Mit 9 gegen 5 Stimmen wurde die Auflösung der
jule beschlossen.
Die Beschlüsse der Baukommission vom 19. Januar
wurden in aeclen Teilen zur Ausführung genchmiat.
Die Anträge auf Nachlaß von direkten Gemeinde—
„Hundesteuern sowie die Gesuche für Ratenzahlun—
irden teils berücksichtigt, teils abgelehnt.
Der Bebauungsplan bei Schiedeborn (Malditzenwiese)
aüder vom Rorfigenden vorgetrageren Weife abage—
Anstelle des von seinem Amte als Schiedsmann
ig zurückgetretenen Kal. Obersteigers Kirst wurde
hiedsmann für den Bezirk Herrensohr-Jägersfreude
hrer Ebristion Steinhouier zu Jägersfreude ge
Der Büroassistent der Gas- und Wasserwerke
h Wiilhelm wurde entgültig angestell⸗
fall. Von der Straßenbahn überfahren wurde gesiern
ttag gegen 1 Uhr in der hiesigen Saarbrückerstraße
ährige Orgelspieler Bernhard Kleber aus Wehrden.
welcher aus der St. Ingberterstraße kam und auf
raßenbahngleisen nach Sulznach zuging vernahm nicht
ihen der Straßenbahn, überhörte auch die vom Wa—
er gegebenen Warnungszeichen. Er wurde von dem
vagen erfaßt, zu Boden geworfen und ihm der linke
mKnöchel überfahren. Kl. ist fast taub und trug
ieser schweren Verletzung noch kleinere Verletzungen
fnd Gesicht davon. Kl. ist ist im Schwesternbaus
racht. Wen die Schuld an dem Unfalle trifft,
ie heute noch stattüindende Untersuchung ergeben.
auern ist der Unfall umsomehr, weil dem be—
werten Mann schon der linke Untererm und
der rechten Hand feblt. Tem Kleber muß nach
seits eingezogener Erkundigung der verlekte Fuf
eνα
tenbau⸗Verein. Die letzte Versammlung nahm
yr anregenden Verlauf. Zunächtt hielt Herr Lehrer
einen Vortraqg über Kalk und seine Bedentung und
ung im landwirtschaftlichen Betrieb. Er sprach
Bedeutung des Düngekalkes im Allgemeinen, über
chanischen und chemischen Wirkungen im Boden,
lkarmut unserer Böden usw. Er zeigte ferner, wie
ruch für unsere leichten Bodenarten eine Kalkung
zter Wichtigkeit ist und trat dadurch der irrigen
mentgegen, als stifte der Kalk in Sandboden eher
als Nutzen. Die Russührungen des Vortragenden
mit reichem Beisall aufaenommen. Nun setzte eine
ebhafte als auch in jeder Beziehung lehrreiche Dis—
ein. Interessant waren besonders die Ausführungen
merfahrenen Landwirte des Vereins. Was sie in
igjährigen Praxis inbezug auf Ka!kdüngung erprobt
gaben sie zum Besten. In einem Punkte waren
: Kalk muß unser Boden haben, sollen unsere
laneen einen freudigeren Wachsstum als bisher
— eer Anfang ist gemacht. 600 Zentner sind
di I. die Rollfuhre von Station Dudweiler den
Beeellern zugestellt worden. Siehe Anzeige in
2c Nummer 23.
andt. Unterkartell der christlichen Gewerk—
Dudweiler. Am Sonnteg, abends halb s Uhr
Lokale Baldes (Inhaber Joh. Lorenz) eine Fa—
er statt. Desgleichen am Sonntag den 19. Fehr.,
balb 8 Uhr bei Wirt Reiter, Bahnhofstraße. Alle
hristlich-nationalem Boden stehenden Freunde und
ind zu dieser Feier freundlichtt eingeladen.
Beamtengesangverein „Glückauf“ hatte am
enen Sonntag in der Menage Hirschbach eine Gene—
mmlung, welche sich mit der beabsichtigten Auflös⸗
; Vereins beschäftigte. Zugegen waren von 80
er nur 17, von welchen sich die Mehrzahl für die Auflös—
schied. Der Verein hat 26 Jahre bestanden. Es
ichtigt, in nächster Zeit einen neuen Verein für die
»ektion JV zu gründen.
eiterverlegung Eine Anzahl Bergleute der hie—
rube wird am 1. März ab nach Grube Kamphausen
es bandelt sich hierbei um diejenigen Leute, welche
Fischbachbahn eine bequeme Verbindung mit ihrem
orte haben. — Eine größeres Projekt kommt für
zemeinde in diesem Jahre zur Ausführung. Ein
dasserwerk wird im Walde bei Stuhlsatzenhaus.
die vorgenommenen Bohrungen nach Wasser
crfolg hatten, in Angriff genommen. Das alte
erk genüat den Auforderungen nicht mehr, betragen
Hausanschlüsse jeßzt über 2500 während die de—
änge des Rohrnetzes 36 Kilometer ausmacht. Die
Lhaabe betrug in 24 Stunden 1626 Kubikmeter.
e Masfiserwerk mird voraussichtlichß aquf Jahrzehnte
fkammer sSaarbrüchen. Sitzung vom 7. Febr.
tzt in St. Johann wohnhafte Hermann Nikolaus
ndt wird wegen Entziehung vom Dienst im deut—
ere zu einer Geldstrafe von 200 Mark verurteilt.
15. Dezember hatte der arbeitslose Bäxeraeselle
Dutschmann zu Saarbrücken dem Bäckermeister F.
nein Fahrrad gestohlen, das er in Saargemünd
. Unter Zubilligung mildernder Umstände erkennt
chi auf Gefänganisstrafe von 9O Monaten. — We—
ostahls einer Schürze vom Trockenboden wird der
ien Ehefrau Brückner Elisabeth geb. Zawar zu
ken zu einer Strafe von 3 Monaten noch 1 Mo—
8 hinzudiktiert. — Der Sandformer Fritz
Jokhann hat sich am 16. Dezember' an
Nin das Schuhgeschäft Anton zu St. Johann
»wmurden 3 Paar Herren- und 2 Paar
gestohlen. P. beteiliate sich auch an dem
restohlenen Schuhe. Dem P. wird ferner ein
wertvollen Schirmen und Stöcken und
der Ladenkasse des betr. Schirmhändlers zur
Laul verfällt wegen schwweren Diebstahls und
GBefängnisstrafe von 10 Monaten. 1 Monat Vor—
um Anrechnung. — Die geschiedene Ehesrau
s Ph. Brandt zu Saarbrücken, zuletzt im
l untergebracht, wo sie noch einem Kinde
enkte, vorbestrasft nach den versechiedensten
en, edoch am meisten wegen Diebstahls, hat sich
wegen einer großen Reihe von Diebstählen, Be—
S yvindeleien zu verantworten. Die Angeklagte
esich als „Haushälterin“, wobei sie die verschie—
»ebstähle ansfüßrte. Dem Schlossermeister Kon—
ler wSaarbrücken, bei dem sie7 Wochen haus—
penete sie Kleidrr und Schuhe und mehrere
dareufseln. Außerdem unterschlug sie 59—60
ius ltunasgeld. Zu ihrem nächsten Opfer hatte
dt h den Fuhrunternehmer Johann Alsfasser
vener auserkohren. Bei letzierem wurde einge—
3 er seine Ehefrau besuchte, die wegen einer
eben dringend gebotenen ärztlichen Operation sich
»ere befand. Als A. von seiner Reise zurückkam,
rt ir erbrochen, den unteren Teil seines Geld—
t einer Svitzhacke herausgehauen. Wein
olle und Speck waren entschwanden. Dafür
zwei fremden Männer, nicht gerade einladende
»norr Mobßhnun in (Sesshetras pou qoaonc
Mark, den A. im untern Teil des Geldschrankes zwischen
hüchern usw. verborgen hatte, war verschwunden. Die
Angeklagte war mit einem Schließkorb von einem Zentner
dewicht nach dem Bahnhof gegangen und nach Saar—
rücken gedampft. Vom Gendarmeriewachtmeister Klies
u Mercdweiler wird festgestellt, daß die Brandt bei dem
kinbruch männliche Hilfe gehabt haben mußte. Außerdem
allen der B. noch Betrugsfälle in kleinerem Maßstabe zur
Last. (Wegen Unruhe des kleinen Kindes der Angeklagten
rußten die Verhandlungen 5 Minuten unterbrochen
berden). In Koblenz verübte die B. Schwindeleien, Dieb—
lähle und Zechprellereien. Das Gericht erkennt auf eine
zesarntzuchthausstrafe von 2 Jahren und 6 Monaten, 5
dahre Ehrverlust und Zutässigkeit von Polizeiauffsicht.
Wetterbericht. Die über Island schon gestern ange—
eutete Depression ist, wie erwartet, nach den britischer
zInseln vorgedrungen und hat den hohen Druck nach Zen—
ral⸗Europa hereingeschoben. Dadurch ist Aufklären und
arker Rückgang der Temperaturen eingetreten. Der hoht
Druck wird aber durch Depressionen und Ausläufer niederer
Druckes stank angegriffen, sodaß mit einer längeren Dauer
»er Wetterlage nicht gerechnet werden kann
Voraussichtliche Witlserung: Zunächst noch vorwiegend
eiter, Abminderung der Kälte.
Saarbrücken, 9. Febr. Ein aufregender Vorfall spielte
ch gestecn im Landgerichtsgebäude im Sitzungssaale der
trafkammer ab. Ein schon mehrfach vorbestrafter Händler
iamens Völker aus Geroldsheim, der sich wegen Totschlags⸗
versuchs, Erpressung und Mißhandlung in Bezug auf die
Eheleute Kaufm. Michel Hauck zu Frankfurt a. M. zu ver—
antworten batte, bedrohte mit einem Stuhl, den er hoch
emporhielt, den Staatsanwalt, als derselbe seinen Straf—
intrag gestellt hatte. Dabei stieß Völker markerschütternde
Schreie aus und stemmte sich gegen die Anklagebank, die
nuis den Fugen zu gehen drohte. Der Gerichtsdiener mil
Hilfe eines Polizeibeamten und zweier Zivilisten fielen dem
Kasenden in den Arm und schleppten ibn gefesselt in die
Berichtszelle. Hier tobte Völker weiter und trat sogar die
Türfüllung ein. Später wurde er im Gefangenenwagen
ns Gefängnis gebracht. Das Urteil lautete auf 4 Jahre
Zuchthaus, 5 Jahre Ehrverlust und Zulässigkeit von —X
eiaufsicht.
Sulzhach, 9. Febr. Der Sohn des Herrn Tagesteigers
-vchneider von hier, welcher in Marburg, wo er studierte,
on einem Trambahnwagen fiel, unter die Räder geriet
ind schwere Verletzungen davontrug, ist jetzt außer Lebens—
efahr. Leider mußte ihm ein Bein unterm Knie abge—
sommen werden und es wird befürchtet, daß auch noch ein
lrm amputiert werden muß. Mit der schwergeprüften
Familie, der kürzlich die Mutter durch den Tod entrissen
vurde, bhat man allgemein herzliches Bedauern.
Sulzbeach, 9 Febr. Ein dreister Diebstahl wurde gestern
bend kurz vor 8 Uhr in dem Schuhgeschäft des Herrn J.
Wentz Sobhn in der Kaiserstraße hierselbst autsgeführt. Ein
auswärtiger Bursche begab sich von der Kaiserstraße aus in
den Loden, hieß ein Paar tadellose Schuhe mitgehen und
ergriff, kRevor Herr Wentz im Laden erschien, mit seiner
Beute die Flucht. Herr Wentz seßte dem frechen Gauner
aber sofort nach und mit Hilfe der Polizei geland es auch
ald, den Dieb in der Heinitzerstraße zu verhaften. Der
affinierte Spitzbube sitzt nun hinter Schloß und Riegel und
ieht seiner gerechten Strafe entgegen.
Heiligenwald, 8. Febr. Die unleidl'iche Sitte, das
deuer mit Petroleum anzumachen. war hier die Ursache
ines Zimmerbrandes. Die Ehefrau eines Beramanns
doß aestern Vetroleum auf die noch alimmenden Kohlen.
LAMlötzlich schoß eine Flamme in die Höhe und erfaßte die
ber dem Ofen zum Trocknen hängende Wäsche, welche
»ald in hellen Flammen stand. Auf das Geschrei der Frau
ilten Nachbarn herbei und es gelang das Feuer zit löschen,
»evor die Feuerwehr am Platze war.
St. Ingbert, 6. Febr. In Frankfurter Cafes ver—
ehrte ein elegant gekleideter Herr, der sich Schrifisteller
Dr. Edaar Schmidt aus Varis nannte. Er hatte sich
eine elegant eingerichtete möblierte Wohnung von zwei
Zimmern gemietet. Die Kriminalpolizei hatte bald heraus—
gefunden, daß der Herr „Doktor“ ein Schwindler ist und
ich seines Pseudonyins bediente, um Betrügereien zu be⸗
gehen. In der Tat konnten dem Herrn „Doktor“ Heirals—
und Kautionsschwindeleien nachgewiesen werden. Wie fest—
gestellt werden konnie, ist der Schwindler der 25 Jahreé
alte Kaufmann Josef Georg Seibel aus St. Inabert. Im
Untersuchunasgefönanis machte Seibel einen Versuch, sich
zu erhängen. Wegen Schwindeleien erhielt Seibel in der
Strafkammersitzung vom 6. November 1909 schon einé
BHefängnisstrafe von neun Monaten und drei Jahren Ehr—
derne.
Neunkirchen, 9. Febr. Ein hiesiger Metzaer schlach—
ete Gestern ein Schwein von einem Landwirt Drum aus
Quirnbach (Pfalz) mit dem respektablen Gewicht von über
500 Pfund. Das Schwein war genau? Jahre alt und
hrachte seinem Besitzer vor einem Jahre 11 Junge zur
Welt, die er unlängst im Gewicht von 220 bis 260 Pfd.
»ro Pfd. für 71 Pfa. verkaufte. Er zog daraus einen Er—
ös von über 1680 Mark und erzielte mit dem Mutter—
chwein zusammen einen Gesamterlös von 2000 Mark.
Man sFieht. daß dio Schweinerzucht „echt vrentabel sein
ann.
Illingen, 8. Fehr. Dem Zuge der Zeit folgend ver—
einigte sich die hier seit ca. 60 Jahren bestehende Brauerei
Louis Hohlweck mit dem Hofbräuhause Saarbrücken.
Frankenholz, 8. Febr. Ein schwerer Unglücksfall er—
eignete sich auf Bexbach bei Herrn L. Poller. Die beider
Knechte des Herrn Poller wollten der Karbidlampe etwas
Karbid nachfüllen; bei dem Entnehmen aus dem Kesse
trömten noch vorhandene Gase aus und kamen der
Flamme nahe. Es entitand eine schwere Explosion, alles
tand sofort in Flammen und die beiden Knechte erlitten
schwere Brandwunden. Der Lazarettagehilfe Eckfelder legte
den Narunglücktan Motverßände
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Berlin, 9. Febr. Tie Londoner Houndsditsch-Affäre
eschäfeiant jetzt auch die Berliner Kriwinalpolizei. In
zerlin war die Meldung eingetroffen, daß einige von den
lnarchisten und Verbrechern, die an der Schießerei iu
oandsditeh beteiligt waren, in Berlin einen Unter'chlupf
sefunden hätten. Die hiesige Kriminalpolizei veranstaltete
nfolgedessen in der vergangenen Nacht in den Wirtschaften
ind Lokalen des Scheunenviertels eine Razzia, an der 60
driminalbeamte unter Führung eines Kriminalkommissars
eilnahmen. Das Ergebnis des Streifzuges war, daß zahl—
eiche Personen, namentlich Russen und Oestreicher, die sich
nicht genügend ausweisen konnten, verhaftet und nach dem
Lolizeipräsidium geichafft wurden. Dort wurden sie ge⸗
nessen und photographiert Außerdem wurden bei meh—
eren Personen festgestellt, daß sie aus Preußen ausge—
viesen waren, sich aber trotzdem heimlich in Berlin auf—
ielten. Diese Personen wurden der Musweisungsypolize
ibergeben.
Zerlin, 10. Febr.
—D
Hegen die Ehefrau des Arbeiters
—B Xrsa wastihbgfft
erhoben werden. Die Frau hat ihr jetzt 4einhalb Jahre
altes Stieftöchterchen Rosa seit zwei Jahren in geradezu
enmenschlicher Weise ißhandelt. Das Kind hat die Woh—
iung seit 2 Jahren nicht verlassen. Es erhielt nur soviel
dahrung, daß es nicht verhungern konn?e und mußte ohne
leider in einem mit Sand gefüllten Kasten zubringen.
Zudem war es gefesselt und die Schnüre so fest angezogen,
»aß mehrere Knochenbrüche festgestellt wurden.
Berlin, 9. Febr. Die Erkältung des Kaisers nimmt
einen regelmäßigen Verlauf. Der Kaiser ist fieberfrei, wird
iber noch einige Tage das Zimmer hüten müssen.
Berlin, 19. Febr. Der Bundesrat stimmte dem vom
Reichsstage angenommenen Entwursf des Zuwachssteuerge—
eßes zu.
Trier, 19. Febr. Auf der Grube Steinberg in dem
Luxemburgischen Industrieorte Bümelingen stürzte gestern
eine 120 Meter lange Gallerie ein. 2 Abbeiter wurden
verlchüttet. Die Verunglückten gaben durch Hämmerschläge
Lebenszeichen von sich. Es wurden sofort mit der Ret⸗
ungsarbeiten begonnen aber bisher zu keinem Erfolo
fübrten.
Straßbura. s. Febe. Im Reichslandsausschuß wurde
der Antrag: Elsaß-Lothringen zum vollberechtigten Bundes—
taat zu erheben, mit 44 gegen 1 Stimme angenommen. —
In der gestrigen Sitzung des Bundes-Ausschusses kam es
at einem Zwischenfall. Der Abgeordnete Justizrat Dr.
Bery bekkagte sich darüber, daß von der Presse eine Kam—
pagne von systematischen Lügen und Verläumdungen, sowie
Erfindungen und Verunglimpfungen aegen einige Elemente
der elsässischen Gesamtheit geführt wurden. Besonders seien
von dem Bertreter eines Frankfurter Blattes einige dieser
Verleumdungen in die Oeffentlichkeit lanciert worden. Er
bezeichnete diesen Herrn als einen Lüaner, worauf die Jour—
nalisten fich erhoben und demonstrativ die Tribüne verließen.
Erst nachdem der Präsident des Landesausschusses den Ab—
geordneten zurechtgewiesen und dieser die Beleidiaung zu—
rückgenommen hatte, kehrten die Journnlisten wieder gauf
die Tribüne zurück.
Weimar, 9. Febr. Der Geheime HoiratProfessor
Dr. Suphan, der bisherige Leiter des Goethe-Schiller—
Archivs, hat seinem Leben durch Selbstmord ein Ende ge—
nacht. Das Motiv dürfte wabhrscheinlich darin zu suche.
ein, daß der Gelehrte, der infolge Krankheit am 1. Jan
). J. von seinem Amte zwürktrat, anscheinend in Schwer
nut verfallen in.
Pünchen, 9. Febr. In der Anatomie stach sich eir
Studirender, der mit Leichenteilen operirte, das Secir
nesser in den Unterleib. Er wurde schwer verlettt in de
hiruraische Klinik eingeliefert.
Chemnitz, 9. Febr. In dem erzgebirgischen Städtcher
Veiffen verwundete gestern Abend die 49jährige Frau Brück—
ner ibren im Bett liegenden Mann, den Holzdrechsler Brück
ier lebensgefährlich durch Beilhiebe. Die Veranlassun
var ein ehelicher Streit. Die Frau wurde verhaftet.
Lemberg, . Febr. Die Polizei verhaftete gesterr
eine elegant gekleidete Dame, die wiederholt in Lemberg
und anderen galizischen Städten weilte und zeitweilic
nach Warschou fuhr, von wo sie nach kurzem Aufenthal'
fets wieder hierher zurückkehrte. Sie nannte sich Baronit
Stuve. Eine Haussuchung ergab zahlreiches gravirende?
Material, Briefe, Dokumente usw., aus denen hervorging
daß die Verhaftete in Diensten der russischen Militärbehörd
tand, für die sie in Galizien eine umfargreiche Spi—
nage betrieb. Sie gab an, die Braut des russischen
BZarons Struwe in Warschau zu sein. Auf telegraphische
Verständiguug traf Rittmeister Baron Struve alsbald hier
ein und bestätigte, daß die Verhaftete seine Braut sei.
München, 9. Febr. In einem Hause an der Pariser—
traße in dem gegenwärtig Umbauten vorgenommen
nerden, wurden heute Nacht 7 Personen durch ausströmend
Hase aus einem Eoaksofeu betäubt. Vie Erkrankten be
'nden sich auf dem Wege der Besserung.
Berlin, 10. Febr. Die Begegnung zwischen Kaiser
Wilhelm und dem König Vikttor Emahue! fin
ꝛet sicher statt. Als Ort der Zusammenkunft dürfte eine
talienische Hafenstadt. möglicherwei?e Venedig, in Frag
ommen.
Berlin, 10. Febr. Kardinal Kopp wird dem
nächst nach Romt reisen,
Paris, 10. Febr. In Nonstantinopel sind zwölf Bu—
ceaudiener der auf der bohen Pforte untergebrachten Mi—
nisterien unter dem Verdacht verhaftet worden, an dem
Brand mitschuldig gewesen zu sein. Dem Brand soll eine
Verschworung zugrunde liegen, deren Urbeber vermutlich
n den Kreisen der alttürkischen Reaktion zu suchen sind.
Athen, 10. Felr. Veniselos brachte in der Kammer
Geselentwürse zur Revisien der Nersassuna und der Ge—
schästsordnung en.
Paris, 10 Febr. Matin meldet aus London: Im
Uaterhaus stellte der Abgeordnete Byles der Regierung
eine Frage über den Stand der deutsch-englischen Bezieh—
ingen. Der Unterstaatssekretär des Aeußern Wood er—
widerte anstelle Sir Eduard Greys, daß die Meinungs—
austausche, auf welche der deutsche Reichskanzler hingewie—
sen habe, augenblicklich fortgesetzt werden. Er fügte hinzu,
daß die englische Regierung hoffe, die Besprechungen wuͤr—
»en dazu beitragen, die freundschaftlichen Beziehungen zwi—
chen beiden Ländern aufrecht zu erhalten und zu befestigen
Paris, 10. Febr. Aus Peting wird berichtet: 800
Leichen sind in Chanchim verbrannt worden. VTas diplo
natische Korps hat der chinesischen Regierung ernste Vor—
stellungen gemacht und sie ersucht, Kavallerie-Abteilunger
zu entsenden um darüber zu wachen, daß alle Leichen ver—
drannt werden. Die gesamte Mandschurei wird von der
Spidemie heimgesucht. Rußl!land hat den Chinesen der
Zutritt zu der Seeprovinz untersagt und Japan hat mili—
ärische Abteilungen längst der koreanischen Grenze aufge—
tellt. In Charpia wird eine Abnahme der Epidimie ver—
zeichnet. Während der letzten 3 Tage sind in der Chine—
enstadt weniger Todesfälle als in den vorgehenden Tager
iestgestellt worden.
Paris, 10. Febr. Im Aerodrom von Douzi ereignete
iich gestern ein doppelter Todessturz. Die Aviatiker Noel
ind de la Terre unternahmen gemeinsam einen Aufstieg
ruf einem Zweidecker. In einer Höhe von 100 Metern
eigte sich der Apparat zur Seite, kippte um und fiel in
ähem Sturz auf den Erdboden. Die beiden Aviatiker wur—
)den tot unter den Trümmern hervorgezogen.
Frankfurt, 10. Febr. Vor Kurzem haben fünf Volks⸗
chullehrer in Wiesbaden bei Eintritt in den Ruhestand eine
dekorrierung mit dem Hohenzollernschen Hausorden abge—
ehnt, weil dies keine ihrem Stand entsprechende Auszeich—
iung darstelle. Mit der gleichen Begründung haben jeßz!
wei weitere Wiesbadener Lehrer, die am 1. April in den
Ruhestand treten, die gleiche Auszeichnung abgelehnt.
Brüssel, 10. Febr. Das finanzielle Ergebnis der
Weltausstellung ist, wie die Presse mitteilt, ein Defizit von
446 000 Franken. Hiervon hat die Regierung 1 Mil—
ron, den Rest das Ausstellungskomite zu tragen.
Breslau, 10. Febr. In Neuwiendorf in Oberschlesien
at bei einem Faschingsvergnügen ein Gutsbesitzer seine
hatté« naeh einem pyrausgegongenon Stroit e —eJ!
Hinweis. Beim Umbrechen der Seiten ist ein Fehler unter⸗
saufen: Die Fortsetzung des Artikels „Eine neue Rede
Aehrenthals“ befindet sich auf zweiter Seite, während sich
die Fortsetzung des Artikels „Bestand der Handelsflotte“
unter der Rubrik „Eine neue Rede Aehrenthals“ befindet.
Wir bitten unsere Leser gütigst davon Notiz nehmen zu
vollen.
Bßerantwortlich fr den redaktionellen Teil Artur Unterkelle
für den Anzeigenteil Karl Unter keller.
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