächst glaußte man, die
kräfte hätlen den Ertrinkenden verlassen, und eine kFurerste
instrengung der Besabung des Retiungsbooses müfßte es
aöglich machen, den Verzweiselten zu relen Die Palsa⸗
iere feuerten die Matroken im Ret Angsboote durch wilde
zurufe an, und in der Tat schienen die Leuke mit um
nenschlicher Kraft den tosenden Wellen den Sieg streitig
nachen zu wollen. Man sah, wie sie förm ich von den
dudern in die Höhe gehoben wurden, und schon war das
ßoot an der Stelle angelangt, wo der Heizer verschwun—
en war und der Rettungsring auf den Wellen tanzte.
Roch immer aber blieb der Heizer verschwunden, und al—
es Suchen schien vergebens. Wo war ver Unglückliche ge—
sliebenss Ein entsetzliches Wahrzeichen gab den Fragensen
in Bord die erschülternd Antwort; das Meer fäaͤrbte sich
lutigrot, und gleichzei ig tauchte ein Schwarm riesiger Hei—
ische auf, die sich die Reste des verschlungenen Heizers
treitig machten. Aber damit nicht genug. Die blu gieri⸗
sen Bestien versuchten nun, auf den Appe it ge?omnien,
urch wilden Ansturm das Nestungasboot zum Scheitern
u bringen. Glücklicherweise mißlang die'ser Versuch, und
ach unmenschlichen Anstrengungen kehrten die Ma ro'en,
u Tode erschöpft, an Bord ihres Schiffes zurück. Aber es
»ar klein Triumph, der sie begrüßte. Schrecken und Todes—⸗
ugst hatten die Passagiere wie grlähmt und hiellen sie zu⸗
er weiteren Fahrt gefangen.
Ein nassauisch. olkslied. Man schreibt der
sleinen Presse“. Ant7 Suche nach nasanischen Volks—
edern fand ich auf Westerwald ein alles, fast unbe—
anntes Volsslied, das ner Original tät, seiner kerninen,
rol igen Urwüchsigken alber Beachtung verdient. Das
ied bamu a. solgende Strophen:
Wo mag denn wohl mein Ctz istian sein,
In Ru'land oder Posen,
Ach könnt ich doch das liebe Kind 314
Vit meinen Tränen hosen. 44
Zieh ich mich aus, zieh ich mich an, bn
dent ich au meinen Ehisi ßpeß
Sem lederm Hos' hänßzt en dem Knauf
In un rer Frau ihrer Kammer,
Die kommet mir nicht zum Verkauf,
Das wär ja Schad und Jammer.
Und schau ich diese Hose an,
Zo dent ich an meinn Christian!
In unserm Stoll da steht ein Rind,
Das hat er großgezegen,
Er pflegt' es wie sein eicen Kind,
Und seh' ich deeses Rindvieh an,
Zo dent ich an menn Christan!
Sein Flegel, der häüngt an der Wand.
das Solz von unserer Ssche,
Von AMal—ell ist das Flegelband, 11
Ich nehm ihn, wenn ich dresche. 3735
Und seh ich diesen Flegel an, 6
Zo den! ich an meinen Ehrittian 11745
———
Aus aller Wetlt.
Mordtaten. In Berlin wurde auf dem Hofe
e Grundstücks, Friedrichstraße 700 en Rau?anfall geen
en 60 Jahre allen Kaffenbolen Schmed verübt. Dor!
cängte sich ein junger Mensch an den Wann beran und
esuchts ihm seine 1000 Mart enthatende Tasche zu ent
eiken. Zwischen Beiden ent pann sich ein Kampf unt
s8 geleng durchh Hzukommen aunderer Personen ven Bur—
chen zu verhatten. — Der Schumican Gelsen in Lau
ahürte (Goöoerschlesien) befand sich auf einer Nacht
Patro ille und bemertte dabei mehre;e verdachtige Bur
chen. Als er sich ihnen naͤherte, schossen sie auf ihn. Gel
en wurde durch 5 Schüsse schwer verletzt und starb bald
acauf. Die Täter sind noch nicht ergriffen.
Ailitärunfall. Auf dem Bornstaͤdter Felde bei Pots
am wurden mehrere Soldaten durch scheugewordene Pferd
erletzt. Infsolge einer Salve scheuten die Pferde und rich
een ein schreckliches, wirrendes Durcheinander an. Vor
ei Kolonnen »en Sorns m sehr schmere Verletzunden
—— — — J — ——
erecnete oie geu. ein halees EIsscchen ankteiden, dann
langsam nach Strand-Lane zu bummeln, von dort ein
Boot bis zu Custom⸗-Honmfe nehmen'i aina es vortreif⸗
ich
Er kleidete sich an, nahm ein bescheidenes Frühstück
ind wachte sich auf den Weg. Noch lagen die Straßen
ont ns still, und verödet da, wie wenn gestern Abend
uten Male das Menscheugetümmel in ihnen dahin—
zütte. Hier und dort nahm ein verschlafener Bur—
Zlenden von den Fenstern der Verkaufsläden. Ge—
schritt ein Polizist oder ein Milchweib die aus—
Häuserreihe entlang. Dicht bei der Tewpel-Bar war
in anter Frühstückstkarren aufgestellt; der Kaffee bro—
elle mer einem Kohlenseuer, und ungeheure Butterschnit—
e wwnsen daneben aufgetürmt, wie Dielen in einem Holz⸗
nagaztne. Mister Percy Nogkes eilte vorüber und bog
n Strand-Lane ein, als ihm von weitem die Woellen der
Theinfe entgegenglänzten. Nie im Leben hatte er die
Bicht gkeit seiner Person lebhafter empfunden als in die—
em Augenblicke, aber auch niema,s hatte er sich gklückli—
her und gehobener gefühlt.
„n Boot, Sir?“ rief einer der drei Kahnsührer, die,
eder seine eigene Weiße pfeifend. aut ihreu Fahrzeugen
ncktoit.
n Boot, Sir?“
„Nein,“ erwiederte Perch Noakes ziemlich „eklig“, denn
»ie Art und Weise der Fragesiellung war seiner augen—
licklichen Würde durchaus nicht angemessen.
„Sie nehmen gewiß lieber 'en Dreimaster, Sir?“ for—
chte zur allgemeinen Erheiterung der Zweite.
Mister Percyh Noakes antwortese mit einem Blid voll
zrenzenloser Verachtung.
„Wünschen Sie vielleicht an Bord eines Steamers ge⸗
racht zu werden, lieber Herr?“ wandte ein alter Boote
ührer sich zutraulich an ihn.
„Ja wohl, Machen Sie nur fort. Der „Endeavour',
Fustom-moufe.“
„Endeavour?“ rief jetzt einer der andern iwieder, „ja
en Endeavour sah ich jufst vor einer halben Stunde flrom—
ufwärts gehen, der ist längst weg.“
„Endeavpour? Ja,“ bekräftigte der zreife von den
—churken, „is weg; da herunter (zwei Handbewegungen
ftromauf), und ganz voll schöner Damen und Herren.“
Mister Percy Noakes tat, als überhöre er all' das
veschwätz und stieg in den Kahn, den der alte Mann mit
Schieben, Stoßen uͤnd Zerren endlich fsott gemacht hatte
Nit rüstigen Ruderschlägen ging's nun fircmab. Customn⸗
oitso erhoh id aars do Moraennahel ne dan
Ju den Schacht gestürzt. Auf Zeche „Vollmond
in Essen stürzten ein Steiger und ein Schiepper 60 Mie
er tief in den Schacht. Beide waren sofort tot.
Unfall. Ein bedeuer icher Undall creignete fich b
)ppeln. Eine Anzatzl Knaben hät en ungelöschtn Kaft11
in Gesfaß geten und mit Wasser übergosen. Ter act
plodierl'e und verbrüh!e drei Kinder schwer. Drei Kna
ꝛen haben das Augenlicht verloren.
Ein Politiker in Konkurs. Ueber das Vermöger
»es dteichsszate-Abgeorbneten Franz Justh in VBudap;
wurde der Kenfurs eröffnet. Die Paisiven so'len 3 Wiis
lionen Kronen betragen Man ist bestrebt. einen Ausaleid
arit 30 Prozent zusande zu bringen.
Automobilunglück. Ein sche es Automodil Alng üe
reignete sich in der Sonnag Rachkt in Mentore, den
erichiedene Tentsch Oesterreicher zum Opfer sielen. Der
Lhauffeur Karl Großbauer, der in Dienten cins Herrr
aus Wien srand, der sich zur Zeit mit Familie in Men
one aushält, iund mehrere Freunde zu einer Auton odbil.
ahrt nach Monte Carlo ein. 5 Peisonen nohmen an der
zahrt teil. Der Chauffeur fuhr mit dem 120pe digen Au
omobil seines Herrn von Nizza in wahnsinnigem Tempe
ie Straße nach Mensone. Bei einer Ottrei-⸗Veritge vor
Pentone machte das Au‘o plötzlich eine Wendoung nack
rechts und rannte mit vo ler Wucht gegen einen der eiser⸗
ten Träger für die Leitung der eloertrischen Straßenbahn.
Das Automobil wurde durch den Anpral vollständig in
Stücke gerissen. Die fünf Insa'sen wurden in graͤßem Bo—
jen auf die Straße geschlendert und eritten schwere Ver—
ecungen Einer war so sort tot.
Einsturz eines Bier-Detzots. In Brüssel stürzie
ufol!ge Ueberlastung ein mebrstöckiges Vierdepot cin. Zie
rentmauer barst in Stürle und das gance Gebaünde sentte
h wie ein Kartenhaus. Zahtreicke Fuüsser mit ingesamt
39 690 Liter Bier wurden zer rümmeit. Das Bier floß
m Ziröemen auf die Straße Nerfonen sind bet Fem Un—
leck nireset Schaden nefammen
Sturni. Aus London wird rerichlet: Ruf den Kanal
zat ein furchtbarer Sturm ewütti. ahlreaiche Schittsun—
älle sind zu verzeichnen. Etwaein Dutzend Schiffe kolli—
ierte, mehrere sind unergezensen Der us wegifche Damp
er „Nervion san nach einen Zufammenstoöß mit dem
eutichen Damp'er „Prinz Friedrich Se'mich“. Ueder das
Zchicksal der Befahung it nichis Letunt, Cin russis her
Seglet ranne in der Nühe der Insel! Wright einen eng⸗
ischen Dampfer an und brachte ien zum Sinsen Kurz
)arauf fank auch der russische Dampfer. Sie Vesa ung
onnte gere tet werden.
Hotelbraud Bus Pew-Nor? kommt d'e Wieldeng
daß das su uritseste Hset pen Gortten Tssand. Hotel
R'eeadonas durch Jeterserunit ponein zerstert wor—
en st. Vier Feuerwe'r'se e sind durch din arken Rauck
rsick worden Glaetlichormeie geleng es. alsse Frauen
nd Kinder aus dem brennenden Hosel zu rétan
— — —
Gerictseitung.
⸗* Banknotenfälscher. Vor dem Müncheve: Schwur—
ericht hatten sich wezen Banknoten faänschung in
döhe von über einer Biien Mark der 223 hrige Liho
zraph Eduard Irl aus Meinchen und der Kaufmani
NRito Dolud aus Stuttgart zu verantsorsn. Irl, dern
ls tüchtiger Are'ter beim atasterbiro beichästiet war,
halte im Jahre 1909 den Dotd kemnen goe ernt, der ihm
inter Zusiche ung einer Besohnung ven do9 doo Mard zur
Herstellung von brasi sanisch n 599 Milreis-Boantnoten übe—
tedete. Dold hatte früher in Braͤfitken geleot. Die sa schen
— V——— Zwischenmann, dem Kauf—
mann D'Andrade nach Brasitien in di— Zollkammer ge—
bracht und dort mit echlen Banknoten vetauscht werden
Irl stellte auf geschickte Wesse tausend wohlgelungene Fal
ifilate her. Ende September 1910 stelle er wet re au—
end Stück her und sandte davon hundert Stick an Dold
n Zürich. Dort brachten zwei ungerene Postbeamie, die
ich eine Reihe von Unerschlagungen zuschu den kommen
ießen, auch den Brief des Irl in ihre Höende. Sie fan⸗
en darin eine echte 300 Milreis-No!e und hundert fal'che.
zie veranlaßften dann den Irl unter einer Deckadresse,
znen weitere hundert falsche Nosen zuzusenden, insem sie
ch für Dold ausgaben. Als Wann einer der Postbeam—
n in London verhaftet wurde, gestaud er auch die Un—
rschlaguna der Banknoten ein. die in einem Baukhaus
n Winterthur hiuterlegt waren. Die eingeleiseten Recher—
hen führten zur Verhaftung Ir!s und Dolss. In der
Verhandlung, die sich bis 3 Uhr nachts binzog, waren
»eide Angellaaten voll geständiag. Das ürtel Tulete gecen
Dod auf 12 Jahre Zuchthaus, gegen Irl eu
Jah re 31u chetth aues und iür —D ouf i⸗ 10 Jal
Iruerlnust.
Lorraine Sbportive⸗Prozeß. Aus Metz wird
emeldet: Der Staatsanwalt beantragee gegen Samain
vegen Zuwiderhandlung gegen die Plizeiv rordnung 4.
zeldstrase, wegen Hausfreensbruchs 3 Monate Gefäng—
is; gegen Sehl wegen Hausfriedensbruchs 6 Wochen
zefüngnis; gegen Nikotas wegen Ausruhrs 6 Monate
zesängnis und wegen Unsugs 14 Tage Haft; gezen Lo—
enzer 14 Tage Hatt; çegen Kar Marin's Wochen
daft; gegen Ernst warin Tournoi s und Bracch;
e 3 Tage Hait; gegen Schneser im anze dh
44 Gefhe2
veoates plötztic
„Ta liegt der Endeavour!“ 77
Und richtig, so war's —*
„Legt bei,“ rief der Steward an Bord.
Der Kahn hielt an, und itckar NMehen Noakes sprang
mit Cnfiisene f 7
wa w*o ales nach Wuinsch Zin“ be—
grüßte ihn der Steward. „Sieht unser guter Endeavcur die—
'en Morgen nicht außernewöhnlich seierlich aus, Sir?“
Das mußte Roßkes nun atterdengas bekrästigen und er
lat es in einer AÄArt von Ertase. Verdeck und Sitzbänke
varen geignudbt und geschruert, eine tleine Galeri füt
die Musitkbande uigeschlanen, der Platz zum Tanzen Ze—
ohnt und ein Schütztinen degen die Sonne aufgespanut.
Dann eilte Percy im Geschaststritt nach unten. Nises in
chönster Ordnung. Die Leute des Zuckerbäckers und die
Frau des Steward swaren einsig mit dem TDecken und Zie⸗
en einer langen Tafel beschäftigt, die den ganzen Raum
»er Kajüte ausfüllte. Und asn Percy Noakes zog sei—
ien Rock aus, rannte in Hemdsärmeln ab und zu, und
in und her, und treppauf und treppab, in der Moeinung,
inei jeden zu helfen, in der Tat aber, um allen im We—
je zu stehen, so daß die Frau des Steward lachen muß⸗
e, bis sie zuletzt ordentlich quiette, indeß Misser Noales
n der Hitze des Gefechtes zu wiederholten Malen mit den
lufwärtern zusammenpuffte, was jedSmat durch ein zwei—
timmiges Np ich ninc nn Norzeihnnoe“ sinnaliiert
vurde
Und dann läutete die Glocke von Vondon-⸗Bridge, und
ein Margate-Dampfer und ein dilo Gravesend fuhr ab,
und die Leute an Bord und die Leute auf dem Quai
chrieen hurrah, und Packträger mit Kasten und Roffern
annten die Hafentreppe hinab, und alles war Leben,
Drängen, Eilen und scheindare Verwirrung.
Die Zeit verstrich. Es schlug eben halb neun Uhr. Der
Pastetenbaͤcker brachte ein duftendes Gebäck an Bord Man
legte die letzte Händ an die Tafel, und dann verschloß
Peister Noakes sorgsam die Kajüte ind steckte den Schüssel
zu sich, damit in dem entscheidenden Momente wie durch
inen Zauberschlag die Hertlichkeiten der Unterwelt den
Harrenden und Erstauneuüden sich zeigen möchten. Dann
am die Musilbande an Bord inht dn der
gen Körben.
Zehn Minuten vor neun, und das Komitee erschien „in
orpore“, voran Mister Hardy im blauen Jaquet und We—
te, weihen Matrosenhosen und seidenen Strümpfen: ganz
n „Wasserkostüm“, von Strohbeit ane Hinterhaupt ae
——
— U —
F 2— 25——
Von der Lu sischiffalert
*Der milbitärische Ueberlan,
eiden Of iziers Ricten Erser und Mackenthn.
ag Abend 7 Uht 5 Rn auf ien Abtro
Dösberitz glait gelandet und haben daber bden
ärischen Rund,ug in größberem Sail troß3 man
ue erfelgreich durchge!
*Fliegerkurfus für Offizier
Aprel begann in Töseritz der erste Fliegertuen
ziere. Für die erste Rusbilbung sind brei
ne'ssfen; 25 O fiziete, darunmer Vertreter des
es such schen und des würtemdergischen
ind sommandiert. Mit der Letung der,
reranstalt ist Oferst Messing beau'tragt,
ungieren die Oberleutnauts Geerdtz und Erle
reutuants Mackentbun, von Tarnoczy. Freiher
förster und Canter.
—*Der europäische Rundwettf
Internationale Aeronautische Verband hat für
egung des Pariser „Journal“ peransta teer.
stundwetiftiug folgenden Plan festgestellt: Par
Atrech — Brüssel ̃ London —Paris. Der Rundwe
den Preife im Gesamtbeirag ven 412 000 Frau
net wurden, soll am 18. Mai in Vintennes b
einen Anfang nehmen und bis Ende Juni daus
*Ein Sprung aus dem Luftbal
Nachmittags in Biterkeld au'gestlegener Balla
Abends gegen 58 Uhr in einem Wald int
Wesseln (Böhmen) landen. Dabei versing sich
in einer Höhe von 25 Meser in einer Fichte.
In'afsen, ein preußischer Offizier, sprang zur
brach das rechte Bein, Er ver or jedoch trotz
Ausschlages nicht die Beiinnung, sondern rief v
beiden andern Insassen des Baslons zu, daß er
ommen sei. Sorntag fräüh gelaug es ihm, das
sein auf den Knien rutschend zu erreichen. Er 35
Reichstadt geracht, von wo der Vesunglückte dvie
nach Berin ant at. Der Baslon bate sich info'ge
lasturg wieder erpben und war daven geslogen
zin n ist vran noehn in firtg iaon
Die italieischen Jubiläums-Briefmarke
Aus Anlaß der gezenwär g stattfindenden Jubi
eerlichtei en hat die itallenische ostoerwa tung ein
hochtünst erischz ausgeführter und auch in der Vecrklei
noch außerordemtlich geschmackvoll wirkender Marken
tellen laßen und mit deren Vertauf soeben begonn
ubiläumsmarlen, neren Entwürke unfer heö“
—
—78—
9
A
—E—
c7
zeigt, gelang'ien bisher in den Werten zu 6, 10 u
Eentesimi zum Verkauf, die Entwürse zu den 151
Centesimi-⸗Marken (die beiden oberen Bilder) stamme;
dem auch in Deutschland betannten Maler V. Gressi
rend die der 5 Centesimi-Marken vonF. Moretti
net wurden.
*Auf dem Ball. Junger Fant: „Nehmen S
in acht, anid ges Fränlein, man sagt mir nach, “
den Danisn sehr gefährlicht«n Sie enhe
ngeschickt?“
*]6G6G alant. Sie: „Mir hat man es zu vers
aß die Sache ans Licht cekne men e Er:
be die Sauuaeee en den Jab⸗⸗
war ferner ein junger Wann mit gruner Brille, Beo
Beinkleidern, dito Weste mit großzen Metallknöpfen:
wie man „Paul“ abzubilden pflegt, nicht Sankt Par
dern den „Paul und Virginieschen“ Paul.
Der hiest des Komitees in weißen Hüten, hellen
ckets, Westen und Beinkleidern schwautle seiner äußen
jcheinung noch awischen Kolsnern' vinde pat nte
ern. ⸗
Bam — bam — bam, schlug's neun Uhr, und
Bäste begannen sich einzuftellen. Mister Samuel Bi
Mistreß Briggs und die Misses Briggs in einer elega—
Lrivatschaluppe, die drei Guitarren“in ihren respektib
unkelgrünen, Kästen waren sorgfam unter den Bänkene
orgen, in Gesellschaft mit zwei ungeheuren Musikmappe
ie durchzuspielen mindestens eine Woche Zeit in Anspru
enommen hätte. In demselben Augenblicke erschienen d
»ie Tauntons mit noch bedeutenderem Vorrct an Musi
ien und einem fremden Herrn mit tiefer Baßstimme ur
nallroten Backenbärten. Die Tauntons hatten gemad
Blumen auf den Hüten, die Briggs trugen Fedein.
„Ach, wie geht's, meine Liebe,“ begrüßten Misse
Briggs die Misses Tauntons. Meite Liebe“ heißt
Damen soviel als „Affe“ oder „Ekel“).
„Danke herzlich, recht gut, meine Liebe“, war
— vaort. ind dann aina ein Kün
nd Eicken und sühes ulidbeln und Nändeschlitteln lr
dalz man geschworen hätte, diese beiden Familien sei—
mit kausend VBanden an einander geleltet, indeß de
einer den andern so recht von Herzen über Bord wiün
chte. Mister Perch Noakes empfing die Ankommende
und verbeugte sich gegen den fremden Herrn in Form e
nes Fragezeichens.“ Diesen Augenblig hatten just die
Tauntons abgewartet. Hier galt es die Vriggs auszui⸗
chen, die solche Gäste nicht aufweisen konnten.
„Ach, ich bitte tausendmal unn Verzeitung,“ sag
Mistreß Taunton „Hauptmann Helfes — Mister Pere
Noakes, Misses Briags — Hauptmann Helfes.“
Nein, mit einem Hauptmant konnten die Briggs nid
aufwarten. Hier waren sie geschlagen.
„Unßer Freund, Mister Wizzle, ist leider verhinder
un der Partie teilzunehmen,“ ergänzie Mistreß Taunto
„Daher machte ich mir eine Ehre und ein Vergnügen d
aus, den Hauptmann zu bitten, untec Gast zu sein, de
sen musikalisches Talent der Gofell?ost enzie hüchi—
wünscht sein wird.
„Im Namen des Komitees woinean
en⸗ beehren, lieber Saur⸗