Full text : Dudweiler Zeitung

Lokales und Vermischtes.
Ehing von Neujahrswünschen. Wie in frühe
en JIrewerden wir auch in diesem Jahre Beiträge
zur Gyeig von Neujahrswünschen am Orte entgegen—
nehmen eingegangenen Beiträge werden je zur Hälfte
den higeyranen-Vereinen überwiesen. Wir bitten die
verehrle awohnerschaft, uns die Beiträge so rechtzeitig
zukomm lassen, daß wir die Liste in der Sylvester—
nummeve'entlichen können.
Da⸗Ftwetter hat hente Nacht schärfer eingesetzt
chermoetand heute früh 7 Uhr 8 Grad Cessius unter
Null
Vermler Berg⸗Unterbeamten des Saarreviers.
Vor meereJahren trat in Saarbrücken eine Anzahl
Berguntben der Saargruben zusammen zur Gruͤnd—
ung ein V-Unterbeamten-Verbandes. Die Unterbe—
amten iren der Ueberzeugung gekommen, daß, wenn
sie in ihn Vältnissen vorwäris kommen wollten, ein
fester Zummshluß notwendig sei. Wie überall, so wa—
ren auch ier fangs Schwierigkeilen zu beheben, denn
so manch Kge brachte dem neuen Verband wenig
Sympvath enten. Dem rastlosen, unermüdlichen und
zähen Fesalteꝛer Gründer, ihrem zielbewußten Arbeiten
für die She gng es, den Verband in die Höhe zu
bringen. Lonen Inspektionen traten die Unterbeamten
dem Verbide und heute sieht er die überwiegen de
Mehrzahhn sei Reihen Diesem einigen Zusammen-—
tehen wam auschon recht annehmbare Erfolge beschie—
den. DerVerbe bezweckt die Wahrnehmung der sozi—
alen Verhanisser Bergunterbeamten, er sucht die Ge—
Jaltsverhälisse verbessern, die Dienstzeit auf ein ge—
rechtes Ma zu Un, er gewährt Unterstützungen in Rot—
und Todesillen ». Pflege des kollegialen Geistes u. a.
m. Mit border Juteresse erstrebt der Berg-Unterbe—
amtenverbad die reichung eines den Zeitverhältnissen
entsprechendn Getes und das umsomehr, als die betref—
fenden Untebeamtbei der letzten Besolduugsreform nicht
gut abgeschitten ʒn. Die Wünsche in dieser Beziehung
sind mit umassendBegründung der vorgesetzten Behörde
sowohl wie uch d. Abgeordnetenhaus und den Abgeord⸗
neten unterkeitet arden. — Der Berg-Unterbeamten—
Verband häl seinersammlungen allvierteljährlich im
„Alten Münhener dl“ in Saarbrücken ab. Die nächste
Versammlung findem kommenden Sonntag, den 1.
Januar 1911statt. er Vorstand erwartet das Erscheinen
ämtlicher Miglieder
Knappschaftliche Der Knappschaftsvorstand hat schon
oft darüber Kage girt, daß es oft eine ganze Reihe
»on Tagen dauere, bdie Aerzte in den Besitz der großzen
Krankenscheine kommezährend doch satzungsgemäß (819,
Abs. 1) die Bchandlu qus Grund des daun dem vor—
zesetzten Werksbeamtend dem Knappschaftsältesten aus—
gestellten Krankenscheit erfolgen foll Die Belegschaften
der Saargruben werdearauf hingewiesen, daß bei Er—
krankungen, mit welcheine Arbeitsunfähigkeit verbunden
ist, ohne Verzug bei zuständigen Abteilungsbeamten
die Ausstellung eines gen Krankenscheines nachzusuchen
st, welcher alsbald demständigen Knappschaftsarzt über—
ꝛeben werden muß.
Vierverbrauch. Etarker Rückgang des Bierver—
bauchs hat im Rechnumhr 1909 in Deutschland ftatt—
gefunden Der Verbrauch nach amtlicher Berechnung um
* Liter auf den Kopf ickgegangen, nachdem schon im
Jahr 1908 eine Abnahrim 3,6 Liler erfolgt war. Im
ganzen hat seit dem Jahnsdoo ein Rückgang von 117,9
auf 100,2 Liter stattgefuß, also eine Verbrauchsabnahme
um 17,7 Liter oder 14,9 H. Daobei ist in den Zahlen
des Jahres 1909 die Wiirg der Erhöhung der Brau—
steuer noch lange nicht vorem Ausduck gekommen.
Von Haifischen gefru. In einer Nachricht von
Brisbanc wird das schreck Schicksal der Mannschaft des
Perlenfischerschoners „Hugtorman“, der kürzltch an der
westaustralischen Grenze fsbrüchig wurde, geschildert
Der Sturm warf das 200 onnen große Schiff auf ein
Riff, wo es hilflos liegen b, während die See durch
große Lecks in den Rumpfidrang. Das Land war nur
wenige Meilen entfernt sichc, und da das Schiff nicht
mehr zu retten war, ließ dKapitän das Rettungsboot
aussetzen. Alle Mann mit snahme des Kapitäus und
des Matrosen Theodor Arsone waren bereits in das
Nettungsboot hinabgeglitten,s dieses von einer wuchti—
en Woge emporgeschleuder irde und kieloben wieder in
e See zurückfiel. Jetzt spi sich ein grausiger Kampf
vischen den in das Wasser alleaen Maͤtrosen und mäch⸗
jgen Haifischen ab, die das ack umschwärmten. Unter
erzzerreißenden Schmerzenssgen verschwand ein Mamn—
iach dem andern, von den ggen Tieren in die Tiefe ge—
ogen, und die See färbte sicht mit ihrem Blute. Ver
dapitän und Anderson mußtean die Masten geklammert,
em grausigen Schicksal ihrer meraden hilflos zusehen,
dach 8 Stunden, als die Seen wenig ruͤhiger geworden
dar, sprang der Kapitän iibeBord, um ans Laad zu
chwenmen, aber schon wenige eter vom Schiff entfernt
exfatzte ihn ein Haifisch und auer verschwand unter den
Weuen. Sechs Tage lang brte Anderfon in Wind und
Weur auf dem Deck des Perkischers zu, die Vorräte
tannn unter Wasser, und deann ült Hunger und
Turst. Am siebenten Tage spig auch er in die See,
jeip Lage war so unerträglich worden, daß Haifischrochen
keine Schrecken mehr für ihn atten. Er versuchte die
quste zu erreichen, aber die Enhrungen der letzten Tage
varen zu groß gewesen, er ver die Besinnung. Als
Anderson wieder zu sich kam, ler auf sandigem Strande,
wrohin eine Welle ihn getragen kte. Fischet nahmen fich
finer an und brachten ihn nachrisbanc.
Saarbrüchen, 27. Dez. Dwaushaltungplan unserer
igen Großstadt für 1911 schlit ab nit einer Ausgabe
12 182 900 Mk. gegen 110 000 MRe. im Vorjahre.
Steuerlötze erhöhen sich geg das Vorjahr nicht, es
den wieder die drei Sätze vo 180 Prozent im St. Jo—
ner Vezirk, 230 Prozent im darbrücker Bezirk und 200
zent im MalstattBurbacher Brkeerhoben. Diese Unter—
de der Einkommensleuerzuschge gitnnden sich auf den
nigungsvertrag der drei Sastädte. An Grund- nud
idesteuern werden 3 v. T. om geschätzten Werte er—
Der gesamte Siruer— un Abgabenertrag der Stadt
f, 3900 100 Mke. geschätzt. dach den Erklärungen der
valtung ist eine Erhöhung deSteuerzuschläge nur durch
weiteste Beschränkung der Eiseletats möglich gewesen,
das Jahr 1912 wird aber ge abermalige Steuerer—
iag ficher in Aussiicht gestelli da in diefen Jahre für
ertanatiation und die Neupfhterung der Straßen und
Errichtung von neuen Volksschigebäuden neun Millionen
nsein würden. Die finanziel Zukunft unserer Groß—
st also, auch wenn man der jůngsten Ratschlag des
räsidenten nach weiser Einschrnkung befolgt, nicht allzu
Der Steuererhöhung um 8 Prozent im vergangenen
yce wird wohl eine weitere um20 bis 30 Prozent im
aähen 1912 folgen.
e sulzbach, 26. Dez. Eine Faf dem Hammersberge
»ende Tienstwohnung der Gube Sulzbach ist als
stwohnung ausrandiert worder da n den Einflüssen

des Abbaues stark ausgesetzt ist. Das Haus wird nicht
bgetragen werden, sondern bleibt zur Beobachtung der
zodensenkungen und Gebirgsbewegungen, die an dem
dause deutlich erkennbar sind, stehen. (Srbr. Volkszztg.)
AAltenwald, 29. Dez. Die vermutliche Gasexplosion
am Hause des Herrn Fahrsteigers Bost ist aller Wahrschein—
ichkeit nach auf einen verbrecherischen Anschlag zurückzu—
ühren. Wie bisher festgestellt wurde, ist eine Tynamit-—
»atrone mittelst Zünder zur Explosion gebracht worden,
denn es zeigte sich eine Höhlung im Boden; auch war ein
Bartenzaun in der Nähe ganz umgeworfen worden. Mit
der näheren Untersuchung der Angelegenheit ist die Staats—
anwaltschaft betraut worden.
Heinitz, 26. Dez. Am Techenschacht 3 wird in Kürze
mit. dem Bau eines neuen Fördermaschinengebäudes begonnen
Nach seiner Fertigstellung gelangt darin eine elektrische
Fördermaschine zur Aufstellung. Auf hiesiger Grubenanlage
gelangt im kommenden Jahre ein dritter wie in der ver—
flossenen Woche zur Aufstellung Auch wird die Slektrizi—
tätszentrale erheblich vergrößert. (Sbr. Volksz.)
Völklingen, 28. Dez. 1000 Mark Bargeld gestohlen
wurden in der Weibhnachtsnacht einer Wirtin in Wehrden.
Währnd die Frau schlief, drangen Diebe bei ihr ein, er—
brachen die Kasse und stahlen aus ihr den oben genannten
hohen Betrag Tie Sicherheitsbehörde stellte sofort Re—
cherchen an und soll einer der Einbrecher bereits in Bölk—
lingen dingfest gemacht worden sein. (Sbr. Lokalanzeiger.)
Wellesweiler, 27. Dez. Eine Kuh der Witwe Erns.
Eckert hier hatte seit eiuigen Tagen keine Freßlust mehr,
nan sah, daß der Kuh etwas fehlte. Der Tierarzt konsta—
ierte Fremdkörper. Frau Eckert ließ nun die Kuh schlachten
ie hatte bei sich: 33 Nägel und Drahtstücke, 834 Steiné
n Walnußgröße und stärker, ferner einige Plomben, Teil
von Sicherheitsnadeln, einige Schuhnägel, föichieferstücke
einen Deckel von eiuer Blechdose usw.
Elversberg, 27. Dez. In großes Leid wurde hier die
Familie des Bergmanns Christian Eich versetzt Der als
Matrose zu seinen Angehörigen anf Weihnachtsurlaub ein—
zetroffene einzige Sohn, der freiwillig zur Marine eingetreten
war, erkrankte an Lungenentzündung, die Samstag dem Le—
ben des hoffnungsvollen Sohnes im Alter von 19 Jahren
ein frühes Ziel setzte. Die Beerdigung des Seemanns fand
am gestrigen Nachmittag unter militärischen Ehren auf dem
evangelischen Friedhofe hierselbst statt.
Elversberg, 26. Tez. Die Arbeiten zur Erlangung
einer Babnverbindung mit den Saarstädten schreiten rüstig
voran. Die Firma Bergmann, Elektrizitätsunternehmungen,
Aktien-Gesellschaft, Berlin, hat sich bereits bei der König—
lichen Regierung um die Genehmigung zur Anlage einen
einmeterspurigen elektrischen Kleinbahn von Sulzbach—
Altenwald nach St. Ingdert beworben. Es ist beabsichtigt
diese Bahn ohne größeren Umweg und weniger Gelände—
chwierigkeiten von St. Ingbert bis nach Elversborg und
veiter bis nach Grube Heinitz (Konfumverein oder Inspek—
tionsgebäude) zu führen. Ursprünglich follte die Linie
auf etwa drei Kilometer an Clversberg herankommen Es
ist jedoch in Vorschlag gebracht worden, die Bahn über
Flversberg nach Heinitz (Stichbahn) zu führen, so daß mit
dilfe eines Gleisdreiecks am oberen Ruhbachtal die drei
eplanten Verkehrslinien Heinitz-Elversberg-St. Ingbert
einitze Elversberg⸗ Altenwald und St. Ingbert-Altenwal“
ebildet werden können. (Sulzb. Gener.⸗Anz.)
* Kölu, 28. Dez. (Bei serner VBerhaftung
zJestorben.) Als ein Polizeibeamser einen ßjährigen
finwohner von hier, der steckbrieslich verfolgt wurde, fest
nehmen wollte, brach der alte Mann vor Nufregung zu
sammen. Miaan schickte sofort nach einem Arzt, der jedod
taur den Tod des Verhaiteten seststel'en konn'e.
* Dortinund, 28. Dez. Zum Bankkrach.) Wäh—
lend früher die Absicht bestand, die samlichen Verfehlun—
zen, welche bei der Niederdeutschen Bantkt und deren Grün—
zungen begangen sind, in einem einzigen Verfahren zu—
Aburteilung zu bringen, hat man sich nenerdings ent
chlofssen, die vorgelommenen Depotunterschlaaungen, even
uell auch die Vorgänge bei der Grendung der Franksfur
ter Gummiwerte durch die Lunnener Bank von dem gro—
ßen, allgemeinen Versahren abzutrennen und diese Sachen
n einem Verfahren vielleicht schon im Februar n. J. ?2u
rledigen. Die Voruntersuchung in diesen Sachen ist be
nndet, so daß die Staatsanwaltschaft und die Beschluß
ammer demnächst zu entscheiden haben werden, ob di
depotunterschlagungen dem Schwurgericht oder der Straf
immer zur Aburteilung zu überweisen sind. Vorher wirt
Nm einem Gefängnisse zugeführt werden, in welchem sich
ine Krankenabteilung befindet, da sein körperliches Befin
en ein schlechtes ist. Die Nachprüfung der Bilanzen de
diederdeutschen Bantkt aus den letzten zehn Jahren, die
zutwirruug der Vorgänge bei der Gründung der Tochter
zegeschaften ersorbert viet Zeit und Mühe. Dem schon
ruher genantten Gutachter Direktor August Schröder in
Dortmund sind die Bankiers Dyrensfurth und Nelke in
Verun beigeseilt worden, die beiden letzteren gehen al—
desonders hervorragende Sachverstönddige in Banktargele
jenheiten. Aus Antrag der Familie Ohms ist dem vier—
zenarzt Dr. Voß in Vüsseldorf gestattet worden, Ohm zu
»obachten; vom Gericht ist hiermit der Nervenarzt Dr
Lonimi in Dortnmund betraut.
* Mülheim a. d. Ruhr, 28. Dez. Gochwasser.
Die RNuhr führt Hochwasser. Insolgedessen mußten die
Arbeiten der Wehrverlegung eingestellt werden. Das Wa
er steht berelts in den Ruhranlagen. Der Strom führr
Baumstamme, Sträucher usw. mit sich.
*Trier. 28 Dez. Messerhelden.) In Esch und
Differdingen kam es zwischen italienischen Arzeitern zr
brutalen RMe“'serstechereien, in deren Verlaufj zwei Werso
en getötet warden.
* Karlsruhe, 28. Dezbr. (Das französisch
Vieh.) Das bisher in den städt'schen Schlach hof einge
führte Vieh zeichnet sich, wie eine Preßnotiz der Stadt
zerwalteng hervorhebt, nicht nur durch vorzügliche Qua
ität und zute Mästung, sondern auch durch den qguter
esundheitszussand aus. Seit der Einsuhr des französi
chen Vlehes ist die Beansiandungsziffer wegen Tuberkulose
anz erhebrich zurückgegangen. Staust'sch ist festgestel't, daß
inter dem einheinrniichen Vieh etwa 50 Prozent mehr wmu—
erlkulose Tiere sich befsinden als unser dem aus Frankreich
tanimenden.
* Karlsruhe, 28. Dez. Bolkszählungs-Er—
ebunifse.) Nach dem vorläufigen Ergebnis der Vo'ks—
ählung vom 1. Dejember wurden sfür das Großherzogium
ßaden 2140 605 orsanwese de Peisoren ermittelt geger
010728 am 1. Dezember 1905, das ist eine Zunahme
im rund 130 000 Personen. deh. 6.46 PRrszent geger
40 000 gleich 7,6 Prozent für das Jahrfünst 1900 -05
In acht Amtsbezirken, Bonndorf, St. Vlasien, Breisach
Staufen, Schönau, Eppingen, Adelsheim und Werthein
hat d'e Bevölker na insgesamt um reichlich 1000 Personen
acgenommen. Alie übrigen Bezirke weisen eine Zunahm—
auf. Am geringsten ist sie im Betirk Engen mit 20 Ver
onen, am arößten imm Bezirk Mannheim mit nahe;zu 30 600
RPersonen, wie überhaupt der Zu vachs am itärkiten in der
Bezirten mit großen Städten und starker Industrie ist
Die Bersöltcrungszahl der zehn der Stüdteordnung unter
stehenden Stadte beträgt nach der vorläufigen Feststellung
692 030 Personen. Das sind nahezu 30 Prozent der Be
völklerung des Landes. An der Spitze steht Mannheim
mit reichlich 193 000 Einwohnern. Dann folgt Karlstuhe—
nit rund 134 000 GEinwohnern. Von den Städten unte
00 000 Einwohnern hat Singen am Hohentwiel seine Be
öllerung in 20 Habren fait vervierfacht.
Züdingen, 2.6 Vor einigen Tagen brachte
io d2eitungen eine eyitteilung unter der Spißmarf

„Milchpantscherei“, welche nach den eingezogenen Erkund—
gungen etwas eingehender besprochen zu werden verdient.
58 kommt öfters vor, daß gewissenlose Milchhöndler der
Milch Wasser zusetzen, um dadurch einen höheren Gewinn
zu erzielen. Soweit diese Milch für Kinder, insbesondere
ür Säuglinge, verwendet wird, hat sie so gut wie gar
keinen Nährwert. Wird stark gewässerte Milch als regel—
mäßige Kindernahrung verabreicht, dann tritt bei diesen
KRindern Unterernährung ein und die Folge davon sind
Krankheiten verschiedenster Art, welche nicht sekten zum
Tode führen. Die Eltern wissen dafür oft keine Erklärung
ibzugeben, daß ihr Liebling trotz gewissenhafter Pflegeé
ind scheinbar guter Ernährung nicht gedeihen will und
mmer mehr und mehr dem Siechtum verfällt, um dan
ndlich durch Ableben von seinen Qualen befreit zu werden
die Ursache davon ist, wie oben angeführt, „Unterernähr—
ing“ infolge regelmäßigen Genusses der gepantschten
Milch. Einen solchen Fall der krassesten Art haben wir
zier zu verzeichnen. Seit Jahr und Tag verkaufte die
Witwe Jakob Hoffmann von hier Milch an Wiederver.
käufer, die, wie die Untersuchung ergeben hat, nicht mehr
als Milch bezeichnet werden kann, denn die zur Untersuch—
ing gelangte Milch hatte über 80 Prozent Wasser und 20
Prozent waren Milch. Die Untersuchung ist eingeleitet
und werden wir später über das aerichtliche Ergebnis
»erichten.
Dambach (Kriis Schlettstadt), 26. Vez. Eine Fabrik
zur Herstellnng von Briketts ans Sägemehl wird demnächst
ihren Betrieb hier eröffnen. Das Verfahren der Herfstel—
ung ist ganz neu und von dem Erbauer der Fabrik selbsi
»örfunden Das Geheimnis liegt in dem Bindemittel, das
ugleich die Sägemehlmasse zusammenhält, und zum Bren—
ien geeignet macht. Dem nenen Heizmittel, welches in
»erschiedenen Ländern zum Patent angemeldet ist, werden
ine Reihe Vorzüge zugeschrieben, die es zu einem vor—
eilhaften Ersatz der Kohlenbriketts werden lassen. Vor
illem färbt es nicht ab, der Brand ist angenehm und ge—
uchlos wie beim Holz auch, die Brenndauer und Heizkraft
st die gleiche

Neueste Nachrichten und Telegramme.
Oberstein, 27. Dez. Das Fürstentum Birkenfeld hat
nach? der Volkszählung eine Gesamteinwohnerzahl von
54450 gegen 46 484 im Jahre 190.
Trier, 27. Dez. Durch Zusammenstoß eines Rangier—
zuges mit einem Packwagen im Diedenhofer Bahnhof wurde
der Zuaführer Humgert getötet.
Offenbach, 28. Dez. Ein 16jähriger Kaufmannslehr—
ling hat heute Mittagelt. Frk. G. A. seinen um 2 Jahre
älteren Kollegen erschossen. Ob eine Fahrlässigkeit vorliegt,
konnte noch nicht ermittelt werden.
Kurhaven, 28. Dez. Der hier eingetroffene Fischer—
dampfer Senator Mummssen hat am 19. Dezember bei 58
Grad 39 Minuten nördlicher Breite, O Grad 458 Minuten
östlicher Länge einen grauen Ueberzieher aufgefischt. In
den Taschen befanden sich neben andern kleineren Gegen—
ständen zwei weiße Taschentücher gezeichnet O. L. Es unter—
liegt keinem Zweifel, daß diese Gegenstände dem Leutnant
Otto Lange, dem Führer des verunalückten Ballons Saar,
zehört haben.
Berlin, 29. Dez. Der einem alten schottischen Adels—
zgeschlecht entstammende 40jährige Graf Douglas, der früher
ein großes Vermögen besaß, das aber durch Spekulation
und Hingabe an Erpresser, in deren Händen sich der Graf
hefand, schließlich in nichts zusammenfiel. hat sich gestern
nergiftet.
Insterburg 27. Dez. Der 19 Jahre alte Arbeiter
Schuno hat die 17jährige Tochter des städt. Wächters David,
nit der er ein Liebesverhältnis unterhalten hatte, erschossen.
Darauf verübte er Selbstmord.
Rom, 29. Dez. Bei der Audienz, die Prinz Max von
Zachsen gestern beim Papst hatte, konnte der Prinz seine
zroße innere Bewegung kaum meistern. Er warf sich dem
Lapste zu Füßen, um den heiligen Pantoffel zu küssen
ind bat mit bewegten Worten um Verzeihung wegen des
Schmerzes, den er dem heiligen Vater bereitet hatte. Dieser
hob den Prinz gütigst auf, versicherte ihn seiner unverän—
derten herzlichen Liebe und lobte seine demütige Folge—
leistung und Priestertreue, die schnell die unbedachten Worte
des Artikels wieder vergessen machen würden. Dann er—
kundigte sich der Papst nach dem Befinden der königlichen
Familie. Prinz Max depeschierte seinem Bruder sofort den
zlücklichen Ausgang der Audienz. Er reiste heute nach
Freiburg ab.
Madrid, 28. Dez. Aus Teneriffa werden fürchterliche
Unwetter und schwere Ueberschwemmungen an den kanar—
ischen Inseln gemeldet. Die Gomera-Insel wurde beson—
ders schwer heimgesucht. Viele Häuser stürzten ein und
25 Personen, meist Kinder kamen ums Leben. Auch in
der Nähe von Bilbao ging ein heftiges Hagelwetter, das
von einem Orkan degleitet war, nieder. Zwei Flußschiffe
sanken. Die Bemannnng wurde gerettet.
Paris, 29. Dez. Vom Negus Menelik sind als Ge—
chenke für den Präsidenten Fallices ein Löwe, ein Zebra
ind eine, Giraffe mit dem Dampfer „Natal“ gestern in Mar—
eille eingetroffen. Der Präsident erklärte, die Tiere dem
Pariser Zoologischen Garten übergeben zu wollen.
London, 29. Dez. Bezüglich der Katastrophe von Bol—
ton sind gestern mehrere Zeugen, meist Frauen und Ange—
zörige von Opfern der Katastrophe, verhört worden. Ihre
Aussagen sollen dazu dienen, eine strenge Untersuchung übe:
zie Verantwortlichen überzuführen.
Petersburg, 29. Dez. Die Oktoberfraktion beschloß
eine Interpeillation über die AUusweifung von 41
Russen aus Oesterreich einzubringen.
Petersburg, 29. Dez. In allen Ressorts werden
Umfragen veranstaltet über Beamte, welche die sinnische
oder schwedische Sprache beherrschen, offenbar zu den
Zweck, im Bedarfsfalle nach Finnland russische Beamte z
rntsenden.
Teheran, 29. Dez. Minister des Aeußern Kuli Char
demissionierte infolge heftiger Angriffe des Parlaments
Auch der Kriegstminister wurde stark kritisiert.. Man er
wartet den Rücktrittt des gesamten Kabinetts.
New-NYork, 29. Dez. Nach einer Meldung des „He
rald“ sandte San Domingo in dem Grenzstreit en
Ultimatum an Haiti, in dem es die Zurückzietzeng
der Truppen von der Grenze fordert, nachdem der haina
nische General Ferd'nand angeblich mehrere San Domin
goer erschießen ließ. Ferdinand wird angeblich aurückbe
cufen, die Aufregung ist groß.
Johannesburg, 29. Dez. Während den Feiertager
jaben im Randminengebiet verschiedene Kämpfe mi
Singeborenen stattgefunden. In New-Kleinfontein griffen
die Eingeborenen die Polizei mit Assegats an, worau'
zie Letzteren von ihren Schußwaffen Gebrauch machter
ind drei Eingeborene töteten. In Otydcepmine fand ein
zeftiger Kampf statt, wobei drei Eingeborene getötet und
iele verwundet wurden. In Langlaagtemine wurden e—
kingeborene getötet.
Argra, 28. Dez. Der Kronprinz äußerte, nachdem er
eine Besuche in den Eingeborenenstaaten beendet hatte, den
vursch, bei den Weiterreise von offiziellen Empfänger
ußer etwa in den Kalkutta, abzusehen. Bereits hier er
Aate der Empfana in den einfachsten Formen. Der Kronyrin«

erschien in zivil und wurde vom Leutnat-Gouverneur Hewelt
mpfangen. Den Wagen eskortierte eine Schwadron Roval
Dragoons. Der Kronprinz besuchte gleich nach seiner An—
kunit das Fort mit den allen Mogulpalafsten; er wird den
Aufenthalt in Agra dazu benutzen, um die zahlreichen hiesigen
geschichtlichen Denkmäler kennen zu lecnen.
Windhuk, 28. Dez. Die vierte Kompagnie der Schutztruppe
 rückt von Windhuk zur Unterstützung der beim Bahn—
au Windhuk-Karibib beschäftigten sechsten Kompagnie aus
Diese Strecke soll bis 1. April fertig sein
—7 *
Cäcilien-VUerein.
Am Samstag, deu 31. Dezember abends 8! /3 Uhr fin
det im Vereinslokale Ww. Riedschy eine
mustkalische gelangliche theatralische
Abend Unterhaltung
mit darauffolgendem Tanze statt, wozu die verehrten Mit—
glieder nebst ihren unselbständigen Angehsörigen freundlichst
eingeladen sind.

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Karneval Verein 101
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eute abend Seinhalb Uhr?
Versammlung.

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Telephon Nr. 69.

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