Abg. Will (Ztr.) brinat Wunsche für Straßburg vor
Abg. Hoch (Goz.) tut dasselbe für Hanau.
Abg. Giesbert (Ztr.) bespricht die Koalitions,
reiheit, für die seine Partei immer eingetreten sei.
Redner wird vom Vizepräsidenten Schulz zweima!
zur Sache gerusen.
Abg. Keil (Soz.) wendet sich gegen das Auftreter
des württembergischen Militärbevollmächtigten, und wirt
aleichfalls vom Vizepräsidenten aufgefordert, zur Sache zu
prechen.
Württembergischer Militärbevollmächtigter v. Dor—
rer bemerkt, daß er auf die einzelnen Fälle, die der
Borredner vorgebracht hat, nicht antworten könne, weil e
aicht genügend um'errichtet sei.
Ba sich niemand mehr zum Wort gemeldei hat, wir!
die Debatte geschlossen. Es entsteht dann noch eine län
gere Geschäfisordnungs-Debatte.
DJarauf werden die beiden Zentrums-Resolutionen on
zenommen, die sozialdemokratische abgelehnt.
Auf eine Anrage des Abg. Carstens (F. Vp.
erklärt Generalmajor v. Wan del, daß jede Fabrik W
bie Automobile, die sie sielle, eine Subvention bekomme
Natürlich müßte aber auch auf eine gewisse Güte gehal
ten werden.
Eine Resolulion des Zentrums, die den Ausbau de
Vensions⸗Witwen⸗ und Waisenkassen fordert, wird ange
nommen, ebenso eine Resolution der Budget-Kommission
wongch bei Waffen⸗ und Munitions-Lieferungen die bil
ligst liefernde Privatindustrie mehr als bisher berücksichtig
werden soll.
Bei der Forderung eines Truppenübungsplatzes sw
vas 14. badische Armeekorps bringt Abg. Huck (Itr.
Wünsche der betr. Gemeinden vor.
Beim württembergischen Etat weist Generalmajor v
Dorrer die Angriffe des Abg. Keil entschieden zurück
— Beim Etat „Festungen“ verweist Abg. Trimbor;
Zir) auf die Nahyonbeschränkungen, unter denen d'ie Feft
angsstädte zu leiden haben, besonders weil sie nicht über
logen werden dürfen.
BGenaoralmajor v. Wan del sagt woh wollende Pru
mng zu.
Die Ausgaben werden bewilliat, ebenso die Einnah
nen bis zum Titel: „Erlss aus dem Verkauf von Grund
tücken des Tempelhofer Feldes“.
.Ein Vertagungsantrag wird argenommen.
c. Dienstaa2 Uhr: Fortsebuna. — Schluß 47 ub⸗
Wochen⸗Rund schau
Nun iist das tolle Faschingstreiben wieder einmal
zorüber, die Philister sind in die Flucht geschlagen und
die ernsie Zeit setzt von neuem ein. In der Reichshaupt
3 hat man alserodings noch so'n bischen Nachfascheng
au hatte nach Molte und Eutenburg in Beriin teinen
pitanten“ Fail mehr und so freut man sich an der Spre
Eppelt ob des bischen Sensation. Der in seinen Erlasen
o sittenstrenge Herr v. Ja gowescheint im tie sten In
ern doch nicht ganz wasserdicht zu scin. Von gewisser
peite wurde ihm ja schon lange an's Zeug geslickt, aber
hne Erfolg. Der Berliner Polizeiminister rizt nach wie
or schneidige Attaclen und erfreute sich der waͤrmenden
Zonnenstrahlen von „oben“. Jetzt hat er sih selbst ein
zein gestellt und zwar auf recht dumme Art. Herr von
Zagow hatte als Theaterzensor das Bedearfnis mit Schau
peelerkreisin — Fühlung zu nehynmen Um dieses Bedüri
lis zu befriedigen srug er brieflich bei der bekannter
Schauspielerin Frau Tilla Durieur an, ob er sie
donntag 458 Ulr in ibrer Wohnung beuchen dürse. Un.
lück icherweise ist diese Schauspieleren die Gattin, Paul
—— des Herausgebers der Wochen'chrift „Pan“, die
er Polizeigewaltige wegen Veröffentlichung der Aufzeich
ingen Flauberts zweimal konfiszierte. ANatürlich hante
berr von Jagow kleine Ahnung von diejsem Verhältnis,
ind so ist es in der Tat ein starkes Pech, das der ge—
jrenge Berliner Polizeiminister gehabt hat. Die Tragi—
pmödie wird viel besacht und das Ende vom Lied wird
en, daß der Held dieser Sensation von der Bildfläch«
e schwindet und in Gnaden seinen Abschied erhält. Ja
a: Heute rot, morgen tot!
Der heftigen Kritikt, die neuerdings zwischen der „Nord
zeutschen Allgemeinen“, dem o fiziösen Regierungsorgan
ind dem Pariser „Temps“ wegen der französischen Free m
enlegüon ausgebrochen ist, ist eine gewisse politisch
zedeutung nicht abzusprechen. In der deutschen Presse wird
ie energische Sprache der „Norddeutschen“ viel kommen
lert. Man ist eine derartige kraftvolle und bestimmte, alle
Mißdeutungen von vornherein ausschließende Redeweise
schon sent langem nicht mehr gewöhnt und erblickt darir
ine Bestätigung der Annahme, daß untier Herrn von Ki
zer en⸗-Wächter mit dem System der Leiletre erei, daß sich
mier se'nem Vorgänger zum Schaden der deutschen Inte
ressen alzutief eingenistet hatte, gebrochen werden soll
Es weht ein frischer Windzug durch das auswärtige Amt
Den hat ja Kiderlen-Wächter immer für einen kleinen Epi
zoven Bismarcks gehaften und es will uns sche'nen, da
er noch von sich reden mache n wird. In Paris ist man
natür ich verblüfft, daß der sonst so fingerzahme deutisch
Michel nun au' e'nmal auch eine eigene Meinung haben
will. Schaden kann es jedenfalls nichts, wenn das trau
rig: Kapuͤel der französischen Fremdenlegion hin und wie
der auch im Reschstage zur Sprache kommt und den Re
gierungsvertresern Gelegenheit gegeben wird, coram vu
blico ihre Mißbilligung über diese jeer modernen Kultur
anschauung spottenden Einrichtung Ausdruck zu geben. Daj
die Fremdenlegion einen Schandfleck an der französischen
Au'tur bilden, ist eine so offenkundige Tatsache, daß nu
chauvenistische Verbissenbeit dies in Abrede sie len kann
Die ganze gesit“ete Welt hat für diese Einrichtung nu
ein Pfui!
Der zweimonatige Urlaub des Grafen Aehren
16bAal ist von ve schiedenen Sesten dazu benüst worden
tirr die manniagfachsten Kombina ionen daran zu knüpfen
breunbes wiben, von dem ich das Gleiche annahm, wän
rend er — o vergeben Sie, aber ich kann nicht anderd
teure Frau — während er für den idealen Wert —“
Sie war hinausgegangen.
Er hätte sich selbst ins Gesicht schlagen mögen für die
namenlose Dummheit, sein ganzes Pulver zu verschießen
mit ungeschickter, zitternder Hand loszudrücken, ohne rech
die Entfernung, die ihn noch von der ersehnten Beute
krennte, berechnen zu können. Aber nun war's geschehen.
Nun hieß es überlegen und klüger handeln, denn seinen
wahnsinnigen Plan aufgeben, seine Leidenschaft unbefrie
digt lassen — nimmermehr. Dazu, fehlte ihm die Uebung,
die Selbstzucht, der moralische Halt.
Und hier wußte er wahrhaftig nicht, zu wessen Gunsten
sich quälen mit Opfern und Entsagen. Selbst der leiseste
Grund fehlte, den er damals Clemens als Grund genannt
um auf seinen Vorschlag, in seine Stelle Elva Knagaks
ee zu treten, nicht einzugehen: Jene Dame hatte ilin
reigegeben.
Wenige Tage später trat Clemens mit einem offenen
Brief in der Hand in den Salon, wo Elva mit dem sorgfäl⸗
zigen Abstäuben kleiner, kunstvoller Nippes beschäftigt war,
eine Arbeit, die sie immer selbst machte, weniger aus Sorge
am die Sächelchen, als um doch eine Beschäftigung zu
jaben, die ihr vorzüglich geschulter Haushalt ihr nicht so
genügend bot als „gnädigste Gräfin“ wie damals als Frau
Znaaks ohne Gatten. Sie mußte Mücksicht auf ihrs Stol—
lung nehmen.
DDa bekomme ich eben einen Brief von unserem Haus—
virt. Ich könne die Mansarden oben dauernd behalten,
venn ich wollte. Der Mieter der oberen Wohnung verzich—
et darauf. Die Wohnung sei ihm so groß genug als Ab—
teigequartier.“
„Also ist sie vermietet?“
„Wendelin hat sie genommen.“
Sie schrak zusammen.
„Wozu braucht er sie denn? Er hat sich doch ziemsiß
A4 ,Rnn R Vftobnere
So hiez es, der österreichische Außenmunter werde au
den Wiener Ballplatz nicht mehr zurücklehren. Das sint
ig ich ganz willkürsiche Komhinationen, die jeder Be—
ra dung entkehren. Gerade während der jetzigen Dele
zat onssession hat Graf Aehrenthal wiederholt Proben se'
ier außerordentlichen Schlagfertiabeit und geistigen Frisch
geeben und parlamemarifsche und rednertsche Erfolge er
uigen, die greifbar zeigten, daß Graf Aenrenthal wohl
rolungsbedürst g sein mag, aber keineswegs so krank,
das er auf die Stelle, die er so umsichtig, eifervoll und
ersolgreich versieht, verzichten müßte. Jedenfalls weiß man
in Oesterreich- Ungarn sowohl wie in Deutschland, was
Aeyrenthal für sein Vaterland und das Bündnis mit
Deutschland geleistet hat. Hoffentlich wird cr nach zwei
Monaten der Erholung gekräftigt seine Tätigkeit wieder
zufnehmen können.
Der Kabinettswechsel in Frankreich sl
ror der schwierigen Situation, in der sich Briand in der
etzten Zeit befand, überrescherd gekommen. Das Mini
terium Monis ist gebildet. Für uns ist es von Interesse
»aß Deleassee wieder Minister geworden ist. Man weiß,
ab der ein Anhänger des Revanchegedandens ift, und daß
r schon bei der Marokko-Affäre, als er noch Außermini—
12war, für den Krieg mit Deutschland eingetreten,
ind daß er darüber gestürzt ist. Er ist nun zwar nicht
vieder Außenminister geworden, sondern er hat ein Spe
ia' fach, das Marineministerium be'ommen. Se bstverständ
ich kann er auch van diesem Posten aus sich einigen Ein
u verschaffen. Für uns liegt natürlich sein Grund vor,
esonders besorgt zu sein, denn Edward 7. ist tot und
eit der Potsdamer Entrevne ist ein dicker Strich durch die
Zinkreisungsbestrebimgen gemacht worden. Wir sind ftart
zenug, um uns nicht vor einem bloßen Namen fürchten
u müssen.
Aus aller Welt.
Ein neuer Marsch, betitelt Grenadiermarsch, der au
zefehl des Kaisers in die Reihe der sogenannten Armee
närsche für Insamterie und Kavallerie aufgerommen wor
zen ist, ist komponiert von dem Sohne des Generalleut.
ants 3. D. von Garn'er, Hans Egn, der den Marsch
zor sechs Jahren als 10jähriges Wunderkind verton'e.
Der Märder? Unter dem Verdacht, den Mord ar
»er Frau Hoffmann in der Blumentalstraße in Berlir
crübt zu haben, ist jetzt der Privatkrankenpfleger Eomund
zriehl verhaftet worden. Er wohnte im selben Hause dern
zrau Hoffmann gegenüber und war ihr bekannt.
Schwerer Unglücksfall. Ein Miltärantomobil fuhn
inter dem Bahnhofe Heerstraße in Berlin infolge Versa—
ens der Steuerung in die vorausmarschierende 8. Kom
anie des Elisabethregiments. Ein Offizier, 2 Unterofi
iere und 3 Mann wurden schwer, 8 Mann leicht verletzt
Vom Dresdener SechsstaägeKRennen. Aus Dresder
vird berichtet: Nach Ablauf der 35. Stunde des Sechs
age-Rennens sind insgesamt 953 680 Kilometer zurückge
egt worden. Die Spitze hält die Mannschaft Lorenz-Sat
doͤw. Hübner, der wahrscheinlich mit Hall eine Mann
schaft bilden wird, weil sein Partner Stol noch immen
ampfunfähig ist, ist ebenss wie Hall zwei Runden zurück
Genicksiarre. Drei Kinder eines Lohndutschers ir
Zayreuth sind an Genickstarre erkrankt. Das Haus de
Familie wurde sofort abgesperrt und sänitliche Familien
mitglieder in einem Krankenhause zur weiteren Beobachtun
untergebracht. Der Vater ist indessen von dort entwiches
ind wird eisrig gesucht.
Saccharin⸗Schmuggel. In Hirschbeg in Sch'esien
ind in der Umgebung fanden se't einiger Zeit Verhaftun
‚en in einer umfangreichen Saccharin⸗Schmuggel-⸗Affär«
jatt. Außer den vor einigen Tagen erfolgten Verhaftun
en wurde jetzt auch der Kaufmann Jordan aus Schmiede
erg und die Hotelbesitzer Beer und Ermel aus Brücken
erg verhaftet. Jordan wurde gegen Stellung einer Kau—
ion von 10 000 M. auf freien Fuß gesetzt.
Liebzsdrama. Aus Lemberg wird berichtet: De
zugsuͤhrer im 5. Infanterie-Regiment, Otto, feuerte zwe
?zchsse auf seine Braut ab. weil deren Eltern gegen dag
zerhältnis waren. Das Mädchen wurde tödlich verwun—
c. Darauf eilte Oito in ein nahes Hotel und erschoß lich
ort ebenfa'ls.
Verhafteter Schwindler. Gegen den in Paris wou⸗
zaften, ehemaligen türtischen Würdenträger Nesib Pasche
burde eine Untersuchung eingeleitet, weil er mehreren Per
onen Schmucksachen im Gesamtwerie von nahezu 600 000
zrants ent ockt hat. Unter den Geschädigten befindet sich
iuch der in der Affäre des Casimir Perier schen Perlen
albandes viel aenannte Juwelier Janesrtsch.
* Koln, 3. März. (Kindesmörderin.) Eine Kö—
yun in dem Kölger Borort Brühl wurde, als sie von eine!
zalisestlichkeit heimkeh ꝛe, wegen Kindesmordes verhaftet.
Ihre Herrschaft hatte in ihrer Abwesenhert ihren Kojfer
sinen lassen und darin eine Kindesleiche mit einer Schnut
uim den Hals gefunden. Das Mädchen erklärte, daß sie
»ie Leiche des ermordeten Kindes schon 24 Jahre mit
ich geführt habe.
**Koöln, 3. März. (Winter gewütter.) Ein gro—
zer Teil des westlichen Deusschlands ist von schweren Ge—
vittiern, die zum Teil von Hagel begleitet waren, heimge⸗
ucht worden. Bei wolken ruchartigem Regen und äußerfl
zeftigem Sturm ging über dem Ruhrgebiet gestern Nach—
nittag erin schweres Gewister nieder. — Ein heftiges Ge—
vitter mit starken Blitzselägen, Hagel und orkanartigem
Zturnt hat sich gestern achmittag über Kassel und den
Fulda⸗Tal entladen. Auch über dem größten Tetl der
Zrovinz Hannover und dem Herzogtum Braunschweig gin⸗
den Nachmittags in der dritten Stunde teilweise ttarke
Bewitter mit Hagel nieder.
*Aachen, 3. März. (Ju Tode gedrückt.) Hier
yat der Karnevalszug ein Menschenleben gefordert. Durch
inen der großen Wagen war abends gegen 6 Uhr in der
mgen Großkölnstraße die etwa 60jährige Witwe Heinrich
Schrammen von hier gegen die Nikolauskirche derart ge—
drückt worden, daß sie schwere innere Verletzungen erlitt,
velchen die Frau heute morgen im Luisenhospital erlag
* Duisburg, 3. März. (Pocken⸗Epidemie.) Nach
dem längere Zeit in den Pocken-Erkrankungen ein Still
tand eingetreten war, sind gestern Nachmittag wiederum 5
hersonen dem Seuchenhause überwiesen worden. Es ban
elt sich um schwarze Pocken.
Duisburg, 3. März. (Wom Rhein,)) Der Rhein
ührt starkes, fortwährend steigendes Hochwasser; der Ver—
ebhr im Hasen wurde teilweise eingestellt.
* Elberfeld, 3. März. GBei einem Fluchtver
uch ertrunken.) Der 143ährige Fürsorgezögling H.
dlammer, der bereits wiederholt aus der Rettungsanstalt
düsseldorf entwichen war, und sich umhergetrieben hatte
vpurde auf dem Boltenberg von einem Feldpolizeisergean—
en beir Betteln abgefaßt. Als er ergriffen werden sollte,
intfloh er, sprang in die Wupper und ertrank.
Cochem, 3. März. (Sechs Wohnhäuser ab—
gebranni.) Hier find sechs Wohnhäuser abgebrannt,
wodurch 18 Familien obdachlos wurden.
*Saarbrücken, 3. März. (IJns Irrenhaus)
Ddie Bergmannsehefrau Fritsch, die ihre fünf Kinder tötete
mud sich selbst schwer verletzte, befindet sich im neuer
srankenhause, wo sie untergebracht war, außer Lebensge;
ahr. Sie wurde in die Irren instalt überführt.
* Frankfurt, 3. März. (Die Stiftungs⸗Uni
erfisfasi) Die Universitäts-Vorlage des Magistrats,
zie nunmehr erschienen isi, macht eingehende Vorschlaͤge
vegen Begründung einer Stiftungs-Universität in Frank
urt a. Mdurch den Zusammenschluß der hier bestehendern
lädtischen Kliniken und wissenschaftlichen Anstalten. Die
miverfität soll drei Fakultäten erhalten, eine juristische
ine philosophische und eine medizinische. — Nach der Be
echnung des Maagistrats fehlen zur Deckung noch rund
30 800 Mark jährlicher Einnahmen wegen deren Beschaff
u Gräürorimton sihpalt
Lokales und Vermischtes.
Kreisschulinspektor Marx von Tialmedy ist zun1
April in gleicher Eigenschaft nach Saarbrückeu 1 versetz
vorden.
Klub Fidelia. Am nächsten Sonntag veraustaltet de
Jlub „Fidelia“ einen Lustspielabend. — „Sie weiß etwas“
ruftspiel in vier Akten. — Es ist hierorts allbekannt, daß
nan von genanntem Klub nur hervorragendes erwarten
rann, denn Kosten und Mühe werden nicht geicheut, Spiel
und Szenerie de art auszugestalten, wie es auf größeren
zühnen nur sein mag. — Näheres ist aus der Anzeige er—
ichtlich.
Krieger⸗Verein. Morgen Sonntag nachmittag 8 Uhr
ind abends 8 Uhr finden im Saale der Frau Ww Ried—
chy Wohltätigkeitsvorstellungen statft. Wie aus der n—
Jeige ersichtlich, ist das Programm reichhaltig ausgestattet
ind zweifeln wir nicht daran, daß die Spieler ihr mög—
ichstes daran setzen werden, das zu bieten, was man von
einem guten Schauspieler verlangt. Wir wünschen dem
Verein ein volles Haus und ein dankbares Publikunn. Wir
nöchten nicht unterlassen, noch zu bemerken, daß das Er⸗
jebnis der Kasse zu wohltätigen Zwecken seine Verwendung
inden wird.
Terzettklub. In seinem Vereinslokale hält der Ter—
ettklub am morgigen Sonntag eine Versammlung ab.
Einen Frühlingsboten in Gestalt eines Schmetterlings
»rachte uns der Schüler Johann Wunn vom Mühlenweg.
Der bunte Geselle, der recht munter ist, scheint gegen
die naßkalte Witterung unempfindlich zu sein.
Ev. Frauenverein. Morgen Sonntag nachmittag
indet im Waisenheim eine Generalversammlung statt.
derrr Direktor Zarth-Saarbrücken hat sich in liehens—
dürdiger Weise erboten einen Vortrag über das Theina
Tie Frauen und die Volksgesundheit“ zu halten.
Konzert. Ein Kuriosum von einem Künstler tritt
norgen Sonntag und Montag im Restaurant „Zum pPirsch“
zjier auf. Der Tausendkünstler welcher ein außerordentlich
»cgabter Musiker zu sein scheint, beherrscht 16 Insirumente.
Demjenigen der ihm das nachzumachen versteht, sind 1000
Mark zugesichert.
Die Typhuserkrankungen beim Dragoner⸗Regiment
u Saarbrücken. In der Stadt find allerei Gerüchte ver—
dreitet, wonach die Typhuserkrankungen beim Dragoner⸗
Regiment einen ernsten Charalter angeno.nmen hätten, daß
»n Dragoner bedenklich erkrankt und weitere 20 Dragoner
als typhusverdächtig in das Garnisonlazarett eingeliefert
seien. Zur Beruhigung teilen wir mit, daß nach Erkun—
digungen an zuverlässiger Stelle diese Gerüchte nicht zu—
reffen. BRis jetzt ist nur in fünf Fällen Typhus festge—
tellt, während 12 Dragoner zur Beobachtung in das Gar—
nisonslazarett eingeliefert wurden. Die Krankheit nimmt
»ei den fünf Typhuskranken einen normalen Verlauf; An—
aß zu Besorgnissen liegt nicht vor.
Wetterbericht. Bei Island ist ein neues tiefes Mi—
niimum erschienen, dessen Herannahen bereitt angekündigt
war. Voraussichtlich wird dasselbe gegen Skandinavien
weiter vordringen und durch südliche Ausläufer und Rand—
zebilde auch die Witterunug unseres Gebietes beeinflußen.
Imbeständiges vorwiegend trübes regnerisches Wetter wird
ortdauern.
Voraussichtliche Witterung: Die Wetterlage bleibt an—
auernd unbeständig.
sSulzbach, 83 März. Der bisher auf der hiesigen Grube
ätige Fahrsteiger Hoos von hier ist, wie zuverlässig ver—
autet, zum Obersteiger von Grube Kohlwald in Aussicht
zenommen.
Simmern, 2. März. In der Person des 22ährigen
Tagelöhners Enders aus Odelshausen ist der Täter, dec
»as Dienstmädchen Emma Schuch in Würrich im Hunsrück
zetötet hat, entdeckt und verhaftet worden. Enders, der
dem von einem Fasinachtsballe nach Hause gehenden Mäd⸗
hen zwei Messerstiche in den Hats beibrachte, soll das
Mädchen gar nicht gekannt, und ein anderes vor sich ge—
zlaubt haben.
Ottweiler, 83. März. Bei der Abgangsprüfung am
siesigen Lehrerseminar wurden von 33 Seminaristen 8 auf
Brund ihrer schriftlichen Arbeiten von der mündlichen Prü—
'ung befreit: 7 Prüflinge bestanden bekanntlich nicht. Der
etzige Seminardirektor, Herr Schulrat Diesner, tritt aw
b. April in den Ruhestand; die abgehaltene Prüfung
»ildete also den Abschluß seiner amtlichen Tätigkeit. Vor⸗
itzender der Prüfungskommission war der erst kürzlich
nach Koblenz berufene Provinzialschulrat Dr Ewerding
Uebrigens werden von anderenSeminaren ähnliche Resul—
tate gemeldet. So sind in Cummersbach von 26 Semina—
rcisten 5 durchgefallen. Am 27. März beginnt am hiesigen
S„eminar die Aufnahmeprüfung, an der sich von der hie—
iigen Präparandie allein 34 Schüler beteiligen werden.
Zur Aufnahme in letztere, die am 5. April erfolgt, liegen
bereits gegen 80 Anmeldungen vor. Davon können gegen
30 berücksichtigt werden. Der Zudrang zu dem zu grün—
denden katholischen Lehrerseminar und der Präparanden—
schule zu St. Wendel soll ebenfalls siark sein.
Trier, 3. März. In Cochem brannten gestern 6
Wohnhäuser ab. 18 Familien sind obdachlos und in
zroßer Not, da sie fast nicht versichert sind.
Trier, 3. März. Auf seine ꝛin gesegneten Umständen
hefindliche Frau verübte am Dienstag abend ein hiesiger
khauffeur einen Mordanschlag, indem er sie in die Mosel
stieß. Die Frau konnte sich jedoch durch Festhalten an
»einem Weidenstrauch retten. Der Täter, der seine Frau
chon öfter gebeten hatte, mit ihm an der Mosel spazieren
uu ehoen mrde nvorhaoffet
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Saarbrücken, 4. März. Im „Tannhäuser-Saale“
and gestern abend Abend von der Fortschrittlichen Volks—
»artei einberufene Wählerversammlung statt, die von 150
Personen besucht wur. Es gibt Beschluß zu fassen eine
zeschluß zu fassen über eine Stellungnahme zur Kandidatur
Bassermann. Zunächst hielt der freisinnige Parteisektretär
Schlie einn Vortrag, worauf sich die der Beigeordnete
Klein in längeren Ausführungen über die politische Lage
ausließ. Man faßte darauf den Beschluß vorläuflg Fwon
der Aufstellung einer fortschrittlichen Kandidatur in Saar—
brücker Wahlkreise abzusehen und zunächst abzuwarten,
welches Programm Bassermann in der morgen stattfinden—
den Wählerversammlung entwickeln werde.
Trier, 8. Mstrz. Das bischöfliche Generalvikariat hat
unter Bezugnahme auf ein vor längerer Zeit ergangenes
oäpstliches Dekret angeordnet, daß Geistliche nur dann in
andwirtschaftlichen und ländlichen Sparkassen usw. als
Vorstände Aussichtsräte oder in ähnlicher Stellung bleiben
zürfen, wenn durch ihr Ausscheiden der Zusammenhang
jener Organisation zu befürchten sei. Gestattet sei, daß
die Geistlichen den betreffenden Kassen und Genossenschafter
mit ihren Ratschlägen zur Seite stehen.
Essen (Ruhr), 3. März. Heute früh wurde im Stadt
valde von Essen der 20 Jahre alte Mechaniker Reick aus
Rüttenscheidt ermodret aufgefunden. Der Tod war durck
einen Schlag mit einem schweren Gegenstand oder einem
Stock an die rechte Schläse herbeigesührt. Es handelt sick
— VV—ar— MXöi osbisholtea npan R Bie RomM
Taschenuhr und Ring fehlten. Alle Anzeichen,
zie stark zerrissenen Kleider des Ermordeten deu
zin, daß zwischen den Tätern und seinem Opfe
zitterter Kampf stattgefunden hat.
München, 3. März. In einem hiefigen Hi
in angeblicher Richard Brinkmann eine Briefma
ung im Werte von 14,700 Mark heraus. Der
Ȋchtig ist ein Klempner Benkert aus Meiningen,
rüher unter dem Namen eines Grafen Henneber
Betrgeüreien begangen hat.
München, 3. März. Nach vierstündiger
herlausener Sturmfahrt landete in der Nähe von
»onf bei Posenheien ein Züricher Ballon mit vier
ie sämilich sehr erschöpft waren. Eine Dame li
randung Verletzungen. Der Führer des Ballons
Afizier, die and ren Jesassen waren Privatleute
tanz. Tie Gondel schlug wiedecholt hart an H
zäume an. Verschiedene wissenschaftliche Initru
zen verloren
Hamburg, 3. März. Ueber Kaiser Wuhelm
Zturz Delkaffees berichtet der Hamburgische Korr
4m 17. Juni 1905 befand sich in Berlin Gene
Lroix als Leiter der Deputation, die zur Hochzeit
»rinzen von Fallieres nach Berlin entsandt wor
In Döberitz bei einer Parade, zeigte Kaiser Wil
zeneral das Telegramm, in welchem der Rücktritt
emeldet wurde. General de la Croir soll da
daiser gesagt haben: „Ich beglückwünsche Eure
ch beglückwünsche Frankreich, ich heqlürkwün
zuropa.“
Lemberg, 3. März. Der Rektor der
hochschule, Professor Spilmann versuchte sich heute
ali zu vergiften. Als Motiv zur Tat werden?
ichen Verhältnisse an der Hochschule angegeben,
ationale Reibungen hervorgerufen sind. Dur
nittel gelang es, den Lebensmüden am Leben 3
Leipzig, 4. März. In Rosentyal beging der
Lehav emne furchtbare Bluttut, indem er sein
Söhnen mit einem Rasiermesser die Kehlend
Während das eine Kind gleich nach dem Verb
torben war, lebte das andere noch. Aussdie a
er gestellte Frage, wer denn die Bluttat bega
wortete dieser: „Ein Landstreicher war es“,
noch lebende Kind rief: „Das ist nicht wahr.
var es, er hat heute morgen noch sein Rasie
chärft“. Motiv zur Tat ist unbekannt.
Munchen, 4. März. Die sozialdemokrank
rauensmänner des Wahlkreises Immensta.
zemeinschaftlich mit den Vertretern der sozialdem
Landes organisation und des Gauverbandes für
deschlossen, bei der Stich wahl am 7. März
iberalen Kandidaten Dr. Thoma einzutreten.
München, 4. März. Geh. Rat Prof. Dr.
et hat gegen Frhr. v. Thüngen, der in einer
des Bayerischen Landwirtschaftsrates im Dezem
rklärt hatte, Soxhlet sei dem Landwirtschastsra⸗
Rücken gefallen, die Beleidigungsklage angesiren
vird die gauze Angelegenheit der Kaliverträge
Bropogandagelder nunmehr vor Gericht aufgerol
Vrüfsel, 4. März. Die Verhandlungen übe
Nili. en Anleihe der chinestschen Regierung fsir
ert. Die Verhandlungen mit den Perei
staaten wurden abgebrochen, da China
eris, einen Amerllaner als oberten Aussichtsre
rnnen, serner, wen die 33n ensorderung zu yoch
aidlid. weil die Amerikaner den fraͤnzösischen,
ind erglischen Banken drei Vietel der Anleihe
volti⸗a, eine Bedingung, aui die Ching vwicht
uollte.
Konstantinopel, 4. März. Der Generalsta
et Passcha, der das Oberkommando des E—
orps in Yemen übernahm, hate auf der Fahrt
eidah ein Entrevue mit dem Emir vo
a; vieser kam mit glönzendem Gefolge, umge!
dflarßzre ichen Scheiks der Hedschas, mit 200
aach dem Hafenort Dscheddah, wo eine mehrftu
erredung mit Izzet Pascha siattfand. Diees
ind die vorherige Entrevne Jazets mit dem 94
Aegyrten in Kairo, dellen Gast er war. erma
er politischen Tüchtigkeit.
Moskau, 83. März. Die hiesige Zenfurb
wei Bände der soeben von der Witwe Tolstois
zebenen Werke des Dichters verboten.
Madrid, 4. März Die Spannung, die
längerer Zeit zwischen Spanien und dem Vatike
hat seit gestern eine große Verschärfang erfahrer
daltung der Regierung der letzten diplomatische
Papstes gegenüber. Man glaubte, die Regier
im letzten Augenblicke Entgegenkommen zeigen
nisterrat einigte sich aber dahin, die Forderun zer
kans zur Widerherstellung des Friedens in é
einer energischen Antwort zurückzuweisen. In
die Canalejas absenden wird, soll Spanien
Zprache sein Recht betonen, in inneren Ang
ede äußere Einmischung zurückzuweisen. Daß
hysi sehr verschärft hat, geht schon aus dem Um
»or, daß König Alfons gestern die Vorlage de
zesetzes gut geheißen hat. Man erwartet ar
dündigung des Konkordats. Diese Wendung
st dadurch eingetreten, daß Canalejas nach
eines Programmes, im Ministerrate über
in religiösen Dingen eine volle Einmütiagkei
erzielte.
Rom, 3. März. Die Polizei verhaftete den
klia vom Marineministerium, dessen Geliebte
Bañkbeamten Quondam, die verdächtig sind, *
meldeten Bankeinbruch die beiden Rankwächter
aben.
Paris, 4. März. Der Pariser Kaor—
Journal de Seneve“ glaubt mitteilen zu
Zichon kurz vor seinem Rücktritt vom deutschen
ondiert worden ist über die Absichten Frankreic
hezüglich der Bagdadbahn. Herr von Schön
saben, daß Deutschland in Marokko keinerlei
keiten mehr machen werde, wenn Frankreich in
»adbahn-Angelegenhett, sich entgegenkommend ze
bichon soll hleranf keine Antwort gegeben haben,
Nachfolger hierin volle Aktionsfreiheit zu lassen
Petersburg, 4. März. Alarmierende
sind aus Wladrwostok eingetroffen Darnach d
goesamte Presse des Auslandes, die in Ostasie
einen größrren Boxeraufstand in nächster Zeit.
dert Schutzmaßregeln für die Angebörigen der
Staaten, die überall durch chinesischen Aufwies
zegen die Europäer gehalten werden und in
eilte Proklamationen zur Ermordung der Fu
sordern. Diese Aufruse werden von den Chint
lich aufgenommen, bedenklich ist namentlich die
der Chinesen in der Umgegend von Mukden.
Petersburg. 8. März. Der Vater des
Tartakower, ein bekannter Kaufmann in *
ist heute Nacht mit seiner Frau ermordet wo
imer mar Astorreichliicher Staotsonoehbriar
yierbei eine Beilage des Warenh⸗
Agao moraitf wir umsere Waoern mo—