kohlen und Erz sollen sleis m die unterste Taristlasse
zehören. Ferner hat die Kommisston Abgabefreiheit be—
chlossen je nach der Tragfähigkeit der Schiffe für Per—
onenverlehr und Reisegepäch. Es liegen verschiedene
Ibaãnderungsanträge vor.
Abg. Pfeifer (Ztr.) wünscht auf dem kanali—
lerten Nain die Einrichtung eines regulären Schlepp—
dienstes mit Schleppgebühren. Redner beschäftigt sich
in feinen weiteren Ausführungen mit der Konstanze
Wahl und polemisiert heftig gegen die gestrigen Aus.
sührungen des Abg. Schmidt über die Konstanzer Wahl.
Bei dem Lärm und den Rufen im Hause bleiben
die Ausführungen unverständlich.
Nach einer Bemerkung des Abg. Haußmann
(Vp.) erklärt Ministerialdirektor Peters, daß, wenn
die Strombeiräte einer Erhöhung der Tarife wider.
treben, der Reichstag und Buͤndesrat immer in dver
Zage find, das ganze Gesetz zu ändern.
Bay. Bundesratsbevollmächtigter Dr. Gra X
mann sagt, daß die beteiligten Regierungen bereit
seien, im Interesse der Flößerei Verbesserungen zu
chaffen.
Abg. David Goz.) begründet die Anträge sei—
ner WPartei.
Abg. Oeser (Vp.) verlangt, daß das Brot⸗Ge⸗
dreide auf die unterste Klasfe kommt, ebenso die Futter⸗
mittel. Redner stellt einen entsprechenden Antrag.
Abg. Hau Smann⸗-Hannover (nath.) begründeil
einen Anträg, der inbezug auf die Abgabenfreiheit die
Aller mit der Weser und Elbe gleichstellen will.
»NMinisterialdirektor Peters: Die verbündeten Re—
zierungen stimmen dem Antrage Hausmann zu, lehnen
aber alle auderen ab.
Nach weiteren Ersöriterungen schließt die Aussprache.
58 wird mit dem Antrage Hausmann angenommen.
Alle anderen Abänderungsantraͤge werden abͤgelehnt.
Zum 8 10 wird ein Antrag von Strombeck
SZir. angenommen, wonach die Tarife sofort mit der
Berkündigung im Zentralblatt des Deutschen Reiches
erbindliche Kraft erhalten.
Bei 53 11 wird ein Antrag Hausmann (nl.) ange⸗
iommen, der bestimmte Fahrwassertiefen auf den ein⸗
elnen Strecken der Weser und Äller vorsieht.
Abg. Gothein (Vp.) beantragt einige der fol—
enden Artilel abzusetzen. Für den Fall, daß wider—⸗
— wird, kündigt er die Anzweiflung der Beschluß—⸗
XV
* Diesem Antrage wird entsprochen und dann bis
vuf die ese Artilel das Schiffahrtsabgaben⸗
jesetz in zweiter Lesung erledigt.
Es solgt die zweite Lesung der Novelle betr. Ab—
inderung der Paraͤgraphen 1140 und folgende der Ge—
verbeordnung.
MDer Bundesrat soll die Besugn⸗ erhalten, für be⸗
Ummte Gewerbe Lohnbücher oder Arbeitszettel vorzu—
chreiben. Auch im übrigen werden verschiedene Abaän
srungen in dieser Novelle getroffen.
Mach kurzer Debatte wird die Novelle nach den
bdorschlagen der Kommisston erledigt. Sie soll am 1.
Ipril 1812 in Kraft treiten.
728 Sitzung: Montag, 27. November, 2 Uhr
agesssorbnung: Eisenbahn⸗Vorlage für Südwestafrila,
deimarbeitsgesetz und Hilfskassen Gesetz. J—
Echluße6 Uhr
—RR/BEEWEüü————
Aus aller Welt.
Ebhedrama. Der 36 Jahre alte Schankwirt Oite
Belau in Berlin versuchte in der Wohnung des Ar—⸗
beiters Trawinski in der Erasmusstraße seine Frau
und seine 7 Jahre alte Tochter zu töten. Während das
Mäbdchen nur unbedeutend verwundet wurde, mußte
Frau Belau, die schwer verletzt wurde, nach dem Kran
lenhause geschafft werden. Belau durchschnitt sich dann
die Kehle und erlag nach wenigen Minuten seinen Ver—⸗
lerungen.
Liebesaffäre. In Paneso va (Ungarn) er
schoß die 22jährige Wiener Kabarett-Sängerin Senft
hen Jägerleutnant Karl Zobel in der Wohnung im
Schlaf und dann sich selbst. Das Motiv ist Rache, wei!
Zobel das Verhältnis mit der Sängerin lösen wollte.
Streit zwischen Aviatikern. In letzter Zeit war
wischen dem Flieger Bedrines und einem Schü—
er von ihm namens Willi Arndt ein gespannies
Berhältnis, das in einem Reimser Lokal zu einem
Zusammenstoß zwischen beiden führte. Es entstand
wischen Vedrines und Arndt, der aus Meißen in Sa
tammt, ein Wortwechsel, in dessen Verlauf Arndt einen
Revolver zog und seinen Gegner niederzuschießen drohte.
Bevor er jedoch seine Absicht zur Aussführung bringen
onnte, fielen ihm mehrere Bekannte in den Arm und
mniwanden ihm die Waffe.
Von der frauzösischen Marine. Im Arsenal von
Lorient kam es zu Streikunruhen. Tausend Ar.
»eiter, die auf dem Panzer Courbet beschäftigt sind und
oie durch Gendarmen an Bord des Schiffes gebrach
vorden waren, weigerten sich, die Arbeit aufzunebnen.
cc —— — — — — —— —— —
Herior schiagt rurz an. Ein Signal, das von seinem
derrn erkannt wird.
„Noch Besuch?“ Jan tritt einige Schritte vor und späht
über die vom Staub umwäͤrbelte Heide.
Richtig, da hinten bewezt sich ein Planwagen eiligst her⸗
u, von einem Mann und ener Frau mühsam durch den
deidesand gezogen.
„Für Euch war's Zeit,“ empfängt sie Jan. Ein Be—
enbinderpaar ist es, das vor dem Gewitter flüchtet, ein
sonnenverbrannter Mann und ein ebenso gezeichneies Weib,
die nun zwei Kinder aus dem Wagenstroh holen.
Am Himmel ist es dunkel geworden. Aus dem schwar—⸗
zen Gewölk fahren die Blitze in immer schnellerer Wieder⸗
lehr und der Sturm rüttelt an Tür und Fensier
Jan ist mit Franz ins Haus gegangen. Er nimmt aus
dem Schrank die geweihte Kerze und zündet sie an. So ist's
rTommer Brauch am Niederrhein von den Vätern überkom—
men und von den Kindern den Enkeln übertiesert. Der mil
de, fahle Schein der Kerze paralysiert die grelle Flainme des
Blitzes, ihr leises Knistern das Brüllen des Sturmes.
Nun kommt er auf wiehendem Roß von den hollän
dischen Hügeln geritten, der wilde Sturmgeselle und schleu—
dert die Blitzpfeile, hier in den Heidesand, dort in den
umpfigen Wassertümpel.
„Ich glaube an Gott der Vater,“ betet der Heidebewoh—
ter am Stuhle knieend den Rosenlranz laut vor.
Ein fast minutenlanges Aufflammen des Blitzes erfüllt
pie Stube mit blendendem Licht, und ein fürchterlicher Don—
nerschlag macht die Grundmauer des Hauses erbeben, dem
in Krachen wie von einem Einsturz folgt.
„Es hat erngeschlagen!“ sagt Jan. Er erhebt sich und
ieht 388 DTas Haus ist unver sehrt, aber der Birubaum
or o e getroffen; ein schwerer Ast liegt abgesplit
oͤxt ar den.
* — — ——
ebrahen gik läng mer solgen die Blike, und dump
t rout tete deter.
Das — 2 nicht teilgenom
— der Man b Ah —* nk niedegelegt un
chnaccht nũt d un die Sene Ze Frau breite
kn, Spiel Acezlen * — —
Radenk anr , — —X
2 7 — Ie pu
ẽ8 wurde eine rote Fahne gehißt und revolutionare
Lieder gesungen. Der Admiral Leygue begab sich an
Bord, konnte aber die Leute nicht zur Vernunsft brin
gen. Er ließ die Marine, Gendarmen und zwei Füsi
ier⸗Vataillone auf das Schiff rücken. Diese Maßrege
erhitzte die Leute nur noch mehr. Sie schnitten die elek
rischen Drähte durch, sodaß alle Räume des Schiffes
n Finsternis gehüllt wurden.
*Hauseinsturz In Cannes stürzte ein im
Bau befindliches zweistöchiges Haus ein und begrub die
ämtlichen 16 Arbeiter unter seinen Trümmern.' Zwei
Arbeiter wurden getötet, drei schwer und elf leicht ver
letzt. Die Verunglückten sind durchweg Italiener.
Untergegangener Dampfer. Der daänische Trans
portdampfer „Hermann Lerche“, der sich auf der Reise
bon Notterdam nach Petersburg befand, ist währent
des letzten Sturmes in der Nordsee mit 29 Mann un—
teraenangen. Die Ladung war mit 3 Mill. versichert
Wtarktleute in Automobil. Wir lesen in der „All
zemeinen Automobil-Zeitung“: Marktleute im Automobi
iind die neueste Erscheinung im Verkehrsleben der Ber—
liner Straßen. Die im Norden und in den angrenzen.
hen Vororten wohnenden Marktleute pflegen nämlich
»ie Wocheumärkte zu besuchen, die namentlich in den
westlichen Vororten abgehalten werden. Da sie einen
sehr weiten Weg zurücklegen munsen, so haben sich eing⸗
ꝛein Geschaftsautomobil angeschafft, auf dem ste mi
hrem ganzen Kram schnell zum Markte fahren und
benso schneil in ihre Wohnung zurückkehren können
Auch die Besitzer der Wäschereien in deu Nachbaror
NRöpenick haben sich für ihren Verkehr mit Berlin zum
Teil Automobile zugelegt.
Karambolage. Aus Curhaven wird berichtet
Der englische Dampfer „Carnavon“ stieß bei der Aus—
fahrt aus dem Nordseekanal mit dem einlaufenden nor
vegischen Heringsdampfer „Nordliset“ zusammen. Beide
Schiffe sind schwer beschädigt auf den Straud gesetzt
worden. Bergungsdampfer sind nach der Unfallitelle ab—
gegangen.
Ein falscher Staatsanwalt. In dem Städichen
Pausa im Vogtland spielte sich eine Szene ab, die leb⸗
haft an die Manöver des Hauptmanns von Köpenie
erinnerte. In einem dortigen Hotel stieg ein junger,
elegant gelleideter Herr ab, der angab, er sei ein
Staatsanwalt aus Plauen und habe mehrere Personen
in einer Sittlicheitssache zu vernehmen. Er erschien mit
ziner großen Aktenmappe und trat so sicher auf, daß
zunächst niemand an seinem Amte zweifelte. Er er
undigte sich bei den Hotelangestellten nach einzelnen
Bürgersöhnen und ließ diese zu sich kommen. Der erste,
der an die Reihe kam, war der junge Sohn eines Kauf—
manns, den er in barschen Worten der Teilnahme an
dem angeblichen Sittlichkeitsverbrechen bezichtigte. Der
„Staatsanwalt“ drohte ihm schließlich, daß er ihn so—
fort verhaften lassen würde, wenn er nicht auf der Stelle
50 M. hinterlege. Der junge Mann wurde so ängst—
lich, daß er sofort zu seinem Onkel lief, um das Geld
zu leihen. Dem Onkel aber lam die Sache verdächtig
vor und er fragte bei der Gendarmerie an, was es
mit dem „Siaatsanwalt“ für eine Bewandinis habe.
Nun wurde die Sache festgestellt und der angebliche
Staatsanwalt verhaftet. Beim Verhör stellte es sick
heraus, daß man einen jugendlichen Tüllweber aus
einer Gardinenfabrik vor sich hatte.
Der Mörder? Der Säger Weller ist in Schwäb.
dall als des neulich gemeldeten Raubmords dringend
zerdüchtig verhaftet worden. Er wird auch der Brand—
tiftung bezichtet, durch die am Tage nach dem Morde
in größeres Sägewerk zerftört und eine Mühle schwer
deschädigt wurde
Erkrankte Matrosen. Aus Toulon wird be—
richtet: Zehn Matrosen der französischen Kriegsschiffe
Republique“, „Souffren“ und „Marceau“ erkrankten ar
schweren Vergiftungserscheinungen. Einer der Erkrank
ten ist bereits der Krankheit erlegen. Der Zustand vor
vier anderen ist bedenklich.
Sabotage. Aus Berest wird berichtet: Arsenal⸗
arbeiter, die augenblicklich Reparaturarbeiten an der
Bahnlinie zum Arsenal ausführen, haben verschieden«
Telegraphendrähte abgeschnitten gefunden. Die Dräht«
waren auf eine Länge von 150 Meier entfernt. Es
handelt sich hier um einen neuen Sabotageakt, nach des
jen Urhebern die Polizei eifrig fahndet.
* —
—ASZc—htho„u„qe—— — — —
Arbeiterbewegung.
— Drohende Aussperrung. Aus Berlin wirt
berichtet: Die große Hauptversammlung des Verbandes
Berliner Metall⸗Industrieller hat im Interesse der seit
Wochen von Teilstreiks betroffenen Gießerei-Be—
triebe einstimmig beschlossen, am 30. November 60
Prozent der Arbeiterschaft zu entlassen.
—z EXAAII?A
Vermischtes.
Schiffsunfälle. Ueber die im Jahre 1910 gemel
deten Schiffsunfälle an der deutschen Küste und über
»ie Schiffsunfälle deutscher Seeschiffe außerhalb der
eutschen Küftengewässer werden im Bande 244 der
Ztatistik des Deutschen Reiches eingehende Nachweis
inden veräfennicht.
adchen abnehmen, mischt eder, verteilt daun die Kar
ten in vier Häufschen von je sieben und ein Häuschen vor
bier Karten und legt die vier eisteren untereinander in Rei—
hen von links naͤch rechts und unter die vierte Reihe das
däufchen von vier Nactten, aber umgelehrt von rechts nach
ünks. Dann zeigt sie auf Herzdame und die ihr benachbar
ten Karten und legt sie aus: Tu liebst einen Mann; abe
böse Mächte siellen sich zwischen Euch; Ihr werdet ge
trennt, und der PRann verträt Dich. E,ne überraschende
Nachricht wird Die gebracht, der auf dem Fuße Unheil fol
ren wird. Hüre Dich vor bom salschen Mann!
Das Weib hat schnelltnibinierend Beziehungen zwi
schen Franz und Witz augenemmen, und will sich durch ih
ren Spruch an dem junen Manne rächen für die Weicer
uing, sich von ihr wabrsanen zu lassen.
Auf das Mädchen haben die Worte sichtlich Eindruck ge
nacht. Janohme, dem das Tun mißfällt, verhindert eiae
rortsetzung.
Packt Eure Karten zusammen, Frau; wir haben da
on genug.“
Widerstrebend gehorcht das Weib.
In dem Augenblick tönt ein Käuzchenschrei in nächster
Nähe der Hütte, bei dem Mitz zusammenfährt. Bald darau
verläßt sie Zimmer und Haus.
Fragend blidt Franz den Freund an, der mit den Ach
seln zuckt:
S ist eine Eigenart von ihr. Oft streift sie stunden—
lang durch die Heide. Passieren lann ihr nichts,“ beruhigt
er, „dafür ist Heltor da.“
Da der Gewitterregen aufgehört hat, entschließt sich
Franz alsbaid zum Aufbruch.
Draußen steht Jans Nichte, die ihn anscheinend erwar—
let hat. Ihr bleiches und verstörtes Benehmen ist Franz
rufgefallen, er schrieb es aber der Gewitterfurcht zu, obschon
s ihm auch wieder sonderbar erschien, daß dieses Natur
lind solche Schwächeanwandlungen haben könne.
„Die tapfere Mitz hat Angst vor dem Blitz,“ scherzt er
ind reicht ihr die Hand zum Abschied.
Sie bringt kein Wort bervor, sondern umschließt nu
eine Rechte mit fessem Druck.
Immer sonderbarer konmt sie ihm vor.
Als er in freundschaftlichem Mitgefühl ihre Hand streicht
rich‘ plötlich ein wildes Weinen los; der ganze Körpe
* 18 wird von Krämpfen erschüttert.
ratlos vor diesem elementaren Gefüblanus
rklären kann.
—* Mnmꝛr ⸗ — —4 7⸗
Im Jahre 1810 sind im ganzen nachweisungs—
flichtige Unfälle von 485 deutschen Seeschiffen mit
einem Nettoraumgehalte von 8355 871 Reg.-Tons zu
Anzeige gelangt, wovon auf die Dampfer 202 ii
307377 Reg.⸗Tons entfielen. Von den Seefischereifahr
zeugen erlitten 48 nmit 2140 Reg.Tons (darunter 2
Dampfer mit 1352 Reg. Tons) und von den Seeleich
tern 15 mit 6169 Reg-Tons Unfälle.
98 der von Unfällen betroffenen Seeschiffe mi
85 509 Reg.Tons netto gingen gänzlich verloren, dar.
unter 92 Schiffe mit 33 417 Reg⸗Tons (29 Dampfer
mit 22 123 Reg. Tons), die in die Seeschiffsregisier
ihrer eeehen eingetragen waren. Im Verhält
nisse zum Bestande der deutschen Seeschiffe gingen 1,98
v. H. nach der Zahl und 1,24 v. H. nach dem Raum—
gehalte der Gesamtflotte und 1,49 v. H. und 0,94 v
5. der Dampferflotte verloren.
Bei den Unfällen der deutschen Seeschiffe waren
die Lebensverluste von 828 Mann der Besatzung und
8 Reisenden (davon auf Dampfern 264 Mann Besfaß
ung und die Reisenden) zu beklagen; bei den Verun
glückungen registrierter Schiffe allein kamen 307 (252
Mann um, das ist 1 Mann von je 239 (236) der Be
satzungen der deutschen Seeschiffe.
VKon deutschen Fluß-⸗und anderern
Je brzeugen erlitten 6 mit 552 Reg.Tons neit
(2Dampfer mit 11 Reg.⸗Tons) Unfälle an der deut
schen Küste und auf See, wovon 2 Segelschiffe mit 6
Reg.Tons verloren gingen; 81 mit 12 761 Reg.Ton
etto (18 Dampfer mit 107 Reg.Tons) wurden i
zlüfsen, Häfen und sonstigen Binnengewaͤssern von Un
ällen betroffen, von denen 6 Segelfahrzeuge mit 510
Reg.Tons verloren gingen. Bei den Unfällen in Bin
zrengewässern büßten 5 (2) Mann der Besatzung und;
steisende ihr Leben ein.
An der de utschen Küste selbit bis zu einem
Abstande von 10 Seemeilen von der Niedrigwasserlinie
vurden 149 Schiffe mit 41 214 Reg.Tons netto (da⸗
»on 44 Dampfer mit 31 660 Reg.Tons netto) als von
Anfällen betroffen gemeldet. Hiervon fuhren 108 Schiffe
nit 22528 Reg.Tons netto (29 Dampfer mit 17392
Reg.Tons netto) unter deutscher Flagge. 42 —„chiff
6 Tampfer) gingen dort gänzlich verloren und 80*
Mann der Besatzungen büßten ihr Leben ein.
In deutschen Binnengewässern, so
veit sie von Seeschiffen befahren werden, wurden 21*
z„chiffe mit 76 812 Reg.Tons netto (93 Dampfer mi
7627 Reg.⸗Tons netto) von Unfällen betroffen, dar
inter 167 deutsche Schiffe mit 50 231 Reg.Tons nette
63 Dampfer mit 34065 Reg.⸗Tons netto). 14 Schiff
singen gänzlich verloren und 14 Mann von den Be
atzungen und 2 Reisende kamen ums Leben.
Bei 88 nachweisungspflichtigen Unfällen an der
deutschen Küste (17 Dompfer) fanden 390 Lebensrettungeit
rratt (hiervon entfielen 144 auf Dampfer), und
zwar 61 Mann durch Rettungsstationen der deutscher
Besellschaft zur Retiung Schiffbrüchiger, 205 durch an
»ere Schiffe, 122 durch eigene Rettungseinrichtungen oder
Zelbsthilfe und 2 durch Küstenbewohner. Außerdem
fanden durch die deutschen Rettungsstationen mit Rett—
ingshbooten bei Unfällen, die nicht nachweisungspflichti—
waren, noch 6 weitere Lebensrettungen statt
* München. 18 Nov. ((ZzZum Bilrder⸗Dieb
tahel.) Der zweite Schleißheimer Bilderdieb ist eben
o wie der erste Verhaftete Moßreiner, ein Tagelöhne
and heißt Beintofer. Die 22 Bilder wurden in den
Wäldchen bei Schleißheim, der sogenannten Schweize
Haardt an der von Moosreiner bezeichneten Stelle ver
zraben und unbeschädigt vorgefunden. Der geistige Ur
seber des Streiches ist ein Münchener Gastwirt, der der
Dieben versprach. ihnen die Beute gegen gute Bezah
lung abzunehmen.
————
Alle Kunst ist der Freude gewidmet, und es gib
leine höhere und keine ernsihaftere Aufgabe. als die Men
schen zu beglüden. — —————— ——
. * * pααö J
Es kommt der Tod, und alle Schuld
An dir und andern sühnet er —
O habe Mitleid, hab' Geduld: —*8
p3.. Bald trag ich keine Wunden mehr
u
2Hundertjahrfeier der Firma Friedrich Krupp.
Dentschlands größtes in Privathänden befindliche?
industrielles Werk, die Firma Friedrich Krupp, kam
am 20. dss. Mts. auf ein 100jähriges Bestehen zurück
blicken. Ihr Gründer, Friedrich Krupp (geboren 1787
gründete vor 100 Jahren die Firma, die aus kleinster
Anfängern herauswachsend, heute in allen Ländern des
Erdalls bekannt ist Friedrich Krupp, der sein kleine;
dammerwerk und eine kleine Gußstahlfabrik ohne ge
schäftliche Erfolge leitete, starb 1826. Seine Witwe und
seine Söhne führten das Geschäft fort, das aber ers
nach der Uebernahme durch Alfred Krupp (1848) einer
ingeahnten Aufschwung nahm. Sein Hauptaugenmer!
ichtete er auf die damals neu konstruierten gezogenen
dinterladergeschütze, die er auch besonders in ihren Ver—
chlußteilen weientsich verbefferte. Fhenso lieferte e—
Er wartet vergebens auf Antwort. Nach einem schnel⸗
len Händedruck ist sie in der Dunkelheit verschwunden.
Franz schreitet sürbaß, mit seinen Gevanlen bei der
sernen Geliebien, die in Gefahr ist, einem Verbrecher an
heinm zufallen. Immer wieder quält ihn der Gedanlkle, wie
er sie vor dem Schurken retten könne. Wie nun, wenn die
ser die Angabe Janohmes bestreitet? Hat er, Franz, Be
weise?“
Ein Schatten huscht unfern hinter einen Ginsterstrauch
Unwillkürlich bleibt Franz stehen und lugt scharfi nad
der Richtung.
Er muß sich getäuscht haben, denn sein gutes Auge ent
dedt nichts; vielleicht war es ein aufgeschrecktes Wild. dat
sich wieder geduckt hat.
Wie oft ist Frinz diesen Weg im Mondenschein wie in
dichter Finslernis Ceganzen, ohne daß ihn auch nur die lei
seje Furcht befallen hätte. Heute aber hat er ein unbe
hagliches Gefühl, über das er iich nicht Rechenschait aeben
tkann.
Unweit der Landstraße sticht vom dänimernden Horizon
ein Baum ab, untier dem sich ein Heiligenbild befindet
Mutter Anna. Franz fallen die Sagen ein, die sich an die
e Stelle knüpfen und abends am Kaminfeuer der Höse um
gehen. Da ist ein Bauer von der Kirmes heimgefahren, un
zis er bei Mutter Anna anlangte, wurde ihnm non unsich·
baren Händen das Pferd im Laufe ausgeschirrt; der Bau
er schwor, daß er nüchtern und bei vollen Sinnen gewesen
die Pferde der Bauernlutschen, die nächtlicherweile vorbe
kamen, wurden hier plötzlich angerufen und standen sofo
ttill. Eine dritte Geschichte: Der Gröndjesbauer hat eir
mal nach einem Pferdekauf um Mitternacht den Ort pass er
und grausige Stimmen vernommen, die ihm, dem staͤrte
Panne, die Kuiee schlottern machten; am anderen Morge
lag ein wunderfein Kindlein in seidenen Windeln vor Mut
ter Anna, das vom Gröndjesbauer ins Haus genommen
wurde; als es vier Jahre war, verschwand es spurlos..
Franz hat stets über die Phantasien jeiner Landsleute
die sieif und fest daran glauben, gelacht; woher sie en
stehen, kommt ihm jetzt zum Bewußtsein.
Eine alte Gewohnheit von ihm ist es, bei Mutter An
ia ein Vaterunser zu beten; auch jetzt kniet er vor den
infachen, in einem Kapellchen stehenden Bilde der Miartte
Mariä nieder.
Als er sich wieder bedeckt, steht plötzlich ein Mann hi
- ihm: erschrocken springt er zurück und faßkt seinen Stoc
das —n5hnische Lachen seines Gegenüber läßt ihn *
2 — —644 ]—
E Alfred Krupp. αα
Beschosse, Zünder und Lafetten. Das Kruppsche Syste.
bildet noch heute die Grundlage der veisten und ve
deutendsten Artillerie. Die Firma hat bisher an meh
als 30 Staaten 50 000 Kanonen geliefert. Die Haupt
spezialität aber blieb stets die Herstellung großer Tie
gelgußstablblöcke (bis zum Gewicht von 850900 K8.
die Firma erwarb ferner Kohlenzechen, Eisensteingru
ben und auswärtige Eisenerzlager. Nach dem Tod
Alfred Krupps (1887) führte Friedrich Alfred Krup
(geb. 1854, gestorben 1902) die Firma weiter und e
weiterte die Werke sehr bedeutend. Er erwarb 188
das Grusonwerk bei Magdeburg, errichtete die Kiele
Bermania-Werft und vergrößerte besonders die Essene
Anstalt. Die von ihm ausgebauten und eingerichteter
Wohlfahrtseinrichtungen für Arbeiter und Beamte der
LKruppschen Werke wurden weltbekannt. Am 1. April
1994 wurden auf den Kruppschen Werken 45 289 Per—
»nen (davon 4190) Beamte beschäftigt. 1907 wurden.
io Werko in ⸗ino Aktiongosellschaft pyerwandelt, dere⸗
Aktien im Betrage von 180 Millionen Mark sich sämt
ich im Besitze der Familie Krupp befinden. Leiter des
nesigen Unternehmens ist zur Heu der Gatte der älte⸗
—
ionee Krupp von Bohlen⸗Halbach. Zu den Werken
er Firma Krupp gehören gegenwärtig die Gußstahl—
ahrik in Essen mit einem Schießplatz in Meppen, das
Ftahlwert in Amen, das Grujonwert in Bugau. de
Fermanlawersi in siel, das Hüttenwerk in Rheinhau
sen am Niederrhein mit sechs Hochöfen, drei weiter
dochofenanlagen bei Duisburg, Neuwied und Engers
Ane Hütte bei Sayn mit Maschinenfabrik und Eiser
gießerei, Lohlenzechen, eine große Anzahl von Eisen
sleingruben in Deutschland, darunter zehn Tiefbauanle
gen mit vollständigen maschinellen Anlagen, eine Ree
zerei in Rotterdam mit Hochseedampfern, auch ist die
Firma an mehreren spanischen Eisensteingruben betei
igt. Die junge Aktien-Gesellschaft erzielte in ihrem c
ten Geschäfisjahre beim Grundkapital von 160 Millio
ten Mark einen Betriebsüberschuß von 20 160 000 M.
eine Summe, die in dieser Höhe, der in kleinen Ver
hältnissen lebende Gründer der Werlke gewiß in seine;
i . 2
„So'n frommer Junge!“ ppotiet der Holländer In We
sel eine Deern und hier eine Deern! Meinst, ich hätt' nich
gesehen, das Schöntun vorhin! Und dann hier fromm tun'
Ein sauberer Herr, Ihr!“
„Schweigt, Etender, und aus dem Weg! Mit Euch bas
ich nichts zu schafsfen!“
„Abe: ich mit Dir, Junge! Und ich laß Dich nicht, wi
ich Dich hier habe. Schwören sollft Du hier vor dem Bil
de, daß Du die Lena für alie Zeit aufgibst, die Lena ge
hört mir und waa's nicht. mir in den Weg zu treten! Ode
Du ...“
„Von Euch zwingen lassen? Bah! Mit Euch wird sid
demnächst die Grenzpolizei beschäftigen!“
Der Holländer zuckt zusammen.
„Was soll das heißen?“ fragt er lauernd.
„Das heißt, daß Euer lichtscheues Treiben die Polize
interessieren wird. Und bei Gott, ich werde Euch das Hand
werd? legen, Mann! Laßt Ihr nicht sofort das Mädchen,
das Ihr wer weiß mit weschen Künsten umftrickt habt, esbl
frei, so weiß ich, was ich zu tun habe.“
„Werd Dir schon den Mund stopfen!“ zischt der Hollän
der und hat im nächsten Ausenblick Franz an den Hals ae
griffen.
Er heftiges Ringen beginnt. Dec Angreiser hat die
Rräfte seines Gegners unterschätzt, Franz schleudert ihn mö
starker Hand nieder, und eilt dann ichnell der Landstrak⸗
zu. ohne dak er weiter bebbelligt wird.
Am andern Morgen durcheilt eine Schreckensnachrich
den Ort: bei Mutter Anna hat man einen Mann in eine
Blutlache gefunden, ennen Fremden, den niemand lennt
Man hat den Verletzten ins Krankenhaus getragen, wo
wieder zu sich gekommen ist.
Die tollsten Vermutungen durbschwircen den Ort. Ei
olutiger Zusaumenstoß miet den Grenzbeamten, wie sie i—
der Gegend nicht selten sind, ist es nicht gewesen, denn die
Beamten wissen nichts davon. Also wird der Vorfall der
inderen merkwürdigen Ereignissen bei Mutter Anna hinzu
sügt und der Ort in Zubunft, zur Nachtzett natürlich, ne⸗
neht gemieden als zuvor
AX