str. 296. Dienstag. den 27. Dezemver 18910.
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Posischliehfach Nr. 14.
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deder Abonment ist mit 500 Migegen Tod durch unfall bei der
d —0D 0 20 spätestens aber in
Tie englischen Spione.
Die Oeffentlichteit, in der sich der großte Teil der Ge
cichtsverhandlung gegen die Engländer Trench un'
Brandon vollzog, hat dem übelwollenden Teile der eng
ischen Presse jede Möglichkeit zu verhetzender Ausbeutuncç
des Urtells genommen. Schon das, was aller Welt be
kanntgegeben wurde, ist so ernser Art, stellt eine für der
Ernstfall so gefährliche Auskundschaftung dar, daß di
Engländer, auch ganz abgesehen von ihren eigenen be
züglichen drakonischen Strafbestimmungen, das Urteil in
horliegenden Falle sogar unerwartet milde finden.
Das überale „Daily Chroncle“ sagt: „Wenn ausläm
ische Offiziere von unseren Gerichtshöfen wegen derselber
Lergehen verurteilt würden, würden sie den schwersten Stra
sen verfallen.“ Das Blatt zieht den Fall Helm herarn
und steilt fest, 1. daß das Gericht von Winchester die An
sage wegen beabsichtigter Mitteilungen militärischer Ge
heimnisse an eine fremde Reglerung fallen gelassen habe
2. daß der Charakter der erlangten Informationen und
bie Art deren Erlangung im Falle Helm osfsenbar weni
ger gravierend waren.
Das Blatt ka: dann aber we'ter nicht an der Frage
‚orbei, was mit der gefährlichen Ausspionserung jener
Zunkte, die für eine englische Landung an deuischen Kü—
ten in Betracht kommen, bezveckt worden sei. De Ant
wort, die es gibt, ist unbefriedigend; es sagt, es se
bensowenig richtig, darauf zu schließben, daß Ergland
pläne gegen Deutschland hege, well englische Offizlere in
Betreff Borkums nengierig waten, 1s daß Deutschland
eindliche Absichten gegen England hoze, weil der deuische
Generalstab Studien und Versuche er die schnellste Art
der Einschifsungen anstellt. Nein, mit Verlaub, da ist
doch ein wesentlicher Un erschied. Die Engländer treffen
feindselige Vorbereitungen in unserem Lande gegen uns,
während die Deutschen derchaus nichts dergleichen gegen
ͤngland tun, wenn sie Einschiffungsmansver vornehmen.
Die „Daily News“ erklärt, da die Episode von Bor—
um nicht die geringste Beziehung zur Polilik und mit dem
zuten Willen und den freundschaftlichen Absichten der bei—
oen Regierungen nicht das mindeste zu tun habe, werde
sie den Fortschritt der Entwickelung der Beziehungen zwi—
schen Deutschland und England nicht beeinslussen. Wir
unserseits wollen das gewiß auch hoffen, aber daß Deu sch—
land sehr vorsichtig sen muß und die beiden Spione mit
ihren gefährlichen Kenntnissen nicht allzu schnell ihren Auf—⸗
traggebern zurückschiclen darf, wird wohl ein allgemein
aus der Verhandlung g'ezogener Schluß sein.
Die konfervalive „Morning Post“ ist ungehalten dar—
über, daß die Gerichtsverhandlung — öffenllich gewelen
sei; so habe das deutsche Volt Kenntnis von dem großen
Umfang der Spionierungsarbeit der Engländer bekommen.
Das sonderbare Blatt schreibt: Es wäre sehr zu bellagen,
wenn der gegenwärtige Fall zu einer Vermehtung des
Argwohns und der Mißstimmung Deutschlands gegen Eng—
land führen sollte. In Anbetracht dieser Möglichkeit ist
es zu bedauern, daß die deutschen Behörden dem Verfah
ren eine so große Oeffentlichkeit gegeben haben und *
Aeußerungen gefallen sind, die geeignet sind, die
iche Meinung aufzuregen
—
Mit zwei Beilagen: Nelamæn
Sonntaꝗsdlatt und heitere Zlätter. 80 4 pro paltige Petitzelle.
— 3
Nedaͤktion, Drucktkund Verlag von J Unserkeller Dudweiler. Bei Jahres⸗Abonnement „ochster Aabatt.
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nberger Lebenseversicherungebauk in Nürnberg versichert. Jeder Unfall ist binnen einer Woche nach Eintritt der Nürnberzer Lebensversicherungs-Band anizeigen, auch muß sich der Verletzte innerhalb e4 Stunden nack dem Unsall in ärztliche Behandlung begeben. Todisfälle müssen 84
t Eunden nach dem Eintritt zur Anmeldnna gebracht werden. Ueber die Borausfsevung der Verficherung geben die Berii Derun spedin guugent Aitfschü.h, die- von Vertae vder von der Nürnderzer Tebensversicherungs-Bant zu dezieden sind. — —— o v
Die 10 Mark, die er mir als Schwesgegeld gav, waren
ruuch die ersten und letzten, die 19 Mark bekam er vom
Schicksal vergolten, deun gleich auf dem Fu“e folgte der
edlen Handlung eine Aufbesserung von 10 000 M. Ich
nache Ihnen als hoher Bariton, dem ersten Tenor der
Welt, keine Kon urrenz, doch ich möchte meine Stimme nicht
einrosten lassen. Bin ich so schon 47 Tahre alt. Von mir
st eine Probesiinameaufnahme gemacht worden. Ich bin
ein Sänger von Veruf, aber habe einen schönen, gefühl—
zollen Vortrag, auch noch immer Erfolg gehabt beim Sin
gen vor dem Publikum. Auch ist meine Stimme von ei—
ier unglaublichen Stärke, so daß ich vorhabe, am Niaga,
afalle ein Wetisingen mit ihnen zu veranstalicn. Das wär
ine Idee, die Hunderttausende von Menschen nach den
Wasserfalle ziehen würde, und die uns fast eine Mi lion
Nark Nutzen brächte. Wir teilen den Gewinn. Bitte un
zesällige Antwort. Andernfalls bestimmen Sie einen Ort
vo wir das Wettsingen austragen wollen. Sie kommer
ia doch einmal nach München. Verzeihen Sie meine keck
Tat, aber es blieb mir sonst kein Mittel, mir einen Na—
nen zu machen. Und Ihnen schadet es amRuhme nichts
m Gegenteil, man spricht wieder von Ihnen. Also wenn
Zie den Mut besitzen, ich besitze ihn, Sie zu einem Wett
ingen zu fordern.“ Knote hatte nicht den Mut, aber vor
»en 10 Mark Schweigegeld kann ich nicht leben, die es
nir vor Jahren gab. 2. Und einen Erpresser will ich
richt machen. Also tun Sie, was Sie wollen. Aber wir
önnten Geld, viel Geld machen, wenn wir Wettsinge!
»eranstalteten; die Gelegenheit lassen Sie sich nicht ent
zehen. Berühmte Sänger von Namen fordern Sie nicht
aus Angst um ihren Ruhm, und Unbekannte haben nich
den Mut, es zu tun. Deshalb finden Sie keinen Gegner
Nun finden Sie endlich einen. Ich habe Sie noch nich
»ersönlich gehört, doch Ihre Stimme im Phonograph. Aben
ich habe auch meine Summe schon im Phonographen ge—
jört, sie ist ebenbürtig. Wenn ich auch kein Tenor bin
o bin doch ein Caruso-Bariton. Ich schließe mit einem
ZSängergruß. W. Fl.. München. Nachschriftt In den
‚Neuesten Nachrichten“ stand über Ihren Sang in Nürn
berg, Sie hätten eleganter, Knote aber hätte doch schöner
gesungen als Sie. Also sehen Sie, daß es schon etwas
ist, wenn solch ein gottbegnadeter Sänger, wie Herr Knot«
einer ist, mich fürchtet. Ich sei, gewährt mir die Bit'e
in eurer Mitte der Dritte. Mit Gruß. Bitte gefl. bald'oe
Antwort. W. Fl., Dichter und Volkssänger.“ — Und
Laruso überlegt sich's wirklich noch, in den edlen Wettstrei
rinzutreten. Wenn auch nicht mit der Stimme, so wird
er doch mindestens mit den 10 Mer des Herru—
eine so große Rolle spielen, ẽ
Mark zum ersten, zweiten
stiagara wird nicht —
etzt übrigens ip
iotwendiger —*7
Die physiologische Bedeutzing des Eiweißes in der
Ernährung hat sich eigentlich erst in den letzten Jahren
n einweindfreier Form gekllärt, und aus der Vergangen—
heit ist noch vielfach eine Ueberschätzung des Eiweißes
»orhanden, der die heutige Wissenschaft ablehnend gegen—
ibersteht Als Hauptträger der Eiweifernährung ist nun
»em Laienpublikum stets das Fleisch berannt gewesen,
und so haben wir heute einen Fleischtonsum, der weit
über die Berechtigung hinausgeht, und vor allem in den
ärmeren Kreisen als eine nicht immer notwendige Bedast—
ung des Tagesbudgets bezeichnet werden muß. Ja, so—
gar direkter Schaden entsteht auf diese Weise. Da wir
nehr und mehr uns in den Städten zusammendrängen
ind dadurch zum Bewegungsmangel verurteilt werden,
ührt eine zu reichliche Fleischmahlzeit zu An'ammlungen
»on Stoffen im Blute, die für die Gesundheit verhäng
tispoll werden können und außer den eigentlichen Stoff
wvechsellrankheiten sehr wahrscheinlich auch für die mi—
stecht so gefürchtete und in der Gegenwart besonders häu—
ig beobachtete Verdickung der Gefäßwände verantwortlich
‚u machen sind. Ganz abgesehben von der Fleischteuerung
st daher schon vom ge'undheitlichen Standrdunkt aus zu
ordern, daß der Fleisch'onsum an und für sich sin't, und
daß unser Bedarf an Eiweiß nebven dem pflanzlichen Ei—
veiß im Brot und den Hülsenfrüchten auch durch das Ei—
veiß im Ei und vor allem das Milcheiweiß (Käse) und
richt allein durch Fleischeiweiß gedeckt wird.
Damit wird allerdings — so meinen die Blätter für
Lolksgesundheitspflege (Berlin) — der Kochkunst eine
teue Au'gabe gestellt: denn es ist zweifellos viel leichter,
die notwendige Schmackhaftigkeit und Abwechselung in un
eren Gerichten mit Hilse des Fleisches zu erreichen als
ohne dasselbe. Aber unter dem Druck der gesundheitli
hen und wirtschaftlichen Forderunz muß und wird es ge
ingen, unsere Kochkunst in dieser Richtung zu ergänzen,
ind wenn sich unsere Frauen ernsthaft bemühen, auch ohne
Fleisch aromatisch duftende und wohlschmeckende Speisen
erzustellen, so wird dadurch sehr wesentlich dazu beige—
ragen werden, daß die Ueberschätzung des Fleisches mehr
ind mehr zurückorh⸗
ischen Armee tritt Major Binhof vom preußi
chen Kriegsministerium, der zu diesem Zweck eben zur
D'sposition gesellt werden ist, in türkische Dienste über
* In das Zentralschiedsgericht für dad
Baugewerbe, wesches bei dem letzten Lohnkamp
oere'neart worden ist. sind berufen worden Geheimrar
Wiedfeldt, Magistratsrkat WölbingVerlin und
Oberregie ungsrat Ma y-München. Sämtliche Herren ha—
den sich zur Uebernahme des Am'tes bereit erllärt und wer
den im Januar ihre Tätigkeit beginnen.
Oesterreich⸗Ungarn.
*Am Promotionstag verkündete der Reltor,
zaß die mathematisch-naturwissenschaftliche Falustät der
Aniversität Klausenburg Kaiser Wil—
delm zum Ehrendoktor ernannt habe. Der Rek—
or wies darauf hin, daß Kaiser Wilhelm für die Wissen—
chaft und die Gemeinbildung hervorragendes Interesse,
Wohlwollen und Opferwilligkeit bewiesen habe und stets
hr Vorkämpfer und Protektor gewesen sei. Auch hätten
nicht nur politische Beweggründe, sondern auch Men
schenliebe den Kaiser geleitet, als er vor zwei Jah
en einen blutigen Krieg von Oesterreich-Ung arns Grenzer
ibwenden half. Der Rektor betonte zum Schluß Kaiser
Wishelms Gefühl der Bundesfreundschaft, Hochschätunq
ind Anhänglichkeit an Oesterreich-⸗Ungarn und dessen
serrscher
Portugai.
xDie Regierung arbeitete einen Entwurf des neuen
Bßerfassungsgesetzes aus. Die Absicht, dem
Präsidenten ein größeres Maß von Vollmachten zu
geben, scheint aufgegeben zu sein. Die Republik wird
parlamentarischen Charatter tragen und die Re—
gierung das Gleichgewicht zwischen Legislative und
Sxekutive zur Grundlage haben. Der Präsident we
von der gesetgebenden gree auf fünf Jaf
wählt, seine Machtbefugenifse önnen 3
for“ αα ch * —— ———
4*
2
Eine Herausforderung e—
Während seines letzten Aufenthe
‚er Mettopolitan-⸗Oper ersuhr der berüh
zeraussorderung ganz ienern Art
ines anderen Teilnehmers *der
ungen ienseits des Tert?* veröff
enes Nachrichten“ »DOrief
eraus sorder —
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