Full text : Dudweiler Zeitung

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Amtliches Publikationsorgan Mit zwei Beilagen:
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für den BSürgerm teret ⸗»7 Dudweir Sonntagsvratt und Fe?“ re Blätter.
fernsprane eschlußß Saarbrücken Nr. 69, 259, 269, und 1261. — Verantwortlich für die Redaktion Arthur Unterkeller, für den Anzeigenteil Karl Unterkeller. — Druck und Vorlag: J. Nntorkeller, Dudweiler.
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r Abonnent ist mit 5300 m gegen Tod durch Unfall bei der Nürnberger Lebensdersicherun Sbank in NRürnberz versihert. Jeder Unfal in o ne ed he na Lintritt der Lürnherger ———— auzuzeigen, aut muß sich der Verletzte iunerhal 24 Stunden aat dem Unfal in ärztliche Behandlung begeben. Todesfälle müfssen sso v
—X o0 — 0 spältestens aber innerhalb 18 Stunden nach dem Eintritt zur Ammeldung gebracht werden.) Ueber die Vorgusfetzung der Bersicherung geben die Versicherungsbedingungen Aufschlaß die vorm Verlage oder von der Nürnberger Lebensversicherungs⸗Bam zu beziehen find. o 0 1
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Nr. 77. Freitag, ben 31. März 1811. 24. Jahtganu.
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oesonderes Interesse daran, gerade jeßr dem Aaren einen J 30 Manm ist eĩ ie » 34 Aatz *
rreifbaren Erfolg g —— der „na ionalen Po— * , — du — elr d de ermenen Der nee m t famtlichen Staatssetretären
ittt“ darbieten zu können. Die Pekinger Regierung aber ie entsche dende Einmischung in die kont nentaleg Affare var anm Bun desrats tifch erschienen. Das Haus und di⸗
eht sich den gleichen Schwierigkeiten gegenüber, deun un— rmöglichen soll.“ Tribünen waren gut besett.
r den Forderungen der Inngch nesen, die immer fuürmie In der grohen Unruhe ging die Rede des ersten
her auf der Einlösung der konst mione'slen Verheißeingen prechers. Bizepräsidenten Spahn, der den erkrantten
estehen. rangiert en erster Stelse die Integr'tät Chinas. Fraktionsvorsi Senden, Freiherrn von Hertling vertrat, fas
zerade destalb aber ist der ietzige Rückeug des Waiwupu vᷣt ig verloren. Er be prach die Beziehungen zwischen
ur als ein Aufageschoben, nicht als Aufgeboben anzu— dzchland und den einzelnen RNationen in versöhnmlichen
hen. und die Stimmung im Re'che der Mitte läßt dar— Zinne und wünschte weiter Schiedsgerichtsvertrãge.
if schießen. daß in d'esem Komflitt noh sange nicht das Aeg. Graf Kaninß (onß.) pegann mit einem —
tzte Wort gesprochen worden ist Wer die Zeichen der punsch für das italienische Volk, begrüßte das freund'chaft⸗
e't beachtet, der muß bekürchten, daß aus der Saat. d'e iche Verhalenis mit Rußland, das von deutscher Selie
ente in Ostasien gefät wird, dereinst eine blutige Ernte nmer bestanden habe. Redner lobte dann den Abschluß
sdehen dud es Bagdabvertrages, der auch England alzeptabel er⸗
— — — weil er die offene Tür im Orient garantiert. In
24143 2ẽ⸗ DRr arokko sei leider immer noch keine Ruhe eingetreien. Das
PRolitische Rundschau ei das Schmerzenskind in der europaͤischen Politik. Frank
Deutsches Reich. eich habe ein Recht, für den letzten Ueberfall auf einen
sDas Kaiserpaar ist auf der „Hohenzollern“, be— anzösischen Offizier Genugtnung zu verlangen. Trotzdem
‚e ten Von deunt Kreuzer Koöͤnigele g und dem Toepefchen erlangen wir die strikte Aufrechterhaltung der Algeciras
oot „Aripner“ in Corfeu ange ommen. Der Kaiser kte. Dem deutschen Voltsempfinden entspucht ea nign
zab wiederholt seiner Freude über den bevorstehenden enn unsere Lands eute in die Fremdenlegion eintreten.
nusenthhat auf dem ihm lieb gewordenen Corfu Ausdruck Lir sind da allerdings auf das Wohlwollen der franzö⸗
die kaiserliche Fami ie, die von den Corsivten lebhaf' ischen Regierung angewiefen. Aber wit hoffen, es werde
egrüßt wude, will in alser Zurückgezogenheit und Rube elingen, ein befriedigendes Resultat zu erzielen, daß we—⸗
seben, die hur unterbrochen werden soll durch die Be uch iiger Deutsche in dieser Fremdenlegion dienen. Das neue
des Kronprinzenpaares und des Königs von Griechenland merikanisch⸗kanadische Abkommen bringe tatsaͤchlich eine
m In Ver mner pon ishen Arehen vealnbte ean roße Annsherung nicht nur in wirischaftlicher, fondern
tächst ein Wechsel in hohen Regierungskreisen stattfinde uch in polit'scher Beziehunz. Die Zollschikanen Ameri-⸗
Regierungsprasident v. d. Schulenburg in Potsdam a8 dauern immer noch fort. Graf Kanib verspricht sich
oll den Posten des Oberpräsidenten von Sachsen cr?al— on der Abrüstungsidee nicht viel und auch die Schieds.
ren. Den Posten des Regierungspräsidenten von Potsdau erichte reschten in den meisien Fällen nicht aus. Er hoffe,
oll Polizelpräsident v. Ja go weäerhalten. ine ruhige Hand werde undere deutsche Gelchichte auch
* Im Besinden des Abg. Freiherrn von Hert—, veiter lenken.
ing ist eine wesentliche Aenderung noch nicht einge re Abg. Scheide mann (Soz.) verwahrte sich da⸗
en. Der Zustand ist ernst. jegen, ein Vernnter des Auslands zu fein. Der So zial⸗
* Das von der deutsch-südamerikanischen Telegraphen emotrat fühle sich aber als Bruder“ aller auslaͤndischen
Besellschaft gelegge Kabel Monrobia-Pernam srbeter und halte den Krieg fr ein Verbrechen. Gewisse
uco ist eröffnet worden. Hierdurch ist die lang ange ẽr'olze in der auswärtigen Politik seien nicht zu bestreu
rehte dirette Kabelperbindunag zwische? n. Die Aussichten der Baoghbahn seien sehr günstigo
»eutsscchland und Südamerika (von Emider ber die Eriosae seien nicht Peronen zu danken, sondern
ber Teneriffa und Monrovia nach Pernambuco) vollen em rodis snvanischen Krieg und der durch ihn beding⸗
et. Von jetzt ab tritt eine Ermaäßigung der Telegramm en Verschiebung der Westlage und ferner der russischen
zbühren 3wischen Europa und Südamerika von 60 Pfen— devorut on. Die englische Flotte beraslet England“ gang
ig in Kraft. ngeheuer. Staatssetretär Grey habe gesagt, die Heeres—
*Zur Fernsprech GebührenOrdnung be ind Flottenlasten müß en, wenn sie in diesem Tempo we
ierlt der Zentral-Ausschuß der Berliner Kaufmannschaft r gingen, zur inneren Revolution führen. Das sei rich—
aß die äußerste Konzession von Handel und Industrie di g. Nur das deutsche Volk lasse sich in unglaubliche
ei, daß die Grundgebühr marimal 100 Mark, die Pau ichafsgeduld die eminenten Lasten gefallen. Eine allge—
hal-Gebühr im höchsten Fall 200 Mark bei einer Zah eine Abrüstung sei nötig. —
on 12000 bis 15000 Gesprächen betragen dürfe. Abg. Bassermann Matl.): Dem erkrankten Hrn.
*An eine Durchberatung des Kurpfuscherge— . Heruͤng, der sonst hier zur auswärtigen Polilit das
etzes — auch nur in der Kommission — ist nicht zu Wort ergrifsen, unsere herzlichsten Grüße. (Lebhafte Zi
enken. Das Bureau des Reichstages zählt die Vorlage stimmung.) Der Dreibund ist eine Garantie für den euto—
uich nicht zu den Gesetzentwürfen, deren Erledigung in phaischen Frieden. Die Beziehungen zu Oesterreich, die in
er gegenwärtigen Tagung oder in der etwaigen Nach den Tagen der Baldankrisen ihre Proben bestanden haben,
»sion als wünschenswert bezeichnet wird haben sich wieder dokumentieri. Dem Königreich Italien
Frankreich. t das Parlament, Regierung und Monarch, die herz-*
 Wie der „Matin“ berichtet, hat Delcassee die ichsten Giückwünsche erstattei. Die Wirlung der Pots⸗
zerfuͤgung getroffen, vom J. April ab die brahtlofen Sia amer Entrevue ist durchaus erfreulich. Wir sehen eine
Inen an Vord fran oͤsischer Kriegsschiffe dem — nischiedene und ruhiçe Entwicklu'ng unserer deutschen und
wo zur Vorf ug zu slelken De Apparate der Kriegs uswärt'gen Posisik, für die wir dem Staatsmann An⸗
Me 9 ge in en renee dMcn —— rkennung aus prechen. (Beifall.) Die Phase Deleassee, die
Hisse werden die Frivat Telegramume gegen Hinterleguns Bhase Einkre son ahPol't ist aboeschlossene Wir“ freuen
mer Tare von 5 Centimes das Wort aufnehmen. Ein e rute nen *
hefttien dar die ng fete m ans des großen Nuliurwerles der Bagdadbahn. Der Re⸗
soluton über das Seebcuserecht stimmen wir zu. Gegen
England. die Resolut'on über d'e Einschränkung der Rüst ingen ha⸗
* Gege tüber der von dem Kriegsminister und dem erster ꝛen w'ir erhebliche Bedenken Gegenüber dem Anwachsen
zeelord der Admiralität mit ihrer Autorität unterstühte. ꝛer englischen Floste sind wir verpflichtet, unsere Flotten
zchrift des Generals Hamilton, gegen die aluge nacht auf ent prechender Höhe zu erhalten. Auf die freunt—
neine Wehrpflicht, veröffentlicht Lord Robert iche Stimmung in Frankre'ch können wir uns nicht ver—
m Veiein mit zwei anderen ein Buch, das für eine ste assen. Der Schmerz iber Esaß-Lothrin-en ist noch nich
ende Armee von einer Million Mann auf de berstanden. Uunser star'es Heer ist notwendig. Auf die
zasis der Dienstpflicht eintritt. Die „Da'ly News ẽrhal ung der Unabh'neig'e't Marokkos legen wir gro—
chreibt dazu: „Das angebliche Ziel der Befürworter der en Wert Der Siedzacrichts Resoluton stimmen wir
Vehrpflicht ist nicht ihr wirteihes Ziet. Sie prechen vvr u, nur dürijen sie sih nitßt auf vitale Interessen der Na—
er Verteidigung der Heimat. Sie meinen den Angr en besieben Wir legen Wert darauf, daß die Reichs⸗
Nuslande. Det wahre Dase ncarund der Mehrzahl vor rche.unas-Ordnung non in diefer Taaung erledidt
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In fremder Weir.
Bejoörgnis Sertaus, daß er plötzlich au das Ster—
*Rleonorens gerusen werden könne, und daß ibm
eine „peinliche Szene“ erwachsen werde, war un—
ewesen: — vierzehn Tage nach der Meldung von
rankung der Verstoßenen empfing er die Anzeige,
onore gestorben sei. Das Schreiben, welches ihni
ichtete, war sehr kurz gefaßt, enthielt aber den—
nicht mißzuverstehende Andeutung, daß er der
r Leiden sei, welche Eleqnore und ihren Vater
aterzeichnet war das Schteiben: „Eine Freun—
mgegangenen.“
te Sertau nicht erwartet! Wie von einem
troffen sank er auf einen Stuhl und rief ver—
42voll aus: „Ja — ich bin ihr Mörder!“
ullen Qualen der Reue gefoltert, saß er stunden—
id starrte regungslos vor sich hin: — es war
glühe ein Brandmal auf seiner Stirn — als
niemanden wieder unter die Augen treten —
en den Frevel, den er an Eleonoren begangen,
eigenen Tode büßen.
einmal kam ihm der Gedanke, sich eine Ku—
ocn Kepf zu sagen — aber der Selbstmord war
jeher als ein Att elender Feigheit erschienen: —
sich selber eine Buße auferlegen, so konnte sie
mbestehen, daß er ein neues Leben begann.
— ich will ein neues Leben beginnen — das
Finzige, was ich tun kann, um meinen Frevel
n!“ rief er aus. „Ich will fortan nur in der
ig an die Dahingeschiedene leben — nie soll die
einer anderen in meinem Herzen Raum finden —
wird mir meine Eleonore drohen vielleicht hor—

dand durch tausend Mittel unterstützt wirdd Dem Schmerz⸗
füllten, dem Unglücklichen drängen sich täglich und stünd—
ch neue Gestalten, neue Bilder auf — ein Ereign's
rängt das andere — Natur und Kunst treten ungesucht
n das blutende Herz heran — — und ehe er es ahnt,
tt die Wunde geschlossen, vernarbt. Das Interesse am
Leben erwacht wieder, und früher oder später kommt ein
Tag, wo der einst zum Tode Betrübte sich staunend sagt,
oaß eine Verwandlung mit ihm vorgegauͤgen sei, welche er
uiicht für möglich gehalten.
Bei Sertaus Charakter bedurfte es keiner langen Zeit,
in seinen Schmerz einigermaßen zu lindern. Anfangs
ebte er wie ein Einsiedler — er vermochte den Anblid
»er ihm bekannten Menschen nicht zu ertragen. Dann
rbat er sich von seinen Vorgesetzten einen mehrwöchentli⸗
hen Urlaub und machte eine Reise nach Italien.
Als er von dieser zurückkehrte, war er trotz seines
zuten Willens nicht in der Lage, seinen ehemaligen Freun—
hen ganz auszuweichen. Er mußte ihnen Rede und Ant
vort stehen, und natürlich verlachten sie ihn unisono, ber
eichneten ihn als einen „empfindsamen Menschen“, einen
kolossalen Toren, der seinem Glück aus dem Wege gehe“,
wangen ihn trotz seines Sträubens zu wiederholten Ma—
en, sis zu dieser oder jener Lustbarkeit zu begleiten, und
efteten sich an seine Fersen, um ihn, wie sie sagten,
vieder zu einem verninftigen Menschen zu machen.“
Dem Baron v. Andrina begeganeie er niraends. und
ils er einen der Freunde desselben nach ihm fragte, sagk
Aieser, Andring sei bei seinen Anverwandten in einer ent
ernten Stadt zum Besuch.
Während Sertau nach seiner Rückkehr aus Italien
as Haus des Regierungsrates Hellwig nach wie vor be—
ichte, weil er sich in dem kleinen Kreise, der sich⸗ dort
egelmäßig versammelte, wohlfühlte, mied er das Haus
es Bankiers Billwart gänzlich, weil er jeden Gedaͤnken
mn Lucindens Besitz aufgegeben harte.
Doch auch in diesem Punkte vermochte er seinem ur—
orünglichen Vorsatz nicht getreu zu bleiben.
Sertau haßte nichts ehr als Feigheit, und wer es
aher verstand, diese edle Gesinnung als Hebel zu be—
ützen, konnte ihn manchniel zu einem ESchritt bewegen,
Hen er nur indoor— —44 —

Seine leichtsinnigen Freunde hatten ihn mehrmalẽ
zefragt, weshalb er sich denn nicht mehr im Hause des
Zantiers Billwart sehen lasse, und als sie den Grunt
eines Wegbleibens merkten, verspotteten sie ihn auf alle
mögliche Weise, und einer von ihnen rief ihm eines Ta
zes höhnisch lachend zu:
„Ah, Sie fürchten wahrscheinlich, daß sie Lucind
iber Ihre Sentimentalität moquiert und daß Sie als
in Ritter von der traurigen Gestalt heimlich und ofsen
‚on allen werden verlacht werden!“
„Ja — gestehen Sie es nur, lieber Sertau — es fehli
Ihnen an Kurage!“ rlef ein anderer. „Es gibt ver—
hiedene Arten von Mut. In einer Schlacht würden Si
hne Zweifel Wunder der Tapferkeit verrichten — abea
or dem spöttischen Blicken und Worten einiger Damen
rgreifen Sie das Hasenpanier!“
„O, Du traust dem guten Sertau zu viel Verwegen.
eit zu, lieber Freund!“ bemerkte ein Dritter höhnisch. —
Da er gar nicht nins Feld zieht — das heißt, das Haus
zillwart nicht besucht — und somit jeder Gefahr sorgfäl—
g, ausweicht, so braucht er auch nicht die Flucht zu“ er—
zreifen!“
Diese und andere ähnliche Spöttereien und Zweifel
in seinem Mute verfehlten die beabsichtigte Wirkung nicht.
ertau glaubte beweisen zu müssen, daß er ein Ritter
hue Furcht und Tadel sei, und erschien wieder im Hause
zillwarts. Er besaß hinreichende Gewalt über sich sel—
er, um die tiesschmerzlichen Gefühle, die in der ersten
zeit sein Inneres bewegten, so oft er Lucinde erblickte,
nnter einer heiteren Miene zu verbergen, und je länger
r diese Verstellung übte, desto leichter wurde sie ihm—
Gegen Ende des Sommers erschien er äußerlich so
eiter, daß jedermann, der ihn sah, denken mußte, sein
eichter Sinn habe gänazlich wieder die Oberhand gewon—
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Landhaus von allen Seiten umgab, zog sich bis zum süd—⸗
ichen Abhang des Schloßberges hin, dessen Gipfel man
auf einem ziemilich breiten, ebenen Pfad erreichen konnte,
der in vielfachen Windungen durch Wald umd Gebüsch
Imählich emporstieg.
Der Berg bildete droben ein ziemlich umfangreiches
Plateau, dessen nördliche Hälfte der noch ziemlich gut er⸗
jaltene Hauptteil der alten Ruine einnahm. Im Mittel⸗
zrunde des Plateaus standen die Ueberreste der Burgka⸗
pelle: ein mit Epheu bewachsener Pfeiler, an dessen obe—
cem Ende noch ein Stück von einem Schwibbogen hing.
eben demselben erhohb sich ein uralter Hollunderbaum,
der von mehreren moos howe Fronen Mauerresten umgeben
var

Während des Nachmittags hatte die Gesellschaft, in
der sich Sertau befand, bei dem warmen Herbstsonnen-⸗
cheln unter den hohen Kastanienbäumen vor dem Land—
ause gesessen; als aber die Sonne hinter den westlichen
vebirgshöhen versunten war und ein kühler Hauch von
em nahen Flußtal herüberwehte, begaben sich alle nach
inigem Herumwandern durch den Garten in den großen
Zaal. Durch die offenstehende Türe konnte man die gan ze
duine überschauen, deren Türme und Mauern scharf ge—
‚en den lichtblauen Himmel abstachen.
Die Unterhaltung drehte sich um verschiedene Gegen—
tände, namentlich um das Theater, das nach längeren Fe⸗
rien vor einiger Zeit wieder eröffnet worden war. Es
varen bereits mehrere der beliebtesten Opern zur Auffüh—
cung gekommen, und unter ihnen auch Robert der Teu—
el“.
Als sich nun einer aus der Gesellschaft mit großer An⸗
rkennung über das Arrangement der Szene in dem
erfallenen Kloster aussprach, sagte Bertha, die Tochter des
degierungsrates, halb lachend und halb ernst:
„O, wir brauchen nicht erst ins Theater zu gehen,
venn wir schauerliche Szenerie sehen wollen! In der ver—
allenen Burgtapelle droben ist's bei Nacht entsetzlich un—
eimlich!“
Woher wissen Sie denn das, gnädiges Fräuleine“
w on der iunne Serren vi⸗ Mo⸗.

»iesem Vorsaße war es Sertau vollkommen
wenn er sich in einer anderen Umgebung be—
itte, würde er demselben nicht allein ireu gebl'e—
)Hern vielleicht in dumpfe Schwermut verfallen fsein
Leben in einer großen Siadt übt auf deneni—
n leicht erregbarer Sinn jedem Eindrucke offen
mmächtigen Einfluß aus. Ist die Zeit schon
VLage, den herbsten Schmerz zu lindern —

n den letzten Tagen des Monaäts Sediemder
m Landhause des degierungsrates Helltuig
iche Abendgesellschaft versammelt. Dasselbe wo
er alten Burgruine erbaut, die eiwa eine
⸗nen der W— entftoör⸗« J Dor biibs

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ꝛint

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