Nummer 88.
Postschließfach Nr. 14.
Montag, den 18. April 1910.
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1771007 0n6
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— æ,
—— —* ⸗ —E — — —— —M * auswäriigen!
23. Jahrgang.
Erscheint
täglich mit Ausnahmme der Sonn- und
Feiertage
Amtliches Publihationsorgan
für die Bürgermeisterei Dudweiler.
ssüt zwei Beilagen: — Reklamen
Sonntagsblatt und Bumdristischie Blätker.00 4 pro gfpaltige Petitzelle.
Abonnementspreis
monatlich 70 frei in's Haus
gebracht. T.
bei der Post bestellt 225 vierteliahrlich.
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24 Eutlarvt.
Ene Kölner Fabrik veroffentlicht ein vor wenigen
Tagen bei ihr eingelaufenes Schreiben eines Herrn O. v.
von SZastaly aus Berlinu Charlottenburg, „Chefredakteur
)cr Zenrralkorrespondenz für Industrie und Technik“, wor
i diccer Serr sich erbietet, ggen Honorar in de
Rossischen Zeitung über ihre Sonderaus
stel'lumg in der Brüsseger Weltaussten!
unn g zu derichten. In dem Brief dieses Ehrenmanne«
esen Wwir:
In der Vossischen Zeitung werde ich lurz nach er—
solgter Eröfsnung einen Sonderbericht über namhaftere
Zasbieiungen der deutschen Abteilung auf der Brüsseler
Wellausstellung verösfentlichen und wäre in der Lage
ch über Ihre Exponate zu referieren, sofern Sie mi—
urz mitteilen, was Sie in Ihrem Interesse besonders be—
onl wünschen. Diese Besprechungen sind bestimmt, deu
lusstellern eine eingehendere Behandlung in der Tages—
resse zu ermöglichen, die in ihren meist knapp gehaltenen
röffnungsberichten fich über Einzelheiten naturgemäß so
int wie gar nicht verbreiten kann. Ich bin in gedachter
Weise seit Jahren für die angesehensten Industriefirmen
nit großem Erfolg tätig, namentlich bei Gelegenheit der
rohen internationalen Ausstellungen. Ueberdies ist die
sosfische Zeisung ein fübrendes Blait für alle Industrie—
weige, sodaß die angeregte Sonderbesprechung für jeden
lu⸗ st iler von größtem geschäftlichen Interesse sein dürfte.
JIch darf daher wohl auch auf Ihre Beteiligung rechnen
die Aufnahmegebühr beträgt 1,25 M. pro Druckzeile; son
rige Kosten oder Verbindlichkeiten erwachsen Ihnen nicht.
der Sie betressende Text kann Ihnen vor Druck zur Prüi—
ing eingesandt werden.
Der Einsender fragt angesichts dieses Angebots mu
ollem Recht:
Läßt sich gegen eine derartige unlautere Handlungsveise,
durch welche die ehrlichen Geschäftsleute in schwer—
ler Weise geschädigt werden müssen, denn gar nichts ma—
hen?
Dem Zeitunasverlag wird von anderer Seite das—
selbe Angedot un erbreitet. Er weiß ferner zu berichten
daß die „Vossische Zeimng“, a!s ihr das Angebot des
Herrn von Sastaly, un erbreitet wurde erklärt
hat, daß dieser Retlameschriftsteller mit der Schrifi⸗
eitung ihres Blattes nichts zu tun hat, und daß es sich
bei den Aruke'n um Anzeigen handelt, für die die tärif—
maͤßigen Gebühren be;zahlt werden müssen.“ Der Zeit—
ungsverlag bemerkt dazu aber ganz mit Recht:
Da nun aber das Anzebot des Herrn von Saskaly
nach Form und Inhalt ceeianet ist, bei den Empfüngern
der Briese den Eindruck hervorzurnsen, daß ihnen der
redalticnelle Teil der „Vossischen Zeitung“ gegen Bezah
lung zur Verfügung stehe, hat die Redak ion dieses Blat
es alle Ursache, öff nlich das Angebot des Herrn von
Saskaly zurückzuweisen oder sonstiwie schersere Maßnah—
men gegen den weklame'chrif steller zu ergretsen
Farnsprech-Anschlutz Saarbrücten Nr. 68, 288. 200 u. 1281.
Redaktion, Druch und Verlag von J Unterkeller Dudweiler.
Bei Jahres⸗Abopnement höchster Rabakt.
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sug den Kronprinzen und den Prin,en. Vom Schloßbal— aeschüfte geschlossen.
oͤn aus versicherte der König in einer An prache an die Trier: 1200 Ausgesperrte.
Nenge, daß er niemals an den treuen Gesinnungen des Maunnheim: 1800 Bauarbeiter wurden von der
Vostes für die Dynastie gezwetselt habe, und daß serne Zperre betroffen.
einzige Sorge das Giüdk des Volles set, dent eun von München: Etwa 10900 Bauarbeiter sind von der
ganzem Herzen dienen werde. Aussperrung betrofsen worden. Die kleineren Arbeitacher
—— Türkei. haben zum großen Teil von einer Aussperrung Abstane
* Die Wiener türkische Botschaft gibt bekannt, daß wun— genommen.
mehr in Albanien volltändige ihe Gecriche. Der Nürnberg:? dDie Zahl der ausgesperrten Bauar—
rö se Teil der Albanesensuhrer hat siih den Beyorden beiter beirägt 4500.
mierworfen Zaarbrücken: Im Saargebiet 14000 Bauarbei—
er ausgefverrt.
Straßöltra: Tausende von Italiener sind durch
die Aussperrung brots? ewurden, die man von hier ab—
uschieben sucht, um nicht inn die Lage zu kommen, sie un—
erstüßen zu müssen.
Lokales und Vermischtes.
Feuilleton. VLen Roman „LDas Heimatslied“ wote
vir in der Tienstaa-Nunmer beendigen. Iniolgedeße
ind wir gezwungen, in der heutigen und morgigen Nun
ner anderen Stoff zurückzustellen. Die Fortsetzung de
Romans „Eine Dornenkrone“ erscheint von Tonnerstaag
auf der 4. Seite unseres Blattes.
Vaterländischer Frauen:Verein. Wie aus dem An
zeigenteil ersichtlich, ladet Frau Bergrat Neff im Auftrus
»er Ortsgruppe Dudweiler zu einer Theatervo stellung ein
Wir machen auch an dieser Stelle hierauf aufmerksam.
Die Erkrankungen betreffs der Verwechslung de—
OAs sind fast gänzlich behoben. Bei dem betreffenden Kau—
sann, bei dem das Ol entnommea wurde., war zufälli
deder der Herr noch die Frau anwesend.“ Tadurch kamse—
aß die Dienstmagd die leergewordene Olkanne auffüll
ind sich im Ol vergriff. Die Hauptsache bei der ganze
Affäre ist, daß keine schlimmen Folgen eingekreten sind.
Theater. Gestern gelangte in unserem Theater nach
nittags zur Volksvorstellung „Der berühmte Wilddieb vo
Dudweiler“ zur Aufführung. Das Stück brachte unerwar
etes, man sah in alte Zeiten von Dudweiler und manch—
Besucher hörte längst erlebtes. Die Hauptdarsteller Her
»on Beek, Herr Rohr, Manger und Reuß wie die Dame
Ochernal, Kretzer und Hübl gaben sich alle Mühe, um d
Nufführung als eine gute heraus zu bringen. Es wurt
Jerzlichstt gelacht und bei den Aktschlüssen ein wohlverdient
Aplaus gezollt. Die Direktion kann dieses Stück ruh
noch einmal als Abend-Vorstellung geben. Abends 8.3
ühr ging das Volksstück mit Gesang „Das Buschliesel“
Szene. Frau Manger und Herr Reuß waren zwei unver
älschte Naturkinder, ihre Lieder und Tuetts ernteten stü
mischen Beifall. Fräulein Granzius als Müllerin we
vieder brillant, besonders im 2. Akt, dem Förster gegen
iber, zeigte sie, was sie als Künstlerin zu leisten verma
auch ihr Partner Herr Manger bot in Spiel und Mas
das Beste. Die Jahanna spielte Fräulein Dreyling m
jeradezu rührender Geschicklichkeit, auch ihr Liebster, de
försters Sohn Herr Müller, fand sich aufs beste mit seine
holle ab. Frau Ochernal als Trine hatte wieder die Lach
ustigen auf ihrer Seite.
Die Dudweiler Feuerwehr hat heute Monrag aben
Lereins-Voritellung durch das Stadttheater-Ensemble
dassauer Hof. Die Wehr hat sich das reizende Lustspi
Liebes-Manöver“ gewählt, ein ausgezeichnetes Stück welche
ei seiner ersten Aufführung stürmifchen Beifall fand; de;
Wehrleuten ist gestattet Freunde und Bekannte zu dies
Jorstellung einzuführen. Der Eintrittspreis beträgt f
ede Person 30 Pfg., dem billigen Preis halber sichere ma
ich frühzeitig einen quten Platz. Morgen Dienslag de
19. ds. Mis. ist Aufführung des beliebten Lustspieles ve
dadelburg „Großstadtluft.“
Saarbrücken, 16. April. Erschossen aufgefunden wurr
gestetn abend der Hüttenarbeiter Meiers im Stadtteil Bi.
Zach in der Flammstraße. Familienforgen sollen das Moti
zur Tat gewesen sein. Dem Manne war anf der Hü.
Jekündigt worden, auch sollte er aus dem Hüttenhause aus
iehen. Die Kinder, die der Unglückliche zurückläßt, sir
etzt Vollwaisen, da ihnen vor einem Jahre die Mutter «
torben ist. (Saarbr. Volksztg.
Saarbrücken, 16. April. Auf dem Burbacher Gu
tahlwerk wurde am gestrigen Abend ein sogen. Mulwage
m einem elektrischen Kranen herabgelassen. Der Arbeit
Weisbrod aus Malstatt wurde von dem hin und her pen
delnden Wagen getroffen und mit dem Kopfe zwischen die
Last und eine Roheisenpfanne gedrückt. Der Tod trate
'ort ein. (Sbr. Volkszta.)
Saarbrücken, 15. April. Die Schutzmannschaft u
vroßstadt Saarbrücken wurde dieser Tage um 1 Wael
neister und 10 Schutzleuten vermehrt. Außerdem doll«
zuch 1 berittener Wachtmeister und 3 heritfene Schustzle«
angestellt werden.
Elversberg, 14. April. In der vorvergegangené
Nacht wurde in dem Konfektions-, Putzmnacherei- und Kürs—
ergeschäft von Karl Becker hier am-Marktplatz ein E
ruchsdiebstahl verübt. Außer verschiedenen Pelzwaren wur
och eine Anzahl fertiger Damensommerhüte und Kind,
Iind Damenschuhe gestohle
Lekte Telegramme.
Metz, 18. Apru. Ten zweiten Haupigewinn der
igen Gewerbchauslotterie mit 20 0000 M. gewann
armer Fuhrmann aus Krefeld, welcher gegenwärtig ne
in einem in der letzten Zeit erlittenen Unfall erkrankt ift
Erfurt, 18. April. Zunmdritten Male zum Tode ve
irteilt! Nachdem das Reichsgericht das Todesurteil geg
den Glasbläser Lutz aus Friedersdorf“ zum zweiten Mé
aufgehoben hatte, wurde am Freitag abend der Angekla«
um dritten Male zum Tode verurteilt. Lutz wurden
huldig befunden, den Forstaufseher Warther erschossenu
inen Wilddiebstahl im Forste zu Gehren ausgeführt
)aben. Das Schwurgericht erkannte auf die Todessto—
ind drei Jahre Zuchthaus.
Paris, 18. April. Eanz Frankreich wurde von eine
ürchterlichen Zyklon heimgesucht. Auf dem Farmansche
zlugseld in Chalons wurde großer Schaden angericht
Richt weniger als neun Flugapparate sind zertrümm
ind viele Schuppen vnllftändig zerstört worden. T
zchaden, den Farmann hierdurch erleidet, beträgt ca
Million Franks. Auch drei Menschenleben sind beinr
Fatastrophe zugrunde gegangen, ebenso wurden 3 Arbe
chwer verwunde.
Christiania, 18. April. Von Nordland und den Fu
narken wird ein orkanartiger Sturm gemeldet, der «e
)rach, während sich die Fischerflotte auf dem Meer befan
Vis gegen Abend waren 12 Fischer als tot gemeldet; eit
Anzahl Fischerboote wird noch vermißt.
Salonik, 16. April. „Nach einer amtlichen Nachri
vurden in Prischtina und Umgegend etwa 40 Motab
»erhaftet, die beschuldigt werden, das Volk gegen den
an und die Behörden aufgewiegelt zu haben. Die Bev
erung von Prischtina, Ipek und Pritzrend unterfrütztee
zemühungen der Behörden, der Unrubestifter habhaft
verden und ihre SZchuld ans Tageslicht zu bring
— — — — 7 —— * —— F
Der Stapellauf des „Solefas
— Am letzlen Samsztag wurde das großte der bishe—
igen euglischen Schlachtschifse, der Mächligste aller Dreabd—
idughis, auf der Werst von Scotts Schassbaugesellschaft
uuf dem Elyde vom Stapel gelassen. Blle Wersten im
dem ganzen Distrikt hauen zur Feier des Tages ihren
rbeitern ennen Festtag gegeben, und Tansende von Neu—
gierigen standen cuf den aie ude den Tods, um sich
das Schru piel cnjuseten. Um 11 Uhr wurde das Zei
hen gegeben, und unter allgemeinem Hurrageschrei giit
»er Schufskörper in; Waser. Lady GColedroote taufite das
Zchiff auf den Nameun Cospssus“. Ter sriel wurde erst
or etwa neun Reanaten geéelegt, und es illt der erst.
Dreadnought, den diese Firma in Rustrag gehabt hat,
Der „Colossus“ ist das große Schlachischiff, das bis
seßzt in England vom Stapel lief. Stine Läuge beträg!
345 Fuß, während die das ersten Treadpnonght nirr 400(
etrug und vor der Treadnougat-weriode das größte eng
ische Schlach schisj nr 425 u13 tang war. Die Verlän
zerung der Schifse ist e ne Folge des Em.szlusses der Ad—
niralitlt, die großen 12361en Geschüthe, die mit bisher
Anerreicher Geschwindigkeit Geschoössfe ven 820 Pfd. schleu
dern weroen, miglichst auszununen. Rle Geschüte kan—
ien nach jerer VDrainsehe abgesenert werden, so daß, gaanz
Jleich, do die feinzlichen Schtjsse Baclberd oder Siteer—
»ord liegen, die Ractosen deauech nuncusgesesst feuern kön—
ien, cine Bedinzung, die vis jeit noch in keinem Schiii
nit 10 schweren Geschühen erzielt wiirde. Außerdem wich
der „Colossus“ eine große Anzagl ven Anli Torpedo Ge—
chücen aufzuweisen haben.
Das Schiff ist das neunte britische Schlachtschist des
Dreadnought—s-Type, das jetzt auf dem Wasser schwimmt.
Zeine acht Vorgänger heißen: zDreadnought“, „Bellero—
hon“, „St. Vincent“, „Neptune“, „Temetoire“, „Colling—
vood“, „Superb“, „Vanguard“. Dazu komnmen die vier
Invincibles.
— — — * 2 *
aTeutscher deichstag. ——
Vorm. 11 Uhe. Berliu, 16. April.
(65. Sitzung.)
Auf der Tagesordnung sieht die erste Leßing des
ReichssteuerGesetzes. Der Gesetzentwurf regelt
die Frage der Beitragspflicht des Reiches zu den Staats—
und Gemeindelasten.
Abg. Brunstermaunmn GRchsp.) erklärt die Zu—
timmutnz seiner Fraktion zu dem Autrag auf Ueberweis—
ing der Vorlage an die Vudgettommission.
Abg. Gröͤber UItr.) stimmt gleichsalls in der
Zauptsache zu, nimmt aber grundsätzlich einen der Vor—
age entgegengesetzten Standzuntt ein.
Schatzfetretär Wer muth: In der Hauptsache han—
dele es sich um geseh!iche Regelung der Reichssieuerpflich!
ür Reichswerkstätienselrebe. Eine Stenerfreiheit für Kan—
inen und Offizierskasinos jsei nicht beabsichtigt. Der Ent
wurf wotlle jedensarlls im weseitlichen nicht nehmen, son—
dern geben.
Abg. Ahlheru (F. Vp.) erörtert die Mänzel,
zdie der Vorlage anhafteit und die in der Kommission zu
»eseitigen gesucht werden müssen.
Abg. Heinze (utlh.) ist im weselltlichen mit dem
entwurse einverstanden.
Abg. Emmel (Sos.) erklärt seine Zustimmung zu
dem Grlundgedanken der Vorlage, bezeichnet aber den
eẽntwurf als keinen gangbaren Weg.
Aba. v. Richthofen (ctons.) behält sich Abänder—
ungsvorschläge in der Kommission vor.
Abg. Von derscheer (Zir.) wendet sich dagegen,
daß die Freiheit des Reiches auf alle zur Erhebung ge—
an genden Staatssieuern auch auf Elsaß-Lothringen (wo
isher die Reichseisenbahn zur staatlichen Grundsieuer her—
ingezogen werde) ausgedehnt werden solle. Redner geht
n seinen weiteren Ausführungen auf diese Frage des nä—
)eren ein.
Nech weiteren Bemerküngen der Abgg. Meumann—
zdofer (F. VPp), und Becker⸗-Köln (Zir.) 8geht die
Vorlage an eine Kommijßon,
Es folgt die erste Veratung betr. die AUsstands—
hbufgaben für Südwestafrika. Der Entwur!
erlangt einen Kredit von nahezu 24 Millionen Mark, zur
)eclung erfolgter Mehrausgaben.
Abg. Er zberger (Zir.) gibt zu, daß eine Kon—
rolle der Material-Verwaltung in der Kolone jehr schwie
ig sein mag, aber über die in der Heimat oder auch
derhalb befchafften Materialien müsse doch eine genü—
zende Kontrolle möglich sein. Ferner weist Redner auf
erschiedene Gebührenübergehungen hin. Die Kolonial—
erwalrung sei dem Steuerzahler schuldig, auf eine ge—
iügende Konirolle in den Kolonien zu bestehen, umso—
nehr, als jetzt durch die Kreditsorderung von 24 Miill
n bilterer Nachgeschmack käme. Bewilligt müsse nun da—
qhalles werden, da die GEelder bereits während de—
uzstandes verausgabt sind. Redner schlägt jedoch einen
8 6 vor, des Inhalts, die Kosten werden von den Ge—
Lilschaften geiragen, die von dem Kriege den Vorteil ge—
jabt haben.
Arg. Görcke Mil.) widerspricht diesem Vorschlage
des Vorredners
Slaatssetretzr Dernburg vertritt die Annahme
daß mit der jeßigen Nachsorderung alles ausgeglicher
vild. Das Kolomalamt werde also mit einer Forderung
ucht mehr zu kommen brauchen. Die Gebuͤhrenüberhebun—
en haben fich im allgemeinen ausgetlärt. Die Angelegen
dit würde sich in der Kommission tlaren. Den gemachten
Vorschtägen werde er seine Aufmertsamkeit zuwenden.
Aug. Stolle (Soz.) bemängelt die Art, der Rech—
nungstezung über die Ausgaben fur Züdwestafrika.
Staatsfekretär Dernburg wesst den von dem Vor
redner gemachten Vorpwuri. der von Vetrug spricht, ens
schieden zurück.
Abg. Gothein (&-F. Vpy) glaubt, daß die Augrisst
gegen die Kolenzalverwalzung underechtigt sind.
Nach weiterer kurzer Dedatee geht die Vorlage an
die Vuoget-Kommissivn.
Es fo!gidie erste Le,ung der Fernsipre chge⸗
biührenOrdnung.
Staatssektretar Krästke: Die Vorlage hat nicht über—
all Billigung gesunden, abver sie entibricht der Meeyrhtzeit
des Hauses. Man hat sie in der Presse und in Ver—
animlungen abfällig kritifiert, und ihr nachgesagt, daß sie
den Verkehr erschwert. Das ist arber unrichtig. Wir wol—⸗
en nur gewisse Ueberwüchse veseitigen.
Hierauf erfolgt Vertagung. — Montag 12 Uhr: Die
neicho versicherungs-Ordnung. — Schluß gegen 6 Uhr.
— — —
— 22
Prenßischer Laudtag.
Berlin, 16. April.
Herrenhaus.
Sie Wahlrechts-Kommission des Herrenhauses beschlon
wei Lesungen über die Wahlrechts-Vorlage vorzunehmen.
Nach eingehender Debatie wurde 51 von Art. 1 bis 4
n der Fassung des Abgeordnetenhauses augenommen und
ie weitere Beratung auf Montag vormittag vertagt.
Ein Ausbau der russischen Geheimpolizei in Berlin
Durch cicen Fehler in der Adresse eines Brieses, de—
für einen russischen Geheimagenten in Vertin bestimm
war, aber au die Abresse eines russijehen Kaufmanns ge
langte, erhält man Nachricht davon, daß ein bedentender
lus bau der russischen Geheimpolizei in Verlin geplant ist
Zoweit siceh aus dem Schreiben ersehen lüßt. werden die
agents provocateurs“ ihre Haupttätigkeit von Paris nach
Berlin verlegen. Die bisher in Berlin arbeitenden Ge
helmagenten werden durch zwei Pariser Provokatenre konm
olettiert werden. Diese beiden in dem Schreiben avisier
en Mittellcute snd in Rußland als Revoluttonäre be—
annt, arbeiten aber seit zwei Jahren sür die russische
Regierung. In dem eingangs erwähnten Schreiben wer—
den zwei Studenten avisiert, die aus Moskau nach Ber
un kommen würden, um die hier studierenden russischen
Untéertanen zu beroegen, eine revolutlonäre Gruppe zu bil
An, die nachher von den „agents provocateurs“ „bearbei
et“ werden würde. In dem Briefe ist weiter davon Miit—
eilung gemacht, daß die beitellten regolutionzren Schrif—
en sosort gedruckt werden würden, und daß dieselben von
Warschau aus in zirka 14 Tagen eintressen könnien. In
einem Nachtrag besindet sich schließstich noch der Zusatz,
daß die Herüberleitung der Brüsseler Anbahnungen be—
sorgt sei, und daß man nicht übersehen mechte, eine bei—
folgende Liste von Personen ie enthätt 21 Namen) im
Auge zu behaliten
—— —— —
1xx 122 S8 *
BPolitische Nundschan.
Deutiches Reichy.
* Die Rücktehr des Kaisers und der Kaiserlichen Fa—
milie nach Berlin ist, wie die „Reue politische Rorrespon
denz“ meldet, auf den 10. Mai festoc est.
* Wegen des zollpoli ischen Verhältnissez, in das
Deuischland durch den seuen französischen Iolltarif mit
dem westlichen Nachbar gercten ist, bat nenerdings eine
interne Beratung zwischen Vertrelen der Jestndi—
gen Reichs- Und preustschen Resserts sottaetrnuen. Tas
Resultat wird selbseisteudsich gehelin gehatten. Es ist
daran zu erinnern, daß der Bundesrat dißzktetitnire Votl—
macht besißzt, gewisse Zötle (wie Spirinmesenzölle) Fraut—
reich gegenüber ebenso wie herab- cuch binguizuseten Oh
der wirtschaftliche Ausschuß mit einschläglgen Fragen sich
vefassen wird, steht dahm.
* Gegen den Eniwurf der Ferusprechgebühren-Ord—
nung hat der DeutscheHandelstag SEiesung ge—
nommen; die darüber augencrere Besontion lantet:
„Der Deutsche Handelstag hat sich in seiner Vollversamnmi—
lung vom 20. März 1998 einssimmig gegen den Vorschlag
des Reich-postantes erkärt, die Ranschalsebütren zu be—
seitigen und nur noch Grund-und Gesprächsebühren zu
erheben. Dieser Ertlärung hot der Pundesrat leine Be—
achtung geschenkt, vielmeir jenen Vorschsag in dem Ent—
wurf einer Fernsprechgehibeenordming, der ant . Fesruar
1909 und von neuem am 29. November 18609 dem Reichs—
rage vorgelegt wuerde zu denm seintgen gemecht. Der dert
sche Handelstag hält en der Auschauung jest daß die ver
geschlagene Maßregel eine wesentliche Verictecuna eine?
unentbehrlichen Versehrsmittels und eine nete, duraué
ungerechte Beslasung und Belastigaung von Handel und In
dustrie darstellt und spricht die Erwertung aus, daß der
Reichstag der Vorlage des Bundesra?s seine Zustemmnng
versagt. Nach wie vor ist er jedoch damit enverstanden,
daß bei größerer Gesprächzzahl eine gestasjelte Erbehung
der Pauschgebühren stattsindet und bei Ueberbürdung ei—
nes Anschlusses, die bei der Zahl von über 10 000 Ge—
vrächen im Jabre anzunehmen ist, die Anbringung eines
weiteren Anschlusses verlangt werden kann.“
* Die Arbeitskammerkommission des Reichstaags sekte
das Wabhlberechtigungsalter von 25 auf 21 Jahre und
das Wählbarkeitsalter von 30 auf 05 Jahre herab
—— — ⸗
* 2 J *
Der Kampf im Vongedverbe.
Berlhin, 16. April. Während hier die Verhand—
sunzen noch schweben, ist im Reiche die Aussperrung der
Bauarbeiter in vollem Umfange in Kraft geireten. So
wird aus Düsseldorf gemeldet, daß die Aussperrung zur
pollen Turchfuhrung gelangt ist.
Ueber die Frestag abend 6 Uhr in traft getretene
Lussperrung der Arbeiter im deuischen Bau—
Jewerbe liegen solgende Meldungen vor: Es wurden aus—
gesperrt:
Hamburg: In Schleswig-Holstein wurden 14000
Bausreeiter ausgesperrt.
Fisel: Hier warden etwa 9410 000 Bauarbeiter
ausgesperrt.
Withelmshaven: Ter Arbeitgeberverband er—
zielt vom Zentral-⸗Verbande in Berlin auf ein Vierteljahr
Disene von der Aussperrunng. Befondere Zwischenfälle
erden iser aus keinem Orte gemeldet.
Hannover: Es kommen cua 12000 Arbeiter bei
der Ausfsperrung in Veotracht.
Posfen: In der Provimß Posen zählt man etwa
6200 Ausesperrie.
Breslau: Hier wurde über 8090 Arbceiter die Aus—
Pperrung verhängt.
Halle a. d. SZ.: 2309 Bauarbeiter wurden ausge—
perrt.
Leipzig: Im Burecot der Ardemtbner haben sich
etwa 5000 Maänn zur Rontolle gemettet. Ausgesperrt
ollen tatsachlich sein 7500 Tlann.
Magdeburg: 2060 Ausgçge perrie.
Dresden: Die Zahl der Ausgesperrten wird auf
i10 geschaet.
inins: 3300 Bauarbeiter wurden ausgesperrt.
1800 - 2000 Ausgesperrte.
: 700 -800 Ausgesperrte.
RBset der Auscçefperrien beläuft sich auf
Oesterreich⸗ Augarn.
* Das „Fremdenblatt“ verössentlicht folgendes Communi—
que: Wie dies bei gleichen Gelegenheiten schon wiedehol!
geschehen, hat auch anläslich der Ernennung des Mar—
chese San Giuliamo zum italienischen Minister des
Acußern zwischen ihm und dem Grasfen Aehrenthal!
in herzlicher Gedankenanstauseh stattgesunden. Hie-bei
hat sich die überceinstsimmende und feste Absicht der beiden Mi
nister ergeben, in vollem Einoberständnis vorzugegen und
inv angelegen sein zu lassen, die ausgezeichneten Freund—
schafts⸗ und Bundesdeziehungen, welche beide Niezierun—
gen verbinden, immer herzlicher und inniger zu gestalten
d.. Griechenland. J —
he 27 „Dtandard“ meldet aus Atben: Ter Nabinetts
Ae Tragumis hat die türkische Recierance mormier
daz der König ven Geienentennd wenßt, aan enie:
in Essen
enkir—
Dui s—
i8s 6000
Abgeordnetenhaus.
Das Abgeordnetenhaus nahm heorte die Novelle zim
Ztaateschuldbuch-Gesetz ohne Tebatte an und beendete die
zeramug des Eisenbahn Etats. Daun wurde in die De—
atte des Kultus Etats, wobei Abg. Dietrich die alte
dirchen und Schulgesetzfordernug des RJentrunms von neuein
ur Gelung brächte, unter dem Widerspruch des Aug.
Bedlitz und Maitrer Montag: Fortseßung
omdinatienen teilzunehmen, welche auf dem Punbkte sind
zwischen der Türkei und Serbien abgeschlossen zu doer
den Serbien soll bereit sein, diesem Wunsche zu ent
sprechen und die Pfore soll ebenfalls berit sein. **
Finderständnis hiermit zu er lären, wenn die griechser—
eaieruns erme vestimmle ued are Votirik in der Ar
daeale annimmi.
Bei der Ankanft des Königspaares in K o reu va
roße Wo Smenge besonders lebhafte Ovationen un
ien aui den honia auιιααια. ⸗Neniglig,
Bauarbei—
veitgebern
allgemei⸗
die orga—
u In Vier—
— α duulgesperirn
y7 jus seren cennr): Heute wurden sämtliche Vau—