Full text : Dudweiler Zeitung

Abge. Oroscher c(bons.) beantragt namentliche Ab—
iimmung über die Resolution der Budgetkommission. Herrn
bed sei sein Rechtfertigungsversuch nicht ge ungen Er'habe
slohal gehandelt. (Große Unruhe lints; der ptraͤsidem
ügt den Ausdruck) Die Einbringung der Relolution Beck
ei Agitation der Serren. (Unruhe und Beifall.)
Abg. Be d-⸗Heidelberg: Der unlausere Wettbewerb liegt
mis Seiten der Rechten. (Beifall und Lärm)
Abg. Bassermann (nl.) erklärt sein Einverständ⸗
tis, daß die Abstimmung später vorgenommen wird.
Darauf schließt der Präsident die Liste der Redner
AI
Auf Beschluß des Hauses wird sofort abgestimmt. Di—
kesolution des Zentrums auf Vorlegung eines Ge'e tzen
vurfs zur Neuregelung der Dienstgehälter der Reichsbe
Mten wird angenommen. Die Resolution Gie Sbert
Ztr.) über die Zulagen der Poftbeamten wird abae ehnt
Die Sitzung dauert fort

Lokales und Vermischtes.
Besitzwechsel. Tas in der SudstraßeIgelegene Wohn⸗
jaus des Bergmannes Heinrich Holzer ging zum Preise
jon 8000 Mark in den Besitz des Beramannes Ludwig
Gogt von hier über,
Fortgesetzte Diebstähle führte ein hier aufsdem Büchel
vohnhafter Bahnarbeiter B. aus. B., der auf der Eisen—
»ahnwerkstälte Saarbrücken beschäftigt ist, brachte nach und
nach Briketts, Riemen und dergleichen mit nach Hause.
Welche Menge dies war, zeigte eine gestern nachmittag
»ei VB. vorgenommene Haussuchung, denn es wurden ca
12 Centner entwendete Briketts vorgefunden. Als B.
nit dem Abendzuge »on seiner Arbeitsstätte nach hier
urückkehrte, wurde er auf dem hiesigen Bahnhofe abgefaßt
ind nach dem Stationsbüro gebracht, woselbst man wieder
Briketts bei ihm vorfand. B. gestand die Tat ein.
Hühnerdiebe. Gelungen ist es endlich des Hühner—
diebes habhaft zu werden, der im Oklober o. J., die Hühner
des Wirtes Herrn Hornberger stahl. CEs ist ein bekannter
Tagelöhner Mathias N. von hier.
Die Kutscherstube ein vor Jahren sehr bekanntes
Hastzimmer im Hotel Nassauer Hofe, welche jedoch infolge
ieuzeitlicher Veränderungen des Hotels verdrängt worden
var, ist nunmehr wieder in einer gemütlichen bequemen
käumlichkeit dem Publikume zugänglich gemacht worden.
Kranzniederlegung. Wie in frühe en Jahren, so hat
ruch Donnerstag wieder der Kreiskrieger-Verband durch
„en siellvertretenden Vorsißzenden und den Schriftführer
am Denkmal Sr. Majestät Kaiser Wilhelms des Großen
in Saarbrücken einen Kranz niederlegen lassen.
Hirschkäfer. Einen solchen brachte uns der Bergmenn
deer Wilhelm Paul aus Jägersfreude. Herrn Paäul ge—
ang es den gehornten Gesellen mit seiner winterlichen Be—
Jausung aus der Erde herauszugraben. Diejenigen die sich
ür derarltiges interessieren, können den Käfer in unserer
stedaktion besichtigen.
Vereinsnachrichten. G. JV. D. Olympia hält am
Nontag abend 8 Uhr in seinem Vereinslokale eine Ver—
ammlung ab, desgleichen der Instrnmental-Verein am
„onntag nachmittag um 3 Uhr im Lokale Krieger
Wissenschaftliche Vorträge. Am Donnerstag wird
m eo. Waisenheim Herr Pfarrer Vrandt aus Linz einen
doritrag halten. Das Thema lautet: „Ueber die Dumm—
eit“.
Bergwerksdirektionsbezirk Saarbrücken. Der Berg⸗
nann Georg Eberle int vom 1. März ab zum Hilfskohlen⸗
nesser bei dem Steinkohlenbergwert Dudweiler ernannt
vorden. — Der bisher mit der Verwaltung einer Wege—
värterstelle bein Bergwerk Dudweiler betraute Militär—
anwärter Jakob Messinger ist vom 1. Februar ds. Is. ab
zu Königlichen Wegewärter ernannt worden.
Wetterber icht. Ueber Island ist eine neue Depression
erschienen, die sich bis auf den Ozean hinaus erstreckt und
einen Ausläuser im Westen der britischen Inseln besitzt,
der ostwärts wandern wird. Dadurch wird der kleinere
AUusläufer, der heute Morgen früh die Pfalz Trübung
drachte an Bedeutung verlieren. Der hohe Druck hat sich
im Osten baträchtlich versiärkt und die Vorderseite des
aeuen Ausläufers wird wieder Aufklären bringen.
Voraussichtliche Witteruna: Wetterlage im Allaemeinen
zünstig.
Fischbach, 10. März. In der am 8. ds. Mts in der
Wiruchaft Kraus stattgefundenen Sitzung des di sigen Ge—
neinderates wurde folgendes beschlosfsen: 1. Anlage eines
Weges durch den Knappschaftsverein Der Gemeinderat
ehnt eine Beteiligung an dem Ausbau und der Unter—
sjaltung des Weges ab. Der fragliche Weg bleibt Privatweg
»es Knappschaftsvereins und hat letzterer auch für dessen
Anterhaltung aufzukommen. 2. Anpachtung eines Turn
ind Spielplatzes. Der Gemeinderat nahm Kenntnis ron
den Verhandlungen mit der Kal. Oberförsterei Fischbach
ind verwies die Sache an den Schulvorstand zur weiteren
Leranlassung. 3. Verschiedenes: Tem Grubenschmied Jakob
Schwarz wird zur Ableitung der Straßenwässer in der
Winkelstraße die nötigen Rohre, sowie zur Herstelluug eines
Gersenkez die nötigen Steine und Abdeckung zur Verfügung
zestellt, wofür Schwarz die Ausführung der Arbeit, sowie
»ie ordnungsmäßige Unterbaltung des Fangls unentaeltlich
bernimmt.
saarbrücken,)9. März. Aus unglücklicher Liebe suchte
zestein mittag um 12 Uhr ein 26 Jahre altes Mädchen
uus Attenwald durch einen Sturz aus dem Fenster ihrem
reben ein Ende zu bereiten. Seit fünf Jahreu hatte das
Pädchen ein Verhältnis mit einem hiesigen Unteroffizier.
Mutlerweile harte derselbe jedoch ein anderes Verhältnis
ingeknüpft und sich auch mit dem Mädchen ve lobt. Das
rtuhr nun seine erste Geliebte. Aus Gram darüber voll—
ührte es gestern die unzlückselige Tat und sprarg aus
»em Fenster der Wohnung seines Oakels in der Moltke—
traße, wo es seit zwei Tagen auf Besuch weilte. ESchwer
nerletzt wurde die Unglückliche in die Wohnung gebracht
uind nach Anlegung eines Notverbandes nach dem Hospi—
al ü⸗erführt. Hier wurde festgestellt, daß der eineFuß
des Mädchens vollständig zersplittkert war, ferner hat es
ich das Rückgrat schwer verletzt. Es besteht jedoch Hoff—
nung, die Anglückliche am Leben zu erhalten.
Saarbrücken, 9. März. Gestern nachmittag kurz nach
1Uhr wurde die Feuerwehr im Ortsteile St. Johann
alarmiert. In einem kleinen Schuppen auf dem Güter—
»ahnhof, den die Speditionsftrma Gebr. Ladwig innehat,
var Feuer ausgebrochen. Es gelang bald dasselbe zu
öschen.
Zrier, 11. März. Mehre Strecken für die geplante
lektrische Hleinbahn im Kreise Saarlouis sind an der staat—
ichen Behörde für Personen- und Stückgut-Verkehr frei—
zegeben worden. Die Verhandlungen mit den Elekrtrizitäts—
ir nen zum Bau sind aufgenommen.
Eberbach i. O. 10. März. Hier wurde die Leiche
iner männlichen Person im Neckar aufgefunden. An der
Leiche fehlt der Kopf. Es konnte noch nicht festgestellt
verden, od es sich um ein Verbrechen handelt.
Schlüchtern, 10. März. Freifrau von Stumm auf
cchloß Ranholz bei Schlüchtern errichtete eine Stiftung von
2 000 Mark els Hugo von Stumm ⸗Stiftung mit dem
ZSikt in München zum MAndenken an ihren verstorbhenen

Sohn. Es soklen davon Malen, Dichter und Kunstgewerbler
eutschec Abstammung nunterstützt werden.
* Dortmund, 10. März. (Streikunruhen.) Aus
Anlaß des Streits auf der hiesigen Zinkhütte kam es iꝛ
en letzten Tagen am Eingange der Hüte wiederholt zi
lus chreitungen. Die Arbeitswilligen, die unter po izei
icher Bedecdung zur Fabrik gingen, wurden beschimpft und
ersucht, sie an der Au nahme der Arbeit zu hindern
die Polizei ging schließlich gegen die Menge vor, die m
zflastersteinen warf und nahm sieben Verhaftungen vor
* Solingen, 10 März. (Ausstand.) Die Waffen
irbeiter der Firma Weyersberg, Kirschbaum u. Co. sind
tachdem sich die Verhandiungen wegen Wicdereinstellunt
ꝛer vor mehreren Wochen entlassenen Schwertfeger zersch'a
gen haben, heute in den Ausstand getresen. Da sich, wi
nan annimmt, der Arbeitgeberverband mit der Firma so
idarisch erllären wird, ist zu erwarten, daß Aus perrun
en in größerem Maßstabe erfolgen werden, zumal da de
Industriearbeiterverband als solcher den Streik erklärt hat
*Karlsruhe, 10. März. Klauenseuche.) Da die
Naul⸗ und Klauenseuche in Frankreich in einem für den in
indischen Viehbestand bedrohlichen Umfang ausgebrochen
st, hat das Ministerium des Innern die im Novembei
or. Is. gestattete Einfuhr französischen Schlachtviehs nach
zaden vom 12. März an bis auf weiteres verboten. Iu
etonen ist hierbei wohl auch, daß die Seuche nach Baden
icht durch französisches Vieh, sondern nachweis ich aus
dorddeutschland eingeschleppt worden ist.
* Karlsruhe, 10. März. Gegen die Woh—
rungsnot.) Halbamtlich wird mitgeteilt, vaß aujf
zeranlassung des Ministers des Innern am 19. Maͤrz hier
ine Versamm ung behufs Gründung eines Landeswoh—
ungsvereins stattsinden wird, der nach Art der in Hessen
zayern und einigen Provinzen Preußens schon besiehen
en Vereine auf dem sozial so wichtigen Gebiete der Be
chaffung gesunder. schöner und preiswerter Wohnunger
uch für Minderbemittelte die Arbeit des Staates und de
jemeinden ergänzen soll.
*Mülhausen, 10. März. (EErfreuliche Er—
ass,e.) Wie die „Elsaß⸗Lothringische Gewerbezeitung'
aitteilt, haben auf Ersuchen der elsaß-lothringischen Sand
verkslammer das bischöfliche Ordinariat in Strabburg und
»as Direktorium der Kirche Augsburger Konfession in
hren Amtsblättern Erlasie veröffentlicht, in denen den
naßgebenden kirchlichen Behörden dringend empfohlen wird
u Fällen von Neubauten oder Reparaturen bei der Ver—
ebung von Arbeiten in erster Linie das solide Hand—
ver! zu berücksichtigen. Die beiden reichsländischen Kir—
henhehörden folgen hier einem Beispiel des erzbischöflichen
Irdinariats in Freibura i. B., das schon früher einen
aolchen Erlaß veröoͤffentlicht hat.
Vom twglichen Leben des Prin eNegenien Luit
»old entwirft der Münchener Professor Graf Du Mo lin
eckart ein anziehendes Bild in seiner Festschrafßt, die er
umnn 90. Geburtstage und zum 25jährigen Regierungsiu
tläum des greisen Fürsten erscheinen läßt. Während
en verstorhenen König Ludwig Sinn und Neigung, so
vie seine zunehmende Verstimmung in die Einsamken
rieben, und mehr und mehr seinem Volke entsremdeten
t der Regent von Ansang an so fehr aus seiner fürst
ichen Abgeschlossenheit herausgetreten, wie sonst kaum ein
Nonarch. TDie schweren Pflichten der Repräsentation ha
immerdar mit seltener Hingebung ausgeübt. Er hat
ets mit senem Volke gelebt und unter ihm. Seine Resi—
enz ward gewissermaßen zum gastfreiesten Hause der
„auptstadt. Stets versammeln sich Offiziere und Beamse
rünstler und Gelehrte an seiner Tafel und sinden sich dann
m Arbeitszimmer des Regenten zur anregenden Plauder.
nde zusammen, wo Prinz Luitpold den Mitelpuntt der
Anterhaltung bildet, sich über alles unterrichtet und gei—
tige Fühlung gewinnt mit weiten Kreisen. Herrscht so
im Hofe die angenehmste und intimste Gesel'igle't, so enn
altet sich bei den großen Hoffestlichlesten in den glänzen—
zen Räumen seiner Residenz ein fürstlich präch iges, und
och ungezwungenes Treiben. Majestätischen Prunk träg!
rzur Schau bei dem Feste des Ordens vom hl. Georg.
ei dem der imposante Großmeister jedes Jahr den neuen
Idensherren den Ritterschlag erteilt; voller Leutseligkett
ind Liebenswürdigkeit ist er bei der alljährlichen Reu—
hrscour gegen alle, die ihm gratulieren. Frei und un—
uffällig, sorglos und gütig hat er sich auch stets unter
einem Volke bewegt und sih die Liebe zu erhalten und
u bewahren gewußt, die ihm gleich bei seiner erfsten
dundreise durch das ganze Land nach Antritt der Regent—
haft aus allen Herzen zuflog. Ostmals fährt er in den
rllen Morgensumden nach dem Englischen Garten, wo
nan ihn früher so oft zu Fuß und zu Roß mitten unter
»en Spaziergängern sehen konnte. Dann sieigt er wohl
uts dem Wagen und tritt ans User, um die Schwäne zu
üttern, die ihn alsbald umringen. In dem schönen Nym—
henburg, seinem Lieblingsaufenthalt, ist er bei den
dchwänen nicht minder qut bekannt. Als echter Waid—
nann ist er überhaupt ein großer Freund der Tiere; so
hat er im Kleinhe'seloher See zahllose Enten verschieden⸗
ier und seltenster Art einsetzen lassen. Wenn er auf sei—
ien Spaziergängen während des Sommeraufenthal'es im
vebirge weldenden Kühen begegnet, geht er auf ste zu
ind streichelt sie, läßt sich auch wohl von einer Schatherde
mringen, der er dann Futter reicht. Alljährlich fähit er
wch zur Winterszeit nach Berchtesgaden, um dem idylli—
chen Bilde der aus den verschneiten Waldbergen hervor
retenden Rehe und Hirsche zuzuschauen, die zu ihren Fut
erstellen kLommen. Mit Nymphenburg ist Name und Ge—
lalt des Regenten aufs inniefste verknüpft; in dem alter
vundervollen Park, wo auf Schr'tt und Tritt ihn Erin
terungen an sein ruhmreiches Geschlecht grüßen, wander
r spazieren; an Sommerabenden nimmt er das Abend—
rot auf der Terasse der Badenburg ein, in einem engen
userwählten Kreise, zu dem Künstler und Professoren
„isweilen auch seine Minister gehören. Diese Genossen
einer stillen Stunden sind auch seine Gefährten beim Bad,
»as der immer rüstige Herr vom Frühling bis in den
herbst hinein in Nymphenburg zu nehmen pflegt. Die von
zugend auf gehegte Freude an Leibesübungen, zumal am
Schwimmen, hat er fich bis ins hohe Alter bewahrt. Wie
in Freund der Tiere, ist er auch ein Freund der Blumen.
er freut sich an der bluͤhenden Pracht seiner Treibhäuser,
md wenn der Schnee im Winter den Park bedeckt, dann
vandelt er still und simend durch den Wintergarten, wo
In die Blütenfülle der Orchideen, Kamelien und Azaleen
men ewigen Frühling entgegenträgt, den der Neunzigiäh—⸗
ge mit seinem ewig jungen Herzon wohl nachzufuͤhlen
mag...
Juwelendiebe. Im Reichskanzlerpalais auf der Wil—
elmstraße in Berlin wurde ein umfangreicher Juwelen⸗
ietgstahl entdeckt. Die Kriminalpolizei ift den Dieben u
de Spur.
ie Zwillingsschwestern in Haft. In Berlin wur
en Die bekannten zusammengewachsenen Zwillings'chwe
sern Blaczek durch zwei Ktriminalbeamte in ihrer Woh—
ung abgeholt und in das Untersuchungsgefängnis in
Noabit eingeliefert. Eigentlich sollte nur Rosa Blacze!
erhaftet werden, doch mußten wohl oder übel beide zu
ammen eingebracht werden. Es soll sich um Vertrags
ifferenzen mit einem auswärtigen Unternehmer handein
Selbstmord im Gefängnis. Der kürzlich wegen be
tügerischen Bankerotts zu 14 Jahren Gefängnis verur
eilte Kaukmann Herms in Potsdam, der wegen Haftun
aͤhigkeit vorläufig auf freiem Fuß belassen worden war
atte für Donnerstag Abend einen Fluchtversuch geplant
Er hatte sich Auswe spapiere verschafft, um nach Amerike
u entfliehen. Diese Vorbereituengen kamen aber zur Kennt
nis der Polizei, die daraufhin einen neuen Hafibefehl ge
en Herms erwirkte. Um 3 Uhr Nachmittags wurde die—
r in seiner Wohnung von neuem verhafier und inds
zotsdamer Untersuchungsgefängnis gebracht. Kurze Zeii
ach seiner Einlieferung ins Gesängnis hörten die Ge—
maniæxwärter naefsendo Gisfforufo 4us feiner dollst—⸗ 3.

anden Herms blutüberftrömt am Boden liegen. Er hat'e
ch die Keh'e durchschnitten und die Pulsadern gesffne
nd noh mehrere Stiche n die Herzaerend beigebracht &r
zurde in bewusstlosem Zustande ins Kransenhaus aebrach:.
Spieler⸗Affäre. Drei ita'ienische Gaurer, d'ie e ner
eernationalen Bande angebören, oper'erten in Paris
urch Spielertricks so erfolgreich, daß sie einem ihrer Op
er. dem Sohne des amerikanischen Großkauimauns Har
ber eine Viertelmillion abnahmen. Die Mu'ter des jum
en Menschen, der eine ehrenwörtliche Zahlungsverpilich
ung eingegangen war, erstattete Anzeige, worauf das OQle⸗
latt verhaftet wurde.
Ueberschwemmungen. Aus dem Wi'aset Adang wer—
en bedeutende Ueberschwemmungen infolce der Scknee
hmelze gemeldet. Eine Anzahl Häuser und eine Eisen—
ahnbrücke der Bagdadbabn sind zerstört. In Storowo in
karedonien vaete ein Erdbeben aroßken Schaden an
Die Pest. Ein 15jähriger Arbeiter einer Zurerfabrit
1Odessa wurde bei der ärztlichen Un ersuchung als pest
erdächtig beanstandet. Derselbe hat sich jedoch, bevor dic
zeftlommission zur Untersuchung des Kranten e'ntraf, ge
üchtet und konnte bisher nicht erm ttelt werden. — In
euta ist neuerdings ein Pestfall mit tödlichem Ausgange
enstatiert worden.
Pulverexplosion. Nach einem Telegramm aus Ques—
at Prairie (Amerika), sind fünf Magazine einer Pulver.
abrik mit einem Inhelt von 180 Tonnen Sprengstoffen
4 die Luft gefslogen. Die ganze Anlage, sowie meqere
undert Häuser sollen zerstört, sowie die Häuser in einem
imkreise von zehn Meilen beschädigt sein. Die Explofion
»urde hundert Meilen weit verspürt und verursachte n
en Theatern von Chicago und anderen Stedten untern
er Zuhörerschaft großen Schrecken. Es so'len mehrere
zerfonen getötet und 350 verletzt sein. Ter Schaden wirt
uf eine halbe Mill'on Dollars aeschästt.

Von der Luitöchiffahrt.
*»Patent-Prozesseder Brüder Wright
in dem Patent-Prozesse der Brüder Wright gegen die
anzösischen Aeroplan-Fabri anten erfolgie eine gecichilicht
zesichtigung der verschiedenen Flugapparate auf dem Aero
rom von Issy⸗-les⸗Moulineaux, zu der sich die Richter de
ritten Kammer des Pariser Zivilgerichts und die beider
eitigen Anwälte eingesunden hatten und die eine große
inzahl von Neug'erigen herbeilockte. Den letz'eren wurde
ie Gelegenheit geboten, völlig kostensrei eine Ausstellunc
on Aeroplanen a ler Mode le, angefangen von der „De
ioiseller von Santos Dumont bis zu dem neuesten Zwei
ecker Voisins, zu besuchen un d obendrein einem Schau—
sug der von den Brüdern Wright angefochtenen frauzö—
schen Aeroplane beizuwohnen. Zwischen hinein mengier
ch die lebhafien Auseinandersetzungen un er den Anwa—
n und Fabrikanten. Am aufmerksamsten zeigten sich aber
ie Gerichtspersonen, für die wahrscheinlich das Fliegen
uf Aeroplanen vollständig neu war. Sie halten das
erfönliche Erscheinen von WIl.ur Wright für notwendig
As Urteil wird also nochk eriee anf fich marten Ien

Neueste Nachrichten und Telegramme.
Berlin, 11. März. Das Reichs⸗Militärgericht hat
jestern im Falle des Adventisten Neumann des entscheidende
Wort gesprochen. Neumann hat sich seit seinem Dienstan⸗
ritt stets geweigert, am Samstag Dienst zu tun und wurde
eshalb vom“ Krieasgericht zu Gefängnisstrafe verurteilt
ie bis jetzt die Gesamtzahl von b Jahren und 6 Monaten
usmacht. Er' weigerte sich? auch noch* jeizt am Samstag
dienst zu tun. Das Reichsmilitärgericht hob leidiglich das
Arteil fo weit aus fremellen Gründen auf. Als der An⸗
eklaate zu* der entstehenden Strafe der Degradation ver—
rteilt worden ist. Nach diesem Spruch des Reichs-⸗Mili—
ärgericht ist also für Neumann keine Aussicht vorhanden
emals das Gefängnis zu verlassen.
Berlin, 10. März. Wied die? hiesige portugiesische Ge⸗
andschaft mitteilt, hat die'Kegierung in Lissabon beschlossen,
em abgesetzten Bischof von Oporto mit Rücksicht auf die
n den Kolonien gel isteten Dienste und seine persönlichen
charakter⸗Eigenschaften ein Ruhegehalt zu bewilligen. Die
segierung werde auch gegen die Priester, die sich durch ihr
berhalten zu den Gesetzen in Widerspruch aesetzt hätten,
Milbe walten lassen. Die Wahl für die National⸗Ver—⸗
ammluna soll gegen Cnde April stattfinden.
Beirut, 10* März. Nach einer au dffizieller Stelle
ingetroffenen? Nachricht fanden neuerdings Gefechte in
hemen statt. Die Aufständigen wurden auf Menahah mit
zroßen Verlusten zurückgeschlagen.
München, 11. März. In Berchtesgaden stiftete ein
ingenannter wohlhabender Spender für alle am 12. März
n München“ geborenen Kinder,“ gleich“?ob ehelich' oder un—⸗
helich, je ein Sparkassenbuch mit 100 Mark Einlage.
Straßburg, 11. Mer; Hier wurde gesternJeine Dame,
e fich auf der Straße - im Hosenrock⸗-Kostüm zeigte, vom
Loebel umringt und beläjsttgt.
Gießen,“ 11. März.“ Das Ergebnis der] gestrigen Sr⸗
atzwahl in Gießen ist: Werner (wirtschaftl. Vereinigung)
958, Beckmann? (Soz.). 7976,7 Korel? ortschrittliche; Volkszartei)
 5050 und Gisevius (nationalliberal) 2516 Stimmen.
xs ist also Stichwahl zwischen Werner und Beckmann not⸗
vendig. Im Jahre 1907 hatte der Reform⸗Parteiler in
er engerey Wahl mit 11343 Stimmen über den National⸗
iberalen“ Kliligenstadt, auf den 10 5171 entsiielen.? bei 80
/o Llo Wahlbeteiligung gesiegt.
Crefeld, 11. März. Hier erregt das plötzliche Ver⸗
chwinden des Kausmanns Johann Giomes, der sich auf
leberfahrt von New NVork nach Deuischland befand, grnßes
Aufsehen.“ Giomes? hatte sicham 21. Februar die Fahrt
in Boid des Dampfers „Bremen“ des Norddeutschen Lloyd
ingetreten, der am 4. März in Bremerhafen eintdaf.
viomes, der Teilhaber eines hiesigen Seiden⸗Aprateur⸗Ge⸗
chäfts, war seit einem Jahres von Deutschland abwesend
ind wollteßjetzt zu seinen Angehörigen nach Crefeld zurück—
ehren. In der Nacht vom 1. auf den 2. März ifi er
‚lötzlich von Seilli Island vom Dampier verschwunden.
der Kapitän siellie sofort Nachforschunaen an. die aber
rfolalos blieben.
Hamburq, 10 März. Auf dem Neubau der Vulkan⸗
WVerst in Hamburg brach heute früh bei der Crrichtung
ines 200 Tonnen-Tragkrahnes eine Stellage. Samtliche
eute wurden niedergerissin. Ein Mann war sosort tot
wei wurden sterbend ins Krankenhauä gebracht. Die üb—
igen kamen mit leichteren Verletzungen, davon.
Stockholm, 10. März. Ein blutiges Liebesdrama
hielte sichssin der vergangenen Nacht in einem hiesigen
hotel ab, in dem ein junges Paar abgestiegen war, das
ich unter falschem Namen als ein Handlungsreisender und
—„chwester ins Fremdenbuch eingetragenZ hatten. Um7 18
ihr hörte man aus dem Zimmer gellende Hilferufe. Der
inzageeilte Portier fand den jungen Mann tot im Bett
or, während das jungen Mädchen schwer verletzt, den
kevovler noch in der Hand, auf dem Sofa saß. Das
Mäbdchen dürfte am Leben erhalten werden. Das Liebes⸗
»aar hatten beschlossen, in den Tod zu gehen, weil sich die
zltern ihrer Verbindung widersetzten. Vorher hatten sie
m einer Stockholmer, Zeituna in einer Annonee ihre Ner⸗
obung angezeigt.
Kopenhagen,“ 10. März. Die Verhaftungen in einer
aittlichkeits⸗Affäre haben unter den Personen, die in die
ingelegenheit verwickelt sind, große Bestürzung hervorge⸗
ken Gin⸗e NMzahl von ihnen Tüchteten Konf üher Hale

in Ausland. Heute früh sollten b wer
orgenommen werden. Als die Kriminalb
den Wohnungen der Betreffenden einfanden,
zer Bescheid zuteil, daß auch fie wahrscheinl
Jeflüchtet find. Die Verhandlung wird vo
roßer Verschwiegenheit behandelt. Auch sin
»er in der Affär verwickelten Personen noch
Pdan glaubt, daß sich unter ihnen auch bi—
befinden.
Paris, 11.87März.“ „Paris Journa
Rom: Der König von Griechenland wird
zjährliche Reise zum Kurgebrauch nach Aixle
nehmen. Bei dieser Gelegenheit wird er
Lorfu sowie den König Viktor Emanuel in
Leniselos wird den König auf seiner Reise
derseiben Zeit wird ein griechisches Geschwade
schen Hafen besuchen.
Paris,11 März. „Matin“ berichtet de
die Polizei in einer Bar bb Verhaftungen v
Anzahl der Verhafteten sind Deutsche, welche
atten? sich bei der Polizei pflichtgemäß danz
»en Verhaftungen sind 23 aufrecht erhalten.
LBerhafteten befindet sich im Besitz zahlreict
üͤber deren Herkunft er keine befriedigende
nachen konnte.
Lendon, 10. März. Sir Eduard Grey
des Ruswärtigen, wurde gestern von dem
Abgeordneten Landsdown uͤber die Marok
pelliert. Der Minister erklärte, daß er
Nachricht über die angeblich in Marokko
Unruhen erhalten habe. Ebensowenig könn
ob eine engliche Post beraubt worden fei,
oder verneinendem Sinne beantworten.
Newyork, 10. März. In Plessant Prai
Wisconsin ist eine Pulverfabrik in die Luft ge
Person wurde getötet, mehrere schwer verletz
den ist sehrz groß. — Weiter wird berichk
vurde gestern von einer ähnlichen Katastroph
Newyork heimgesucht. In den Vorort Que.
Staat Wisconfin, explodierten in einer Pulr
konnen Sprengstoff. Bis jetzt sind 40 7
vorden. Die Erschütterung wurde in einem
50 Meilen wahrgenommen. Viele Häuser
reise von 10 Meilen wurden beschadigt. *
fensterscheiben sind in Chicago durch den
rümmert worden. Die Bevölkerung wure
Panik erfaßt, weil man eine Erdbebenkatastri
2 Die Seismographen wurden heftig ersa
Nizza, 10. März. Ciner der angesehen
hon Mizza, der 60jährige Ferdinand Grossf
der ihm gehörigen Villa Vaynaud erschossen.
brasilianischer Konsul und Mitglied mehrer Se
erdangeblich erhebliche Verluste erlitten hat.
Derlin, 10. Uarz. Dem ieichstag ist
vurs über Abänderung des 8 15 des Zo1
e zes zugegangen, in dem d'ie Aufsspescherr
rägen der Nahrungsmittelzoͤlle zum Zwecle
md Laisenversicherung vorgesehen war.
Liffabon, 11. März. Die Wahlen zur
ralversammlunng sollen gegen Ende
nden in
Buenos⸗Aires, 11. März. Den Blät—
verttet sich die umftürzlerische Bewegung in Pa
HDie Nevolutionäre haben sich einiger Dörfer
un einem verlustreichen schweren Gefech
ndeb bpon den Neqierungstrupypen aeichlanen.

Bekanntmachunq
der Köniql. Polizeidirektio
Nachdem im Stradtkreise Saarbrücken der
Maul- und Klauenseuchenzgamtsärgtlich festgestellt
wird derselbe mit Rückficht auf die z. Zt. bestehe
Befahr der Verbreitung dieser Seuche bis auf
Brund der 88 18 bis 29 und 444 des Rreichs
reffend die Abwehr und Unterdrückung von
pom 23. Juli 1880 und 1. Mai 1894, sowiend
des Herrn Ministers für Landwirtschaft, Do
forsten vom 13. November 1906 J. G. 1070
Lerfügung des Herrn Regierungspräsidenten zu
26. Januar 18911 1. G. 633 unter polizeilicher
gestellt.
Es werden folgende Maßregeln angeordnet
1. Die Viehmärkte im Beobachtungsgehie
hoten.
2. Der Auftrieb von Klauenvieh aus dem Re—
gebiet auf Märkte ist verboten.
3. Der Durchtrieb von Klauenvieh durch d⸗
ungsgebiet ist verboten.
4. Das Treiben von Klauenvieh auf öffentli—
und Wegen ist verboten.
5. Die Aussuhr von Klauenvieh ist nur *
vieh gestattet.
Die ortspolizeiliche Genehmigung wird hie
wenn auf Grund seiner Untersuchung die Ser
des Bestandes durch eine kreistierärztliche] B
die nur 24 Stunden Geltung, hat,s nachgewiesen
6. Die Sammelmolkereien dürfen Magermil
nilch und Molken nur nach Abkochen abgeben.
lochung ist eine viertelstündiae Erhbinunge non
cechnen.
7. Das Verfüttern von Milch und Molker
an das Vieh der Molkereinhaber ist nur unter
Bedingung gestattet.
Zuwiderhandlungen gegen die Anordnung
ofern nicht nach anderen gesetzlichen Bestimm
Ibhere Strafe verwirkt ist, gemäß 88 66 u
Reichs⸗Biehseuchen⸗Gesetzes bis zu 150 Mark
estraft. Diese Anordnung tritt sofort in Krof
zaarbrücken, den 8.7März 1911.
Kgl. Polizeidir⸗
J. A. gez. Schl⸗
Vorstehendes wird hiermit zur öffentliche
gebracht.
Dudweiler, den 8. März 1911.
Die Polizeiverwo
Der Bürgerm⸗
Evangelischer Gottesdienst.
Reminiscere den 12. März 1911.
sollekte für die Evang, Gesellschaft für die vr
Deutschen in Amerika.
Dudweiler:
8.30 Uhr Pfarrer, Trommershausen.
10. — Uhr Pfarrer Schmidt.
Herrenlobr:
9.30 Uhr.
nan Ubr. Ehriffenlzt
            
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