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Ersheint J ————— zeisen
äch mit Ausnahme der Sonn⸗ und p e J — —93 9 7 —53— —2 * * — kosten 10 pro Gspaltig Petit;
Feiertage. —— 2 ———— g * — * —— 8 8 2 4 77 auswärtige 15 4
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* *
Mit zwei beilagen: Nnlamenn
Sonntagsblatt und Beitere Blätter. — 10 4 pro Apaltige Petitzeile
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Postschließfach Nr. 14.
Dienstag. den 21. Februar 1911.
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ponhune
Amtliches Publikationsorgan
Abonnementspreis für die Bürgermeisterei Dudweiler.
onatlich 70 frei in's Haus
gebracht, *
er Post bestellt 2 25 vierteljährlich. Fernsprech-Anschluß Saarbrücken Nr. 69, 259, 2689 4. 1281.
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—8 — — — * —
eutscher Privatbeamtentag.
drrrre deutsche Priovarveamten
de am Sonntag in Berlin unter starker Bete
gehalten. Etwa zwei Drittel der Besucher stell
em einbercufenen Hauptausschuß für die staatlich
rsicherung angehürenden Organisalionen. Da
el schien dem VNerbande der sogenannen freie
g anzugehören, die sir den Anschluß an di
Invaliditätsversicherung eintritt. Außer den
des Innern »nd der Berliner Handels
aren die mesten Frakzionen des Reichstage
Sogleich nach der Eröffnung kam es zu stür
enen. als der Vo sisende, Reif-Leipzig erklärte
hier nur um eine Rundgebung der dem Haupt
igeschlossenen Organe handele und deshalb kein
zu gelassen werde. Ueber die Frage der Ange
icherung im allgeme nen reserierte Dr. Thyssen
Man erhoffe von dem nunmehr veröfsen lich
itwurf mit den vom Hauptausschuß vorgeschlo
zesserungen einen Ausgleich zwischen dem ci
udalkapitalismus und dem e nseltigen materiag
letarisnius. Regierung und Reichsag müß
rüber klar sein, daß noch in dieser Tagung der
rf verabschiedet werden müsse.
eitere Verlauf der Versammlung wurde immer
Einige Male wurden die Anhänger der be
igen fegar handgreiflich und die so lauter
ußten aus dem Saale entsernt werden. Unter
hen Kaufmann-Berlin vom Deutschen Techn ker
er Sen Umfang der geplanten Versicherung, Fa
her Dffendach über den Invalid' tätsbegriff und
ge und Leistungen und Bechly-Samburg von
nalen Handlungsgehilsenverband über die Or
der neuen Versicherung und die Ersazve siche
ann wurde mit Zweidrittelmehrheit folzend
angenonimen:
n 19. Februar 1911 in Berlin abgehaltene Pri
lentag begrüßt das Erscheinen des Entwurfes
herungsgesetzes für Angestellte und erklärt in
mung mit dem Hauptausschuß für die Herbe
er staatlichen Pensions- und Hinterbliebenenver
ePrivatangestellte, daß auf der Grundlage die
es eine befriedigende Lösung der Versicherungs
h ist wenn die vom Hauptausschuß vorg
zerbesserungen berücksichtigt werden. Insbeson
der Privatangestelltentag die Erhöhung der
vorgeschlagenen Beiträge und damit eine ent
erhöhung der Leistungen. Der Privatangestell
et an den hohen Bundesrat die dringende
hrelle Erledigung der Vorlage, damit diese
Jegenwärtigen Reichstag verabschiedet wer
Redaktion, Druch und Verlag von J Unterkeller-Dudweiler. Bei Jahres⸗Abonnement höchfter Raball.
ö — V ιαuu —— 0
inizut der Nürnberzer Lebensversicherunzs-Bank anzuzeigen, auch muß sich der Verletzte innerhals 21 Stunden nach dem Unfall in ärztliche Behandlung begeben. Todesfülle müssen soforn
ranstennns der Bersicherung geben die Zerlicherun zsbediugun gen Anif hüiß, die von Verkale oder von der Rürnberver Lebensvecsicherungs⸗Bank zu beziehen sind. —R e X
— — — won — — —— ñ — —
Rolitische Rundscyau
Deutsches Reich.
* Londoner Depeschen melden, daß schon jetzt im
Buckinghampalast die Gemächer für das deutscheKaur—
erpaanr instand gesetzt werden. Der Kaiser wird sich
vährend seines Londoner Aufenthaltes wahrscheinlich auch
iach Windsor und Frogmore begeben, um Kränze an der
grabstätte des Königs Eduard und der Königin Viktorig
niederzulegen.
* Im Berliner Sportpalast begann am Montag die Ge
teralversammlung des Bundes der Land
virte. Der Saal faßt etwa 20000 Personen. Dr
dietrich Hahn legte den Geschästsbericht vor.
* Zu den Ausführungen des Ministers des Innern von
Dallwitz in der preußischen Abgeordnetenhaussitzung vom
.7. dss. Mis. der Abgeordnele Bebel habe sich nicht ge—
cheut, einen Beamten des Berliner Polizeipräsidiums zu
zestechen und ihn zur Untreue und Nichtachtung se nes
Diensteides zu verleisen, veröffent icht Bebel im „Vor—
wärts“ einen offenen Brief an den Minister von
Dallwins, in dem er erklärt, werer er noch der ver—
torbene Abgerrdnele Singer hästen sich an den betressen
den Beamten gewandt. Die'er habe sich vie mehrr selbst zu
Spitzeldiensten angeboten unter der Voraussethung, daß sie
ihm honoriert würden. Bebel erklärt, die Annahme dieses
Anerbietens sei in der Aera Bismarck Puttkamer ein Ge
bot der politischen Klugheit gewesen.
* Der Landrat des Kreises Wirsitz, Graf Wartens,
meben, hat sein Entlassungsgesuch eingereicht,
Dieser Vorgang hat insofern eine ungewöhnliche Bedeu—
ung, als er in direktem Zusammenhang mit der Duell—
Affäre des Majoratsherrn, Grasen von Goltz steht, und
is in die höchsten Militär- und Regierungsbehörden sein—
dreise ziehen dürfte.
erartige Behandlsung werde den jungen Soldaten die x —.
4 —8 Militär en es sei kein Wunder, wenn ! Die Haltung der Regierung in Peking.
Selbstmorde und Fahnenslucht erfolgten. Man solle mu Die china⸗offizielle „Agence d'Extreme Orient“ teili
eiserner Hand a en. damit die Brutalitäten beim Mili— nit, daß das russische Ultimatum keine große
när endlich aufhörten . 23 srregung in Peking hervorgerufen habe, da man an
H Kwilecki⸗Prozeß. Der — J für di äßlich der unsreundlichen Haltüung Rußlands diese Ding
stevigions Verhandlung im Kwilecki⸗Prozeß, der aruf den abe onnnen sehen. Die chinesische Regierung werde ihrer
23. Februar angesetzt war, ist auf unbestimmte Zet wegen ig inn ee eu ächte ihre Rechte aus
pitzlicher Erfrankung des Anwaltes der Klägerin vertags nanderseben unr beweisen, wie stark ihre Position in die⸗
vorden. er Sache sei. Der Vertrag von 1881 setzte feft, daß
Brenzzölle nur nach gemeinschaftlicher Uebereinkunf
zwischen China und Rußland fesigesetzt werden dürfen,
und daß die Zölle 5 Prozent nicht überschreiten dürfen,
Bis zum Jahre 1907 blieb die Grenze zollfrei. Dann sebt—
Rußland, ohne China zu fragen, eigenmächtig einen Zou
jest, um die Konkurrenz japanischer Waren zu bekaͤmpfen
Als Rußland Waren chinesischer Kaufleute aus Shans
und Shensi konfiszierte, war es genötigt, diese Wares
später wieder herauszugeben, denn China verwies daroaf,
daß die Zolleinführung ohne seine Zustimmung vorgenomnen
worden war. China führte nun ebenfalls einen Zoll
in, worauf Rußland, daß damals noch in freund!ichen
Beziehungen zu China stand, die chinesische Regierung bat
zie Zollerhebimng noch um sechs Monate zu verschieben
Lhina vee zum — e
sußland hatts allo nicht das Recht, eigenmachtig ölls
estzude gen.
vinichssich ooe Exterritortalirat machte China keine
Einwand. Nunr steht ihm laut Vertrag von 1883vba
Recht zu, die Grenzräuber direkt zu verfolgen imd zu be
strafen. Rußland verlangt jetzt Abgabenfreiheit für vuss
sche Kaufleute. Artikel 12 des Vertrages von 1881 sag
aber wörtlich, daß die Abgabegsreiheit aufhöre, wenn bu
Entwicklung des Handels die Einführung eines Zollschutze
nötig mache, der nach gemeinschaft icher Uebereinkunft fesi
gesetzt werden soll. Da Rußland eigenmächtig die Zol
eiungesührt habe. ohne mit Ch'na zu verhandeln, so habi
stußland sich auch des Rechtes Legeben, Abgabenfreihei
sür seine Kau leute zu verlangen. Artikel 18 des Verir⸗
zes von 1831 bestimmt ausdrücklich, daß es verbolen et
Salz, Feuerwafssen und Munition, sowie Opium nad
China ein- oder auszuführen. Salz ist verbosen, weil in
Thina hierfür ein Monopol besteht. Der Opiumhandel is
iberhaupt untersagt Rußland kann also kleinen Anspruc
erheben gegen Monopole mit Prohibitivmaßregeln vorzu—
gehen, wenn sie in diesem Vertrag genannte Artikel be
reffen. Rußland verlangt ferner, daß es eine Reihe neuen
Fdonsulate errichten dürfe. In Wirklichkeit sind neue Kon
sulate vertragsich nur zulässig, wenn es die Entwicklung
es Handels ersordert, und es ist hierfür eine Verständig
ung mit der chinesischen Regierung erforderlich. Ein Rech
für Rußland, die Konsulate ohne weiteres zu verlangen
desteht nicht.
Die „Agence“ nennt das Ultimatum eine rücksichtslost
dundgebung, die keinerlei völkerrechtliche Stütze habe unt
die nur aus der Furcht Rußlands vor dem neuen chinesi
—
Hrenze zu erklären ist, China werde sichh nicht einschüchtern
issen.
* Der „Matin“ veröfsentlicht ene halbamtliche Note, in
velcher energisch in Abrede gestellt wird, daß die von Ruß—
aud gegen Chind unternonimenen Schritte auf Grund der
ßotzdamer Unterredung erfolgt seien und in mehr oder
veniger direkter Weise von Deutschland veranlaßt wurden
das Blatt kann aus autoritativer Quelle milteilen, daß
»as Vorgehben Ruslands durch die Hasturg der chinesischen
segterung verursacht wurde, die auf die wiederholten dip
omatischen Vorstellungen Rußlands in keiner Weise rea—
ziert habe. Die russische Astion sei erfolgt, nachdem die
seduld des Petersburger Kabinetts erschöpft war und
nan sich in Petersburg davon überzeugt hatte, daß die
jeduld Russlands in Peking als Schwäche aufgefaßt wor—
en ist. Wie das Blatt behauptet, verursacht der Schrit—
sußlands in diplomatischen Kreisen keinerlei Beunruh'g—
ng.
Nach einer Meldung hält man in Pektlinger Regie—
ungskreisen an der Anschanuung fest, daß Rußland bei
einen Ansprüchen an China von Japan unter.
— — 4—40 c äà«
ven er aver sosort vereute, us er dem auflodernden Blid
des Grafen begegnete.
„Pardon, Torrmälen,“ sagte er unwillkürlich, „aber Si⸗
wissen ja, ich bin ein unverbesserlicher Zyniker und Pessimis
dem sozusagen nichts heilig ist.“
„Scheint so.“
„Aber Sie wissen ja, ich habe auch meine guten Seiten.“
Torrmälen schwieg. Jo, er wußte wohl, daß der Mann
da seine sehr guten Seiten hatte, daß er ihm manch Gutes
erwiefen hatte und erweisen wollte, daß er ihn jett be
freien wollte und wohl konnte von der ————— Lasi
don Schuld und Pein, die er sich selbst aufgeladen hatte
Aber, das Wie — das gräßliche Wie, von dem er kaltblütig
lächelad sprach. Bei Gott, der Sprung ins Richts waͤre
ein Freudensprung gewesen gegen die Aussicht. Aber er
durfte nicht, er mußie den anderen Wert dafür hergeben/
den er noch besaß. Und wenn er noch freien Herzens ge⸗
wesen wäre! Wenn nicht sein ganzes Glück in jene süßem
dunklen Augen gelegen, seine ganze Leidenschaft nicht jene
eine, einzige, zarte Maͤdchengeftalt umfaßt hätie, mit der
ganzen Intensität, dem ganzen fordernden Abfolutismus
eines Empfindens und Begehrens. Und noch keine Ant
vort — noch immer nicht — mein Gott, wenn sie gar nichl
antwortete?! Wenn sie ihm das einzige Labsal, nach dem
seine fiebernde Seele lechzte — fie nur einmal in seine
Arme zu reißen, nur einmal diese feinen, zucenden Lippen
zu berühren — versagte, weil sie seiner maßlofen Kühnbeit
zürnte, mit Recht zürnke — —2
.Wendelin beobachtete ihn stumm — wie es in seinen
Zügen arbeitete, und wie er die spröde werdenden Lippen
immer wieder mit der Zunge befeuchtete — wie im Fieber.
. Endlich, nachdem er Mesfer und Gabel niedergelegt und
die Servietle sorgfältig in den silbernen Ring gedreht hatte,
bemerkte er, eine Zigarre in Brand steckend
„Ich habe Ihnen nur einen Weg gezeigt, lieber Torr⸗
mälen. Wenn Sie ihn nicht gehen koͤnnen, isi das Ihre
Sache. Das kleine Opfer, wesches ich persönlich dem Freunde
ehracht habe, zählt für mich dabei gar nicht.“
ARür mich aber“
nfe Feair. ulso?“ —
Italien.
*König Peter von Serbien hat am Sonnta,
dachmittag 4 Uhr Rom verlassen. Auf dem Bahnhof
rabschiedeten sich die beiden Monarchen sehr herzlich
kon einer diplomatischen Persönlichkeit wird versichert, daß
»er Besuch des serbischen Königs in Nom ein poliusch⸗
Resultat haben werde, und daß man sich auf die Wieder
nifnahme der italienischen Altion auf dem Balkan gefaß!
nachen müßte. Durch das zwischen Serbien und Italien
abgeschlossene Abkommen werde wahrscheinlich der Ban
er Transbaikal-Bahn beschleunigt werden.
Vom Balkan.
* Der neue Handelsvertrag zwischen Buß—
rarien und Türkei ist unterzeichnet worden.
Portugal.
* „Petit Paris“ berichtet aus Lissabon: Die portugie i
chen Behorden haben ein umsassendes Kompfloosticu
eckt. Eine Anzahl Verschwörer versammelte sich in einem
dause in Lissabon, wo sie über die Wiederrich
ung der WMonarchie zu Gunsten Don Manuels
erleten. 15 Verschwörer wurden verhaftet.
Gerichtszeitung.
J Soldatenquäler. Aus Dresden wird berichtet: Vor
iniger Zeit begingen zwei Retruten des Oschattzer
llanen-Regiments wegen fsortgesetzte Miß-—
„andlungen Selbstmord. Wegen ähnliche.
Auälereien eines Rekruten verurteilte jetzt schon wieder
as Kriegsgericht eine Anzahl alter Leute und Gesreite
er gleichen Truppe zu Strafen von 6 Tagen bis zu 8
——
rrei Tage Arrest. weil er die ihm bekannten Quälereien
licht meldete. Der Rekrut wurde von den „alten“ Leuten
—0
agt; er mußte auf den Schrank und unter den Tisch krie—
hen und anstößige Lieder singen. Nach einer besonders
zroben Mißhandlung brach gr bewußtlos zusammen und
außte zwei Wochen im Lagzarett liegen. Die Angeklagten
itschuldigten sich damit, ihnen sei es auch so ergangen.
Der Vertreter der Anklage betonte iedach dagegen. durck
„tage dankt der Privatangestelltentag fur
Wohlwollende Förderung des großen Ziels.
Befriedigung davon Kenntnis genommen, das
en des Reichstages den festen Willen haben
les Nötige zu tun, um die alsbaldige Verab
3 Besetzentwurfes herbeizuführen. Von der
„cen Organisationen erhofft der Privatange
ie in Würdigung der guten Wirkung, di
icht nur für die wirtschaftliche Lage der An
idern auch für ihre Berufsfreudigkeit und ihr
zur Folge haben wird, die Erledigung de
ouj im gegenwärtigen Reichstog fördern hel
gesamte Privatangestelltenschaft, insbesonder.
erbalb des Ausschusses stehenden Privatbeam
er Privatbeamtentag die Mahnung, in Anbe
chwierigkeit der Durchführung eines so großein
ees weitergehende Einzelwünsche jetzt zurück
einmütig auf den durch die Gesetesvorlag
ie Beschlüsse des Hauptausschusses geschafsene
ete.
aderheit begab sich nach Annahme der Reso—
schlossenem Zuge in ein gegenüberliegendes
Ingenleur Lüdemann vom Bund techn schein
ꝛamten über das Thema „Die betrogenen Pri—
n“ syrach
Koloniales.
ADie Kämpfe auf Ponape. Aus Ponape wird
imtich gemeldet: Die Landungskorps der „Emden“, „Cor
noran“ und „Nürnberg“ stürmten am 26. Januar die ver
chanzle Sielnung der Ausständischen. Leutnant zur Se
krhard und Obermatrose Kneidel sind gefallen. Die Ober
natrosen Gimperts, Karl Meyer und der Matrose Aga
hen wurden schwer verwundet. Der Feind wurd«
erstreust. Es ergaben sich zahlreiche Aufständische
arunter die sechs Rädelsführer. Die Beendigung de
Dperation steht bevor.
Eine Tragödie in Kamerun. Eine erschütternde
krauerkunde aus Kamerun wird vom siellvertretenden Gou
erneur dem Reichskolonialamt gemeldet. In Buea, den
ßitz des Gouvernements, hat der im ersten Dienstjahr
rehende Selretar Kerner in einem Ansfall von Geistes
rankheit den Bezirksleiter Biernatzkt und den Sekretä.
ßnießf erschossen, die Sektretäre Nagel und Schnä
elle leicht verletzt und sich dann selbst erschossen. De
Berlust von Biernatzti und Gnieß trifst die Kolonialver
valtung besonders schwer, da sich diese beiden Beamtel
n langjährigem Dienste bei der Kolonialverwalumg auft
deste bewährt hatten.
0 s0nNhbu- utdnee
Verkäuflicher Wert
on N. von Gerstorff
Aeine Befannten wollten
er fur die Dienste des letzteren diese Un⸗
ageschicklichkeit nur heuchle aus raffinierter
icht zu sehr damit behelligt zu werden.
„der aussah wie ein bartloser katholischer
Hausrock, brachte die prachtvolle Kupserlampe,
chein das Gemach sich als ein großes, muster⸗
renzimmer präsentierte, ohne besondere seelische
des Besitzers zu verraten.
somas Wendelin rückte sich den großen ge—
rerstuhl zurecht vor dem Diplomatentisch und
nenige Leilen an Frau von Perlewitz⸗Greiffen—
Alr jeinem eingsten ächein wieoer zuruu, bikbore u *—
Brief die Marke und übergab ihn einem gefälligen Krimi—
nalschutzmann, der gerade aus dem Torweg trat und den
Brief gern in den nächsten Kasten besorgen wollte.
„So, der wäre sicher aufgehoben.“
„Nun zu Dressel, Unter den Linden, Kutscher.“
Wendelin, der schon diniert hatte, bestellte am Ziel
einer Fahrt im Restaurant nur eine halbe Sillery Moussfeux,
setzte sich in dem zur Zeit ziemlich leeren Lokal vorn an
einen Ecktisch und schrieb auf eine Visitenkarte zwei Zeilen,
die er in einen Umschlag schloß. Auf einen Wink glitt der
Kellner herbei.
„Graf Torrmälen diniert hier?“
„Jawohl, Kabinett mit einigen Herren.“
„Bringen Sie ihm dies. Antwort ist nicht nötig.“
Wendelin hatte folgendes flüchtig mit Blei hinge
vorfen: „Ich erfahre soeben, der bewußte D. .. ift der
„gewisse D. ..“ Lassen Sie das Geld für Ihren Wert
einsatz vor Ihren Augen deponieren. Sollte dennoch die
Sache in, einem Sinne schief gehen, so erwarte ich Sie
morgen (Sonntag) gegen zehn Uhr bei mir. Für dat
weitere werde ich sorgen. Immer Ihr getreuer Wendelin.“
Am anderen Morgen, als Wendelin sich soeben an
sein Frühstück begeben / wollte, welches, zierlich geordnet, im
Salon vor dem hübschen Kamin seiner harrte, klingelte es
und er horchte auf: „Dacht ich's doch! Nun, es wäre auch
ichade gewesen um dichl“
Clemens Torrmälen trat ein.
„Also glücklich abgelaufen? Sie scheinen ja heil und
gesund zu sein,“ rief Wendelin, ihm die Hand entgegen—⸗
treckend, die der andere flüchtig drückte.
„Ja, wie Sie sehen.“
„Der Ton ist aber gerade kein Siegeston.“
— nicht. Die Geschichte kam gar nicht zu
ande.“
„Was Sie sagen! Aber setzen Sie sich doch. Da an den
damin. Es scheint heute verwünscht naßkaltes Wetter zu
sein, da tut solch ein Feuerchen wohl. Sie nehmen Tec
— oder Kaffee? Friedrich! Ein Kuvert für Herrn Grafen.“
„Danke. Nein, ich danke für alles. Ich habe meinen
Tee schon getrunken, bis zwölf Uhr bin ich befriedigt. Nur
ine Zigarette, wenn Sie mir die geben wollen.“
„Und einen Kognak.“
Den zu ellen Zeiten, denn er ist Medizin, wenn es
h ee Vke ist“
Zest
2 — —
leichtes Rot färbte seine Stirn — — „ader doch so etwas
von Fieber.“
Er hatte heute früh eigentlich schon eine Zeile von der
Geliebten erwartet, aber vergeblich“ Da es ihm in seiner
nervösen Unruhe unmöglich war, zu Hause zu bleiben, war
er der Aufforderung Wendelins gefolgt, was er sonst kaum
schon getan hätte, und hatte sich etwaige Nachrichten hier
her bestellt.
„Wie ging es denn zu, daß aus der Wette nichts wurde?
Ich denke, es war alles fest abgemacht?“ fragte der Haus—
herr, dem Gast einen kleinen, goldenen Becher und di
Kognakflasche mit den vier Sternen hinschiebend.
„Gewiß. Ganz fest. Aber Dembritzti bekam eine De
besche von Hause, während wir bei Tisch saßen. Weiß nicht,
vas für eine Angelegenheit. Schien ihm aber sehr unan⸗
nenehm zu sein. Er mußte mit dem Elf⸗Uhr-Zuge irgend
yohin abreisen und zahlt Reugeld. Gerade Jenug daß
ir noch bis gegen drei Uhr zusammenblieben“ E war
'ne scharfe Sitzung.“
„Also daher, die interessante Blässe.“
Torrmälen schwieg und starrte vor sich hin.
„Sie sind also nun ebenso weit wie Sie gestern woren
Verpflichtungen und keine Deckung!“
„Ja.“ Ein rascher Blick traf den anderen.
„Nun! Versteht sich von daß ene Sechs.
inddreißig-Stundensache einstweilen regultere, a —*
ee —— war die finstere Antwort.
„Torrmälen, wenn Sie irgend einen anderen Auswec
vissen als den von mir vorgeschlagenen —“ begann Wen
delin achselzuckend, während er sich ein Kaviarbrötcher
urechtmachte. J J
v nein, mein Lieber. Ich wär', schwerlich heukt
morgen rJ so — wenn es mich nicht hergejag!
ätte. Also bitte, das Programm.“ A
b Er lehnte sich in den niedrigen Sessel zurück und stief
mit der Fußspitze ein Scheit Holz in den Kamin zurück
daß die Funken umhersprühten. IJ
Wendelin war solch heftiges Wesen ein Greuel, aber
er beachtete es scheinbar nicht. Er zog nur die Karaffe
nit Kognak leise ein wenig weiter fort.
„Sehen Sie mal, lieber Freund — an dem Dem
ritzki haben Sie nichts verloren. Ich kenne mich da voll⸗
tändig aus. An dessen bares Geld fällt mir schwer zu
lauben. Hatte er die Summe denn überhaupt wo de
oniert?“
h wo Unte«
regrtestaanadiae Frau und Freundin!
eum die Ehre und das Vergnügen, meinen
1Grafen Clemens Torrmälen, in Ihren inter—
alon einführen zu dürfen, zu welchem Zweck
die Gunst bittet, Ihnen — Wendelin pau—
Zekunden mit schwebender Feder und voll
fließend — in den nächsten Tagen seiné
machen zu dürfen.
mer Ihr ergebener Diener
Thomas Wendelin.“
den Brief, adressierte, siegelte obenein mil
Pedanterie und wollte eben die Marke
echts in die Ecke kleben, als er, mit einem
chütteln letzteres unterlassend, das Wertzeichen
henbuch schob und den Brief ebenfalls dort
raerr!“ aus dem anstoßenden Schlafzimmer,
jaucieren hörte.
minh anziehen und ausgehen. Jackett, schwar—
Zylinder.“
eit nach diesem Befehl trat er aus dem Hause
oer nächsten Ecke eine Droschke.
lizeipräsidium.“
Absicht auch an weniger hoher Stelle
»nen. Auch er war ein Mann der
rhand Gründe für sein Tun, auch
da „oben“, den er wohl noch bei
den konnte.
Aipräsidium angelangt, ließ er dis
„hrfe naoch otp— 6
J
—
n Sie mal — sind
'ahr hors
Norgonte war die hochmpt