Donerstag, den 5. Januar 1911.
24. Jahrgang
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Postschließfach Nr. 14.
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Amfliches Publihafionsorgan r
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KV lür die Bürgermeißerei Dudweiler.
nonatlich 70 — frei in's Haus
gebracht, J—
der Post bestellt A 2,25 vierteljährlich. Fernsprech⸗Anschluß Saarbrücken Nr. 69, 259, 2690 u. 1261.
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nent ist mit 300 Mgegen Tod durch Unfall dei der Nürnberger Lebensversicherungghank in Nürnberg versichert. Zeder Unfall in binnen einer Woche nach Eintritt der Nürnberger Lebensversicherungs-Bank anzuzeigen, auch muß sich der Verletzte nnerhals 24 Stunden nack dem Unfall in ärztliche Behandlung begeben. Todezfälle müssen sone
¶0 0 0 ütestens aber innenn-ie 18 Stunden nach dem Eintritt zur Anmeidung gebracht werden. Ueber die Raraussetzung der Versicheruaig geben die Versi herungsbedinzungen Auischinß, die von Beriale oder von der Nur at bercherunas· Renl ꝛu bezie⸗vsind — —W 0
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Indien noch mehr als anderswo in unbezähmbarer Wildb
der ilten hat, die Kugel des königichen Schützen z1
⸗»kent, Unser heutiges Bild zeigt den Kronpriu
—— eieen Qeute
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Hostschließfach Nr. 14.
Erscheint
kalich mi Ausnahme der Sonn⸗ und
rFeiertage.
242
das frauzösische Regerheer.
Paris wird den „L. N. NM.“ geschrieben: Die
iehrsach erörierte Frage des französischen Negecr—
Hanscheinend nun in eine neue Phase engeteten,
e nicht gerade besagen soll, daß sie ihrer Lösenge
wesentlich naher gebracht sei. Die im Frühsom—
8 Jahres vom Kriegsminister General Brun nach
gesandte Studienkommission, die untersuchen so l⸗
id inwieweit die Eingeborenen dieser nordafr ka—
olonie geneigt sind, einem allgemeinen Rufe zu
en Folge zu geben, ist vor einiger Zeit nach
zurückgekehrt und hat dem Minister ihren Be—
rreicht. Wie dießer im einzelnen ausgefallen st,
ch vorderhand noch der öffentlichen Kern enis,
allerlei Anzeichen und Gerüchten scheint doch mit
icherheit hervorzugehen, daß der hochst egende
nus, mit dem man auszog, dort unten vinen
impfer erhal'en hat. Daß sich die Alger er und
em nicht ganz geriugen Bruchteile auch die Tu—
de franzssischen Kriegsdienst körper ich und mo—
z 11 eignen, wußte man schon Lncst; aber
i ht minder und das scheint sich nun waäh—
nquete vollauf bestät'gt zu haben — daß die
Billig und gegen elnen verholmistmäsßig
dienen gewillt sind, nicht aber für den
ou, den der sranzösische Soldat noch
ile Entlohnung vom Vaserlande erhält.
geordne en Messimy und dem COberst⸗
vorgeschlagenen Massenaushebung ven
nesiern wird es daher wohl noch gute
noch um eine andere Erfahrung ist
cher. Sie be rifft das eigent iche Neger—
ifsung als notwendüges Gegenstück zu der
Algerien nach Frankreich ins Auge ge—
ir. Denn wenn man die no dafeikanischen
e jetzt noch da stehenden Tukos und Spa—
IAlte, so mußte man sür ennmn gerigne!en
o»er der Natur — nach nur aus In—
stafrika kommen konssste. Auf das unablässige
ger Parlamentarier hin hatte sich dir Kriegs—
vergangenen Frühzahre entschlossen, den Ver—
mit einem Bataiilon Senegalschüben zu ma—
olches Bataillon, 842 Mann stark, wurde von
»x afrikanischen Westküste nach Oran verschifft
t aus gleich mit der Eisenbahn nach dem Su—
s gebracht, wo es an der maro' kaniichen
m Orie Colomb-Bechar, auf Vorposten steht.
und sieben Monate verstrichen, und man kann
kleinen Ueberblick darüher gewinnen, wie die
gerische Klima vertragen, das von dem ihrer
unwesentlich abweicht. Wie amtliche Berichte
müad von jenen ursprünglichen 812 Mann
⸗Neereits dreizehn gestorben (wohlverstanden:
nabmen an kriegerischen Verwickelungen) und
hegen Krankheit nach der Heimat abge—
sen dierze Kranken litten nicht weniger
r sogenannten „Filariose“, eine Krankheit, die
WReigentümlichz ist und den Beriberi der Osi—⸗
indt fein so da Leiden wird auf eine
oder doch unschtige Ernährung zurückgeführt
eblich sosort wieder verschwinden, wenn der
seinen früheren Lebens- und Ernährungsge—
trückkehrt. Die betreffenden Negertruppen-En—
men es denn auch recht leicht mit dieser spe—
egalesenkrankheit, indem sie sagen, das Lei—
die davon Vetroffenen nicht, Dienst zu tun.
so darf man wohl billigerweise fragei, hat
Kranken dann nach dem Senegal üůckge⸗
konnten sie wohl noch tun ber mnicht
i! Und daher dürften wohl Er Ueber⸗
Negern nach dem Norden Rritas Grenzen
wie auch in noch weit erheblicherem Grade
zung an die sranzösische Ostgrenze. Jert
ierig sein, zu erfahren, was die französischen
nun erfinden werden, um die militärischen
stetig zunehmenden Geburtenrückganges ei—
ieder auszugleichen.
Politische Rundschau.
Deutsches Reich. hchn
m Der Gesetzentwurf über die Privatbeamter⸗—
ersicherureg ist, nachdem die letzten kommissarischen
geratungen zwischen den preußischen Ressorts und dem
deichsamt des Innern abgeschlossen worden sind, zur
)rucklegung gegeben worden und wird in nächster Zei
obald er dem Vundesrat zugeht, zur Veröffentlichung ge
angen. Demnach ist damit zu rechnen, daß die Vorlage
anicht allzu ferner Zeit dem Reichstaa vorgeleat wer—
en kann.
*Einzelne Blätter hatten gemeldet, daß der Sitz des
bersten Kolonialgerichtshofes iedensalls
zerlin sein werde, denn das Kolonalamt sei enttchlos⸗
en, seine Zustimmung zu dem dem Reichstage vorliegen⸗
en Gesetzentwurf nur zu geben, wenn der Gerichtshof in
zerlin errichtet werde. Die „Kreuzzta.“ macht mit Recht
arauf aufmerksam, daß diese Mitteilung staatsrechtlich un—
altbar isi; das Kolonialamt hat in dieser Frage keine
entscheildung zu treffen, sondern der Bundesrat. Das Blat
aährt fort: Es handelt sich hier lediglich um einen den
datsachen vorauseilenden Versuch, die öffentliche Meinung
u beeinflussen. Aus guten, fachlichen Gründen ist von vie—
en Seiten. auch von uns, die Wahl von Hamburg be—
ürwortet worden. Sollte, wie wir hoffen, die Kommis—
szon und das Plenum des Reichstags in diesem Sinne di
zesetzesvorlage ändern, so würden der Reichskanzler und
ie Verbündeten Regierungen hierzu Stellung zu nehmen
‚aben, und wir halten es für ausgeschlossen, daß sie die
zorlage an diesem Puntte scheitern lassen sollten.
*Der preußische Landtag wird sich in der
evorstehenden Session in der Hauptsache mit dem Staa!s
aushaltsplan für 1911 nebst den damit zusammenhen
enden Fragen allgemeiner finanzpolitischer Natur zu be
chäfrigen häben, doch läßt sich noch kein genaues Bill
on dem Haushaltsplan machen. Das wird sich erst au
»er Rede ergeben, mit welcher der Finanzminister den Eta
m Abgeordnetenhause einführen wird. Schon jetzt aber
äßt sich erkennen, daß die Eisensahnorevaltung sehr gün—
ig abgeschnitten hut. Es wird ein Uedecschuß von rund
00 Millionen jestgestellt. Bei dieser Lage der Dinge
zird man auch für 1910 damit rechnen dürfen, daß in
em Staatshaushaltsplan ein Ueberschuß der Eisenbahn—
erwaltung vorgeseben werden kann, der für allgeme ne
Ataatsausgaben nicht nur den dafür zulässigen Hilfsbe—
rag, sondern noch datühber hinaus einen Betrag von 30
»is 40 Mitlionen Mark zum Ausgleichsfonds zu leisten
ermeg. Wen'ger günstig als der Etat der Cisenbahnver—
»altung dürfte die etatsmäßige Gesamtbilanz für 1911
ich gestalten, denn es ist im höchsten Grade unwahrschein—⸗
ich, daß die übrigen Einnahmequellen eine ausxreichend
ohe Mehreinnahme liefern.
*Das „Echo de Paris“ herichtet, daß der Wortlaut des
ussischddeutschen Abkommens, welches be—
eits zu zahlreichen mnrichtigen Gerüchten Anlaß gegeben
at, festgestellt ist, und daß derselbe bereits in versch ede—
ien interessierten Kanzleien der Begutachtung untoerbreitet
vorden ist. Derselbe betrifft haupt ächlich zwei Puntte: 1
ie Anerkennung der besonderen Mission Rußlands in Per—
ien seitens Deutschlands, welche Misfion Rußland durch
einen jüng'ten Vertrag mit England zuerteilt worden ist
tußland wird als Gegemnleistung Deutschland gewisse wirt
haftliche Zugeständnisse in derselben Zone wit Ausfüh
ung der Eisenhahnlinie Khaliki-Bagdad machen. Das
ilatt fgt hinzu daß mithin keinerlei Fragen bessehen
etressend ein Abkommen über die orientalische Frage. Im
Rient behalten Deutschland und Ru“sand gegenseitig vol—
ge Aklions-Freiheit. Das Abkommen hat groke Rehn—
Hkeit mit dem enigen, welches 1909 zwischen Frankresch
ind Deutschland wegen Maraktos zum Nhschkuß ge—
angt ist.
** PVorschiedene Zeit ingen teilen mit, daß vom 1. Ja—
uar 1911 ab die grundsätz'ichen Bestimmungen der
zreifahrtordnung hinsich lich der Benuung der
inzelnen Wagen'lassen durch die Eistnoahnveamten geän—
ert werden sollen. Diese Mit'eilung trifft, wie man von
iständger Seite hört, nicht zu. Derartige Aenderungen
Nen nicht bevor
In einem Spezialfalle sind neuerdings Zweifel dar—
iber entstanden, in welcher Form ein ausgeschiedener Be—
inter seinen bisherigen Titel weiterzusühren habe.
demgegenüber ist darauf hinzuweisen, daß nach dem in
zreußen bestehenden Brauch Titel, die als Amtstitel im
Wege der Besiallung erworben sind, nach ehrenvoller Ver—⸗
ibschiedung mit dem Zusaz „a. D.“, und solche, die als
Auszeichnungen im Wege der Patentierung verliehen wor—
den sind, ohne diesen Zusatz geführt werden.
*Nach einer vom Reichskanzler mit Zustimmung des
zundesrats erlassenen Bekanntmachung vom 1. Dezember
910 ist das bewegliche Vermögen eines belgi—
chen Staatsangehörigen, der zur Zeit seines Todes sei—
nen Wohnsitz in einem deutschen Bundesstaat hatte, zur
Erbschaftsstener auch dann heranzuziehen, wenn
es sich im Auslande befindet.
* Die Interpellation der Fortschrittlichen Volkspartei,
etreffend die Auihebung des Zündwarensteuer—
lesetzes, die an erster Stelle auf der Tagesordnung der
im 10. Januar stastsindenden Sitzung des Reschs ages
teht, wird, wie die „Nordd. Alla. Zia.“ erfährt, sofort
eantwortet werden J
Portugal.
* Trotz offiziöser Dementis erscheint d'e Situation
n der poriugiesischen Republik stark erschüttert. In
ger Armee herrscht Insubordination und selbst di! Richter
zsehmen eine zögernde Haltung ein. Die Liss. icr Bank—⸗
ahaber haben bei den Gesandten von Eng' und Sp
en vorgesprochen, um ihnen zu erklären, das sie sich ge⸗
wungen sehen würden, ihre Finanzoperationen einzustel—
en. Die Garnison von Valen:do-Minho erhielt von Lis—
abon aus den Vefehl, sich zum sofortigen Abmarsch be⸗—
eit zu halten
—8—
——rnzenreise. Vas Parise
Jodweanal‘ meldet aus Ceylon: Das deutche Pan—
erschiff „Scharnhorst“ unter dem Befehl des Kapitäns
draft, von Hongkorg nach Singapore unterwegs, ist in
Zeigon eingeroffen und wird dort fünf Tage verbleiben
OXXïOÂ
Türkei.
* Der Herausgeber des demokratischen Blattes „Schalir
st nach Egypten entflohen, nachdem er einen fulminanten
rtitel gegen den Minister des Innern und die Herrfchaf!
es jungtürkischen Komitees veröffentlicht hatte. Diese Fluch.
erregt großes Aufsehen, da sie als Vorzeichen neuen
1iImwaälzungen in der Türkei betrachtet wird.
* Zwischen den Kriegern Ima Jahjas und den
ürkisschen Truppen ist es zu einer blutigen
zch lacht gekommen, in der es gegen 909 Tote und
Zerwundete gegeben haben poll. Die arabischen Freiwil—
igen kämpften Schulter an Schulter mit den Truppen Imce
Jaͤhias, mußten sich aber zurückrziehen.
Hof und Gesellschaft.
*s Die Kronprinzessin Cecilie, die sid
gegenwärtig in Aeghpten befindet, wird vor ihrer Ruck—
ehr nach Deutschland einen längeren Aufenthalt in Sizi
lien in der Nähe von Palermo nehmen. Von dort aus
wird die Kronprinzessin voraussichtlich ihrer Mutter, de—
KFroßherzogin Anastasia von Mecklenburg-Schwerin, in Can
les einen Besuch abstatten und dann die Heimreise nach
Potsdam antreten.
**Befinden Kaiser Franz Josefs. Der
Schnupfen des Ka'sers bleibt stationär, da keinerlei Ne—
henerscheinungen auftreten, was bei Inluenza bereits nack
Tagen der Fall sein müßte, wird der Zustand des
daisers sehr günstig aufgefaßt. Der Monarch verbracht⸗
en Dienstag arbeilend und machte Nachmittags einen Be
* bei der Erzherzogin Marie Valerie und deren Kin
dern, mit denen er einige Sinnden beisammen blieb. Da
Diner nahm er zu gewohnter Zen allein ein und bega
ch um 8 Uhr 2u Bett
Bulgarien.
* Die Sobranje beschloß mit großer Mehrheit, den frü—
heren Ministerpraͤsidenten und den Minister des Aeudern
und ehemaligen Minsterpräsidenten und Minister des In—
aern, Gudew, den Kricegsminister Sar o w, den Han
delsminister Genadiew, den Eisenbahnminister Chaa
Atschew und den Unterrichtsminister Schei ssch ma
row in gerichtliche Untersuchung zu zieher
and wählte zu diesem Zweck eine 12aliedrige Untersuch
ungs-⸗Kommißsßsion.
———— —
Der deutsche Kronprinz auf der Elefantenjagd
Der deutsche Kronprinz, der ebenso wie sein kaiser
licher Vater ein leidenfchaftlicher Iger ist, hat auf sei
ner Reise durch Indien in ausreichendem Maße Gee
zenheit, seiner Vorliebe frür das Weidwerk Ausdruck z1
geben. Bieten doch gerade die riesigen Urwälder dee
Wunderlandes mit ihrem unermeßlichen Wildreichtum einen
uten Schützen genügend Gelegenheit, manch seltenes
Stück Wild zu erlegen und besonders die Elefantenzagt
—
die allerdings bei Kronprinzenjagden auf ein Minimum
beschränkt werden, von außerordent ichem Reiz. Daß Kron
„rinz Friedrich Wilhelm ein guter Schütze ist, hat er au
dofjagden in seinem Vaterlande oftmals zur Genüge be
viesen, und so kann es nicht wunder nehmen, daß s
mancher Riese unter den Tieren, der sich ja bekannilich;
— ——
Heer und Flotte.
— * Einstellungen bei der Marine. Die Kaiserlich
Marine steilt am 1. April und 1. Oktober jedes Jahre
unge Leute, die gelernte Maschinenbauer, Schlosser, Kesf
elschmiede, Kupferschmiede, Mechauiker oder Eleltrotechnike
ind, bei der 1. Torpedodivision in Kiel als Dreijährig
Freiwillige für die Torpedomaschinisten (Unterofsizier)
Laufbahn ein. Da noch gute Aussichten auf Annahm
sorhanden sind, empfiehrt es sich für Bewerber, die kapi
ulecen wollen, ihre Einstellungsgesuche, denen ein Lebens
auf mit genauer Adresse, ein von der zuständigen Ersatz
lommission ausgesertigter Meldeschein, sowie die Lehr
and Arbeitspapiere über eine mindestens dreijährige prat
tiiche Tätigkeit beizusfügen sind, umgehend an das Kom—
—
Zwei Köniaskinder
Ihnen, Herr Professor, daß Sie gekommen
dihn zum Sitzen ein und erzählte dann. sie
wihrer ursprünalichen Absicht schon ietst nach
hen. Wenn es ihm etwa angenehm sei, fru—
redet zach Teirraberg zu kommen und ihren
en, so werde sie sich freuen; jedenfalls aber
entscheiden, wann er ihr das Opfer bringen
ürrnberg frei machen wolle.
ärte, daß er seine Dispositionen bereits ge—
und daß es vohl bei dem verabredeten Zeit—
Juli, bleiben müsse.
Sie wollen, mein lieber Herr Professor!“
in zögerte einen Augenblick, dann sah sie
auf und fragte entschlossen: „Darf ich nun
W. die nichts mit Ihrem Besuch auf Dürrn⸗
l
Durchlaucht!“
Vertrauen zu Ihnen und will keine Um—
. Prinz Wolff Egon ist Ihr Freund und ick
hmen, daß Sie ihn gestern gesehen haben —
3 Durchlaucht —“
nauch, daß er mich besucht hat?“
d er hat mir angedeutet, daß er tiefunglüd⸗
n Kopf sinken und schwieg. Ihr Herz revol—
ie ihn wieder gesehen hatte, energisch gegen
ie sich auferlegt hatte. Sie wußte und fühlte
lie aufhören, sich nach der Liebe und dem
im für sie verkörpert war, zu sehnen.
1 Sie also,“ sagte sie langsam, während sie
sich nieder sah. „Das macht mir leichter, zu
roch auf dem Herzen habe —“
ihn an und in ihren Nugen schimmerte es
h um meireuoluen; aber ich werde auch nichts mehr von
hm hören, ich werde nicht wissen, wo er ist, was er tut, und
pie sein Schicksal sich gestaltet — und das ist so fürchterlich,
aß ich's nicht ertragen kann. Und da hab' ich nun an Sie
edacht, mein lieber Herr Professor. Sie sind ihm ein
zreund, wie er keinen zweiten hat. Sie werden immer
»issen, wie es um ihn steht, und darum wollte ich Sie bit—
en — aus Mitleid — lassen Sie mich stets wissen, was Sie
edeutsames von ihm hören, und wenn Sie glauben, daß
h vielleicht doch einmal ihm nützen kann, dann kounmen
zie zu mir.“ Sie reichte ihm die Hand. auf die er bewegt
eine Lippen drückte. „Darf ich hoffen, daß Sie mich nicht
ilsch verstehen, und daß Sie mir beistehen werden?“
„Es ist keine Phrase, Durchlaucht, wenn ich Ihnen sage,
aß ich Ihnen herzlich dankbar bin für das Vertrouen, des—
en Sie mich würdigen. Wir begeganen uns in der aleichen
Zorge um ihn; nur ist mein Einfluß auf ihn unendlichk
biel geringer, als der Ihre.“
Sie lächelte schmerzlich.
„Mein Einfluß ist jetzt kein guter, und Sie müßten
hon versuchen, gut zu machen, was der Gedanke an mich,
ilso das, was Sie meinen Einfluß nennen, an seinem
S—chicksal verdirbt.“
Hans schüttelte wehmütig den Kopf.
„Das würde schon schwer sein, wenn ich ständig um ihn
ein könnte, aber es wird geradezu unmöqglich, weil ihn
raußen der Strudel der Gesellschaft sofort aufnimmt.
Neine Stimme wird nicht durch den Gesellschaftslärm zu
einem Herzen dringen, und ich werde ihm nicht einmal ein
zerater sein können, weil ich die besonderen Verbältnisse
ind die Umstände nicht kenne, die für ihn bestimmend sein
»erden. Eines freilich werde ich vor Eurer Durchlaucht
oraus haben —: ich werde wissen, wo er ist und wenigstens
eitweise erfahren, was er treibt, und wie es ihm geht; und
sieses Wenige will ich Ihnen getreulich mittoilon“
Rückhaltlos?“
Hans überlegte einen Augenblick. Es war vielleich!
licht klug, das zu versprechen, denn wer konnte denn wissen
bas alles die Zukunft bringen würde? Aber dann begrif
r doch auch, daß der Wunsch der Fürstin sich nur durck
Afenheit erfüllen lasse. Das Gute durfte sie ohnehin er
ahren, und bei dem Unerfreulichen konnte sie vielleicht dock
in irgend einer Art eingreifen, um zu nützen.
„Rückhaltlos!“ gelobte er.
Die Fürstin reichte ihm wieder die Hand.
„Ich danke Ihnen herzlich, Herr Professor — Sie
nen mir eine große Sorge ab. Und nun wollen wir
offen, daß Sio nur immor Gute⸗ nm horichten haben
yans seufʒte. —
Gott geb's, Durchlaucht!?
v* α ιειι
Wolff Egon blieb noch drei Tage in München, und
zans war in all den Tagen sein ständiger Begleiter. Ver
nüglich aber waren die Tage für keinen von beiden. De.
zrinz war oft übler Laune, noch öfter setzte eine forziert!
ustigkeit ein, die freilich schnell wieder verschwand und von
iner gedankenverlorenen Schweigsamkeit abgelöst wurde
hans ließ ihn gewähren; er aing anf alle Stimmungen de
Freundes ein, er war ein unernmiüdlicher Fuihrer und trut
mmer eine sieghafte Frohlaune zur Schau.
Wolff Egon blieb sich im Wechsel der Stimmungen dod
»ewußt, welch ein Opfer der Freund ihm brachte, und daf
r im Grunde recht schlecht dafür vergalt.
„Du bist ein lieber — lieber Kerl!“ sagte er einmal
bährend er unvermittelt stehen blieb und die beiden Hände
des Freundes ergriff. „Du mußt mir's nicht übelnehmen.
venn ich launisch bin und dir schlecht vergelte. Das wird
zesser, wenn in mir erst wieder die Vernunft spricht, und
— weiß Gott, Hans, ich dank dir's don, — ich dank dir's.“
Da hatte Hans beinahe verlegen aufgelacht.
„Aber Wolff, was redest du da nur wieder! Ich kenn'
dich doch! — Na, und wo iger kann ich doch gar nicht für dich
tun, als daß ich dir helfe, die Zeit totzuichlogen.“
Sie hatten sick still in die Augen acsehen und waren
dann schweigend weiter gegangen.
Den letzten Abend verbrachte der Prinz im Hause des
Freundes. Grete, die sich stark zurüctgesetzt fühlte und mist
dem ganzen Verlaufe des Besuches wenig zufrieden war,
jatte darauf bestanden, und Wolff Egon hatte zugesagt.
Grete empfing die Heren ausf der Diele.
„Nun endlich, Durchlaucht! Guten Abend! Eigentlick
'ollte ich Ihnen recht böse sein. Nach so langer Zeit kommen
Sie endlich wieder einmal nach München, Sie sind tagelang
sier, und Sie haben uns nicht einmal die Freude gemacht
nit uns zu essen. Ich glaube wahrhaftig, wenn ich nicht si
ebettelt hätte — Sie wären abgereist, ohne noch einmal der
Lea zu uns gefunden zu haben.“
olff Egon soh ih nwachdenklich in das frische Gesicht
ichelten Sie s Fräulein Grete — Sie haber
as recht, und iche uiß mich wieder schuldig bekennen
neine Strafe habe ich doch weg, und das mag Sic
au! n Frieden dieses Hauses aus
»och erst jetzt, da der gute Geis
er bearüßt. wie töricht ick m
11n
Gretke verzog schmouend den Wund. J—
„Nun machen Sie wieder Komplimente —!“
„Diesmal wahrhaftig nicht. Hans mag Ihnen bezeu—
gen, wie friedlos ich in all diesen Tagen war, und wie wenit
ch Grund habe, mit mir zufrieden zu sein Was wir auc
unternahmen, um ein bißchen Zerstreuung für mein ruhe
loses Gemüt zu erjagen — es hat sich immer nur als Ent—
täuschung exwiesen, und alle diese Tage sind mir verloren
— verloren bis auf die Liebe, die Hans mir erwies. Es ist
nur ein Glück, daß ich mit der Zeit nicht zu geizen brauche.
Oder auch ein Unglück — man kommt so leicht dazu, das
Leben zu vertrödeln, wie man eine Stunde totschlägt, und
der Katzenjammer der Erkenntnis ist kläglich.“
Er hing Hut und Ueberrock an die Garderobe und
zog langsam die Handschuhe ab.
Grete sah ihn mit großen, Augen erschrocken an. Da
war es wieder, das Rätselvolle in seinen Augen, das sie vor
drei Tagen schon beim Wiedersehen mit, lebhafter Unruh
erfüllt hatte. Was um des Himmels willen war nur mi
ihm? Was war ihm geschehen, daß er alle Fröhlichkeit ein
gebüßt hatte? Ein beklemmendes Gefühl, das aus Angf
und Sorge gemischt war, legte sich ihr schwer aufs Herz, unl
aus der rätselvollen Stimmung heraus, die sich ihrer be
mächtigte, süieg es ihr wider Willen und ohne bewußter
Brund feucht in die Augen empor. Aber sie verstand es vor
trefflich, sich zu beherrshen. Es war doch auch zu dumm
daß jede unklare Gefühlsregung so viel Macht über sie ge
wann. Und das fehlte auch gerade, daß sie dem Prinzer
zum Willkommen etwas vorweinte! So schluckte sie tapfe
die Tränen hinunter und zwang sich ein Lächeln ab.
„Ach, Durchlaucht — das klingt ja fürchterlich!
scherzte sie. „Aber die Weltverachtung steht Ihnen gar nich
zu Gesicht, und Stimmungen sollten Sie besser uns Fraue
überlassen — Hans behauptet wenigstens, daß wir von Na
tur ein Anrecht darauf haben, und daß es der speziell
Fluch der Männer sei, unsere Stimmungen ertragen z4
müssen.“
Hans der inzwischen seinen ueberrock ausgezogen hat
und sich nun behaglich streckte, lachte fröhlich auf.
„Siehst du, Wolff — so was vergißt sie nicht.“
Volff Egon gab ihr die Hand.
„Hans ist, ein Barbar, nud er hat gar kein
rauf, das Wesen der Frau zu beurteilen. Im
aben Sie recht, Fräulein Grete, es ist se
hnen Weltverachtung und Stimunude'
jen — und ich will mir den Kaken
Afhoro Stunde aufss.
2*
r!
ahrun—
eme
*
S
.
14
arlo
Sorge um ihn; ich fürchte sein Tempera⸗
die Angst nicht los, daß er sich vielleicht
önnte. Schließlich ist auch die Torheil
hört so unendlich wenig dazu, 3* mit einem
über die Vernunft und das Herz hinweg—
iegt im Wesen der Torheit begründet, daß
mo» dabei zu kurz kommt. Und stellen Sie
*Mit dieser Angst im Herzen soll
en verlieren! Ich weiß, daß er
mon k—qun »nd aaos ist qut 54
LLIAA—