Lokales und Vermischtes.
Wetterbericht. Die Randstörungen der westlichen
pression haben sich bis zur Ostsee durchgebildet und haber
der Pfalz und im Norden von Bayern Niederschläge ge—
racht. Eine Aenderung der Wetterlage steht jedoch nich
mittelbar bevor wenn sie sich auch langsam vorbereitet
zraussichtliche Witterung: Zunächst noch keine Aender ung
Wetterlage.
Die Prämie von 300 000 Me. der Preußischen Klassen
jerie fiel nach Königshütte in Oberschlesien. Die Ge—
mer sind arme Leute..
Die Rergarbeiterforderungen und der Fiskus.
er Alte Bergarbeiterverband und die mit ihm in der
hnfrage zusammengehenden Verbände hatten die dem
echenverbaed zugestellte bekannte Forderung auch der
niglichen Bergwerksdirektion in Recklinghausen unterbreitet
ie jetzt vorliegende, ebenfalls ablehnende Antwort der
ergwerksdirektion lautet: Wie Ihnen bekannt sein dürfte
ad gemäß 8 80 f i des Allgemeinen Berggesetzes für die
elbständigen Schachtanlagen unseres Verwaltungsbezirks
Urbeiterausschüsse bestellt. Diese haben u. a. die Aufgabe,
iie Anträge, Wünsche und Beschwerden der Belegschaft, zu
enen wir auch allgemeine Lohnfragen des eigenen Berg—
erks rechnen, zur Kenntnis der Grubenverwaltung zu brin—
en. Falls daher in deu von Ihnen angegebenen Richtunin
Wünsche der Belegschaften der uns unterstellten An—⸗
gen bestehen sollten, bleibt es Ihnen unbenommen, sie
irch den Arbeiterausschuß dem Bergdirektor zu unterbrei—
a. Auf den Inhalt Ihrer Eingabe einzugehen, haben
ir unter diesen Umständen um so weniger Anlaß, als
nsere Stellungnahme zu den vorgebrachten Wünschen sich
m wesentlichen aus den Verhältnissen unserer Schachtan—
agen ergibt, die wir in erster Linie mit den Angehörigen
mserer Belegschaft zu erörtern haben. Was den die Er—
öhung der Knappschaftsleistung betreffenden Teil Ihrer
ingabe anbelangt, so müssen wir eine Verhandlung da—
iber auch in unsern Arbeiterausschüssen ablehnen. Abge—
ehen davon, daß wir die Zuständigkeit der letzteren zur
zehandlung von Gewerkschaftsfragen verneinen, sind wir
irzeit auch sachlich in der Lage, zu der Frage der Erhö—
ung der Leistung der Kranken- und Pensionskasse Stellung
u nehmen. Diese Frage hängt in erster Linie von der
deistungsfähigkeit des Knappschaftsvereins ab. Ob diese
namentlich unter der Berücksichtigung der hierfür angestell—
en strengen Grundsätze der Knappschaftsnovelle vom 19.
Jsuni 1906 ausreichend ist, um die Deckung für die von
hnen geforderten erhöhten Leistungen zu gewährleisten,
mn nur auf Grund einer genauen versicherungstechnischen
zrüfung der finanziellen Lage des Vereins festgestellt wer—
en, zu deren Vornabme wir weder zuständig noch auch
m der Lage sind. Ihre Annahme, daß das bloße Vorlie—
zen von Ueberschüssen bei den beiden Knappschaftskassen
genügt, um darauf allein eine Erhöhung der Leistungen
hne entsprechende Erhöhung der Beiträge kzu begründen,
edarf daher kaum der Widerlegung. Sollten die Knapp—
chaftsältesten, die gesetzlichen Vertreter der Bergarbeiter in
nappschaftsangelegegheiten, ihrerseits eine Erhöhung der
nappschaftlichen Leistungen an zuständiger Stelle bean—
ragen, so werden wir uns einer Mitwirkung bei der satz—
ingsmäßigen Erledigung der Angelegenheit selbstverständ—
ich nicht entziehen.
der tiefste Schacht in Deutschland befindet sich jetzt
Sachsen, und zwar in Pöhlau bei Zwickau auf der Ge—
erkschaft Morgenstern. Er reicht 1082 Meter in die Erde
noin.
Knappschaftliches. Vom Saarbrücker Knappschafts—
rein wurde in Monat Sept. an Krankengeld an die Mit
üeder des Steinkohlenbergwerks gezahlt:
Kronprinz. 5033,78 Mtk.
Gerhardt. .. 7178,26 F
Von der Heydte. 3260,60
Dudweiler . .. 35615,98
Sulzbach ... 3048,39
Reden.. .. 931,50
Heinitzßz..... 9819,54
Könige . .. 418842
Friedrichsthal. .. 6091,55
Göttelbon... 2387,42
Camphausen... . . 3099,63
Fürstenhause... . 1618,05
Faktorei, Hafen p.p.. 292,45
raft⸗- und Wasserwöorko 14,00
Zusammen: 64397,57 Mk.
Ein milder Dezember, aber ein strenger Januar soll
ins nach den Beobachtungen der skandinavischen Meteoro—
logen Knut Gloersen bevorstehen. Das frostfreie milde
Wetter der letzten Tage scheint diese Vorhersage zu bestä—
igen. Eine alte Bauernregel besagt: Weihnachten im Klee
stern im Schnee!
Schöner Titel. Eine Bäuerin will zu ihrem Arzt in
er Stadt und fragt dort nach seiner Wohnung; man zeigt
ie ihr und macht sie darauf aufmerksam, daß der Arzt in—
wischen einen Titel erhalten habe, mit dem sie ihn anreden
nüsse, sie können ihn anf dem Schilde neben der Haustür
sesen. Die Bäu rin findet das Schild und tritt in das
„prechzimmer des Arztes mit dem Gruß: „Gauden Ta—
)err Satansrat.
Die Sozialpolitik wird im Reichstage einen großen
leil der Erörterungen in Anspruch nehmen. Zunächsit ge—
ören hierhin die noch aus dem vorigen Tagungsabschnitt
brig gebliebenen Entwürfe über die Arbeitskammern, über
ie Hausarbeit und die Novelle zur Gewerbeordnung. Von
Mmen wird zunächst das Nrdeitskammergesetz in die zweite
esung im plenum kommen Es ist auch das wichtigste
inter ihnen. Es ist ja eigentümlich, daß ein Entwurf Gesetz
derden soll, gegen den sowohl die Mehrheit von Arbeit⸗
sebern als auch von Arbeitern eingekommen ist, der aber
ach der Ansicht der gesetzgebenden Faktoren zur Versöhnung
wischen beiden Bevölke ungsschichten beitragen soll. Trotz—
nem ist es sehr wahrscheinlisch, daß der Entwurf Besetz
berden wird. Der Reichstag ist mit der Regierung über
nanche Einzelheiten, die in Entwurfe ihre Reglung findeu
ollen, noch nicht einer Meinung, so in der Frage, ob
Arbeitersekretäre Mitglieder von Arbeitskammern werden
ollen; aber da im Prinzip zwischen beiden Uebereinstim—
nung herrscht, so ist anz nehmen, daß der Reichstag nicht
nif seinem Kopfe bestehen, vielmnehr, um das Ganze zu
etten, auf einzelne Aenderungen verzichten wird. Man
vird demnach gut tun, damit zu rechnen, daß der Arbeitsammergesetzentwurf
Gesetz werden wird. Tas gleiche wird
dei dem Housarbeitsgesetz und bei der Novelle zur Gewerbe—
ordnung der Fall sein. Mit dem größten vorliegenden sozial—
volitischen Gesetzetwurie, der Reichsversicherungsordnung, ist
s noch nicht soweit, daß über ihre Fertigstellung etwas
destimmieres vorausgesagt werden kann. Bekanntlich ent—
sält sie auch die Vorschriften zur Einführung der Witwen—
und Waisenversicherung. Nun ist angeordnet, daß dieser
dersicheruns zweig bis zum 1. Rpril 1911 eingeführt sein
nuß, anderfalls der Hinterbliebenenversicherungsfonds der
egenwärtig nahezu 59 Millionen Miark umfaßt, an die
snvalidenversicherungsnstalten fallen müeßt. Es ist also
ir alle beteiligten Fakroren ein großer Anreiz gegeben, die
e Neichspersicheruuggordnuna bis zum lekten Mära—
911 unter Dach und Fach zu bringen. In einigen
tegierungskreisen gibt man sich jetzt auch noch der Hoffnug
sin, daß es möglich sein werde, den Termin einzuhalten.
Ib dies aber der Fall sein wird, ist mindestens zweifelhaft,
da ja in den ersten drei Monaten des folgenden Jahres
die Plenarberatungen des Reichtages hauptsächlich von
Ftatsarbeiten in Anspruch genommen sein werden. Nur
venn die ganze Reichsversicherungsordnung, wie sie aus der
dommission hervorgehen wird en bloe zur Annahme ge—
bracht werden würde, würde sich ein derartiger Erfolg er—⸗
zielen lassen. Auf jeden Fall scheint les ziemlich sicher, daß
ich das große Gesetzgebungswerk bis Pfingsten erledigen
äßt. Dann müßten allerdings die zu der Versicherungs—
ordnung gehörenden Gesetze über ihre Einführung und über
das Hilfskassenwesen recht bald vorgelegt werden, und es
müßte ein neues Notgesetz zu 8 16 des Zolltarifgesetzes, der
den Hinterbliebenenversicherungsfonds behandelt, erlassen
verden. Aber auch so ist es immerhin wahrscheinlich, daß
dieses große Gesetzgebungswerk mit allen seinen Anhängsel
ioch in der laufenden Tagung zur Verabschiedung gelangen
vird. Weniger wahrscheinlich ist dies jedoch mit der
Zrivatbeamtenversichrung. Der beteffende Gesetzentwurf
st fertig. Man muß aber bedenken, daß auch im Reichs—
age nicht zahllose Kräfte zur Bewältigung sozialpolitischer
lufgaben zur Verfügung stehen. Werden die vorhandenen
träfte auf andern Gebieten beschäftigt, so könnten sie sich
»er Erledigung der Privatbedmtenverstcherung vielleicht nicht
enügend widmen. An dieser Schwierigkeit könnte das Zu—
andekommen der Privatbeamtenversicherung in der laufenden
dagung scheitern. Aber auch so verbleiben dem jetzigen
deichstage noch derartig viele sozialpolitische Aufgaben,
aß man sagen kann, die laufende Taaung hat einen
ozialpolitischen Charakter.
Fernsprechverbindungen Rheinpfalz⸗Saargebiet. Der
zerkehr zwischen der Rheinpfalz und dem Saargebiet isi
n ständig rascher Zunahme begrifsen. Das ist Linesteile
arauf zurückzuführen, daß besonders der Westen der
zFfalz, also der bayrisch⸗pfälzische Anteil des Saargebiets
asche Fortschritte in seiner industriellen Entwicklung macht
ind daß anderseits die junge, rasch wachsende Großstadi
Saarbrücken ihre Einflußsphäre auch nach Osten zu flän—
ig ausdehnt. Da von dem jetzt annähernd 54000 Ein—
vohner zählenden Kaiserslautern abgesehen, der ganze
gfälzische Westen keine größere Stadt aufzuweisen, so ist
Saarbrücken heute für einen erheblichen Teil des pfälzer
Westrichs die Großstadt, mit der schnell zunehmende kom
merzielle und andere Beziehungen die Verbindungen her—
tellen. Es kommt noch dazu, daß das Saargebiet ein fehr
zutes Absatzgebie: für die Bodenerzeugnisse der Pfalz iflt.
pfälzische Handlungsreisende weilen taͤglich zu Dutzenden
in Saarbrücken und Neunkirchen, den großen Orten des
or. ußischen Saarbeckens. Schließlich trägt auch der Um—
tand zum Pfälzisch⸗Saarbrücker Verkehr bei, daß die Poli—
ik der königl. preußischen Staatseisenbahn mit Erfold
daran ist, Saarbrücken iumer mehr zu einem der größten
kisenbahnzentren des deutschen Westens auszugestalten
Diesen starken Wechselverkehr haben die beiderseitigen
Postverwaltungen veranlaßt, die Zahl der die Pfalz mit
dem preußischen Saargebiet verbindenden Fernsprechleitungen
ändig zu vermehren, sodaß jetzt folgende Leitungen zur
ßerfügung ftehen: Hornbach — Zweibrücken —Saarvbrücken,
Waldmohr⸗gZweibrücken ·Saarbrücken, Dahn Pirmasens
—Zweibrücken ·St. Ingbert —Saarbrücken, Homburg-Neunkirchen,
St. Ingbert —Saarbrücken, Kaiserslautern-Zaarbrücken
— Neustadt a. d. H. —Saarbrücken, Kaisers⸗
autern —Saarbrücken (zweite Leitung), Zweibruͤcken St
Ingbert —Neunkirchen, Mittelbexbach — Neunkirchen. Eim
weitere Vermehrung der Leitungen ist in Aussicht genommen
Saarbrücken, 11. Dez. Der Fuhrunternehmer Peter
Binz aus der Ludwigsstraße weilte am Donnerstag noch
auf einem an der Malstatter Seite liegenden Saarschiffe
Seit dieser Zeit ist er spurlos verschwunden, bis man am
Samstag abend die Leiche ländete. B. ist wahrscheinlich
von dem bei dieser Witterung sehr schlüpfrigen Schiffsdec.
abaestürzt. und da keine Hilfe bei der Hand war, ertrunken
— (Srbr. Volksztg.
Saarbrücken, 11. Dez. Ein Fuhrhalter in St. eip
hatte einem Reisenden für einen Tag Pferd und Wage
nebst Kutscher gestellt. Spät in der Nacht gegen 1 Uh.
kam der Knecht mit dem Pferd ohne Wagen uach Haus
Auf die Frage des Fuhrhalters, wo er den Wagen ge—
lassen habe, erhielt er von dem Kutscher die Antwort, er
habe den Wagen bei Verwandten in Dudweiler gelassen,
da er anderen Tages weiter fahren müsse. Am anderen
Morgen war der Kutscher verschwunden. Nichts Gutes
ahnend, fuhr der Herr nach Dudweiler, wo man natürlich
nichts von dem Wagen wußte. Alles Suchen blieb ver—
geblich, bis gestern der Wagen in der Nähe von Rentrisck
am Fuße einer Böschnng jerbrochen aufgefunden wurde
Dem Kutscher war der Wagen die Böschung hinabgefallen
ind er hatte nicht den Mut, die Wahrheit einzugestehen,
sodaß er lieber franzbsischen Abschied nahm. Dem Fuhr
alter i dadurch ein aroßer Schaden entstanden.
(Srbr Volksztg.)
Friedrichsthal, 13. Dez. Durch die Betriebseinstel⸗
ung der Reppertschen Glashütte wurden viele Arbeiter von
ier brotlos. Die Gemeindevertretung hat nun, damit diese
reute sich wenigstens ihren nötigsten Lebensunterhalt erwerben
önnen, mehrer Arbeiter mit dem Reinigen der Wege,
Ibflufzkanäle u. dergl. beschäftigt. Voraussichtlich wird
ꝛie Firma Reppert den Betrieb noch nicht oufnehmen, da
och eine Unmenge Ware in den Magazinen lagert. Wie
»erlautet, werden zurzeit Unterhandlungen gepflogen zwecks
Bründung einer Akliengesellschaft. Friedr. Generalanz.
Holz. 10. Dez Traurige Verhaͤltnisse herrschen hier
n einer Familie. Der Mann war in letzter Zeit auf einer
iuswärtigen Grube beschäftigt, ohne für Frau und Kinder
u sorgen. Die Frau hatte nicht mehr so viel Kredit, daß
ie etwas auf Borg erhalten konnte. Die letzten 20 Mke.
rhielt die arme Frau vor 14 Tagen auf dem Amtsgericht
n Sulzbach. Sie wurde krank, und da sie sehr schwach
var, starb sie bald an den Folgen der Krankheit. Eine
ofort abgeschickte Depesche an ihren Ehemann konnte die—
en nicht finden. So mußte die hiesige Gemeinde für das
Begräbnis sorgen. Die vier Kinder sind von der Gemeinde
»ei fremden Leuten untergebracht. Diese erhalten 10 Mk
den Monat für ein Kind.
Riegelsberg, 9. Dez. Schlecht ergangen ist es gestern
dem Vrotfuhrknecht der Einkaufsgenossenschaft der Grube
Von der Heydt Der Fuhrmann fuhr nach 6 Uhr mit
ꝛiner schwer beladenen Fuhre mit Brot in Von der Heydt
ab, um es'nach einzelnen Filiallen in Riegelsberg, Stum—
oen ued Buchenschachen zu bringen. Der Knecht ging vorne
»ei den Pferden. Als er die steile Straße von Von der
deydt nach Heinrichshaus hinauffuhr, öffnete sich die Türe
»es Brotwagens von selbst und das Brot fiel heraus, ohne
aß dies der Knecht bemerkte. Als er jedoch am Ziele an—
angte, bemerkte er zu seinem nicht geringen Schrecken,
aß ihm zirka 40 Brote fehlten. Personen und andere
Fuhrwerte, die nach Von der Heydt fuhren, fanden das
zrot auf der Straße unherliegen und brachten es zur
zäckerei zurück Ob aber alle Finder ehrlich waren, konnte
ian nicht erfahres
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Trier, 12. Dez. In Dusemond an der Mosel verletzte
in als brutal bekannter Mann eine verheiratete Frau durch
inen Stich in den Unterleib lebensgefährlich. Als er ver—
jaftet wurde, erklärte er, daß er von mehreren Aerzten ale
verrückt erklärt worden sei. Am Morgen vor der Tat hatte er
bereits erklärt, er könne machen was er wolle, da er in
Kopf verrückt sei.
Trier, 12. Dez. Auf Grund des päpstlichen Motu
proprio findet nach Anordnung des bischöflichen General—
bikariats die Eidesleistung der städtischen katholischen Geist—
lichkeit am 19. Dezember im Dome statt. In der gesam—
ten Diözese muß sie bis zum 31. Dezember beendigt sein
Essen, 12. Dez. Der Gewerkverein christlicher Berg—
arbeiter Deutschlands hat gestern im Ruhrrevier etwa 70
Versammlungen abgehalten, in denen zur Lohnfrage Stel—
lung genommen warde. Nach einer Mitteilnng der Ge
vertsleitung erklärten die Anwesenden in allen Versamm—
lungen ihr Einverständoiz mit der Haltung des Gewerk—
oereinsvorstandes. Der alte Bergarbeiterverband wird mi
der Anberaumung öffentlicher Versammlungen erst vorge—
sen, nachoem die Kouferenz der drei Verbände zu den ab—
lehnenden Bescheiden des Zechenverbandes und der fiskal—
ischen Behörde Stellung genommen haben wird. Die
Konferenz sindet im Laufe dieser Woche statt.
Regensburg, 12. Dez Wie der Regensburger Anzeiger
neldet, brannten in Deindorf zwei Bauernanwesen nieder
wobei die Bauerstochter Knor den Tod in den Flmmen fand
Memel, 13. Dez. Auf dem hiesigen Güterbahnhos
ind große Warendiebstähle aufgedeckt worden. Durch
daussuchungen bei drei Bahnwärtern wurde ein ganzes
Varenlager entdeckt, das so umfangreich war, daß mehrer
Waggons zur Fortschaffung notwendig waren. Die Frar
eines Bahnwärters hat Selbstmord verübt.
Hamburg, 12. Dez. Das Fremdenblatt meldet, die
driminalpolizei in Altona habe die Schließung der
Nohrschen Fabrik verlangt, doch der Staatsanwalt habe
en Weiterbetrieb unter peinlichsten Vorsichtsmaßregeln ge—
tattet. Die Fabrik habe wegen des Rückganges des Ver—
rauchs schon 150 Arbeiter entlassen. Die Untersuchung übe
die Marke Backa sei noch nicht abgeschlossen.
Berlin, 12. Dez. Einem Gänfeschlächter in Rummels
»urg wurde jüngst eine Ledertasche mit 400 Mark barem
Beld von seinem Marktstand gestohlen. Von den Täterr
fehlte jede Spur. Dieser Tage führten die Nachforschunger
nach einem vermißten Knaben zur Entdeckung einer Ge
sellschaft von 11 Jungen im Alter voun 8 bis 14 Jahren
Siner von ihnen räumte ein, daß ein 8 Jahre alker Jung
iich in den Marktstand eingeschlichen, die Tasche gestohler
und sie dann den anderen. die auf ihn aewartet hatten
ebracht habe.
Berlin, 12. Vez. Im Gegenwart des Kaiserf
vurde heute Mittag im Sitzungssaole des Abgeordneten
auses die Festversammlung des 28jährigen Jubiläum
er deutschen Landwirtschafis-Gesellschaft gbgehalten. An
»esend war der Reichskanzler, verschiedene Minister und
er Prösident des Reichstages, Graf Schwerin-Löwetz, so
»ie der Präsident des preußischen Abgeordnetenhauses,
röcher. Der derzeitige Ehrenvorsißende der Deu sche
andwirtschafts⸗Gesellschaft Graf Clodwig, sprach den Dan
ir die der Gesellschaft erwiesene Ehre aus und bracht
in dreimaliges Hurra auf den Kaiser aus. Danach nahr
»ex Kaiser das Wort zu einer kurzen Ansprache, in de
r der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft Aner ennun
ir ihre Leistungen aussprach. Es solgten dann Anspra
hen des Reichskanzlers. des Landwirtichafts-Miniftera
zchorlemer und des Reichstags-Prasidenten, Graf Schwe
in⸗Löwitz, als Vorsitzenden des Deutichen Landwirt
hastsrates.
Berlin, 13. Dez. Der Kronprinz beabsichtigt, wie
ine bisher noch nicht bestätigte Korrespondenz-Meldung
ehauptet, nach der Rückkehr aus China, eine Studienreise
n die deutschen Kolonien zu unternehmen.
Hamburg, 13. Dez. Der Regiecungspräsident von
Zchleswig Holstein hat im Auftrage des Ministers in den
Utonaer Margarinewerken von Mohr u. Co. an Ort
ind Stelle Erhebungen über die Ursache der bekannten
Margarinevergiftungen erhoben.
Paris, 13. Tez. Der Ferzog von Orleans ist in
Brüssel eingetroffen und hat den Leiter seines politischen
Zurcaus, den Grafen de la Negle, zu sich berufen, um
nit ihm über den zwischen den Royalisten ausgebrochener
zwist zu beraten.
Lissabon, 13. Dez. Das Appellationsgericht hat ein—
timmig zu Gunsten Jao Francos und der anderen
Nitglieder des chemaligen Ministeriums Franco entschie—
den, sie in die Amnest'e einbezogen und die gegen sie er—
Jobenen Beschuldigungen für unrichtig erklärt.
Zürich, 12. Dez. Am Samstag mittag wurde eine
5oldatenabteilung bei der Gotthardbefestigung von einer
Lawine überrascht. Ein Soldat wurde verschültet und ge—
ötet.
Wien, 12. Dez. Heute nachmittag hat der Minister—
»räsident dem Kaiser das Rücktrittsgesuch des gesamten
dabinetts unterbreitet. Der Kaiser nahm den Rücktritt an
ind betraute das Kabinett mit der Fortführung der Ge—
schäfte bis Weihnachten.
Reval, 12. Dez. Der Postbote Maina wurde ermor—
det aufgefunden; 5500 Rubel fehlten. Unter dem Verdacht
der Täterschaft wurde die Gattin Mainas verhaftet.
Rom, 12. Dez. Großes Aussehenerregt in Neapel
das Verschwinden einer jungen Londonerin Namens Knox,
die seit einigen Tugen mit ihrer Mutter im Hotel Lucia
vohnte. Die Mutter befürchtet, daß ihre Tochter von
einem jungen Italiener, der vergebens Annährungs-Ver—⸗
suche an de Frauen gemacht hatte, gewaltsam entführt wor—⸗
den sei.
Paris, 13. Dez, Auf Grund eines Haftbefehls der
Polizeibehörde in Berlin verhaftete die französische Polizei—
»ehörde in Lille zwei Angestellte der Deutschen Bank,
velche vor 3 Wochen eine Summe von 80000 Mark ver
intreut, ihre Frauen verlassen hatten und dann mit den
Helde durch Europa gereist waren. Sie waren am f5. d.
N. in Antwerpen eingetroffen und hatten sich von dor!
iach Lille begeben. Die Namen der Verhafteten sind Fritz
Hiese und Franz Krause. Sie reisten uuter dem Namen
Francois Benard und Giedth. Während des Verhöres
gestanden sie ein. In ihrem Besitze befanden sich nur nock
75 Mark.
Paris, 13. Dez. Petit Journal berichtet aus Konstan⸗
inopel: Wie die Blätter melden, ist es in Kerak zwischen
ürkischen Truppen und Drusen neuerdings zu eigen
dampf gekommen. Die Drusen wurden zurückgeschlagen
ind ließen 500 Mann Tote und Verwundete auf dem
Schlachtfelde zurück. Von den Regierungstruppen waren
uur 1309 Mann außer Gefecht gesetzt worden.
London, 12. Dez. Nach einem Telegramm aus Cor—
dova in Alaska ist der Dampfer Olympia bei der Hea—
Insel und Prinz Willian-Sund gestrandet. Er hat 106
Personen, darunter 52 Passagiere an Bord. Der gestrandete
Dampfer ist schwerem Sturme ausgesetzt. Am Sonntag
Morgen erhielt man eine dahin gehende drathlose Depesche
bvon der Olympia. Heute traf eine weitere schwache De—
»esche von Cordova ein, daß die Olympia heftig gegen
dlippen stoße, doch hofften die Passagiere gerettet zu werden,
he der Dampfer in Stücke gehe. Dies ist geschehen.
hetersburqg. 12. Dez. DPer Mtörder des einst all—
nächtigen Ministers von Plehwe, Sasonow, ist gestern im
Befängnis zu Saratui in Sibirien gestorben. Wie in Ab—
geordnetenkreisen verlautet, scheint Sasonow zu Tode ge—
orügelt worden zu sein. Der Sozialist Belonssow, der
Abgeordnete von Irkutsk, erhielt von einer Vertrauensperson
folgende Depesche: Der neu ernannte Gefängnisdirektor in
Saratuk läßt die politischen Gefangenen mit Ruten peitschen.
Infolge der schweren Körperstrafen werden von den Sträf—
inden Selbstmorde verübt. Sasonow ist tot.
Bekanntmachung.
Dem Bergmann Georg Steger zu dFischbach Bergstraße
Nr. 17 ist am 7. dss. Mts. ein Hund Rottweiler Rasse)
zugelaufen. Derselbe kann gegen Erstattung der entstan—
denen Futterkosten dei dem p. Steger abgenommen werden.
Dudweiler, den 183. Dezember 1910.
Die Polizeiverwaltung.
Der Bürgermeister.
Jost.
V
Thalio⸗Theater Saarbrücken
Oienstag, den 13. Dez., abends 8,10 Uhr:
Der Freischütz, DwDer in 3 Aklten von C. M. v—
Weber.
Nittwoch, den 14. Dez., abends 8,10:
Gastspiel der Königl. Hofschauspielerint Fri. Stehle,
Stuttgart. Nora, Schauspiel in 3 Akten von
9. J. Ilsen.
donnerstag, den 16. Dez., abends 8,10 Uhr:
Die letzten 6 Wochen, Militärschauspiel in 3 Akten
von L. Jungmann.
Freitag, den 16. Dez., abends 8,10 Uhr:
der Graf von Luxemburg, Operette in 3 Alten
340*
5 Be» ——————————ü
Die ganze Welt
wird heute in Spannung gehalten
zurch die wechselvollen Ereignisse der Tage und die G⸗
taltung der Verhältnisse in der Zukunft.
Wollen Sie
schnell, zuverlässig und ausführlich
über alles Wichtige, was sich auf dem Erdball zuträgt
unterrichtet sein,
dann pen Sto bitte die dieser Nummer angefügte
Beilage —
Weihnaohtsgeschenke
MAsßhls Würze,
MAbibls Suppen,
MAGG)s Bouillon-Würfel.
acehte genau auf den M
AGGI V. den Rreuzatern.
—
*
Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Anteilnahme bei dem
dinscheiden unserer lieben guten Mutter, Schwiegermutter
Hroßmutter, Schwester, Schwägerin und Tante sagen wir
illen Beteiligten, besonders auch noch den verehrl. Kranz⸗
pendern, herzlichsten Dank.
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