Full text : Dudweiler Zeitung

Auck von Montreuil umgekommenen Personen wurder
bisher 20 Toie rekognosziert, unter ihnen drei Ordens.
schwestern. Die Toten wurden in aller Eile wegge
schafft. In Kammer und Senat rief die Katastroph⸗
großes Aufsehen hervor. Abgeordnete und Senatorer
der Gegend begaben sich nach dem Departement Maine
et Loire. Die Brücken-Ingenieure behaupten, daß si—
chon seit zwei Jahren in wiederholten Eingaben au
den baufälligen Zustand der 54 Meter langen Brück
iber den Thouet-Fluß hingewiesen und Befürchtunger
vegen einer Katastrophe ausgesprochen haben wollen
Diese Eingaben seien jedoch erfolglos geblieben
Sin Augenzeuge, der die Unglücksfahrt als Passagie.
nmitmachte, erzäͤhlt: „Ich hatie während der Fahrt be
stimmt den Eindruck, daß wir heute verloren sind. Es
dauerte nicht lange. Als der Zug die Brücke passierte
erfolgte ein starker Krach und der Zug stürzte min dal
sen Wagen in die Tiefe. Ich und mein Mitpassagier
blieben in unserem Coupee anfangs ziemlich ruhig, in—
folge des ausgestandenen Schreckens, hernach faßte ich
eine Leine, zwängte mich zum engen Fenster hinaus
und, roch auf das Dach des Wagens, der aus den
Wasser zum großen Teil noch herausschauie. Hierau—
zog ich meincen Mitpassagier mit der Hand aus den
engen Coupce zu mir hinauf.“
Menternde Strafgefangene. Im Militärgefäng—
ruis von Le Mans brach eine Menterel aus. Die
däftlinge rissen aus dem Fußboden Bretter heraus unt
chlugen damit die Türen ein. Die Wache mußte Ver—
tärkung holen, um die Meuterer in ihre Zellen zurück
übringen.
Ranubmord Der Großgrundbesitzer und vielfache
Millionär Cioroiano in Bukare jt wurde nachts in
eineim Schlafzimmer ermordet und beraubt. Die Po⸗
izei glaubt, daß eine Varietee-Sängerin mit der Mord—
at in Verbindung steht. Diese ist verschwunden.
Elf Arbeiter veerschüttet. Beim Bahnbau der Pe⸗
roleum⸗Raffinerie in Konstanza wurden el
eser durch einstürzende Erdmassen verschüttel und
getötet.

A
ä Hochwasser und Ueberschwemmung.
*ù3Aus Beneding wird berichtet: Eine ungewöhn
ciche Springflut verbunden mit orkanartigem Sturn
erschwert die Passage. Die Gondeln koönnen nicht ver
kehren. Der Marküsplatz ist überschwemmt.
Die Ueberschwemmungen in St. Benoit (Frank
reich sind durch einen Dammbruch entstanden. Der an—
gerichtete Schaden ist äußerst beträchtlich. Die Ortschaf
en Le Tranche und Tramorique sind vollständig unter
Wasser gesetzt. Auf den Landstraßen steht das Wasser
30 Zim.heoch. Viel Vieh ist umgekommen. In den
Niederungen ist der angerichtete Schaden ebenfalls sehr
groß. Man befürchtet auch den Bruch des Dammes bei
Belle Henrietie

Von der Luiftschiffahrt.
*Das neue Zeppelin-Militärluft,
chifff ist bekanntlich am Donnerstag von Friedrichs—
Jafen nach Köln überführt worden. üeber die Ankunst
in Bickendorf, der Koͤlner Luftschiffhalle, wird noch
jemeldet: Trotz der überraschend schnellen Ankunft wurde
der neue Luftkreuzer von einer zahlreichen Men—
cheumenge enthusiastisch begrüßt. Er“ fuhr vbald hoch,
vald tief und bot einen intereffanten Anblick. Nach Mit—
teilung der Fahrtteilnehmer nahm die Fahrt einey
ruhigen Verlauf. Ursprünglich war beabsichtigt, über
Franksurt a. M. zu fahren. Der Kur⸗ wurde ober—
halb Mannheim geöändert und man sfuhr durch das
Rheintal. Sie Motore arbeiteten porzuglich. Das Luft
chiff 3. 27 kann als schnetssies Kriegsluftschiff der
Welt bezeichnet werden. Jil Fahrt von Friedrichs
hafen nach Köln legte es in 7359 Stunden zung
degug braucht für die Strecke nahezu 11 Stunden.
tschifferaußbiibueg in Köln.
Der Milit? rbailon „Z. 3* wird in Köln stationier
bleiben. Außer ihm liegt in Köln auch noch der Mili
arvallen Groß 2 fahrtberen In ver nichlen den.
werden Ausbildungsfahrten unternommen
Werden, um Führer und Steuerleute zu ge
vinnen. An den Uebungen wird sich auch das Luft
schiff „Groß 2* beteiligen. Sie sind bis Anfangs De
zember gerlant.

Verkauf der Gafteiner Heilquellen.
ODie weltberühmten Heilquellen des schönen Salz
burger Bades Gastein haben den Eigentümer ge
wechselt. Sie sind aus dem Besitze des kaiserlichen Fa
milienfonds in den der Gemeinde Bad Gastein über
gegangen. Die Quellen stellen einen bedeutenden Wer
dar und demgemäß ist auch der heutige Kauspreis fa.
dreimal so hoch wie derjenige, um den sie vor etw
einem Viertieljahrhundert von den kaiserlichen Fami
lienfonds erworben wurden. Die Verhandlungen zwi
schen dem kaiserlichen Familienfonds, dem bisherige.
Besitzer der Thermalquellen Bad Gasteins und der Ge—
neinde Bad Gaftein wegen Uenernahme der Quellen

Ae geœcue suromensoe n Am aveæm — J—
den Gemeindebesitz geführt, zogen sich geraume Zeil
sjin, bis jetzt endüch der Abschluß erfolgte. Die Quel—.
ien gehen gegen einen Kaufpreis in den Besitz der
Vemeinde über. Vor nahezu 25 Jahren erwarß der
Fonds die Quellen vom Lande Salzburg für 800 000
ark. Bemerkenswert ist, daß seinerzeit, als die
Quellen vom laiserlichen Familienfonds gekauft wurde,
Kaiser Frauz Josef der Gemeinde Gastein für immer
währende Zeiten das Recht verlieh, das Wasser aus
den Gasteiner Heilquellen in die Häuser der Gemeinde
einzukditen. Dieses Privilegium ist auch für die Ge—
neinde Gastein als dem neuen Eigeutumer bindend

Lokales“ und Vermischtes.
Central⸗Kinema. Ein einzig dastehendes Programm
velches jede Konkurrenz weit hinter sich läßt, läuft vo—
Jeute ad im Central-⸗-Kino. Abgründe 2. Teil ist de
dauptschlager. Außerdem sind besonders zu erwähnen Na
Pinkerton Serie 6. Das Haus des Schreckens. Der Bell
ler von der Klippe. Allein auf der Welt und andere mehr
Jedermann muß dieses großartige Programm gesehen haben
Zur Beachtung. „Fast umsonst! Wunderwerl der In—
ustrie!“ „Präzisionswerk!“ Kaum von echt Gold zu
unterscheiden! das sind einige der Schlagworle wie man
sie in der Weinachtszeit ständig“ in? den Anzeigen von Ver—
andhäusern und ähnlichen Firmen antrifft, die Uhren und
Schmucksachen geringster Qualität angeblich zu Spottpreisen
leszuwerden suchen. Uhren, Goldwaren und verwandie
Dinge sind aber Vertranenswaren. Der Laie ist nicht im⸗
tande, ihre Güte und Preiswürdigkeit abzuschätzen und ge—
rade aus diesem Grunde werden diese Arlikel von Versand⸗
häusern bevorzugt. Man lasse sich aber weder durch jene
Schlagworte beeinflussen, die die Täuschung des Lesers be
weclen, snochß durch Zusicherung einer Gaͤrantie, die
»em Papiere steht wenn sie nicht von einem Fachmann
am Orte“ erteilt wird, und ebensowenig' durch die stehende
Phrase „Bei Nichtkonvenienz Umtauschoder Geld znrück!“
Man wird sonst seinen Schaden zu spät bei Licht besehen
und die Erkenntnis, daß man solche Waren nur bei einem
reellen Fachmann kaufen darf, unter Umftänden recht teuer
»ezahlen, den die angeblich billigen Preise der Versand⸗
zäuser sind in Anbetracht der von ihnen vertriebenen Qua⸗
itäten gewöhnlich viel zu hoch. Wer durchaus ein mög⸗
ichst billige Uhr kaufen will, kann diese auch hei einem
ihrmacher am Platze haben, nur kHzunen dief⸗ billigen
zeitmesser niemals das gleiche leisten als bessere Uhren.
Knappschaftliches. Am Sonntag nachmittag 3 Uhr
indet im Lokale Lorenz⸗Baldes eine Versammlunag statt
dagesordnung: Statutenänderung und Beitragserhöhung.
Voraussichtliche Witterung. Vorläufig noch lokab⸗
krübung, jedoch keine Niederschläge, außerdem“ fall⸗ Nord⸗
Atwinde.
Thalia Theater. Zu kleinen Preisen gelangt heut
Zamstag nochmals Millörkers belieble und bekennte ODpe
ette „der Bettelstudent“ zur Aufführung. Sonntag, nach—
mittag 4 Ubr geht ebenfalls zu kleinen VPreisen Glaub
und Heimat,“ die Traabdie eines Volkes dvn Karl Schön—
zerr in Scene. Abends 810 findet das zweite Gasispie!
des Heldentenors und ehemaligen Solopernsänoers Herrn
Ernst Heinz Raven als Pedo Füane statt. Auck
. diesem Jahre hat „Tiefle d“ dant feiner vorzüalichen
Wiedergabe einen bervort aenden Erfolg zu verzeichner
ehabt und sei der Besug aufs wärmste zu empfehlen.
Rettungsmannswhaften der Saargruben. An die ar
den Rettungsübupeen auf den Saargruben regelmäßia teil
nehmenden Bergleute werden zu Werhnachten kleiner
Bratifikationer verteilt. Durch diese Gratifikationen soller
die Leute engespornt werden, möalichst an allen Uebungen
eilzunehren. was natürlich im Interesse einer quten Aus
bildung im Rettungsdienft von großem Vorkeil ist.
Scheidt, 24. Nov. Durch die Explofion einer Kabid—
lampe ist der 28 Jahre alte Bäckermeister Albert Dawo
ims Leben gekommen. Dawo stammt aus St. Inabert, er
hatte sich nach seiner Verheiratung zu Anfang dieses Jah⸗
res hier selbständig gemacht und allein im Geschäft gear—⸗
»eitet. Bei der Arbeit am Backofen hatte er gewöhnlich ein
Karbidlampe zur Haad, deren Kessel am Montag plötzlick
explodierte. Die einzelnen Teile des Kessels flogen Dawe
ins Gesicht und verletzte ihn derart schwer, daß er bewußt⸗
los neben dem Ofen zu Boden stürzte, wo er erst nach ge
ranmer Zeit gefnnden wurde. Die Verleßungen wurder
sofort als sehrschwere erkannt, doch' lag eine direkte Lebens.
zefahr nicht vor. Nachdem sich jedoch große Mengen Eitern
gebildet, mußte gestern zur Entfernung des linken Auges
geschritten werden. Leider konnte auch damit das ködliche
Ende nicht mehr aufgehalten werden.
Fischbach, 28. Nov. Der Gemeinderat nahm die Ge—
meinderechnungen pro 1910 ab und stellte die Einnahme
fest auf 62702,78 Mark, die Ausgabe auf 65314,31 Mark
nud einen Fehlbetrog von 2611,68 Mark. — Ein Antrag
auf Armenunterstützung wurde abgelehnt. — Dem Vor—
sichlage des Gemeindebauamtes entsprechend,“ soll am' hinterer
Teile der Quierschieder Strahße gleichzeilig mit dem Ausbau
der Quierschieder Straße eine ca. 150 Meter lange Rinne
ongeleat werden. — Der Pachtvertrag mit der Könialichen
Berginspektion Camphausen über Anpachtung eines Turn⸗
und Spielplaßes wurde genehmigt. — Das zum Ausvbau
des Anschlußstückes an den Kommunikationsweg' Fischbach-Rußhütte
 benötigende Gelände soll angekauft werden. —
Der Vertraa mit der Gasanstalts⸗Betriebsgesellschaft Ber—
lin über Gasversorgung der Gemeinde wurde angenommen.
Saarbrücken, 23. Nov. Gestern abend kurz nach 8
Uhr erschoß sich in seiner Wohnung in der Rosenstraße im
Stadtteil St. Johann der etwa 30 Jahre alte Eisenbahn⸗
Assistent Rudolf K. Er hotie sich mit einem Revolver eine
Kugel in den Kopf gejagi, die den sofortigen Tod herbei
führte.
Saarbrücken, 25 Nov. Der frühere Polizeisergeam
und Rechtskonsulent Jean Baltes aus Brebach, der am 2
d. M. flüchtig geworden und wegen Unterschlaqungen steck⸗
brieflich verfolgt worden war, ist heute in Holfang verhaf⸗
tet worden.
Saarbrücken, 23. Noo. Der Kommandeur des hieli⸗
gen Westfälischen Dragoner-Regiments Nr. 7, Herr Oberst⸗
leutnant Niekiasch von Rosenegk, wurde auf sein Gesuch
bin zur Dieposition gestellt. — Infolge des in den letzter
Tagen reichlich niedergeagangenen Regens ist die Saar ge
tiegen und treibt schmutzigegelbe Fluten. Doch ist di—
Schiffahrt auf der kanalisierien Saar nicht unterbrochen
venngleich auch die Schiffsbesitzer jetzt 4 Pferde zum Fori⸗
schleppen ihrer Kohlenschiffe brauchen.
Fürstenhausen, 23. Nov. Heute morgen fiel das in
1. Lebensjahre stehende Söhnchen des Beramanns Jakot
Fischer in der Humesstraße in einen Behälter siedenden
Wassers, wobei es sich an den Beinen und dem Unter
zrper derart verbrühte, daß man für sein Leben fürchtet
* Köln, 24. Nov. (Ungetreuer —D
nerr.) Die hiesige Strafkammer verurteilte den Post.⸗
schaffner Esser wegen Unterschlagung amtlicher Gelder
zu 9 Monaten Gefängnis.
*Aachen, 24. Nor. GGine Grube unter
Wasser. Auf der Grube Nordstern bei Alsdorj
steht die ganze 450-Metersohle unter Wasser. Infolge
dessen wurde der ganzen Belegschaft dieser Grube in
Stärke von 600 Mann gekündigi.
* Koblenz, 24 Nov (GFluͤchtiger Defrau—
dant. Der für eine Mainzer Firma in einem Eier—
geschäfte hier tätige Buchhalter Theodor Ferdinand har
ungefähr 10 000 Mark unterschlagen und ist flüchtig ge
angen.
iesbaden, 24. Nov. (BVerhafteter Geld—
älscher.) Ein gefährlicher Falschmünzer wurde im
enachbarten Dotzheim festgenommen. Es ist der ers'
ürzlich aus dem Zuchthaus in Gießen entlaffene Studa
eur Fuldheim. Der Mann hatte in Dotzheim in ver—
hiedenen Lokalen und Geschäften falsche Zweimarkstücke
zuszugeben versucht. Bei seiner Verhaftiins pugn—

noch 17 Falschstücke und Material zur Herstellung fat
scher Gelder bei sich.
*Muünchen. 24. Nop. (Sugo von Tschud 14.
der Direktor der bayerischeñ Staatsgalerien, Hugo voir
Tschudi, der frühere Direktor der Nationalgalerie i
Berlin, ist im Alter von 61 Jahren in Caunstatt h⸗
Stutigart an Lupus gestorben.
* München, 24. Nov. (Wilhelm Jensen f.
Wilhelm Jensen, der bedentende deutsche Ro
man⸗Echrifisteller, ist in der Kurheilanstalt in Thallir
hen bei München im Alter von 77 Jahren aus dem
Leben geschieden. Am Krankenlager und beim Hinschei
den waren seine Gemahlin und seine Töchter, darunte
die Frau des Prinzen Ernft von Sachsen⸗Meininger
anwesend. Fensen eutschlummerte sanft.

Neueste Nachrichten und Telegramme.
Frankfurt a. M. 25. Nov. Die Fraukfurter Zeitung
berichtet aus Peking: Die ganze Flotte Chinas ist in den
Händen der Revolutionäre von Nanking. Der Zug der
Aufständischen nach Peking steht bevor. Ein Widerstand
gilt als hoffnungslos.
Olwütz, 25. Noo. Die Dienstmagd Benirschkl, die ihre
Schwester durch mit Arsenik vergifteten Auchen beseitigen
wollte nund dabei 2 Kinder ihrer Dienstherrschaft tötete
steht im Verdacht, auch ihre Eltern ermordet zu haben.
Der Vater war mit einigen tausend Kronen versichert. In
März dieses Jahres starb der bis dahin gesunde Manr
ohne jede Krankheit und einige Monate spater auch die
Mutter. Die beiden Leichen erdeg jetzt auf Veranlassung
der Staatsanweitschaft wieder ausgegraben werden.
Paris, ꝰ. Nob. Der in der Skandal⸗Affäre verhaf⸗
tete Mionär Flachon wurde heute wieder auf freien Fus
gesenn, da es ihm gelungen ist, nachzuweisen, daß die Mäd⸗—
Sen, mit denen er verkehrt haben soll. aller als 13 Jahr⸗
waren.
Paris, 25. Nov. „Eclair“ berichtet, daß gestern abent
in Paris ein großes Meeting stattgefunden hal, um gegen
die Gebietsabtretung an Deutschland im Kongo Einspruck
zu erheben. Der frühere Minister des Auswärtigen, Flou⸗
rens, führte den Vorsitz. Alle Redner gehörten der nationa⸗
listischen Vartei an. Zwischenfälle sind nicht zu verzeichnen
Triest, 28. Nov. Der Dampfer Romagna ist bei Ro
vigno im Sturm gekentert. 60 Personen sind ertrunken
London, 25. Nov. Eine furchibare Erplosion erfolgte
zestern nachmittag in der Oelkuchenfabrik von Biby in der
ding Edward Siraet in Liverpool, der bis jetzt 33 Tot⸗
und 100 Verletzte zum Opfer fielen.
London, 24. Nov. Meldungen aus Liverpool berichter
von einer furchtbaren Explosion, welche heute in einen
diverpooler Fabrik siottgefunden hai. Den letzten Meldunger
zufolge beträgt die Zahl der Opfer über hundert, darunte.
etwa 30 Tote. Einzelheiten über die Katastrophe fehlen noch
Tripolis, 24. Nov. Die jüngste Ueberschwemmung ist
dadurch entstanden, daß die Türken den in das Meer füh—
renden Kanal verstopften und einen anderen durch die Stadi
geführt hatten. Sonntag Nachmittag gegen 4 Uhr fand
ein Geschützfeuer gegen den italienischen rechten Flügel ftatt
wobei eine Granate in das Telegraphenamt und eine in
ein italienisches Wohnhaus neben dem deutschen Konsulat
einschlug. — Die Lage ist allgemein underaäͤndert. Die hie⸗
sigen Truppen werden Anfanas Dezember auf 60, 000 Man—
gebracht werden und daun soll der geplante Vorstoß aus⸗
geführt werden. Arabische Freischärler in italienischen Uni—
formen benutzen italienische Gewehre und Munition, die sie
den Gefangenen abgenommen haben.
Konstantinopel, 24. Nov. Dem Ikdam zufolge hat
die Pforte nach dem gestrigen Ministerrat ihre Vertreier
im Auslande beauftragi. den Mächten mitzuteilen, daß sie
bereit ist, die tripolitanische Frage unter der Bedingung zu
erledigen, daß Italien die Oberhoheit der Türkei über Tri—
polis anerkennt. Weiterhin teilt die Regierung mit, daf
sie alle Vorkehrungen getroffen hal, um einen eventueller
Angriff der Italiener gegen die türkische Küste abzuwenden.
Newyork, 25. Nov. Der Millionär Beattie, der we
gen Ermordung seiner Gattin zum Tode verurteilt war
wurde gestern hingerichtet. Vorher hatte er ein vollständiges
Geständnis abgelegt—
Liverpoal, 26. Nov. Zu der Explositioo in Liverpool
wird noch berichtet: Kurz nach der Mittagspause, als 400
Angestellte die Fabrtk betraten, ertönte plötzlich ein ohren⸗
»etäubender Knall. Die Fabrik stürzte teilweise zusammen.
Die Türen flogen in weitem Umkreis umher. Sämtlich
Fensterscheiben zersprangen. Fast in dem gleichen Augenblick
 brach eine Feuersbrunst aus, die alle Stockwerke des
Bebäudes ergriff. Die Berleßtenuwurden im Ambulanz ⸗
wvagen ins Hospitai geschafft. Die Suche nach Opfern un
ter den Trümmern dauert fort. Selbsi in den umliegen
den Straßen wurden vorübergehende Personen getötet, su
furchtbar war Gewalt der Explosition. Schrecklich war der
Zug der Unglücklichen, die mit allen möglichen Wagen und
Farren fortgeschafft wurden. Vielen der Verunglückter
waren Gliedermassen abgerissen, Hnare und Kopshaul ver
brannt und die Knochen zerschlagen.
Bremen, 25. Novp. Das Schulschi f5 des Deut.
chen Schulschiffvereins „Prinzessin Eitel Friedrich“ ij
un 23. November wohlbehalten in Martinique ange
rommen und wird cu 30. November nach St. Nilt:
itersegeln.
eileedun 25. Nov. „Daily Telegraph“ meldet
Das erste Unterseeboot, das mit kleinen Schnellfeuerge
chützen ausgerüstet ist, führte eine Anzahl sehr intere
janter Schießübungen auf der Höhe von Barr o w
un⸗Furneß aus. Während das Fahrzeug in Se
war, hob sich der Deckel einer Luke automausch, da.
Geschütz kam in Position und es wurden mehrere Schüss
abgefeuert. Dann verschwand das Geschütz und de
Deckel fiel wieder auf die Luke zurück.
Rom, 25. Nov. Das aus dem Florentiner Mu
seum von San Marco geraubte Madonnen-Tabernakel
bild von Beato Angelico wurde in Florenz als Post
palet unversehrt wiedergefunden. Der Absender entflot
Tokio, 25. Nov. Der bekannte japanische Staats
mann Graf mura sist dgestorben

— BBEEö—— ——
Offener Sprechsal.
Für den unter dieser Rubrik pre Artikel übernimmt
die Redaktion keinerlei Verantwortung.
Wann wird er endlich kommen, der, der die soziale Frag
n allen ihren Punkten lösen wird? Er ing erstanden
Freue dich Welt, dein Verbesserer ist gekommen. Wie herr
äch und schön wird es nun werden. Schlaraffenland
Du meiner Kindheit Jräume, deine Verwirklichung wird eine!
Joldenen rosigen Umschwung herbeiführen. Der alte Welten
kasten mit seinen rostigen Naͤgeln und vermoderten Bretter
wänden wird in ein zierliches Schmuckkästchen umgewandelt
Eine neue bezaubernde Einrichtung wird für das alte Ueber
lieferte Platz greifen. — Höret und staunet, dieser große
Reformator weilt unter uns, er führet uns auf rosiger Bahn
zum höchsten Glück hinan. — Doch dieser Verherrlicher he
auch ein Säcklein in dem die Bösen stecken, und diese Är
nen, sie müssen erzittern. Und ob sie erzittern, die unglück
ichen Metzger und Bäcker, die Beamten der Verwaltungen un
viele andere. Gerade wie ein Kind sich fürchtet vor der.
cbwarzenmann“ so geht es diesen Aermsten bein 6

des Namen „Bösemann“ Ein großer Meister, der ma
schläft! und doch en Schlafhausmeister ist! Sag
von wannen kommt Deir Weisheit, Du wunderbarer Mam
Bist Du nicht zu Höherm geboren? Deine große geistig
Vorratskammer die schir unerschöpflich ist. hat gewiß Kräß
aufgespeichert, die Dir ein höheres Ziel stecken als Deine
langweiligen Pflicht alein zu leben. Und nun kehrest D
großer Meister aus Dir selber heraus, läßt Dein Licht leuch.
ten und predigst von ꝛösung sozialer Fragen. Berechne
den Bäckern ihr Mehl, den Metzgern ihr Fleisch, den G
meindemitgliedern ihre Steuern, dem Gaswerk seine Voꝛr
teile und findest den Beamtenopparat, der wohldurchdac
seine Funktionen in Feiß und Treue ausübt, als zurn Teile
überflüssig. Neue Cesetze und Landgemeindeordnungen
werden entstehen. Di berechnest den Gemeindehaushautg.
Etat! Ob Du woll Deinen eigenen richtig berechnen
kannst? In schwungvoll gehaltenen Reden werden
Welt und Ordnung, Gesez und Sitten kritisiert
Doch kritisieren kann ja Jedernann, aber besser machen!
So fällt der „Böse Mann“ über die Nichtauslegung des Ve—.
bauungsplanes her. hier möchte ich erwidern nachdem ig
mich an zuständiger Stelle insormiert habe: Du hast X
von unrichtigen Motiven bet. Geheimhaltung von Be.
bauungsplänen leiten lassen. Denn wenn Du des öfteren
die Bekanntmachungen in den Zeitschriften dießt, in welchen
ausführlich und ausdrücklich bekannt gemacht wird, daß
jeder Bebauungsplod ertiche Wochen offen liegt und Jeder⸗
Nann Eärcicht gewährt wird, um eventuelce Einsprüche
zeltend zu machen, die wie bekannt bei genligender Begrün⸗
oung jederzeit Berücksichtigung finden, dürfte Dir empfohlen
sein Dich über solche Schritte einmal gründlich zu informieren
Dem „Böse Mann“ ist eben nichts recht zu machen. Er
ist jedem Fachmanne an Weisheit überlegen. die Ge⸗
meinde könnte eigentlich auch ganz aut 6 Bebauungspläne
auslegen und jedem Plane einen erklärenden Beamten bei.
geben. Auf einige hundert Mark kommt es dem XC
ausrechner dabei nicht an. Warum hat man eigentlich
anstatt Kiderlen-Wächter nicht den Dudweiler Profitaus⸗
rechner mit Frankreich verhandeln lassen? Er hätte sicher
den Ochsen mit dem Fell heimgebracht anftati nur das Fell
— Beim nächsten Ordensregen fällt hoffentlich etwas ab.
Fin alter Bürger der Gemeinde.

17
Polizeiliche Anordnung.
Bei einer von Cöln auf dem Schlachthofe zu Sulabach
eingetroffenen Sendung von Schlachtschweinen ist die Maul
und Klauenfeuche festgestellt worden.
Mit Rücksicht auf die z. Zt. bestehende größere Gefahr
der Verbreitung dieser Seuche werden vuf Gruud der 88
19—-28 und 4AMaa des Reichsgesetzes, betreffend die Abwehyr
und Unterdrückung von Viehseuchen vom 23. Juni 1888
und 1. Mai 1894 in Verbindung mit den 88 17-64 der
Bundesratsinstruktion vom 27. Juni 18985 sowie des Er⸗
asses des Herrn Minister für Landwirtschaft, Domänen u
Forsten vom 15. März 191151. A. 3 c. 3657 die nach
stehenden Maßregeln angeordnet:
Da die Abschlachtung der fraglichen Schweine im Schlacht⸗
hofe zu Sulzbach erfolgt ist und die erforderlichen Des⸗
infektion stattgefunden hat, wird von der Bildung eines
Sperrbezirks abgesehen und nur ein Beobachtungsgebiet ge.
bildet.
Das Beobachtungsgebiet umfaßt den zwischen der Pro—
vinzialstraße und der Bahnhofstraße liegenden Teil des ODr⸗
les Sulzbach.
Innerhalb des Beobachtungsgebietes gelten folgende
Anordnungen:
1. Der Auftrieb von Klauenvieh aus dem Beobachtungsgebiet
 auf Märten ist verboten.
2. Der Durchtrieb von Klauenvieh aus Orischaften,
die nicht im Beobachtungsgebiet liegen, durch das Beobach⸗
tungsgebiet ist nur mit Genehmigung des Landrats ge
stattet.
3. Die Ausfuhr von Klauenvieh ohne die Genehmig
ung des Landrats ist verboten.
Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnungen werden
sofern nicht nach anderen gesetzlichen Bestimmungen eint
höhere Strafe verwirkt ist, gemäß 88 66 und 67 des Reichs⸗
Viehseuchen-Gesetzes mit Geldstrafe bis zu 150 Mark ode
Haft bestraft.
Die Anordnung tritt sofort in Kraft; fie gilt, so
fern nicht etwas anderes bestimmt wird, mit dem 17. de
Mts. als aufgehoben.
Saarbrücken. den 9. Nov. 1911.
Der Königliche Landrat.
J. V.
gez. Woytt
Kreissekretär.
Vorstehendes wird hiermit zur öffentlichen Kenni.
gebracht.
Dudweiler, den 13. November 1911.
Die Polizeiverwallung.
Der Bürgermeister.
Jost.
Bekanntmachung.
Gute Speisekartoffeln können bis auf weiteres jeden
SsSamstag, nachmittags von leinhalb Uhr an auf den
Hofe des Rathauses zum Preise von 3,50 MRk. pro Zent⸗
ner gegen Barzahlung abgegeben werden.
Bei Anfuhr ins Haus erhöht sich der Preis entsprechent
Dudweiler, den 17. November 1911.
Der Bürgermeister
F Jost.
Evangelischer Gonesdienst.
14. Sonntag nach Trinitatis, den 26. November 1911.
Totenfest.)
Kollekte für das 2. Oberrheinische Diakonissen⸗Mutterhaus.
Dudweiler:
915 Uhr Beichte Pfarrer Schmidt.
10.— Uhr chl. Abendmahl) Pfarrer Trommershausen.
Wochenspielplan d. Thalia⸗Theaters Saarbrucken
Samstag, 25. Noo., ðlo Uhr: Der Bettelsludent.
Sonntag, den 26. Nop., Nachm. 4 Uhr Glaube und
Heimat.“ Abends 810 Uhr Gastspiel des Herrn
Ernst Heinz Raven Tiefland.
Dienstag, 28. Nov., 810 Uhr: Polnische Wirtschaft
Operette von Gilbert.

Uebe Fraulꝰ

Srinꝗ mir bitte für 30 Pfenniq ein Pakes
du Mons Sorꝗenbrecher mes
sf docn der wonlscqmechendste, beö—n
ichste und preiswuürdioste RauchFoabeb
Srohscehnift in Blau, Feinschnitin 20

4
            
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