Aus aller Welt.
Prozetz Meyer-Kwilecki. Für die am 23. Februa'
1. J. vor dem Reichsgericht stattfindende Verhandlung ir
oer Klagesache der Stationsaufsehersfrau Ceclie Meyer ge
gen den Grafen Kwilecki wegen Herausgabe des kleiner
Grafen Josef Kwilecki hat das Reichsgericht der Meye
das Arnenrecht bewilligt und ihr den Geheimen Justizra
Dr. Erytroyel in Leipzig als Anwalt be geordnet
Mord und Selbstmord? Im Lichtensteiner Stadt
wald schoß der Soidat Neef vom 139. Infanterie-Re—
ziment in Plauen auf die in den dre ßiger Jahren sie—
hende Frau eines Bergarbeiters aus Gersdorf namens
Leichsenrirg und dann auf sich. Der Soldat, der bei der
Frau wohnte, unterhielt ein Liebesverhaälimis mit ihr, das
der Mann in Ersahrung brachte. Die Fraus war soforr
lot, der Soldat ist lebensgesährtich verrent und werdenz
Gur asonstazarett in Planen geßracht, wo er aussagre,
daß die Tat im Einverständnis mit Frau Loschseariug ge
schehen sei.
Panik in der Kirche. Wahrend des Hochamtes in
—D Decke
ein Stück des Gesinises auun, flürzte in das Rirchenssni .
ohne jedoch Jemanden zuntressen. Trordem eit and un—
ter den Kerchenbesuchern eine Patuik und alles drangte nach
den Ausgängen. Schließlich gelang es acer ein gen Bec—
sonnenen, die Ruhe soweit wieder herzuste en, daß de
—D daß
ernstliche Verlerungen zu verzeichsen waren.
Verhafteter Mörder. Ume dim Ve dacht des Dop—
velmordes an den Eheleuten Hirschi in Veen wund:e der
21jährige Zementarbeiter Niederhäuser verha tet. Er wunde
überführt, die Nacht vor dem Verbrechen n de: Weh— a
Hirschis verbracht zu haben. Bei ihm wurdze eine
mit dent Namen der Frau Hieschi und Schmusdsach—
gefunden.
Schiffssunglück. Aus Ant verpen wird berichtet: Der
—
er Scheldemündung vor Anker liegenden Dampfer „Bal—
ie“. Letztierer wurde so schwer beschäd'gt, daß er in we—
aigen Minuten sank. 6 Mann der Besatzung, d'e in ihren
Rajüten schliefen, sind umgekommen, die übrigen konnen
ich retten und wurden an Bord des „Finnsand“ aufge—
nommen. Ueber die Urfa he des Zusammenstoßes ist
tioch nichts bekannt. Es herrschte weder Sturm noch Ne
»el und an Bord des „Finnland“ hatte vorher der Fluß—
Bilot seinen Dienst aufgenommen. Drei Maͤnn der Be—
atzung des „Baltic“ konnten sich nur mit einem Hemd
„ekleidet, retten. Die Reeder des „Finnland“ hatten dem
dapitän befohlen, nach Southanpton zu dampfen und
dort ins Trockendock zu gehen. Der Umfang der Beschä—
digungen des „Finnland“ ist noch nicht bekannt.
Neues Unterseeboot. In Toulon wurden Versache
mit einem Unierseeboot unternommen, das einen'“ neuen
Motor besitzt, der sowohl an der Meeresoberfläche wie un—
er Wasser benutzt werden kann. Der Motor beruht auf
iner Erfindung eines Marine Genieofsiziers, der einen
dessel erfunden haben soll, her bei der Fahrt an der
Reoeresoberfläche Wärme akkumuliert, die dann unter Was
er den Motor betreibt. Die Versuche sollen ein günstiget
tes tat ergeben haben.
Ein angebliches Komplott. Nach einer Meldung
es „Paris Journal“ aus Rom en deckte die Polizei einen
Plan eines von der Kammer vordereiteten grofzügigen
do lottes, welches die Befresung von 39 Führern der
Beigung bezweckte, die sich gegenwärtig in Prävent'v—
jaft befinden. Dieses Komplost sollte ausgeführt werden
ele gentlich der Ueberführung der Verhafteten von Nea—
e! nach Witerba, wo ihnen der Prozeßz gemacht werden
sollte. Die Polizei weigert sich, Aufklärung über den
Fall zu geben und hat die umfsasendsten Mahregeln ge—
roffan, Zwischenfälle zu verhindern.
om Zuge erfafßzt. Wie aus Nogeint gemeldet wird,
ist mit 9 Personen besester Wagen beim Vahnüber—
a voßn EKhateaudan von einem Zuge erfaßt und völlig
orden. 6 Personen wurden getötet, die drei
N'e Gesellschaft wollte zu einer Tau-—Baumlichtern
Augen er
die Ker—
Flecki
eiti⸗
nd
So wird es gemacht? „mrrer wislkommen und,
—
es sien da un ie bese vad prateichste Art der Zuberei
tung von Fleisch, Fieh, Genitte ober gar um die Herstell
uig un hrarer Toisetsemtttel und -miticschen, die alt
Spairen haus icher Zorgensatten üver Nacht verwischen un!
nie wieder zum Vorscheln blommen ldassen, oder ob es en
Rezept ist zum Fleckreinigen, Möbelpolieren cder — ach
wenn es nur ein soiches gäbe! — um ein Rezept, wie
man es anzusieilen hat, um immer bei Nasse zu sein, kurz—
um ein jedes gutes, prattisches und vor allem ein erprob—
les und wärmstens anempfohlenes Rezept wird immer ni
Freude und dankbarem Gemüt getesen und notiert, und da
sich an die er Tatiache nichts ritteln und destenn läßt, so
sei hier ein ungemein praktisches Rezept wiedergegeben,
dessen Schöpferin zur Zeit, als sie es einer Standesgenos
in wärmstens anempfabl, weil es ebenso ungeniein prat
tisch ist, gewiß nicht ahnte, daß ihre Worte von Ohren
Jehört wurden, fär die sie nicht bestimmt waren, und dai
die Besißerin dieser Ohren dicies geheime Rezept, das
eines gewissen Humors nicht entbehrt, in der enalische—
Frauen eitschrisit „The Gentle Woman“ preisgegeben hat
—s handet sich, wie wir dem „Neuen Wiener Tageblatt
enenehmen, um ein Rezept für eingemachte Früchtz unt
autet in der getꝛienen Wledergabe der Worte des kochen
den d'enstzaren Geibes wie folgt: „Zuerst muß man hali
das Obst pflücken, wie's kommt. Wenn a paar Stengel
und Blatterln mit einilorimen ins Kompott, was liegt
»enn d'ran? Ve'm pflüden und ausklauben ißt ma so veel
i3 miag dann. Zusfer abwiegen is gar minee, te
u v'et Rreit: Ria wiren han au eter din aueter
nehr oder a binert weniger, auf das konimt'snit au. 8AUuns
leißg unirihren beim fochen. Es wird nachhtzer freillch
msschaun wie a Marmetad anstalt an Dunstobst und die
ynidige kann das nit lesden, aber das macht nix; was
libt das sonst für an Arbeit beim Ahwaschen, wann's
inbrennt! Kocht die G'schicht, nacher nimmt ma's gesch
veg vom Feuer und schütt das ganze Zeug, wie's is, in
ie größte Glasschüssel, dze ma dawischt zum Auskuhl'r
ind gut is. Wann die Schüssel springt? Ah, was liegt
a weiter dran⸗ G'hört's denn unser eins?“ — Man siehi,
nif diefe Weise kann man mühelos und rasch Kompoti
gerste!len
———
Humoristische Ecke.
*zZeitgemäß. „Wenn ich wieder auf d' Welt
'onini', werd' ich ein Aff', Da ist man doch gleich auf
enent Baum drob'n, wenn so ein Automobil komemnt.“
*Glücklicher Umstand. „Besommst Du viel
Schlaäge, Marl?“ — „Nein. Mein Vater ist beim Anti
lärmvere'n. Wenn er mich schlägt, dann brülle ich derart,
daß er sofort aufhört.“
*Schlechte,s Beispiel. Bauer (zum störriger
Gaul): „Wart', i' vertreib' dir deine Automobil Mucken.
*Genanu. Revisor: „Da fordert der Mechaniker Fröschl
für Visitation des Blitzableiters sieben Mark, und zwar
jür das Hinaufsteigen auf das Bergdrrektionsgebäude zwei
Mark, für die Visitation drei Mark und für das Herab—
jteigen zwei Mark. Lebtzterer Betrag wird gesteichen: dann
wenn auch das Aufsteigen und Visitieren im Interesse des
Staates geschah, so war doch das Herabsieigen lad eg ick
Privatinteresse des Mechanikersz.“
Bürger⸗ und Lebenskunde in den landlichen Fort
bildungsschulen.
In einer neuen ministeriellen Verfügung über der
Unterricht in der Bürger- und Lebenskurdenn den länd
ichen Fortbildungsschülen heißt es der „Post“ zufolge:
Die Bürgerlunde hat den Schüler an der Hand der
Ersche'nungen in der Heimat aufzuklären über die Ver
hältnisse und Bedingungen des kirchlichen, kommunalen unz
staatlichen Verwaltungslebens. (Familie, Gemeinde, Kreis,
Provenz, Staat. Reich 2c.). Dabei ist darauf zu achten,
daß der angehende Staatsbürger- seine wichtigsten Pflich
ten und Rechte kennen lerne, mehr aber noch darauf, daß
er die bestehenden Einrichtungen und Organisalionen als
solche erkennt, die die menschliche Gesellschaft sich zum Wohl
ihrer einzelnen Glieder geschafsen hat, so daß der junge
Mensch innerlich in die Gemesnschaft hineinwächst. Es is
deshalb dringend zu empsehlen, den Unterricht in der
Bürgerlunde mit geschichtlichen Rückblicken zu durchsetzen.
Auh selbhständige Geschichtsbetrachtungen im Anschluß an
o erlaudische c5e vage können sehr gut in diesen Unter—
den. Ferner wird darauf hinge—
niẽ wirtschafrlichem
* im Veroing⸗
Ueberfalene Matrosen. Die Landungs-Mannschaf
des nigischen Kreuzers „Hyazinthe“, die sich auf einer Waf
en udg befsand, wurde bei Dibai am persischen Golf von.
Lingethorenen überfallen. Von der englischen Mannjchaf.
vurzen 4 getötet und 9 verwundet. Einer wird vermi't
Abgelehntes Aerztehonorar. Prof. Bier, der nach
dem Tode Prof. Bergmanns zum Leibarzt des türkischen
ẽrsultans ernannt wurde, hat vor einiger Zeit an die
ürlische Regierung seine Honorarforderung von 160 000
Nar! gerichtet. Die Forderung ist vom Gericht in Konstan⸗
inope“ abgelehnt worden.
Eisenbahnräuber. Ein kühner Ueberfall wurde n
einem Missiuri-Pacifie-Zug in der Nähe von Cansas City
erübt. Dort beraubte ein maskierter Räuber hundert Rei⸗—
ende. Er hielt alle mit einem Revolver in Schach und
erwundete einen Hauptmann, der Widerstand versuchte.
Borher hatie er das Alarm-Signal unbrauchbar gemach⸗
und dadurch jeden Alarm verhindert.“ Der Raͤuber verlief
unbehindert den Zug. Starke Vatrouillen mit Bluthun
den sind hinter ihm her.
Dynamit-GErplosion. Aus Los Angelos kommt die
Meldung, daß die großen metallurgischen Werke durch eine
dynamit-Erplosion vollständig zerstört worden sind. Dic
Ursache der Erplosion konnte bisher nicht festgestellt wer—
den. Wie es heißt, handelt es sich um ein Attentat, da
n letzter Zeit unter den Arbeitern Gärung besteht.
die Diamantengewinnung der Erde.
Da seit den bekannten Funden in Deutsch⸗-Südwestaf
ita auch Deutschland an der Diamantenindustrie beteil!g
st, gewinnen die Mitteilungen, die F. A. Brown in der
Neuauflage se nes Buches „The diamond mines o0 the
vorld“ über die Gesamtprodultion an Diamanten auf der
Erde gibt, auch für uns besonderes Interesse, obwohl die
ür frühere Zeiten angegebenen Zahlen nur auf unsicheren
Schatzungen beruhen, bei denen Fehler im Betrage von
dieleir Millionen Mark so gut wie gewiß sind.
Bis zum Jahre 1727 n dem die ersten brasiliani
schen Diamanten gefunden den, kam als einzige nen—
nenswerte Fundstätte eigen! nur Ostind en in Betracht,
das der Welt bis zur Gegenart 11 Millionen Karat im
Werte von 370 Millionen Mark geliefert hat. Aus Bra
ilien, dessen Produktion in neuerer Zeit sehr zurügegan
zen ist, wurden im Laufe der letzten 180 Jahre rund 13
Millionen Karat im Werte von 460 Mil. M. auf den
Markt gebracht. Was im Ural, in Victoria und in Neu—
jüdwales und Nord-Karolina an Diamanten gesrnden
wird, ist für den Markt völlig belanglos, dagegen hat die
bisher unerforschte Rieseninsel Borneo aus den wenigen,
dort bergniünnisch betriehenen Fundstäͤtten bisher uͤber
6009 000 Karat im Werte von rund 20 Million n Mar!
reliefert.
Weit überirossen wird aber diese Gesamtausbeute gets
sämtlichen, schon seit langer Zeit betriebenen Diamene. d⸗
stätten von Südatrika, obg'eich desen Reichtum an dem
kostaren, glisernden, kristalisserlen Kohlenstoff erst e
vbierzig Jahren bekannt und der intenive Abbau ds da—
mantenreichen blue ground von noch v'el üngerent Ta um
st. Allein die ven Cecil Rhodes gearündete De Beeres
Consolidated Mines Compann hat durch viele Jahre einé
durchschnittliche Jshresprod ien von 99 bis 100 Ao
nen Mark cçebabt, während die gesamte Diamantenzus—
beute in Sübdairika bis zum Schlu des Zahres 1409
ich auf 78 Mitlionen Karat im ngefähren Wert von 2
Mi liarden Mart belßuft, wobei selbstverständlich nicht der
Wert bezw. der Verkaufspreis der geschliffenen Ede!steine
im Nleinhandel, sondern der Wert in Rechnung gefsellt
ist. den die Rohedelstesne für die Minenbesther haben. Be—
tanntlich würden die Diamanten einen verwüstenden
Preissturz erleiden, wenn die ausbeutenden Gesellschaften
alle ihnen gehörenden Fundstättien in ensiv bearbeleten.
Dies ist jedoch keineswegs der Fall, vielmehr hallen de
zier in Betracht kommenden Gesellschaften ausgedehnt«
Diamantfelder geschlossen, um eine Ueberproduktion zu ver
jindern, die den heute zwischen 30 und 40 Mark pro Ka
at schwankenden Preis sehr herabdrücken würde.
Setzt man die heute im Privatbesitz und auf dem
Weltmarkt befindlichen Diamantenvorräte auf 110 Micig,
nen Karat an (1 Karat beträgt 205 Milligramm), so er—
gibt eine einfache Rechnung, daß diese glänzenden. den
angeheueren Wert von 3 bis' 4 Milliarden Mark repraͤsen⸗
tierenden Edelstenschätze das bescheidene Gewicht von nur
22550 Kilogramm besitzen, also bequem in zwei großen
Sisenbahngüterwagen zu transportieren sein winden. Nicht
herücksichtigt sind hierbe; allerdings die unschätzzaren Dia⸗
Süriten und aeren
Die erste Funkentelegraphiftin
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OG, ETrSte Schiffs- —
leotanislid qune b, —
Fräulein Grayne!la VRaker asßs me in Flo
ida ist die erste Dame, die au ernen Dampfer als Fun
entelegraphistin angestelt ist. Frl. Packer fährt auf den
Dampfer „Mohawtk“, der zwischen New-PVorkt, Charl ston
und Jacksonville verkehrt. Sie ist 22 Jahr alt, sehr sym
pathisch und hübsch, und will ihren Verdlenst benutzen, un
ich für die Oper auszubilden. Sie traͤgt die kleidsam
— Dampfergesell
chaft erwartet wohl nicht mit Unrecht, daß die männlichen
Passagiere sehr gute Kunden sein werden und die Anstelb
uns einer Dame sich also auch als gites Geschäft erwei
sen wird
Die größte Druckypresse der Welt.
Amerika, das Land der unbegrenzun Möglchleisen
ind der höchsten Superlative marschiert in Relen Dingen,
namentlich auch auf dem Gebiete des Zetungswesens an
der Spitze. „Time is money“, das alte NYankee-Wort, hat
bei der Presse natürlich besondere Geltung, und d'e
Schrel igkeiisrelorde, die namen lich von New-Yortker mit
hren Nachrichtenwesen aufgestellt werden, sind weltbe—
annt; gibt es doch in New-PYork eine Zeitung, die al'e
wei Stunden erscheint. Welcher Apparat hierbei zur Ver—
vendung kommt, davon gibt unsere beistehende Illustra—
ion. „die größte Zeitungspresse der Wel“ ein anschau
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