ner Firmen entgegenwirken, Patente und Lizenzen 5
fen und billige Firmen berücksich igen. en
Arg Noste (Soz.): Sietennen e
Rin't zum Misitarismuse Das hinge —— cqhwill
Resormen zu fordern Remmer fogtusammen
Mannschastslöhne, die Fahl r , Soldaten
unheimlich. Das gan⸗e —— ce eerge
ü je Regeu?“ * ———— als
bruch. Für die IAιι Luden die 5*
perwendet man , hu
fühl des Ottupuiee erechtigung. J
man Seeoggoen J. Bp.: Hoffent ich bleibi
aben h zu viele Besichtigurgen nicht nur
—— In der körperlichen Jugend Erziehung
9— prben en aroßes Verdienft erworden. (Hört
αα. ) Wir wo len das Heer innerlch gesund moa—
pore varum bekämpfen wir die Bevorzugung bestimmter
riassen im Heere. Meine vorjährige Beschwende haste ei
en Minister-Erlaß zur Folge, daß Offigiere sich aicht ar
Abgeordnete wenden dürfen. (Hört, hört, links.) Die Ju
den werden vom Offiziersstande systematisch zurückgeh allen
Keri.gzminisster v. Heeringen; Ich bin mil dem
Abg. Müller-Meiningen dar'n eini J 5
gen dar'n einig, daß unser Volksheern
nuf der Grundlage des gleichen Rechts aufgebaut werder
nuß. Ich glaube aber, daß wir über Eindelheiten keine
Einigung erzielen werden. Wenn es nöt'g ist, so isi
es das unbedingte Festhallen an der Diszipiin und des
mbedingten Gehorsams im Heere, Sonst wird die Armee
niemals das leisten, was sie vor dem Feinde zu leisten
hat. Es ist für den Kriesminister schmerzlich, keine höhe
ren Mannschastslöhne einstellen zu können. Eine über
näßige Pensionierung unserer Offiziere lassen wir nich
intreten. Ich muß Verwahrung dagegen einsegen, wem
der Abg. Noske gesagt hat, daß unsere Mannschaster
chlimmer als Hunde behandelt werden. Wir sind davor
iberzeugt, daß wir nur mit willigen Soldaten den Kamp
estehen können Mißhandlungen durch Offiziere bedauer
ich auch. Im Interesse der Disziplin können militärische
Vergehen von Vorgesetzten und Untergebenen nicht gleich—
mäßig behandelt werden, denn der Vorge' etzte repräsentiert
die Autorität des Staates. Wir wollen nicht, daß ein
Veld⸗ oder Adeldünkel in uimserer Armee besteht. Auf das
stapitel unserer jüdischen Mitbürger gehe ich heute nockh
nicht ein.
Württembergischer Militär-Bevollmächtigter General
maior v. Dorrer bespricht den in der württembergischer
Kammer schon eingehend erörterten Fall der Verabschied
ung des Oberleutnants Gramm. Mit dienstlichen Grün
den habe diese Angelegenheit nichts zu tun.
Abg. Liebert (Rchsp.): Wir sind stolz auf unser
Dffizierkorps. Leider hört die Offizierslausbahn vielfach
nit dem Hauptmann auf. Den Veteranen sollte man zum
unfzigsten Jubiläum ihrer Siege eine besondere Zulage
aeben.
Abg. Werner (GEsp.) spricht gegen die Fremdenle—
Non und bringt Wünsche der Militarbeamten vor.
Morgen 11 Uhr: Weiterberatung. Schluß gegen 7 Ub
Eine polizeiliche Rücwanderjagd.
Aus Amsierdam wird berichte!? Tie Vorgänge mit den
Rückwanderern im Hafen von Notterdam nehmen jetzt ein—
geradezu ssandalöse Form an. Wie berichtet, wurde etwa
0 russischen Rückwanderern die Erlaubnis zur Durchsahrt
durch Deuischland verweigert, da die deutsche Regierung
vorschriftsmäßige russische Pässe verlangte, um nicht zu
riskieren, dak den russischen Rückwanderern an der deutsch
russischen Grenze der Eintritt nach Rußland verweigert
würde. Die Uranium-Gelellschast, die, obwohl sie die Be—
Ammungen kannte, wieder neue russische Rückwanderer aus
„em Schiff „Volturno“ gebracht hatte, war geneigt, diese
Leute an Bord des Schiffes zu behalten, da die Leute
richt im Besitz von vorschriftsmäßigen russischen Pässen
waren. Die holländische Polizei haite aber die Uranium—
Gesellschaft im Verdacht, daß sie unter allen Umständen
die Rückwanderer schon vor der Abre'se der „Volturno“ an
Land setzen wollte. Das Schiff wurde daher polüzeilich
tark bewacht. Die „Volturno“ trat nun am Donnerstag
dei stürmischem Wetter, verfolgt von zwei gemieteten
Schleppbooten, die Ausreise an. Zwei weitere Schlepp
boote mit Polizei an Bord fuhren ebenfalls der „Vol
uurno“ nach. In der Nähe von Schiedam fuhren plötzlch
die ersten beiden Boote dicht an die „Vosturno“ an. Die
Rückwanderer wurden rasch von Bord der „Vol urno“ auf
eines der Boote gebracht, worauf die „Voliurno“ ihre
Fahrt nach Amerita fortsetzte. Es fo'gte nun eine wilde
Jagd zwischen den polizeilschen Schleppbooten und den
beiden anderen, da jedes von ihnen versuchte, zuerst an
dand zu kommen. Die russischen Rückwanderer flüchteten.
m Rotterdamer Hafen angelangt, von dem Schleppboo
nuf eines der Frankfurter Schleppfchiffahrts-Gesellschaft ge
örenden Rheinschiffe und die Polizei verhinderte sie, vor
za. an Land zu gehen. Der Vertreter der Frantfucrter Ge
ellschafl, Herr Steinweg, ließ das Rheinschiff durch di
Polizei von den russischen Auswanderern räumen. Geger
Abend wurden endlich die gehetten unglücklichen Russen au
wei anderen Booten unergebracht. Unter den Leuten be
finden sich fünf Personen, die bei ihrer Ankunst in New
hork zurückgeblieben waren. Ein Mann und eine Frar
nit zwei Kindern, die strenggläubige Juden sind, haber
eit Beginn ihrer Irriahrt auf warme Kost verzichtet, de
sie rinnelle Nahrung nicht erhalten konnten. Die Fluch
von Bord der „Vosturno“ war von dem Vertreter der Ura
aium⸗Gesellschast. Herrn Timssen, arrangiert
Arbeiterbewegung.
— Gewalttätige Ausständige. Aussindige Schuh
abrikarbeiter verübten in Weißenfels schwere Aus
chreitungen. Sie h'ielten Arbeitswillige an uro bewarfer
ie mit Steinen und anderen Gegenständen. Erst eij
tarkles Polizeiausgebot und berietene Gendarmetie konnt
den Arbeitswilligen den Weg freimachen.
— Ende der passiven Resistenz. Eine Ver rauens
nännerversammlung der Staatsbeamten in Triest beschloß
die normale Arbeit wieder aufzunehmen, und die In'er
zention der Handelsskammer und des Bürgermeisters auf
unehmen
Lokales und Vermischtes.
Fastnacht. Wie aus unserer heutigen Nummer zu er—
sehen ist, finden in verschiedegen Lokalitäten karnevalistische
Vergnügungen statt. Hofsen wir, daß das unschöne Wetter
keinerlei Einfluß ausüben möge und ein lustiges Treiben
Platz ergreife.
Ddie neue Apotheke hier ist nach einer Bekanntmachung
der hiesigen Berginspektion jtzt auch für die Knappschaftsmitglieder
zur Bereitung von Arzeneienauf Anordnung der
nappschaftsärzte zugelassen.
Maskenkarten. Wir möchten an dieser Stelle noch—
mals darauf hinweisen, daß bei Maskierungen irgendwel—
her Art eine Maskenkarte erforderlich ist.Wer also mit
oder heiligen Hermandad nicht in Berührung kommen will,
jehe sich vor.
Vereinsnachrichten. IDer Geflügel- und? Vogelschutz-Verein
hält morgen nachmittag um 5 Uhr im Lokale von
L. Schlag eine Versammlung ab. Da verschiedene sehr
wichtige Punkte auf der Tagesordnung stehen, wäre es
erwünscht wenn die Versammlung vollzählig tagen könnte.
Die Versteigerung der Grundstüche der Erben“ Paul
Wunn und Luise Ries, die gestern im Lokale Dröschel
hier stattfand, war von zahlreichen Steiglustigen besucht.
Dementsprechend waren auch die erzielten Erlöse durchweg
hohe, wie wir hören für Ackerland und Wiesen rund
10 009 Mk. Das Haus und mehrere Baustellen kamen
icht zur Versteigerun
bet beln dn,
ab vier Woslan q *
— Fehadpsteage vengulloten sich
Ju ihren n — —
ine am Neuhauic 83 vre in Dir bnis euf
—— Viesem J ansardenzimmer schau⸗
—* dan d 3 ging los und ging ein Stockwerk
n b as Feuster, wo er in der Decke stecken blieb.
e beiden Bengels ist Anzeige erstattet.
Thalia⸗Theater. Da es im Vorjahre den Kindern ein
großes Vergnuͤgen bereitet hat im Fastnachtskostüm im
cheater zu sitzen, so hat auch in diesem Jahre die Tirecktion
ür den Fastnochtsonntag „Nachmittag die Aufführung des
Märchens“ Dornröschen“ angesetzt. So mögen sie denn
'ommen, die Mädchen und die Knaben in schmuken Kostümen,
und Dornröschen aus seinem 100 jährigen Zauberschlaf
rwachen zu sehen und ihm zuzujubelen. — Am Fastnachs—
onntag Abend gelangt auf vielseitigen Wunsch zur Auf—
ührung „Die keusche Susanne.“ Operette in 3 Ackten von
zibert.
Probeabonnement. Leider sind wir nicht in der Lage
unserer heutigen Ausgabe die Samstags erscheinende Bei—
age beizugeben, da die Nachbestellung derselben ausgeblie—
en ist.
Die Welt der kleinsten Lebewesen. Ein außerordent⸗
„iches Aufsehen sowohl in Laien- wie in Gelehrtenkreisen
jaben die kinematogravhischen Vorführungen aus dem Leben
der Bazillen erregt, die der französische Arzt Dr. Comandon
'in Berlin in einem Vortrage machte. Die Bilder, die In
usorien, Cholerabazillen, Bazillen des Rückfallfiebers, der
»er Schlafkrankheit und anderer Seuchen in ihrem lebhaften
kreiben im Blute zeigten, sind in einem Verfahren hergestellt
»as dierkt einen Triumphder Kinomatographie darstellt
lebrigens werden demnächst von deutscher Seite Versuche
emacht werden kinematographische Aufnahmen auf dem
Meeresboden zu machen, die, wenn sie gelingen, ein glei—
yes Aufsehen erregen dürften. Die Wissenschaft schreitet
castlos vorwärts und liefert Resultate, die früher kaum ge
ahnt wurden.
Saarbrücken, 23. Febr. (Strafkammer.) Die bisher
inbescholtene Ehefrau Adler zu Piccard wurde vom
Schöffengericht Saarlouis schuldig befunden dem Fuhrmann
Schönhofer Heu aus dessen Scheune entwendet zu haben
und zu Gefängnisstrafe von 1 Tag verurteilt. Die von
der Angeklagten erhobene Berufung hat den Erfolg kosten—
loser Freisprechung — Auch die vom Ackerer Johann
skaubuch zu Saalouis eingelegte Berufung gegen ein Ur—
seil des dortigen Schöffengerichtes, wegen rechtswidriger
eräußerung eines Pferdes auf 1 Woche Gefängnis
autend führt zu Aufhebung des 1. Urteils. bezw. kostenloser
Freisprechung. — Unter Ausschluß der Oeffentlichkei
werden die Verhandlungen gegen den Acbeiter Johann Reiter
aus Pachten gepflogen. Demselben wird vorgeworfen, am
3. Dezember v J. sich an den minderjährigen Töchtern
»es Hüttenarbeiters Bender zu Saarlouis-Roden der tät—
ichen Beleidigung und des Verbrechens gegen 8 1786,3
chuldig gemacht zu haben. Das Gericht unterstellt, daß
Reiter geistig minterwertig, und verurteilte ihn zu Gesamt—
gefängnisstrafe von einem Jahr. — Am 20. Dezember
eignete sich der Tagelöhner Jakob Nikolai zu Neunkirchen
wei einem Fuhruuternehmer gehbrige Wagendecken in
rechtswidriger Weise an. Auch der Versuch, diese Decken
in einen dortigen Fuhrmann zu verkaufen, wird den An—
jeklagten nachgewiesen. Da Dievstahl im strasschärfenden
Rückfall vorliegt, ersährt N. Gefängnisstrafe von 4 Monate
don denen 6 Wochen Vorheft angerechnet werden. —
Wegen widerrechtlicher Zueignung eines Paares Schuhe,
der Witwe Valerias zu Saarlouis gehörig, wird gegen die
»ortigen Ehefrau Peter Winter geb. Maßonet auf die ge—
ingst zulässige Strafe von 3 Monaten Gefängnis erkannt.
Der Ehemann der W. war zur Zeit arbeitslos durch
drankheit, die Angeklagte mußte zum Arzt und hatte keine
zchuhe).
Heiligenwald, 23. Febr. Der Bergmann Wilhelm
Zchneider aus Dirmingen hat eine Fangvorrichtung am
zördergerippe konstruiert, welche vollständig sicher wirken
oll. Tie Wirkungsweise ist kurz folgende: Sobald das
Förderfeil zerreißt, treten mit Gewichten beschwerte Hebel
nn Bewegung, welche ihrerseits die Fangklauen so fest an
ie Schachtleitungen anpressen, daß das Fördergerippe sich
illmählich festklemmt und nicht mehr weiterstürzen kann.
SZchneider der hat in Dirmingen ein Seilscheibengerüst mit
Fördergerippe, an welchem die Fangvorrichtung angebracht.
st, hergestellt Versuche mit erhöhter Belastung des Förder—
zerippes haben zu glänzenden Resultaten geführt. Tiese
krfindung, welche Schneider zur Patentierung angemeldet
hat, dürfte in Bergwerkskreisen mit Freuden begrüßt werden
Saarlouis, 24. Febr. Der Herr Eisenbahnminister hat
urch Erlaß vom 2. d. Mts. die Verbindung Saarlonis—
rerg als Kleinbahn zugelassen. Diese Strecke ist damit
Studt Soaclouis freigegeben und die Verwirklichung
Projektes dürfte nohls nicht mebr lange auf sich
w Mislabbach, 23. Febr. (Drohende Aus
perrung) Infolce ven Kündigungen in der Plüsch
beberei Friß Wolif Sosn in Dülken steht am Niederrhein,
alls keine Einigung erzielt wird, die Aussperrung von
iehreren Tausend Plüscharbeitern durch den Fabrikanten⸗
erband bevor.
* Maiunz, 24. FJebr. EEin Bedauernswerter)
Weil er als 16jähriger Mensch eine Strase von 14 Tagen
zefängnis erlitien hatte, die heute bei der Einrichtung dern
Jugendgerichtshöfe mit einem Verweis erledigt würde
siing der 34jährige verhelratete Korpsälteste von der Ka
elle des 3. Fuß-Art.“Reges. in den Tod. Paul Kürsten,
in Thüringer, hatte als Militäranwärter sein Examen
ür den Post- und Telegraphendienst gut bestanden und
ollte am 1. März in Köln in den Dienst treten. Seine
Nöbel haite er schon nach Köln in die dort gemietete
Vohnung bringen lassen. Nun hatte das Postamt seinen
Itrafregisterauszugs kommen lassen und die Strafe darin
erzeichnet gefunden, die er als 16jähriger junger Mensch
rlitten hatie. Er wurde benachrichtigt, daß sein Dienst—⸗
intritt auf unbestimme Zeit verschoben sei. Er wußte,
vas das bedeutete, und da er die Blamage bei seinen
jreunden fürchtete, griff er in der Aufregung zum Re
olver und erschoß sich im Gonsenheimer Walde. Die
jeringe Strafe im jugendlichen Alter trieb den Mann, der
ich 18 Jahre vorzüglich geführt hatte, in den Tod.
* Hemsbach (Bezirk Weinheim) i. B., 24. Febr. Gin
stabenvater.) Der 7jährige Schulknabe M. Brauch,
Zohn des hiesigen Totengräbers, wurde in der elterlichen
Vohnung tot im Bett aufgesunden. Die Mutter des
7naben gab an, der Tod fei auf Alkoholvergiftung zurück
uführen, denn es habe im Wohnzimmer ein Liter Schnape
estanden und davon sei bloß noch ein kleiner Rest vor
anden, sodaß anzunehmen sei, der Junge habe den gan
en Schnaps getrunken. Die alsbald eingeleiteten Nach—
orschungen der Weinheimer Gendarmerie haben aber zu
em Verdacht geführt, daß der Junge von seinem Vate
urch Stockschläge auf den Kopf schwer mißhandelt wor
en, und daß dadurch der Tod eingetreten ist. Als Grun
er Mißhandlung wird angegeben, daß der Polizeidiene
ne Schulstrafe von 70 Piennigen bei der Familie Brauc
taezsgen hai
utung einer oberirdischen Te—
rrsraze in Dudweiler liegt
dwetler vom 253. Februar
Duisbure, 24. Febr. Unglunasraru.) Insotg
»es Sturmes rarzte in Dinslaken ein Neubau und be
»en dort gen Draht- und Nagelwerken eine 6 Meter hoh—
MNauer ein, wodurch zwei Arbeiter schwer, drei leicht ver
etzt wurden.
* Düsseldorf, 24. Zebr. (Keine Notwehr.) Die
Strafkammer in M.Glad?dach hatte den Miinhaber einer
slachener Automobilfabrik, Wul, zu einem Monat Gefäng—
tis verurteilt, weil er in M.Gladbach einem Fuhrmann,
er seinenn Automobil nicht ausweichen konnte, mehrmals
nit der Hundepeitsche ins Gesicht geschlagen hate. Das
siesige Oberlandesgericht, das sich dieser Tage mit der Re—
ision des Verurtellien zu besa'ten hatte, erl!annte seine
zehauptung, daß er in Notwehr gehandelt habe, nicht als
chtig an und verwarf die Revision.
Ausgewiesene Anarchisten. Die von dem Schrift
— 00
em Anarchistenbunde „Tat“ betriebene Propaganda schein!
on der Münchener Polizeibehörde trotz des seinerzeit in
zffentlicher Gerichtsverhandlung festgestellten harmlosen
omischen Treibens ernst genommen worden zu sein. Nach
zekanntgabe in der letzten Nummer des bayerischen Zen
raspolizeiblattes sind zwei der Gruppe angehörende Schwei—
er und vier österreichische Staatsangehörige mit Rückückt
uuf die öffentliche Sicherheit aus Bayern ausgewieen
vorden.
Meunternde Gefangene. Die Gefangenen von Roannue
zaben gegen ihre Aufseher gemeutert. Militär mußte die
Irdnung wieder herstellen.
Unt- v„er Schneelast eingebrochen. Ein Haus in
Zitlis ij einer Meldung aus Konstantinopel unter der
Schneetast uammen gebrochen und hat 29 Personen unen
ich begraben, von denen 15 gerettet wurden.
Eisenbahnunfall. Aus Bregen; wird beriche: In
er Station Delaas entgleiste ein Eilug Die Maschin«
ind mehrere Wagen des Zuges legten sich quer über das
Bleise. Ob Personen zu Schaden kamen, ließ sich noch
nicht feststellen. Der Verkehr auf der Strecke ist gesperrt.
Verunglückte Alpenjäger. Aus San Remo wird
erichtet: 29 Alpenjäger ind bei einem Aufstieg in die
zerge in einer Höhe von 1200 Meter halb erfroren. Arme
ind Beine waren gänzlich erstarrt. Ihr Zustand ist sehr
rust. Sie wurden ins Spital von Rellino transportiert
Feuer im Kino. In dem Dorse Marches bei Ro
nan im Departement Drome brach in einem Kinemato
zraphentheater Feuer aus. Bei der dadurch unter den Zu
chauern verursachten Panik wurden 35 Personen schwer
zerletzt, darunter drei lebensgefährlich.
Opfer des Sturmes. Ein Opfer des Sturmes is
n Berlin der 8jährige Sohn eines Feuerwehrmannes ge
vorden. Der Knabe spielte Nachmittags mit einigen Al—
ersgenossen an der Ladestelle des Spree-Ufsers an der
Frachtstraße. Plötzlich faßte ihn ein Windstoß, sodaß der
dnabe das Gleichgewicht verlor und ins Wasser fiel. Nach
iner Stunde wurde seine Leiche gefunden. — Auf dei
Fahrt von Bebra nach Eisenach bei der Station Gerstun
jen wurde der Schaffner Witzel vom Sturme herunter ge—
oeht und getötet. — Aus London wird gemeldet: Eine
G6jührige Schülerin der höheren Mädchenschule, die vor
»er Schule auf einem Spielplatz stand, wurde von einem
Virbelwind ergriffen und 20 Fuß in die Luft gehoben
ovoraui sie auf das Zementpflaster niederfiel und augen
licklich tot war.
Furchtbare Bluttat. Eine furchtbare Fami ien-Tra—
ödie hat sich in Worasdin in Slowenien abgespielt. Ein
zimmermann erschlug mit einer Hacke seinen schlafenden
zater, verwundete seine Mutter und Schwesier lebensge
ährlich und seine flüchtende Schwester leicht. Dann stellte
msich mit dem blutigen Mordwerkzeug selbst der Polizei
Schadenfener an Bord. Aus Odessa wird berich
t: In den Kielräumen des ru sischen Dampfers „Graf—
ztroganoff“ von der Nordreederei ist Feuer ausgebrochen,
as die Ladung von 12 000 Pud RKolesnußkernen ver—
ichete und einen Schaden von 300 000 Rubel verursachte
Waisergeburtstagsfeier in Peking. Von einem
zreund aus Peking erhielt ein Leser des „W. T.“ vie
peilenfolge zu einem Festessen zur Feler des Geburtstege
inseres Kaisers im dorigen Grand-Hotel des Waggons
Lits, dem ein allgemeines Lied beigefügt ist, das weger
eines Humors hier mitgeteilt sei. Es lautet:
Wie bin ich gar so schwer verdächtig!
Nan läßt mich nicht ins Do guo su.
Zwei Meter ab und rechts aussprech dichh
Zo ruft man mir von weitem zu.
—A
Allhier mit kummervotlem Sinn
And tröste mich beim deutschen Weine,
Daß ich so skwer verdächtig bin.
Ich sing: O quae mutatio rerum!
doch schließlich find ich mich darein.
Den Becher hebt, das beste Serum,
das bleibt om Ende deutscher Wein.
And wenn mir ein'ge Tage Fieber
Die neu erfund'ne Impfung schafft,
Zo ist mir ein Tag Kater lieber
Von echten deutschen Rebensaft.
Beim deut'chen Weine deutsche Lieder
And deutsches Herz am rechten Fleck,
So kämpf ich alle Feinde nieder
And scheuch auch wohl die Seuche weg,
Doch sollt sie ernstlich uns bedrängen,
Zur Abwehr sind auch wir geschart.
Auch heut noch läßt sich niemand hängen,
Ner nicht 2“u998 o«raöoriffen Ward
Es drohn uns rings Gesahren mehre,
Db wir sie all bestehn, wer weiß? F
Doch was einst unsrer Väter Ehre,
Wohlan auch unser Wahlspruch sei's: 875.
Vas soll ich um mein Leben zittern,
dein ist es, Deutschland für und für J
Uund möge Fels und Eichéet splittern —
Heil Vaterland, Heil Kaißer dir. —
das Lied wurde — so lautet der Bericht — während des
Festes, zu dem zahlreiche Einladungen ergangen, aber nur
»enige Besucher erschienen waren, aus Furcht, es könne
er letzte Weg sein, immer von neuem gesungen und die
ztimmung war ausgezeichnet. — Man sieht, der Deutsche
m Ausland verliert auch in kritisch erscheinender Lage den
zumor nicht.
Das Ergebnis der Volkszählung. Nach dem
Reichsanzeiger“ betrug die Einwoͤhnerzahl im Deutschen
deiche am J. Dezember 1910 32 029 890 männliche und
2 866 991 weibliche Personen, davon entfallen auf Preu—
en 19 845 811 bezw. 20 310 980, Bayern 3 375 229 bez
501 268, Sachsen 2322 185 bezw. 2 480 300, Württem⸗
⸗erg 1191383 bezw. 1244 228, Baden 1059 137 bezw.
082 695, Hessen 639 214 bezw. 643 0085, Oldenburg
43 825 bezw. 238 605, Braunschweig 242 739 bezw
51 648, Sachsen-Meiningen 136 687 bezw. 142 105
achsen⸗Altenburg 106 383 bezw. 109 928, Sachsen-Ko
mirg-Gotha 125 353 bezw. 131 855, Anhalt 161 171 bzw
69 876, Schwarzburg. Sondershausen 44 194 bez. 45 790
zIchwarzburg-Rudolstade 49 450 bezw. d1 362, Waldee
O 541 bezw. 31 182, Reuß ältere Linie 34695 bezw
7 921, Reuß jüngere Linie 74 264 bezw. 78 501, Lippeé
3 230 bezw. 77 519, Schaumburg-Lippe 23 306 bezw
31254, Lübeck 56 888 bezw. 59 645, Bremen 148 2—-⸗zw.
150 317, Hamburg 508 935 bezw. 509 772, El
Lothringen 964 043 bezw. 907 659, Mecklenburg-Schwerin
17 884 bezw. 321 995, Sachsen-⸗Weimar 204 400 bezw
* 757 und Mecklenbura⸗-Strelitz 53 5323 bezw. 32824
ersonen
Neueste Nachrichten und Telegramm-Berlin,
24. Febr. Die Polizei nahm gestern d
Theater Francais 50 Verhaftungen vor. Zahlreiche R⸗—
varen durch Kundgevungen belästigt worden.
Berlin, 24. Febr. Die Wahlprüfungs⸗-Komm
des Abgeordnetenhauses beschloß heute, die Wahl des
tionallideralen Ahneordneten Wendelin (Eschwege⸗-Sch
alden) wegen Eingreifens des Landrates in der *
dewegung für ungültig zu erklären.
Berlin, 25. Febr. Der seit mehreren Tagen in
jen Unterbrechungen wütende Sturm hat gestern wied
zroßen Schaden angerichtet und wurde eine Anzahl
donen mehr oder minder verletz, u. A. hat der Sturn
Nachmittag einen Teil der Lazaruskirche abgedeckt
plötzlicher Windstoß riß von der Ostseite des Turm
einer Ausdehnung von mehreren Quadratmetern die
herab, diese beschädigten beim Aufschlagen das Kirche'
schwer und gingen dann als dichser Steinhagel au
zanze Breite der Straße nieder. Die Gewalt des S
sagels war sehr groß. Noch auf der andern Seit—
Straße wurden mehrere Fensterscheiben eingeschlagen.
ein großes Glück ist es anzusehen, daß gerade wär
dieser Zeit niemand die Straße an der gefährlichen
passierte.
Frankfurt, 24. Febr. Im Konferenzsaal des
bahnhofes findet heute und morgen Besprechung und
tellung des süddentschen Güterzug-Fahrplans *
Sommerdienst 1911 ftatt.
Weißenfels a. d S., 24. Febr. Im Zusammen
mit dem Schuhmacherstreik wurde hier gegen etwa 20
beiter und Arbeiterinnen ein Verfahren wegen Landfrie
ruch eingeleitet. Heute verhalten sich die Ausstän
yöllig ruhig.
Würzburg, 24. Febr. Ju: Odeon⸗Theater
ein chinesischer Artist der Tschunglinghee-Gruppe n
Reißens eines Drahtseils von der Gallerie ab und
chwere Verletzungen davon.
Mannheim, 24. Febr. Der 8jährige Sohn des
ziermeisters Sprenlein stürzte heute mittag von de
S5tock seiner elterlichen Wohnung durch das Treppern
zerunter. Er erlitt einen Schädelbruch und starb
arauf.
Dresden, 24. Febr. In dem Orte Grüna erk
in ganze Familie nach dem Genuß von Kartoffelsalet
inter Vergiftungerscheinungen. Während sich Mann
Frau auf dem Wege der Besserung besfinden, schweb
reijähriges Mädchen und ein fechssähriger Knabe in Le
zefahr.
Dresden, 24. Febr. Die Witwe des Ingenieurs⸗
ahrt aus Freiberg und ihre Tochter haben sich
elbe wegen Nahrungssorgen ertränkt.
Cöslin, 24. Febr. Wie in den Kreisen verlaute
nit der Familie des Grafen von der Goltz in Pom
zefreundet sind, trifft es nicht zu, daß Graf Wartens
ils Landrat des Kreises Wirsitz seinen Abschied erbeten
Bielmehr liegt hier eine Entlassung aus dem Amte
Das Recht, ferner Uniform zu tragen, sei dem E
Wartensleben entzogen worden. Die Entlassung aus
Amte wird dahin gedeutet, daß an allerhöchster Stell
Vorgehen und demnach auch die mehrfache Duellford
des Grafen von der Golt in ieder Weise mißbilligt w
eien
Schneidemühl, 24. Febr. Auf den Personenzug
in Schneidemühl um 75,, Uhr abends eintrifft, wurd«
bor der Station Milsch ein Schuß abgegeben, der
Fensterscheibe zertrümmerte. Die Kugel ging dich
dopfe eines Reisenden vorbei, ohne diesen jedoch zu t
Vom Tater fehlt jede Spur.
Waldenburg i. Schl, 24. Febr. In dem bena.
ten Neuttausendorf dnrchscehnitt der Bergmann Leu
in der letzten Nacht seiner Frau und seinen drei Ki
mnit einem Raliermesser den Hals bis zur Wirbelsäule.
letzt durchschnitt er sich selbst die Kehle. Das Mot
der Tat ist unbekannt.
Bitterfeld, 26. Febr. Die neu errichtete Pa—
gallonhalle hat infolge des Sturmes sehr gelitten, so ad
niemand betreten darf.
Kiel, 25. Febr. Der schwere Segeltuchvorhar
ieuen Luftschiffhalle, der sich bisher gut bewährteh
zestern Nachmittag unter dem Druck des Orkans g
und mußte schleunigst durch Militär herabgeholt w
Das in der Halle befindliche Luftschiff Suchard kon
Sicherheit gebracht werden.
Petersburg, 24. Febr. Hier brachte eine 391
Bäuerin in einem Etnbindungshause Vierlinge zur
zwei Knaben und zwei Mädchen). Mutter unde:
hefinden sich wollkommen wohl. Das seltene Er
interessiert die ganze Aerztewelt Petersburgs.
Paris, 25. Febr. Das Motiv meldet aus T
gestern wollten sich 5 Deutsche Deserteure in der K
des 1. Jäger-Regts. zu Fuß und verlangten diehinw
in die Fremdenlegion. Sie erklärten aus Karlsruhe gefl
zu sein, um sich der ihnen in Aussichthergestellten St
entzihen. An der französichen Grenze wurden sie von
französichen Ofsizier in Empfang genommen. der sie
Trozes bringen ließ.
Paris, 25. Febr. Der Ministerpräsident Be
dat die Leitung des Kriegsministeriums vorläufig
Pbernommen, woraus man schließen darf, daß die
ung des neuen Kriegsministers erst am Dienstag er
vird, dem Tage nach dem Begräbnis des Generals
sdach der Stimmung, die sich in der Umgebung B—
ind auch in den ihm nahestehenden Zeiungen offe
st anzunehmen, daß der neue Kr'egsminister wiede
Feneral sein wird, entweder der Militärgouverneur
Paris General Manoury oder der General Chamer
zlied des Obersten Kriegsrates. Auf die Heranz
zines Parlamentariers hat Briand also verzichtet.
New⸗-York, 25. Febr. Ein weiterer Versuch
Vertragemit Japan durchzubringen ist
gen. Taft suchi vörz —rnien zu beruhiagen.
— — s— 1—
Handel und Verkehr.
Ausdehnung der Wertanmeldung für die
sche Handelsstatiftik. Der Bundesrat hat am 9.
die Ausdehnung der Verpflichtung für die deutsche
delsstatistik auf die ganze Ausfuhr beschlossen, desg
auf die Einfuhr von Rohtabak (unbearbeiteten Tab
tern, Abfällen davon), von Fellen zu Pelzwerk⸗(
waren⸗) Bereitung, roh, von Tabakerzeugnissen, Kür
waren und Uhren (statistische Nen. 29, 1554 -b, 22
5634 -566, 929. -936). Bei der Einsuhr von *⸗
gen war schon bisher der Wert anzumelden. Fern
der Bundesrat gleichzeitig den 8 45 der Ausführr
immungen zum Gesetze, betreffend die Statistik
renrerlehrs mit dem Auslande, dahin erweitert,
Zaiserliche Statistische Amt in besonderen Fällen a
zrag geslatten kann, daß von der Angabe des Wer⸗
den Ausfuhranmeldescheinen oder von der Beifügu
Wertangaben in verschlossenen Briefumschlägen
vird, wenn der Versender sich verpflichtet, ihm ve
ntweder für die einzelne Sendung oder in bestiw
ebschnitten für eine Mehrheit von Sendungen ale
anmittelbar anzugeben. In diesen Fällen hat de.
ender am Kopfe des Aussuhranmeldescheins den
Wertanmeldung beim Kaiserlichen Statistischen Am
ufragen MAs Nusfuhranmeldescheine hei der Aus
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