runduenunrenteilnehmer jährlich min—
esprä · je zahlen muß. Dar—
vber. h. omnmission, um eine abge—
ürzte Stichzeu ermög'ichen, die gestaffelte Pausch—
jebühr ein, die einen sich steigernden Rabatt gewährt. Da⸗
urch tritt bei voller Ausnutzung eine we ere Herabsetzu a
der Gesprächsgebühren bis auf 3 Pfg. in der letzten Staf⸗
el ein Trotzdem wird für die den telephzenischen Orts—
erlear start benu enden Teisnebnane eine Cryehung der
ählich zahlbaren Vergetung eat eten, die in anbe racht
er grohen Inanspruchnahme der Einrichtung als unb tlig
ichn bezeichnet werden kann. Von besonderer Bedeutung
udlich ist es, daß die Gebühr ür Ferrgespräche bei Ent—
ernungen bis zu 29 Kilometern um 10 Pig. herag setzt
verden soll. Der Entwur ist also nicht verlehrssemndlich;
erade das Gegenteit st der Fall. Die sür den Mitte“
and und die Presse angesfühnen Gesprächszahlen gehen
deit über d'ie anttich ermiteten Durchschni ts; ahlen hin—
us. Daß die Vorlage auf eine Bevorzugung des flachen
Landes vor den Städten hinauslaufe, ist ganz unricht'g.
dach den anttlichen Erhebnngen werden mindestens 66 Pro
ent aller Teilnehmer eine Gebihrenermäßigung erfchren.
davon kommen 80 Proz. auf die Netze in miltlesen und
rößeren Stadten; nur 20 en allen auf kleinere Vermitte—
ungsanstalten mit weniger als 100 Siellen.“
* Nach Meldungen in der Presse sind unter dem Mili—
ir, besonders in den Eisenbalnzügen mit Weihnachtsur—
aubern, antimilitaristische 59 gtter verbreite, worden,
a denen die Soldaten augesordert werden, zu Kai—
ers Geburtstog den Gehorsam zu verwieigern
ind die Sache des Volkes zum Siege zu führen. Die
Nilitärbehörde nahm die Sache sehr ernft. Es haben in
en badischen Kasernen umfassende Durchsuchungen und
zesprechungen von Staatsanwälten stattgesunden woran
ich auch Stgatsanwälte der Nachbarstaaten betei ig!en. Als
ergeonis der bisherigen Untersuchung teilt nun die amit—
— mehreren Zei—
ungen gebrachte Mitteilung, in den badischen Kasernen
eten revolutionire Flugblätter unter das Militär Jebracht
vorden, in denen die So'daten aufgefordert werden, sich
m einem demnächst in Baden beginnenden Ausstande zu
eteiligen, ist nach den gemachten Erhebungen unzutres⸗
end. Die Flugblät er wurden bei einer Zivilperson be—
chlagnahmt; eine Verbre tung an Angehör'ge des 14. Ar—
neelorps ist nichts festgestelllt.“ — Hoͤffentlich geben die
vadischen amtlichen Siellen auch ba d die notwendige wei⸗
ere Aufklärung.
*Die Reichstagsersatzwahl im Wahlkreise
Allenstein-Kössel ift auf den 27. Februar festge—
etzt worden.
*Das Urteil im Moabiter KrawallPro—
e ß soll erst am Mittwoch gefällt werden, da der
Dienstag für Beratungen frei bleiben soll. Gleichwohl
vird der zweite Krawall⸗Prozeß vor dem Schwurgericht
im Mon ag seinen Anfang nehmen. Die Anktage wird
nn diesem Prozeß Oberstaalsanwalt Preuß selbst vertreten.
*Mit dem Schicksal des Arbeitskammerge—
etzes beschäftigen sich fortgesetzt die Blätler sehr ange⸗
egentlich. Jeder Tag bringt eine neue Meldung von Kor—
espondenzen, die naürlich immer mehr beglaubigt sein
wollen als ihre Vorginger. Wir nehmen von den Für⸗
und Wider⸗Meldungen keine Notiz. Wenn die Vorlage den
Reichsstag in der noch ausstehenden dritten Beratung be—
chäftigen wird, wird sich ja zeigen, ob und was aus dem
Besetz werden soll. Alle die widersprechenden Nachrichten
ind nichts weiter als Beelnflussungsversuche gegenüber der
Regierung und den Parteien oder willkürliche Vermutungen.
* Der sei: Jahr und Tag au g'arbeitelse En wurf ei—
— „L.⸗
I“ erfährt, dem preudischen Landtage in der bevorstehen⸗
en Tagung nicht zugehen und zwar aus dem Grunde,
veil die Regierung alres vermeiden will, was dazu an—
etan scheint. die Parteigegensätze noch mehr zu verschur—
en. Aus demlelben Grunde ist es auch nicht sicher, ob der
Entwurf betreffend Einführung der farullo iven Feuecbe—
tattung dein Landtage noch in dieler Tagung vo gelegt
verden wird
Frankreich.
*Der „Ma in“, dem in der letzten Zeit dieer ufs fisch—
Feutsche Politik nicht mehr gesfiel, hat einen sei—
ier ersien Vertreter, Herrn Hedemann, nach Pesersburg
eschickt, um die Politik machen zu herfen. Dieser telegra
hierte seinem Blatte, daß die durch die „Evening Times⸗
neröffentlichte angebliche Note über das rusfisch deutsche Ab
ommen nur mit aller Reserve aufzunehmen sei. Er por.
önich glaube nicht an deisen Authentizitat. In gut unter
ichteten frauzösischen Kreisen wäre man dagegen trosdemn
iberzeigt, daß es mit dem Dokument seine Richtigkeit habe
der „Matin“-Korrespondent telegraphiert weiter, daß der
enige, der behaupte, die Entrebne von Potsdam wär
det Ansang vom Ende der Tripel Enten'e oder selbst der
ranzösilch⸗russischen Allianz und sage, daßz die Unterhand—
ungen in Bezug aruf Perfien das Vorspe! einer allgemei—
ien Entente zwischen Deutschland und Rußland oder ga
iner Allianz zwischen den drei Karstrreichen Rußland
Deutschland und Oesierreich seien, einen ebensolchen Wahn
inn ausspreche wie derjenige, der behanpeet, daß Ru 5.
and seine Freundschaft und Sompaihien ebenso wie ein«
Politik wechsese. Eine solche Vehauptung sei eine Reei
igung gegen den Souverän, der erft vor einigen Tanes
——
Der Ritter der blauen Rose.
„Aber Langdon rTonnte und kann Ihnen kein Heim
zieten. Soviel ich weiß, hat er nicht einmal in seinem
Berufe Erfolge zu verzeichnen.“
„Er war auf dem besten Wege dazu, aber sein plötz⸗
iches Verschwinden mußte natürlich seine Karriere becin—
rächtigen. Er hat den festen Plan gehabt, mich zu ver—
assen, denn er bezahlte seine Miete im voraus und sagte
en Leuten, daß er einige Seit wegbleiben werde, gerade,
ils hätte er mit Absicht jede Spur seiner Existenz ver—
vi.Sen wollen. Malenzie, lassen Ste die Rachegedanken!
sachts sollen Sie kun, als ihn suchen, ihn zwingen, alles
u erklären, und mir ihn zurückbringen.“
Mittlerweile graute der Morgen am blassen Winter—
simmel, und in seinem Dämmerlichte tauchten die kahlen
Felder auf, um allmählich den Gemüsegärten in der
dähe der Stadt Plaz zu machen. Und jetzt, im ersten
ötlichen Strahl des Mo genlichtes, erschienen, weiß be—
chneit, die ersten Häuser der Vorstädte von Paris.
Wie selten blaß und fahl dieses grelle Morgenlicht
Natenzies Antlitz erscheinen ließ, kaum minder weiß
ind lumme.voll als dasjenige seines schönen Gegenüber!
„Ich will mein Bestes tun für Sie“, hatte Charles
geantwortet, mit ernster Tei'snahme an ihrem Kummer.
Und noch immer kein Ausbruch von Zorn oder Haß,
wie vissie im stillen erwartet hatte! Vielleicht geschah es
nur hretwillen, daß er sich also bezwang und jede ver—
leßende Bemereung über ihren Caren vermied?
„Aber“, füg‘e er hinzu, „ich möchte wissen, und Sie
müssen es mir sagen, wo Sie sich niederlassen wollen.
Bedenken Sie in Paris zu bleiben?“
„Nein, nein, ich muß nach England — nach Eng—
and. Dort werde ich mich glücklicher und auch sicherer
ühlen.“
„Aber wo in England? Wie konnten Sie nur Ihre
Muttter verlassen ohne einen sicheren Zufluchtsort in der
großen weiten Welt?“
„Ich werde schon einen zu finden wissen“, entgegnete
ie hastig.
„Aber das kann ich nicht zugeben, nein — das kann
ch nicht ertragen“, rief Charles erregt. „Wollen Sie nicht
ach Glenkyle gehen? Meine Mutter ist dort·
—
———
—
seiner Umgebung gegenüber etklän
8soi colider als die Trivel All'anz;
Vom Balkan.
Wegen der dortgeseßten türkischer Truppenver—
tärkungen an der griechischen Grenze, beschloß der
zriechische Ministerrat, die Sotdaten des Jahrganzs 1908,
rotzdem dieselben ihrer Dienstpflicht bereits genügt haben
veiter im Dienst zu behalten.
* Der Matin“ veröffentlicht den Wortlaut eines Tele
rammes, welches der König von England am
Neujahrstage an den Präsidenten Fallieres gericht.
yjat. Es lautet: Herr Präsident! Anläßlich des Neusah'es
jalte ich darauf, Ihnen meine Glückwünsche auszusprecher
ind erneuere Ihnen zugleich den Ausdruck der Freundschaft
zer unsere heiden Länder verbindet
Spanien.
*Der radikale Führer Lerrourx wollte in Bilbas
n einer Versammlung der Radikalen sprechen. Die Sozia—
isten drangen in den Saal ein und verhinderten Lerrout
urch Heulen und Pfeifen, seine Rede zu halten
zei dem Zusammenstoß zwischen Radikalen und
zozialisien wurden mehrere Personen verwundet. Polize
chrilt schließlich ein und riuntte das Lokal. 32 Personc;a
vurden verhastet
Mexiko.
*Aus Rio de Janeiro wird gemeldet, daß dort Ge
üchte verbreitet seten, wonach Candeda, der Organi—
ator der kürzlichen Meutrcei, sowie 44 Matrosen eines
»hötzlichen Todes gestorben seien. Die aus
sew-York nach London gelang'en Nachrichten brirgen in
essen bisher keine Bestäineeng dieser Meldung
China.
*Ein kaiserliches Abschiedsgesuch genehmig!
»as Abschiedsgesuch des Präsidenten des Ver—
ebrsministeriums Chang-Schao-Si wegen Krantheit. Der
is vge zweite Vizepraͤsident dieses Ministeriums, Sheng
dut ao, wurde zum stellvernetenden Präsidenten er
ant.!. Lischingfong, früher chinesischer Gesandter in Eng
ind, wird stel'vertrtetender erster Vizepräsident als Nach
lger von ShergyWapei, dem das Amt der Perso
alAngelegenheiten ubertragen. Wuynü-Scheng.
üher stellvertretender Großsekretär. fosat Shena-Kung Pab
u Amte nackst
— —
das deutjsch⸗rufssische Abkommen.
Der Wortlaut des rußsiisch-deutschen Abkommens über
»ie Bagdadbahn und über die Interessen beider Län
er in Persien klauter nach der „Evening-Times“, wie.
ergegeben in den Pariser Abendslättern, wie folgt:
1. Die kaiserlich russische Regserurg erklärt sich bereit,
er Durchführung des Projettes der Vagdadbahn keinen
Liderstand entgegenzusetzen. Sie verpftlichtet sich auch, de.
'eilnahme ausländischen Kapitals an d'esem Unternehmer
ein Hindernis zu bereiten, unter der wohlverstandenen
zoraussetzung, daß von Rußland selbst ke'nerlei finan
ielle oder wirtschaftliche Opfer verlangt werden.
2. Um den Wünschen der dentschen Regierung ausf
derstellung einer Verbindung der Bagdadeahn mit dem
ventuellen Gebiet der persischen Bahnen entgegenzukommen.
erpsflichtet sich die russische Regierung, sobald dieses Eisen
ahnnetz fertiggestellt ist, den Bau einer Linie fertigzustel
en, welche an der türkischpersischen Grenze die Linie vor
zadije nach Kanikin verbindet und zwar sobald di
zwei'gbahn der Bagdadbahn und die Linie von Konic
ach Bagdad vollendet sind. Die russische Regierur⸗
ehält sich das Recht vor, die endgültige Spuͤr der
ach Kanikin gehenden Eisenbahn in einem Augenblick fest
ulegen, den sie selbst bestimmen wird. Die beiden Regie—
ungen werden den internationalen Transport auf der
zinie von Kanikin fördern und alle Maßregeln vermeiden,
ie ihn stören könnten, insbesondere die Festsetzung eines
Transittermins und die Einführung einer Wirferen iatbe
andlung.
3. Die deutsche Reichsregierung verpflichtet sich, lein
zahn in einer anderen Zone zu erbauen als auf der
zinie von Bagdad nach der russischen Grenze und nach
danikin und ähnliche Unternehmungen in dieser Zone
veder materiell noch diplomatisch zu unterstützen.
4. Die deutsche Reichsregierung erklärt, daß sie kei—
erlei politisches Interesse in Persien hat und daß sie dor
iur Handelszwecke verfolgt. Sie erkennt andererfeits an
„aß Rußland in Nordpersien vom politischen, strategischer
nd wirtschaftlichen Standpunkt aus spezielle Interessen be
tzt. Die deutsche Reglerung erklärt, daß sie keinertei Ab
cht habe, weder zu ihrem eigenen Vorteile noch zuw
Corteile von irgend jemanden, seien es sene eigenen Un
ertanen oder Untertanen anderer Nationen, irgend ein—
donzession nachzusuchen für Eisenvahnen, für Schiffahets
inien, für Telegraphen oder Konzessionen lokaler Natu
m Gebiete nördlich von der Linie, welche bei Kusrichirr
eginnt, Ispahan, Jesd und Khaka durchschneidet und ar
»er afghanischen Grenze im Breitengrade von Chasik endet
Venn die deutsche Regierung derarltige Konzessionen nach
icht, so mußs sie sich vorher mit der ruffsischen Regierun
erständigen. Die russische Regierung wird andererseit⸗
ortsahren, für den deutschen Handel in Persien das Prin
ip der absoluten Gleichheit anzuerkennen
„O nein, nein — ich will zuen emand, der mich kennt.
Zie sind sehr gütig, Mr. Mackenzie, allein ich hebe mit
»er Vergangenheit gebrochen. Wenn Edgar nach Hause
ommt, werde ich bei ihm Aufnahme finden. Er ist gut,
iachsichtig und liebevoll, gerade wie Papa war. Auch
zihnen schenke ich Vertraucn, weil Sie mir jetzt so vlel
süte erwiesen, weil Sie mir Ihre Dienste anboten und
veil Sie meinen Gatten suchen und zurückbringen wollen
Für alle ührigen bin ih — — —
Charles hatte Lisffie bewegen wollen, mindestens einen
Tag der Nuhe in Paris zu plegen; aber schon der Ge—
»auie daran, ließ sie vor Furcht erbeben. „Nein, nein“,
ief sie nervös und ausgeregt, „Mama könnte kommen, um
nich in den Hotels zu suchen.“
Es war eigentlich seltsan genug, daß sie sich in Char—
es Gesellschaft sicher fühl:e, wahrend sie vor der strengen
alten Lady mit Entsetzen floꝛ). Der Mann, selbst der
uicht geliebte, erschennt eben als die natürliche Stütze des
Beibes, zumal, wenn Kummer un0 Mißgeschick dessen
chwache Kräfte darniederdrücken.
„Ach, Mr. Charles“, wie gut und großmütig Sie
eute gegen mich waren“, sagte sie leise, als der Zug
im Lyoner Bahnhofk hielt und sie sich zum Aussteigen
nschickte.
Nachdem das Gepäck die Zollrevision passiert hatte,
iahm Charles einen Wagen und suhr mit seinem Schützing
nach St. Lazare hinüber. Es war gerade noch Zeit
um Frühfsücken, che der Zug nach Dieppe adgehen sollte.
zissie sühlte in der Tat ihre Kräfte wiederkehren, als sie
en stärkenden Kaffee getrunsen und Eier und Schinken
u sich genommen hatte, die Mackenzie ihr mit liebevoller
esorgnis förmlich auszwang.
Charles saß einige Minuten in düstere Gedanken ver—
unken, dann sagte er mit bewegter Stimme: „Ich möchte
ihnen, soviel es in meinen Kräften steht, den Bruder
rsetzen. Ich bin tief betrübt über diese verhängnisvolle
eirat mit einem Manne, der so sehr unter Ihnen steht,
h beklage es tief, daß Sie sich von Ihrer Mutter tren—
en mußten. Allein, Sie haben mir Ihr Vertrauen ge—
chenkt, und ich kann und will Sie in Ihrer Not nicht
m Stiche lassen. Ich weiß einen Ort, wo Sie ruhig
nd wohl versorgt leben Lönnen, und zwar ohne große
—RX
* 2 —
Der Ortsschnelldienst der Poit.
Ueber den neuen Ortsschnelldienst der Post werder
veitere Mitiilungen gemacht. Es sollen befördert wende
ille ossenen und geschloffenen Sendungen bis 250 Gramrt
ßewicht, die nach dem al!geme'nen Sprachgebrauch a
Zriefe gelten können. Die Adrese kann dem Bolen aud
mündlich gesagt werden. Auftrege zur Abholung dieke
Zeidungen werden von 6 lhr früh bis 10 Uhr abend—
bei der Telegrammabfertigungsstelle, von der aus die Be
örderung erfo'gt. entgegengerommen. Für schristliche An
meldung werden Gebühren nicht erhoben. Der Bote, dem
die Anmeldung unverzügrich übergeben wird, darf von
Auftraggeber nur Sendungen an nicht mehr als zwe
verschiedene Empfänger annehmen. die Zahl der Sen
dungen für ein und denselben Empfänger ift nicht be
chränktk Bei Empfang des Auf.rags hat der Bote stet
zu fragen, ob er eine Antwort zurückbringen soll, und die
zegebenensalls im Zettel zu vermerlen. die Gebühr für
»ie Ausführung der Austräge wird entweder einheitlich für
den ganzen Ort oder nach einem nach der vom Boter
urückzulegenden Entfernung berechneten Zonentarif fege
setzt. Die Gebühr soll einstweilen betragen in Orten mi—
Finheitstarif 50 Pfg., in Orten mi Zonentarif 50. 75
00, 125 Pig., je nachdem der. Gang sich auf eine Ent
ernung von 2, 4, 6 und mehr Rilometern erstreckt. Wer
den mehrere Sendungen desselben Absenders und dessel
»en Empfängers bestellt, so wird von der zweiten Sen
»ung ab ein Zuschlag von 10 Pig. für jede Sendung er
soben. Bei gleichzeitiger Abholung von Sendungen 4a
wei verschiedene Empfänger wird die volle Eebühr fü
ede Sendung erhoben, nur tritt bei der zweiten eine Er.
näßigung um 20 Pfg. ein. Für eine vom Bosen zurück
ubringende Antwort des Empfängers werden in Orter
nit Einheitstarif 25 Psg. erhoben, in Orten mit Zonen
arif 25, 40, 50, 55 Pfennig. Auf die Aniwori können
„ie Boten 13 Minnten warten. Unbesiellbare Zendiung
verden dem Austraggeber mit der gewöhnlicken Postd
lessung zurückgebracht. Die Boten haben den Auferac
aedern a!ls Quittunz über die gezahlen Gebuereae n
emem Block herausgesrennten Durchdruck des Geot
»en tlels zu übergeben. Als Hilfsmittel für X Bere.
ung der Gebühren führen die Bosen auf ihren Gäng
eine Abschrift des Tariss und in Orten mit Zonenge
nuserzem ein Strakßenverzeichn's mit sich, aus dem he
»Breehe zu welcher Zone die einzelnen Straden und Här
er ghören Tarif und Straßenverzeichnis haben die Be
n den Auftracgehern auf Verlangen vorzufegen
58* 2 24 —
Zum Lütticher Generalstre
Auf den riesigen Kohlenbergwerken des Bezirts Lü
ich hat die Arbeiterschaft, nachdem ihre Forderungen vrr
den Grubenbesihern abgeleynt worden, den Generalsire
rklärt. Bereils mehrfach ist es zu Zusammenstößen zw
schen den Streikenden und der Polizei gelommen Di
Streikbewegung wird weoh! auch auf das rechte Magsue
ibergreisen — Wir geben un'eren Lesern daher in de
beistehenden Karte eine Uedersicht der ohblengebiete Bel
ziens; die im Streit befindlichen Reviere sind durch ein
chwarze Fläche gekennzeichnet. Wir bemer en dazu kur
olgendes: Das westliche Kohlenbecken Belgiens, das sie
—— —7— 755 —
„Ich habe genug für meine ersten Bedürfnisse“ —*
Charles schrieb einige Zeilen auf ein Blatt aus sei—
nem Nolizbuch und reichte es Lissie hin.
Ich dan!le Ihnen“, sagte sie. „Wenn sie mir Nach—
ichten von — ihm geben wollen, so schreiben Sie mir
inter den Namen Mres. Lane“
„O, meine Liebe, Teure, daß Sie so tief herabsinken
müssen, peinigt mich. Verzeihen Sie mir, aber ich kann
nicht andeirs: dies eine wenigstens lassen Sie mich be—
lagen, ehe wir scheiden“, tief er bewegt, und zum ersten
male seit ihrem merkwürdigen Zusammentreffen erfazte
er ihre Hand und drückte sie warm und herzlich in der
einen.
„Leben Sie wohl, Mr. Charles“, sprach Lissie, als
fe ihm durch das Wagensenster zum letztenmale ihre Hand
hinabreichte. „Ich werde niemals vergessen, daß Sie min
in meiner Not wie ein Bruder beigestanden sind.“
Er errötete flüchtig und sprach dann mit einer vor
dummer und Rührung fast erstickenden Stimme:
„Lissie, meine Königin, Sie haben mir das Herz.
Jebrochen, allein auch dessen Trümmer gehören Ihnen.“
Dann setzte sich der Zug in Bewegung, und das
schöne, blasse, geliebte Antlitz entschwand seinen Blicken
„Wenn er stirbt“, so dachte Charles in seinem Sinne
„kann ich sie doch noch gewinnen. Fast hätte ich mick
berraten und alles entdeckt, als ich die Tränen in ihren
schönen Augen sah und sie in stolzer Selbstdemütigung
von ihrer Verlassenheit sprechen hörte. Aber dann kam
mir wieder in den Sinn, daß Doktor Jamie in seinem
cetzten Briefe mir schrieb, det Bursche set noch immer
sehr krank und schwach. Eines Tages wird sie frei und
hielleicht froh sein, ihre Hand einem Manne zu reichen,
der sich besser zu ihrem Gatten eignet. Nicht, daß ich
vünschte, er stürbe, o nein, neint Aber wenn es doch
der Fall sein sollte, so habe ich wenigstens das beste für
uins beide getan. Armes Mädchen, arme Lissiel Wenn
nan bedenkt, daß sie uns all' dies Leid hätte ersparen
önnen, wenn sie mich gleich genommen hätte.“
Mit solchen und ähnlichen Gedanken wandelte Macken
zie durch die Straßen von Paris, während die der Lady
»e Bruce entflohene Tochter, in tiefen Schlaf versunken,
der heimatlichen Küste entgegenfuhr.
von Namur über Charleroi und Mons bie,
reich hinein erstreckt, hat eine Ausdehnung von
rattkilomerer in Belgien, das östliche dagegen
iber Lüttich und Herstal bis zur deusschen E
zieht, eine solche von 540 Quad a lilometer, be
men haben also ein Areal, weiche dem 20. Teit
Berlins gleichkommt. 1906 zählte man 219 86
(davon 121 im Betrieb) mit 139 394 Arbeiten
die meisten in Hennegau und Lüttich, welche
dehnung von 1377 Quadrattilometer haiten, u
en 23 569 869 Tonnen im Wert von 352 3000
ieferten. Seitdem ist die Kohlenförderung noch
zestiegen.
*Charleroi, 7 Jan. Hier, wie im B
Monas ist bereits eine starse Abnahme der
bewegung zu beobachten. Insgesamt sind r
ung mit den Zechen etwa 1900 Arbeiter wiede
ren. Aus Lüttich dagegen wird noch einnl
vachsen der Anzahl der MAusständigen gemeldet
507 6
5t. Bõrokratius: R
kiqenflich freue ich mich
fierzich, gass die (hinesen
uns nun doch nchts vor habe
und ihre alten Zöpfe behalter
moussen
— — —
Vermischtes.
„A glickselings nei's Jahr.“ Als ich ei
Bub war, so erzählt der „Fr. Z3.“ ein München
beiter, durfte ich einmal in meines Vaters Schre—
siben und spielen. Einen ganzen Vormittag la
war Neujahr. Eine Menge Leute kamen, um—
lieren: die Zeitungssrau, der Schornsteinfeger, de
träger, der gewöhnliche und der Geidbricfträger
natürlich. In München ist Neujahr ein Erntelag
kleine Leute. Und recht kostspielig besonders sür
schäftsleute. Aber mein Vater hatte wohlgem
Sack voller Dankschön und eine lange Reihe M—
auf dem Schreibtisch hergerichtet. Sie gingen so
Zwei waren schließlich noch übrig. „Jetzt wecrd
haben“, sagte mein Vater. Wahrscheinlich hatte e
der möglichen Gewerbe, zu denen er als Gesel
in irgend eine Beziehung gebracht werden konr
einmal durchgezählt. Da klopfte es. Noch zwei
ten. „A glickselings nei's Jahr!“ „Dantschön—
Ihr?“ — „Mir? Mir san die Laternanzindern“
so. Na, da ist für jeden ein Markstückel.“ —
das noch ganz genau. Denn gleich dareuf he—
ter den Schlüssel herumgedreht und sich zu 1*
Boden geseßt, um mit mir zu spielen. So wa
man nmicht. — Aber nach einer Weile klopft es
mal. Und wieder schoben sich zwei Maänner d
Tür. A glickselings nei's Jahr!“ — „Ja, ja,
recht, und wer seid's Ihr denn?“ — „‚Mir? Mir
Laternanzinder.“ — „Was, die Laternan inder? 5
la gerade da! Da hört sich doch schon ...“ —
sen's, mir san dd die Laternanzinder, die wo di
ustöschen“
Was war inzwischen in der Villa ‚Les To
geschehen, als man beim Diner Lisfsies Ausblei
bemerkte?
Etwas bestürzt, doch würdevoll wie immer b
Lady de Bruce die Dienerschaft, mit dem Essen
len und das Fräulein zu suchen, erst auf ihrem
dann im Park. Allein alles Suchen war umson
war unmd blieb verschwunden. Endlich fand Mis
beil an der Gardine befestigten Brief und bra—
hrer Herrin mit einem ganz seltsamen Auzriu
Augen.
„Sie können hier bleiben“, saate die
matt und zaghaft.
Sie schien sich plötzlich vor dem Alleinsein
ten. Was auch der Brief enthalten mochte, irde
mußte in seinen Inhalt eingeweiht werden.
Mers. Willis, die schon mit einem gewissen *
Rücdzug angetreten hatte, folate nur zu gerne
fehle ihrer Herrin.
Keine Mustel zuckte in Lady de Bruces bla
ten Antlitz, als sie das verhängnisvolle Schreibe
log. Ihre Haltung war sto'z und würdevoll wie
RNur ein momentanes Zurücweichen verriet, daß
tändnis der Tochter sie bis ins Innerste getrofft
Mit dem geübten Blick der langfährigen trei
nerin schloß Mes. Willis, daß der Brief nichts G
halten konnte.
„Ich hoffe, daß Euer Gnaden sich nicht unr
len“, meinte sie besorgt.
„Nein, nein, Willis; ich erhielt schlimme Nas
und mein Wunsch ist es, daß die französische Die
nichts davon erfahren soll. Dir kann ich jedoch
schenken, Du sollst das Schlimmste ersahren, was
tresfen konnte. Meine Toch er hat uns freiwillig p
„Allein, Mylady?“
„Allein? Was soll das heißen? Natürlich
Wenigstens nehme ich es an. Warum diese Frou
„Ich weiß wirk ich nicht, Myladd — abe.
„Es kommt mir sel sam vor“, bemerkte dien
sandte einen prüfenden Blick ihrer scharfen Augen.
Jenigen der alten Dienerin, die sich verlegen z
senkten, „aß Du Miß de Bruces Flucht sogleick
dritten Person in Verbindung bringst. Selt
Grunde, weil Miß de Bruce mir hierdurch
ie perheirotet ist“