aß 3 wenige u3talpol tische Gesere eingebracht werden,
onden daz die berecht gien Beschwerden der Arbeiter
ticht berücksicht gt wer en. Für den Bau von Kle'n-Woh—
iu'gen ist der Zuschu; verrinzet worden. Redner sprich!
jann gegen die Maßregelungen der sozialdemotraischen
rugend-Organisationen.
Staatsse'retär Delbrück: Wir haben an der kul—
vrellen und wartschastlichen Hebung des Arbei erstandes
ebhaftes Interesse, welcher Partei die Arbeiter auch im—
ner angehören. Nicht die Sozialdemokratie hat unsere
ozialen Gesetze mitbeschlossen, sondern die Reglerung und
nie übrigen Parteien. (Lebhafte Zustimmung.) Das ganze
Naß der Bildung, dessen sich das deutsche Volk zu erfreuen
jat, ist zurückzuführen auf die Fürsorge des Staates. Die
utßerordentlichen kulturellen Fortschritte der breiten Masse
es Volks sind nicht das Werk der Sozialdemokrat'e, son
ern der Bundesstaaten und des Reichs. Ich werde de
yndustrie weiter fördern, wie alle Zweige des kulurrel—
en Lebens, die meiner Fürsorge anvertraut sind. Der
ziaatssekretär spricht dann über die bei verschiedenen Ban.
en vorgekommenen Unregesmäßig“'eten und meint, wr
aben erwogen, ob wir nicht Revisoren für die Aktien—
anken anstellen sollten, sind aber davon abgekommen.
Abg. Wieland (F. Vp.) wendet sich gegen die
deche und das Zentrum, deren Bemühungen um der
Nittelstand jetzt vor den Mahlen verständlich seien. Dag
dandwerk werde bei der nigen Bewegungsfreiheit seinen
BZeg werter finden. Den großen Besähigungenachwels eh
en wir ab.
Abg. Gamp (Rechsp.) spricht über das Gesetz zun
dAchutze der Arbeitzwilligen. Dem Terrorismus der So
daldemokratie müsse endlich ein Rirgel vorgeschoben wer
sen. Das Privatbeamten-Versicherungsgesetz werde wesent
iche Berunderungen erfahren müssen.
Abg. Junck (nl.): Der Resolution des Zentrum
iber die Tariiveriräge stimmen wir zu. Es muß darau
jesehen werden, daß die Kartelle der Regierung nicht über
en Kopf wachsen, wie die Trusts in Amerika. Das Ver.
nusgefotz ist ein liberales Gesetz, kralt den Sprachenpara—
erhen aber die Anwendung laßt noch viel zu wünscher
ig.
Staatssekretaͤr Delbrück: Eine Zentralstelle besteb
igentlich schon. Es erscbeint mir nicht nützlich, im In
eresse des Tarifvertreg-Wesens zur Zeit über das hin
zusnigehen, was jetzt schon von seieen meines Amies go
hehen ist.
Abg. Strombeck (J. Vp) twrot entgegen der Re
olution seiner Partei für d'e Haufierer ein. Es kandle
ich um redliche Lertte, die man jetzt auf einmal aus hum
rn wolle.
Ang Köllte (W. VBgge) bemängelt die Auswüch
jes Automobilwelens und sordert schärsere Maßnahmer
jugoen Ma g wine⸗Vergtitungen.
Morgen 1 Uhr: Weiterberatung. Schluß 74 Uhr.
Aus den RKommissionen.
Berlin, 14. März. Die Reichstags-Kommissien für
ie ehssaß⸗hothringische Berfassungsfrage
eg'e bei Kompromißvorschläge der Regierung heute in dre
ꝛerschiedenen Anträgen formuliert vor, die vom Zentrum
zen Nationallibera en und der Volkspartei eingebracht wa
en und sich nur unwesentlich voneinander untersche den
Nach diesen Anträgen wird Elsaß-Lothringen zum Bun
desstaat erklärt und erhält drei Stimmen für den Bun
esrat unter den von der Regierung vorgeschlagenen Mo
isikationen. Die übereinst' mmenden Teile der drei An
raͤge wurden mit großer Mehrheit angenommen. Die end
zültige Vereinbarung über den vollstündigen Wor laet is
zann einer Redakt'onskommission übertragen worden. Aus
»er Debatte ergab sich, daß aller Voraussicht nach eim
Mebrheit, bestehend aus Zentrum, Volkspariei und Nano
ialliberalen, sich mit der Regierung über das Verfassungs
gesetz einigen wird. Der Vertreser der Sozialdemokraͤti
rllärte ausdrücklich, daß er die Haltung diefer Mehrheit
zicht als Umfall betrachse, weil die Kommission in da
dat einen wesentlichen Erfolg erreicht habe. Er erklärt
veiter, dah auch die Sozialdemokratie dringend das Zu
sandekommen des Ge'etzes wünsche und unter gewissen Bo
ingungen bereit sei, bei der letzten Entscheildung ihrs Zu
timmung zu geben.
Berlin, 14. März. Die Reichstagskommission für di
lfabsothringische Verfassungsfrag.
jat heute die Abstimmung über die drei Bundes
arsftimmen 'n der von den Verdündeten Regeerun
en beschlossenen Fassung mit 18 gegen 9 Stimmen auge
Ammen. Dagegen stimmeten die Komervativen, di
Wirt'chaft iche Vereinidung und die Sozialdemokraten. Eir
Mitalied der Reichspartei war bei der Abstimmung nich
anwesend. Auch die Wiederberstelserna der Nargaarapher
Jund 2 der Regi⸗erunasvortage. wonach d'ie Stea ssoewa⸗
n Elsaß⸗Lothringen vom Kalfer ausellht wird und an
der Spyitze der Landesregierung ein Statthalter feht, de—
rom Kalfer unser Gegenzeichming des Reichstanlers er
tannt nd abberusen wird, wurde mit der aleichen Stim—
nenutehrheit, 18 gegen 8 Stimmen, beschlofsen.
— —
Preußischer Landtag.
Berlin 14. Merz.
BDad Nbgeqrduetenhaus hat heute bei der Weneberan
Sie flog dahin. dAh, da lag die kleine funkelnde Waffe,
einige Sachen, die ihr, fremd waren, ein Lederlapen da⸗
neben; wahrscheinlich Utensilien zum Reinigen. Sie er⸗
kannte die Pistole gleich als dieselbe, die er letzthin in der
dand gehabt, als das Gewitter war und die vadung nai
geworden, der Schuß versagte.
Rasch war alles verborgen.
5 rollte der Wagen des Oberstabbarzies die Rampe
erauf.
Lange Zeit blieb der alte Herr allein bei dem Ver—
vundeten.
Zitternd und zagend, unfähig, einen klaren Gedanken
uu fassen oder festzuhalten, stand die unglückliche Frau in
einem Zimmer am Schreibtisch und wartete im grauen,
alten Zwielicht des Morgens. Endlich kam Dottor Stehn⸗
vorck wieder heraus aus dem Schlafzimmer des Grafen und
rrat zu Elva.
Sprachlos, fragend blickten ihre Augen zu ihm auf.
Was mochte er von allem denken?
Sein wetterhartes Gesicht, mit dem streng militärisch
eschnittenen Haar und Bart, war undurchdringlich.
Er bat nur kurz, ein Rezept schreiben zu koͤnnen.
Eilig machte sie ihm Platz am Tische.
„Mein Mann?“ fragte sie zitternd, kaum imstande,
e Worte zu bilden.
„Gefahr ist nicht —“
3 88 sei Lob und Dank!“ seufzte sie aus tiefster
rust.
„Hm. Die Augen sind nicht verletzt, nur sehr entzündet
)urch die Nässe des Schusses, der dicht darüber streifte. Es
zätte böse ablaufen können.“
„Es war ein Unglück, lieber Doktor.“ Das murmelte
ie bei seinem scharfen, kurzen Aufblick.
„Das ohne Zweifel. Absficht kann es unmöglich ge⸗
vesen sein. So pflegt das doch keiner anzufangen. Aber,
Zräfin, was hatte der Mann mitten in der Nacht die Pisto⸗
en zu reinigen?“
Sio schwieg in furchtbarer Pein.
Odxerstabsarzt,“ hauchte sie dann, „was klar
Rija klar werden. Aber bis dahin —“
ar stummes Flehen mit einer verständ—
—
bin Arzt — nicht Richter.
reundlicher fort, „Gefahr is
Blutwerlust ist recht bedeu.
dionfttäsb
ng des Keultus-Etais mit den Stimmen der Rechten, de—r
zentrums und der Polen einen Antrag der Budget-Kom
tisston angenommen, der auf Vermehrung von Hilfs schu
zn für schwach veranlagte Kinder (Voltksschulen) abzieli
ferner soll der konfessfionelle Charalter dieser Schulen ge
ahvt werden. Die Oftmarken⸗ Zulagen werden angen om
en SRute abend 734 Uhr wirs die Vercnnb
ultus Fiats fortgeseve
das Denkinal Otto von Wittelsbachs
Am Vormit ag des 90. Geburtstages des Prinzr gen
en Luitpold wurde durch seinen Sohn, den Prinzen Suo
o'g im Anschluß n eine Parade der Münchener Garni
m das neue, vor dem Armee-Museum err chte e Denkma
oͤtio von Wittelsbachs enthülst. Ein Mäcen, der unge
annt bleben will, haste das Geld gestistet, und 6
brinz-Regent hatte bestimmt. daß das Monument vo
em Armeemuseum aufgestellt und an seirnem 90 Ge—urta
rae enthüllt werden sollte. Prinz Ludwig rühmte in eine
as neventhöllfe Derik.
1Ofto vcn vittelsbach
—burichen
A
urzen Ansprache die Tapferkett und Treue seines Ahi
errn, die er als vorbildlich für die Treue bder heutiger
averischen Armee gegen Kaiser und Reich pries, wobei o
zuch der in Südafrisa gefallenen Bayern dachte, und gat
ann das Zeichen zur Enthüllung des Denkmals, das Ot o
on Wittelsbach zu Pferde sitzend in Ritterrüstung dar
ellt. Der Kriegsminister von Horn brachte dann das
doch auf den Regenten aus. Nach der Feier un ervie“
ich Prinz Ludwig eingehend mit dem Schöpfer des Mo—
Aments, Ferdinaud von Mler
Aus Welt⸗ u Süd⸗Dsutschland.
*Kölu, 14. März. ( Maul-und Klauenseuche
berssicherung.) VBit Rüclsicht auf die großen Sehä
den, die insolge der Maul- und Klauenseuche dem Vieh
zändler erwachsen, beichtzz eine Versanimlung von Vieh
jandlern die Grandung einer Versicherung gegen Schäden
»urch Mau!l- und Klaucnseuche. Die Versicherung so i au
die Provinzen Rhesnland und Westfalen ausgedehnt werden
* Essen, 14. März. Unglücksfals.) Auf dem
Zchacht „Karl Theodor“ der Gewerkschaft Diergardi durch
chlug die Sei scheite ene Bühnenzimmecung, auf der7
ilrbei er standen. Drei von ibnen wurden gitören.
*Bochum, 14. Mairz. GBergarbeifterstreits.
nus der Zeche „Beramann“ bei Witen ist die gesamse Be
egschaft abermals in den Streit gesreter, weil die Zechen
rerwalt ng angeblich kürzlich gemachte Versprechungen nich
eingehalten hat. Dem Vorgeßen der Bergleute haben Fid
zuch die anderen Ardeiter der Zeche angeschlossen, sodaß
das Werk vollständig stißl gelegt ishßk. Inszesamt sireisen
350 Arbeiter.
* Würzburg, 14. März. Berunglüchte Kin—
der.) Hier wunden von einem umstürzenden Bresterhau—
sen drei Kinder des Gärtmers Söhnlein verschüstet. Ein
Elva dlieb allein. Starr und stumm, totenblaßz, mir
großen Schatten unkder den Augen stand sie da.
Dann zuckte Leben und Bewegung durch ihre Gestalt
kine leuchtende Flamme aus ihren erloschenen Blicken.
„Jetzt bleibt mir nur noch eins Mich dem Komman—⸗
beur zu Füßen werfen ··
2 Xα
„Ver Tag war bvollends heraufgekommen — ein Sonn⸗
ag. Der Himmel war grau, die Sonne kam gar nicht
heraus, nur die graue Morgendämmerung war heller ge⸗
worden. Nebel, dehnte sich räge über die Stoppeln, und
»ie Fichten droben auf der Höhe sahen aus, als ftänden
sie schon bis weit hinauf zum Wipfel in einem ftillen,
nen gespensftigen Meere, das langsam immer boöͤber
ieg.
Clemens hatte Wundfieber. Er phantafierte nicht,
iber er murmelte immerzu vor sich hin, gab keine Antwori
auf, Fragen und winkte nur mit der Hand — man solle ihn
in Ruhe lassen.
Elpa saß hinter der Gardine und starrte hinaus in
zen Hof, dessen Pflaster der Nebel feuchtete.
Es war wie eine Lähmung über ihr Nachdenken ge⸗
ornenen, als sie dem eintönigen Murmeln des Kranken zu⸗
Und dann stand sie auf — sie wollte ja fort, sie mußte
a fort! Nur noch eins! Nur noch eins! VDem Komman—⸗
eur zu Füßen! Wahnsinn! Dem Kommandeur? Ent.
tzlicher Gedanke! Unausführbar. Wie sollte fie das be⸗
Annen? — Was ihm sagen? Was fordern, erbitten,
offenn ——WMWIIIRb
Sie tonnte sich tein Bild davon machen; sie schauderte
und fürchtete sich, so oft ihre Gedanken sich ernstlich damit
deschäftigen wollten. F
Und die Stunden schlichen hin — der Normittag ver⸗
zing. *
Sie lebte und handelte nur noch mechanisch, wie es
zie täglichen Beschäfligungen und die Pflege ihres Man⸗
es verlangten.
Hätte sie ihn nur fragen können, ihre Idee mit ihm
ofprechen! Warum war er nur so teilnahmlos!
Und F wie kam sie bin? Voch wohl zu Fuß. Ja —
natürlich. Es durfte keiner wissen. kenee sehen, w
inging.
Vio mor 804
ind wurde getötet, die beiden andern starben spaäter ar
oren Verletzungon.
* Tübingen, 14. März. (Kundgebuxna.) Die ka
olisch⸗theologische Falultäͤt der Universität Tübirgen ha
ach dem „Deutschen Volksblatt“ dem Bischof Keppler vor
ottenburg und durch dessen Vermittlung dem Kulhusm
sler die Erklärumg zugeslellt, daß fie dem Papft sür d'e
zesre ung vm Modernisteneid dankbar sei und
ie Versicherung abgebe, auf dem Boden der kirchlicher
Ldehre zu stehen und den Modernismus gänzlich abzuleh
en in gleicher Treue gegen Kirche und Staati Ein Schrei
en des Kardinalstaatssekretärs an den Bischof gab der
reude des Papltes über diese Erklärung Ausdruck.
*München, 14. März. (Sob der Pressen) Der
winisterpräsident hat an den Vorstand des Landesverban
ea der bayerischen Presse nachstehendes Schreiben gerich
et: „Dem Vorstand des Landesverbandes der bayerischen
zresse beehre ich mich im allerhöchsten Austrag ergebens
nitzuteisen, daß Seine königl. Hoheit der Prinz⸗Regen
ich über die rege und vielseitige Tätigkeit gesreut haben
ie die bayerische Presse anläßlich des allerhöchsten Ge
urtsfestes entfaltet hat. Seine kgl. Hoheit haben sür di
bdingabe, mit der die Presse in diesen Tagen ihrer Auf
zabe gewaltet hat, in Worten aufrichtiger Anerkennun
xdault und wollen den Verlegern, den Leitern und Mi
beitern und dem Personal all der zahlreichen Bläter
»ie dem Empfinden der bayerischen Bevöltkerung so schör
Uusdruck gegeben und ihr die Kenntnis aller Feiern und
beranstaltungen so gesreulich vermittelt haben allerhöchf
hren wärmsten Denk entbieen
* München, 14. März. EErlasse.) Das Würz
»urger Diözesanblast veröffentlicht einen Erlaß des Ordi
tariats, daß Geistliche die Fun't on des Vereinsvorstaudes
der Rechners in den Darlehnstassenvereinen bis zum
kehluß des gegenwärtigen Jahres noch beibehaften dür
en. In besonders dringenden Fällen können die beider
Funktionen auf spezielles Ersuchen gleichfalls für ein Jab
bernommen werden. Die Stele eines Vorsitzenden oder
Gitglledes des Auffichtsrates, sowie die Ante lInahme am
bereinsleben und Mithilse bei Gründung und Leitung
der Vereine ist auch sernerhin geftattet. WEinen ähnichen
ẽͤrlaß hot Bischof Benzler von NMetz veröffent icht.) Es se
zierzu erwähnt, daß die Generalversammlung des Riederbayerischen
Bauernwereins vor einigen Tagen in Deg zen⸗
dorf unter andern Resolutionen den Beschluß faßte, ar
ben Episkopat d'e Bit'e ut richten, daß Geistliche auch fer
zerhin Reshnerste'len in Raiffeisenvereinen beibehalten dürfen
2Straßburg, 14. März. Berbotene Viebhein
u hr.) Wegen der Mam- und Klauenseuche wurde di
*infuhr französischen 3 für Elsaß-Vothringen
vneut verdoten. Die Schlachthofbehörden »nd anzewije
vorden, leine Erlaubuis scheine sirr frauzösisches ESchlachi
ioeh mohr auszusiellen.
Aus aller Welt.
Die Maule und Klauenseuche ist auf dem Ber
huer Schlachthos schon wieder ausgebrochen. Die Veieu
iarpolizei hat die Desinfektion der Ställe und Schlacht
ammern, sowie der Straßen in der Un gebung
es Schlachthoses angeordnet.
Mord. Der Arbeter Gustav Grienwald und der
rischler Klaehn hatten zusammen in der Stade Cöslim
gezecht und kehrten dann in trunkenem Zustande in das
Jryl, im dem sie zu näch igen pflegten, zurück. Als sie dor
amen, nötigte Grünwald den Klaehn in seinen Schlal
autm, ergriff ein Beil und bearbeitete ihn solange damiit
zis er blutüberströmt zusammenbrach. Der Mörder wurd,
zerhastet.
Schwerer Verlust. Der Bankier Simon aus Wrei«
zen a. d. Oder ließ bei der Fahrt mit einer Kaltoroschl
n Berlin beim Aussteigen seine schwarze Altentasche m
tinem auf 280 000 Mart lautenden Hypothe'enbrief liegen
kr setzte 300 Mart Belohnung aus.
Die Peft. Der Maͤgistrat von Lemberg entsandt
zur Verhütung der Einschleppung der Peit die Chefs des
radtischen Sanitätsdepartements nach Odessa, um sich übe
oen Ursprung der dortigen Pesterkrankungen zu informie
n und die von den russischen Behörden in Odesa getrof
anen prophylaktischen Maßnahmen kennen zu lernen.
Veruichtung von Wein. An Reims wurde ein
teuer Anschlag gegen die Bestände eines Weinhändlers in
der Champagne verlbt. Drei Fuder Wein wußden vurc
dinzuschütien von Petroleum unbrauchbar gemacht. E
heißt, daß dies nur der Anfang von ne en Win erunru
hen sei, die ihre Ursache in der Unzufriedenbeit über di
sngften Kammerdebatten über das Weingetz haben.
Spionage⸗Versuch. Zwei Männer, welche in de
Nacht versuchten, in die Abteilung des Kriegshafens ein
udringen, in welcher Unterteeboote mit techn schen Appa
aten versehen werden, wurden vom Wachtpoften bemer!t
umd durch Schüsse in die Flucht getrieben. Posizei ve
rolgto die Flüch igen, konnte sie aber nicht mehr erreichen
die Unteesuchung wird sortgesetzt. Eine noch schärfer
loberwachuna der MarineDepots ift angeordnet worden
udter Vie Grafin, Torrinalen, oeren eann plob
rank gemeldet ist, will den Herrn Obersten sprechen? Un
zann ließ er sehr bitten, und sie stand vor dem Manne mit
zem streugen, scharsgeschnittenen Gesicht, milt dem eisernen
Berechtigkeitsgefühl, das für den Schuldigen nur Straf⸗
und Buße hatlte.
Dem wollte sie dann exzählen — —?
Ihr war, als verlöre sie den Verstand. Immer um
den einen Punkt drehte sich ihr zweckloses Denten Zum
Obersten!
8* Tag ging hin, die Dammerung kam. Es wurd«
unkel.
Ihr war kein anderer Gedanke gekommen. Den Kom—
nandeur um Erbarmen anflehen — Zeit zu lassen, die Re—⸗
ßifion verschieben. Das Geld würde geschafft werden, es
var ja nicht gestohlen, es war ja nur geliehen. Unglück
atte sie getroffen, beftimmse Gelder waären ausgeblieben.
Sie erhob sich von ihrem Platz am Fenster, wo sie fast den
vanzen Tag gesessen.
Cleinens schien zu schlafen, sein. Murmeln war ver⸗
tummt. Schon lange Zeit hatleer nicht mehr die Hand
nach dem Wasserglase geftreckt.
Leise, leise glitt sie aus dem Zimmer. Es zog sie ein
bares geheimnisvolles Etwas. dem sie fast willenlos
olgte.
Sie nahm ihren Regenmantel um und wollte die Ka⸗
puze über ihren Kopf ziehen, hielt inne und nahm den
cleinen Kapottehut aus der Schachtel. Sie wollte ja einem
Menschen zu Füßen fallen, nicht dem barmherzigen Gott!
SZie mußte alfo mit Aeüßerlichkeiten rechnen, mußte an⸗
ttändig gekleidet sein, wenn sie in Verzweiflung um Gnade
flehen wollte. So. Zestzt war sie auf bem Wege.
Auf dem rechten? — ——
Es war häßliches Wetter. Der Nebel war vollendẽ?
gesunken und näßte. Die Fichten standen droben klar un⸗
deutlich. Ein roigelber Streif glomm hinter ihren Stam—
men.
Sie ging rasch, fsie mußte sich zusammennehmen, umn
nicht zu laufen.
Wie schnell war das Ziel erreicht Sie stand vor den
ʒause, ging die Treppe hinauf, drückte auf den grüner
vlasknopf der Glocke, neben dem das Schild in harten
otischen Lettern den Namen Feigte; Freiherr von Leon
orch! Schritte. Die Tur ging auf.
ann ich Gretin Torrmfon“ n ßααͥ
Bom Vesuv. Vom hiesigen Laboratoriun.
in Sonderberichtersta ter der Tribuna“: Infolge
olgten Zusammenoruches des südwesttichen Krate.
»es Vesuvps häng die Station der Drahtseilbahn f
nder Luft und könne jeden Augeablicken den A
ürzen. Da der Schlund des Vultans glücklicherwe
erschüctet wurde, strömten die Dämpfe aus dem
»es Berges ungehindert hervor. Die Seismograp
uhig. Der Einsuurz war dicht die Folge ecines
ens, sondern die natürtiche Wirking der Aschenw
kraters.
Die Bagdad-Bahn. Der Pariser Temps
iber den türkischen Vorschlag der Inlerna ionalistern
Bagdadbahn bis zum persischen Golf, Deutschlander
ͤürkei erhielten ent prechend ihrer gomeinsamen 4
eschafsimg die Mehrhet im Verwaltfintg rat, welche
kertreer Englands und Frankreichs augehören solle
weit wird als türlischer Hafen anerkannt, doch beh—
zortige Scheik seine Auicnomie. E'ne englische Gese
vird mit dem Hasenbau von Koweit belraut. Mi—
terem Kompromiß wären die Engleänder einvezft
zoch wird wegen der Zusammense zung des Verwal
ats der Bagdad-Golfbahn noch manche Schwierigk
ibnerwinden sein.
Beraubter Poftwagen. Arus dem Pen njulo
zreßzug wurde zwischen Ala und Bologna der Posp
brochen. Sieben deutsche Postsacke wurden geraub
xu Dieben hat man bisher noch keine Spur.
Vou Eingeborenen getötet. Eine Mesdung
»em Kongo berichtet über den tragischen Tod des
vossens, welcher auf einer Inspektionstour im obere
ula⸗Gebiet von Eingeborenen in der Nähe von Kan
wmoöordet worden ist. Dieses Verbrechen wird aufed
ufriedenheit der Enzeborenen zurückgeführt weger
Lerlegung von Ortschaften und der Zerstöreeng von
en, welche dazu bestimmt waren. um die Schlakfre
nergisch bekämpfon zu können. Der Arzt hat'e sein.
jon ausgeführt, ohne fich von einer Eskorte begleirt
assen. Er war von dem Stationschkef Leutnant G
egleitet.
Neueste Meldungen.
Berlin, 14. Mürgz. Dem deutschen Ge'audeen
d. Irhrn. Viumm vhEharhenn dae
dines Scho dens aus dem Reichsdienfte die Vrislam.
diogehdes * Klaffe verliehen.
ien, 14. März. Kaiser Wi triff
— ——
zum end zum Besu
eiv bleiben. n Ve che Raiser Frauz
onjtantinopel, 14. Maͤrz. Wie ier gerü—
jerlautet. ĩoll Erlonia Manuel von d e
suichtigen, sich auf der Brinzen-Insfel an mlkaunten und da
nieder;zusalfen.
onstantinopel, 14 März. Den Zwische
lhen an der griechisch-türkischen Grenze wird sowoh
wie in Athen nur lokale Bedeutung beigeme“en.
Regierunzen sind zu einer riedlichen Löfung derselbe
schlossen. Als erste Maßragel dürfste die Ablösung
Grenztxuppen und ihr Ersat durch neue angeordnet
den, eine Verfügung, d'e umso notwendiger ist, als
das gegenseitige Abschießen eine erklärliche Erbitteru
Grenztommandos sich bemäch iate
—. — —
Rermuszdtes.
Die Rasterstube im Löwenkäfig. leber die
liche Szene im Lowenkäfig, die sich ijt Alsenborn
serslautern abspielte, und der ein Menschenleben zum
iel, werden jetzt noch solgende Einzelhesten bekannt:
Programm hate sich bis auf den letzten Teil glat
wickelt, die Tiere, besonders die Löweungruppe, arbe
willig und ruhig. Das letzte Glockensignal schrillle
das Zelt. Mit lauter Stimme verktündete der Direltor
ler als intere santeste Szene zum Schluß: Die Rasie.
im Löwendäfig“. Der Friseur Peler Feierabend hatt
freiwillig erboten, in Gegenwart der fünf Löwen de
itzer zu rasieren. Vom Publikum jubelnd begrüßt, b
der Friseur fester Schrittes den Käfig, in dessen 98
grund die Löwen auf Poftamenten malerisch gruppiert
oon ibrem Dresseur streng bewacht. Funkeinden 9
oerfolßgen die Bestien jede Bewegung des fremden
chers, der dem am Giter sitzenden Direktor bereiis
cechte Gesichtshälfte rasiert hat und sich nun anschickt,
er dem Stuhl herumgebend, auf die andere Seste 3
angen. Da, ein Sprurg. ein Schrei — mit labenät
Beschwindig'eit hat sich der hinterste Löwe auf den
eur gestürzt, reißt idn zu Boden und gräbt die mäch
Zähn⸗e in das Haupt ein. Der Ueberfakllene sucht fich
den Knieen liegend und mit den Händen entegenfiret
aus dem Lözwenrachen zu befreien, die Dompieure in
auf die Bestie las, halten ihr die Prauken sest und ma
bergebliche Verssche, ier das Maul aufzureiken; auch
Wärter stürmen mi: langen zweizinkigen Gabeln auf
Löwen zu, die ar ile Besitzerin hält mit der Peitsch⸗
anderen unruhig gewordenen Tiere in Schach, bis
lich nech minuenl!lenrem Ringen den Ret'ern gelingt,
Löwen den Ralbben aufzureißen und von seinem Opfe
zubringen. Wen'ge Standen später trat der Tod ba
Opfer des Löwen ein
des, wenn's möglich war.
Nun wieder auf dem Wege zurück. — Langsamd
den grauen, nebligen Abend, zwischen den Stoppelfeld
an den Fichten vorbei. Der Hobrote Streifen war
Alles grau.
Plötzlich bleibt sie stehen, als habe der Beitz vor
die Erde gespalten.
Wendelin!“
Da ist das weiße Haus, und die Fenster des op
Stockes sind erleuchtet.
Wendelin ist da. —
Wendelin liebt sie ...
„Clemens! Mein Leben! Alles! Für dich!“
Elva hatte den Fuß auf die erfle Stufe der Treppi
setzt, als ihr der eleganle Kammerdiener Wendelins⸗
gegenkam. Der alte Faktor hatle die personliche Bedien
seines Herrn abgegeben. Sie zogerle.
„Ist Herr Vendelin hier?“
„Jawohl. Soeben angekommen.“
Nein. Das ging doch wohl gücht. Sie mußzte wohl
wvenig warten. Und so, wie sie hier ging und stand? —
Mußte sie nicht schön sein für Rendeüne Wenn
fie unelegant, häßlich fand — seine Bewunderung, ⸗
Leidenschaft sich minderle? — —
Nein. Es war das Letzte, das Größte! Sie wußte
führte zum Ziel, wenn sie ganz dat, was sie tun wollte,o
Angst und, Scheu, ohne Zagen und Zurückweichen, R
trat sie in ihre eigene Wohnung und durcheilte die Zimp
Sie wollte zu ihrem Gatten hinein — und zögerte
der Schwelle. Horchend stand fie einen Moment“ Es
till drinnen.
Sie ging nach der Treppe, die nach den Wietich
äumen fuübtrsee... ——
IFriedrich!, riej ste gedämpft hinab.
Sofort hörte sie einen leisen, eiligen Schritt.
„Frau Gräfin befehlen?“
Wie gehts dem Grafen?“
BHerr Oberstabsarzt war eben hier. Frau G—
nüssen ihm begegnet sein,“ fagte der Diener uane
iagem Tone.
dein, niemand. Er sagte?“
Es ginge viel besser mit dem Herrn Srafen.
eber sei nicht schlimm. Es würde lange nicht vn
age dauern. Herr, Graf schläft wieder Gewacht v.
licht zu werden Die Klingei ann ver *