Full text : Dudweiler Zeitung

Lokales und Vermischtes.
Vom Wetter. Gestern und Samstag hatten wir ar
dauernd Regenwetter, und zwar war der Witterungscharak—
er als einfach scheußlich zu bezeichnen. Heute früh herrscht
Trockenheit, auch ist es etwas kälter. Das Thermometer
verzeichnete um 7 Uhr 4 Grad über Null.
Der Beamtengesangverein Glückauf der Grube Dud—
veiler hat gelegentlich einer am Samstag in der Menag
abgehaltenen gemütlichen Zusammenkunft seinem langjäh—
rigen Kassierer Herrn Kal. Steiger Kiefer einen Sessel ver—
Hre.

Konzert. Wie alljährlich, veranstaltet auch dieses Jahr
die Bergkapelle Dudweiler am 1. Weihnachtstage ein In—
strumental-Konzert. Wir weisen schon jetzt auf diese Ver—
anstaltung hin mit dem Bemerkten, daß das Programm
ein sehr reichhaltiges und auserwähltes sein wird. Wir
wverden auf dieses noch zurückkommen.
hersonalnachrichten. Der Fahrsteiger Schmidt II.
es Steinkohlenbergwerks Camphansen tritt vom J. April
1911 ab in den Ruhesiand. — Der Steiger Jakob Schneider IIl
des Bergwerks König tritt vom 1. Januar 1911 ab in
den Ruhestand. — Der Steiger Karl Herrmann ist im
Tausche mit Steiger Friedrich Mathias 2. von dem Berg—
werke Gerhard nach dem Bergwerke König vom 1. Januar
1911 ab versetzt worden. — Der Kanzleidiätar Karl
Möller ist vom 1. Jannar 1911 zum Kanzlisten des Berg⸗
werks Köniag ernannt worden.
Vom Rheinisch-Westfälischen Kohlensyndikat. Die
»ekanntlich schon im Oktnber d. J. begonnenen Verhand—
iungen wegen der Verlängerung bezw. Erneuerung des
Verlrages des Kohlensyndikats stoßen schon jetzt auf große
Schwierigkeiten. Der K. V. 3. wird mitgeteilt, daß die
Vertreter der reinen Kohlzechen die Forderung erheben, den
hüttenzechen solle höhere Einschränkung auf den nicht zum
Selstverbrauch gelangenden Teil der Gewinnung von
Kohlen und Koks auferlegt werden, als den ührigen Mit—
gliedern des Syndikats. Sie begründen diese Forderung
mit der ungünstigeren Stellung, welche nach dem heutigen
Vertrage die reinen Kohlenbergwerke den Hüttenzechen
gegenüber entnehmen, und welche die Hauptsache ihrer
Mißstimmung bildet. Die Vertreter der Hüttenzechen da—
gegen erheben gegen diese Förderung Einspruch und machen
den Berbleib der von ihnen vertretenen Zechengruppe im
Syndikat vom Fallenlassen dieser Forderung abhängig.
B. Jägersfreuder Sängervereinigung. Ein langer—
ehnter Wuͤnsch hiesiger Sänger scheint nun endlich in
Erfüllung zu gehen. Man will nämlich die drei Gesang—
vereine vereinen. Obwohl ja viele Sänger dafür sind, ver⸗
galten sich auch andere ablehnend dazu. So steht zwar
der Vereinigung zweier Nachbarsvereine nicht mehr viel
»n Wege. Inbezug auf den Gesang, sowie auf die Ge—
elligkeit wäre das ein großer Fortschritt, und es wäre des—
Jalb wünschenswert, falls endlich diese Vereinigaung in Ein—
racht zustande käme.
x. Fischbach, 19. Dez. Auf der Bahnstation der
zrube Camphausen fiel am Samstag nachmittag die Ehe—
rau des Händlers Lander so unglücklich aus dem von
Zaarbrücken einfahrenden Personenzuge, daß ihr ein Beir
zanz abgefahren und das andere, schwer verletzt wurde
sach Anlegung eines Notverbandes wurde die Unglückliche
ndas neue Knappschaftslazarett verbracht, woselbst sie in
er folgenden Nacht ihren schweren Verletzungen erlegen
st. Ob die Frau durch eigene Fahrlässigkeit den Unglücks—
all herbeigeführt hat, oder ob die Schuld eines Dritten
rorliegt, konnte noch nicht festgestellt werden.
Neunkirchen, 16. Dez. Heute früh verunglückte der
63, Jahre alte Hüttenarbeiter Jakob Spaniol von
Schiffweiler auf der Koksofenanlage des Neunkircher Eisen—
werks tödlich, indem er von der Druckmaschine an die
Koksofengruppe gedrückt wurde. Anscheinend hatte S. sich
als er der Maschine vorauseilen sollte, um einen Durch
gang zu bewachen, an die Koksofengruppe gestellt, um sich
zu wärmen oder zu trocknen, wobei er von der Maschine
überholt und gedrückt wurde. Ganz wird der Vorfall nich
aufgeklärt werden können, da Augenzeugen nicht vorhan—
den sind.
Wemmetsweiler, 16. Dez. Der um halb 9 Uhr hier
rintreffende Arbeiterzug mußte gestern abend infolge Ma—
schinendefektes auf offener Strecke zwischen Wustweiler und
Illingen halten. Nachdem von Neunkirchen eine Reserve—
naschine eingetroffen war, konnte der Zug seine Fahr
tfortsetzen; er traf mit beinahe einstündiger Verspätung ir
Wemmetsweiler ein.
5t. Wendel, 16. Dez. Die Genehmigung zur Errichtung
rines Lehrerseminars nebst Präparanden-Anstalt hier ist vor
einigen Tagen eingetroffen. Beide Anstalten sollen bereitẽ
am 1. Aprit kommenden Jahres mit je einer Klasse ihre
Semester beginnen. Bis zur Fertigstellung des im kom—
menden Jahre aufzuführenden Neubaues sollen die Unter—
richtsräume im Mittelbau des Hospitals untergebrach
verden. Ob der Staat oder die Stadt die Kosten der Neu—
inrichtung trägt, wird in nächster Zeit entschieden werden.
Niederlinxweiler, 16. Dez. In der Nacht zum 10.
ieses Monats wurde hier in die Meggerei Karl Rech ein—
gebrochen und Fleisch- und Wurstwaren im Werte von 170
»is 180 Mark gestohlen. Man vermutet, daß mehrere Die—
be beteiligt sind. Diese waren durch das Oberlicht der
hintertüre eingedrungen, nachdem sie vorher das Glas aus—
geschnitten hatten Der sofort herbei geholte Polizeihund aus
Zaarbrücken nahm keine Mitterung und versagte vollständig
Trier, 17. Dez. In Bettingen im Kreise Saarlouis
vurde in der vergangenen Nacht in der dortigen katholi⸗
schen Kirch eingebrochen und die Monstranz mit der kon—
ekrierten Hostie gestohlen, ebenso das Ziborium, aus dem
die konsekrierten Hostien ausgeschüttet worden waren.
Trier, 17. Dez. Auf der Bahnbaustrecke Gerolstein—
»illesheim⸗Adenau ist bei Ahütte ein Bauzug entgleist.
in Bremser, der von einem Wagen herobfiel, wurde
etõtei.
Trier, 16. Dez. Zum zweiten Male haite sich die 27—
ahrige Anna Abel aus Tawern wegen Kindesmordes vor
»em hiesigen Schwurgericht zu verantworten. Im Jahre
1911 wurde sie wegen Kindesmordes zu drei Jahren und
hre Mutter wegen Beihilfe zu vier Jahren Gefängnis ver—
irteilt. Die Argeklagte bat auch dieses Mal ihr neugebornes
dind mit Lumpen so zugedeckt, daß es erstickte. Sie gab
uinter Weinen das Verbrechen zu, bestritt jedoch die Vor—
ätzlichkeit, da sie oor Aufregung nicht gewußt habe, was
ie tun sollte. Die Geschworenen billigten der Kindesmör—
erin auch dieses Mal mildernde Umstände zu, weshalb das
irteil nur auf Gefängnisstrafe von vier Jahren lautete.
Weilburg, 16. Dez. Am Donnerstag abend hat sich
zier in seiner elterlichen Wohnung ein auf Urlaub weilen—
»er Dragoner, der seit dem Herbst d. J. bei dem Magde—
urger Dragoner-Regiment Nr. 6 in Mainz diente,
rschossen. Er fürchtete wegen Urlaubsüberschreitung be—
raft zu werden.
Metz, 16. Dez. Heute mittag schoß der aus Flens—
stammende Unteroffizier Christiensen, der eine 14tägige
»linde Arreststrafe zu verbüßen hatte, sich der Verbüßung
ver entzogen hatte, seiner Geliebten, Nicolei, nachden
»yvorher Lysol getrunken hatte. eine Kuges in der

zopf und tötete sich selbst durch zwei Schüsse in den Kop
mdem Augenblick, als er festgenommen werden sollte
das Möädchen schwebt in Lebensgefahr.
* Köln. 17. Dez. (Fum Schleppmonopol.) Di—
Rheinschiffer hatten seinerzeit eine Bitischrift an den Kai
er gerichtet, in der sie gegen die Einführung des Schlepp
nonopols, nsbesondere gegen seine Verpachtung, Wider
pruch erhoben. Der Minisier der öffentlichen Arbeiten ha
etzt im Einverständnis mit dem Handelsminister dem Ver—
in erklärt, daß die Staatsregierung an der Einführung
des Schleppmonopols festhalte und dem Landtag demnmchi
inen Gesetzentwurf vorlegen werde. Den Rhenschiffern
wird au' das bestinmmteste in Aussicht gestellt, daß ihr
Inicressen gewahrt werden. In Schiffaurtstreisen wirt
hlernach aug nommen, daß die Regerneg von ener Ver
pachaang des Monopols absehen wird.
* Bonu, 17. Dez. (Studentenausschreitun
gen vor Gericht.) Die Studenten-Ausschreitungen
die nach dem Vierbock der Korps am 4. Dezember v. JI
n Rängsdorf veriet worden sind, fanden ein zweites Nach
piel vor der hicsigen Stra kammer. Bekanntüich hat en sich
ie Korps einen Sonderzug der Tampfstadenbahn Bonn
ßodesve g Mehlent für de Rücfahrt bestelslt. Der Zug
»urde ven den Sudenten, die teilweise schwer besru ter
aren, im Sturm genommen. Einige versuchten die Lo
Dno ive abzukoppeln, anzere besetzten die Dampfmaschin
ud belaästigten das Personali, ja, einem Veanitten wurd
ↄRgar die Mütde vom Nopie gesch'agen, andere löschien die
eichler aus, und weiter wurden u. a. 37 Fenstersche ber
n den Wagen zertrümmert. Nur durch die Ausmerksam—
eit der Beamten wurde ein Unglück verhitet. Die Unter—
1hung erstreckte sich anf 56 Studenten, von denin 13 un—
er Anklage gestellt wurden. Das Korps „Palatla“, das
im meisten belastet wurde, ist vom Senat der Univesi ä⸗
ui zwei Semester suspendiert worden. Die Haup'teter
»urden nicht ermittelt; die Beamten sEnnen, da es 5ch
unlel gewesen ist, keinen der Studenten mit Bestimmthei
ls Hatppttäter bezeichnen. In der ersten Verhandlungç
or der hiesigen Straf'ammer am 1. Juni d. Is wur
en drei Studenten wegen Sachbeschädigung und drei we
„en Uebertretung der Regieringspolizeiverordnung fün
dleinbahnen zu Eeldstrafen von 30—580 M. verurtelt; 5
Zuuden en wurden freigesprochen. Gegen die damals nicht
cschienenen Studenten Weill aus Alt-Ruppin und Bau—
iann aus Buenos Aires, sowie gegen den Studenten F
Auester aus Köln, gegen den nachträglich Anklage erho
en worden ist, wurde jetzt verhandelt. Baumann, der sich
n Auslande aufhält, ist zu dem Termin nicht erschienen;
uf Antrag seines Verteidigers wurde aber trodem gegen
zu verhandelt. Der Angeklagte Weill erklärte, daß er sich
uf Einzelheiten nicht mehr erinnern lönne, gab aber zu,
aß er einem Beamten „die Mütze vom Kopf geschlagen
abe., um enen ‚Witz“ zu machen.“ Quester bestritt die
inueage; er hade sich hingelegt und geschsafen. Der An
ehaete Baumann hat bei seiner früheren Vernehmmmg zu
geren daß er während der Fahet auf der Maschene ge
tanden habe, will aber nicht gehört haben, daß die Stu
enten aufgefordert wo den seen, die Maschine verla
en. Das Ur eil lautete gegen Weil auf 50 M., geger
Jausrsann auf 30 M. Geldsttase wegen lebertreting da
deg erungsverordnurg für Kleinbahnen Quester wurde
teigesprochcn.
*DTuisburg, 17. Dez. (Jur Fleischnot.) Heesge
Neßger beabsichtigen den Ankauf dänischen Viehs im Ur—
arungs!ande und die direlte Einsuhr ohre Vermittlung
2s Zwischenhandels. Sie wollen domit versuchen, die
zle schpreise niedriger zu stellen. Man hofft, die dem
Plan noch entgegenstehenden Schwierig'eiten überwinden
u können. Gedacht ist die Sache so, daß das eingeführt
inische Vieh durch eine Verkaufskommission an die be—
eisig en Metzger weiter verkauft wird und zwar zum
Zeibstkostenpreis unter Zuschlag der Transportlkosten.
*Essen, 17. Dez. Opfer der Radbod⸗Kata
bhrophe.) Gestern wurden von den im November 1900
et der großen Schlagwetter-⸗Explosion verunglückten Berg
euten auf Zeche Radbod 10 Leichen gesunden.
*Trier, 17. Dez. (Er drutsch.) Im Wernor'e Ne
erreumel hat ein Erdrutsch 2000 Quadratmeter Wein
eroee vernichtet.
*Offenbach, 17. Dez. (Erschossen.) Erschossen
jat sich der Werkmeister Kolberg, der in einer hiesigen
Fabrik beschaftigt war, in der Käsemühle, einem beliebten
Offsen?acher Ausflugsort. Das Motiv zur Tat ist nock
richt mit Bestimmtheit festgestellt. Doch lassen die beolei
enden Umstinde auf geistige Umnachtung schließen. Kol
ßerg hat im vorigen Jahre viel von sich reden gemach
durch die bekannte Schießaffäre, als er von seiner Woh
ming aus auf das gegenäüberliegende Schilderhaus Schüf
abgab. Rolberg will damals die Schüsse in der Trun
tenheit abgegeben haben.
* Karlsruhe, 17. Dez. (Zum Streilk) Angesicht
der schweren wirtschaftlichen Schädigung, welche bei einen
längeren Stillftand der Geschäste der Pforzheimer Edel
metallindustrie infolge der vor einigen Wochen entstande.
ien Lohnbewegung immer weitere Kreise der erwerbstäti—
gen Bevölkerung bedroht, und im Hinblick auf die großer
Verluste des Mittelstandes durch die Ausfälle beim Weih
rachtsfeste hält es das Ministerium für seine Pfilicht, noch
mals den Versuch zu machen, ob nicht eine Verständigung
derbeigeführt werden könnte.
——

Neueste Nachrichten und Telegramme.
Saarbrücken, 19. Dez. Ueber das Schicksal der In
assen des Ballon „Saar“ ist gestern nachmittag von de
dochseefischerei „Bremerhaven“ folgendes Telegramm ar
ie Vorstände des hiesigen Luftschiffervereins eingetroffen
die Leiche des Leutnants Lange ist in unserm
zischdampfer „Kachburg“ gefunden worden. Die Leiche
durde von der Mannschaft des Dampfers? wieder in die
zee versenkt. Beweise und Briefe folgen!
Berlin, 17. Dez. Im Kurpark in Erkner wurde heute
rüh der Gürtler Albrecht aus Rixdorf und ein Fräulein
8. aus Berlin tot aufgefunden. Beide hattien sichgmit
Blausäure vergiftet. In den Taschen der Lebensmüden
and man Zettel mit ihren Namen und Adressen, jedoch
war ein Grund für den Selbstmord nicht angegeben.
Berlin, 17. Dez. Im Hotel fand heute vormittagseine
Ausschußsitzung der Haupistelle deutscher Arbeitgebervebände
tatt. Den Vorsitz führte Landrat a. D. Rötger. An.Sue
des wegen Krankheit sein Amt niederlegenden Herrenhaus—
mitgliedes Major und Hüttenbesitzers Vopelius-Sulzbach
vurde Herr H. A. Bueck, Mitglied im Direktorium des
Zentralverbandes Deutscher Industrieller, gewählt. An
derrn Vopelius wurde ein herzliches Dankestelegramm für
zie der Haupistelle geleisteten wertvollen Dienste gerichtet
Sodann wurde die Tagesordnung der sich an die Ausschuß
itzung anschließenden Hauptversammlung vorberaten.
Berlin, 17. Dez. Heute hat Prinz August Wilhelm
»on Preußen seine juristischen Studien mit dem Referendar—
kxamen abgeschlossen. Die Prüfungs-Kommission unter
»em Vorsitz des Senatspräsidenten Coimg erteilte dem
ürstlichen Kandidaten nach dreitägigem Examen die Qua—
ität „gut“.
Kurhafen, 18.Dez. Das vorgesterige Sturmwetter hat
erheerend auf der See getobt. In Amrum strandete der
paniscehe Dampfer Urikler la Mend. Er befindet sich in
gefährlicher Lage. Mehrere Schiffe sind mit Havarien hier
eingetroffen.
Straßburg, 19. Dez. Die „Straßburger Post“ stellt
est, daß die Hauptaufgabe des kürzlich verhafteten fran—
ösischen Kapitäns Lurx die Epionage in Elsaß Lothringen
»ar. Sein Aufenthalt in Friedrichshafen aalt den Luft—
hiffen des Grafen ZSeppeli

Düsseldorf, 17. Dez. Die Leitung der Großen Kunstusstellung
 Düsseldorf 1911 erhielt heute aus Bombay die
elegraphische Mitteilung‚daß der Kronprinz das Protektorat
iber diese Ausstellung unternommen hat. Mit der Aus—
tellung wird eine InternationaleAduarell-Ausstellung
»erbunden.
Kiel, 17. Dez. Der Raubmörder August Vasner, der
am 9. Dezember 1909 auf demz Gute Knoop bei Kiel
einen Schlafkollegen, den Tagelöhner Kröger ermordete und
heraubte, um einem auf dem Gute bediensteten Mädchen
Beschenke machen zu könren, wurde heute früh auf dem
Hofe des hiesigen Gerichtsgesäagnisses durch den Scharf—
richter Gruͤbler aus Magdeburg hingerichtet. Ein Gnaden—
gesuch hatte der Kaiser abgelehnt.
Wien, 17. Dez. Laut Blättermerdungen ist es der
Polizei gelungen, eine aus 5 Personen bestehende Ein—
hrecherbande festzunehmen.“ Mehrere der Verhafteten befin—
den sich in den besten Stellungen. Drei sind Reserve Offi—
iere.
Bozen (Tiroh, 16. Dez. Der Leiter eminer weitver—
zweigten Falschmünzerbande, welche besonders österreichische
ind italienische Banknoten fälschte und in Säüdtirol und
m angrenzenden Italien absetzte, wurde in Leifers in der
Perfon eines Rizzoli verhaftet. Weitere Verhaftungen in
Desterreich und Italien stehen beoor.
Brüssel, 19. Dez. Aus allen Teilen des Landes lau—
en Nachrichten über Verheerungen infolgedes vorgestrigen
Sturmes ein. Menschenleben sind nicht umgekommen.
Konstantinopel, 17.. Dez. Die Regierung beschloß
den Ankauf der VTampfer der deutschen Lewante-Linie,
„Stambul“, Galata“, „Pera“ und „Skutari“, ins Auge
zu fassen, für die die deutsche Gesellschaft 240,000 Mark
ür jedes Schiff verlangt, beziehungsweise 200,000 Mark,
venn alle vier Schiffe zusammen abgenommen werden.

Bekanntmachung.
Dem Fuhrknecht Karl Schmitz zu Dudweiler, St. Ingberftstr.
Nr. 6, ist am 16. dss. Mts. ein Hund zugelaufen. Der—
selbe kann gegen Erstattung der entstadenen Futterkosten bei
dem p. Schmitz abgeholt werden.
Dudweiler, den 17. Dezember 1910.
Die Polizeiverwaltung.
Der Bürgermeister:
ost

Amtliche Rechtsauskunftsstelle.
Mit dem heutigen Tage hat die hiesige Berwaltungç
ür den Umfang der Bürgermeisterei Dudweiler (Gemein—
»en Dudweiler und Fischbach) zur unentgeltlichen Ertei—
ung von Auskunft in Rechtsangelegenheiten, zur Aufklärung
ind Belehrung der Bürger in Streitsachen, zur Anfertigung
»on Eingaben- und Gesuchen eine amtliche Rechtsaus—
zunftsstelle auf dem Bürgermeisteramt — Zimmer Nr.
3 — eingerichtet. Ist Zimmer Nr. 8 verschlossen, so
vende man sich auf das nebenanliegende Zimmer Nr. 9
Ich bitte die Bürger, von dieser Einrichtung ausgiebigen
Hebrauch zu machen und betone, daß Gebühren nicht
erhoben werden.
Dudweiler, den 10. Dezember 1910.
Der Bürgermeister.
Jost.

Bekanntmachung.
Einstellung von Dreijährig-Freiwilligen für das 8
Zee⸗-Bat. (Marine-Inftr.) in Tsingtau (Chinah.
Einstellung: Oktober 1911, Ausreise nach Tsingtau
zan. 1812, Heimreise: Frühjahr 1914. Bedingungen
Nindestens 1,64 Meter groß, kräftig, gesunde Zähne, vor
em 1. Oktober 1892 geboren, (jüngere Leute nur bei be—
onders guter körperlicher Entwickelung).
In Tsingtau wird außer Löhnung und Verpflegung
täglich O,.59 Mark Teuerungszulage gewährt.
Meldungen mit genauer Adresse sind unter Beifügung
eines vom Zivilvorsitzenden der Ersatzkommission ausge—
stellten Meldescheins zum freiwilligen Diensteintritt au
drei Jahren zu richten an:
Kommando des 3.8tammseebataillons Wilhelmshafen
Vorstehende Bekanntmachung bringe ich hiermit zur
Kenntnis.
Dudweeiler, den 10. Dezember 1910.
Der Bürgermeister.
Rof⸗

*

——

Großes
* J
Iurumenlal-Ronert
am s. Meihrachtstage
im Saale der Ww. Riedschy,
ausgeführt von der bergkapelle Dudweile
unter persönlicher Leitung ihres
Kapellmeisters Brünner.
Anfange8 Uhr. Anfang 8 Uhr.
Einzel⸗Billet an der Kasse 50 Pfg.
Namilien-Billets für 3 Personen 1.20 Mk.

Im Vorverkauf (Gasthaus Brenner und Ww. Riedschy
iowi⸗ Kapellmeister Brünner) Einzelbillets 40 Pfg.,
Familienbillets WMe

Programm
n der Kass—

Hut erbhaltene Oefen. eiliert. preisn

F

Todes⸗Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es ge—
fallen, Samstag Nachmittag um 4 Uhr
unsere liebe Mutter, Schwester, Schwä—
gerin und Tante
ugn 174
Frau Nagdalenn Htorck
geb. Philippi
nach langem schwerem Krankenlager, ver⸗
sehen mit den hl. Sterbesakramenten der
kath. Kirche, im Alter von 45 Jahren
11 Monaten und 17 Tagen zu sich in
die Ewigkeit abzurufen.
Herrensohr, Weißkirchen, Roden,
den 20. Dezember 1910.
PBie trauernden hinterbliebenen.
Die Beerdigung findet Dienstag, den 21. Dez.,
vormittags 8.45 vom Sterbehause Johannisstr. 4aus statt.

*
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