Full text : Dudweiler Zeitung

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für den Bürgermeiften⸗b.⸗irk Zudweiler. Sonntagsblatt und Beite Ssätt.
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bonnent ist 900 M gezen Tod durch Uafall dei der Nürnberger Lebensver ĩ herung bank in Rücuberz versi hert. Jeder Unfal it bingen einer Wo he ua Eintritt der Kärnberger Lebensorrfi herunzs-Bank anzuzeigen, aut muß sich der Berletzte innerhal 21 Stunden nak dem Unfall in ärztliche Behandlung begeben. Todesfälle müsse
0 e 0 v 0 spätestens aber innerhalb 48 Stunden nach dem Kintritt zur Anmeldnng gebracht werden. üUeder die Voraussetzung der Versicherung geben die Berfi Herungsbedinjungeun AtJ ie bom Verkae oder von der Nürnberger Lebensversicherungs-Bant zu beziehen ad —X —X o 0 o 0
ir. 48. Samstag, oen 25. Februar 1811. 24. Jahtganu.
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bedentet eine feste Friedensbürgschaft. ESs wurde ein 3— 3
Tagesordnung gutgeheißen, daß die französische Regierungç Ein Meisterwerk ver Glasindustrie.
m Einvernehmen mit anderen Mächten die Frage der Eine von seltener Ausdauer zeugende Arbeit zeigt un
leichzeitigen Abrüstung so rasch wie möglich im Haag zur ser beistehendes Bild, welches eine vollständige aus Gla—
zprache brirge. hergestelle Kanone zur Darstellung bringt. Das Kunsi
* Der Kriegsminister General Brun ift in Paris im verk ist die Arhßeit eines in einem großen Thüringer Glas
3. Lebensjahre gestorbein. Der Minister litt seit zehn
äagen an der Grippe. Kurz vor seinem Tode unter
eichnete er noch ein militärisches Schriftstück. Späten
»urde er von einem Schlaganfakle betroffen, konnte aben
on seinem Kabine tschef, Oberst Ebener und seinem Kam—
nerdiener durch Alkoholeinreibungen wieder ins Bewußt—.
sein gebracht werden. Bald darauf erlitt er jedoch einen
weiten Schlaganfall, der seinen sofortigen Tod herbei—
ührte. Der General hat seine militärische Laufbahn al⸗
Artillerie-Unteroffizier in Metz begonnen. In dieser Eigen
chaft machte er 1870 die Besagerung von Metz mit und
geriet in deritsche Gesangenschaft. Nach dem Friedensschluß
ehrte er in das Artillerie⸗Regiment zurück und war spä—
er Professor an der höheren Kriegsschule, deren Kommando
renach dem Räcktrist des Generals Lacroix übernahm,
Im Jahre 1905 wurde er Chef im großen Generalstabe
ind 2 Jahre später beries ißsn Briand auf den Posten
des Kriegsmin'steræ

VRolitische Runoeschau
Deutsches Reich.
*Die Ernennung des deutschen Kaisers zum
iedizinischen Ehren-Dokror der Prager Universität ist vom
aijser Franz Josef genehmigt worden. Die Ueberre chung
es Diploms dürste auf dipiomatischem Wege erfolgen.
* Die „Norsdeutsche Alrgemeine Zeitung'“ schreibt: Der
ronprinz wird sich nach seiner Rückkehr aus⸗
zndien einige Zeit in Aegypten aufhalten, um
nen zu schroffen Klimawechsel zu vermeiden. An den Au—
nthalt in Aeghpten wird sich dann voraussichtlich een Be
ich des Kronprinzenpaares bei dem Kaiser und der Kai—
rin auf der Insel Korfu anschließen. Im Laue
es April werden der Kronprinz und die Kronprinzessin
nen offiziellen Besuch in Rom abstatten und dem Kö⸗
ig und der Königin von Italien die Glückwünsche des
eutschen Kal'serpaares zur italienischen Nationalfetier dar
tbringen.
*Die KurpfuscherKommission des Reschsaiges
 kam zu einem Beschluß über die Verpflichtung⸗ der
zührung von Geschästsbüchern. Die hierauf bezůgliche
zestimmung im zweiten Absatz des 82 enthält folgende
jaͤssung: Die im 8 1 bezeichneten Gewerbetreibenden (gse—
erbsmäßige, nicht approbierte Krankheitsbehandler) haben
zeschüftsbücher zu führen, in denen Name und Wohnor
es Behandelten, die behande te Krankheit, Art und Dauer
er Behandlung, sowie das Honorar einzutragen ind.
die Bücher sind 10 Jahre lang aufzubewahren. Ministe⸗
ialdirettor Dr. von Jonquieres gab die Erklärung ab.,
aß nach Absicht der Regierung, die in dem Gesetz auch
um Ausdruck ommen wird Ale aus den Gefchäftsbüchern
ewonnenen Kenntnisse uner Dienstgeheimnis gestellt wer
en sollen. Den Kurpfusera tönne len Zeuanisverwei
erungsrecht zugebitligt weson.
wie man erfährt, finden gegenwärtig Verhandtungen
wischen den Berliner Zentralsteslen und den Bundesregit
ungen darüber statt, inwieweit den Wünschen des Reichs
lages über den Rahmen der elsaßlsothringischeé!
Bßerfassungsfrage hinaus entgegen gekommein
verden könne. Sie gestaälien sich sicherem Vernehmen nad
echt schwierig und es ist vorauszusehen, daß eine En
heidung hierüber nicht sobald erfolgen wird. Es läßt sid
aher vorläusig auch nicht absehen, wie sie ausfallen wer
en. Immerhin ist auf Grund der Erkundigungen an un
errichteter Sielle bereilts zu sagen, daß die verbündeten
egierungen die volle Autonomie der Reichslande als zu
zeit verfrüht unter keinen Umständen bewilligen, noch sie
uf eine Schmälerung der kaiserlichen Gewal in Elsaß
'othringen einlassen werden. Hiergegen würde namentlich
reußen seinen ganzen Einfluß aufbieten und sicherlio
tit Erfolg. Dagegen scheint man an den Berliner Zen
alftellen geneigt zu sein, bezüglich der Gewährung vor
undesratsstimmen an El⸗faß⸗Lothringen entgegenzukom
ten. Man würde diese Stimmen entweder in positive
torm für alle rein wirishastlichen Fragen zugestehen ode,
anegativer Fassung unter Ausschluß aller Angelegenhei
ꝛn, die Heer, Marine und auswärtige Poiitik belreffen
*Die sozialdemokrat sche Breslauer „Volkswacht“ mel
ei: Einer der hervorragendsten Führer der deutsch⸗konser
aeuiven Partei, der am letzten Sanmstag seinen Wahltreis
esuchte, machte den Führern seiner Organisation die ver
rauliche Mitteilung, daß der Termin der allgemei
en Reichstagswahlen endgüllig auf Montag,
in 27. Novrember (72) sestgesetzt worden sei und spornte
im Hinblick auf diese Tatfache zu reger Wahlarbeit an
* Das „Herold“Bureau meldet aus Rom: Der Kai—
eer hat den König Viktor Emanueil' von Italier
urch ein Handschreiben verständigt, daß der Kron—
rinz und die Kronprinzessin dem König die Glück
hünsche des Kaisers ꝛum Roichs-Jubiläum überbringen
erden.

ie „Nowyje Wremja“ gibt dieser Mißstimmung of
Ausdruck. Sie wirft dem Ministerium des Aeußern
sche diplomatische Kniffe und Geheimtuerei vor, die
»gebenen Falle der chinesischen Regierung wegen ihren
lend prompten Antwort nicht vorzuwersen sei. So—
der Inhalt der Antwortnote nach ausländischen Mel—
nebelannt sei, müsse sie von gewissem Gesichtspunkte
1s zufriedenstellend bezeichnet werden. Zugleich aber
iche China den guten Eindruck durch die Erklärung,
bereit, die freundschaftlichen Verhandlungen über die
r russischen Note angeregten Fragen fortzusetzen. So—
»i die Antwortnote nicht das letzte Wort, das rus—
seits von der chinesischen Regierung verlangt wurde,
in stelle nur die unbedingte Anerkennung der Rechts—
»es Vertrages dar mit der Klausel, daß die Ausleg—
ind Anwendung dieser Rechte strittig sei. Das Blait
„Die Sache geht also mit anderen Worten zum Aus—
puntte zurück. Die Antwortnote läßt sich, wie felgt
lieren: China hat seine Vertragsverpflchtungen Ruß—
gegenüber nie bestritten und nie verletzt, so daß das
e Ultimatum auf einem Mißverständniz beruhl und
daher nicht wegen Verletzung des Vertrages, son
vegen seiner Einhaltung bedroht.“
ie liberalen „Birshewija Wedomosti“ sehen in der
inesische diplomatische Gewohnheiten ungewöhnlich
Beantwortung der russischen Note einen großen
—
isicht, daßz der Versuch der Chinesen, die Verhand
von Peking nach Peitersburg zu verlegen, den gan—
uen Eindruck verwische, denn die komplizierte Rege—
oer gegenseitigen Beziehungen werde dem Gesondien
3in Petersburg übertragen, der Wochen und Mo
ang die größte Friedfertigkeit zur Schau tragen, da—
er das Verhandlungsprogramm immer mehr erwei⸗
nd komplizieren könne, schließlich aber, wie oft schon,
yon Peking desavou ert, bestraft und' abberufen wer
nne. Zum Schlusse liest das Blatt ohne die vetref⸗
Erklärungen der „Norddeutschen Allgemeinen Zei—
zu erwähnen, den französischen Freunden und Ver—
en die Leviten, die gleich von vornherein in Pe'si—
s verfallen seien und sich aus der heiklen Situatien
hr durch veralete Aphorismen Bismarcks heraus⸗
möchten. Es wünßeht, das möchte ihnen für die
t als gute Lehre dienen, zumal dem „Temps“, der
eit viel sür das französisch-russische Bündnis getan
jetzt aber an dem sonderbaren Uebel leide, daß er
imRußland nicht vorstellen kann, das in der einen
inderen Frage nach seiner eigenen freien In tiative
„und daß ihm in senem Geiste überall drutsche
und deutsche Gedan'en vorschweben. In der Be—
ag des russisch chinesischen Konfliktes habe der
3“ eine garoße Unsherleatheit und Neichtiertigkeit be

Italien.
* Die Meldung, daß das deutsche Kronprin—
zenpaar im Austrege Kaiser Wilhesms den Köni g
ßiktor Emanuel von Italien besuchen werde, wirtd
n alien Bevöltkerungsschichen Ita iens mit groder Begei—
erung aufgenommen. Das deutsche Kronprinzendaar wirt
m italienischen Hofe einen gro zart gen Empfang sinden
die „Tribung“ schreibt: In dem Kronprinzenpaar wird
er Kaiser geehrt werden, de'en hochherzige Freundscha*
ür das italienische Volt auch diesmal wieder beredter
Ruüsdruck fand

Marokko.
Dem „Peit Paristen“ wird aus Or an gemeldei,
daß an der al erisch⸗marok?anischen Grenze zwischen einen
gerischen und enem marockanischen Stamme wegen enes
r andstückes ein Kampf stattzesunden habe, in dem
zwei Marokkaner g töet und in beiden Lagern zahlreich
Leute verwunde wurden

Koloniales.
Rh Zu den Unruhen auf Ponape. Das von den
dent chen Kreuzer ent andte Truppen-Detachement zur Be
ttra ung der Eingeborenen der Insel Ponape wegen de—
Revolte vom 8. Oklober v. J. hat ein neues Gesecht mi
den Eingeborenen gehabt. Man meldet den Tod vbon
furopäern und 5 Eingeborenen-Soldaten. Die Eingebore
rten erwiderten lebhaft das Feuer der deutschen Soldaten
velche 280 Gefangene machten. Ein deutscher Offizier, ein
Unteroffizier und 5 Eingeborene-Soldaten sollen getötet
vorden sein. Ob es sich bei dieser Meldung um ein
ieues oder das bereits gemeldete Gefecht handelt, geht
ius der Nachricht nicht bervor.
Von der LVuftschiffahrt.
*Der Flug durch die oberrheinisch
Tiefebene. Das Interesse sür die — vom Kartel
üdwestdeutscher Luftschiffervereine in der letzten Maiwoch—
eplanten aviatischen Unternehmen ist sehr rege, bei Pilo
en, Fliegerschulen und Flugzeugfabriken. Ein Duken
zlieger hat schon ihre Beie ligung in Aussicht gestellt, dar
ner Poulain. Die Propositionen sollen demnẽechst in eine
konferenz festgesettt werden, zu der auch das Kriegsmini
terium Vertreter entsendet; die hier zu leistenden Vorar
eiten werden grimd'egend für spslere Veranstaltungen sein
Die Trace Baden-Baden-Fran'furt wird wahrscheinlich in
ofern eine Aenderung erfahren, als auch die Pfalz be
rührt werden soll, wo stch viel Interesse für das Unter
iehmen zeigt. Für diesen Fall wird Wiesbaden von de
stoute gestrichen Nicht minder aroß, wie für den Flu
elbst, ist das Interesse, das in Fabrikantenkreisen de
Ausstellung in der Frankfurter Festhalle entaegengebrarh
vird, namentlich von den Franzosen, ferner von Englan'
ind Italien. Für den Schlußtag in Frankfurt ist ei
donkurrenzfliegen geylant, an dem auch solche Apigife
eisnehmen können, die den Zuveläsüakeitssug nicht be
tritten hahe,

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odüttenwerk beschäfagten Glasschleifers und erforderte z3
einer Herstellung die Arbeit mehrerer Jahre, da sein
zchöpser mur seine Mußestunden der Fertigstellung seine?
Lerkes widmen konnte
Deutscher Reichstag.
Mittag 1 Uhr. Berlin, 24. Febr
(134. Sttzung.)
Mit der Beratung des
Etats
vird fortgefahren und zwar beim Titel: M ilitdretar
Der Platz des Abg. Dr. Paasche (nl.), der heut
seinen 60. Geburtstag seiert, ist mit einem Blumenstrauf
zeschnmückt.
Der grundlegende 8 1 der Heeresvorlage wird in
namentlicher Abstimmung mit 247 gegen 63 Stimmen ber
11 Enthaliungen angenommen. Gegen die Vorlage stim—
nen die Sozialdemokraten, die Polen und die bayerischen
Jentrumsmitglieder Dr. Heine, General Heußler und Girl
Der Gesetzentwurf über die weitere Zulassung vor
diljsmitgliedern im Patentamt wird in erster und zweite
Lesung verabschiedet.
Zum Militär-Etat liegt eine lange Reihe von Resolu—
tionen vor.
Abg. Erzberger (Ztr.): Es muß weiter gespar
werden. Die Besichtigungsreisen müssen eingeschränkt wer
den. Die Bestimmung über die Ehrengerichte bedarf eine
neuen Revision. Der Redner fordert eine Verminderun
der Kontrollverfammlungen und bittet, bei der Anlegun
von Truppenübungsplätzen Enteignungen zu vermeiden
die Verwaltungen sollten ihre Bedürfnisse bei den Produ
zenten selbit vecken, und den Monovpolhbhestrebungen eimnel

teressant ist in diesem Zusammenhange ein Wladi—
x Telegramm der „Reisch“, die sich sonst heute ab—
d verhält, wonach japanischen Blättern zufolge der
e Botschafter in Tokio in den letzten Tagen mehrer
liche Pourparlers mit dem Minister des NAeunßern
a gehabt und dieser im Fall eines ernsteren Kon
wischen Rußland und China kategorisch Japans ab
Neutralität zugesichert habe. Daraufhin erst hade sich
üsche Molitif China aegenüber schroff geänder⸗

zris, 24. Febr. Der „Malin“ teilt in einer anschei—
fiztöjen Note mit, daß China der russischen Kegie—
icht nur vollständige Genugtuung ge—
abe, sondern sich segar bereit erklärt habe, den im
». J. ablau'enden russisch-chinesischen Vertrag vom
881 mit e'nigen Ahänderungen zu verlängern

Frankreich.
* Bei der Debatte über das Marine-Bud geit hat
Zisch on Gelegenheit zu folgender Erklärung genommen!
der Augenöbtick wäre schlecht gewählt, Frankreichs Wehr
nacht zu Lande und zu Wasser zu schwächen, während an
ere Rächte ihre Armee und Marine verstärken. Ein sol
es Vorgeben wäre unvorjichtig. Ein starkes Fraue—

Verkäuflicher Wert
von A. von Gerstorff.
„ bitte tausendmal um Entschuldigung,“ stotterte sie.
n Glück war es dunkel, um den Ausdruck feiner
erkennen. — Elva Knoaks, die Kluge, wäre nie
Torrmälen geworden, und wenn er sie auf den
esun gebeten hätte. Er nahm seinen Paletot ab
ite ihr.
nestanden beide in dem großen Salon, durch dessen
die lichte Dämmerung des klaren Tages, der Ab—
nes schönen Sonnenuͤnterganges rötlich herein—
tte einen Moment zu entschuldigen, Herr Gra', ich
ch eine Lampe holen.“
ein — bitte, keine Lampe.“ Mit eigentümlich har—
iff umschloß seine kühle Hand ihre heißen Finger.
Nzu sagen gekommen bin, sagt und hört sich besser in
Dämmerlicht.“
stand erschauernd still. Er ließ ihre Hand fahren.
Wortes, keiner Frage mächtig, stand sie willenlos
em, Zwang ihrer Ledenschafte Fert Gott, sich aů
rz schmiegen, die Arme um seinen Hals schlingen!
nhi In Ewigkeit — in Schmera und Lust, bis der
ied — —
ie wissen, weshalb ich komme, ich brauche Sie daher
ner Einleitung zu langweilen, Frau Knaaks. Ich
echen, darf meine Lebensfrage stellen?“
verschränkte ihre Hände krampfhaft ineinander
vieg. Er war so sonderbar, sie wußte nicht warum.
le Umarmung, ein Kuß war auch genug, war viel
viel üheraen nan αν Gi·no Einsostunaꝰ Marum?

Tatue, sie sant unmertitch damit von sich entfernend, daß sit
ich aufrichtete.
„Ich darf also hoffen, daß Sie meine Gattin werden
md als solche den Namen einer Gräfin Torrmälen würdit
tragen wollen?“
„Wie gern, wie gern!“ flüsterte sie. ihre Traäͤnen trock
nend.
Er stand einen Moment stumm. Sie war verliebt ir
zyn. Das war peinlich; damit hattte er sonderbarerweist
nicht gerechnet. Sie machte Anfpruch auf seine Zärtlich
keit, und das war ein Wert, der für sie absolut nicht käuf.
ich war. Reale Werte, wie seinen Namen, seine Stellung
ronnte er verkaufen; ideale Werte sind ganz unverkäuflich
Je schneller ihr das klar wurde, je besser
„Bitte, setzen Sie sich, liebe Elva — wenn ich nun si
agen darf, — lassen Sie uns ruhig sprechen über das Not—
vendige. Wir wissen nun, dak wir entschlossen sind unf⸗
deben zwammen zu beglnnen, es uns — soviel irgend in
unseren Kräften steht — gegensoitig teicht und angaen⸗hm
zu machen.“
Statt seiner Aufforderung zu folgen, war sie ans
Fenster getreten und sah hindus, ohne ihm zu antworten.
Er erschrak. Wenn sie jetzt noch Nein“ sagte, sich ver—
etzt, gekränkt fühlte, klug genug war, sich nicht überrum—
eln, nicht imponieren zu lassen, sondern das, was sie zu
eben, zu verkaufen hatle, in völliger Höhe seines Wertes
u schätzen — und, nach heißblütiger Woeiberart schnell ver⸗
iebt, nicht nur seinen Namen kanfen wollte, sondern auch
en Rest — seine Person — auch seine Liebe?
Seine Liebe, die er nicht losreißen konnte, weniger als
e in diesem peinlich gräßlichen Moment, von dem einzigen
zilde, dem zarten, vornehmen, zurückhaltenden, jungen
Nädchen mit den großen, dunklen Augensternen, dem sok⸗
igen, dunklen Haar, den feinen, blaßroten Lippen, mit dem
ntzückend stolzen Schwung der Oberlippe.
Qualvoll deutlich trat das geliebie Bild aus dem däm—
nerigen Halbdunkel hervor.
Und wenn sie fühlte, daß er eben nur ihr Geld meinte,
ur ihre Hand nahm, weil er mußte — wenn sie jetzt um⸗
vendete und sich Bedenkzeit ausbat?
And er konnte sie ihr nicht geben. Er mußte morgen
ie Anzeige seiner Verlobung veröffentlichen.
Es stieg ihm heiß zur Stirn. Er tat einen Schritt gegen
a8 Fenster, an dem die Frau schweigend berharrte.
„Elva,“ sagte er mit * vaifen, heißen Ton, der sein
tte für jedwedez bpr exrlich machte, wie
itter ibm inst a 48 ν

Er sah, wie sie zusammenauckte und eine halbe Kopf—
vendung machte.
„Sie verstummen, liebe Elva, Sie weisen mich von sich,“
agte er, und auch durch seine Stimme hörte sie nun, auf—
horchend, den schweren, rascheren, atemraubenden Herz
schlag, den er vorher aus der ihrigen gehört.
Die Gründe waren freilich seht verschieden.
Wenn sie denn Komsödie mit ihm spielen wollke, pun
denn, so mußte er sich fügen, denn er mußte ans Ziei.
„Glauben Sie denn nicht glücklich an meiner Seite zu
verden?“ fragte er dringender.
„Das weiß ich nicht, und darüber denke ich nicht nach,“
klang es gepreßt zurück. Ich frage mich nur, ob Sie Ihr
eigenes Glück auch richtig verstehen.“
Verächtlich zuckten seine dippen, und er mußte seine
Ungeduld meistern, um nicht zu rufen: „Mein Gott, darum
yandelt es sich ja gar nicht.“ Wir spielen kein Joͤyll, er⸗
warten auch keines von unserem Bunde — Fomman e
doch endlich zur Sache!“
„Elva, lassen Sie all diese Zweifel fallen, sagen Sie
mir nur eins“ — sein Ton war um eine Nuance kälter und
herrischer geworden — wollen Sie mein Weib werden, wol⸗
len wir es miteinander versuchen? Wenn Ihnen auch jetz!
noch die rechte Liebe fehlt,“ fuhr er doppelsinnig fort, „wir
wollen einander vertrauen, wir wollen miteinander hoffen.“
Da streckte sie ihm, rasch sich umwendend, nicht länger
im tande, ihr aufjauichzendes ‚Herz seinem beschwörenden
Ton, seinen lieben, ernften Worlen zu verschließen, beide
dände hin, die er unwillkürlich mit frohem Aufatmen uiud
einem geflüsterten: „Endlichl⸗ stürmisch an die Lippen
vreßte — diese rettenden Haͤnde.
Sie entzog ihm die eine, und in ihrer ungeschickten Arl
legte sie dieselbe seise auf fein gebeugtes Haupt, etwas Un
derständliches flüsternd. Er zuckte zurück.
Wie ein Irrlicht über Sümpfe, so flackerte es einen
lüchtigen Moment in seinem Geiste auf: „Du bist getäuscht.
Das ist kein ehrlicher Handei. Nicht das wolltest du kaufen
Du betrügst und bist betrogen. Wies Von wem? — Laß
iese Frau, von der dein Herz nichts will, und die deinß
baupt berühren wollte, wie einst deine Mutter es getan!“
— Ja, es zuckte auf, aber es war kein helles Leuchten, diese
asche Empfindung; andere, flärkere drückten es nieder, eẽ
rlosch — in unedm Teiumph.
Das „En' rwische Kuß legten der
enden 244 dMoar ronon iißg
gtist 128

zurückhaltend geworden nach jener ersten Umarmung, und
er vergaß in seiner Befriedigung die Zeremonie, die sie er—
wartete. Sie senkte das Hauͤpt und trat ein wenig zurück.
Da raffte er sich auf, umarmie fie leicht und kußte die
chüchtern gebotenen Lippen.
Elva Knaaks war noch nie in Leidenschaft geküßt wor⸗
den, sie war zufrieden. Dann faßte er nach seiner Mutze.
Sie erschrak.
„Fortgehen? Jetzt fortgehen?“ fragte sie bang, seine
Kechte festhaltend. J
„Ich muß, meine Teure. Dringende, unaufschiebbare
Angelegenheit ruft mich don Ihrer, Pardon, von deiner
Seite. Aber sie ist rasch erledigt, und wenn Sie gestatten,
ehre ich selbstverständlich zurück, wenn irgend eine kleine
Feier zu veranstalten — 25
„Heute schon eine Feier, ach!“
„Ganz wie Sie, wie du befiehlst. Also morgen. Ich
ehre zurück, um alles Nötige zu besprechen. Jetzt bitte nur.
nich gnädigst auf eine Stunde zu beurlanben.“
Er neigte sich tief über ihre Hand und ging.
Eilig, eilig hörte sig seinen spornrasselnden Schritt auf
er Treppe verklingen. Sie blieb mitten imn Zimmer stehen
die gefalteken Bände malt herabhängend.
„Wenn mir noch die rechle Liebe fehlke, mir? — Odbe
dir? Tut nichts, fie wird kommen, er ist eine ruhige, kühl
Natur, er wird an meiner Liebe warm werden, wenn e
auch vielleicht noch kaum —D heißt
vielleicht Verliebtheit damit verwechselt, wie das die Man
ner öfter tun sollen. Freilich man sagt: In jeder Ehe, aud
in der glücklichsten, liebt eins immer heißer als das andere.
Ja, aber wehe dem, der zu heißl liebt, weh' der Frau
vor allem. Sieben Schwerter sind fur sie bereit ⸗ *

er er wußte jedenfalls besser als sie, was das Rich—
r. Er wußte natürlich nicht, was sie ersehnte; er
ihr eine Einleitung schuldig zu sein, tat seinem
3wang an, ihr die Rücksicht, die kühle Ehrerbietung
isen, die er einer seiner kaltherzigen, vornehmen
zgenossinnen in solchen Fällen erwiesen hätte.
zögerte und wagte ihre Stinime nicht zu erheben,
Bewegung gegen ihn und einen Schrith zurück —
imen Tränen kamen siedend hervorgeschossen — —
nens Torrmälen fuhr zurück — eine feuchte, glü—
ange deückte sich an sein Gesicht — ein penetranter
rduft stieg zu ihm auf —: „Ich weiß alles, was
AI 4— — 24

—

—A —

* F ν. J R
Von der kleinen Kavallerie⸗Garnison Tennin fuͤhrt Ar
ꝛinsamer Weg nach dem öden, trübseligen Bahnhof — ir
iner halben Stunde zu erreichen. Halbwegẽ ungefähr
eht ein einzelnes, großes Haus. Viereckig, weißgetüncht
rit zwei Etagen und modernen Spiegelschesben. Ein mo—
rwar Vorgarten mit Eisengittern davor, darinnen zwe⸗
nüde Lebensbäume, zwe⸗ Stechpalmbi ve zu Trou
            
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