2αινανναααααααααÑαν —B—— —2 2* Anzeigen
rscheint — 2 —— * — —* 5 — — —— J — * D 9 — — — * — — — S⸗ 5 —— kosten die Isp alt.
wit aus:: & é — 66— Petitzeile 10 Pfg
eder Sonn⸗ F 714114 F — 17111194 9 J * —— —A — bei auswärtigen
ertage und J 6 — — — is pfs. Rella—
monatlich — 4 4 — 3 —— — ——— —7 — —— — 2— — ⸗ 6 —— — —3 — — — en die ispalige
s Haus ge⸗ —————— — — —— ⸗ — 4 w — — Petitzeiles Pfg
t 7o pfg., F — 2 2 2 Bei Jahres⸗
e Amtliches Publikationsorgan für den Mit zwei Beilagen: —*
vierteljähr⸗ 3 — höchster Rabatt.
van Bürgermeisterei⸗Bezirk Dudweilc ßSonntagsblatt und Heitere Blätter. oher Raren
*8* Nor ↄutwortlich für die Schriftleitung Arthur Unterkeller, für den Anzeigente“ Garl Unterkeller
rEen Ir. 69 53 85 —W. Zrus — * —— dimen — —* nach riuce Nürnberger — age — sich —* — nnerhasß 7 ẽAmden nac dem Unfall in n
77 ĩ ü Leb icherungsbank in Nürnberg versichert. Je — 73ubeni ind.
ee eee —* mnee Serohtwerden Iberd Doraueetu e eben die Veriherumgobebimgun gen Auschiuh die vom Verlage od von — zu 55
————— Dienstaa, den 4. April 1911. 24. Jahrgang.
Der Aufstand in Albanien. —
e ernsten Meidungen, welche aus Nordtossowo vor
lassen keinen Zweifel mehr darüber aufkommen
e Lage dort nicht länger zu bemänteln ist. Der Ma
istamm scheint gänzlich in Aufruhr geraten zu sein
gerichten der Behörden stehen 4000 Mann derselben
den Wafsen und finden bei den Bergoöllern längẽ
—
auch ihre Angriffe auf die tüuͤrkischen Karakots
häuser) an der Grenze keine allzugroße Bedeutung
so geht daraus doch zur Genüge hervor, daß sie
en sind, den Behörden Widerstand entgegenzusetzen;
udoch berelts verschiedene Patrouillen meuchlings
len oder in Hinterhalie gelockt. Die mohammedani—
evölterung der Grenzgegend ist von Panit ergriffen
i, die von den Grenzposten geflüchteten Soldaten be—
n Schauerdinge von der Wut der Arnauten, mii
5je die Karakols stürmten. Die Behörden haben
drangen der Bevölkerung nachgegeben und sie in
in ewaffnet, gleichzeitig wurden die in verschiedene
aften verteisten Mil tärabteilungen zusammengezogen
n Grenze geschickt; auch von Ipek gingen zwei
cach Gussinije ab, und weitere Truppen werden
e Behörden von Debre berichten ebenfalls über
che Gärung unter den dorligen Arnauten; diefe
ai Verireter der einzelnen Stämme zu geheimen
chu ben in die Wälder und Berge, sodaß auch dor!
ilguneine Erhebung zu befürchten ist, wenn nicht so—
irehende Truppen nach jener Gegend verlegt wer
i⸗ Berichte beschränken sich im allgemeinen darmif,
or mäßigkeit der Arnauten hervorzuheben und ihre
Angrifse auf die Grenzkarakols zu melden. Wie
ie aufrührerische Bewegung reicht, wird nicht weiter
t; man scheint darüber noch nicht genügend orienu
sein. Immerhin ist man an maßgebender Stelle
eberzeugung gelangt, daß mit den Vorbereitungen zur
lichen Niederwerfung nicht länger gezögert werden
und der Umstand, daß Torghut Schefket Pascha, der
voriges Jahr mit den Arnauten abrechnete, wiede—
m der Spitze von vier Bataillonen nach Skutari ab—
gen ist, wird jedenfalls auch bei den Arnauten bdie
zeugqung hervorbringen, daß man die Sache ernsi
Ein Organ des Zentralkomittes äußert sich da—
ich die Regierung entschlossen habe, eine gewisse
ttaissone nach Albanien zu ent'enden, um dort
in defimtiver Weise herzustellen. Bekanntlich iss
ve etwa vierzehn Tagen auf diese Notwendigkei
vies· worden, doch wollte man die in Aussicht ge—
en Truppensendungen mit den Vorbereitungen für
en des Sultans nach Alban'en bemänteln. Es se
ver leser Gelegenheit daran erinnert, daß man nach
died rwerfung des vorjährigen Ausstandes darauf hin
sen hat, daß sich die Arnauten nur dann ruhig ver—
werden, wenn sie sich von einer hinreichend star—
Nilitärmacht umgeben sehen. Trotzdem hatte man
ubt, Albanien von Truppen entblößen zu können,
wohl auch seinen Grund darin hatte, daß man für
Unterlunft derselben in so lurzer Zeit nicht forgen
e. Hier wurden nach Be'anntwerden der Ereignisse
er Grenze alle Hebel in Bewegung gesetzt, um die Ar—
n auf gütlichem Wege zu beruhigen, wennaleich man
srfasg sftark 2mwoöif⸗-14
Fertaje, 3. April. Nach einer von der Grenze
irofsenen Me'dung war am Samstag Nachmittag Gee—
ur⸗- und Geschützfe uer von einem Kampif—
hjhen Aufständischen und den zur Unterstützung
zornison in Tuzi aus Sktutari heranmarschierenden
Wen zu hören. Der Hauptkampf spielte sich zwi—
2schit sch und Planitza ab, wo d'e Ausstän
nellung bezogen hatten. Es scheint, daß die In
aten zurückge'schlagen worden sind, da ein Teil der
Saari kommenden Truppen bis Tuzi vordringen
e. Sowohl die Au'ständischen als auch die Truppen
nmgrofße Verluste; die Höhe ist unbekannt.
Leitende Kresse erklären. es bestehe trotz der Vorgänge
Die Wasserparsie.
Trei nach Dickens von Karl Lellmann.
Nachdruck verboten.
Mister Perch Noakes, einer unverbürgten Sage nach
junger Rechtsbeflissener, wohnte vier Treppen hoch in
in Hause an Gray's-Innsquare, London, und konnte
seinem Fenster aus den runden Rasenplatz mit den
rnen Bänken, den geschwätzigen Wärterinnen und den
enfarbigen, krummbeinigen, kleinen „Stadtblagen“ vecht
ch überschauen.
ex Noakes war, aufrichtig gestanden, ein unbezahl⸗
Kapital⸗Kerl. Wo er lward er stets mit
„Ach, das ist mal recht nett von Ihnen,“ empfan—
ie Papas schüttelten ihm die Hände, denn er plau—
auch interessant mit ihnen über Politik; die Mamas
»n vertraulich in den weichsten Lehnsessel und ga—
ordentlich einen kleinen Puff, wenn er sich nicht
icdersetzen wollte, denn er brachte an höchst ge—
Stelle immer tausend kleine Schmeicheleien für
aufs Tapet; die Töchter bemächtigten sich sei—
ind Stockes, denn sie wußten, daß er immer
ar, wenn er kam, und gewöhnlich irgend eine
Hieren wollte und die Einwilligung der Pa—
öchter im Sturme zu erringen wußte.
ch Noakes war maitre de plaisir, wo und
woeitläufigen Bekanntschaft es nur etwas
d, und, was gemacht werden konnte, wurde
zeine Kindtaufe, so war Noakes Gevatter,
esfall in der Familie cines weitlaäufigen Freun—
er, so konnte man mit jedenn um zwei Flaschen Sekt
ten, Noates saß mit feuchtem Taschentuche schluchzend
der zweiten Trauerdroschke. Ot er seinen Studien ein
ch lebhaftes und allgemeines Interesse widmete, das
eine Frage, die wir ihrer Fürwitzigkeit wegen nicht zu
ntworten berufen sind.
dister Perch Noakes war also auf seinem Zimmer.
äre dies allein schon ein höchst seltsamer und dunk
orfall. Im Zimmer lagen farbige Glacehandschuhe
uhkasten, BZeichnungen, Albums, Einladungskarten,
um Wallipies SGleistertöpfchen, Farben, Toiletdurcheinander.
Wenn er da—
der schnitzelte er stetẽ
n Ausflug ein
im Wilaiet Skutari keine Gesahr der Aufrollung der alba⸗
nischen Frage. Die Bewegung basiere auf montenegrini
schen Umtrieben. Die flüchtigen, in Montenegro gebliebe
nen Arnauten fseien bezahlt worden; ihre Waffen seien ita
lienischer Provenienzz. Die Bewegung werde in Kürz
erstickt sein. Der Kriegsminister dankte für das Ange;
bot von Freiwilligen und erklärte, die Regie
rung sei stark genua, um Ordnung herzustellen.
— Volitische Rundschau
Deutsches Reich.
* In parlamentarischen Kreisen plant man, wie verlau
tet, eine Akbt ion gegen den Reichskanzler weger
eines Verhaltens bei der Beratung seines Etats. Es ij
ufgefallen, daß Herr von Beihmann-⸗Hollweg im Gegen
atz zu seinem Vorgänger nur die Redner der konservati
den Partei anhörte, in dem Augenblick aber, als die Red
ier anderer Partelen zum Wort kamen, den Saal verließ
Diese Haltung entspricht, so soll erklärt werden, nicht de
parlamentarischen Gepflogenhesten im Reichstage.
* Das Befinden des Vorsitennden der Zentrumssraküor
des Reichstages, Freiherrn von Hertling, das sich
n den lehten Tagen gebessert hatie, hat sich wieder ver—
chlimmert, und zwar ganz plötzich. Der Pat'ent is
ast fiebersrei. iedoch sind Störungen der Herztätiakeit
411 430 r42—
Rußland.
* Der Vizeadmiral Grigorowitsch ist zum Ma.
etneminister ernannt worden.
* Die Stimmung gegen Stolypin hat sich äußerlid
becuhigt, doch führt die Rechte des Reichsrates gegen ihr
rinen erbitterten stillen Kampf, der bereits dazu geführ.
)at, daß Durnowo ein sehr gnädiges Handschreiher
trhielt, in dem ihm der bereits von Akimow mündlich
übermittelte Dank für seine treuen Dienste nochmals ausge
prochen wird. Gewisse Anzeichen deuten darauf hin, da
ie linken Parteien ver eichsouma von der dtechten einen
Vink erhallen haben, die Kampagne gegen Stolypin cin
ustellen, da die Angriffe von dieser Seite seine Position
utr tärfen könnten.
England.
* Die konservaive Gruppe des Unterhauses ist in ihren
zroßen Mehrheit entschlossen, das VetoGesetz durch
sehen zu lassen und eventuell später zu versuchen, die Re
sierung über die Frege der Homerule zu stürzen, was um
o leichter möglich sein wird, als viele Liberale entschlos—
ene Gegner der politischen Abtrenmung Irlands von Erg
and sind. Auch das Blatt „Fortnightny Reviews“ drüch
iese Ansicht aus. Auch andere Anzeichen weisen darau
zin, daß zwischen den Torries und den alten Konservati
sen ein offener Zwiespalt in der Auffassung der gegen
ärtigen innervolitischen Lage besteht.
Spanien.
»*Der König empfing Aofort nach seiner Ankunft aus
Melilla Canale jas in Audienz und sprach ihm seiunr
dolles Vertrausen aus. Er ermächtigte ihn die bis—
her von ihm verfolgte Politik fortzusetzen und in der Zu
ammensetzung des Kabinetts die Aenderungen, die er fü
no:wendig haͤlt, vorzunehmen. Canalejas nahm den Auf
rag an. Er ist bemüht, den Ministerwechsel auf da—
Bortefeuille des Krieges zu beschränken und unterhandel
deswegen mit General Weyler in Barcelona. Es ist mög
lich, daß der Finanzminister ebenfalls erfetzt wird. Di
Kortes nehmen die Debalten wieder auf NMeue Sturm—
zenen stehen in Aussicht.
* Nachdem Mosrett das Präsidium der Kammer abge—
lehnt, jedoch dem neuen Ministerium seine Unterstützung
zugesichert hat, lautet die wahlrscheinliche Zusammensetzun
der Regierung wie folgt: Präsident Canalejas, Krieg
Beneral Luque, Marine Admeral Pidal, Justiz Bar—
roso, Unterricht Gimeno. Das Aeußere und die ös—
ent ichen Arbeiten behalte Garcia, Prieto und
asset. Der bisherige Justizminister Ruiz Vala—
dino übernimmt voraussichtlich das Ineze; für die Fi—
nanzen, aus denen Cobian sicher ausscheidet nachk
uichts bestmmt
donnebel geyullten Gray's-ZJIennsquare hinab, drehte sich
plötzlich auf dem Absatz herum, rieb die beiden flachen
Zände in Nasenhöhe heftig und schnell aneinander, wie
wa Robinson Crusoe tat, als er Feuer aus dürrem Hol—
e rieb, schlug sie dann mit einem lauten, behaglichen
Znall an einander und rief: „Herrlicher, unbezahlbarer.
oͤstlicher Einfall das! — Mistreß Sampfson!“
„Nes, Sir!“ antwortete eine näselnde Stimme aus
der Tiefe des anstoßenden Schlafgemachs, und Mistreß
Sampfson erschien mit Kehrblech, Besen und recht schmieri—
gem Gesichte auf der Schwelle.
„Haben Sie gerufen, Sir?“
S—h—hm! Mistreß Sampson, ich muß eben einen
Gang manchen. Wenn der Schneider wieder kommen soll—
le, so sagen Sie ihm doch — Sie können ihm sagen, ich
ei für vierzehn Tage zum Besuch auf's Land gereist.—
Adieu Mistreß. — Apropos, wenn der Schuster nach mir
ragen sollte, sagen Sie ihm doch, ich hätte seine Adresse
oerkegt, ich hätie ihm sonst schon länast seine kleine Notg
zerichtigt; lassen Sie sich doch seine Adresse aufschreiben.“
Recht gut, Sir.“
Mistreß Sampson mit dem schmierigen Gesichte zieht
sich zurück.
„Mistreß Sampson!“
Hes, Sir!“ klingt es dumpf aus dem Nebenzimimer.
Ach, Mistreß Sampson, und wenn Mister Hardy kom—
nen soltkle — Sie kennen doch Mister Hardy, —“
Der Serr der immer so Mitze macht?“
„Ja, ja, ganz recht, ganz recht! Wenn der also kom—
men sollte, so sagen Sie ihm, ich sei au Tauntons von
wegen der Wasserpartie“
„NYes, Sir.“
FUnd wenn so ein Mann kommen sollte, der mich we—
gen des Dampfbootes sprechen will, so lassen Sie ihn die—
sen Nachmittag fünf Uhr wiederkommen“
„Ganz gut, Sir.“
Mister Percy Noakes bürstete sorgfältig seinen „Zylin—
der“, ordnete seine Kravatte, kräuselte mit den Fingern das
daar an den Schläfen zu einer unternehmenden und ver⸗
ührerischen Locke und machte sich auf den Weg zu Mistreß
Zaunton in Great-Marlborough-Street, wo sie mit ihren
eiden Töchtern eine zweite Etage bewohnte und mit ihnen
ndem Geschäft ä* teilte, die Zeit auf möalichst ange—
bhme und sæ uschlagen.
— Btlunft mit dreistimmi
wöhnlichen Begrüßzu
Mexiko.
*Präsident Diaz sandte eine Botschaft an den
mexikanischen Kongreß. Er empfiehlt darin
die Einführung von Reformen. Die Insurgentsen fordern
nament'ich, daß der Präsident nicht zweimal wählbar sein
soll und Parzellierung des Groß-Grundbesitzes.
*Diaz verfügte die Entlassung einiger unpopuläre;
Veamten. Madero erklärte, die In urgenten bleiber
unter Waffen, bis die letztjiährige Wahl annuliert und neu
reie Wahl anberaumt ist; die Einmischung der Vereinigter
ZStaaten würde unnötig und schädlich sein, denn die In
urgenten respektierten das Eigentum der Ausländer durch
ius. — Drei Bomben wurden in Juarez ge—
vorfen; ein Soldat ist getötet und mehrere verlett. Be—
vaffnete Banden tauchen in den Vorstädten Mexikos auf
ind liefern der Polizei Scharmükßel
Japan.
* Der Minister für das öffentliche Unterrichtswesen Koo
natsubara hat seine Demifssion eing—reicht
veil im Parlament eine scharfe Krikik gegen die Organi—
ation des Unterrichtswesens gerichtet wurde. Das gesamt
dabinett Katsura würde gern mit dem Unterrichtsministe
demissionieren, wenn es nicht verhindert wäre durch d
Verhandlungen, die Japan mit England angelnüpft ho
zwecks Abschlusses eines Handelsvertrages. Wenn died,
Lerhandlungen zu keinem befried'genden Resultat führen,
vird das Ministerium sich im Monat Mai zurückziehen.
Im Falle aber der Abschluß eines Handelsvertrages er—
folgen wird, bleibt das Ministerinm bis September im
Amte, weil inzwischen Ergänzungswahlen für die Erste
Kammer stattfinden sollen. die es noch durchführen will
Marokko.
*Die letzten Nachrichten aus Fez schilderten die Lage
als sehr ernst. Die schwere Niederlage der scherifi
schen Truppen machte großen Eindruck auf die Staͤmnmi—
und veranlaß'e sie, sich alle gegen Muley Hafid zu—
sammenzuschießen. Jeden Augenblick wird ein Angriff au
Fez erwartet. Gollte es dazu kommen, so müßle die Stad
apitulieren, da es den Truppen an Geld und Nahrungs
itteln fehle. — Die Beni Miter forderten nach dem
Erfolg von 26. März alle Stämme bis zum Chärb-Ge—
Riet auf, sich ihnen zur Belagerung von Fez anzuschlie—
ßen. Nach Eingeborenen-Gerüchten follen die Berbetr ir
Fez eingedrungen sein und Muley Ismael zun
Zultan ausgerufen haben.
Eine offiziöse Aeußerung zur Kanzlerrede.
Die „Norddeutsche Allgemeine Zei ung“ schreibt
hreu Wochenrückblick:
„Im Reichstage sind bei der zweiten Lesung des
Etats des dieichsktanzlers die Fragen der Abrüstung un
der Schiedsgerichte zur Sprache gebracht worden. De
Reichskanzler hat es für Deutschland abgelehnt, den ande
ren Großmächten ein Programm für die Einschränkung de
Abrüstungen vorzulegen. Er hält es nicht für möglich, ei
solches Prograͤmm auszuarbeiten und durchzuführen. Di
Gründe, die er dafür angeführt hat, sind von keiner Sei—
widerlegt worden. Die vom Reichsstag angenommene Re
solution der Fortschrittlichen Volkspartei scheint gleichfall
wenn auch nicht die Unmöglichkeit, so doch die ungeheure
Schwierigleiten anzuerkennen, welche der Aufstellung eine.
solchen Programms entgegenstehen. Sie verlangt deshall
nur, daß Deutschland über ein Pregramm, das etwa ar—
dere Mächte aufstellen sollten, verhandeln möge. Schieds
zerichten steht Deutschland, wie der Reichskanzler ausge
uͤhrt hat, nicht ablehnend gegenüber. Es hat im Gegen
eil den Abschluß von Schiedsverträgen gefördert. —X
vird es auch ferner tun. Aber auch hier wird es de
zraktischen Friedenspolitik dienen, wenn es der Schiedẽ
prechung nicht die unmögliche Aufgabe zuweist, über di
Unabbänagißteit. Ghre und Gristenz der Stafnten au onαα
angeyorigen in einen Sessel, den die Mädchen an einen Ar⸗
deitstisch gerückt hatten. Viflreß Taunton war emsig be—
schäftigt, knallrote Bogen auf einer Gaube anzubringen,
wo es nur immer ging. Miß Emily stickte einen Uhrhal—
ter, und Miß Sophia übte ein neues Stück auf dem Kla—
oier.
„Ach, Sie gutes Geschöpf,“ rief Mistreß Taunton, „Sie
guie Seele, Sie kommen gewiß von wegen der Wasserpar⸗
ie!
„Ich ahnte so etwas“, erwiederte Noales mit trium—
phierenden Lächeln.
‚Nun kommt einmal her, Mädchen, daß wir darüber
zu Rate fitzen.
Miß Emily und Miß Sophia tänzelten in jenem Bal—
letschritte heran, den die Künstlerinnen ausführen, wenn sie
— Rande der Bühne für empfangene Huldigungen dan
en.
„Mir scheint das beste, wenn wir ein Komitee von 10
Mitgliedern ernennen, denen die Sorge für das Ganze
übertragen wird“, begann Mister Perch; ‚„und dann schla—
ge ich vor, diese zehn decken die Kosten der Partie ge—
meinschaftlich.“
Mistreß Taunton billigte besonders den letzten Teil des
Vorschlages rückhaltslos.
„Weiter meine ich, jedes dieser zehn Komiteemitglieder
oll das Recht haben, fünf Personen seiner. Bekanntschaft
inzuladert. Bie Sihungen, orlen , t ——
sattfinden, und jedes Mitglied darf mittels schwarzer Ku
gein eine ihm unliebsame Person ausschließen, so wird
Zas Gonze wie aus einem Gusse werden.“
Allsestige. laute Rewundoerung sainoa HGraanisotionsies.
F
jen ZJa; und dann wird unser Ziel „The Vore sein;
hin und zurück. In der Kajüte wird ein tüchtiges, kaltes
Miitaaemuahl ferviert, natürlich schon vor der Abfahrt.
aber nur serviert, nicht gegessen, um spätere Verwirrunger.
zu vermeiden. Auf dem Platze zwischen den Radtasten
anz wie zum Kaffegarten geschaffen, heißt, heißt — —
lef me, wie heißt man den Platz gleich — wird unser
ucheon eingenommen. Der Steamer wird natürlich ei
gens für die Fahrt gemietet und dazu eine Musikbande be
ellt. Das Deck lassen wir ein wenig zur Quardrille boh—
en misitalische Kräfte einzuladen, mußz gang besonderẽ
ser Augenmert fein, und — eh — nmim! ich hoften wiet
x A einen ganz köstlichen Tag
Meiner, ungeteilter Beifa,
—— tieha MReren
zen, ondern nur klar zu ubersehende Rechtsverhältni'se de
Schiedssprechn'g unterwirft. Konsorm mit dieser Anschau
ing hat de kai erliche Regierung den von England vor
zeschslagenen Nachrichtenaustausch über die Schiffsbautei
itzepiert. Das bedeutet die Verständigung über eine kon
rese Frage. die ganz im Rahmen der von den Regerun
gen beider Länder verfolgten sorgsamen Pflege offene
und vertraueusvoller gegenseitiger Beziehungen liegt. Ein
Bindung der beiderseitigen Streitkräfte liegt darin nich
Es soll nur Ueberraschungen vorgebeugt werden, die Pa
niken und als drren Folge krampfhaftes Wettrüsten her
porrusen könnten. Sowohl im Inland wie im Ausland
jat die Presse in ihrer überwiegenden Mehrhet dies
Urundgedansen der Rede des Reichskanzlers als zutreffen;
erkanut und gewürdigt. Nur eine Minderzahl erblickt i
hnen Tendenzen, welche der friedlichen Entwicklung de
Völkerlebens widerstrebten. Es verlohnt nicht der Müht
ihnen im einzelnen entgegenzutreten. Sie werden bündi
viderlegt durch die Politik, die Deutschland seit 40 Jab
on f6661 Und ich foreri hron —8
—
— ——
Die Deutsche Kunstausstellung in Rom
Nachdem im Lause der Woche die französische un
die englische Ausste lung, die reichhaltigste von allen, un
der italienische Kunstpalast, der auch kleinere Länder wi
die Schweiz und Holland, umfaßt, eröffnet worden we
ten, wurde am Sonntiag die deutsche Ausstell
Antg in Gegenwart des Königs eröffnet. Die Festred
hielt Fürst Bülhow als Ehrenvorsitzender in deutlche
Sprache. Er gedachte der Jubelfjeier des verbündeten un
besreundeten Italien, das mit Deutschland Interessen un
Erinnerungen gemeinsam habe. Beide Länder hätten de
gleiche Entwicklung im Kampfe zur Einhelt gehabt. Ite
lien, das sich den Arbeiten des Friedens zugewandt hab
trage mit Deutschland zur fortschrittlichen Zivilisation ur
zu einem guten Einvernehmen unter allen Völlern bei. D
Rede schloß mit einem Hinweis auf Ita ien als Wie
der Kunst. — Der deut'sche Pavilon, der nach italienische
Auffassung etwas ernst ist, macht in der Innenanordnun
einem Schöpfer Bestelmeyer Ehre, wie die Anordnung de
BVemälde dem Ausstelungs??ommissar Prof. Kämpf. Veritr
en sind Leibl, Menzel, Uhde, Liebermann, Gebhardt
Stuck, Trübner, Meyerheim, Achenbach, Hans Thoma un
Marx Röder. Die Skulpturen, unter denen sich auch Wert
»on Begas befinden, sind meist im Garten auifg',stellt. Noc
richt eröffnet sind der belgische, spanische, amerikanische un
apanische Pavillon. Das Gesamtbild der Ausste lung m
dem schönen landwirischaftlichen Rahmen ist imponieren
und vornehm. — Nach der Rede des Fürsten Bülow be
ichtigte der König unser Führung des deutschen Aus
tellungskommissars Prof. Kämpf die einzelnen Sält
wobei er in den bemerkenswertesten Sälen verweilte un
seiner Bewunderung Ausdruck gab. Der König versprack
daß er mit der Königin zu einem zweiten Besuche de
deutschen Ausstellung wiederkommen werde und wverlie
dann die Nusstellmo
J
Denticher Reichstag.
Rorm. 11 Uhr Berlin, 3. Apr
(162. Sitzung)
Am Bundesrattisch: die Staatsselretäre Delbrü
o. Kiderlen-Wächter, Wermuth und Krieasm
lister v. Heeringen.
Auf der Tagesordnung steht zunächst die dritte Lefun
des Meichsbesteuerungs⸗Gesetzes, das m
einem freisinnigen Antrage, der auch Danzig in die Vor
lage hineindbezieht, nach kurzer Debatte angenommen wirt
663 fnlat die drite Lefung des
Etats
Zunächst sindei eine allgemeine Aussprache statt.
Abg. Ledebour (Soz.): Die Reg'ierung häte ein
Notgesetz einbringen müssen, denn sie waßte, daß der Etc
uͤche rechtzeitig fertig wird. Wir verlangen den srwere
zu'ammentritt des Reichstages mit sofortiger Bußgelbe⸗
atung. Den Streit um die Stichwahlparolen haben w
———— Mir entscheiden uns natürli—
— —
O, ich kenne eine Masse junger Leute, die sich he
Te ili den, zuͤm Exempel —“ J
end gerbegen wenden dum eintretende Küchenmäd
hen. w ich
Miß Sophia und Mikß Emily hatten kaum Zeit, sid
in — inlerefsante Attilide i Herten als aug
der Angemeldele schon eintrat.
„Wie geht's, wie steht's?“ rief Mister Hardy, eir
wohlbeleibter Vierziger; Mister Hardy, der nach Wistref
Zainpsons Ausspruͤch „immer so macht.“ Misten
Hardy war ein besonderer Liebling ülterer verheirateten
damen und jüngerer Männer und, stets beschäftigt, irgend
weiche Vergnügungsprojekte auszuhecken. Nebenbei war er
ein Meister in komischen Vortraͤgen und Liedern, lonnte
Droichtenkutscher und Marktweiber nachmachen und, auf der
Maulirommel' ganze Konzerte geben. Er aß und tran
ur Viere, war Percys Roates Busenfreund und lJachte
tets unmäßig laut.
„Wie geht's, wie steht's?“ rief Hardy und lachte,
als wenn er einen ausgezeichneten Witz vom Stapel gelas—
sen hätte. Dabei schüttelte er den Damen die Hände, als
vären es ebenso viel Pumpenschwengel, die er in Vewe
zung zu setzen hätte.
„Da kommt der Mann, den wir just brauchen können,
meinte Percy und setzte ihm den Plan von wegen der
Wasserpartie auseinander.
„Kostbar, kosibar,“ rief Hardy. „Das wird ein Tae
werden, Kinder; wir werden „Jur“ haben.“
Unverzüglich ging man nun ans Werk, Einladungen
für die zehn zu erwählenden Komiteemitglieder zu schrei—
ben, und bestellte sie auf Mister Perch Noakes —
für Mittwoch Abend Punkt acht Uhr. Unter den Gelade
nen war auch ein Mister Briggs. Man konnte ihn nich
vor den Kopf stoßen, aber unangenehm war es für Nod
kes, denn zwischen den Tauntons und den Briggs bestand
eine langjährige Feindschaft, gegen die der Streit der Mon—
tecchi und Kapuletti reine Kinderei war. Mistreß Brigg'
war eine Witwe mit drei Töchtern und drei Söhnen. Si—
wohnten in Portland⸗-Street, machten sich also ein und das
selbe Gebiet mit den Tauntons streitig. Erschienen die
Tauntons auf der Promenade mit neuen Hüten, in alle
Farben des Regenbogens garniert — wupps — waren a
ern Tages die Briggs da mit allen Nüanzen des H
—te sich Miß Sophia Taunton ein neu
vaschten die Briggs mit einem nagelneu
ang hatten die Tauntons ungemess—
ovnspiol eyrumgen, aber die Brigos