Full text : Dudweiler Zeitung

Großwardeien, 1. Dez. In der Ortschaft Vaskoh hat
»er Lehrer Mitru seine Frau, die er bei einem Ehebruch
ertappte, durch sechs Schüsse getötet, sein dreijähriges Töch—
erchen ermordet und sich dann aufgehängt. Alle drei sind tot

— Nach Konsularberichten aus Swetschuan vom 29
November haben die Kaiserlichen die Aufsständi—
schen am 27. November bei N ingyuen in eine.
regelrechten Schlacht besiegt. Die Mif
sonare sind unbeschädiat geblieben und nicht bedroht.

—4
RKabelmeldungen aus Pekinng zufolge haben die
japanischkoreanischen Truppen bei
duntschun die chinesische Grenze über
schritten.
DdDie Aufstaändischen haben die lhetzte
Stellung der Kaiserlichen vor Nankine
erobert.
In Nanking stehen die Aussichten für die
daiserlichen schtecht. Es sind dort dringend
Zerstärkungen nötig, die man von Peking aber kaum
enden kann. Inmerhin ist es, im Hinblick darauf
haß der Schienenweg der im Bau beisindlichen Bahn
Vn Trentfin nach Putow fertiggestellt und
amit eine schnelle und bequeme Verbindung mit Nam.
ing hergestellt worden ist, nicht unmöglich, daß sich
die Regierung doch noch dazu entschließt.
Wie aus Peking gemeldet wird, wurde zwischen
dem chinesischen Rebellenfuͤhrer Li und dem kaiserlichen
Seneral TChiunkaisein Waffenstillstand vor
»rei Tagen vereinbart.
—n —
Deuticher Neichstag.
Berlin, 1. Dzbr
Vormittag 11 Uhr.
Zunächst steht zur Beratung die zweite Lesung be—
ireffend die Kleinen China-Aktien.
Die Budget-Kommission hat die Zulassung kleinen
Aktien auf China beschränkt, während der Entwurf von
dem Konsularbezirk überhaupt spricht.
Abg. Frhr. v. Richthofen (s.) erklärt sich mi
der jetzigen Fassung der Vorlage einverstanden.
Abg. Arends (XRchsp.): Meine prinzipiellen Be
denken find beseitigt. Aber die Formulierung trägt der
praktischen Bedürfnissen nicht genug Rechnung. Redner
beantragt die unterste Grenze für den Betrag der Klei
nen Atuen von 200 Mark nicht in deutscher, sondern in
chinesischer Währung festzusetzen.
Abg. Raab (W.Vgg.) spricht gegen die Vorlage
Aba. Gamp (Gchsph tritt für Annahme des Kom
missionsbeschlusses ein.
Bei der Abstimmung wird die Vorlage in der
Kommissionsfassung angenommen.
Es iolat die dritte Lesung des Gesetzes über die
Schiffahrtsabgaben
Abg. Frank⸗Mannheim ESoz.): Wir lehnen das
Geseß ab. Das Ansehen Deutschlands in der Welt wird
durch dieses Gesetz geschädigt. Redner polemisiert scharj
gegen das Zentrum, das umgefallen sei.
Abg. Vahrenhorst (Rechsp. empfiehlt erneu
den schon in zweiter Lesung abgelehnten Antrag auf
Berückfichtigung der Fischerei⸗Interessen.
Minister Breitenbach sagt weitgehendste
Rücksichtnahme auf die Interessen der Fischerei zu.
Abg. Oeser (Vp.): Ein großer Mangel ist das
Fehlen der Mosel⸗ und Saar⸗Kanalisierung. Die Mehr
heit meiner Partei lehnt das Gesetz ab, eine Minderhei
nimmt es an.
Damit schließt die allgemeine Ausssrache.
Auf eine Anfrage bezüglich der Verhältnisse am Bo
densee erklärt Minister v. Bre itenbach, daß Tran
sitgüter bei der Abgabenpflicht genau so behandelt wer
den wie Inlandsgüter.
Das Schiffahrtsabgaben-Gesetz wird dann nach
den Veschlüssen der zweiten Lesung endgültig ange
B8m m en. Weschlossen stimmen nur die Sozialdemo—
raten dagegen.
Dann wird die Beratung des —
VPrivatbeamten-Gesetzes ngee
ortgesetzt.
8 10 handellt von der Versicherungsfreiheit. Neben
zen Äerzten ꝛe. beantragt Abg. S ch u iz (Rchsp.) auch
ie Rechtsanwälte in diesen Paragraph aufzunehmen
Abg. di o 1h (W. Vgg.), unterstützt den Antrag.
Ministerial⸗Sirektor Caspar; Der Antrag is
vohl überflüssig. Ein Rechtsanwalt ist niemals Ange—
lellter im Sinne dieses Gesetzes.
Abg. Haußmann (Vp.) bittet den Antrag zu⸗—
rückzuziehen. womit sich der Abg. Schulz einverstander
erklärt.
8 10 bleibt unverändert.
Vei weiteren Paragraphen werden Anträge der So⸗
ialdemokraten begründet durch die Abgeordnelen Hoch
nd Sachse (Soz.) und nach kurzer Erwiderung des
Ministerialdirekts Caspar und des Geheimrates
Bechmann abgelehnt.
8 18a gibt bis zum 25. Lebensjahr die Möglich
feit, einer freiwilligen Versicherung in einer höherer
Lohnklasse.
Die Sozialdemokraten beantragen die Erweiterungç
zieser Möglichkeit bis zum 40. Lebensjahr.
Der Antrag wird abgelehnt.
Bei 8 24, der die Altersgrenze auf 65 Jahre fest—
setzt, kommt es zu einer heftigen Auseinandersetzung
zwijschen den Abgg. Hoch (Soz.) und Werner (W.
Vag.), die zu einer Skandalszene ausartet, unter zu—
nehmender Entrüstung bei den Mitgliedern der anderen
Parteien.
Abg. Potthoff (Vp.) beantragt Schluß der
debatte.
Der Antrag wird abgelehnt.
Bei den Vestimmungen über das Heilverfahren bit
tet Abg. Potthoff (Gp.) um möglichst weitgehen
des Entgegenlommen.
Bei8 49 wird ein, Antrag Schulz angenom
men, der die Wiederaufnahme der Anwartschaft unter
zllen Umständen aufrecht erhalten will. Die finanz—
politischen Bedenken sollen durch die Stundung der
Beiträge beseitigt werden.
Ein weiiergehender Antrag der Sozialdemokraten
wird abgelehnt.
8 109 regelt die Wahl der Mitglieder in den Ver—⸗
waltungsrat. Die Sozialdemokraten beantragen geheime,
biretle Wahl und Sicherung des Wahlgeheimnisses.
Der Antrag wird abgelehnt.
8 114 sieht vor, daß als Vertreter der Versicher⸗
—DD be
antragen, die Wählbarkeit auch auf die Invaliden aus—
pudelmen.
Abg. Hue Goz.), begründet den Antrag und wen⸗
det sich scharf gegen die im Ruhrrevier gebräuchlichen
schwarzen Listen.
Abg. Fleischer (Zir.): Auch wir verurteilen der
Terrorismus der Unternehmer.
Abg. Potthoff (Vp.) tritt für den sozialdemo⸗
kratischen Antrag ein und wirft dem Zentrum vor, daß
es seine Macht nicht ausgenutzt habe auf dem Gebiet
der Sozialpolitik.
Aba. Fleischer (Ztr.) verwahrt seine Partei
gegen diesen Vorwurf.
Der sozialdemokratische Antrag wird abgelehnt und
das Gesetz bis zum 8 124 erledigt.
Wellerberatung: Morgen 11 UÜhr, vorher 3. Lei
des Geseßzes über Kleine Aktien in ¶China

Lokales und Vermischtes.
Berichtigung. In der Anzeige des Megger
neisters Maͤrtin Eich soll es heißen Prima Kuh- und
kindfleilch zu 66 Pfqa, und nicht 60 Pfäcä.
Folomalgesellschafti. Zu der Vortragsveranstaltung
uber „Kamerun und das Kompensationsgebiet“ am Diens—
ag den 5. Dez. Abends 8einhalb Uhr im städtischen Saal—
iu bittet uns die hiesige Abteilung der deutschen Kolonial—
zesellschaft noch darauf hinzuweisen, daß der Redner über
vorzügliche kolorierte Lichtbilder verfügt und eine soehen erst
erschienene Karte von Kamerun mit den erweiterten Grenzen
und den neuesten Bahnbauten mitbringen wird.
Eingesand. Wie aus dem Anzeigeteil erfichtlich findet
am Sonntag den 3. und Sonntag 10 Dez. im evang. Ar—⸗
beiter-Verein ein Familienabend statt. Unter anderem wird
das historische Drama „Konradin der letzte der Hohenstaufe
zur Aufführung gelangen, die Spieler noch bekannt durch
die „Schill'schen Fesispiele“ werden auch diesmal den Be—
veis erbringen, daß sie durch Fleiß, Energie und voller
hingabe an der Sache Unerwartetes zu leisten im Stande
sind. Wie aus der Geschichte bekannt, war Konradin de—
letzte aus dem edlen Geschlecht der Hohenstaufen das vor
1138 —1268 in Deutschland regierte. Er wurde geboren
im Jahre 1252 zog im Jahre 1268 mit einem auserlese—
nen Heere von 10000 Mann über die Alpen um Jtalien
in Besitz zu nehmen. Anfangs glücklich eroberte er Rom
Später wurde er nachdem ihn der Papst Klemens IV. in
den Bann getan und die Seinigen ihn zum größten Teil
oerlassen, einige ihn verraten hatten von Karl von Anjau
önig von Neapel besiegt und trotzdem ihn alle Richter
außer Robert von Bary freisprachen wegen Hochverrat zum
Tode verurteilt und am 29. Nov. 1268 auf dem Markt
æu Neapel mit seinem Freunde Friedrich von Baden ent
jauptet.
Voraussichtsiche Witterung: Meist trüb, leichte Nie
zerschläge, im uͤbrigen vorerst keine wesentliche Aenderung
Rodelsport. Wie aus dem Anzeigeteil ersichtlich finder
um Sonntag Mittag 4 Uhr im Lokale des Gasthauses
Brimm eine Versammlung statt, deren Zweck die Gründ—
ung eines Nodelklubs ist. Der Klub will es sich zur Auf—
gabe machen den Rodelsport der gesundheitlich nicht zu ver—
werfen ist, zu fördern.
Gewerkschaftliches. Der christliche Metallarbeiter—
Verband-Sektion der Grubenhandwerker und Maschinisten —
—X
Lersammlungen für Grubenhandwerker. Maschinisten und
deizer ab:
Quierschied abend 8 Uhr bei Ferdinand Strauß
Fischbach nachm. I Ww. Jung (Ober⸗Saal
Sulzbach nachm. 4 „Minnig am Bahnhof
Dudweiler abends 72,, „zur Post“, Sudstraße
Louisenthal (Neudorf) abends 6 Uhr bei Joh. Wolf,
Alleestraße
Püttlingen abends 8 Uhr bei Jakob Altmeyer,
Weiherbachstraße
Guichenbach nachm. 4 Uhr bei Schneider
Wehrden (Ludweiler) nachm. 4 Uhr bei Pet. Köhle
Heiligenwald nachm. 4 Uhr vei Henkel
Neunkirchen abends einhalb 8 Uhr bei Burghaller
Ober⸗Markt)
Die Tagesordnung in allen Versammlungen lautet:
1. Teuerung und die Löhne der Handwerkerker, Maschi—
nisten und Heizer auf den Königlichen Saargraben.
2. Eingaben und Petitionen betreffs Lohnerböhungen und
Lohuregulierung.
3. Freie Diskussion.
Das 3. Unter⸗Elsässische Infanterie-Regiment Nr
138 begeht am 18. Juli 1912 in Dieuze die fünfund—
wanzigste Wiederkehr seines Stiftungstags. Alle ehe—
naligen aktiven und Neserve-Offiziere, Sanitätsoffiziere und
Beamten des Infanterie-Regiments Nr. 138, welche der
Feier beiwohneu wollen, ebenso alle die diejenigen Unter—
offiziere und Mannschaften des Regiments, welche ihr
Teilnahme noch nicht bereits auf anderem Wege angemeldet
saben, werden erfucht, ihre Adressen — unter Angabe der
Dienstzeit und der Kompagnie, bei welcher sie standen —
»aldmöglichst an das Regiment nach Dieuze i. Lothringen
einzusenden. — Die Vereinigung der ehemaligen 138er
von Dudweiler und Umgebung hält am Sonntag nachmit⸗
tag 3 Uhr in der Krummen Stube. Gasthaus Frik Brenner
eine Versammlung ab.
Saarbrücken, 29. Nov. Wegen Uebertretung der
Reichspolizeiverordnung und Diebstahls im Rückfalle ver—
ällt die schon sehr heufig vorbestrafte Ehefrau Heinrich B.
zu Saarbruͤcken in Zuchthausstrafe von 1 Jahr und 6
Monaten, sowie wegen verbotenen Waffentragens in Geld—
trafe von 50 Mk. — Der Tagelöhner Joseph F. zu
Kiegelsberg machte sich im Dienste des Fuhrunternehmers
Peter Hellbrück zu Saarbrücken zweier Betrugsversuche und
inmal der Urkundenfälschung schuldig. F. wird zu Gefäng—
ris zu 9 Monaten bestraft, von denen 1 Monat Vorhaft
angerechnet wird. — Diebstahl im Rückfalle hatte der Tage⸗
öhner Peter Sch. aus Gresaubach bei Zubilligung mildern⸗
der Umstände mit Gefängnisstrafe von 6 Monaten zu büßen
1 Monae Untersuchungshaft kommt in Anrechnunng. —
Im Oktober entwendete der Schlosser Joseph H. kleinere
Heldbeträge und kam in den Verdacht, dem Klempner Hein⸗
rich Hauswald zu Saarbrücken 20 Mk. entwendet zu haben.
Unter Freisprechung von dem zweiten Falle erkennt das
Bericht unter Zubilligung mildernder Umstände auf 4 Mo—
nate Gefängnis. — Wegen schwerer Privaturkundenfälschuncç
in sechs Fällen und Betrugs wird gegen den Brauereibe—
siter August Sch. uus Landstuhl auf Gesamtgefänisstrafe
von 2 Jahren und Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte au
5 Jahre erkannt. — Der bereits vorbestrafte Arbeiter Kar!
F. zu Dudweiler ist geständig, sich am 4. Juli zu Saar—
zrücken eine Weste und eine Hose des Hüttenarbeiters Lud—
wig H. widerrechtlich zugecignet zu haben und verfällt un—
ler Zubilligung mildernder Umstände in Gefängnisstrafe vor
10 Monaten. — Am 18. August machten sich die Berg—
leute Paul M. und Friedrich W. zu Wemmetsweiler nack
Verlassen der dortigen Wirtschaft von Johann Wächte:
gegenfeitiger schwerer Körperverletzungen schuldig, an dener
W. wahrscheinlich auf die Dauer zu laborieren hat. W.
zatte zuerst den M. mit dem Grubenstock geschlagen. M
vird mit 1 Jahr und 6 Monaten, W. mit 6 Monafe
—V

Neueste Nachrichten und Telegramme.
Bremen, 2. Dez Das Kriegs⸗-gericht der 17. Divisior
oerhandelte gestern gegen den aus Ostpreußen stammender
Musketier Hoppe von Bremen Infanierieregiment. Hoppe
hatte Selbstverstümmelung verübt, indem er sich einen Tei
der Ohrmuschel abschnitt. Er hat die Tat verübt, weil
nach seiner Einziehung seine Mutter und seine Großmutter,
die er von seinem Verdienst von 150 Mk. pro Tag voll⸗
tändig erhalten mußte, in große Not geraten waren. Das
Ariegsgericht erkannte auf die geringste gesetzlich zulässige
Strafe von 1 Jahr Gefängnis, zugleich aber auf Versetzunç
n die 2. Klasse, weil Hoppe eine ehrlose Gesinnung an
»en Tag gelegt habe, indem er sich durch Selbstnorstüůmm
—

Czernowitz, 1. Dez. Beim hiesigen Roten Kreuz hat
der mit der Kassen-Verwaltung betraute Landesbeamt
zenta mehr als 60000 Kronen unterschlagen. Er wurd
fort in Haft genommen
* Köln,. 1. Dez. (Fum Diebstahl im Fvn
ener Dom.) Nach den bisherigen Feststellungen
ȟrften den Diebstahl im XRantener Dom, wo bekanni
ich zwei wertvolle Gobelins gestohlen wurden, zwe
xFranzosen gzuggesunet haben, die kurz vor der Ausfüh
ung des Diebstahls im Dom gesehen wurden, wo si
ehr interessierr durch die vergitterten Seitentore di
Teppiche betrochteten. Sie wurden im Hotel dabei be
obachtet, wie sie häufig in geheimnisvoller Weise eine
Plan stuͤdierten. Es handelt sich um geriebene Gauner
welche die Teppiche kunstgerecht abgenommen und vo.
dem Futter abgetrennt haben, wahrscheinlich um Mit
glieder jener Bande, weiche in zahlreichen Städten de⸗
Fontineuts ihr Hauptaugenmerk auf besonders wertvoll
duünstgegenstände lenkten. Die französischen Behörder
vurden“ von den Beobachtungen der deutichen Polizei
dehörden verständigt.
*Koblenz, 1. Dez. (Das Rhein-⸗Museumy) sij
im mehrere Schiffsmodelle und anderer Gegenstände be—
eichert worden. die Geheimer Kommerzienrat Louis
Kaͤnnengießer in Mülheim a. d. R. geschenkt hat.
* Dortmund. 1. Dez. (Der Ohmprozeß.
die neue Verhandlung in dem großen Prozeß gegen
den Bankier Ohm, den Justizrat Huchzermeyer und die
übrigen an den Machenschaften der Niederdeutschen Banl
heteiligten Leute wird, wie in dem dritten nun vertag—
en Ohmprozeß erwähnt wurde, wahrscheinlich erst im
lächsten Jahre nach den Gerichtsferien stattfinden. Un
er diesen Umständen dürften erneute Anträge auf Haft
entlassung einzelner, z. B. der Angeklagten Dr. Nolden
ind Huchzermeyer, Aussicht auf Annahme hahen.
* Tuisburg, 1. Dez. (Falssches Geund.) Eine
Falschmünzergesellschaft scheint hier und in der Umgeb—
ung ihr ünwesen zu treiben. In den letzten Tager
wurden falsche Zwei- und Fünfmarkfstücke an den Stadt
kassen in Ali⸗-Duisburg und Duisburg⸗Meiderich, ferner
an der Fahrkartenausgabe in Duisburg-Meiderich-Sü
ind an der Kasse einer Alt-Duisburger Bank angehal
en. Die Falschstücke tragen teils das Bildnis des Kö
nigs Otto von Bayern, teils das des Großherzogẽ
driedrich 2. non Baden und das dJoiser Wilhelms 2

Wien, 1. Dez. Von Seiten leitender ital. Kreise er—
hält der römische Korrespondent des neuen Wiener Abend—
blattes die Versicherung, daß alle alle Meldungen, wie davon
vissen wollen, Italien beabsichtige aus dem Dreibunde aus⸗
zuscheiden, unbedingt falsch seien, Italien sei in allen poli—
üschen Fragen in übereinstimmung mit Deuischland und
Desterreich-Ungarn befinde. Italien sei in Dreibund und
bleibe darin.
Paris, 2. Dez. „Matin“ berichtet aus Newyork
Präsident Taft hat eine Petition der amerikanisch-persischen
Hesellschaft erhalten, mit der Bitte, sich zu verwenden, um
einen Krieg zwischen Rußland und Persien zu verhindern
Es werden ebenfalls diesbezügl. Aufrufe an den Kongrejf
und an den Senat gerichtet werden. Die Newvyorker
Presse veröffentliche heftige Artikel gegen England und
Rußland. Das Blatt „Globe“ tadelt die Regierung, nich
entschlossen Partei zugunsten Shusters zu nehmen.
Paris, J1. Dez. Die französische Regiernng hat 150 Un—
teroffiziere und Soldaten der 2. Kolonial — Infanterie
Brigade zus Verstärkung des französischen Militär — Kon—
tingents nach Peking gesandt. ————
Teheran. 2. Dez. Gestern mittag wurde? auf Dden frü—
eren Großwesir Exschahs Muschin ed Saltane, ern Alten—
at versucht. Muschin entkam, aber sein neben ihm sitzen
der Neffe wurde getötet

—————————

Mus aller Wotlt.
Zur Festlegung des Osterfestes. In Kreisen, die
er Münchener Runtiatur nahe siehen, verlautet mit Be
immtheit, daß der VPapst beabsichtige, das Osterfes
inter die festssehenden Feste einzureihen und zwar so,
aß Ostern jeweils am ernen Sonntaa im Npriv 31
eiern sei.
Ungetreuer Bankier. Der Konkurs des wohlbe⸗
annten alteingesessenen Berliner Bankgeschäftes Her—
nann Paasche, der vor kurzem starb, hat eine über—
raischende Wendung genommen. Wie sich jetzt heraus
telli, hat der verstorbene Bankier riesige Depot-⸗Unter—
chlagungen verübt, deren Höhe zur Zeit noch nicht völ
lg festgestellt ist, die sich aber nach sachverständigen
Schätzung auf 500 bis 600 000 M. belaufen. Der Ban
fier Hermrann Paasche hatte bereits vor 10 Jahren, al⸗
er sich von seinem Kompagnon Dietz trennte, mit eine
Unterbilanz von 200 000 Mark zu kämpfen. Seit de
Zeit datieren bereits die Unterschlagungen, die der Ban
her, der in der Berliner Finanzwelt sich eines ziemlid
zucen Rufes erfreute und der Inhaber zahlreicher Or
zen war, bis zu seinem Tode fortsetzte. Wie sich her
usgestellt hat, spekulierte Paasche, der seinen Geschäfts
reunden gegenüber sich stets als reeller Geschäftsmam
rufspielte und sich scharf gegen jede Spekulation aus
prach, an der Londoner Börse in amerikanischen un
hinefischen Werten, da es in der Berliner Finanzwel
zald aufgefallen wäre, wenn er seine An-⸗ und Ver
äufe bei der Berliner Börse vorgenommen hätte. Di
depots seiner Kunden hat der Verstorbene zum Tei—.
ei der Reichsbank, zum Teil beim Mendelssohn'scher
zankhause aber auch in ausländischen Finanz-JInstituter
o»mbardiert. Ein Teil der Wertpapiere ist nicht auf
ufinden. Es ist bisher noch nicht ermittelt, wo di
Vwerte geblieben sind. Paasche hat durch seine Verun
reuungen auch nmehrere Mitglieder seiner Familie seh—
chwer geschädigt, ja sogar ruiniert. So hat er die
Einlagen seiner Schwester und seines Bruders für sick
berbraucht und die nicht unbeträchtlichen Kapitalien die
ser Beiden in Spekulation verloren.
Geldknappheit. Etwa eine Stunde hindurch konn
ten sowohl auf dem Postscheckamt als auch auf der
Reichsbank in Berlin keine größeren Auszahlunge!
erfolgen, weil infolge unvorhergesehener Abhebung grö
ßerer Summen der Barvorrat erschöpft war. Neue Vor
räte mußten erst aus den unterirdischen Tresors de—
hank geholt werden und da dabei verschiedene For
malitäten zu erfüllen sind, verging geraume Zeit. eh—
die Bank wieder zahlungsfähig war.
Verurteilter Attentäter. Der Attentäter Njegus
wurde wegen Mordversuches gegen den österreichischen
Justizminisser Hochenburger zu 7 Jahren schweren Ker
ker verurteilt.
Freigespröchener Mörder. Das Schwurgericht ir
Reichenberg i. B. sprach den Gastwirt Werne
aus Borschen, der seine tschechische Gattin niederaeschos
ien hatte, frei.
Verhaftete Räuberbande. Die Polizei in Pe
tersburg verhaftete 26 Personen, die einen be
waffneten Ueberfau auf ein Nonnenkloster geplant hat
ten, uin es auszurauben. Unter den Verhafteten be
fanden sich Studenten, Studentinnen und Arbeiter.
Musenms-Diebstahl. In der Nacht drangen fün
Diebe in die Galerie für Maße und Gewichte des Mu
eums für schöne Künste in Paris ein, um das Muster
neter, das aus Platin hergestellt ist und einen enor
nen Wert repräsentiert, zu stehlen. Die Diebe wußter
ucht, daß dieser kostbare Stab in einem Geldschrand
intergebracht war, und daß das für die Oeffentlichkei
msgestellte Metermaß nur eine gute Nachbildung de
Zriginals und aus vernickeltem Kupfer hergestellt war
Zis jeht iff es noch nicht geslungen der Diebe babba
Morh

— Ein u reediee Todes urteil. Das x
eicht in Lille verhandelte gegen den Soldaten —
vegen Gehorsams⸗Verweigerung. Als Zeuge wo
Soidat Beuzeboc erschienen. Dieser warf denm
richtspräsidenten sein Käppi an den Kopf. Ohne
res Verfahren verurteilte das Kriegsgericht B
zum Tode.
Selbft gerichtet. In London wurde auf
Bahngeleise die Leiche eines Mannes gefunden,
ie des Arbeiters Cooper des Mörders des Ai
itzers George Sangers, festgestellt wurde. Coope
ich vor die Räder eines Zuges geworfen. De
var ihm vom Rumpfe getrennt. Aus einem an
Bater gerichteten Briefe gebt bervor, daß Coon
Zelbstmord begangen ha—
— —
Arbeiterbewegung.
— Die Metallarbeiter-Aussperrung.
dende Versanmlung der Former, die die
mung über die getroffenen Vereinbarungen zwi
Unternehmern und Arbeitern vornehmen soll—
in Berlin stattgefunden. Es standen 14
phen über die Einigungsbedingungen zur 5
und da bereits von Anbeginn der Versammi.
eine entscheidende Stimmung gegen die Bedir
herrschte, ist das Ergebnis im negativen Sinn
gefallen. Die Vergleichsvorschläge schienen de
saumlung nicht genügend spezialisiert und kein g.
des Fundament für ein dauerndes Einvernehme
haben. Die Annahme eines Vergleichs wurde
mit überwiegender Mehrheit abgelehnt und das
nis dem Verbande der Berliner Metall-Indur
mitgeteilt. Dieser Beschluß bedeutet die endgült.
scheidung. — Bei dem Nachmittag-Schichtwecht
Donnersstag taten bereits die ersten Aussperrun«—
großen Moetollwerke ein. Die Firmen entließen
Ablösung gekommenen Arbeiter, sodaß um 5 U
mittags bereits 15 000 Mann jseierten. Ob die
zentige Aussperrung mit dem Generalstreik bea
wird. ist noch nicht entschieden.
— — —
Lokales.
Das Wetter im Dezember. Den Weten
sagen nach soll es in diesem Dezember ziemlid
werden. Zum Vollmond (6. Dez.) soll ziemliche
auftreten, der zum letzten Mondviertel (12. Dez.
und Schnee folgen. Die letztere Witterung gil
Neumond (260. Dez.), während das erste Viert
Dez.) Kälte bringt. Nach dem hundertjährigen
der fängt der Dezember mit Frost an, worauf
wird (tegen), bis am 10. bis zum 19. Fi
Schnee eintreten. Vom 22. bis zum Ende*
es kalt sein

— — —
Handel und Verkehr.
Die Brieftelegramme, die seit dem 1.
J. im deutschen Postverkehr eingeführt sind, hu
her nur eine verhälinismäßig geringe Inanspruc
zefunden. Offenbar liegt das daran, daß die
richtung noch nicht allgemein bekannt ist. Es
halb auf die Einrichtung und ihre Vorteile
hingewiesen. Die Brieftelegramme können aben
schen 7 und 12 Uhr aufgegeben werden und kr
Wort 1 Pfg. Die Minimalgebühr beträgt
die auf diese Weise aufgegebenen Mitteilungen
an allen Orten, wohin sie zugelassen sind, mit
sten Post ausgetragen. Das hat den großer
für das Publikum, daß Sendungen, die sonst nm
der ersten Bestellung ausgetragen würden, noe
zeitia in die Hände des Empfängers gelangaen
— — —
Vermischtes.
Wohlriechende Damen. In dem Waldp
großen Luftkurortes, der von der sogenannten
den Welt viel besucht wird, fand ich letzten H
so schreibt ein Leser der Zeitschrift „Der Zw
— folgenden beherzigenswerten Anschlag:
„Alle Damen, die genötigt sind, sich g
üblen Ausdünstungen ihres Körpers zu par
werden höflichst ersucht, diese Wohlgerüche
Maß zu verwenden, damit dem Waldpark
genschaft als Luftkurort gewahrt bleibt.“
Die Kurdirek.
Die Parkwärter verschafften dieser Vorschr
durch unerwarteten Gehorsam, daß sie sich vo
parfümierten Dame, die ihnen in den Weg ka
monstrativ die Nase zuhielten. Und bald war de
von allen fremden Düften gesäubert. (Wie v
mit einem ähnlichen Anichlag in den Thoote—
Sonzerfirfle⸗

— — —— — —
Evangelischer Gottesdienst.
1. Advent, den 3. Dezember 1911
Dudweiler:
9. 16 Uhr Beichte Pfarrer Trommershausen.
10.— Uhr (hl. Abendmahl) Pfarrer Schmid
b Uhr Pfarrer Trommershausen.
GHerrensohr⸗Jägersfreude:
9.30 Uhr.
I F Sierbei eine Beilage der Firma Bial un
— — —
Bekanntmachung.
Gute Speisekartoffeln' können bis, auf weunn
Samstag, nachmittags voe 1*2 Uhr an auf d
des Rathauses zum Preise vons.50. Mk. pr
gegen Barzahlung abgegeben werden. Bei
daus erhöht sisch der Preis entsprechend.
Dudweiler, den 17. November 1911.
Der Bürgerme
Jost.
Bekanntmachung.
Der Gemeindevorsteher Johann Kraus⸗Jung.
scheidet mit dem 31. Dez. d. J. als Gemeinder
freiwillig aus und legt das Amt als Gemeindene
dem gleichen Zeitpunkt nieder.
FDie hiernach erforderliche Ersatzwahl eines
verordneten findet zu dem in meiner Bekanntmas
13. Nov. d. J. anberaumten Termin, betr. die'
ratswahlen zu Fischbach am Freitag, den 22. 2
J. Jund zwar für die 1. Adteilung von —
miltags ab statt.
E Die in der erwähnten Bekanntmachung angeor—
egungszeit der Wählerliste bleibt auch für dtes⸗
itehen.
Pudweiler, den 1. Dezember 1911.
Der Bürgermeiste

Ijebe Frai

Brinꝗ mir bitte fur 30 Pfenniqꝗ eir
Du Monts Sorꝗenbrecher
ist docn der wohlschmechendste, be
lichste und preiswurdioste Rauo0
 Grosp—schaift in Ran feinschoit
            
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