AIrscheint
mit Ausnahme der
und Feiertage und
nonatl. frei ins Haus
t 70 Pfg., bei der
zestellt vierteljährlich
2.25 Marf
* * —
—* — — ——
. — —— a ——
* —— * —— — ——
5 — —362 —— * 8 —
—* —— 7 — 7 J 8 — —— — ——
5 —6 3 8 J— — — J 8 8 6 — y
———77 — — — 8 — —— 9 — * —*
—3 — B—— — 5 — —— 83 —7 ——8 —
— 7——— — — *5 53 ——— —5 — 7—— 5 A
—9 — 53 — — — —3 J 6 ——
— — —5 33 * —— J * —5 7— — A —
3 6 — —J 3 63
—— —— — — FVVVV—— J — —4 3
— —— —2 ———— * 44 —— — * — S— 3
— —*868 —— * —— * —— —
—F —— ——— — — F — — J
— * * —— —— —
a — —3 — ——6 F *
— 8 — — * — — — —
* — —— — 9 — ——
5 — 7 ——— 5 — ——2 —58 — —
—— —87 —5 — —55 — — — 7 —
—— 24* —z3— — — —
—âS — — — — ——— E—3168 — —
—0 —
1
— — — —
Anzeigen
— kosten pro einspaltige Petit⸗
zeile 10 Vfennig.
Reklamen
die einsp. Petitzeile 80 Pfg.
Bei Jahres⸗-Abonnements
hoͤchster Rabatt.
öä
⸗ vy 2 ⸗ ⸗
Amtliches Publikationsorgan Mit zwei Beilagen:
*2* — ⸗ * 9 8 2 b 0 vo
zür den Bürgermetite e533rESDudweiler. Sonntagsblatt und Heitere Blätter.
Fernsprech⸗Vnschluß Dooarhbriiken Meen ä 0ο un 126 Nenrttich für die Redaktion Arthur Unterkeller, für den Anzeigenteil Karl Untorkeller. — Druck und Verlag: J. Unterkeller, Dudweiler.
— 7 — ⸗m— —— —— — — —rre— * — — re — —— — ——— —V,cBõSEXEDE—„-)O„OOoOLee&
m e Ded dech en Zienh Nurntether dededtertee ede ed Deder aien d i cte ctegctehtztene gymigen aut ma reühtentehuhect Zuhdtnart dem. uunfa l htettiche Sehandluma bezebm nepyrre
— 68 0 —«Ap — — —— —— — — — —L ö — — — — — — — 2 — [
V Dienstaqg, ven 28. Februar 111. 44. Jahtguanu.
J —— — *
*
*
⸗y⸗
——— —— — — —
eine Presse zu stärken, die die Wurzel ihrer Kraft
in der Heimat sucht und findet. Der Abonne—
mentspreis beträgt 70 Pfennig. Nen hinzutre—
ende Abonnenten erhalten unser Blatt bis Ende
es Monats umsonst zugestellt.
Die ECrnodiion
et, den auf ihn falsenden Beitrag zu bezahlen. Dann er
ibt sich eine gerechte Ueberleilung in die al!gemeine Ver—
icherungspflicht ganz von selbst. Denn die bestehende Ge⸗
zeration mit ihrer Fürsorge stirbt aus und vie Reichs⸗
ürßorge rückt allmählich ganz von felbst ein und wird
llgemein.
Man vermeide aber den gedachten großen Appara
md schließe an den durch die Alters⸗ und Invaliditãts
erst herung bereits geschaffenen an. Denn sonst haben die
ßrivatbeamten, statt daß sie eine Fürsorge erhalten, nu
in neues Reichs-Beamtenheer zu ernähren.
. Wolitische Runoschau
Deutsches Reich.
* Zum 90. Geburtstage des Prinz⸗Re genten
on Bayern, am 12. März, wird ein Prachtwer.
richenen, zu dem eine Reihe Fürstlichkeite n, hohe
ztaats⸗ und kirchliche Würdenträger, Gelehrte und Kuͤnst.
er Beiträge geliefert haben. Der Spruch Kaiser Wil—
elms an den Prinz⸗Regenten lautet:; „Allzeit stets be—
eit für des Resches Herrlichkeit. Wilhelm J. R.“ — Kai—
er Franz Jose p h von Oeste reich schrieb: „Das Be
vußtsein treu erfüllter Pflicht steyt uns im Glück erhebend
uind in trüben Stunden tröstend zur Seite.“ — —XW
LDugufst von Sa ch sen widemete den Spruch: „Alle
ür Einen, Einer für Alle“ Von Koͤnig Wilhelm
on Württember g stammt die Widmung: „Furchi
os und treu.“ — Vom Großherzog Friedrich vo.
ßzaden kommt das Wort: „Fidelitas.“ — Der Gro ß
rwerzog vonHef sen schrieb: „Treu bis zum Tod.“
— Der Herzog von Sachsen⸗toburdeð oth'e
hat folgeden Vers eingetragen: „gm Trauen unbedäch
ig, Ju Treue selssenhart, In Freundschaft stark und mäch
tig, Soll bleiben meine Art.“ — Ferner sandien Bei räg
die Grozherzoge von Med! enburg⸗eSchweri n,O
denburg, der Herzog von Mecklenburg, Regen
»on Braunschwerg.
*Bei der Reihstaasersatzwahl im Kreise
Immenstadt erhielt Amtsrichter Emminger (Zentrum)
1856, Rechtsanwalt Thoma (iberal) 10 888 und Golzer
Sosz.) 3808 Stimmen. E⸗ findet alfo Stichwahl zwischen
ẽmminger und Thoma statt.
* In den Germania⸗Prachtsälen in Berlin trat der
zund der Fandwerter zu seiner 6. Generalversammlung
usammen. Unter der stattlichen Zahl der Erschienenen, di⸗
us allen Landesteilen herbei gerilt waren, bemerkte man
en Landtagsabgeordneten Hammer (xEons.), den Reichs⸗
Aas⸗Abgeordnelen Werner (Rfp.), sowie die Zentrums-Ab.
rordneten Irl und Pauly Cochem. Nach der Begruͤßung
Selegierlen etgriff der Bundee e—— *
vort zu seinem Refserat über das Handwerk und die näch
en Reichstagswahlen. Nach einem Korreferat des Maler
neisters Mar in⸗Alsfeld, des Landesvorsitzenden für Hei
en nahm der stellvertretende Provinzial⸗Vorsi tzende für di
zrovinz Brandenburg, Reichstags⸗Abgeordneter Wern⸗
as Wort zu seinem Vortrag: „Das Handwerk und de
ansabund“, in den er sich scharf gegen den Hansa
und wandte, der die Mitltelstandbewegung bekämpf
ind einzig und allein die linksstehenden Parteien fördere
*Berliner Blätter teilen mit, daß der Oberpräsident von
zosen, Herr v. Wal do w in nächster Zeit anstelle des
oegen seines Alters zurücktretenden Freiherrn v. Malkahn
zültz als Oberpräsident nach Stet7in gehen wird. Dae
twrichtig, und in politischen Kreisen ist dieser bevorstehende
Lechsel schon seit längerer Zeit bekaunt. In gewissen
zlättern wird der Weggang Waldows von Posen auf die
lichtanwendung des Enteignungsgesetzes zurückgeführt, die
r verlangt hat. Zu seinem Nachfolger ist übrigens, wie
nan in politischen Kreisen hört, ein Regierungsprẽsident
n Aussicht genommen, der in der Polenpolitik fich von
»errn von Waldow nicht unterscheiden dürfte, nämlich Gra
ch werin in Franksfurt a. S.
Rußtzlaud.
*Die panislamitissche Bewegung in der
ürkei erregt in Petersbur g Kopfschmerzen. Der
ingtürkische Panislamismus bedrohe die Ruhe Rußlands,
englands und Fran reihs, unter de en Obhut der grödt
deil der Muselmaren der verschiedeniten Matien rtau,,n
ebe. Die neuerlichen Bestrebungen der Jungtürken, in
bersien eine Vereinigung der Schiiten und Sunn ten her—
eizuführen, würden aussichtslos bleiben. Die „Nowoijiet
Vremja“ warnt die Jungtürken daher eindringlichst, auf
em eingeschlagenen Wege fortzufahren, da sie dadurch
xnaland. Franfreich und Rußland unbequem würden.
Griechenland.
*Insolge des Beschlusses der in der kretischen Natio—
talversammlung gebildeten Parteien Veniselos und Phu⸗
mis, die Entschendung der kretischen Delegatisn
in die Großmächte zur Betreibung der Einver eibung Kre⸗
as in Griechenland zu vertagen, ferner auch von be
onderen militärischen Maßregeln zur Verteidigung Kretas
bzusehen, unterbreiteten die zur Partei Michelidatis gehö—
igen Minister Angelakis und Plumigalis ihre Entlas.
ung. Die Krisis wird dadurch verschärft, daß etwa 30
ppositionelle Abgeordneie ihr Mandat niederzulegen be—
chlossen. An verschiedenen Orlien fanden Volksversamm
maen itatt aur Unterstützung der Opposttion.
Serbien.
* Ter vom Ariegsminister G'o iko w itscch durch sei
en Ausfall gegen den deutschen Gesandten her⸗
oOrgerusene Konflikt wird nach einem Beschlusse des
Mintsterrats durch die De mission des Kriegsministers
eigelegt. Hierbei dürfte auch das Kabinen Pasitsch, jedoch
ur sormell. aurücktreten
Türkei.
*Die türkischen Truppen unter dem Befehl
es Obersten Ali Riza haben bei Menahe, ein Drit'el
es Weges von Hodeidah nach Sanaa, ihren ersten groken
erfolg im Jemen errungen. Bei Menahe hatten die Trup—
en des Iman Jahiz feit Monalen umfangre'che Forti i
ationen aufgeführt. Mit acht Bataillonen und zwei Ge—
irgsbatterien begann der Kampf, der sehr erbittert wan
mid den ganzen Tag währte. Bei —A
en die türkischen Truppen zum Sturm vor und schlugen
ie Anhänger Jahiaz, die große Verluste erlitten, in die
z1ucht. Die Nachricht von diesem Siege hat im Kriegs
ninisterium lebbafte Genugtuung erregt.
Bulgarien.
* Nach fünftägigen Debatlen über den Antrag auf Er
jebung der Anklage gegen die stambulowiftischen Mi⸗
tister schritt die Sobranje zur Abstimmung. Sie hal
ei allen fünf Angeschuldigten die Beschuldigung der Ver
assungsverletzung abgelehnt, begangen durch Suspendie
ung des Beamtengesetzes, und suͤmmte mit ver erfor
erlichen Zweidrittelmehrheit für die Anklage wegen Schaͤ
igung der Staatsinteresien.
Heer und Floͤtte. J
—* Kasernenschiffe der Marine. Die Zahl der ir
er Marine verwendeten Kasernenschiffe ist in den letzter
zahren vermehrt worden. Seit dem Jahre 1903 wirt
as frühere Panzerschiff Kronprinz“ als⸗ Lehrschiff für
as Maschinenpersonal in Kiel verwendeit. Es hat seinÄ
Liegestelle vor der Marinestation Wit und leistet für sei
en Zweck vortreffliche Dienste. Drei weitere Kasernenschifft
iegen vor der Marinestation Mürwit in der Flensbur⸗
er Förde. Seit dem Jahre 1908 wird das frühere Pan
erschiff „Uranus“ als Unterrichts und Wohnschiff für Tor—
edoschüler benutzt, nachdem der bisher für diesen Zwed
erwendete „Blücher“ durch eine Kesselerplosion unbrauch
ar geworden war. Der alte „König Wilhelm“ fungierl
eit dem Herbst 1907 als stationäres Schulschiff zur Er—
iehung und Ausbildung der Schiffsjungen; er liegt seil
em Herbst 1909 in Muͤrwik, und seit diesem Jahre dieni
Im das frühere Schulschiff , Charlotte“ als Beischiff. Im
Atober 1910 wurde das frühere Schulschiff „Molile“ als
Vohnschiff für die Besatzungen der Unterseebootsflottille
ingerichtet, und nunmehr ist das frühere Panzgerschiff
Baden“ anstelle der zwei Jahre lang benutzten Otter
ls Unterrichtsschiff sür die in Cuxhaven abzuhaltenden
Rinen⸗Lehrgänge umgebaut. Diefe Kasernenschiffe erspa—⸗
en der Marine den Bau neuer Kasernen. Für andere
wecke sind sie wegen ihres hohen Alters und wegen ihrer
zauart nicht mehr verwendbea
—— ——
ie Dudweiler Zeitung, mit der unsere
schaft durch lange Jahre in Freud und
erknüpet ist, mit der das Blatt treu ge—
t ist in der ernsten Vertretung der lieben
ladet heute unsere Berölkerung ein in
ig der Zeitung für den Monat März ein—
Mer an der heimischen Scholle mit
erzen hängt, der wird sich beeilen, die
er ZFeitung zu bestellen, die sich unaus—
nit bestem Erfolge bemüht, jeden Teil des
auszubauen. Nur ein heimisches Blait
in unsere Camilien; kein anderes kann
id energischer die wirtschaftlichen Interessen
ers vertreten als eine Zeitung, die, wie
eitung, seit einer langen Reihe von Jahren
Bestrebungen uuserer Bürger verwachsen
zu ihnen in gewohnter Creue steht. Die
er nahen Großstadt hat andere Interessen;
k in ihre Spalten belehrt uns leicht, daß
und wieder Dudweiler genannt wird
dann auch nur wertlose Neuigkeiten sind,
ähnung finden. Der Schwerpunkt liegt
aber in dem gesamten Leben, Weben und
lühen unseres Gemeindewesens. Wir
ins, daß man in allen Bürgerkreisen dies
anerkennt. Aber je stärker eine Presse
ie Allen in der Dudweiler Zeitung vor
to mehr und kraftvoller kann sie für die
eit eintreten, ihre Wünsche zur Sprache
ind ste verwirklichen helfen. Niemand
Abonnent fehlen, zumal wir in der
1s Neueste durch einen trefflich ein⸗
Depeschendieust eher zur Kenntnis
eser zu bringen, wie irgend ein aus—
latt. Der unterhaltende Teil der
r Zeitung bringt srgfältig ausgewähl⸗
toff, der uns viel Anerkennung gebracht
»rx reichhaltigen und übersichtlichen An—
des politischen Stoffes ist unsere beson—
falt gewidmet. Auf allen Gebieten werden
eser aufs beste und wahrheitsgetreu in
Wir bieten außerdem einem jeden Abo—
ne soziale Wohltat durch unsere Ver—
bei Tod durch Unfall die einer Höhe
Wartk eutspricht. Wir bitten unsere
in Siadt und Land, den Leserkreis der
heitung verbreiten zu helfen, es liegr
D,— 3,
—
Privarpegaazttenverncnerung.
Fin Stgen, eine Struer der ein Jruch?
Wie der Verlauf des dritten Privatbeamtenta
ges gun 18. Fesruar in Berlin gezeiet hat, gehei
die Anschten über das Veisicherungsgesetz für An
zestelit mete den Privatbeaniten weit euzeinander
Aus einer groͤßeren Zahl von Zuschristen „Rber diest
Frage geoca nir die solgenden Ausführungen al⸗
einen Beineg zur Beurteiluna des Geseßentwurfes
hier wieder
In den Foigen unberechenbar schädlich wirkt die Vor—
age, wenn sie Gesetz wird, für diejenigen Privatbeamten
n mlitleren Stellungen, die aus Pflichtge sühl sellb st ein
Urt Fürsorge saͤr sich oder ihre Familien zuschanen such
, so guf es ihre Verhältnisse zulleßen. Viele, sehr viele,
hlossen Lehensversicherungen auf ein bestimeites Altei
der Rentenversicherungen ab und haben nus die Gegen
eissuungen aufzubringen. Hier ist die Frage erechtigt, ob
ur solche Leute die Reichszwangsversicheruna nichtne
adezu zum Fluche wird.
Für viele davon ganz sicher. Wie soll der Privatbe
mte, der nach seinen Verhältnissen schon eine starke Laß
urch Versiherungsabschlüsse auf sich genommen hat, nock
ie hohen Beträge für die Versicherung beim Reiche auf.
ringen? Zwackt er sich diese ab, so kann er erst recht in
ie Sackgasse kommen. Hat er ein gewisses Alter erreicht
iwelchem seine aus eigener Kraft geschaffene Fürsorge
rgiebig wind und gestatten ihm die sonstigen Verhältniffe
— man muß an Junggefellen, Witwer oder Leute mit ver
orgten Kindern denken —, sich zurückzuziehen und sich ein
aar wohlverdiente angenehme Jahre zu gönnen, danr
ommen die Bestimmungen des „Fürsorgegesetzes“ und —
ellen ihm ein Bein. Die Altersgrenze ist noch nicht da.
as Reich zahlt keine Pension. Es wird auch viel Kle
ertun entstehen, weil doch marche alle Kräfte daran setzen
erden, um bis zu 65 Jahren aktip zu bleiben und ir
en Genuß der Pension zu kommen. Was ist die Folgel
zersuche zur Versperrung des Aufrickens jüngerer Kräfte
und zuce Hinderung deren Vorankommens ma ailen mög⸗
ichen Finessen. Das vertragen aber die Interessen du
andels⸗ und industriellen Unternehmungen und der Wett
ewerb mit dem Aus!lande nicht.
Lasse man doch das Gesetz werden das, was dami
eabsichtigt war: Eine Fürsorge sür die im We— tbewerbe
!3 Mangel an Glück oder wegen geringerer Intelligen,;
12) Energe Zurüclkgebliebenen, die nicht in der Lage find,
Ust für eine entsprechende Altersfürsorge das Nöt'ge“ zu
n unter entsprechender Heranziehung der Arbeitgeber und
ez Reiches. Dann wird es ein Segen Versuche man
bar nicht, für die anderen Kategorien von „Priva benm.
n eine „Fürsorge“ schaffen zu wollen.
Es gibt sehr viele Privatbeamte, die durch die be—
ehenden, kostenlos verwalteten Kassen ihrer Institule viel,
Ir viel besser daran sind, als sie es bei der Reichsversiche⸗
ing werden. Die ‚wohlwollend“ gedachte Uebertragung
zicher Kassen auf die Reichsanstalt ist ein unberechigter
zingriff in die perfönltchen Rechte der Vetreffenden, ver—
u den mit Schaͤdigung der Versicherten.
Deswegen und mu Rüͤcksicht auf die, welche Versiche
ungen abgeschlossen haben, rechne man einfach mit allen
estehenden Verhaltnissen und sage: Wer von dem Mo
iente des Inkrafttreiens des Gesetzes volljährig wird, ill
ersicherungspflichiig. Wer vorher 21 Jahre alt war, kann
h aufnehmen laffen, verpflichtet dazu ist er nicht. Läßt
Ach aufnehmen. dann in kein —⏑—⏑⏑——
Verkäuflicher Wert
yon A. von Gerstorff
Rie Verpflegung war in Tarndorr immer borzũglich
die Weine fein und reichlich geschenkt. Man wußte gang
jenau, wieviel materielle Genuͤsse man sonntäglich hier zu
rwarten hatte, und das war angenehm. Auch heute wie⸗
ꝛer vortreflich. Die kalten Sülzen, Bralen, Salat, die
iblichen vortrefflichen Bratkartoffeln, eine Spegialitäl
Ihrer Exzellenz Kochkunst, oder, Pardon, Köchin.
„Nein, nein, meine Frau kennt kein größeres Ver⸗
nügen, als die Küche zu inspizieren, und sicher sind die
Bratkartoffeln von ihrer eigenen Hand“ scherzte der Ge⸗
ieral, seiner Gemahlin bewundernd die blaffe Wange küs—
end, welch patriarchalische Liebkosung in diesem Kreise
ohne Anstand gern gestattet wurde.
Nach Tische gingen die Herren an die Skattische, wo
nan neben dem Likör noch sehr viel helles Bier bekam.
Die Damen wieder blieben in dem Salon unter den
ohen, trübseligen Prachtlammpen. Eine und die andere
jab das Nähen und Häkeln aber doch auf, was Elva mit
Befriedigung bemerkte, denn sie schämle sich wirklich, so
nüßig dazusitzen.
„Liebe Gräfin,“ meinte Ihre Exzellenz, „Sie sollen
—— sinaen. hörte ich von Frauf von Mener—
ve m.“
„Ich habe auch nur davon sprechen hören,“ lächelte
ie sehr lieb und gütig blickende Kommandeufse, eine ältere
Nme ganz in Schwarz. „Jedenfalls erzählt sich ganz
lennin von dem wunderschönen Bechstein. den man in Ihr
‚aus geschafft hat.“
Es kam etwas Leben unter die Damen. Man wäre
roh gewesen über irgend eine Abwechselung in der augen⸗
licklichen Unterhaltung, etwas, worüber an doch reden
onnte, wenn man es nicht genußreich fand. Und Musik
bar doch immer etwas sehr Nettes an solchen Sonntag⸗
benden, wenn die Herren an ihren Skattischen saßen,
vährend den geduldigen Gattinnen beinahe die Augen zu⸗
ielen. Es ware ja reizend gewesen, so ein paar kleine,
ette Lieder zu hoͤren, und nian wäre der Frau so sehr
‚ankbar gewesen, wenn sie eiwas Neues aus ihrem Rae—
ertoire zum besten gegeben hatte.
„Welche Schulen haben Sie siudiert?“ sagte eine etwas
ehr jugendlich zurechtgemachte Domänenpächterin von höhe⸗
em Alter, mit einem kleinen Essiggesicht Sie hatte selbst
iel Italienisch gesungen und ihret Zeit große Triumphe
rungen und, freute sich, etwas Gutes zu hören.
„Sehr geschult ist meine Stimme nicht,“ meinte Elva
erlegen; „aber wenn die Damen vorlieb nehmen wollen,
ahr gern. Nofon Gud wonßrf 3 6338
Oie Generalin erhob sich freundlich.
„O ja, ich habe einige Sammlungen hier. Vielleich
indet sich etwas, was Sie zu fingen wünschen.“
Elva atmete auf; es waͤr auch fast zu unerträglich ge⸗
desen, so den ganzen Abend, die Vamen hatten gesagt, daß
d bis zwölf UÜhr dauern könnte, auf demselben Fleck zu
itzen.
„Soll ich Sie begleiten?“ fragte die freundliche kleine
anrau— „ich habe meinen Mann früher sehr viel be—
gleitet.“ ? J
Dankbar nahm Elva an und legke das „Tannhäuser⸗
Ibum“ auf das Pult. Und dann brauste ihr starker, voller
Neazosopran klangvoll empor;
„Sei mir gegrüßt, du keure Halle!“
Gespanntes Lauschen, stummes Verwundern, verlege⸗
ies Anschauen.
Ein kleines Liedchen hatte man zum Takt der Strick⸗
adeln erwartet, und nun bekam man eine schmetternde
dpernarie, daß die Wände dröhnten, Wie eine richtige
Rpernsängerin stand sie da, so anspruchsvoll, so theatra—
isch, und dazu Gesten mit den Händen — wie unvornehm!
Was war sie eigentlich für eine Geboren⸗e Raotr kaum
aus altem Hause.
Schrecklich — diese Leidenschaft, mit der sie sang! Im
derrenzimmer war die Unterhaltung an den Skat— und
biertischen verstummt, Stühle wurdengerückt, schwere, un⸗
geschickt gedämpfte Schritte näherten sich. Der General
als Kenner, der Major als leidenschaftlicher Bewunderer
lehnten sich staunend an den Türpfosten. Clemens kam
icht. Er faß mit den KHarten in der Hand, sehr gepeinigt
aussehend, am Spieltisch, von wo sich sein Partner, der
Domänenpächter Herr von Osken, ebenfalls erboben hafte.
um in die Tür zu treten.
Dao raschelte die kleine, spitzmausige Dame auf der
dicken Gemahl zu. Nein, aber Theodor — flüsterte sie,
en Grafen Torrmälen hinker den Lichtern und Flaschen
ar nicht bemerkend, „was fagst du nur dazu? Keine Spur
on Schule und so schrecklich theatralisch wie eine Theater⸗
rinzessin! Sich da so hinzustellen, mit dieser unglücklichen
igur Man möchte in ein Maufeloch kriechen.
Mit einem kleinen Quieken brach sie ab, denn der
Hatte kniff sie warnend in den Oberarm, und da sah sie
er Grafen, der sich hinter dem Tisch erhoben hatte und an
r zorbei nach dem Salon schritt. Er srat zu seiner Frau,
ie pofort das Notenblatt hinlegte, welches sie soeben in die
and genommen hatte, um der verbindlichen Bitte der
mmandeuse 2u faroo⸗ in trpas ——
————————
— —
VM NIXNMRẽ M bel Ellium-, —
schon heiser, laß das Singen lieber, es klingt nicht a
ichere ich dir.“ 4
Erschroden sah sie zu ihm hinüber. Sie kannte die
robende Falte auf seiner Stirn, zwischen den harfen dunt
len Brauen. XWas Wwar geschehen, was datte sie getan 5
pußte ganz genau, daß sie heute ausgegeichnet bei Suim
var. 60—— —
„Man vergißk wirklich ganz, wo man ist,“ meinte 4
Major in aufrichtiger Bewunderung, sein Lob aber mog
ichst wenig zu ihren Gunsten formend, „man braucht nu
oie Augen zu schließen, um sich in das königuche Opernhaus
versetzt zu fühlen.“
.Ei, nein,“ lächelte der galante General, „im Gegen⸗
eil! Recht weit aufmachen muß man fie um' den voslen
sSenuß der prächtigen Pose zu haben. Sie würden eine
jerrliche Elisabeth gegeben haben, gnädigste Gräfin. Ko⸗
ossales dramatisches Talent
Die Damen schwiegen und begannen sich von anderen
Dingen zu unterhalten. Die Herren konzentrierten sick
langsam rückwärts in das Spielzimmer.
Aber das unterbrochene Spiel wollte nicht wieder in
Fang kommen, man legle früher als sonst die Karten hin.
Sraf Torrmälen spielte recht schlecht, was seinen Partner,
»en Domänenrat, sehr übellaunig fümmte —id viel zei⸗
iger als sonst wurdée nach den Wagen geruf
Als der erste rollte das Coupé des Graf Torrmalen,
n flotter Gangart der noch bei Laternenschein von sanit⸗
ichen Herren hochgepriefenen Trakehner qus dem Hoftor
oon Tarndorf.
Als der Wagen den Steindamm verlafsen hatte und in
den weichen Feldweg einbog, fragte Elva fiockend:
Clemens, ich habe mich wohl heute abend nicht gerade
mit Ruhm bedeckt mit meinem Gesang?“
„Mit Ruhm bedeckt?“ fragte er zerstreut, aus seinen
Zedanken auffahrend, die sich um den Ankauf eines berühm⸗
en Rennpferdes drebten, von dem ihn der Maior ge⸗
prochen.
Ja, ich habe wohl schrecklich schlecht gesungen?“
„Das will ich gar nicht sagen. Mener Ansicht nach
var der Gesang sogar recht schön zu schön vielleicht. Man
nuß den Takt haben, zu wissen, wo man sein Licht leuchten
äßt. Im Salon fällt eine derartige dramatische Leistun—
mmer unangenehm auf, bei einer vornehmen Frau. E
erlangt eben niemand, daß eine Gräfin Torrmälen w
ine Opernprimadonna singt. Du haitest eiwas Anspruchs
sores wahsen sossen MD anon . 2357.
Mit eigentümlichem, beobach—
Tbetrachtete man den neuen Zuwachs des Kret.
werreichen Grafen Torrmälen. Und der rierkte
ohl. Sein Herz schwoll vor Stolz, als er
r sich selbstverständlich an allen hervorragen⸗
der Kennsaison beteiligen würde. Es e ja
flicht des praktischen Offiziers, den edelsten
Herzenskraft zu pflegen. Allgemeiner Hegei⸗
il. Ja, wer irgend konnte, der war verpflichtet,
dlich; aber kosten würde es ein Vermoögen,
die Sache ordentlich betreiben wollte.
richt so übermäßig,“ meinte Clemens lächelnd.
Sie, lieber Graf, wenn man nicht rennt, nicht
den Becher schwingt, dann ist so eine Garnison
überhaupt geistiger Tod. Man hält's einfach
meinte der Rittmeister Herr von Varssen, die
aulich auf Clemens' Schulter legend, und ihn
heißen, schwarzen Augen melancholisch anstar,
e werden's auch noch erleben, obwohl Sie ja
XWr iunges schönes Frauchen hahen“ 2
blickte ihn kalt an und zuckte die Achseln. *
Himmel, verehrter Herr Rittmeister, wir sind
n Jahr verheiratet, da findet man seine Freu—⸗
ijt ganz allein am hauslichen Herde. Nein, ich
vahrhaftig nicht zurückzuziehen, wo in vernünf⸗
e, wie bei den Tenniner Ulanen der Sport —
gepflegt wird, das ift man 8 den Ka⸗
uldig. Nicht nur noblesse oblige, sondern auch
ge. denke ich, und Herr Masor werden mir
esprochen, Verehrter. Das scheint ja ein Glücks.
der Sie hierher verschlagen hat. Nun, wir
ausnutzen.“
ochten in dem Lächeln für Hoffnungen schim⸗
ine traurigen Augen so eigenartig belebten. —
ener meldete, daß angerichtet sei.
und geräuschvoll erhob sich die Herrengesell⸗
oie interessante Unterhaltung abzubrechen. J
eichterndem, lautlosem Seufzer derueßen die
on, und der „reichhaltige Gedanenaus.