zrößten Drinalchkeit immer und immer wieder erhtzoben
vurden. Aehnlich liest es mit dem von mir in vorigen
Früh ahr argetünd'gten Gesetze über die Fortbisdemg der
lsaß⸗lothringischen Verfassunz. Die Stellung, die die
Zartelen damals zu dieser erniten Frage eingenommen ha
en, berechtigt mich zu der Erwar ung, daß es uns ge—
ingen werde, zu einer im Inserese des Reichslaudes wie
es Reiches dienlichen Verständigung zu gelangen. Die—
elbe Hoffnung hege ich inbezug auf den Entwurf zu einer
sevision des Staatsangehörigkeitsgesetes, das, wie ich
estimmt annehme, Ihnen noch im Lause der Sesssion vor—
elegt werden kann. Es baut sich auf den Grindlagen
iuf, die bereits unter meinem Anitsporgenger sestaesteltt
vurden Der Abg. Frhr. von Richthofen und, wenn ich
echt berichtet bin, auch der Abg. Speck haben gestern die
Frage an mich gerichtet, wie ich mich zur Wirtschaẽtspo—
fütik stelle. Ich beantworte diese Frage damit, daß ich en
hen bewährten Grundlagen unserer Wirtschaftspolitit mit
illem Nachdruck festhalte. (Lebhafter Beifall rechts.) Das
werde ich in Sonderheit auch tun bei den bereits einge—
leiteten Verhandlungen mit Schweden und Japan über
den Abschuuß eines neuen Handelsvertrages. (Lebhafter
Beifall rechts. Indem ich das tue, halte ich mich im Ein—
lang mit den Ansichten der Mehrheit dieses Reichssages.
Jahraus, jahrein ist unsere Wirtschaftspolitik bei zahl—
cosen Interpellationen hier im Reichstag auf das heaeste
umstritten worden. Jahraus, jahrein haben die Herren
Sozialdemokraten — und ihre Behauptungen finden bei
einem Teile der fortschrittlichen Presse ein dan?bares Eche
— behauptet, daß unsere Wirtschaftspolitik der Vater al—
—
wWirtschaftspolicit aber doch wohl nicht. Fragen De ein—
nal in unseren erwerbstätigen Kreisen, fragen Sie auch
m Handel danach, ob diese Kreise wünschen, daß wir
die Grundlagen preisgeben, auf denen sich unser wer schaft—
iches Leben aufgebaut und eingerichtet hat. Meine Her—
zen! Ich möchte auf eines hinweisen: Auch der Rausch
der bevorstehenden Wahlen wird verfliegen und, wie sie
auch ausfallen mögen, eine Götterdammerung wied nach
hnen nicht anbrechen. (Heiter'eit.) Wenn die Leid.nschaß—
en ausgetobt haben, wird sich das nüchterne Leben mu
seinen praktischet Forderungen wieder einstelle. (Schr
richt g! rechts.) Dann werden die Schlagworte wieder in,
dintergrunde verschwinden. Aber die Nation wird in
hrer großen, in ihrer überwältigenden Mehrheit dem
Reichstage die Frage vorlegen, ob er unsere Wehrmacht zu
Wasser und zu Lande, ob er unsere staatliche Ordnung,
zb er die Grundlagen schützen will, auf denen sich unsel
virtschaftliches Leben in Landwirtschaft, Handel und In
dustrie entwickelt hat. (Zuruse linkts.) Dann wird sich
jerausstellen, ob es klug gehandelt war, daß die Par—
eien untereinander sich so bitter befehdeten, die trotz aller
Abweichungen im Einzelnen in den großen Lebenssragen
zer Nation demselben Ziele zusteuern. Es würde die Wahl—
azgitation und Wahltaktik erleichtern, wenn ich mich in An—
lehnung an das parlamentarische System auf eine be
timmte Partei oder Parteikombination festlege. Den Ge—
sallen werde ich den Herren nicht tun. (Heiterkeit.) Das
Gerede vom schwarzblauen Kanzler (Sehr richtig! links)
hat zwar die Wiszblätter reichlich mit Stoff versorgt, läß
mich aber persönlich ganz kalt. (Lebhafter Beifall.) Ich
mache mich nicht zum Werkzeug der Machtpolitik irgend
einer Partei, welcher Seite sie auch angehören möge. Der
Abgeordnete Dr. David hat uns zwar neulich auseinan
zergesetzt, die Beamten seien Funktionäre der Volksver.
rretung, und der Reichstag gebe die Direktiven, die Ge
etze, nach denen das Neich regiert und verwaltet werde
Die Herren Sozialdemokraten scheinen darnach ihrer Sach
schon so sicher zu sein, daß sie die Zukunst, die sie sich
erträumen, von der wirklichen Gegenwart nicht mehr un
terscheiden können. Ich diene nicht dem Parlamente, auch
nicht den Junkern, so wenig wie Ihnen, meine Herren,
ich führe die Politik, ich schlage Ihnen die Gesetze vor,
ie nach meiner sachlichen Ueberzeugung zum Wohle des
Zaterlandes dienen, solange ich dazu die Zustimmung des
Kaisers und der Verbündeten Regierungen finde. Auf die
ser Grundlage suche ich eine sachliche Verständigung mi
Ipen mit dem Reichsstage. Gewähren mir bei dieser Po
tik Zentrum und Konservative ihre Hilse, so nehme ich
ihre Unterstützung genau so gern und genau so dankba
an, wie die Hilfe irgend einer anderen Partei. Begebe ich
mich wirklich in die mir nachgesagte Abhängigkeit vor
einer Parteigruppe, von einer einzelnen Partei, nehme id
bon ihr Direktiven entgegen, so wäre ich allerdings nu
der Funktionär, zu dem der Reichskanzler nach den Wün
ichen der radikalen Linken gemacht werden foll. Ich geh
etzt zum wichtigsten Punkt über, der als solcher wohl auc
on der großen Mehrheit des Hauses anerkannt wird
das ilt das Verhältnis zur Sozialdemokratie. Als vo
4 Tagen hier über die sozialdemoktratische Interpellattor
lerhandelt wurde, Leg!e der Abg. von eydebrand die
Befährlichfeit der revolutiönären Umtriebe dar und rich
ete an mich die Aussorderung, nicht untätig zu sein und
zegenmaßregeln vorzuschlagen. Ich kaun nicht din Ein—
zruck im Laͤnde aufkommen lassen, als bedürfse die Re—
sierung eines besonderen Ansporns, um sich ihrer Aufga
en beim Schutze der Siaa'ssordnung bewußt zu bleiben.
dieser Eindruck wird aber gerade erweckt, wenn der Re—
fierung in allgemeinen Wendungen Vorhaltungen über
ihre Pflichten gemacht werden. Dagegen verwahre ich mich
Mas nun vie Freso vor De ν nνον ãαα
Er dachte sich in einen so sinnlosen Groll hinein, da
seine Empörung dementsprechend wuchs. Zuletzt kamme
—
betrachten.
Und wenn sie wenigstens um Vergebung flehend ihn
zu Füßen gesunken wäre, ihr Unrecht eingestanden und fid
reumütig gezeigt hätte. Doch nichts von alledem. Stumn
X saß sie da, mit abwesenden, ins Leere gerichteter
ick.
Verstohlen sah er zur Seite und streifte ihr bleiches
liebliches Profil. Wie angegriffen sie heute aussah, wirklick
zum Sterben elend.
Ob sie es bereute, Frau Försterin geworden zu sein?
Nun, zum Kuckuck, sie halte vorher ja Zeit genug zun
Ueberlegen gehabt. Jetzt gab es kein Zuruück für sie. Eir
hatte auch seine gehörige Last zu tragen und tat es mi—
sesignation.
Und dann lockte doch wieder Elfriedes Zauberbild und
der Grimm stieg in ihm empor, anschwellend gleich den
Waldbach, der entfesselt alles niederreißt, was sich ihm. ir
den Weg sitellt.
Die Bäume bogen sich im Sturm, eine Regenflu
rauschte hernieder, Blitze leuchteten, alles in der Natur wa
Aufruhr und Kampf, aber auch in den beiden Menschen
herzen war ein Ringen und Stütmen, daß alle zarten
doffnungsblüten wie unter Rauhreif erstarben.
Volkmer reichte seiner Frau nur bis zur Flurtreppe den
Arm. Dann eilte er schweigend, immer zwei Stufen au
einmal nehmend, vor ihr hinauf. Er entledigte sich der
eigens zu. dem heutigen Tage angefertigten Uniform aus
feinstem grauen Tuch, vertauschte die vackstiefeletten mi.
n derben Wasserstiefeln und warf den Regenmante'
aͤber.
Als das Wetter sich verzogen hatte und die Sonne au
frischgrünen Baumkronen niedersträahlte, brachten zwei Wa
gen das Ehepaar Horst und die anderen Trauzeugen.
Aber Volkmer war durch Sturm und Regen ins Revier
jegangen und Regine saß mit verweinten Augen in ihrem
Pädchenstübchen.
* Was es da gegeben, erfuhr niemand. Nur Lina fand
Einlaß bei der Braut, doch war sie takkvoll genng diese
nicht durch Fragen zu belästigen.
Die Gäste wurden durch Frau Horsft mit Kaffe und
duchen bewirtet. Aber man hälte glauben können, die Ge.
adenen nähmen an einer Leichenfeier teil, so ernst maren
»ie Mienen. Wenn gesprochen wurde, so geschah es im
dlüsterton
Machimittel betriftt, 1d ijt unzweifeihast in anderen Län—
rn die Staatsautaritetein der einen oder auderen Be
scnng beifer gestelts und hat leichteres Spiel als ve
ins. Ich denke da namenttich an das beschleunigte Ver
ahren insenderheit bei Aburteisung bei Vergehen gegen di
zftentliche Ordnung. Wir baben es jünast bei dem fran—
östehen Eisenbahneranfsiand erlebt. Wir jsehen es, wenn
vir die Vorgünge in England und Frankreich verfolgen
Ddlesen Ländern konunen Sie wahrcheinlich reatt'nnäre Jen
denzen nicht nachsgaen, mo am ersten, am zweiten Tage
»'e Strafe verhengt wird und zwar häusfig ene sehr
derbe Strafe. In der dem Rei-zstase bereits vor einem
Jahre vorgelegten Straiprozeßordnung haben die verbün—
deren Regicruncen Vo schläge gemach:!, die geeinnet schei—
ten, solchen Mistäͤnzsen zu steuern. Ich hoffe dringend
daß der Reichstag bereit sein wird, die Regterung dabe
mit aller Energie zu unterstützen. Der Reichskanzler komme
dann auf die Moabiter Krawalle zurück und betont, daß
die vorhandenen gesetzlichen Mitteln gen en. den Umsturz
niederzuhatten. Tas deutsche Volk kann von der Sozial—
demofratie wohl verführt werden, aber ihr politisches End—
ziel lehnt es in seinem Herzen ab. Turch gemeinsame Ar—
beit kann erheal'en werden, was durh aeme nsame Arheit
geschaffen worden ist. Lebhafter Beifall rechts und im
Zentreim. Zischen bei den Zozialdemosrasen)
Abg Bassermann (Gil.) bleibt dabei, daß die
Reichsfinanzre ormm nicht deim soszialen Gedanken entspricht
Redner bescheftigat sich dann im einselnen mit den Aus—
führungen des Reichztonslers und seat, daß seine Freunde
die Aeuserungen des Kautlers üher die Wirtschaftspoli
tik voll und gan; unterschreisen. Ter Schakßiekretär ver
diene volles Lob für die Au'stellang des Etats. Mit Be—
fried'gung sehen wir die auswärtige Politik in den Hän—
den eines so erfahrenen Diplomaten wie des Herrn von
Kiderlen-Wächter. Redner verbreitet sich dann über unsere
auswärtige Politik und konstatiert, daß im allgemeinen
zu Besorgnissen kein Anlaß vorliege.
Reichskanzler von Bethmann-Hollweg
spricht den Staatsmännern der beiden verbündeten Mäch
ten seinen Dank aus, die in ihren Parlamenten unsere
Beziehungen mit warmen Worten erwähnt haben und
—
tertznen in Marokko werden wir zu schützen wissen. Der
Kanzler bespricht dann unsere Beziehungen zu England
und betont, daß die englische Reg'erung den Abrüstungs—
gedanken zwar schon wiederholt ausgesprochen habe, aber
mit praktischen Vorschlägen an uns noch nicht herangetre—
ten sei. Die Politik im Orient streifend, erklärt der Kanz—
ler, daß die deutsche Regierung keinerlei Politik unter—
sttütze, die auf die Störung des Status quo auf dem Bal—
'an ausgeht. Unser Verhälin's zu Rußland ist durch die
Potsdamer Entrevue wieder in die alten vertrauensvollen
bahnen geleitet worden. (Lebhafter Beifall.)
Abg. Wiemer (F. Vp.) geht auf die Rede des
— V
Wir glauben es dem Reichslanzler, so sagt Redner, daß
er kein Parteikanzler sein will, aber seine Taten passen
eben ausgaezeichnet in den schwarzbhlauen Kurs hinein. Ich
egrüße es, daß der Reichzkanzler Ausnahmegesetze gegen
»ie Soziasdemolratie nicht erlassen will. Redner kommt
dann auf die auswärtige Pol'tik zu sprecken, und betont
um Schluß, daß der Ausgang des Stretes über die
Borromäus-Enzyklika kein diplomatischer Erfosa gewesen
ei. Wir sehen mit Znversicht den kommenden Reichs—
agswahlen entgegen.
Abg. Gamp (RNchsp.) äußert hinsichtlich des Wah!⸗
echtes, in der elsaß-lothringischen Verfassugsfrage ernste
Bedenken. Die sozialdemokratische Gefahr dürse nicht zu
Jering eingeschätzt werden. Redner dankt dem Kanzler für
den Schutz der nationalen Arbeit und erklärt sich mit den
Paßnahmen des Reichsschatzsekretärs einverstanden. Die
Begnadigung der Bonner Borussen gehe dem Reichstac
Jar nichts an.
Ein Vertagungsantrag wird angenommen. — Mon
ag 2 Uhr: Fortsetzung.
—
Berlin, 12. Dez. Die Kommission für die
Vertzuwachsstener nahm den Antrag ausf die
Zteuerpflicht de Landesherrn mit 13 gegen 12
Ztimmen an
— —
Wochen⸗Rundschau
Die politische Woche hat uns, obwohl die Ne'chstags
ebgenrdneten, wie der Gaul, wenn er auf dem Heimwe—
in augesichts der winkenden Weihnachtsferien eine gewi
Ele zeigten, doch nur Dürftiges beschert. Das Wesen:
richste ist wohl der Arbeitskanimergesetz- Entwurf, der zwei
sede-Tage in Anspruch nahm. Und doch scheint zunäckhst
auch diese Arbeit „fur die Katz'“ zu sein, wenn nicht in
ver Kommission, an die die Vorlage verwiesen wurde
oder zuguterletzt noch in der dritten Lesung im Plenun
eine Eintgung zwischen Regierung und Reichstag erziel
vird. Denn lebterer besteht in der Mehrheit darauf, daf
»ie Arbeitersekretäre, als berusene Vertreter der Arbeiter
vählhar seien, während erstere diesent Begehren ein kate
orisches „Nein“ entgegensetzt. Da werden, wie es scheint
eide Teile etwas Wasser in ihren Wein g'eßen müssen
venn nicht das ganze Gesetz in die Brüche gehen soll
in Freitag hat die erste Lesung des Etats besonnen
— ⸗ↄiu Myuster vor:; 16hersichtüchtkeie unn Spapsfonffelt
—B
Elfriede hatte mit Diesing zusammen die Kirche ver
'afsen. Das schöne Gesicht der jungen Dame drückte groß
Befriedigung aus. Sie hatte sowohl die finstere Falte au
Lolkmers Stirn, wie Regines verstörte Züge bemerkt.
Bis zum Hause ihrer Mutter war nur eine kurz
Strecke, die sie an der Seite ihres Begleiters mit hochge
chürztem Kleide zurücklegte.
„Woher kennen Sie die junge Förstersfrau, Herr Bau—
meister?“ froafe e ganz unvermittelt, ein wenia außer
Atem.
Diesing hatte sich hier einen falschen Namen beigelegt.
Er nannte sich Baumeister Bartels. Auch seine Anwesen—
heit in der kleinen Stadt motivierte er durch eine Unwahr—
heit. Er gab den Damen Bittner gegenüber an, daß er ein
größeres Terrain zu Bauzwecken suche. Es handle sich um
die Gründung einer umfangreichen Maschinenfabrik.
Anscheinend hatte ein Zufall ihn mit Elfriede zusam—
mengeführt. Er war ihr mehrmals auf ihren Spazliergän—
gen am See und auf der Promenade begegnet. Anfangẽ
ruhte sein Blick nur wie in flammender Bewunderung au
ihrer bezaubernden Gestalt, dann wagte er einen stummen
Bruß und schließlich sprach er sie an.
Elfriedes für alles Ungewöhnliche empfänglicher Sinn
Fegeisterte sich sofort für den Fremden, und als er sie mit
schmachtendem Blick um ein Rendezvous bat, sagte sie ihm
ächelnd, daß sie täglich am See einen Spaziergang mache.
Dort trafen sie öfter zusammen, der Herr Baumeister
berfügte über eine ansehnliche Zahl von Schmeichelworten,
die er ganz ungeniert aussprach und denen Elfriede mii
ẽntzücken lauschte.
Sie glaubte, ihr Glück gefunden zu haben, selbst Kurt
hon Larsen war vergessen. Jubelnd machte sie ihrer Mut
ter Mitteilung von der neuen Bekanntschaft. —
Der Baumeister erhielt eine Einladung, der er bereit—
villig folgte. Mit großstädtischer Gewandtheit begegnete er
her alten, unerfahrenen Dame und wußte sich deren Wohl—
vollen im Fluge zu erobern.
Mit großer Vorsicht erkundigte er sich nach den Ver—
ältnissen im Forsthause und erfuhr, daß die Hochzeit des
zörsters mit Regine Elsner nahe bevorssand.
Er erschrak, denn in seiner Weise liebte er das blonde
Nädchen nach wie vor. Daß sie ihm für alle Zeit ver—
oren war, wußte er sehr wohl, sein niedriger gehässiger
üd gab sich jedoch mit dieser Tatsache allein nicht zu—
rieden
ↄll. Hoffentlich ist es wahr. Es wäre sehr vonnöten
im 15. Dezember packen die Reichzboten wieder ihr
roffer, um nach kurzer Arbeit daheim das hehre Fest de—
Liebe zu verbeingen..
—
in Nopf rennen die beiden Rivalen. Keiner vermochte dem
indern bisher nennenswertes Terrain abzugewinnen. Wenr
ꝛs so weiter geht, wird der poliüsche Tonttsasor eir
„toles Reunen“ anzeigen. Denn, wenun die Aräfreverteil
ing wiederum fast gleich bleißt, wird es Asquih woh
chwer werden, den Rönig zur Gewahrnng der verlangten
Garantien“ zu bewegen, worunter syauptsechtich der
Peersschub“, zu verstehen ist, der dann zur gewünschten
Sutrechtung des seudalen Oberhauses dienen soll. Unz
dann würde das politische Intrigtlenspiel ungeschwäch
wveitergehen. Siegen aber die Lords, so haben wir Deut
che alle Ursache, auf der Hut zu sein. DTenn dann be—
darf es nur des kleinen Funkens, um die Spannung zwi
schen hüben und drüben, deren Verminderung naturgemäfß
ein Punkt des Programms der jetzigen Regierung
bildet, zur Entladung zu bringen. Wir können darum
dem heutigen Regime in Engatand nur einen geänzender
Sieg wünschen.
In Amcrikg, in Kalifornien, kam es anläßlich des
Besuchs eines japanischen Uebungsgeschwaders, zu be—
dauerlichen unegebungen des unversöhnlichen Rassenhas—
jes, der schon seit Jahren als drohendes Kriegsgespenst
dem Stitlen Ozean entlang huscht. Anläßlich eines von
den Japanern im Kaltisornischen veranstäaͤfteten Balles wei
gerten sich die amer kanischen Damen, mit den gelben Mars
söhnen zu tanzen. Darob verweigerte der Geschwaderkom
mandant der Schnljugend die ursprünglich gestattete Be
sichtigung der japanischen Schiffe. Wie dieter Konfäkt bei—
gelegt werden wird, ist zur Zeit noch unklar. Zur Bes
serung der Beziehungen zwischen Amerila und Japan trägt
das Verhalten der kalifornischen Heißsporne, der enfant
terribles der Union, freilich nicht bei.
Die Frauzosen haben im Wadni in Afrika eine böse
Schlappe erlitten. Zwei Offiziere, 5 Unteroffiziere unt
eine gröüere Anzahl Mannschaften wurden bei dem Ge
secht mit den Afrikanern getötet und viele schwer verwun
det. Ein harter Schlag für die stolzen Gallier. Vielleich
dient er ihnen zur Lehre, daß sie ihre Fühlhörner nich
allzuweit in die asrikanischen Gefilden hineinstrecken dür
sen, denn die unkultivierten Eingeborenen des schwarzen
Ardteils haben anscheinend für das, nichts weniger als
elbstlose Liebeswerben Mariannens, herzlich wenig Ge—
enliede. Und wenn so etwas der Fall ist, dann pfiegt
ich auf Liebe das brutale Gegenteil zu reimen: ...
Riebe! Wie in der dreieckigen Geschichte „Frankreich
„anien Marafkka“ mehriach zu lefen iñn
Aus aller Welt.
Die Margarinevergiftungen. Nach dem Genui
von Kuchen, der mit Mohrscher Kunstbutter gebacken war
ist in Moschin bei Posen die Bahnmeistersfrau Prietze
mit ihren beiden Kindern an Vergiftung erkrankt. Bei
her Mutter und einem Kinde wurde durch ärztliche Hilfe
zald jede Gefahr beseitigt, das zweite Kind
sonnte nur mit großer Mühe am Leben erhalten werden
— Aus Weißenfels wird berichtet: Die ganze Fa—
nilie des Arbeiters Philipp im benachbarten. Grenzschüt
st nach dem Genuß von Margarine, welche die Arbeiter
der chemischen Fabritk zentnerweise direkt aus der Marga—
cinefabrikt zu Rliona-Ottensen bezogen hatten, schwer er
krankt. — In Döberitz ist das Kind eines Arbeiters,
dessen Fomille ebenfalls an Margatinevergifturg erkrank!
var, gestorben. — In Aschersleben sind aber
mals mehrere Personen infosge des Genusses von Mar
garine an Veigi ungserscheinena er rankt; cbhenso ir
Büsten. (Daß der Urheder ali des Unglücks eingespon
ten worden sei, daß die Behörden durch Beschlag
tahme atller Vorröte der „einen Kunstbutter“ „Backa!
ind „Louise“ weiteres Unhei!, wie es jetzt seit fast 14
Tagen täglich gemeldet wird, zu verhüten bestrebt seien,
»avon hört man nmieerkwürdigerwese nichts! Und daß es
ioch Höndler und Kaufieute gibt, die diese „berühmten“
Narken nach all dem Unheil noch weiter verkaufen, das
ist ein neues Rätsel. Das Publifum wird aber wohl für
mmer an solcher Mordputter genug haven. D. Red.)
Ein neues Opfer. Der Zimmeecinnann Methel, der
ich demnächst wegen Teilnahme an den Moabiter Kra—
wallen wegen Landfriedensbruchs vor dem Schwurgericht
zu verantworten hatte, hat in seiner Zelle im Unersuch—
ungsgefängnis durch Erhängen seinem Leben ein Ende
gemacht.
Mord. Nach einer New-Yorker Depesche des „Ma
tin“ hat der Staatssekretär Knox der italienischen Regie
rung mitieilen lassen, daß der Gattenmörder vom Comen
Zee, Porter Charter, den italienischen Behörden zur Be
trafung ausgeliefert werden wird.
Poͤsträuber. In der Nähe von Eisenstadt wurde ein
Postwagen überfallen und vollständig ausgeraubt. Den
stäubern ist es gelungen, nach Oesterreich zu fliehen.
Neubau-Einsturz. In Krakau ist der hintere Teil
»es im Bau befindlichen technologischen Museums einge
türzt. Menschen kamen dabei nicht zu Schaden.
ToODdoäürtoeit Nach —iger Verhandsung de—
——————————— — ——— — —
Noch wußte er nicht, wie er es anzufangen habe, um ihr
zen Frieden zu rauben, aber daß nichts unversucht bleiben
ollte, um sie in Furcht und Schrecken zu versetzen, galt ihm
ereits als ausgemachte Sache.
Auf Verabredung hatte er mit Elfriede zusammen der
rchlichen Trauung des Försters beigewohnt. Er konnte es
icht unterlassen, sich Regine bemerkbar zu machen. Nun
chwelgte er in der Befriedigung, der jungen Frau der
dochzeitstag gründlich verdorben zu haben.
Als Elfriede keine Antwort erhielt, sah sie den „Bau—
neister“ forschend an. Nach einer Weile wiederholte sie die
zrage: „Waren Sie früher mit Fräulein Elsner bekannt?“
Er lachte kurz und hart anf.e Muß ich wohl — sie
var ja meine Braut!“
Cifriede stand mitten im rieselnden Regen still. Der
Sturm zerrte an ihrem hellen Sommerkleide, so daß die
einen, schmalen Füßchen in den braunen Lederstiefeln sicht—
ar wurden.
Der Baumeister hatte keine Aufmerksamkeit für diese
reizend geformten Füße. In seinem Innern rangen Haf
ind Reue miteinander.
„Ihre Braut?“ staunte Elfriede. Sie schien das Ge—
hörte noch nicht fassen zu können. „Und es ist kein Scherz
»as Sie da behaupten?“
„Turchaus nicht. Wie verlobten uns, als meine Mutter
uoch lebte. Eines unerheblichen Streites wegen gab Re—
sine mir mein Wort zurück. Um mir nicht wieder zu be—
egnen, ging sie fort aus Berlin. Da sich die Stelle beim
Förster fand, nahm sie dieselbe an, um sich meinen Nach—
orschungen zu entziehen. Das nur beiläufig, ihre Zimmer—
virtin erzählte es mir.“
„Ach! Und ein solches Mäödel, mit einer Vergangen—
jeit, in der sicher manches dunkel ist, heiratet unser Förfter
Ich wette, daß er von ihrem ersten Verlöbnis nichts weiß,
aß sie ihm alles verschweigt, er hätte sie sonst nicht zur
FfFrau genommenl“
„Möglich! Ich habe ja keine Ahnung.“
„Aber das Vorleben der Försterin kennen Sie genau,
zerr Baumeister, nicht wahr?“
„Ich denke wohl!“
„Und es ist da vieles dicht, wie es sein sollte?“
Er zuckte mit einem hämischen Ausdruck die Achsel.
Auf solche Fragen hat ein Mann keine Antwort, gnä
iges Fräulein.“
„Auch keine, die im tiefsten Vertrauen gegeben wird
zerr Baumeister?“
Er sah sie aus seinen dunklen Augen mit einem Blick
in, unter dem sie die Wimpern senkte. „Sie gaben mir nog,
einen kleinsten Beweis, daß ich Ihnen mehr nelte, als
zchwurgerichts Plauen (Vogtl.) wurde der, Reisende
annes Ritzen aus Aachen, der am 2. Mai 1910 sein
zeliebten, der Kellnerin Emilie Heinrich, nach einer Eiser
chtsszene den Hals durchschnitt, wegen Mordes
'ode verurteilt worden.
Beigelegter Streit. Der Konflikt mit dem Herren
hor der Wiener Hofoper ist endgültig beigelegt. —*
Wunsch des Obersthofmeisters Fürsten Montennovo wir
n der abgegebenen Erklärung statt „Erfüllung“ der Wür
he der Choristen deren „Berüchksichtigung“ erwartet.
Diebische Soldaten. Aus Toulon wird gemelder
wei Soldaten der Kolonialarmee wurden verhastet, »i
eit längerer Zeit Diebstähle von Militärtssekten verübt ba
»en. Gegen mehrere Trödler ist wegen Hehlerei eine
ersuchung eingeleitet worden.
Verschollen. Der Dampfer „Arkadia“, mit vier Pas.
agieren und 37 Mann Besaung, seit 14. Okltober v
ortorico in See, ist spurlos verschwunden.
el⸗-Friedenspreis. Der diesjährige Frit
ens⸗Nobelpreis ist dem internationnlun vermanenten Fri—
»ren⸗burcau, dessen Vorsibender der belgische Senator La
on aine ist, verliehen worden. Ter Wreis beträgt »un
30090 Franks.
* en Gefangene. 400 Gefangene des Gr
sängnisses von Civita Vecchia haben gementert. Drei xcom
danen Infanterie musnen einschreiten und die Ordna
wieder herftellen. 30 Gefangene üind mit Einzelhaft
traft worden.
Erdbeben.. In Florenz und in der Umgegent
ine starke Erderschüttereng verspürt worden.
„Drahtlose“ Ersolge. Der Erfinder We'd mar o
oen hat während des leüten Monais mehrere vollfonm,
»rah lose Telephsugespräche auf eine Sirecke über
rispmeler getiührt und ertiärt. daß er mit den Resultase
usrieven »*i
Airlbelstures In Perpignon und Umgegend wurd—⸗
urch einen Winelseunem großer Schaden augerichtet
WBonu Johaunn Orth. RNach e ner Metdang der „Tri
bune“ hat dite trant barn cdeeteg nde Gro herzognn
Toslane Nuteer Jehen Or« 5. auf das bestimmtest
erklärt, ei vor zwe Dah en nm enem Sanatoriun
gestorben. Dechem er nach lang hrgen Irr'ayrten Zu
lucht gesucht hatke. Fals die „Trianuna“kWeung sich be
tätigt, würde der Lesen enchdung üher das Schicksa
des früheren Erzherroas TJohnen Talvator endlich ein
Ziel gesetzt. Io bann Orhest brarntich der ehemalig
osterreichische Ercher;oa Ichenn Netomuk Salvator, fru
herer Feldmarscha leutnant und Dipisionskommandeur. E
tam seinerzeit in Konslikt mit dem österreichischen Kaiser
hause, heitatete ein bürgerliches Mädchen und verzichtet
im Jahre 1889 auf Titel und Reshle eines Erzherzogs
Im Sommer 1890 u iternam er auf dem Segelschiff „Mar
Jarethe“ eine Reise nach Buenoz-Aires und Valparaiso
Von da ab sehlte jede Spur von ihm und man nahm an
daß er auf d'eser Fahrt mit seinem Schiff verunglückt sel
Von Zeit zu Zeit ta'ichten aber immer wieder Gerücht
auf, Johanu Orth lebe noch; auch Anfang dieses Jahre—
hieß es wieder, Johann Orth sei in London ansässig
Man darf ge'pannt darauf sein, o“ die obige Todesnack
richt diesmal auf Wahrheit beruht.)
Ein Räuberhauptmann lus Petersburg wird be
richtet: Der gefürchtete Räkberhauptmann Salim Kham
hat dem kaukasischen Statthalter br'eflich angeboten, iu
selbst zu stellen unter der Bedingung, daß man b
nicht hinrichtet und seine Familie freiläßt.
Priuzessin Luife. Die Klagçe der Prinzessin Luij.
gegen den belgiichen Staat wegen der koburgischen Grün
dung ist den Betreffenden zugestellt worden.
Die Pest verbreitet sich im Ffernen Osten Rußlands
ichnell, da die bisher ergriffenen Maßnahmen ungenügens
ind und die Chinesen die Verfügungen des Sanitätsper
sonals mißachten. Viele Europäer verlassen Charbin. Di
Zztadt ist völlig gegen Zuzug abgesperrt. Auch im Amur
gebiete zeigte sich die Pest.
Schifsfs-Zufammenstoßz. Der Passagierdampfer „Blach
hurn“, der mit russischen und deusschen Auswanderern vor
Brimsby nach Antwerpen fuhr, wurde bei Sherninghan
an der Küste von Norfolk von dem Dampfer „Root“ «
den Grund gebohrt. Die Passagiere und Mannschaften ret
teten sich in drei Boolen. Von diesen wurde eins mit
Passagieren und 18 Mann Besatzung vom Dampfer „Ayr⸗
aufgelesen, der die Insassen nach Yarmouth brachte. Rad
Angabe der Great Railwey Company, der der „Blach
burn“ gehörte, führte er 29 Passagiere und 30 Mann Be
fatzung. Der „Rook“ blieb über Wasser und wurde nac
VYarmouth geschleppt. Die beiden fehlenden Boote de
„‚Blackburn“ wurden von dem Dampfer „Geraldine“ aufge
lesen und nach Grimsby gebracht. Saͤmtliche Personen
von Bord des „Blackburne“ wurden gereitet.
Unglücksfall. Auf der Halbinsel Hela ist beim Ab
euern der Signal-Kanone die in den Dünen liegend
ZSignalstation in die Luft geflogen. Der Maschinist, de
die Kanone bediente, wurde weit fort in die Dünen ge
ichleudert und tot aufgesunden. Von der Hafen-Behörd
in Danzig ist sofort ein Dampfer nach der Unfallstat
entsandt worden.
Untergegangene Boote. Zwei kleine Ppanische Schifft
ind auf der Höhe von Larrasch infolge Unwetters gesumn—
Meun der Besatzung sind ertrunken.
end ein detieoiger Fremder, mein gnädiges Fräulcin
Dazu kommt nun noch meine Mitteilung, daß ich mi
Fräulein Elsner liiert gewesen bin. Es duͤrfte mich nich
vundern, wenn ich dadurch in Ungnade gefallen wäre.“
Sie sah ihn mit dem strahlendsten Blick an, der ihr zu
Bebote stand. Er durfte sogar ihre kleine Hand küssen.
„Wenn ich, nur wüßte, wie ich Ihnen den Beweis geben
könnte, daß ich Ihnen trotz allem vertraue.“
Sie erstickte fast vor Neugier. Es konnte doch nur
zäßliches, Regine zum Schaden Gereichendes sein, wäs *e
Bauneister“ über sie wußte.
„Vielleicht fordere ich demnächst den Beweis,“ sagke er
Worte wieder mit einem leidenschaftlichen Blick begleitend
„Sie finden mich bereit. ... Nun aber noch eins
Jage: dachten Sie im Ernst daran. jenes Mädchen
jeiraten?“
In seine dunklen Augen kam ein tückisches Funkein.
So ganz als der Genarrte wollte er hier auch nicht da
stehen. „Du lieber Himmel, nein!“ lachte er frivol, mu'
ich es wirklich aussprechen, daß mir das „blasse Verhältnie
VWineechi Zeitvertreib für ein paar müßige Slundo
iente?“
Nun war sie befriedigt. Mit einem Schelmenlächeln
Zerabschiedete sie sich denn sie waren vor dem Hause ihre
Mutter angelangt. —
Eine Woche später wurden Volkmers durch eine Ein
ladung Frau von Bittners überrascht. Man hattie bereit
im Forsthause davon gehört, daß die Rätin eine größer
Besellschaft zu geben beabsichtigte, doch nicht erwartet, mi
eingeladen zu werden.
Regine wußte, daß sie dort Heinz Diesing begegne
würde, daß es darauf, abgesehen war, sie in hrer Ehr
herabzusetzen und zu kränken. Das aber hiell sie nich
urück, eine Zusage zu geben.
Ihr Mann shien überrascht. Er mochte dies nic
rwartet haben. Verstohlen forschend sah er in ihr weiß
iebliches Gesicht.
Aber mit stolzer Ruhe begegnete sie seinem düster pri
enden Auge. Seit dem Hochzeitstage war sie eine ander
Ppeden seitdem sie erkannt, daß ihr Wort Volkmer vich
galt.
Trotz ihrer ausdrücklichen Versicherung, daß ihre Ehr
rein wie das Sonnenlicht sei, zweifelle er an ihr seit j
Begegnung mit Heinz Diesing. Sie fühlte es recht wor
vie das Mißtrauen an ihm zehrte, ihn hinaustrieb in oe
Wald. Während der Nacht pflegte er im Revier heruma'
streifen und erst beim Morgengrauen heimzukehren.
Dann warf er sich total erschöpft auf sein Laager, u
in vaar Stunden ä schlafen