Full text : Dudweiler Zeitung

vurde 1832 als Profsessor an die Dresdener Kunstakade—
nie berufen, wo er in Kürze eine umfangreiche, schöpferi—
che Lehrtatigkeit entfaltete. Die Hauptwerke Rietschels
ind, die Giebelfelder am Augustum in Leipzig, am Opern
zause in Berlin, im Dresdener Theater, die kolossale Dop⸗
elstatue Goethes und Schillers für Weimar,, das Luther—
denkmal für Worms, das Denkmal Karl Maria v. Weber
n Dresden, eine Reihe dekorativer Arbeiten in Sandstein,
ßiele Büflen und Reliefporträts bekannter Persönlichkeiten
owie eine aroße Anzahl Arbeiten der Genreplastik.
F Vermischtes.
— Bruck gegen Wilhelm.“ In dem mehrfach erwähn
sen Prozeß des früheren Hannoverschen Hofkapellmeisters
Boris Bruck gegen das Hannoversche Hoftheater, respektive
zegen den Kaiser fand vor einigen Tagen am dortigen
Ldandgericht ein Termin statt. Wie der „Hann. Cour.“ be—⸗
richtet, kündigte die vor dem Zeugenzimmer hängende Ta
fel diesen Fall in lapidarer Kürze an mit dem Vermert
„Bruck wider Wilhelm“.
Cherubin im Automsbil. Die „Münch. N. N.“
zrzählen folgende hübsche Theatergeschichte: Abends 6 Uhr.
Zu der Diva des Großherzoglichen Hoftheaters in Darm—
ladt kommt ein Theaterdiener angerannt, ein zerknittertes
kdelegramm in Händen. „Der Herr Direktor erlaubt es ..“
— ‚Was erlaubt er? Daß ich um halb acht Uhr in Mann
zeim im „Figaro“ singe? Glaub' ich. Der Schnellzug käm—
dielleicht gerade noch zum Vorhangaufzug — wenn eine
zirge. Aber es geht keiner — sagen Sie dem Herrn Di
cektor, diesmal tut es mir leid, von seiner liebenswürdi
gen Erlaubnis keinen Gebrauch machen zu können....
— „Aber in Mannheim muß man dann den „Figaro
überhaupt absagen! Sie haben ein ausverkauftes Haus,
dafür keinen Pagen Cherubin. Gnädiges Fräulein, icd
zabe Ihnen gleich ein Auto mitgebracht. Das Kostüm
dom Theater ist auch schon drin — wenn Sie rasch der
hut aufsetzen wollen und der Chauffeur gut fährt und
ein Pneumatik platzt, dann kommen Sie vielleicht zu
Ihrem Auftritt in Mannheim gerade noch recht. Deir
bage kommt ja ohnehin nicht gleich bei Vorhangaufzug.
za? Ich werde nach Mannheim telegraphieren, daß fit
instweilen ruhig mit der Vorstellung anfangen können.
der Kapellmeister wird ja sehen, ob zum Auftritt der Che—
ubin auf der Bühne ist oder nicht . ..“ — „Also sol en
ie meinetwegen in Mannheim — ruhig ansangen. Runter
ns Auto!“ — Das Auto rast auf der Landstraße. Pap
elalleen und Dörfer fliegen vorbei. Drinnen knistern zu
stöcke und rascheln die Spitzen des Pagen Cherubin. Sie
diva schminkt sich pudert sich, siülpt sich die Perücke über,
ind wie das Auto nach sausender Fahrt ein paar Minu—
en vor 8 Uhr vor dem Hoftheater n Mannheim häl
— umrungen von verzweifelten, jubelnden Garderobieren
— offner sich der Schlag und heraus springt der Page, fi
ind fertig argezogen. „Laufen S' nur schnell 'nauf, gnä'
Fräulein. Grad' kommt Ihr Auftritt. Der Kapellmeisten
dirigiert schon allweil hübsch langsam — damit er Sie
noch derwart ...“ Rauf auf die Bühne — rein in das
zimmer — Gott sei Danlk, gerade fällt das Stichwort —
zurra, der Page ist da und singt in dem fremden En—
emble seinen Part, als käme er geradewegs erst gemütlich
nis der Garderobe. Wenige Minuten nach der Vorstell—
ing sizt die Pagendiva wieder im Automobil, verwan
elt sich in ihre bürgerlichen Formen zurück und denkt ein
venig später in Darmstadt bei einem Glas Grog über
e Schnelligkeit der modernen Gastiertechnik nach. — Der
chlagfert ge Page wird vom Herbst dieses Jahres ab in
ensemble des Münchener Hoftheaters sein. Es ist Fräulen
hdella Zeiller, die sich am Mannheimer Hostheater die Reit—
mgsmedaille ehrlich verdient hat

8533

Lokales und Vermischtes.
Kurse für Bauleute. Wie unseren Lesern bekannt seir
ürfte, bemüht sich der Saar-Mosel-Verein zur Föorderung
»es Kleinwohnungswesens Saarbrücken seit einem Jahre
mit steigendem Erfolge eine Besserung des Kle'nwohnungs—
wesens im Saar⸗Mosel-Gebiet. zumal in baukünstlericher Be—
ziehung in die Wege zu leiten. Durch Abhaltung von zahl
reichen gemeinverständlichen Lichtbilder-Vorträgen in der
verschiedensten Teilen der westlichen Rheinprovinz und Loth—
ingens, durch Veranstaltung einer wohlgelungenen Bau—
Ausstellung und vor allem durch kostenlose Beratung in aller
Baufragen suchte der Verein seinem Ziele näher zu kommen
NRun beabsichtigt er, einen weiteren Schritt zu tun, von dem
er sich besonderen Erfolg verspricht: Zusammen mit der
handwerkskammer Saarbrücken wird er demnächst in der
perschiedensten Kreisen seines Gebietes 4tägige Kurse für
Bauleute veranstalten, in denen alle akuten Baufragen ir
neuzeitlicher Beleutung behandelt werden sollen. Der ersté
»erartige Kursus wird vom 8. bis 11. März in Saarbrücker
im Sitzungssaale der Handwerkskammer stattfinden. Das
Programm ist wie folgt festgelegt: 8. März. Von 9 Uhr
ib: Lichtbildervortreg: Baukünsitlerische Hrundsätze u. äußer
Bestaltung von Gebäuden (Vortragender: Archit. Dipl Ing
Hake) 9. März. Von 9 Uhr ab Lichtbildervortrag: Innerer
Ausbau. (Vortragender: Archit. Reg.- Baumstr. Schank)
10. März. Von 9 Uhr ab Lichtbildervortrag: Die Kunst im
Städtebau. (Vortragender: Archit Dr. ina. Hecker) 11. März
Von 10 Uhr ab Vortrag: Neuzeitliche Baukunst als Tei
der Gemeindeverwaltunqg. (Vortragender: Archit. Dr. ing
Eberbach) Den Vorträgen schließt sich eine umfangreiche
Aussprache über das Gehörte und stkizzenhafte Beerbeitung
von Bauaufgaben an, denen, wenn wöglich, ausschließlich
Projekte aus der Praxis der Kursusteilnehmer zu Grunde ge—
legt werden sollen. Wenigstens an 2 Nachmittagen finder
gemeinsfame Besichtigungen von Bauanlagen statt. An dem
ersten Kursus können 15 Herren aus dem Kreise Saarbrücken
teilnehmen. Die Kursusteilnehmer müssen eine Fachschule
absolviert haben und bereits mehrere Jahre in der
Praxis stehen. Nur in besonderen Fällen wird von dieser
Forderung Abstand genommen. Die Gebühr für die Teil—
nahme beträgt 5 M. Anmeldungen sind bis zum 3. März
an die Handwerkskammer Saarbrücken (in städtischen Saal—
bau Saarbrücken 1) zu richten. Etwa gewünschte nähere
Ruskunft erteilt die Handwerkskammer oder die Bauberatungs—
telle des Saar⸗Mosel-Vereins, Landralsamt Saarbrücken
Vereinsnachrichten. Am Sonntag nachmittag findet
m Kanarienzuchtverein eine Bersammlung im Lokale Fries
tatt. — Der Rauchklub „Blaue Wolke“ will in Form
eines Balles seinen Mitgliedern einen recht vergnügten
Abend arrengieren. — Der Unterhaltungsverein „Zur
Zuelle“ veranstaltet unter Mitwirkung der Indianerkapelle
„Wild⸗West“ einen Maskenball. — Eine Hauptgenaral—
Versammlung findet am Sonntag nachmittag 4 Uhr im
Sing⸗, Zier⸗ und Vogelschutzverein statt. — Um ein zahl—⸗—
eiches Erscheinen zu seiner Versammlung bittet der Klub
„Olympia“. — Die ehem. 138er versammeln sich am nächsten
Sonntag bei Herrn Fritz Brenner unm eine Besprechung
iber die Regimentsfeier abzuhalten.
Berichtigung. Das Poller'sche Anwesen (Gasthaus
nit Nebengebäude) ging nicht wie ursprünglich mitgeteilt
wurde, zum Preise von 80 000 sondern zu 83,0000 Mark
in den Vesitz des Fiskus über. Die Wirtschafts-Konzession
gehört den Erben Poller, bezw. der Wirtin Wwe. Limburç
zeb. Poller, kann also von der Bergbehörde nicht ander—
weilig verkauft werden. Frau Wwe. Limburg beabsichtigt
die Konzession in die neu zu erbauende Wirtschaftsgebäude
vᷣcke Sud⸗Bergstraße übertragen zu lassen. Die neu
tschaft sosshis 1. Sopntomhoer se Inse orüffnet mordae

Thalio:-Theater. „Dornröschen“, die verzauberte
Prinzessin, wird heute nachmittag als Kinder- Vorstellung
ur Aufführung kommen, während abends Bisson's 4 aktiges
zchauspiel „Die fremden Fiau“ zu kleinen Preisen in
zzene geht. — Morgen (Sonntaud nachmittag wird eben—
alls zu kleinen Preisen „Der fidele Bauer“ gegeben.
Abends folgt „Der Troubadour“. Die Rolle des Manrico
vird diesmal Herr Remmertz singen, während Fräulein
Paulydie „Leonore vertreten wird.
ssaarbrücken, 14. Febr. In der heutigen Strafkammer—
itzung wurden folgende Strassachen verhandelt: Wegen Zu—
viderhandlungen gegen 8 1812 des Strafgesetzbuches hben
ich die Eheleute P. C., Fuhrmann zu Saarbrücken, zu ver—
int vorten. C. wurde mit 1 Monat, seine Ehefrau mit 4
Monaten Gefängnis bestraft. Bei den Verhandlungen waren
die Türen verschlossen. — Ter bereits vorbestrafte Dienstknecht
L. zu Saarbrücken ist überführt, dem Schmied C. Keine
Ziehharmonika und 1,65 Mk. sowie dem Schlosser L. M.
eine Hose und zwei Mützen entwendet zu haben. L. hat
nit einer Gesamtgefängnikstrafe von 7 Monaten zu büßen.
— Am 13. Jan. eignete sich der Zimmermann J. G
auf dem Wendeline shof bei St. Wendel dem Stallschweizer
Albert gehörige 165 M. rechtswidrig an und bestahl den
Fuhrknecht J. ßE um 10 T)y. Das Gericht erkannte wegen
Diebstahls und Unterschlagung auf eine Gesängnisstrafe von
14 Monaten und 2 Wochen. Zwei Wochen Untersuchungs
haft wurden angerechnet. — Der Bäckerges. H. R. zu Brebach
und dessen Ehesrau gewährten der M. W. Gelegenheit, sich
der über dieselbe verhängte Fürsorgeerziehung zu entziehen.
Die Näherin E. S nahm die M. W. in ihre Wohnung
zuf. Die Eheleute W. wurden mit je 10, die S. mit 5
Mark bestraft. — In den Jahren 1908 bis 1910 kamen
»em Kaufmann S. F. zu Saarbrücken-St. Johmn 5940
M. aus dem im Komptoir befindlichen Geldschrank. Der
Lerdacht fiel auf den Handlungsgehilfen F. S. aus Saar—
zemünd. Am s. Oktober wollte die Kassiererin ein Buch
auus dem 6omptoir holen, fand dort eine Leiter gegen die
kingangstüre aestellt und den S in sichtlicher Verlegenheit
5. rief nur: „Da steht ja der Schrank auf!“ und schloß den
veldschrank. S bestreitet entschieden, die fortgesetzten Ein—
riffe in die Kasse gemacht zu haben. Das Gericht verur—
ilt S. K. wegen Diebstahls zu einer Gefänqnisstrafe von
Jahr und 6 Monaten. Zwei Monate werden für ver—
ißt angenommen.
St. Ingbert, 17. Febr. Eine schreckli le Nachricht er⸗
sielt (wie einem Teil unserer Leser schon bekannt. D. R.)
ie Familie des Hüttenarbeiters Hinrich Braun hier. Die
Tochter der Frau Braun aus erster Ehe, die etwa 24 Jahre
alte Gretchen Becker, war seit etwa drei Jahren mit einem
ewissen Messerschmied verheiratet. Der Monn brachte die
neiste Zeit ir Gefängnis zu. Vor einiger Zeit über'iedelte
ie Becker mit ihren Kindern nach der Arbeitsstelle ihres
nus dem Gefängnis entlassenen Mannes. Gestern hat nun
Messerschmied, nach einem Telegramm an die Familie Braun
zier, seine Frau und die beider Kinder im Aller von 2 und
Jahren in Differdingen in Luxemburg ermordet,
Dillingen, 17. Febr. Gelynchter Messerstecher. Ein
n einer hiesigen Wirtschaft aufwartendes Dienstmädcher
rhielt von einem italienischen Arbeiter einen Messersiich.
Der in dem Lokal anwesenden Gäste bemächtigte sich eine
große Aufregung. Der Messerheld wurde das Opfer des
Volksgerichts. Er wurde ordentlich verhauen, sodaß er sick
im HKrankenhause verbinden lassen mußte. . Auch das
Mädchen mußte sich in ärzliche Behandlung bẽgeben. Der
Stich ist nicht lebensgefährlich. Gestern morgen murd—
der Messerstecher verhaftet.
Ludweiler, 17. Feor. Eine unsinnige Wette kam ir
einem hiesigen Wirtshaus zustande Zwei junge Burschen
nachten einem Dritten gegenüber geltend, daß sie eher eine
Zand voll Heu verzehrt hätten wie dieser drei Pfund rohe
dartoffeln. Es kam zur Wette, bei deren Austrag die
seuverzehrenden Induvidien die Verlierer waren. — Wohl
ekomms.
Alsweiler (Kreis St. Wendel), 16.*Febr.“ Als der
'ensionierte Bergmann Nikolaus Wolter heinen Viehstall
etrat, war seine einzige Kuh verendet, trotzdem diese am
Ubend vorher noch gesund schien. Wie durch den Herrn
Kreistierarzt Müller in Ottweiler festaestellt wurde, befand
ieh im Innern der Kuh eine Haarnadel, die das Herz ver—
vundet hatte und den plötzlichen Fingang der Kuh herbei—
ühra
* Kölit, 17. Febr. (BWerhaftete Perzdireve.)
dieser Tage wurden in einem Pelzgeschäst aus der Neu
zerstraße sür etwa 17000 Mark Pelzwaren gestohlen. Der
ßolizei ist es jetzt gelungen, die Diebe in Köln und Mül—
‚eim am Rhein zu verhaften. Einer ist ein stellenloser
dellner von auswärts, der auch in Mülheim am Rhein
ine Reihe schwerecr Einbruchsdiebstähle ausgeführt hat.
zr war im Besitze der feinsten Einbruchswerkzeuge. Die
zerhasteten stehen im dringenden Verdacht, in der lebter
zeit eine ganze Reihe Einbrüche hier und in den Voror
en ausgeführt zu haben. Nach dem Pelzdiebstahl miete
en die Einbrecher ein Zimmer in Riehl, wo die Polize
nehrere Säcke mit Pelzen vorfand.
* Köln, 17. Febtr. (Wohltätige Stiftung.,
die Witwe des verstorbenen Fabrikbesitzers Franz Cloutl
at anläßlich der Wiederkehr des Geburistages ihres ver
orbenen Gatten ein Kapital von 100 000 Mark gestiftet
die Zinsen des Kapitals sollen zur Unterstützung der Be
miten und Arbeiter der Rheinischen Gummiwarenfabri
nenen
* MieGladbach, 17. Febr. Aufsehenerregend«
FEntlassungen.) Der Deutsche Tertilarbeiterverbanz
intließ plötzlich seinen hiesigen Geschäftssührer und seiner
ßeschästssührer in Rheydt wegen Fälschung der Eraebnisi
yon Verbandswahlen.
* Dortmund. 17. Febr. Gerüsteinstur z.) Au
dem Eisenwert Union ereignete sich ein schweres Unglück
Bei Errichtung eines Hochofens stürzte ein Gerüst ein, wo
dei mehrere Arbeiter in die Tiefe gerissen wurden. Eine
der Verunglückten war fsofort tot, drei starben auf den
Transport nach dem Kran'enhaus und fünf wurden meh
»der weniger schwer verletzt.
*Boun, 17. Febr. (u nehrliche Kommilito
nein.) Ein recht trübes Licht auf die ehrenhafte Gesinn
uing gewisser Studenten wirft folgender von Geheimra
Loeschcke, dem Direktor des Akademischen Kunstmuseum
und der Monmsen-Usener-Bibliothek unterzeichneter An
schlag, der vor mehreren, vorzugsweise von Studierendern
der klassischen Philologie besuchten Hörsälen angebrach
worden ist: Trotz aller Bitten und Ermahnungen haber
Bonner Studenten nicht aufgehört, das große Vertrauen
nit dem ihnen die Benutzung der Bibliothek des Akademi
—
In schimpflicher Heimlichkeit haben sie Bücher aus den
däumen des Museums entfernt, obgleich ich noch nie di
Zitte, ausnabhmsweise und auf kurze Frist ein Werk 31
Zzause brauchen zu dürfen, abgeschlagen habe. Wer bis zun
21. d. Mis. die unerlaubt entnommenen Bücher dem Mu
seum wieder zustellt, soll straflos sein, und ich bitte all—
zewissenhasten Kommilitönen, durch Einwirsung au'
ihre Komeraden mich bei diesem letzten Versuch, guütl'ich
Ordnung zu schaffen, zu unterstützen. Mißl nat auch, er
o wird die Benutzung der Bibliothek wesentlich einge
chränkt und erschwert, und der Unschuldige muß mit den
Zchuldigen leiden, so sehr ich das bedauern würde. —
zowe't der Anschlag. Es ist noch zu bemerken, daß auck
ber Garderobe-Diebstäbßle in den zur Unipersität gehöri
» oöumntlicvfeiten viet getläaat mi

* Mülheim (Ruhr), 17. Febr. (un
umter.) Ein Buchhalter * ide hees ——
valnung wurde nach Unterschlagung von 1000 M sein
Amtes euthoben. Er war bereits 10 Jahre in Dienst
*Maius. 17. Febre (Der Sel's erd et,
Unbekaunte, der sich im Eisenbahnzug Wiesbaden- Man,
richossen hat. ist der 26jährige Stuͤdent der Mediziu Oit
Zück aus Bir!enseld, der zuletzt in Tuͤbingen hdicie
der Grund zum Selbstmord ist unbekannt.
* Mantheim, 17. Febr. ¶D ie Diebostähle be
Lanz.) Wegen der Metalldiebstähle bei Lanz sind wei—
ere Verhaftungen erfolgt, fodaß jebt insesamt 18 Per
nen, darunter zwei Leute der Wach- und Schlie gesell
haft. ein früherer Schutzmann und ein Weinwint sren
DOynumitansezlag. Als die Uirzaer des TDynami
inschlages g gen die Festieilnehmer eines Arange e neins i
DRzietzkowis (Cberschlesien), wodei der Festsabag verwö
tet wurde, sind der Fahnenttäger und ein anderes Ver
insmitglieb verhaftet worden.
Rothschilds Testament. Nus Wien wird berichtet
Freiteg Vormictag wurde beim Beézirkg:richt Wieden da—
destament des Varons Albert von Rotschild kund gemach
zu Erben werden seine Kinder eingesett. Zum Chef de
zankhauses ist Baron Louis von Rothschild designiert. Di
züter und Häuser fallen an die Söhne. Für wohltätig
zwecke ist ein Betrag von 2 Millionen Kronen ausgesetzt
Ruffische Studenteubewegung. Der Verwaltungs
at der Univrersität Moskau hat folgende Erklärurg erhal
en, daß 35 Professoren ihr Amt niederlegen, weil de
sektor und der Prorektor der Universität wegen der Stu—
ntenuuruhen von der Regierung entlassen wurden. Der
sHedanke. die Studenten auf diese Weise zu unterstützen
zat auch in Petersburger Professorenkreisen Anklang ge
unden. Es verlautet, daß Verhandlungen im Professo
en⸗Kolleg'unt statt inden, die darauf abzielen, daß die
Professoren ihren Rücktritt erwägen. Auf diese Weise soll
ie Schliepung der Universität erzwungen und den wüsten
luftritten zwischen Studenten und Polizei und der Rele—
zierung vieler Unschuldiger ein Ende bereitet werden.
Verschobener Prozeß. Der Angreifer auf den Prä
identen Falliere? Lacour, hat gegen den ihn zu 3 Jah
ren Gesängnis verurteilenden Spruch des Ger'chts Berus
ing eingelegt. Der bereits festgesetzte Termin in der Be—
ufungsinstanz wurde auf weitere 8 Tage verschoben.
Eisenbahnunfall. Ein neuer Unfallt der staailicher
Westbahn, der dritie in dieser Woche, wird aus Pau ge
neldet. Dort stießen zwei Güterzüge zusammen, wobe
ahlreiche Wagen zerirümmert wurden. Zwei Bahnbeamt,
erlten Verletzungen. Der Schaden ist bedeutend.
Von Berlin nach London. Die holländische Schiff
ahrtsgesellschaft „Zeeland“ verhandelt augenblicklich dar—
iber, die Vlissinger Nachtboote in Folkestone, statt in
Aueensborough anlaufen zu lassen, in Folkestone soll ein
urchgangszug nach London anschließen. Info!gedessen sol—
en auch die deutschen Anschlußzüge Vlissingen statt Hoel
‚an Holland zum Endpunkt erhalten, wodurch die Reist
jon Berlin nach London unt drei Stunden verkürzt wird
Schwerer Sturm. Aus Ostende wird berichtet:
Freitag Nacht herrschte auf dem Aermelkanal ein heftiger
Zturm. Infolgedessen sind die Postdampfer von Dover
nit großen Verspätungen in Ostende eingelausfen. Man
efürchtet Schifssunfälle.
Die Genickstarre. Das gr'iechische Kultusministerium
erfügte die Sperrung aller Schulen, da die Genickstarre
pidemisch aufgetreten ist.
—Palast?-Brand. Infolge Ueberheizung eines Ofens
nistanndd in einent Saale des königlichen Palastes in Sofia
in Braänd, der aber bald gelöscht werden konnte, ohne
edeutenden Schaden anzurichten.
Aufgehobene Spielhöllen. Die Polizei in New—
Hork hat einen Schlag gegen die zahllosen Spielhöllen ge—
rührt. Mehrere berüchtigte Häuser und mehrere Spielklubg
wurden polizeilich beseßt. Die Hauswirte leisteten passi⸗
oen Widerstand, indem sie die Türen verriegelten. Di—
Polizei sprengte die Türen und nahm insgesamt 50 Spie
ler fest. Darunter sollen sich eine Anzahl bekannte Per—
önlichkeiten der New-Yorker Gesellschaft befinden.
Ueberschwemmungen Aus Santiago de Chile wirz
erichtet: Die Bewohner der vier von der Ueberschwemm
ung heimgesuchten Orte befinden sich in großer Aufreg
ung. Man meldet bereits zahlreiche Versuste an Mer
chenleben.
Vom Sultan Muley Hafid. Einem Telegramm de
Paris Journal aus Tanger zufolge hat sich im Palast de—
Sultans Muley Hafid in Fez ein geheimnisvolles Dram—
bgespielt. Es wird behaupiet, daß drei Negerinnen de
Palastes, die in Streit geraten waren, auf· Weisung de—
Zultans den Löwen zum Fraß vorgeworfen wurden. Wei
er habe der Sultan eine Anzahl Frauen ins Gefängni—
werfen und sie durchprügeln lassen.
Und wenn er nun gestorben wär', wo nehm'
xh doch gleich einen anderen her? Ein Fabrikan
noöchte seinen Neffen verheiraten, begibt sich also zu einem
zeiratsvermittler, läßt sich das Register mit dazu gehöri
jen Photographien vorlegen und findet zu seinem Erstau
den, darunter auch das Vorträt seiner Gattin. Die klein
rrau ist tief erschrocken ob der Vorwürfe ihres Mannes
kudlich stammelt sie auf die Frage, wie sie das nur habe
an können: „Ach, sei nicht böse, weißt Du Karl — das
war voriges Jahr, wie Du so schwer krank warst.“ Das
vat sich zugetragen in München laut Berchtesgadener An—⸗
eiqer, dem wir die Verantwortung für diese Entdeckunç
iberlassen müssen

*
Humoristisches.
»Liebe Jugend. Ein junger Ministerial-Asse sor
ritisierte eine Bekanntmachung der Regierung, die augen
Aicklich im Mitielpunkte der oͤfsentlichen Besprechung stand
Iu der Hitze des Gesechts nannte er Seine Erxzellenz den
derrn Minister einen Efsel. „Wenn er das erführe ...
am es aber daun kleinlaut heraus. — „Dann kommen
ZSie in Disziplinar-Untersuching wegen Verrats eineẽ
Dienfigeheimniffes“, antwortete ihm ein besonnener älte
Wexr Rat

1
—

— —— —

Neueste Nachrichten und Telegramme.
Essen, 17. Febr. In vergangenen Nacht entlstand zwi—
chen zwei verkommenen Burschen in einer Wirtschaft ein
Ztreit, der auf der Straße fortgesetzt wurde. Der eine
zriff dabei zum Messer, versetzte seinem Gegner einen Stich
n die Brust und flüchtete. Ver Verletzte wurde ins Kranken—
jaus gebracht und starb kurz darauf. Der Täter ist ver—
znft⸗t

Munchen, 18. Fer. Die natonalliberale
Zartei Bayerns berust auf den 19. März einen
zandesparteitag nach Nürnberg. Die Beratungen solen
en Vorbereinungen für die Reichstagswahl und partei—
rganisaterschen Fragen dienen.
Straßburg, 18. Febr. Die nächste Sitzung des Lan—
esausschufses findet am 1. März statt.
Bresltau, 18 Febr. Der „Breslauer Zetung“ zufolge
vird der Abg p. Heydebrandt außer in seinem
urch den nasficna'liberalen Kandidaten start bedrohten
Vahlkreise Milisch-Trebnite auch in einem anderen aus—
ichtsreicheren Wahlkreise kandidieren.
Vondon, 18. Febr. Nach dem „Daily Telegraph“
verden ini Ministerium allen Rvleugnungen zum Trotz
Anstalten sür die Kreterung von Peers gerrösien jar den
Fall eines Widerstandes des Oberhauses gegen die Veto—
iil. Um die Zahl der Lords nicht zu sehr zu vermeh—
en, denke man zunächst daran, die ältesten Söhne von
beralen Peers zu berufen, in zweiter Linie VPo itiker, di—
jr ne haheit

Berlin, 17. Febr. In Nizza ist der in
Lebewelt bekannte Graf Günther Königsma
vorden. Der Antrag wurde von einem schless'
»esitzer gestell. Der Verhaftete hat sich ber
Manipulationen bei Geundstücksgeschäften und
Schwindeleien schuldig gemacht.
Berlin. 18. Febr. Aus Deutsch Südwest »
ein Einfall der Büron-Kopper-Leute drohen
amtlich gemeldet, daß eine Baude bei, Auors 9
len hat und sodann 6 Köpse stark in der
Sperling Pütz Gaobit abgezogen sein soll. E
konnten bisher weder durch die Schutztruppen n
die Polizei festgestellt werden. Aus englischen
liegen keine weiteren Nachrichten vor. Eine scha
achtung der Grenze des Schutzgebietes ist
Berlin, 18. Febr. Die gesiern verbreitete
über eine Reise des Kaisers nach London zur &
des Denkmals für die Königin Viktoria wird
von einer Londoner Zeitung bestätigt. Der6
die Kaiserin werden der Einladung König Ge
leisten. Die Enthüllung' findet, wie amtlich
vird, am 16. Mai statt.
Heidelberg, 17. Febr. Drei deutsche Aer
einem Ruf der chinesischen Regierung zu einer
reise in das Pestgebiet; darunter besindet sich D
ein Sohn des bekannten Heidelberger Nafion
Bothein ist Bakteriologe.
Herne, 18. Febr. Auf Zeche Shamrock
ibend bei der Kohlenförderung das? Seil, Lwod'
dörbe in die Tiefe stürzte. Verletzt wurde nien
seute auf der Zeche wegen Unfalles nicht geförd
ann, beabsichtigt die Verwaltung die dadurch
ungslos gewordene Leute be'm Verladen vos
zu verwenden.
Kurhaven, 17. Febr. Im Weststurm ver
zösischer Schlepper eine von ihm geschleppten
Bark, deren Name noch unbekannt ist. Die
in der Niederelbe. Mehrere Schlepper befinden
Nähe, können jedoch keine Hilfe leisten.
Schwerte i. W. 16. Febr. Ein hiesiger
neister teilte am letzten Ziehungstage der vori
schen Klassenlotterie angeblich im Auftrage des
Lotterineinnehmers durch den Fernsprecher eir
Lotteriegesellschaft mit, ihr Los fei mit 1000 ⁊PT
vorden, auch sei die Prämie von 300 000 M. di
Gewirn zugefallen. Die Mitglieder der Gesellfch
weg kleine Leute, schwelgten in einem Meer v
ob des in Aus'icht stehenden vielen Geldesei
nach der anderen wurde getrunken. Schließli—
sich heraus, daß die Leute von dem Meister gen
den waren. Die Polizei nahm ihn in eine
30 Mk. wegen groben Unfugs. Das Schöffsen—
stätigte die Strafe. Außerden wird der Sp
sonst hen Mitgliedern der Gesellschaft entstande
iu ersetzen haben.
Wien, 17. Febr. Heute wurde das
Barons Albert von Rotschild eröffnet. Zu
wurden die Kinder des verstorbenen eingesehzt.
des Hauses wird Baron Louis vonRotschild.
und die Häuser des Verstorbenen fallen an de
Baron Alphons von Rotschild bereits als Er—
seines verstorbenen Onkels erhalten hat, fällt
in der Heugasse an Baron Louis von Rotschi
Palais in der Heugasse, das gegenwärtig
anische Bolschaft vermietet ist, erhält Barß d
Rotschild. Für wohltätige Zwecke sind im
Millionen Kronen ausgesetzt.
Paris, 18. Febr. Eine junge deutseb
Hamburg, Bertha Kohler, welche seit einiger
hiesigen Brauerei angestellt war, nahm gester
mobil⸗Droschke. Sie führte einen Betrag von
mit sich und wollte sich nach Mont Martre
Der Kutscher brachte sie jedoch nach dem
unter Mithilfe eines anderen Kuischers, die
fkorderte, ihm ihr Geld auszuhändigen. Die Ma
iich, worauf sie von den beiden zu Boden gesc
des Geldes beraubt wurde. Ihre Angreifer li⸗—
wußtlos liegen. Sie wurde durch Faustschläge
tritte schwer verletzt aufgefunden und zur Poliz.
Hier gab sie alle Einzelheiten und auch das
des Kutschers an. Eine Untecsuchung des
eingeleitet.
Rom, 18. Febr. Das Unwohlsein des Ba
ein normalen Verlauf. Die Befürchtung e.
Isf nertrRnunden

Wetterbericht. Tie Depression, die sich
Beschwindigkeit nach Mittel-Skandinavien zusam
hat und unter lebhafter Luftbewegung fast
Kontinent in ihren Bereich zoa, wird ebenso
abziehen. Dabei wird der Luftdruck von Weste
Bei der Ausbildung einer Rückseite sind auch
Niederschläge zu erwarten.
Voraussichtliche Witterung: Abflauen *
Niederschläge mit nachfolaender Abkühlung
Z Für den redaktionellen Teil verantwortlich Arthur
für den Anzeidenteil Karl Unterkesse

Evangelischer Gottesdienst
Sexagesimae den 19. Februar 14*
Kollekte für das Diasporahaus Godesheim
Dudweiler:
8.30 Uhr Pfarrer Schmidt.
10.— Uhr Pfarrer Trommershausen.
11.15 Uhr Christenlehre derselbe.
Herrensohr:
9. 30 Uhr.
10.30 Uhr. Christenlehre.

Thalia⸗ Theater Saarb
Direktion W. Viebeg.
Sonntag, den 19. Februar, nachmittags 4 Uhr
d— IXX
Fall.

Der Weg ꝛur biebsten.
Der Weg zu meiner Liebsten Tür
Der führt durchs Wiesental,
Da nicken mir, da winken mir
Die Blumen überall. 3
Und treibt es gleich zu ihr mich fort,
Ich widerstehe nicht,
Muß pflücken hier, muß brechen dor
Ros' und Nergißmeinnicht.

Mit Bücken, Pflücken dort und hie
Vergeß des Wegs ich schier,
Und wie ich aufschau — da sieht
Die schönste Rlum'“ — vor mir
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.