Full text : Dudweiler Zeitung

Aus West⸗ und Süd⸗Deutschland.
* öln, 21. Vez. Bom Bau der Hohenzol
ern brücke.) Am Dienstag wurde doer letzte Bogen
zer gewaltigen Eisenkonstruktion geschsossen. An dem 160
Meter weit gespannen Bogen ist in der letzten Zeit mi
erhöhtem Eifer gearbeitet worden, in den frühen Morgen—
stunden und bei Anbruch der Abenddämmerung wurde di
Baustelle durch elektrische Bogenlampen erhellt, um dee
Arbeiten auch bei diesen Tageszeiten durchfühten zu kön
nen. Es ist auch bereits mit der Vernielung begonner
worden. Zu Beginn des Jahres war die neue Straßen
brücke im Bau; im Mai konnte die Uebergabe erfolgen
Als sich die Umleitung des Straßenverkehrs von ver al
ten, als Straßenbrücke provisorisch benützten Eisenbahn
brücke auf die neue Brücke vollzegen hatte, wurde mit
dem Abbruch der alten Eisenbahnbrücke begonnen. Zu
Ende Januar des kommenden Jahres wird die Eisen—
konstrultion der Brücke in allen ihren Teilen fertiggestelll
sein. auch die Absenhung des großen Mittelbogens um
1.50 Meter auf seine endgil igen Lager wird sich bis da
hin vollzogen haben. Zurzeit ist man mit dem Abbruck
des stromabgelegenen Turmaufbaues des linksseitigen
Strompfeilers in veränderter Form beschäftigt. Der alt
rechtsseitige Strompfeiler wird zurzeit abgebrochen; er rag
tur noch etwa zwei Meter aus dem Wasser empor.
* Holten. 21. Dez. (Feuer auf dem Flug
Rla tz.) In einem Schuppen auf dem Flugplatz des West
deutschen Flugseglervereins ist die Flugmaschine eines Bo
humer Aviatikers ein Raub des Feuers geworden. Der
Besitzer wollie den Apparat ausbessern, wobei eine Lampe
amfiel und erplodierte. Der etwa 30 Liter Benzin ent
haltende Behälter der Maschine fing Feuer und im Augen
oblick war der Apparat vernichtet. In einem nebenanlie
genden Schuppen waren noch fünf Flugmaschinen unter
gebracht, die aber von den Flammen verschont blieben
Der Besitzer der verbrannten Maschine trug bei den Lösch
arbeiten erhebliche Brandwunden davon.
* Hagen, 21. Dez. (Das „Kränzchen der Bahn
abonnevten“.) Den Höhepunkt auf dem Gebiete des
Vereinswesens hat man in Schwelm erreicht. „Wo dre
Deutsche zusammen sind, da gründen sie einen Verein“, sag
nan; und nicht mit Unrecht, denn auf diesem Gebiete ha
ven wir schon allerhand geleistet. Das Originellste haber
ich aber die Schwelmer Abonnenten der Eisenbahn er
zacht, welche täglich nach Barmen⸗Elberfeld oder Gevels—
erg, Haspe, Hagen fahren müssen. Sie veranstalteten im
Kheinifchen Hofe ein Kränzchen der Bahnabonnenten“ un
lehe da: alle, alle kamen. Auf der Bühne hatte man in
zrigineller Weise den Schwelmer Bahnhof mit seinen Bahn
seigen und den Richtungsmerkmalen dargestellt. Am Auf
jang zur Bühne prangte in großen Lettern auf Lein
vand: „Uemmer da Kaaten vörzeigen.“ Auch hatte mar
sen Oberabonnenten“ als Portier zum Zugabrufen ange
jellt. Wenn hierdurch schon sofort „Gemütlichkeit in di
eister“ gebracht wurde, so waren auch die das Programm.
allenden Nummern davon getragen. Auf die Veranstab
ung gemünzte Couplets und Lieder kamen zum Vor
rag, dazwischen brachten Musikstücke angenehne Abwech
elung. Der provisorische Vorsitzende legte in längere
ßauke den „Zweck“ der Veranstaltung dar, durch die man
nerster Linie dem Vergnügungsmangel (7) in Schweln
bhelfen wolle. Auch müsse den Abonnenten ein gewisses
Solidaritãtsgefühl“ beigebracht werden. Sein Hoch gal
er neuen Veranstaltung und den weiteren. Dem „Ka
ellmeister“ glaubte man zum Schluß auch einen Vorbeer
ranz überreichen zu müssen. M
*Elberfeld, 21. Dez. EEnt mündigungs⸗Pro
e ß.) In dem Entmündigungs-Prozeß gegen den Grafen
zünther von der Schulenburg beschloß d'e Zivilkamme
iach einstündiger Beratung, das Obergutachten des Medi
mal⸗· Koilegiums zu Koblenz einzuholen. Der Name de
mimündigten Grasen war seinerzeit mehrfach genann
borden in dem viel erörterten Prozeß des Fürsten Bülow
jegen den Schrisisteller Brandt
* Dortmund, 21. Dez. (Ius Herrenhaus ge—
vählt.) Anstelle des verstorbenen Geheimrats Dr
Zchmieding wurde vom Magistratskollegium Oberbuͤrger⸗
neister Dr. Eichhoff einstimmig ins Herrenhaus gewählt.
»Hildesheim, 21. Dez. (Gin Pistolenduell
wischen Sektundanern) Zwei 16iährige Sekun—
aner des Gymnasiums fochten ein Pisto'enduell aus, weil
zeide dasselbe junge Mädchen liebten. Beide Duellanten
ind verletzt; einer erhielt einen Streiischuß am Kopf, der
indere einen Schuß in die Brust.
— —— —
Aus aller Welt
Der Name Moabit soll von den Schildern der Ber—
ner Straßenbahn und Omnibusse verschwinden, weil die
em Namen ein schlechter Rufj anhaftet. Ein Grundbe—
tzerverein hat eine dementsprechende Eingabe eingereicht
Aufgehcabener Spieler-Klub. In der Friedrichstraß
5in Berlin wurde der seit dem 13. November dort po
AReldete Kluh Roval von der Poseai t

Maule und Klauenseuche. Unter dem Vieh estand
n Erfurt st abermals die Maul- und Klauenseuche aus—
ebrochen Erfurt, Ilversgehofen und ein Teil dis Land
reises bi den das Sperrgebiet.
Einbrecher und Mörder. In der Nacht dranger
diebe in die Wohnung des Getreidehäudlers Adler ir
Zabianice bei Breslau ein, um zu stehlen. Als Ad'er
ind seine Frau erwachten und um Hilse schrieen, wurder
ie von den Einbrechern mit einer eisernen Brechstange er—
chlagen. Die Mörder raubten Schmucksachen und bares
Beld und entkamen im Dunsel der Nacht.
Affäre Wolfi⸗Metternich. Die Gräfin Valentin—
Metternich wird die Ehescheidungsklage gegen ihren Gatien
einreichen. Sie wartet nur noch das Ende seines Prozes—
ses ab. Als Grund gibt sie das brutale Benehmen an,
das ihr Gatte ihr gegenüber in den letzten Tagen zur
Schau trägt. Er klagt immer, daß ihm niemand in seiner
rostlosen Situation beistehe, obwohl sie ihren ganzen
Schmuck versetzte und alle Hilfsquellen in Anspruch ge—
nommen habe, um die 50000 Kronen für die Kaution
aufzubringen. Die Auslieferung des Grafen nach Berlin
ist verschoben worden, soll iedoch noch vor Neujahr er—
olgen.
Von einer Lawine überrascht. Aus Innsbrud
wird berichtet: Nächst Landro wurde eine Skipatrouille des
36. Infanterie-Regiments von einer Lawine überrascht.
Der Offizier ist gerettet, 6 Mann sind verschüttet und viel
eicht tot. Eine Rettungsaktion ist cingeleitet.
Flieger⸗Unfall. Im Aerodrom von Chartres stürzie
der Aviatiker Foin mit einem Bleriot-Eindecker währent
eines Prüfungsfluges ab, den er um das Piloten Diplom
unternommen hatie. Der Apparat ging vollständig im
Trümmer. Der Aviatiker brach einen Arm und erlitt eine
Gehirnerschütterung.
Seeschiffe mit Motorantrieb. Wie aus Amster—
dam berichtet wird, fand dort dieser Tage die Probefahr
des neuen seetüchtigen Tankdampfers „Vulkanus“ statt; d'
Bezeichnung Tankdampfer ift eigentlich unzutrefferd, dem
der „Vulkanus“ ist das erste seetüchtige Schiff der Welt
welches als Antriebsmaschine einen Dieselmotor beasitzt, de
500 Pferdekraͤfte leiste. Der „Vulkanus“ ist ein 1000
Tonnenschiff, 196 englische Fuß lang. 37 englische Fuf
breit und hat bei voller Ladung einen Tiefgang von 11
Fuß 3 Zoll. Er ist für Rechnung der Konsnklichen Neder
sandschen Maatschappij tot Erploitatie van Petroleumbren
nen in Niederländisch-Indien erbaut worden. Bekanntlick
hat auch die Hamburg-Amerika-Linie ein Frachtschiff vor
8000 Tonnen bei Blohm u. Voß in Auftrag gegeben, das
benfalls nur mit Dieselmotoren ausgerüstet sein wird
Für die Schiffbauindustrie sind diese Neubauten ebenso wi
ür die Petroleumindustrie ein Ereignis von weittragend
ter Bedeutung.
Gerüsteinsturz. Beim Neubau der Mathilde Escher
Ztiftung in Zürich ereignee sich darch den Einsturz e ne
Berüstes ein schweres Bauunglück. Das nach einer neun
donsiruktion ausgeführte Gerüst war einer Belastungsprob
zurch 1300 Ziegel und 14 Personen unterzogen worden
Vährend das Gerüst mit der darauf befindrichen Grupp—
„hotographisch aufgenommen wurde, stürzte es plötzlich
jusammen und begrub die Menschen unter sich. Zwei Per
sonen wurden tödl'ch, fünf schwer verlezt.
Bergwerkskatastrophe. Das „Evening Chronicle“
meldet aus Manchester: In der Kohlengrube des Hilton
bergwerks in Bolion sind 290 Arbeiter eingeschlossen da
ourch, daß sich die Förderschalen in den Schacht einklemm
ten. Die Luftzufuhr ist behindert. Es wird eine schwer
datastrophe besürchtet. Bisher wurde ein Arbeiter gerettet,
Die Pest. Die Pest greift in Charbin weiter um
ich, da sowohl die chinesischen als die russischen Sani
täismaßnahmen durchaus ungenügend seien. Die Peters
zurger Sanitätskommission befürwortet im Hinblick auf
Pestfälle in Batum und Baku sofortige Maßnahmen zu
statienvernichuung in der Residenz. Die Kommission be
ont. daß die Pest in Petersburg infolge des durchau—
insanitären Zustandes der Stadt zurchtbare vehee ungn
mrichten würde.
Wahlausschreislungen. In dem Orte Galacz fan—
en die Richierwahlen statt. Die Rumänen verlangten die
kdandidierung rumänischen Aufswieglers Komsa. Das ru—
nanische Volt stürntte das Gemeindehaus, brach desser
kür ein und dränge vier Gendarmen in den Hof. Einewm
son ihnen wurden die Waffen aus den Haänden gerissen
ud die anderen damit überfallen. Die bedrohsen Gen—
armen gaben mehrlere Schüsse ab, worauf die Angreiser
avonliesen. Fin Rumäne wurde getötet, 5 verwundet.
Der Amtsschimmel. Der Malermeister Franz Bin⸗
er erhielt den ehrenden Auftrag, die Türen der hohen
Ztatthalterei in X. neu anzustreichen. Gewissenhaft kam
rdiesem Auflrage nach und legte kurze Zeit darauf die
dechnung im Betrage von 60 Kronen vor. Wer beschreibt
rin Erstaunen, als er nach zwei Wochen — siatt des er
offten Geldes — von der Rechnungskanzlei den Aufira
rhält, die Rechnung neuerdings, in zwei Teile getrenn
raieen dies erschien dem ehrsamen Anstreicher unver
verdies fürchtete, m 77
7 0

Die gelbe Gefahr zur See. Als der Norddeutsche
loyd seinerzeit beschloß, auf einigen seiner Linien chene.
ische Heizer und Kohlenzieher zu beschäftigen, wurde e
»eshalb von der Arbeiterpresse scharf angegriffen. Der
Lloyd wehrte sich, indem er menschenfreundliche Gründ
zorschützte. Man könne den Weißen die Tätigkeit in det
Maschinenrãumen auf der Fahrt in d'e Tropengegender
nicht zumuten. In den Kreisen der Arbeiterschaft machte
diese Erklärung wenig Eindruck. Man witterte eine her—
rufziehende Gesabr. Mit wie viel Berechtiguna. lehren
jetzt Bekundungen des Londoner Boaud Trade über
das rasche Umsichgreisen geiber Arbe ceuf englischen
Schifsen. Mehr als zwanzig Swiffahr!?geseirschaften ver⸗
ichern übereinstimmend, daß uen die Beschäf igung chi
iesischer Seeleute beim einzelnen noch etwas tenrer zu stehen
omme als die weißer Mannschaft. Der Borzug gelber
Arbeit liege in der Wirkung. Ein Schiffseigner nach dem
indern versichern˖· wenn man einmal mit einer chinesischen
seraft für einen bestimmten Vosten einen Versuch ange—
tellt habe. könne einen nichts mehr bewegen, wieder einen
Veißen dahin zu seben. Chinesische Heizer stenern durch
hre besseren Leistungen die Fahrgeschwindigket der Damp—
er, während sie gleichzeiig durch ihre Fried'ertigkeit und
Mäßßigkeit das Leben an Vord angenehmer gestalten. Diese
Beobachtung hat, wie die „Gegenwart“ (Verlag Hillger.
zerlin) schreibt, schon viele Schiffahrtsgesellschaften veran—
aßt, auch an Dec chinesische Mannschaft zu verwenden.
die Kapitäne selbst fordern hierzu auf. Sie klagen über
die Trunksucht und den Ungehorsam eng'ischer Seeleute
iber häufiges Ausreißen und allerhand Scherereien durch
»as Beuggen der Leute in den Hafenstädten. Da schreibt
in —c er befinde sich dauernd in der Zwangslage,
eine Leute schelten und züchtigen zu müssen. Aus alle⸗
zem geht hervor, daß der chinesischen Arbeit auf britischen
zchiffen bei freiem Wetitbewerb die Kraft innewohnt, die
uglische zu verdrängen. Watum also nicht auf deutschen
zchiffen die deutsche Arbeit? Die gelbe Gefahr schwimmt.
Nan wird sich nicht zu verwundern brauchen, wenn der
Rzean sie uns eines Tases ans Vand spült.

2

Humoriftisches.
Den berühmten Heidelberger Juristen K. S. Zachari
zingen einst einige Damen um eine Unterstützung für d'e
leinkinderbewahranstalien an. Zachariä weigerte sid
ber, eiwas zu geben. „Aber, Herr Geheimrat“, dagte de
eine der Damen „Ihr Herr Sohn, der Prosessor, ha
doch auch fünf Kronentaler beigesteuert.“ „Ja, sagte Z3t
charii, „mein Sohn hat auch einen reichen Vater zu be
erben; ich bin aber auf mich allein angewieen“

*
Tom: Zetzt, wo Deine Verlobung zurückgeganger
st, wirst Du wohl Clarissa veranlassen, Dir De ne Brief.
urückzuschicken.“ — George: „Aber natürlich, Sie haber
mich Nachdenten genug gekostet und sind es wohl wert
noch einmal benützt zu werden.

Kungt und Wissenschaft.
Angelo Neumann 7. Einer der bekanntesten deu
chen Bühnenleiter, Angelo Neumann, der Direktor des
deutschen Landestheaters in Prag, ist im Alter von 79
Jahren gestorben. Angelo Neumann, war am 18. Au
zust 1838 in Wien geboren. Er wählte zuerst den kauf.
nännischen Beruf, bisdee * dann zum Sänger aus und

—X
zühner.
is 1875

n
—X

d

Lokales und Vermischtes.
Wetterbericht. Die ozeanische Depression hat den
dochdruck nach dem Kontinent herein geschoben, sodaß
jeute das Maximalgebiet die zentralen Lagen bedeckt. Die
Wetterlage wird daher zunächst günstig bleiben. Nur für
ie Plalz und Norden werden infolge der westlichen De—
pression Störungen eintreten.
Voraussichtliche Witteruag: Süden heiter, Norden leichte
Störungen.
Cs hat den Anschein, als ob wir doch noch Weihnachts⸗
wetter zu erwarten hätten, etwas kälter ist es schon geworden.
deute früh 7 Uhr stand das Thermometer auf dem Ge—
rierpuntt — 0O Grad.
Gedenket der Armen! Mit Macht rüstet man sich
zum Felte der Liebe. Nur noch wenige Tage, und Freude
und Jubel erfüllt die Herzen und Häuser der Menschen.
Aber nicht aller Herzen nehmen an diesem allgemeinen
Festtrubel teil. Manche Hütte, manches einsame Stüochen
wird ohne Tannenduft und Kerzenschein sein, statt Jauch—
zen wird es Tränen bergen. Wer könnte sie alle aufzählen,
die menschlichen Sorgen und Leiden, die vielen kein Weih⸗
nachtsfest gönnen wollen. Die Armen werden in dieser
Zeit doppelt ihrer Vernachlässigung vom Schicksal bewußt.
Die einen stehen mit begehrlichen Blicken an den prächtig
gFekorierten Schaufenstern, von deren Herrlichkeit sie keinen
Deut kaufen können, andere schreiten hastig daran vorüber,
um nicht erst die Sehnsucht zu wecken nach Dingen, die
zür sie nicht sind. Die Verbitterung legt manchem einen
isernen Panzer ums Herz. Und ihr, denen ein gütiges
Geschick ein fröhliches, vielleicht gar reiches Weihnachten
gewährt, seht ihr diese Armen nicht? CEuch ward der
Schlüssel zu ihren vergrämten und verbitterten Herzen: die
Freude! Gebt von euern großen oder kleinen Gütern, je
nach seinen Verhältnissen, gebt mit liebenden Händen und
freundlichen Worten, — und die festverschlossenen Herzen
der Armen tun sich auf und jubeln euch entgegen. Wenn
ihr auch freilich nicht alle Not beseitigen könnt, so vermögt
ihr sie doch durch Wort und Tat zu lindern, vermögt den
Armen eine Weihnachtsfreude zu bereiten, die ihnen ihre
Armut erleichtert und wenigstens eine zeitlang vergessen
zilft. Darum geht nicht kalt vorüber, ihr Wohlhabenden
ind Reichen, sondern laßt auch die Armen fühlen, daß
Weihnachten ein Fest der Liebe ist!
Eine wertvolle Geige. Der Geigenvirtuose Jan
zubelik GBerlin, kaufte in England um den Preis von
300 Pfd. Sterling oder 120 000 Mk. die schönste Stradi⸗
barius⸗Ge'ge der Welt, bekannt unter dem Namen Em—
heror, welche im Ton sogar den berühmten Messias
Perbietet. Die Geige lag 100 Jahre unberührt n IAn
Sammlung. Man verlangte ursprünglich 10000 Ppid.
Sterling für sie.
Saarbrüchen, 21 Dez. Ein schwerer Unfall ereignete
sich gestern abend in der Vorstadtstraße. Ein bei einer
St. Johanner Großschlächterei beschäftigter junger Bursche
fuhr in ziemlich scharfem Temps auf einem Fahrrad durch
die Vorsiadtstraße. Plotzlich rutschte das Mad infolge der
Nässe und der Bursche flürzte, sich noch überschlagend, mit
solcher Wucht zu Boden, daß er bewußtlos liegen blieb.
er fiel direkt an einen ankommenden Straßenbahnwagen.
in dort wohnendes Vorstandsmitglied der. sreiwilligen
Zanilaͤlskolonne und ein anderer Herr sprangen schnell
hinzu, rissen den Schwerveletzten von den Schienen und
irugen ihn in ein Haus, wo ihm bis zur Ankunft des
Arzies ein Notverband angelegt wurde. Erst nach längerer
Zeit konnte er nach Hause geschafst werden. Das Rad
war stark beschaͤdigt. Erbr. Volksztg).
Von der Heydt, 20. Dez. Berghauptmam— Bauer
aus Vonn stattete heute dem hiesigen Werke einen Besuch
ab. Heute Vormittag fuhr er in Begleitung des Berg⸗
assefsors Maiborn auf Amelungschacht 2 ein und besichtigte
die in Abteilung Amelung seit kurzem in Betrieb befind—
richen führerlosen Lokomotiven (sogenannten ‚Bergochsen“).
garlingen, 19. Dez. Die Koksbfen auf Schacht 6
ind jetzt in Tätigkeit gesetzt worden. An Schacht 8 Kar—
ingen, das schon seit 1876 außer Betrieb gesetzt war und
ganz unter Wasser stand, wurden vor einigen Monaten
ieder Reparaturen vorgenommen. Es wurde von Schacht
6 her ein Querschlag durchgetrieben und das Wasser abge⸗
zogen. Es sitzen noch sehr gnte Kohlenflöze dort. Vor⸗
läufig soll der reparierte Schacht aber nur füür Wetter⸗
führung benutzt werden. Am 18. November 1875 wurde
an diefem Schacht die Fördermaschine defekt, die Brems⸗
, rierie nicht mehr. Es war gerade bei
nmtsamt dem Jöder⸗
zen dabei
            
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