letzten Reile von der die Frorvetie uacht wehr zurüclkleh
den so ite, hatte se dem Hafen von Kopenhagen am 8
Nevember 1861 verlassen und etliche Tage spaͤter Stage
passtert. Daun ist das Schiff schwer gegen die hohe
See kampfend, noch einmal von einem Gegeunsegler ge
sehtet worden. Seitdem ist keine Kunde mehr von den
chiff zu exlangen gewesen. Nur einzelne an der hol
sindischen Küste angetriebenen Wrachkstücke, darunter ein
laggenfiock mit dem Namen Amazone haben erkennen
assen, wo die unglückliche Koxvettre und mit ihr 114
höffmingsvolle junge Wenschenleben im Kampf mit den
Flementen ihr Ende gefunden. dꝛ Invalidenpart in
RHerbin ist den Verstorbenen, die treuer Pflichterfuůll⸗
ung den Tod in den Wellen gefunden haben, ein Deul
mal errichtet, und alljährlich findet im Rovember ar
bemselben eine Gedenkfeier statt. F
Zur Revolution in China.
Das neue Kabineit.
3 Die „Agence d'Extreme Orient“ schreibt über das
8 Plinisserium: Das Kabinett hat einen gemäßigt
beralen Charakter. Es ist ausschließlich aus Partei—⸗
hapegu Yuauschikois zusammengesiellt. Die Ernennung
es Kabinetts rust jedoch nur eine teilweise Beruhig
ung hervor, da das Kabinett nicht vadikal genug zu
janmmengestellt ist. Die Revolutionaͤre verurteilen na
jürlich das Kabinett und wünschen nicht, mit ihm zu
sammen zu arbeiten. Die Wahl von fünf Ministerr
scheint besonders glücklich zu sein, numlich diejenige dee
Minisners des Aeußern RIangruyen, der ganz au
der Höhe der auswärtigen Angelegenheiten ist, mehrer
Reisen ins Auslaud gemacht bat und bereits au der
ßpitze des Waiwupu gestanden hat. Der Winiste
Lbaundchaoyi ist ein hervorragender Wirtschafts
holitiler und ist vielleicht der einzige Mann in China
her die chinesischen Finanzen verwaälten kann, speziel
etzt in dieser kritischen Zeit. Admiral Sachenpin;
sebenfalls an seinem Platz an der Spitze der Ma
ne, die er zu reorganisieren gedenkt. Der Justizmini
der Senchsapen ist der erste chinesische Jurist in
odernen Recht Er ist der Urheber des neuen Gesetz
uches. Ferner hat man in der Person des Chang
heien eine Persönlichleit gewonnen, die eine beson
zere Erfahrung auf kommerziellem und industriellem
— Lesitzt. Weniger glücklich scheint die Wahl des
seinisters für öffentlichen Unterrich Tangching—
ch un g, des einzigen Ministers, der noch aus dem
Iten Ministerium fiammt, besitzt keine Kompetenz für den
8* den er nun weiter innehält. Die übrigen Mi—
isier verdienen weder Lob noch Tadel. Der General
Wangchitseng ist Soldat und lediglich Kriegsmann. Au⸗
rden ist er ein treuer Freund Muanschikais und er
erließ die Armee, als Yuanschikai in Ungnade fiel.
Dder Verkehrsministe Yangtsentche hat sich viel—⸗
58 mit maritimen und telegraphischen Angelegenheiten
efaßt und scheint genau so geschickt zu sein, wie sein
Vorgänger. Auch der Polizeiminister Chaoping-—
hun ist ein treuer Freund Yanschikais. Er war der
Lhef der Polizeil von Tientsin, während Muanschikai
Bizekönig von Petschili war. In Polizeiangelegenhei—
sen ist er recht fähig, aber er kennt zu wenig die Zivil—
sboen Der Kolonialminister Tachan ist der einzige
Mandschu im Kabinett, aber er ist Fortschrittler. Er
var Vizepräsident der Nationalversammlung. Im gan—
jen genommen kann das Kabinett NYuanschikais; als er⸗
jes fortschritiliches chinesisches Kabinett, gelten.“ Ueber—
saupt ist es zum ersten Mal in der Geschichte Chinas
gzeschehen, daß Männer von so hohem Wert an die Re—
Rierung gerufen worden üjns
Die ‚Times“ meldet aus Peking: Die Lage in
Ranking ist wenig befriedigend. General Tschang
nit 5000 Mann Truppen bedrohe die Stadt in Ge—
neinschaft mit dem Tataren-General, welcher über 2000
Mann mandschurische Truppen verfügt. Sämtliche revo—
utiondren Soldaten, sowie die aufrührerischen Beam—
slen, welche sich zu Gunsten der Aufständischen erklärt
jaben, sind massakriert worden. Diese Hinrichtuneç
Fat eine gFroße Entrüstung hervorgerufen. Die
Kevolutionäre versuchen, jetzt in den Besitz der Stadit
u gelangen. Man glaubt allgemein, daß dieser Ver—
— von Ersolg gekront sein werde.
Amtlich wird gemeldet, daß Japan eine Tru p⸗
en⸗Abteilung in Tschifu beim Golf von Pet—
schili gelandet habe
Neueste Meldungen.
WMailand, 21. Nov. Die Preßhetze degen deutsche
Zeinm gen und deutsche Journalisten wird fortgesetzt.
er ‚Corriere della Sera“ teilt mit, daß der Verkauf
hes Simplicissimus“ und der „Lustigen Blätter“ im
Mailaänder Bahnhofe sistiert worden ist. Der Präfekt
von Mailand hat dem Berichterstatter eines Berliner
Blattes verboten, Telegramme über Chiasso abzusenden.
3 — — Die Bäther haben den Gee—
rweralstreik proklamiert.
Zasia. 21. Non Gine ⸗ner rdenttiche ***14
So schon ist ihm die Heide lange nicht mehr erschienen.
Fast fröhlich schuut er der Lerche nach, die in die blaue Luͤft
seigend ihr Liebeslied trillert
Alter Gech!“ perspottet er sich selber, um dann zage
zu werden: Wie würde die Martke seinen Vorschlag auf
nehmen?
Je näher er dem Dorfe kommt, um so tiefer sinkt seine
Hoffnung, und mehr als einmal steht er zur Umtehr still
Aber die Zähigleit des Niederrheiners, die an dem ein
mal gefaßten Entschluß festhält, rägt den Sieg davon. —
Frau Brinkmann blickt hocherstaunt auf, als der Mann
den sie seit der Jugendzeit nicht mehr gesprochen hat, der
aber ihres Sohnes päterlicher Freund ist. verlegen vor ihn
stehit.
Marie Brinkmann heißt ihn eintreten und Platz neh
men. Als ar den Blick durchs Fimmer gehen läßt, das trot
aller Beschränkung überaus wohnlich anheimelt, vergleicht ei
es unwillkürlich mit sernem Hausen und das Herz sinkt ihn
vollends in die Schuhe. Als er die Augen der eledem Ge
liebten fragend auf sich ruhen sieht, erscheinen die hofsser
Tropfen auf seiner Stirne.
Er sucht nach einer Einleitung, sindet aber keine anderé
als die Frage, ob Frau Brinkmann nicht einen Kord schö
ner Birnen georauchen lönne; er habe deren so veie, daf
sie nur verdürben, und so wäre es ihm schon lieber, wenr
sie Fre unden zugute kämen; der Franz esse die Sorte gern
Ein wehes Lächeln auf ihrem Antlitz sagt Jan, daß er
mit den letzten Worie eine Wunde berührt hat.
Nun wird der sonst Wortkarge beredt. Er sei buck
zekommen, um ihr, der Mutter, zu sagen, daß Franz un
möglich die ihm zugeschriebene Tat begangen haben könn
und daß hier ein schwerer Mißgrisff der Polizei vorliege
Ganz in Eifer geraten, erklärt er, sofort zum Gemeinde
vorfteher gehen und die Frellassung des Unschuldigen yer
iangen zu wollen.
Der Sohn einer fol en Muter konnte die Tat nich
begangen haben; das stand jetzt plötzlich bei ihm fest, ob
schon er anfangs dem jungen Blut sie schon zugetraut hatte
„Es wird nicht helfen,“ erwidert die unglchliche Frau
„daß Franz unschluldig ist, daran ist kein 3weisel; aben
der Schein spricht gegen ihn, und solange der nicht geho
ben ist, wird mein armer Junge sich drin finden müssen
und wir auchl“ setzt sie traurig hinzu.
„Kopf Uar, Marie!“ ohne es weiter zu merken, hat en
e mit dem Vornamen angeredet. Es ist das letzte, was
kuch auferlegt wird! Nur diesmal haltet Euch noch; und
venns zu schwer nird dann —:4ĩbdaßk ihr n⸗
—— 2B344
cyhe weispronsiist zur Begrüßung des Karuser-⸗
hier eiugetreffen.
Wafhington, 21. Nov. Die Regierung er—
ucht den Kongreß um Zustimmung zum Bau zweien
ßanzerschiffe von 30 900 Tonnen, die mit zehn
Aöolligen Geschützen ausgerüstet werden und sehr große
Zohlenvorräte fassen sollen.
Washington, 21. Nov. Präsident Taft ist durch
eine starle Erkältung ans Zimmer gefesselt. Die
Aerzte erklärten seinen Zustand für ungefährlich, emp
fahlen aber Vorsicht an.
Auftin (Texas), 21. Nov. Der Gouverneur ordnete
au, daß alle mexikanischen Revolutionaäre, die
sich in der Nachbarschaft von Laredo befinden, Texas
Annen 48 Stunden verlassen sollen.
ι
Aus West⸗ und Süd⸗Deutschland.
Ee gKöln, 20. Nov. (Ein Verbrecher⸗Schlupf—
winkel.) In der Nähe von Borken stöberte die Po—⸗
lizei eine künstliche 23 Meter lange Höhle auf, die in
einen 30 Quadrameter großen Raum endete. Hier
hatten eine Anzahl ahebe Unterschlupf gefun
jen. Als die Polizei kam, feuerten die Verbrecher meh
rere Schüsse aus die Beamten ab, von denen einer sehr
chwer verletzt wurde. Hierauf gaben die Polizisten
Feuer, wodurch drei Verbrecher tamplunfabig gemach
vpurden. Dann ergaben sich die Diebe. Unter ihnen
befand sich der langgesuchte Mörder des Polizisten El—
lermann in Herzebrock, sowie jener Straßenräuber, der
jüngst einen Holländer niederschlug und ihn beraubte
* Düsseldors, 20. Noy. (Das Bismarck⸗Naiaa—
zionaldentmal.) Der Ausschuß für das Bis.
nard⸗Rationaldenkmal auf der Elisenhöhe teilt mit, daß
die Ausstellung der preisgekrönten Wettbewerbs-Ent—
würfe und Ergänzungsvorschläge vom 23. Novembern
1911 an in Kölu stattsfinden wird.
s Essen, 21. Nov. (Fabritkbrand.) Großfeuern
zerstörte in Mettmann die Chemische Fabrit Marowerke
die Blechwarenfabrik von Mächler und die Federnfab—
rik von Thnenn. Die Ursache des Brandes ilt eine
Gasexplosion.
m Bochum, 20. GBGergarbeiterbewegung.)
der alte Bergarbeiterverband hielt an 14 verschiedeker
Irten des Ruhrreviers stark besuchte Bergarbeiterver
ammlungen über die Lohnfrage ab. Die Ver
iammlung ün Gelsenkirchener Wilhelmsgarten, in de
Reichslagsabgeordneter Sachse sprach, war von übern
Wog Personen vesucht. HIn der Qubertsbhurg in Dori
mund sprach Loffler⸗Bochum vor uber 2000 Personen
In beiden Versammlungen wurden Resolutionen ange
nommen, in denen die Leitungen der großen Bergar
veiterverbände aufgefordert werden, nunmehr mit be
stimmten Lohnforderungen an die Grubenbesitzer her
anzutreten.
Münster i. W., 20. Nop. (Kirchenbrand.
Bestern Abend gegen 9 Uhr entstand aus unaufgeklärte
Urfache in der altehrwürdigen evangelischen Martini
irche ein Brand, der rasch um sich griff. Kirche unt
Turm brannten vollständig aus. Die Kapelle des Tur
nes ist eingestürzt. Drei der Kirche benachbarte Häu
ser wurden gleichfalls von den Flammen ergrifien und
eingeäschert.
*Saungerhausen, 20. Nov. (Fener sbrunst.
In der Aktienmalzfabrik Sangerhausen brach Feuer
dus, das das gewaltige Fabrik-Etablissement mit Ne
hengebänden in Asche legte. Es sind zirka 100 Zentnen
Malz und Gerste verbrannt. Der Brandschaden beträg
zirta 2 Mill. M. Der Landdirektor Ludwig, sowi
der Brandmeister Tacke kamen bei den Löscharbeiter
uims Leben. Der Schornsteinfeger Brand wurde lebens.
gefährlich verletzt. Mehrere leichtere Verwundungen X
noch in drei Fällen vorgekommen. — Vach einer spä
deren Meldung hat der Brand schwere Opfer gefordert
Drei Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr sind tot
22 Menschen zum Teil schwer verletzt. Der Jammen
ist unbeschreiblich. Fur nahezu eine Million M. Waren
borräte sind vernichtet, ebenso wie die aus 12 Gebäu—
den bestehende Fabrik selbst und ihre Einrichtungen. Der
Schaden beläuft sich auf etwa 24 Million M. Begün—
sügt wurde das Feuer durch den den ganzen Tag un—
dermindert webenden Wind
Aus aller Welt
Winier. Wie die „Oeffentlichen Anzeigen Me den
Harz⸗ berichten, ist in Klausthal (Harz) der erste Schnee
jefallen. Er liegi über 6 Zentimeter hoch.
Betrügerischer Bankerott. Wegen betrügerischer
Bankerotts in Höhe von etwa 100 000 M. wurde der
20 Jahre alie Schlächtermeister Robert Mietusch in
ẽharloitenburg verhaftet. Den Passiven stehen nur gan?
geringfügige Aktiven gegenüber.
Ehetraͤgödie. Eine Tragödie, die besonders in
hühnenkreisen großes Aufsehen erregt, hat sich in Char⸗
ditenburg abgespielt. Der 32 Jahre alte Komponis
idolf Paul Boͤhin, der seit mehreren Jahren mit der
ekannten Sängeérin der Berliner königlichen Oper, Frau
ẽlisabeth Böhm-⸗van Endert verheiratet war, hat sich
in seiner Wohnung erschossen. Böhm, welcher mit 6*
Un — A 24 ι 44 α 440 a a e⸗
Mit einem Blicke des Dankes reicht sie ihm die Hand,
ie er scheu berahrt.
In diesem Augenblick wãäre er für sie vom Kirchturn
zesprungen, wenn sie es verlaͤngt hätte.
Der Sonnenschein fällt durch die Scheiben auf den nad
niederrheinischer Art mit weißem Saupd bestreuten Boder
ind malt auf ihm Rinze; die Strahlen streifen auch der
dopf der Marie und machen ihr mit Silberfäden schon reich
ich durchzogenes Haar weiß: Jan sieht mit Schrecken, wi
alt sie geworden ist, bei ihren etwa 45 Jahren.
„Um so mehr hat sie mich nö,ig,“ denkt er. Und plötz
lich kommt er mit seinen innersten Gedanken, extt stackend
yann immer sicherer:
Er könne nicht länger mitansehen, wie die Mutter sei
nes Franz allein die Kreuzchen trage, mit denen das Schich
sal nicht gerade spare; und er wolle sein Teil davon ha
ben, oder besser, er wolle sie ihr ganz nehmen. Er sei lein
dnabe mehr und Könstemälerei betreibe er nicht. Mit einen
Wort: Marie solle von den Menschen, die es mit ihr nich
gut meinten, in die Heide fliehen, wo er au''s beste für sie
sorgen wolle.
Erst al mählich dämmert der Marie, wohinaus ihr ehe
maliger Freund will.
Diese pudeltreue Anhänglichkeit des braren Mannes rühr
sie aufs tiefste. Der Treue vergißt nicht nur die Ent
täuschung, die sie ihm ehedem bereitet hat; er sammelt so
gar durch Edelmut glühende Kohlen auf ihr Haupt. Ofp
hat sie in ihr die Selbstantlage erhoben, und die bitterer
Stunden ihrer Ehe sind ihr zur Buße geworden.
Sein opferwilliges Anerbieten aber kann und dari sie
nicht annehmen.
Wie soll sie edoch die neue Enttäuschung in die rochtei
Worte kleiden?
„Ich dan' Euch herzlich, Jan, für Eure Teilnahme
Vergebt mir, wenn ich Euch jemals wehe tat, und laßt un«
qute Freunde sein. Aus den Kinderschuhen sind wir beid
iängst her us: ches in und um uns ist andens, als zur Fe
der Jugeno. So wollen wir beide, eder in seinem Kreise
uusern Weg weitergehen. Mir wird es ein großer Tros
sein, daß Ihr mir Eure Gesinnung bewahrt, wie Ihr mei
nem Sohn ein väterlicher Freund waret. Solche Freund
schaft worlen wir auch fortan valten, und wenn mir etwa—
allzu schwer wird, so will ich Euch um Rat und Beistan
bitien; das verspreche ich Euch. Gebt mir Eure Hand drau
daß Ihr ohne Groll seid.“
Jan hat die Absage verstanden, aber kein bitteres Ge
ühl regt sich in hn nae die rrrze da ĩgate mus
hurtstage seiner Frau eine Versöhnung herbeizuführen
dAis er aber sah, daß er die durch sein früheres Ver
halten schwer gekränkie Gattin nicht würde umstimmein
önnen, zog er einen Revolver und erschoß sich.
UÜnterschlagung. Gegen den Garnisons-Verwal
tungs⸗Inspektor Bender in Lübeck ist wegen Unter—⸗
schlagung und Urkundenfälschung ein Steckhbrief erlassen
worden.
Srichinen-Erkrankung. Meldungen aus Toulon
zufolge ist die dort ausgebrochene cholexaverdächtige Epi
zemie auf den Genuß von trichinösem Schweinefleisch zu—
rückzusühtren. — Eine weitere Meldung besagtt Die
Zahl der nach den neueren Meldungen an Cholera er
stankten Marine⸗Soldaten beläuft sich auf 70. Ein drei
saͤhriges Kind und ein Marine⸗-Veteran sind der Krank
heit bereits erlegen. Im Marine⸗Ministerium wird ver
sichert, daß die Aerzte die volle Verantwortlichkeit fü—
die faͤnitäre Lage in Toulon auf sich genommen und
erklärt hätten. die Epidemie sei nunmehr lokalisiert. Di
ergriffenen Maßnahmen sind äußerst streng. Sämtlich
Pannschaften bleiben an Bord und es wird keinerle
Urlaub bewilligt.
Postdiebssahl Der „Matin“ meldet aus Marseille:
Die Polizei ist eifrig mit den Nachforschungen betreffent
den Diebstahl im Postwagen des Orient-Expreßzuges
beschäftigt. Maun erwartet große Ueberraschungen. Es
heißt, in Kürze werde eine große Anzahl von Ver—
haftungen in dieser Sache in Masse in Marseille er—
folgen.
Pilzvergiftung In Trevoux sind 27 Personen
die in einem Restaurant Pilze gegessen haben, unte,
Vergiftungs⸗Symptomen erkrankt. 7 Personen sind be
vi gestorben. mehrere andere schweben in Lebens
gefahr.
Sauitätsfeindliche Volksmengen. In Francavilla
auf Sizilien kan es dem „Secolo“ zufolge zu Tumul
ten der Bevölkerung gegen die sanitaͤren Maßregeln de
Behörden. Die Massen stürmten und verbrannten da—
RB Es wurden militärische Verstärkungen abge
andt.
Eiseunbahn-Unglück. Zwischen den Stationern
Maidan und Lissava an der rumänischen Grenze, stief
ein mit 20 Arbeitern besetzter Materialienwagen mi
einem Lastzuge zusammen. Zwei Arbeiter wurden ge
tötet, mehrere schwer verletzt.
Pofträuber. Acht Räuber überfielen das Postam
in Buschtenari (Rumänien), ermordeten den Postmei—
ster, sowie dessen Frau und raubten 129 000 F. aus
der Postkasse. Den kühnen Räubern aelang es, zu ent
tommen.
Schiffs⸗Unglück. Der Dampfer „Ilse“, der in Apen⸗
rade beheimatet ist. scheiterte an der südchinesischen Küste
im Taifun. Zwei Kinder des Kapitäns und ein japa—
nisches Kindermädchen, sowie 15 Mann der Besatzung
ertranken. Die an den Strand getriebenen Leichen fant
der Fapisan von Einwohnern beraubt vor. —
WVermischies. A
, Sie Fahrt nach dem unbekannten Tiere. Der
bekannten Afrikareisenden Hans Schomburgk, Verfasser
des Buches „Wild und Wilde im Herzen Afrikas“, ha
sarl Hagenbeck mit einer ebenso iniexessanten, wie ge
heimnisvollen Aufgabe betraut. Es handelt sich darum
daß Schomburgk ein dem Aussterben geweihtes Tier
das in nur noch sehr wenigen Exemplaren im Inner
der Neger-Republik Liberia auf der Pifefferküste in
Oberguinea (Westafrika) vorkommt, lebend nach Europ—
bringt. Schomburgk ist soeben von einer Vorerpedition
zurückgekommen: es ist ihm gelungen, als erster Euro
päer in verschiedene bisher unerforschte, Teile diese
höchst interessanten Republik zu et sogar we
bis ins Herz der auch heute noch so gefürchteten La
ger des kriegerischen Stammes der Golah einzudringen
Leider mußle diese erste Expedition infolge der in L
beria besonders schweren Regenzeit unterbrochen wer
den. Die bisher noch geringen Andeutungen über die
Ergebnisse der Auffindung des Tieres entstammen einen
Interview mit Schomburgk in Inmgepen, das dortige
Zeitungen gleich nach der Ankunft des Forschungsreisen
den gebracht haben. Jedenfalls ist es sicher, daß Schom
hurgk nicht nur auf der Fährte des Tieres gewesen ist
sondern es auch in nächster Nähe vor sich gehabt hat
und daß es nur dem aͤußeren Umstande der eintreten
den Regenzeit zuzuschreiben ist, daß die Vorexpedition
noch zu keinem weiteren gkeifbaren Resultate geführ.
hat. Karl Hagenbeck rüstet jetzt eine neue Expedittor
uͤnter der Fuͤhtung Schomburgks, die in Kürze aufbre
chen soll, und dann hoffentlich nicht ohne dieses myst
riöse Tier zurückkehren wird. Ein hochinteressanses E
eignis auf dieser ersten Reise ist übrigens die Cutdec
ung eines tätigen Kraters im Lande der Mana Gola!
gewesen, der, durch die Regenzeit gedämpft, einu Kej—
sel im Umsange von mehreren Quadratkilometenn ir
dichte Dampfwolken einhüllte.
Kathederblüten. Unter dem Titel Goldene Ju
gend“ ist soeben im Verlage von Herm. Sack in Verlin
—Schöneberg eine Sammlung Anekldoten und Kuriositäte
sus dem Schul- und Hochschullebekt amüsante Erlebnisf
1142 dver Schul⸗ ———— 4 nαα ν α»ι——α
Ver Eintritt Lisas überhebt ihn einer verlegenen Ant
wort. Als er das junge Mädchen begrüßt, fällt ihm di
Mitz ein. Nun hat er auch für sie nichts ausgerichtet. Oh
ne Umschweife bringt er seine Sorge um die Nichte vor.
Mutter und Schwester sind sehr überrascht von der Mit
teilung, daß das Heidekind ihr Herz dem Franz zugewen
det haben soll; davon wußte dieser jedenfalls nicht das
geringste. Die Befürchtungen Jans bringen Frau Brinl
mann auf einen Gedanken:
„Wollt Ihr das Kind nicht für ein paar Tage zu un
schicken, Jan? Die Veränderung und unser Zuspruch dürif
ten ihr gut tun.“
Jan schüttelt den Kopf.
„Glaubt nicht, daß die Mitz aus der Heide geht. Unt
jetzt erst recht nicht.“
„Dann soll Lisa zu ihr gehen!“ entscheidet die Mutter
„Etwas muß geschehen, wenn das Ding nicht schließlich Scha
den an ihrem Geist nehmen soll. Dem Trübsinn ist di
Einsamleit ein gefährlicher Gast.“
Jan will ablehnen, denn er erkennt das große Opfer
das die Marie damit in ihrer jetzigen Lage bringt. Abere
dringt nicht durch; es wird bestimmt, daß Lisa von mor
gen an die Tage im Heidehause zubringen wird.
Nach kurzem Abschied wandert er ichnuritracks wiede
nach Hause.
„Die Frauleut' sind doch allemal gescheiter!“ murmel
er vor sich hin, als er das Dorf hinter sich hat. So eii
tapsiger Bär wie ich hat da einen Streich gemacht. Damal⸗
als ich sprechen sollte, war mir der Mund zugewachsen; und
jetzt schwätz' ich was daher, worüber man mich noch aus
lacht. Alter Geck!“
Schließlich ist's auch so gut. Er hat seinen Frieden mi
der Marie gemacht, und diese schickt ihm ihre Tochter, da
mit seiner Deern, der Mitz, geholsen wird. Wenn jetzt nu
noch der Franz aus der Klemme wäre, dann wäre Jan mi
der ganzen Welt zufrieden.
Bei Mutter Anna macht er Station; ein Vaterunser is
der Christen Zoll. Wie er sich von der Kniebank erhebt
sieht er etwas ebseita im Sande. halb verschüttet, ein Mes
ser.
„Modome!“ ruft er aus, die blutbefleckte Klinge in de
Hand haltend. „Das ist ja mein Messer.“
Kopfschüttelnd betrachtet Jan das große, dolchartige Te
chenmesser. Unzweifelhaft stand es mit der Bluttat an der
holländer in Verbindung. Er ermneg sich, daß er es ge
tern Abend vor dem Gewitter auf den Tisch gelegt hatt⸗
mi dem die Besenbinderfrau mit ihren Karten spielte.
—— — n— 44 —
und ähnliches, geschöpft aus schulgeschichrliche.
en, Memoirenwerken Biographien usw., erschi
gant gebunden 3.60 M.). Wir entnehmen d
als Probe eine Kollektion von historischen
blüten, die von verstorbenen, in dem B
näher augegebenen und zum Teil recht hervi.
Schulmännern insbesondere des vorigen Ja
herrühren. „aAls ich Sie von weitem kommen
der alte Professor G. zu einem seiner Schül
ich, Sie wären Ihr Bruder; als Sie aber nä
glaubte ich, Sie seien es; als Sie aber ganz
ren, sah ich, daß Sie doch Ihr Bruder sind
Aussprüche desselben sind z. B. folgende: Do
führt seinen Namen mit Recht, denn es ist e
reinliches Tier. — Dieser Vogel heißt Enten
nur in der Not, wenn er nichts anderes zu
— Nach der Schlacht bei Leipzig sah man 9
nen drei, vier und noch mehr Beine
waren, herrenlos herumlaufen. — Wer hätte
des Großen Tode denken können, daß 500 J
her der Papst ihn als Kaiser krönen würde!
Stephan kommt nicht nur in der alten, sonde
der mittleren Geschichte vor. — Als der Gro
Morgen aufstand, und sah, daß er keinen K
— ja so, das geht nicht. — Vor einigen JIsh
ein Riese hier. der, den Kopf ausgenomme.
halb Fuß hoch war. — Ein Schüler: Das p
sehr hoch. — G.: Ja, es war aber auch ein
Es gibt in Paris Spiegel, die ohne Glas umn
10 000 Franken kosten. — Die englischen
sind so fein, daß sie sich durch das feinste Na
hen lassen. — Unter die vorzüglichsten Prod
Aegypten gehört das Klima. — Die Nilquell
noch viel weiter südlich, als wo Bruce sie en
In Portugal fängt das Klima erst im Febry—
Der Nil schickt sein Wasser hin, wo er hin
Qünftigen Dienstag ist Aequator. — Wer üb
Gegenstand etwas nachlesen will, der findet e—
Buche, dessen Titel ich vergessen habe: es iß
12. Gapitel
„Echt Rusfsisches“ Wir lesen in dern,
Der russische Unterrichtsminister Kasso sandte
an den Rektor der Univerfsität Charkow ein
der ihm selbst aus Kasan zugegangen war
Privatdozenten an der dortigen Universitä—
Gimmel zum Verfasser hatte. Der merkwürd
lautete foigendermaßen: „Als treuer Diener
und des Vaterlandes, der nie in Wort und
rat geübt, bitte ich Eure Hohe Exzellenz un
Güte, mich zum Professor an der Charkowe
tät zu ernennen. Ich schwöre, daß ich dem
Vaterlande und der Wissenschaft in Wahrhei
diene. Verlassen Sie sich auf mich als auf
schen, der niemals seiner Pflicht eines treuer
untreu geworden ist.“ Dieser Brief ist, wie
etwas merkwürdig; noch merkwürdiger aber
sache, daß der Unterrichtsminister durch das
zu der Ueberzeugung gelangt zu sein scheim
Schreiber den Beweis für seine wissenschaf
fähigung damit vollauf erbracht habe: Herr
suchte nämlich den Rektor der Charkower Unir
Kernpatrioten Gimmel zum Professor für Ho—
ten zu ernennen!
In China haben die Revolutionäre in
zgenen Woche überraschende Erfolge zu verze
selbst ein Yuanschikai nicht ableugnen kann.
der Mandschus ist oberfaul und wenn sich
nicht zu einem bewaffneten Eingriff entichlie
ist es um die jetzige Dynastie geschehen
London, 21. Nov. „Times“ veröffentlichen
geren Artikel mit Einzelheiten über die gesp
welche diesen Sommer zwischen· Frankreich zund,
bestanden hal, und welche Einzelheiten dartun,
Europa um Fingersbreite vor einem europäisch
standen hat. Die Aeußerungen, welche vomd
vor dem Reichstag gemacht, worden sind,“ werd
englicherseits bestätigt. Hauptmann Faber
daß mindestens, 2, Mitglieder des englischen
schlossen waren, Frankreich um jeden Preiser
zu unterstützen: Loyd George und Winston C
terer hatte den früheren Oberbefehlshaber
Flotte, Sir John Fischer, nach London beru
iuders Admiralität den Kriegsrat, organisier
lische Flotte, welche zu dieser Zeit ia 3 Teile
und an 3 verschieden Stellen der englischen Kü
war, machte sich für alle Eventualitäten bereit
Mann reguläre Truppen wareg bereit,“ eingese
Verfügung Frankreichs gestellt zu werden.
schtießen ihren Artikel mit einem Hinweis de
besonders kritische Perioden im Laufe der V
zu verzeichnen waren. Die 1. fällt in die *
Juli, die 2. in die Zeit von 28. Juli bis
3. auf Mitte Septembrr. Die Times weisen b
die beiden ersten Verioden hin. die außerar
Mmaron
— — ——— —
ten ote Bejrnviuoer bu verorechen vegangen
die Leute hatten das Haus nicht verlassen, sol
gewesen war, und nachher hatte er, wie übli
zum „Oberhaus“ weggezogen; außerdem würde
geschlagen haben, wenn sie sich heimlich entfern
Also blieb nur Franz als Täter übria?
ab des dunklen Rätsels den Kopf.
—92
Am solgenden Morgen, es ist Sonntag
Hemskerk ein notwendiger Gang in die Stad.
Vom Marlt durch die Brück- und Hohestra
der Streim der Sonntagsspaziergänger, „Ce
würde der Student sagen. Es ist in der Tan
Bild: Das zweierlei Tuch, denn jeder dritte
der kleinen Garnison ein Soldat, und die he““
zarten Geschlechts, das besonders in der *
tark vertreten ist.
Als Lena durch das Gedränge schreitet,
zerufen; Mina Olischlager eilt mit dem Au
Teilnahme auf sie zu:
„Du Aermste, das ist aber ein Schlag für
Verständnislos blickt Lena die aufgeredi
„Was meinst Du?“ fraat 96
„Daß unser Veiter Franz Dernen Brauf
haben soll! Aber ich bdaun's noch gar nicht
zu ungeheuerlich, als daß es wahr sein sollt⸗
sofort aun Tante Marie geschrieben..“
Jest erst bemertt sie die Wirkung ihrer *
enblässe hat Lenas Wangen überzogen, vund
Minas Arm ergreijt, zittert heftig.
„Erichlagen?“ haucht sie.
„Er ist nicht tot,“ sucht Mina zu berrchi
boftt ihn sogar bald wieder herzustellen. E
rãtjelhaft, warum der Frauz das getan hat.
„Warum der Franz das getau hatt“ wi
uα trostet die Freundin und
um aus dem Gewühl der Menschen
Wechanisch läßt sich die Hartgetrotfene fuht
* wor das Auge, nur falunasloßes Entset⸗
Fortsetzung foat