Full text : Dudweiler Zeitung

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Büͤrgermeisterei⸗Vezirk Vudroe asblatt uns Heitere Blätter
Fernspr.⸗Anschluß Saarbrücken Nr. 69, 259, 269, 12681. Drucku. Verlag: J. Unfexteller, Dudweiler !Qtür die Schristleitung Arthur Unterleller, für den An⸗-—
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seder Abonnent is J J gegen Tod durch Unfall bei der Nürnberger Lebensversicherungsbank in Nürnberg versichert. Inder Unfall ist binnen einer Woche nach Eintritt der Nũrnberger Lebensversicherungsbank anzuzeigen, auch muß sich der Verletzte innerhalb 24 Stunde a nach dem Unsal in arztlich
vnidsen degepem Todecẽ ere ĩcꝛ — testens gherinuetbalb aß eaden wacs den Fintrittaur Aameldung gehrachtwerden. Aber die Vorqust zung der Bersicherung geben die Versiherungsbedinguncen Sufschlut die vom Berlageod. von der Nürnberger Lebensverscherungsbank zu bezieh sind.
Nr. 279. As. Ausgabe ohne Abonnenten-Versicherung Freitag, den 24. November 1911 24. Jahrgang
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und in Brand gesteckt. Die Türken haben ihre Stell
ungen Ader Räahe von Tripolis aufgegeben und sic
angeseahr 60 Am destlich von der Stadt zurückgezogen
ach einer der „Reichspost“ über Triest zu
gehenden telegraphischen Nachricht von verläßliche
Seite befendet sich »ie gesamte italienische Flotte mi
Ausnahme der Flottenteile von Tripolis im Hafen vor
Tarent. wo ie Foglen einnimmt.
Die Pforie protestiert.
Die Pforte richtete an die Mächte einen Pro.
dest wegen der durch einen italienischen Aeroplan au
das Spital in Luaza geworfenen Bombe, sowie wegen
des gegen die Haager Konvention verstoßenden Bom
hardenen:!s von Akaba
England und die Türkei..
Lord Kitchener sandte Kiamil Pasch
ein Schreiben des Inhalts, der König vonEng,
land wünsche das Vergnügen zu haben, Kiamil ir
Port Said besonders zu empfangen. Dem unangeneh—
men Eindruck, den der besondere Empfang dieses haupt
süchechen und gefährlichsten Gegners des jetzigen Regi—
mes hier hervorruft, trachtete man dadurch die Spitze
abzubhrechen, daß man Kiamil in letzter Stunde der
Plision des Sohnes des Sultans zuzuteilen suchte. Zum
Teit wird durch diesen Fall Kiamil auch die Haltung
des Großwesirs Said bestimmt, den die englischen
Lorbeeren seines Antipoden KRiamil nicht zur Ruhe
tommen lassen. In einer am Sonntag erfolgten Un—
terredung mit dem englischen Botschafier versicherte
Said, daß die allgemeine Politik der Türkei sortan
durchaus anglophil sein solle und die Tür—
kei den berechtigten englischen Interessen im Orient ge
genüber die wohlwollendste Haltung einnehmen werde
in der betimmten Erwartung der Geaenieitiakeit.

* — 7
. Kiderlens Masoabericht.
Die Erklärungen, die Herr von Kiderlen am 17
yeövenbder in der Budgetlommissson über die denisch
aroltopelitit gegeben, liegen jetzt in einem langat
iden Vericht vor. Eigentach ist ses nicht viel Neues
»as der Stcatssfekretär dem deutschen Volke kundtut
aß die Regierung in keinem Stadium der Verhand
ungen mit Frankreich daran dachte, ein Stück Marolk
ir Teutschland zu sichern, hat der Staatssekretär und
er Reichskanzler selbst schon wiederholt und mit Nach
ruck versicherr. Daß unter solchen Umständen die fün
en deutschen Handel in Maroklo erreichten Garantier
nertvoller sind, als die weiter nicht näher umschrieben
jene Tür in dem Vertrag von 1909 wußten wir auch
arüber aber, ob die Kongokompensation ein ausrei
ender Gegenwert ist für den gewaltigen Machtzuwachs
n wir Frankreich mit der Einverleibung Marokkos
sein nordafrikanisches Kolonialreich zugestanden
iben, sagt dieser Bericht nicht. Wir müssen weiter
sen und harren und sind weiter nach wie vor ae
int, sehr daran zu zweifeln.
uch daß die Regierung englischer Anmaßung
enüber genügend deutlich geworden ist, wie sich jetz
Naͤheren aus dem Bericht ergibt, haben wir ge—
ßt. Wir können uns höchsftens darüber freuen, daf
h der Tarstellung des Berichtes Ende Juli eigent
eher England als Deutschland nachgegeben hat und
ar insosern, als es sein mißtrauisches Verlangen,
den Marokloverhandlungen zugezogen zu werden,
ogültig aufgab. Leider erfahren wir nan nichts übei
» Rolle, die England dann im weiteren Verlauf der
ꝛrhandlungen im August, im September und im Ok—
»er gespielt hat Wir haben in den letzten Tagen
hört, daß im September abermals eine ernste Krife
tand. So ernst war sie, daß die englischen Staats
enner ihre Flotte strategisch schon ausmarschieren lie
1. Aus welchem Grund, darüber erfahren wir nichts
d doch wäre es zur Vervollständigung des Bildes
nn der Haltung Englands von Inleresse, zu wissen,
rum sich damals die Lage von Reuem zugespitzt hat.
Aber es war ja nicht nur England allein, das sich
gegen uns verhielt. Als sich Deutschland infolge der
nzöfischen Verletzung der Algecirasakte an die Röchte
ndte, da sand es nicht nur bei England, sondern
qh, wie der Bericht sagt, bei den anderen Maͤchten
—igung, der franzöfischen Auffassung beizustun—
duaz Deutschland mit seinem Widerstand alsein
28 iit eine niedliche Jilustration zu dem Stotz,
den: die Regierung auf die Tatsache hinweist, da
nicht uur für Deutschland, sondern auch für die an—
en Mächte die ossene Tür in Marokko erreicht habe.
ben wir wirklich, nachdem uns diese Mächte so kläg—
im Stich ließen, ein Interesse daran gehabt, auch
sie die Tür offen zu halten?“ Und wer“ wanen
e Wuächte?
Noch eine andere Frage muß im Reichstage be—
wortet werden. Es wurde oben schon kurz demen,
3wir auch nach diesem Kommisstonsbericht nicht dar—
er urteilen können, ob die Rongokompeusation die
rteile ausgleicht, die wir Frankreich, durch unseren
ogültigen Verzicht auf unser Recht, über Marxolke
tzureden, gewährt haben. Herr von LMiderlen-Wäch
besteht darauf, daß seine Politik in jeder Bezieh
Jihr Ziel erreicht habe, und, wie es im Berichle
ußt, für den durch die Verletzung der Algeeirasatte
gangenen Rechtsbruch Frankreichs Deuschlauds Rorn
sativnen durch Abtretung kolonialen Geblcas ge.
jert habe. Nebenbei bemerkt: ene Darstellungsweife
wir Frankreich für einen Rechtsbruch zu strafen haͤt
, feht eigentümlich aus. Ueber die Mordt andere
ölker sind wir nicht zu richten gesetzt. Was wir ver
ngen müssen ist nichts, als daß wir en sprechend
adlos gehalten werden. Herr von Kiderlen wäre
in der Lage, uns über seine Mitteilungen in der
udgetlommifsion hinaus einen Anhaltspunkt dasür zu
ben, ob die Kompenfationen wirklich voliwertig sind,
un er sich dazu entschließen könnte, im Reichstag mit⸗
steilen melcho erungen er deun uennn “

— REä?D
x F
Politische Rundschau.
Deutsches Reich.
*Das in Berlin erscheinende „Kleine Journal
chreibt: Die ostentative Stellungnahme des Rron
»rinzen im Reichstage hat in der ösfent
ichen Meinung großen Eindruck hervorgerusen und ir
er gesamten Presse des In- und Auslandes Begachtunç
sefunden. Aus London wurde sogar gemeldet, das
er Kronpriuz vom Kaiser mit einer Arreststrafe be—
egt worden sei. Jetzt gehen uns von eingeweihter
Seite noch weitere Wiitteilungen über die Einzelheten
des Aufsehen erregenden Ereignisses zu, die geeigne
änd, neues Licht auf die bekannten Vorfälle zu wer—
fen. Unser Gewährsmann schreibt uns: Der Reichs
anzler hat von den Vorgängen in der Kronprinzen
Loge überhaupt nichts gesehen. Erst nach den Redern
der beiden Parteiführer Hertling und Hehdebrand if
er von seiner Umgebung auf die kronprinzliche Demon
tration aufmerksam gemacht worden. Der Reichskanz
er ließ sich hierauf telephonisch mit dem Kaiser ver
»inden und beschwerte sich über das Verhalten des
dronprinzen. Noch ehe aber der Kaiser eine Verfüg
ing getroffen hatte, verließ der Kronvrinz aus eigen
Initiatktkyve während der Rede Bebels das Haus. Um
dem Reichsskanzler Genugtuung zu geben, lud ihn der
daiser zur Abendtafel. Vorher fand eine Aussprache
„wischen dem Naiser und seinem Sohne statt. Im Ver—
auf des Abends fand der Kronprinz Gelegenheit, mit
dem Kanuzler unter vier Augen zu sprechen. Wie ver—
Aautet, soll Herr von Bethmann vom Kronprinzen Er—
klärungen empfangen haben, die ihn durchaus befrie⸗
digten. Trotzdem verbot der Kaiser dem Kronprinzen,
wieder in den Reichsstag zu gehen. Der Kaiser sieht in
dem Verholten seines Sohnes nur einen Ausbruch von
jugendlichem Ueberelser und dieser milden Verurteilung
verdankt es der Kronprinz, daß sein Verhalten außer
einer väterlichen Rüge keino meiteren Wosgen für ihn
haben werde.
* Die schon anläßlich des „Daily Telegraph“Inter—
views im Jahre 1908 angekündigte Reorganisa—
hison des dem Auswärligen Amt unterstellten Presse—
Bureaons steht nun, wie das „Kl. Journ.“ von an—
geblich durchaus zuverfässiger Seite gehört haben will
unmittelhar bevor. Die Reorganisatson soll nach meh—
reren Richtungen erfolgen. Man erwägt die Vereinig—
ung der drei verschiedenen offiziösen Presse-Bureaus,
des Auswörtigen Amtes, des Reichsmarineamtes und
»es Koloniglamtes unter einer gemeinsamen Oberleit—
ung, um die mangelnde Einheitlichkeit der amtlichen
Presse-Versorgung zu errcichen. Man denkt dabei nicht
an eine räumtiche Vereinigung, sondern bezweckt mit
der gemensamen Oberleitung, daß die Zentralstelle stets
a der Lage ist, zu kontrotlieren, welche Nachrichten der
resse gegeken werden. Ferner beabsichtigt Herr von
iderlen-Wüchter die seit Bismarcks Rücktritt immer
chaͤrfer hervortretende Selbständigkeit des Presse-Bu—
reaus in erbeblichem Maße einzuschränken. Mit der
bevorstebenden Reorganisatton des Presse-Burequs ist
der, Rücktritt seines bisherigen Leiters, des wirklichen
eheimen Legationsrats Hammann 2u erwarter
Frankreich.
*In den Wandelgängen der Kammer wird bestä—
it,. daß die Stetsuna dee Mirikbere — 9eou

Zum KHrieg um Tripolis.
Aus der Tüuͤrkei.
Die leitenden militärischen Kreise der Türkei fim
mit der augenblicklichen Lage in Tri polita
nwien und Bengasissehr zufrieden Sie wei
sen darauf hin, daß die türkischen Beamten, die Leil
weise unter dem Eindruck der italienischen Landun—
abreisten, da die Pforte auch keinen Wail gesandt hatte,
sich hier der Regierung zur Versügung geftellt hätter
und jetzt gleichzestig mit den von den Italienern aus
gewiesenen Beamten wieder nach Afrika zurücktehrten
ihre Posten einzunehmen. Ferner sei der Post⸗ und
Telegraphenverkehr wieder regelrecht eingerichtet. Die
Kassen der Regierung in Tripolisanien seten reichlick
mit Mitteln versehen, um allen Verpflichtungen der Re
gierung nachzukvmmen und Gehälter, Pensionen undt
Verpflegung zu bezahlen. Wenn auch ein Erfolg eine⸗
zewaltsamen Angriffs auf die befsestigten, von den Ita
ienern verteidigten Städte nicht als wahrscheinlich gilt
so wird doch auch ein Erfolg eines italienischen An
zriffs auf die täürkischen Stellungenmi
veniger als 30000 Mann für unwahrscheinlich gehal
len. Sollten die Italiener im Aegäischen Neer vor
zehen, so glaubt man, ihnen schwere Schläge zufüger
zu können. Die Besscchieß ung von Akaba, we
Jar keine Befestigung und keine Garnison vorhander
st, sind hier als Verstoß gegen das Völkerrecht erklärt
benso wie das Werfen von Geschossen aus Flugzeuger
uind die Ermordung gefangener Araber. Allmählick
animelt sich in Konstantinopel so viel Entrünst;
ung und Wut an, daß die Art der Kriegführungç
iotwendig dadurch beeinflußt wird; auch Rache fa
en an Iialienern in der Türkei sind nicht unmöalich
Vom Kriegsschauplatz.
Das Kriegsgericht in Tripolis verurteilte Mo—
dammed Fetwir Bey, einen in Tripolis sehrn
influßreichen Fanatiker, der am 23. und 26. Oktobe
»ie Araber in Wort urnd Schrift zum Aufruhr gege
zie Italiner aufgehetzt hattet, zu 3wanzig Jar
en Gefängnis.
Die Türken haben die Zeltlager und Muni
ions⸗Vorräte, welche von den Bomben der italienische
Flieger uoch verschont geblieben sind, haben ihre Stel

,
Aus aller Welt.
Betrugs-Affäre. Wegen einer Betrugs⸗ und Wech
sel⸗Fälschnungs-⸗Affäre wurde in Berlin der früher
Feldartillerie-Leutnant Horst von Wolffromsdorff ver
haftet und in Untersuchungshaft gebracht.
Schutzleute als Einbrecher. Drei Schutzleute ir
Wilhelmshaven wurden wegen wiederholter
schweren Einbruchsdiebstahls und anderer Verbrechen ver
haftet. Sie haben die ihnen zur Last gelegten Straf
taten bereits eingestanden.
Von Wölfen angefallen. In der Nähe von Fo—
garas wurde nach einer Meldung aus Budapest Nachts
auf der Landstraße der Wagen des Kaufmanns Zech
auf denm er und seine Frau sich befanden, von Wölfer
überfcllen. Die Frau wurde gänzlich zersleischt, der
Maunn schwer verleßtzt.
Kohleugas-Vergiftung. In der Zement-Fabrf
un Walla bei Budapest wurden 14 Arbeiterinnen,
die dort übernachtet hatten, durch Kohlengas vergiftel
aufgesunden. 12 befinden sich in Lebensgefahr, zwe'
onnten gerottei werden.
GErplosionen. Im Pulvermagazin eines Kauf—
nannes in einer Ortschaft in der Nähe von Pilsen
ereignete sich eine Explosion, die an den Gebäuden sehr
schweren Schaden anrichtete. Menschen kamen dabei
nicht zu Schaden. — Infolge Fahrlässigkeit bei In—
sttallterungsarbeiten stürzte auf dem Elektrizitätswerk in
Arad eine schwere Maschine herab. Zwei Arbeiter
wurden tödlich, einer schwer, einer leichter verletzt. Ge—
gen die samtlichen Angestellten wurde eine Untersuchung
eingeleitet. — Wie aus Uesküb gemeldet wird, fand
ein Arbeiter eine Kiste, die er zur Polizei brachte. Bei
hrert Lesinung erfolgte eine Erplosion darin befind—
icher Bomben. Vier Personen wurden getötet.
Ueberfollener Polizist. In Lemberg wurde
der Poltzetagent Todt auf offener Straße von zwei
Individunen überfallen und durch mehrere Stiche schwer
berletzt, Vis jetzt ist es niecht gesungen, die Täter zu
nerhasten.
Bonn Qugr erfasßzt. Zwischen den Stationen Tar—
nophol und Borlie-ielki übersuhr ein Zug ein Fuhr
moöonk ui dem iich ein Kaufmann aus Tarnopol mi—
»2σσ
„Ist's denn wahr, daß Ihr seine Braut seidke
Sie zögert kurz mit der Antwort:
Ja!“
„Dann soll ich mich hüten! Mit dem Gert ist nicht gui
Ktrschen essen!“
Lena drinat in ihn; aber der Meister fuchtelt mit der
Händen:
„Was denkt Ihr, ich soll mir den Gert au den Hals hoa
len? Den Teusfel auch!“
Alles Zureden ist vergebens; Lena erfährt nichts wei
ter. Aber das, was sie weiß, genügt, um ihr die „Geschäf
e des Braͤutigams als höchst verdächtig erscheinen zu lai
sen. Sie koönnen das Licht des Tages nicht vertragen.
Ein niederdrückendes Gefühl beschleicht sie: an einer
olchen dunlen Ehrenmann ist sie gesettett Aber wenn es
cine NRe tung vor ihm gibt, dann ist es die, hinter seine
Sene muisse zu kommen und eine Wafie zu erhalten, die sit
im Interesse das Vaters gegen den Erpresser wenden kann
Der wischenfalt an der Geenze hat für sie ein gutes:
Der ollauder, det auf schnefle Heirat drang, kann für eini
ge Zeit das Bett nicht rerlajsen; der entsetzliche Tag ij
auso hinu geschrwen. Die Heimtkehr des Valers uracht ih
Anwe nzit in Ler Hüche unnotig. Schnel, eilt fie **
Ir tao cu. um einen Zrief zu schreiben. An ihn, Franz
er gerichtet. Sie muß ihm sa en, daß sie iest an sein
nschuid glaubt, uns durch nichts in ihrem Glauben wan
and gemgeht wersen sann. Nicht denst sie dacm, daß de⸗
Urre; dem Gefangenen gar nicht verabfolgt perden wird.
Dann iüber egzt sie die Schritte, die zur Aufdeckung des
Geheinan des bdienen tännten. Rur cinen Weg findet sie
om Hollander eider uß sie es ersahren 87 mitß ihn
im Fransenause biaen.
Es ist derselte rt. wo der Gesiebte weilt, und wo
eine Beren wohnen Er hat seiner Zeit ihr Verhältnis ei
merxutier mitgercil:, und sie soailte zu ihr kommen als
das Schictsat die Siesenden üh rennte. Durite sie jetzt
och onmen? Mute sie nict bezürchten, in dem Mutier
aude den LBorrucf zu lesen, daß sie die indirckte Ursach⸗
des Nuglitdes sei? 9
Und dot zog es sie mit aller Gewalt zu derenigen
hin, die er ais die Güäte serbst gepriesen hatte.
ein Nenetann hr raten. Aunß die Dutter dort auf
dem Zide an dee Wand blickt sAmm auf itr And.
Da ein ei!es VBild: Maria von
Ir e bunten Farben edo—
ar .*

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9
Ueber Wasser.
Roman vnn J. Ingendaau.
Nachdruck verboten.
Auch Mina zeigt eine bekümmerte Miene. Jeßt war's
t den Absichten auf den Veiter ein für allemal aus. Aber
war auch ihr Venen und die Schande sie. auf die ganze
milie. Widerstreitende Gefühle ringen in ihr: Das Ma—
Wwit dem in Eedanten Erwäblten und der Zorn über
Schande.
BPlsovlich löst Lena hestig den Arm aus dem der Beglei⸗
„Das hat der Franz nicht getan! Oder er war in det
wehr!“
Mina Olischlager schaut erstaunt auf. Warum ergreift
Freundin so enschleven fuͤr ven ranz Parceit Zur al—
Verdacht regt sich wieber, und schürfer als Ernp indune
v Ueberzeugung in ihr srrechen, entgegnet sie:
Wer soll's denn sonst getan baren? Es ist erwieien,
er vor dem Dorf in der Leide, bei einem Rapellchen,
t abends mit dem Ho.lan er zusamme zestohen ist an
reen Morgen fand man veten in disne In Hast ge—
men ist er schon.“
—V— nilbt, daß er den Hulländer erschla—
hat!“
Etwas be;win endes liegtin dem unecschürter ichen Glau—
der aus ihren Worten sprexiet.
Aber zugleich hat sie den Schleiet von ihrem erzer
ogen: Mina weiß est, wie es um die Freundin steht.
Und Dein Bruigam?“ fragt sie.
Len; aberher. die Hrage und Lerabschiedet sich. Sie muf
ein, aitin mit den stürn enden, wirbelnren Geden
von denen ihr RKopf auseinanderzugehen droyt.
Sie geht auch nicht nach Haus; fie würde in der Ver
ung den hauslichen Pilichten nicht nachgehen können
n Tor hinaus eilt sie, uͤbe die Schiffbrücke und den Bü
icher Damm entlang. Dort ist's menschenleer und siill,
mnk Fie überdeneen was üe ehe hat. das Sches

—* — —— —— —
Lrostlos lisckt ßein das Wasser des heins, das an
das Ner plätschert. Lie eime Schistbrachige kommt sie sich
or, die in den Wellen wille los tecibt und weit und b eilt
eine Retrung sieht.
Sie läßt sich an der Böschung nieder und siarrt in den
Stom. Das Glucksen des Wassers ist wie En Locken: Muü—
des Mensosentind, Dmm; in mir ist Ruhe und Reiniceune
bont Staud des Erdenget'mimels!
Lena glaubt die Geister des Wassers zu sehen, riedenzgeister,
 die ihr die Lirme entgegenbreiten. Sie senden
eine kräuselnde Relse die uun n Xuß splielst. WBoe wenhl
lut die Kühle!
Romni! gurgelt es aus der Tiese.
Da fältt ihr Blick cuf den Poften ant jensestszen 1s.r
und de eere im inier 41undo, wo efesen die —
— Todezas ver rrren. Jar n
ninis batte isnben der Sücter buificz die Sore o1
rizeit gerssnen, zie detien die e ruse Iucj. de..Aiiut.
urae sie, denn, den eam er fngels entlieten, das
Achi asalefüzung ihr brre tet hatte, AHa eige bas Leven aANn
ich wersen? Tuchte se de Vater Uuerien, sie, die des
Nutter gelobt hate, ime Atab unde— Ane zunein?
De Sünde wear es, d.e usb ver Tiee loge
n Ture vor paen aee e ieTer. Sie
Aen: schwngen über die eunt o ee aAnsj den Rrin
und schmecen ücer dem Waet. Sie chennen vdie Ceister
der Tiefe, die un: das L'encen ind SerLben, hinab ius
Tunsle, das sie çedsren.
In Lenas EThr ungen die Elen eine Voͤtschaft: Sur—
sunt corda! Hinauf. nmüres Ment entind! Wo wir find
ist Friede!
Ein Lachen fährt auf dem RNhein; wie eine Nußschal—
anzt er auf den von einem vargerz'ebenden Dampfer auf—⸗
Jewühlten Wellen.
Vor Lena taucht eine Erinnerung auf, die Erzählung
des Vaters: In Ni megen war's, wo die Mutter dama
n den Strom stürzte. „Halt Dich üder Wasser!“‘“ hat der
Dater gerusen, und sie hielt sich über Wasser, bis er sie
erauszog. Dann kam citte böse Zeit: Die „Marianne“ tam
uinter den Hammer. Der Vater fluchte und trank. Da hat
die Mutter ihm das eigene Wort vorgehalten: „Halt Dich
iber Wasser, Schipper!“
Jetzt ist sie seldes an der Reibe!
Ihr ist's, cls ob sie die Stimme der Mutter bör
»oit Dich über Wasser, Rind!“
2.4 544 —

* — — ——
mjag und kleinmateg evesen zu sein, wo ne tapfer und star
ken Rerzeus sein urbgre.
Der Rachen drüben schneidet rußig etzt durch die glatt.
Waericte.
WBerd es auch ihr so geben? WMenn eßt vie Wogen de—
Unztiels hochehen ud sie bald hier vald doertein sleu
ꝛern. wird nicht aumn in ihr Dafein wieder die Ruhe ein
hrea?
tit gefaßtent Soeren eht sie beim.
Als sie zu Honse anlaugt, liegt dort eine VLaditna zu
rerich Licnen Lernehnrung.
„Wie ich's gecent habe!“ dentt sie.
Aun Zurd e eedie beten etenbubler auszufget
uben. Schonungslos wird ihr innerstes Empfinden un
ber Zwiefpalt bloßgelegt werden: daß sie den einen lied
ind Len anderen zum Bräutigam hat!
In der Schantstube sitzt noch allein der Maurermeiste
Friese.
„Den Holländer haben sie bös' zwischen gehabt.“ rede
r Lena an.
„Ja,“ entgegnet sie kurz.
»Da wird die Hochzeit wohl aufgeschoben werden,“ fähr:
r sort, trotz der Abweisung, die in ihrem Tone liegt.
Sie beeiet die Antwort schuldig.
„Was hat er denn dort an der GErenze zu tun?“ frag
beharclichh weiter der Friese, mit einem lauernden Bli—
nach dem Mädchen.
Die Frage reit Lena zum Nachdenlen an. Bisher ha
fie sih Krer das Seden und Treiben ihres Bräutigams nich
im geringsten gekümmert. Aber jett wird sie stutzig: Was
hat er an der Grenze zu tun? Ist er Franz Brinkmanns
wegen hingegangen? Wohl kaum; denn was tonnte ihn
an einten qusgescnatteen Rebenbuhler vegen.
DTer Grund mußte ein anderer sein. eetge
„Wiht Ihr's, Fricse?“ —
Der hebt die Schulter:
„Mir hates der Gert nicht gesagt; aber man ist auch
nicht auf die ace gefellen. — Noch ein Glas!“
Leua schenet ihrß ein.
„Geschufter macht er dort!“
iee er bdas „Geschäfte“ betont, wird das Mädchen noch
ufmortender.
„Jnr, wißt mehr, Nachbar, und braucht vor mir dock
ein Secl zu wachen
Hiu!“
—

Nun war das Maß des Unglücks voll. Nacheinander
se alles verloren: erst die Mutter, daun den Glauben
2en Vater, schließlich den Besitz des Gelreblen, um ein
oardißes Leben an der Zeite eines Elenden dagegen ein
usese Und nun wird noch ihr Name an die Oe en.
eit zezerrt und mit den Fingern auf sie gezeizt werden al
ulmn der twilen Aut geflosien iste detn a
— 17 9 — *282

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