zaften (48 Proz.) Elsässer und Lothringer und 1440
ann sonftige deutsche Reichssangehörige. Das zweit—⸗
rötzte Kontingent bilden mit 960 Mann (8 Proz.) die
Ichweizer. Es folgen dann Belgier 340 Mann (7 Proz.).
raugzosen 600 (5 Proz.), Spanier und Italiener mit ie
geichen Zahl, Oesterreicher 480 Mann (4 Proz.), Hol⸗
tder 480 Mann und endlich Engländer, Russen, Griechen,
atden uiw. Gusammen 600 Mann (5 Vroa.).
Reueste Peldungen.
Rdöln, 7. März. Die weltfälische ZFentrumspar,
e i beruft auf Sonntag, den 26. d. M. nach Dortmund
ineun Provinzialparteitag. Die Verhandlun⸗
jJen werden vertraulich geführt. Eine öffentliche Versaͤmm⸗
ung wird sich anschließen. Wie verlautet, wird die Parten
ur Frage der Stichwahlen Stellung nehmen, mns—
zesondere dazu, ob es möglich ist, eventuel die Na ionai—
tberalen in der Stichwahl zu unterstütsen.
VPosen, 7. März. Wie der „Kuryer Poznanski“ er—
ehrt. hat der Papst die Kirchenadministra oren der Din⸗
sfen Gnesen und Posen ermächtigt, die Geistlischen,
zie sich in der Leitung von Genossenschaften betät gen, von
»em Verbst dieser Beschäftigung auf zwei Jahre zu dis
ensteren.
Wien, 7. März. Prinz Leopold und die Prin—
efstu Gisela von Bayern mit ihren Söhnen, den Prinzen
7. und Konrad, sind von ihrer Afrikareihe übver
krieß hier eingetroffen. Sie haben sich vom Bahnhof nach
nchsubrunn begeben, wo sie dem Kaiser einen Besuch ab—
n⸗en. Sie werden in Wien einen dreitögigen Aufente
und sodann die Heimreise nach Muünchen an—
VParis, 7. März. In der Kammer will der konser
makve Depusir te Deahaye über die Zusgunenh urg de—
—enren Ministerrums mterpe lieren, das ang.gid
aetgrzen allem versassungsmähigen Georauch der Minder—
eei des Parlsaments eutnommen worcen ei.
Paris, 7. März Der kon etuat ve Sera or Guldiar
de Villaun frndigte an, er werde den Minister dee«
leußeren, Cruppi, über die vͤn den tcher Seit
cyobene Forderung interpel ieren, daß die Frage der
zremdenlegron dem Haager Schiedsge,
ischn zu unterbreten sei. Seiner Anlcht nach sei es mü
arnatjonalen Würde Frankreichs unvereinvar, einer sol⸗
zen Aufforderung nachzukommen
Aus West⸗ und Süd⸗Deutschland.
Köln, 6. Marz. Mie Enthüllung des Tau
ehers.) Am Eingang des Rheinhafens wurde durd
Iberbürgermeister Wailraf die Enthüllung des Tauzieher⸗
oltzogen. Das Bildwerk war auf der Ausstellung Nöl
er Kunstler im Jahre 1908 ausgestellt. Kölner Kunst
reunde veranstalteten eine Sammlung, um den Tauziehe
on Nitkolaus Friedrich Charlottenburg, einem geborener
rölner, für die Stadt Köln zu sichern. Der gesammelt
zetrag reichte jedoch zur Deckung der Kosten nicht aus un?
o bewilligte die Stad verordneten-Versammlung nod
o 000 Mark. Es ist ein mon mentales Standbild, ein
kraftgestalt, die die Arbett versinnbildlichen soll. Das
dentmal ist im Sockel 626 Meter hoch und aus Muschel
allftein hergestellt. Auf dem hiffbelebten Rhein konim
Z3 vor allem durch ihre Silhounettenwirtung zur Geltung
* Aachen, 6. März. (Schwerer Einbruchs—
iebstahl.) Mittels Einbruchs wurde aus dem hiesi—
zen Goldwarengeschäft von Peter Luecker für rund 10 006
Nart goldene und silberne Uhren. Ketten, Ringe und son
ige Schmucksachen entwendet.
Muünster (Wesifa en), 6. März. GBischsit Din⸗
eUstad 7.) Bischot Hermann Dingelstad ist heute Vor
u tag im Aller von 76 Jahren gestorven. Bischof Dr
e Mmann Dinzelstad, geboren am 2. März 1835 zu Bracht
nistammte einer Bauernkfamilie. Sermne Vorbitdung er—
i erein der Anstalt zu Gaesdonck bei Goch derselber
Unstalt an der er zpäter als Lehrer tätg war; hier und
päter in Vechta wirite er als Erzieber der Jugend zu—
ammen 30 Jahzre. Seine Stad en absoivierte er an ver
amaigen Atademie zu Münster. Seine Wahl zum Biicho
zon Münster erfolgte am 15. Arg isi 1880. Schon dei
amiger Zeit plagten ihn schwere Leiden.
m'Aus der Gisel, 5. März. (En ud ecktes Rö—
nergrab.) Auf einem Acker bei Wallersheim wurde
ine vömische Brand-Grabstätte aufgedeckt. Bis jetzt wur—
en vier Brandgräber gesunden. Die Gefäße fielen veim
dinste len auf die Erde auseinander. Die Ausgrabungen
verden fortge etzt.
* Hanau, 6. März. (Kampfemiit Wilderern)
zun Bruchköbeler Wald kam es zu einem blutigen Zu
ammenstoß zwischen dem landgruͤflichen Jagdauiseher We⸗
er aus Briuchtöbel und einem Wi derer, wobei die er. der
jährige Spengler Julius Hau aus Hanau, durch einen
zchuß des Jagdauffehers bedenklich verlezt wurde. Als
er Jagdauffeher den Wilderer im Dickicht entdeckte, legte
dielser das Gewehr guf den Jagdauffeher an, worauf d'e⸗
er ebenfalls seine Waife hochrißz und schoß. Der Wilde⸗
ser schrie auf und ergeef die Flucht. brach aber in der
NRähe der Stadt zusammen Von Palsanten wurde er in
as Landkransenhaus gebracht. Der Sckuß war ihm in
die rechte Körper'e'te und in den Arm gebrungen.
* Bamberg, 6. Marz (Drei Kinder erstickt.)
ßei einem ausae rochenen Zimmerbrand in einer Man—
; — —E
FDewat mcht mehr halb bemeistertes, dunipfes Weh,
das sie erfüllte, nein, jetzt war es klarer, voll bewußter,
schneidender Schmerz.
Teises Slöhnen klang unter ihren Händen hervor.
Entweder betrügt er mich oder Sie —“
Ihr hatte er gesagt, daß er nach Hamburg ginge, und
on dem Oberst hatte er Urlaub nach Berlin genommen.
vie sollte sie sich's erklären?
Achi Sie glaubte eher, daß er sie, als den Regiments—
ommaudenr betrogen habe. In Berlin war jenes Mäd—
hen, seine einzige Liebe, seine eingzige, wahre Liebe!“
Was mochte der Oberst glauhen, als er ihr seinen
Schuh anbot, sein Haus, wenn sie Menschen brauche zu Rat
ind Hilfe. Dachte er, daß sie wohl in die Lage kommen
vnne, so grenzenlos verlassen zu sein? — —
Friedrich hatte den Teetisch abgeräumt, und sie hatte
hm desohlen, die Lampen zu löschen. Er könne zur Ruhe
Jehen, sie habe noch zu schreiben.
Jehzt saß sie in der Stille allein und grübelte: Die an—
deren Jimmer waren dunkel, nur hier, wo sie saß, flackerte
unruhig das Licht neben der niedrigen, grünen Arbeits
sampe, die Friderich vorsorglich neben sie auf den Schreib⸗
iisch gestellt hatte.
Eine namenlose Angst schnürte Elvas Herz zusammen
venn fie bedachie, daß morgen vielleicht keine Antwort au
hie Depesche kam. Was dann?, — Ihr Denken stockte hiern
mmer wieder, und schaudernd barg sie die Stirn wieder
en Sänden. Da — was war das? —
Sie schrak zusammen. Ein seltsamer Ton hatte ihr Ohr
retroffen. Es war, als ginge die vordere Haustür. Von den
I hatte dort memand durchzugehen. Sie benutzten
se Seilemür und waren wohl schon zur Ruhe. Es war ell
Ahr vorbei.
Ein frauenhafter Gedanke durchzuckte ihr Gehirn. —
Bendelin
Horch — Schritte. Sie hatte sich erhoben und, wollt
hnen entgegen oder fliehen — die Tuͤr im Salon ging auf.
Hit großen Augen starrte sie ins Dunkle.
Clemens!“
Sa, es war ihr Gatte. Aber — sie meinte ihn kaum
erkennen; er sah sehr elend aus. Blaß und hohläugig,
n nachläfsigem Zivil.
7blieb stehen. Nebercu
„e sich starr in
namenloser Erlei«
UAn mochte alles kom
den
rn. Ein
Erx war
zr war da
iulaAte
—
arvenwohnung fanden die eindringenden Hausbewohne
die Sanhätskolonre drei Kinder im Aster von 1 bis
4. Jahren in dem re sschlossenen, mit dickem Rauch ge⸗
ütsten Zimmer erstickt vor. Zwei davon waren Pslegekin⸗
er Das äültoesse Kind hatte am Ofen Wäsche trochnen
‚olten und war dabei dem Feuer zu nahe gekommen
*Negeunsburag, 6. März. (Siebes⸗Afif äre) Ge⸗
ern Mittag ershoß der Garnereibesitzerssohn G. Strau⸗
inger auf offener Straße aus Eitersucht se'ne Braut. ein⸗
uhlenbesitzers?och er, beide aus der Umgebung von Ne⸗
ensburg. Der Täter eilte darn an die Donau und er—
hoß sich dort ebenfalls. Das Mädchen starb kurz darauf,
er Mörder war sofort tot
Aus aller Welt.
Zur Kronprinzenreise. Der Kronprinz ist an Bors
er Arabia“ in Pott Said eingetroffen. Die Ueberfahr!
bar vom besten Weiter begünstigt. Bei fFener Ankunfi
burde er von dem Gouverneur namens des Khediven und
om deutschen Gesandten Grafen v. Hatzfeldt⸗Wildenbure
egrüßt und begab sich im Sonderzuge nach Kairo, wo «
nit der Kronprenzessin zusammentrifst.
Der Kampf gegen die Schmutzbilder. Die zur Be
ampfung des Schmuͤtzes in Wort und Bild bestimmt
Sonderavteisung des Berliner Polizeipräsid ums hat bis
eht 80 000 Postkarien beschlagnahmt. Es haudelt sich meis
um Reproduktionen von Bildern aus dem Pariser „Salon“,
die auch in anderen Städten be'chlganahmt worden sind.
Ein Zwischenfall. Eine peinliche Szene, die offen—
zar von einem Geisfteskransen hervorgerufen wurde, ereig
tete sich in Berlin in der alten Garnisonslirche in der
Neuen Friedrichstrake. Dort warf der irubere Oberfeuerverker
jsetzt ftäd ischer Hilssarbe ter, Franz Lukat von der
inken Empore einen Brief nach der kaiserlichen Loge ver
b, in der sich die Kaiserin befand. Der Brief fiel vor
em großen Aliar nieder und wurde spüter dem dienstha⸗
enden Kammerherrn übergeben. Lukat wurde verha'tet
nd zur Wache geführt. Er hatte während des Gottes—
ienstes den Anfang des Brieses laut vorgelesen De.
Nann ist anscheinend geistesgestört und macht den Eindru!
mes Schwindsüchtigen.
Selbitmord. Aus Berlin wird berichtet: Sonntag
dorgen erschien der 50 Jahre alte Tischler Otio Lehy⸗
iann, den feine Frau vor einiger Zeit verlassen hatte, n
zren Wohnung und bat, ihn wieder aufzunehmen. Tie
rau weigerte sich aber. Der Mann enterne sich dann
id kam gegen Mittag zum zweiten Mal wieder. Als die
rau auch jetzt wieder sich ablehnend verbielt, zog Leh
ann einen Revolver und feuerte einen Schuß auf lei
zrau ab, der aber —
us dem Fenster der Woznung un⸗ war sofort tot.
Die Leiche Gütlers. Der Damvfer des No ddeut
chen Lloyds „Bülow“ ist am Mon ag morgen mit der
deiche des in Hongkong veistorbenen Chefs des Kreuzer⸗
eschwaders, Kontreadmiral Gühler, in Hamburg einge⸗
toffen
sederch elektrischen Strom getötet. In Stokti im
reite Meseritz tamen der Gastwiri Baranowski und veh
r Hödle einer e ettrischen Leitung zu nahe und wurden
fori getötet.
Brnand reist. Wie der „Matin“ aus Marseille uen
et. ist der Schiffseigentümer Gilda aus Cetta durch ein
elegaramm aufgesordert —E
ner längeren Kreuzsahrt auf dem Mittelmeer bereit zu
aAlten. An Bord dießer Jacht gedenkt sich der frühere Viu
istecpräsident einzuschiffen. Die Jacht wird dieser Tage
ach Marseille abgehen. um dort Briand an Bord Ivb
ehmen.
Eisenbahnunglück. Auf dem Pariser Nordbahnhol
reignete sich ein schwerer Unsaul. Der aus Köln eingetros.
ne“ Schnellzug fuhr mit solcher Heftigeit ein, daß die
dlomo ive den Prellbock umriß und in ein neben dem
— eindrang. Ein Beam
rugeriet unter die ——
tzungen, daß er bald darauf starb. Zwei andere Bahn—
agesiellte, sowie einige Re'sende wurden mehr oder min
er schwer verletzt. Ausländer befinden sich unter den Ver—
unde en nicht.
VBarietee-Skandal. Aus Paris wird berichtet: Inr
em Varietee-Theater „Casino de Paris“ ereignete sich er
tandal. Se't 14 Tagen hatien die auftrelenden Künstlen
ud das Personal keine Gage mehr echalten. Am Sonn
g wurde nun das Programm auf lüngere Zeit unter⸗
rochen und schließlich mitgeteilt, daß die Künftler in der
lusftand getreten seien. Diese Ankuͤndigung verursachit
inen großen Tumult. Das ganze Mobiliar wurde zer
ümmert und schließ ich die Rückzahlung des Eintrittsgeb
28 verlangt. Schließlich wurde das elektrische Licht aus⸗
edreht und der Saal mußte im Finstern geräumt werden
Don Jaimes taubstumm? Aus Madrid wird be
chtet: Infolge der vor einigen Tagen erfolgten Berufung
des vekannten schweizerischen Professors an das Kranken
ger des Prinzen Don Jaimes, des Sohnes des Königa
fons. geht jett in dortigen Hofkreisen ein Gerücht, das
roße Erregung verursacht. Die Berufung des Freiburgen
rofetffors. soll deswegen erfolgt sein, weil der Sohn deg
önias taubstumm sein soll.
Feuersbrunst. Nach einer Depesche des New⸗Yor
erald aus Minneapolis ist ein ganzes, faft ausnahmslo⸗
on kleinen Händlern Lewohntes Stadtviertel abgebrannt
er Schaden wird auf ungefähr 5 Millionen Dollar ge
hät
„Du hast mich erwartet?“ fragte er ohne Grußz
/ Ich war durch Zufall noch wach. Ich ahnte nicht —
vo kommst du her?“
„Von der Bahn, — Zu Fuß.“
Was ist geschehen? Was tatest du? Vo warst du?
dy Oberst war heute abend hier. Er wollte von mir
vissen —“
Wo ich war. Das dachte ich mir.“
UÜnsagbar war, ihr Erstaunen, aber die Erleichterung
zlieb bei seinem ruhigen, gleichgültigen Ton.
Er war außer sich.“
Sehr begreiflich.“
—e meinte, daß du entweder ihn oder mich betrügen
o *
„Ach Unsinn! Glaubtest du das? Warum sollte ich
enn dich betrügen? Mit was denn? Ich habe dir eben ge⸗
agt, daß ich nach Hamburg reiste, weil ich dich nicht beun⸗
uhigen wollte.“
Das verfiehe ich aber doch nicht ganz.“
Nicht?“ Er lachte leise und ging nach dem Eßzimmer,
as Licht vom Schreibtisch nehmend,
Dann kehrte er mit der Kognakflasche und einem Glase
vieder zurück.
Jqh hole dir Selterwasser.“ Sie eilte davon.
Als sie piederkam, jaß er auf einem der Sessel aw
disch die Beine weit von sich gefireckt. das Kinn auf dit
Iruft gesenkt. Mit trübem Auge sah er auf und ihr zu, wit
e ihm die beliebte Mischung zurechtmachte.
Elva — du dist meine Frau — und ich traue dir eir
anz Teil Seelenstärke zu. Du wirst sie brauchen. Wit
zaben schwere Verluste gehabt. Dein Vermögen ist sehr, bis
uuf einen geringen Zeil zusammengeschmolzen.“
Wie ist das zu. jangen?“ fragte sie nach einer bange
vause, ohne ihm einen oesonderen Schrec zu zeigen. Es
am ihr immer noch vor, als habe sie anderes, viel Schlim⸗
neres, Schwereres, erwarten müssen.
sünglück. Ich habe große Summen gebraucht — mil
em Rennstall. Ueberhaupt! Ich kann kein Geld festhalten
es rollt — rollt —“
Fr sprach so dumpf, so müde, so unheimlich kaltblütig.
Aber — ich hatte ein großes Vermögen, Clemens.“
*t so groß, wie ich erwartet hatte.“
w vattest — nun ja, natürlichl!“ Die Röte war
ich rgen.
jer r. alle denkbare Weise versucht, verlorene
aun wiederzugewinner
Oungersnot. Wie der „Daily Mail“ telegraphier
bird ifn die Hungersnot in Anhoi (China) und besonder
nder Provinz Kwang groß und furxchtbarer als selbj
ndem schrecklichen Jahre 1907. Die Bevölkerung wander
nassenhaft nach dem Süden ab. 2000 Auswanderer sim
reits im Hafen von Schanghbai eingetroffen.
Berichtszeitung.
Proze; Meyer⸗Kwilecki. Aus Posen wird bexrich
et; In dem Rechtsstreit der Stationsaufseherssrau Wi
elmine Meyer gegen den Grafen Kwileckt wegen Her
usgabe des kleinen Grafen Josef Kwilecki, der jetzt vi
Perlerlia des Breslauer Magdalenen⸗Gymnasiums bo
ucht, soll die Verhandlung vor dem Reichsgericht, di
chon zum 28. Februar angeseßt war, erft im Mai statt
nden.
J Verurteilter Landesverräter. Das Oberkr eg8uc
icht in WilhelmsShaven verurteilte den Oberma
tosen Jatob wegen Landesverrats zu 12 Jahren Zucht
aus. die erfte Instanz hatte auf 6 Jahre Zuchthaus er
annt.
S Der Prozehz Bock. Die Beweis aufnahme im Pro
eß gegen den Rektor Bosck wurde am Montag fortge
eht. Bock bestreitet, sämtliche Bekundungen der Belast
ngszeugen ebenso leugnet der Lehrer Knoͤsel, gesetzwidrig
andiungen begangen zu haben. —
2
Von der Luftschiffahrt. —
2gerstörter Ballon. Der Baillon Nordsee
es Offizier⸗Lufischiffer-Vereins in Wilhelmsyaver
eriet vor seinem Aufftieg nach der Füllung von der Bau
er Gasanftalt in die Stacheldraht Einfassung der Gaso
teter und wurde vollständig zerrissen.
*Vom Thüringer Ueberlandflug. Refe
endar Kaspar slog Montag früh 84 Uhr mit seinem Die
rich Rumbler⸗Eindecker „Taube“ zu einem Probeslug auf
Nach wenigen Minuten mußte er inolge böiger Wind
nedergehen, der Apparat überschlug sich hierder und Reie
tendar Kaspar erlin am Kinn einige Hautabschürfungen
Das Gestell des Flugzeugs wurde veschädigt. Kaspar wil
die Rückreise per Bahn antreten.
*2Der Rundflug durch Sachsen. Für der
Tundflug durch Sachsen sind allein in Chemnitz 106 350
Nart gezeichnet worden.
*KRoch gut abgelaufen. Der Ballon Alba
ros“, geführt von Guido Piacenza, der in Turin zu eine
rreifabtt aufgest'egen war, stürzte bei Stupiguy nm
er Umgebung von Turin aus einer Höhe von 1900 Me
er ab, fiel aber alücklicherweise auf Bäume. Die sech
msassen wurden schwer, doch nicht lebensgefährlich verlett
*»Ein kähner Flug. Der französische Militär
viatiker Leutnant Bague ist von Niz za nach du
insel Gorjona am Kap von Livorno, das 210 Kilomete
ader Luftlinie entfernt liegt, mit einem Bleriot-Eindecle
eflogen. Er irrte lange vor der Landung auf dem Meer«
mher. Bei der Landung auf dem schlechten Terrain zer
rach der Apparat, jedoch blieb der kühne Flieger unver
tzt. In Paris rief die Nachricht von der lühnen Luit
eise großes Aufsehen hervor. Kricgsminister Berteaut
rach sich sehr anerkennend über die Leistung aus, umso⸗
ehr, als sie nicht von ein der hervorragenden Piloten
er franz ösischen Armee, Xen von einem Neuling vollacht
wurde. Leutnant Bague, der der algerischen Jäger⸗
wphe angehört, erwarb sich erst vor kurzem das Piloienplom.
Landwirtschaftliches.
— Für die Frühjahrsarbeiten. Fur den Begim
der Fruhjahrsarbeiren auf dem Felde läßt sich natürlich
eine nestimmte Zen augeben. Außer der Witterung häng
S sehr davon abv, ob man es mit Sandboden, den mar
inler Umständen ja auch im Winter bearbeiten kann, ooe
nit schwerem Boden zu tun hat. Einen solchen Bodern
olite man, wenn immer möglich, im Herbst pflügen. da
nit der Frost die Schorlen zersprengen und den Boden
ockern kann. Muß das Pilügen aber doch im Frühjahn
seschehen, so ist es hier besonders nicht gleichgültig, in
helcher Zeit es vorgenommen wird. Wird im Frühjahr
tonboden in ftark feuchtem Zustande gepflügt, so entsteher
einharte Schollen, die sich nachher durch keine Ackergerau
iehr gehörig zerkleinern lassen und dem Gedeihen der
zFflanzen hinderlich sind. Den richtigen Feuchtigkeitszustan
um Pflügen erkennt man daran, daß die Erde, wenn mar
e ballt, Risse bekommt; bildet sie einen zähen Teig, so
st es zu naß zum Pflügen. Jedenfalls vermeide man
ine allzufrühe Bestelrung, trachte vielmehr danach, die es⸗
en guünstigen Tage im Frühjahr zur raschen Förderung
er Vorarbeiten auszunuhen, damit bei Eintritt der gün—
igsten Jahreszeit die Bestellungsarbeiren raich und ohne
luterbrechurg vorgenommen, auch rechtzeitig beerdet wes—
en können. Bezüglich der Wahl des Saatgutes ist zu be—
jerken. daß nur solches besserer Güte verwendet werden
All. Es ist hierbei weniger darauf zu sehen, daß der Sa—
zen schönes Ausfehen hat, vielmehr soll grumdsätzlich stets
ur jene Sorte angebant werden, welche sich in sorgfältigft
nternommenen Anbaurc suchen den anderen überlegen er⸗
sies. Ein Beizen der Samen gegen Brand soll keines⸗
Lippen.
ünd hast verloren und —“
Richt immer, Aber dann wurde ich kühner, und dann
am ich ins Unçglück. Dann kam Rötel — weißt du — der
Freund Wendelins.“
FJa — ja — sprich doch rascher — quäl' mich nicht.“
Der hat auch schuld. Er konnte zwar nichts dafür, er
st seibst furchtbar gestürzt, er beteiligte mich da, im guten
Hlauben an Riesensummen, im Hãuserschwindel.“
Herr Gott im Himmel!“
Er war dann wieder sehr koulant, sehr gefällig gegen
nich — in Geldbeziehunegn.“
„Schulden?“ hauchte sie. „Schulden? Schon jetzt? Und
nein ganzes Geld?e
„Rein, nicht dein ganzes Geld, allenfalls zu leben haben
wir noch.“
O Clemens! Allenfalls zu leben! Wie willst du das
nachen, du! Ich könnte es ja, ich habe ja früher kein Geld
gehabt, aber du!“
Jetzt kam die Todesangst um ihn. Ihn verlieren gu
nüssen! Jetzt war dennoch das Schlimmste da.
Dann ist ja auch noch das Kapital da, welches du der
Herlewitz festlegtest.“
Das ronnen wir nicht angreifen.“
Werden doch müssen.“
Es ist auch nur klein.“
Besser als nichts.“
Sie war aufgestanden und ging bald hier⸗, bald dort⸗
zin. Unsäglich war die dumpfe Pein, die völlige Ratlosig⸗
eit, die über sie gekommen.
er jaß da und in seinem Gesicht lag eine sonderbare
tarre Ruhe. — Solch eine Ruhe, als sei er längst fertig mit
einen Entschlüssen und habe nur noch seine Frau über alles
ns klare zu setzen.
Wo warst du jetzt?“ fragte sie — mit ihren Gedanken
ald hier⸗, bald derion springend.
In Monaco. arssen meinte, es sei dies die einzige
Nöglichkeit, einen großen Schlag zu tun. Er gab mir, was
enbehren konnte — ist selbst ziemlich abgebrannt.“
Und?“ drängte sie,
Zin — alles hin.“
Zu warst dort? In der kurzen Zeit?“
. Ich fuhr gleice unnAuf dem Rückwege — in
id furt — da so er bemerkte mich
uch, und nun wu r laufen würde.
m Kaiserhof ga Aonen. Insoweit
auchst du nicht in ä st keine —2
der Oberst bat Ate nuck elegraphiern
eis versäumt' werden, wogegen“ wir davon abraten, der
ee er der Saat anteimen zu lassen. Angekeimte obei
zu fiark angequellte Samen können zwar unter beson·
ers günjstigen Verhältnissen einen nicht unbedeutenden
Forsprung gepinnen, doch kann es bei troclenem Werten
Azuleicht vorlommen, daß solcher Samen im Boden ver—
nalzt und zugrunde cçeht und man eine löckenhafte, umn
ollftändige Saat erhätt. Das Saatguu ist möglichft gleich
näßig tief unerzubriugen, da nur hierdurch ein gleich
aßiges Auflaufen der Saat gewährleistet wird. Der Drill
at soll daher jederzert der Vorzug gegeben werden, unt
bo nach der Drillmasch'ne der Samen nicht vollkommer
leichmäßig untergebracht erscheint, muß mit der Egge nod
achgeholfen werden. Bei den als Ueberfrucht zu bauen
en Saalen erscheint es meist vorteilhaft, die Drillreihe
was weiter zu sitellen. damit der eingesäete Klee leine
Rangel an Luft und Licht leide, und das hier besonder.
mangenehme Lagern des Getreides möglichst verhinder
berde. Auch bei der Einsaat der Kleesamen würden wi
er Dritlmaschine den Vorzug geben, dieselbe hlerbei que
der zumindest schief über die Reihen der vorher gesäten
qutzfrucht laufen lassen. Vor alien Dingen sollle 2e
Andwirt danach twrachten. daß er allen seinen Früchten
nen möglichft guten Standort anweise, und jede unge
ügende Bestellung vermeide. Die guten Erträge der iui
ymweres Geld erkauiten fjremden Saatware sprechen e—
us, daß jede Frucht fir eine gute Pflege dankbar ist. Mar
rinnere fich des Umstandes, daß wir auf jeden Helia
randes eine bestimmte Fruchtmenge bauen müssen, ehe wi
ie eigenen Unkosten gedeckt haben, und daß wir erst vor
em darüber hinausgehenden Ertrage einen Nußen zu er
varien haben. Man verielle also seine wirtschasftlichen
kräfte, Dünger und Arbeit, nicht zu oberflächlicher Bestel
ing auf eine zu große Fläche, sondern konzentriere see
niberer Beftellung auf ein lleineres Gebiet, und der Ub
ig bleibende Reinertrag wird ein größerer sein. Düngs
i Pflanzenfulrter, und der Feldbau gleicht hier der Vieh
uch Wenn ich zehn Kühe mit dem vorhandenen Futts
mr notdürftig eanihren kann. werden fie mir nur eine
ohr geringen RMutzen geben; verteile ich dasselbe Futter
ber auf acht Kühe, so geben mir dieselben einen be
eutend höheren Nutzen
— ——
— Vermischteßß8.
An ouyme Brieffchreibes. Der Regierungspefrn
u Liegnitz leilt — wie man der „Tägl. Rdich.“ schre
— miut, daß ihm in neuerer Zeit bedauerlicherweite au⸗—
wne Zuschriften zugegangen feien, die nicht mir Aret
Sgen, Wümsche oder Beschwerden, sondern bausg cu
aiz gehassige und verleumderische Denunziatisnen cutn
m. der Regierungspräsident sieht sich deshalb veramed
elam tzugeben. daß derartige Schristftücke ssets unbesohn
leiden und in der Regel ohne weiteres vernichtet werve
Wer nicht den Mut hat“ — so heißt es in der Betan
iuadig — „eine Augaben und Behauptungen min ern
uir unterschrift zu bekräftigen, der verdient weder v
chtung noch Glauben.“ Das mögen üch alle anonyunir
zriefs Breiber ins Stammbuch schreiben!
Eine Liebestragödie. In einem Hoten in Fome?
ch der blutige Schlußalt eines Llebesdramas abgespie!
as wegen der Persönlichkeiten der Beteiligten in der —
ellschaft der italienischen Haup istadt großes Aufsehen he
henot Der Baron Vinzenz Paterno, Leutnant im Ch
uxlegers⸗Regiment in Aosta, erstach min einem Dolch d
hrendame der Königin, Graͤsin Trigona in einem Ho
Tiermen Bahnhofe und feuerte auf sich selbst 8 Schü
Die Grafin war auf der Stelle tot. Baron Pate
unte noch lebend, wemn auch schwer verletzt ins Hosp
eschafit werden. Zwischen dem Kaval erie⸗Oaiziet
er Gräfin bestand seit larger Zeit ein Liebesverhaältn
uf Grund dessen Graf Trigona, der Gatte der Gro
as Ehescheidungsverfahren eingeleitet hatte. Der Gré
urde daraufhin vom Hofmarschallamt bedeutet, ihr Ehn
mi als Hosdame der Koönigin niederzulegen. Donners
dachmiltag hat sich nun die Gräfin nach dem Hofmarich
At begeben, um ihr Abschiedsgesuch zu uüberreichen. 8
arauf traf sie mit Paterno in dem Hotel am Bahn
usammen. unmittelbar darauf vernahm das Hotelpe
al aus dem Zimmer einen gellenden Schrei und hin
cr drei Schüsse fallen. Als die Tür geöffnet war, f
an die Gräfin tot, den Offizier noch röchelnd am Bo
Aus dem NPestgebiet. In Kirin, südlich von C
in hat die Pest wieder großen Umfang angenommen.
Araßen der Stadt sind mit Leichen übersaͤt. Ein
r Veichen isn auf die Abhänge an der Ostseite der S
eworfen. Vie Bewohner der umliegenden Dörfer
eigern die Zufuhr von Lebensmitteln. Die Bevölke
ungert und der Mob revoltiert. Der Vizekönig von
Nandschurei hat die Bitte des Gonverneurs von K
ruppen zu senden, unter dem Vorwande abgeschl⸗
aß die Truppen in der bestverseuchten Stadt den 7
erweigern würden.
— — —— —e—eeee——— ——— —
Humoristische Ecke.
2Ein ganz Vorsichtiger. Kellner (zu e
auntergekommen aussehenden Gast): „Das Essen m
ie aber im voraus bezahlen, mein Herr.. und
zochte ich noch um oine kleine Kaution bitten für da—
—&
—— — —*
dort instruiert.
„Was soli nnu werden?“ hauchte sie, in den Sesse
— * finkend, die Augen mit den Händen
eckend.
;Vorläufig bleibt alles wie es ist! sagte er rasch
arf emand ahnen — niemand. Ich habe noch eine
ichteit, noch eine Chance. Sie kann einschlagen, daꝛ
ies gut. — Aber sagen muß ich dir s8, Elva.“
Ratürlich. Gewiß. Dazu bin jich doch da, alles,
nit dir zu teilen, ich bin dein Weib!“
Heides Schluchzen hrach aus ihrer Brust. Er stan
ind trat zu ihr, sanft ihre Hand berührend.
Ja, liebe Elva, gewiß. Aber sieh, du mußt da
dchilal loslosen. Wir brauchen es selbst, die Perlew
heiß Gott, überreich von dir belohnt für das Glück, d
ir an meiner Seite verschaffte.
Unwillkürlich bog sie sich von ihm zurück, entzog
einer VBerůhrung, mit verdunkeltem Blick vor sich hin⸗
Er merkte es gar nicht. Wenigstens trat er sehr
on ihr zurück.
Was soll nun werden?“ fragte sie halblaut.
Ich sag dir ja; Nichts anderes — als bisher.*
Aber Hffizier kannst du doch nicht bleiben?“
Selbstverständlich. Alles muß geschehen, hör
lles was in deinen und meinen Kräften steht, uns *
en, vorwärts zu kommen, zu streben, um Beruf und
ung zu behalten, weil wir nun darauf angewiesen fi
reifst du?“
DJa, du kannst auch nichts anderes, würdest d
uichts anderem eignen.
Zu alt. Ich bin dicht am Rittmeister.“
And die andere Moglichkeit, wieder Geld zu
age sie mir, welche meinst dud ꝰ
Rein, die will ich zunächst für mich behalten,
yjs schien ihr, als fliege jne Röte über sein Ge
Angst, Mißtrauen zuckten in ihrem Herzen auf,
ur das nicht!“ dachle sie „nur nicht an hm zweiiel
st der Bankerott ein un Irmerducher, dann, wenn
sehr mit freiet Stirn. Ptehen und rufen könnte:
rügen mich meine eigen si Sinnel“
, Clemens, wenn iddas kleine Kapital löse,“
eise, die Rente muß de Perlewitz bleiben.“
„Warum?“ fragte er rauh, „hast du dich kor
ꝛerpflichtet vorher?“
Nas joll ich haben?“
ih, Elva sei dochehrlich. Was soll das Komö'
»·der hast du's nicht?“
Iste ich darst kammen;