Full text : Dudweiler Zeitung

Lokales und Vermischtes.
A. Der Kliegerverein Dudweiler feiert Kaisersgeburts
ig om 22. Januar mit Kirchgang und Ball.
Die Diakonissenanstalt zu Speyer zählt zur Zeit
346 Schwestern. An Arbeitsfeldern hat sie in ganz
Ddeutschland neu übernommen mehrere Tuberkulosefürsorgestellen.
 Im asgelaufenen Geschäftsjahre hatte die Ansialt
an Einnahmen 428 950,32 Mark, an Ausgaben 428 785.68
Mark zu verzeichnen.
Vierflaschen. Es ist schon dutzendemale in unserer
Zeitung über obigen Artikel geschrieben worden. Viele
Leute behalten diese Flaschen und benützen sie im Haushalt
als Petroleumflaschen usp. Die Kaufleute dürfen jedoch
kein Petroleum in Bierflaschen verabfolgen, da sie sich hier—
durch einer strafbaren Handlung schuldig machen. Die
Kaufleute sind verpflichtet, Bierflaschen als Gefäße für Pe—
troleum usw. zurückzuweisen. Es dient einesteils dazu,
Verwechslungen vorzubeugen, andernteils aber auch, das
Linbehalten fremden Eigentums einzuschränken.
Ortsbezeichnungen. Auf Anregung des Reichsamts
des Innern wird die Schreibweise der Orts- und Verwal—
tuugsbezirksnamen mit einem unterscheidenden Vorsatzworte
wie Nord, Süd, Groß. Klein, Neu, Alt, sofern sie nicht
schon jetzt in einem Worte geschrieben werden, ohne Binde—
strich (also Nord Moslesfehn, Groß Garnholt, Hüder Frie—
schemoor, Spohler Mehden, Jader Vorwerk), dagegen sol—
che Namen, die sich aus zwei oder mehreren Stammnamen
zusammensetzen, wie Wüstling-Wraggenort, Heubült-Raste—
derberg, mit einem Bindestrich als die amtlich richtige festgesetzt.

Eingesandt. Sonntag, den 11. Dez. nachmittags 4
Uhr findet eine Mitgliederversammlung beider Zahlstellen
bei Wwe. Steeg statt. Schlepper und Lehrhauer sind
freundlichst eingeladen. Um recht zahlreiches Erscheinen
dittet der Vorstand. J
der Zechenverband und die Bergarbeiterforder
mgen. Am Montag ist in einer Vorstandssitzung des
Zechenverbandes die Antwort beraten worden, die sowohl
oem Christlichen Gewerkverein der Bergleute als auch dem
Alten Verdande zugestellt werden wird. Der Christliche
Gewerkverein hat bekanntlich unter dem 28. November eine
kingabe an diesen Verband gerichtet. in welcher gebeten
wird, den dem Zechenverband angeschlossenen Zechen zu
empfehlen, eine Aufbesserung der Löhne der Arbeiter über
und unter Tage vorzunehmen. In zweiter Linie wurde
gebeten, den Arbeitern die Möglichkeit zu geben, „durch
einige Vertreter etwaige Beschwerden von Arbeitern gegen
den Arbeitsnachweis mit untersuchen zu können.“ Angeregt
durch dieses Vorgehen hat denn vor wenigen Tagen auch
der Alte Verband eine Eingabe an den Zechenverband ge—
richtet, die vor allen Dingen eine fünfzehnprozentige Lohn—
erhöhung und Umwandlung des einseitigen Arbeitsnach—
veises in einen paritätischen Nachweis verlangt.
In der sehr ausführlich gehaltenen Antwort an den
christlichen Gewerkverein wird darauf hingewiesen werden,
daß die Löhne der Bergleute im Ruhrrevier seit dem Früh—
ahr dieses Jahres dauernd gestiegen sind. Auch wird da⸗
rauf hingewiesen werden, daß nach der Statistik der Knapp⸗
schaft 62,0 v. H. der Bergleute einen höheren Lohn als 5
M., 93,8 v. H. einen höheren als 3 M. verdienen und
daß nur 6,6 v. H. der Belegschaft weniger als 3 M. pro
Schicht verdienen sowie daß unter der letzten Kategorie sich
ämtliche Jugendlichen befinden. Was den Arbeitsnachweis
ainbelangt, so habe dieser seit dem Januar d. J. nicht we—
niger als 180 000 Siellen glatt vermittelt, oäne daß auch
aur eine einzige nachweislich begründete Klage erheblicher
Natur laut geworden wäre. Im allgemeinen stellte sich
der Zechenverband auf den Standpunkt, daß Lohnrfagen
nicht zu denjenigen Gegenständen gehören, mit denen er
sich statutengemäß zu befassen habe und daß er daher
auch nicht berechtigt sei, den angeschlossenen Zechen An—⸗
weisungen in dem vom Gewerkvereine gewünschten Sinne
zu geben. Die Antwort an den Alten Verband wird sich
in der Hauptsache auf die Antiwort an den Christlichen Ge—
verkverein beziehen.
Metall und Bier. Auf der Versammlung des Vereins
der Versuchs- und Lehranstalten für Brauereien in Berlin
jat F. Schönfeld ein Referat erstattet, das wohl auch für
weitere Kreise von Interesse ist. Es behandelt nämlich den
kinfluß von Metall auf Bier, der unter Umständen sehr
»edeutend werden kann. Im Vordergrund siet dabei das
Zinn, das sehr leicht Trübungen verursacht, namentlich
venn das Bier einen hohen Tohlensäuregehalt aufweist.
Von Bedeutung ist aber auch die Zusammensetzung des
Brauwassers. Man wird aus diesem Grunde die Berühr—
ung des Bieres mit zinnernen oder verzinnten Geräten
besser vermeiden.
Neuer Fortschritt der Kinematographie in der
Wissenschaft. Nachdem vor kurzem die Kinematographie
nikroskopischer Bewegungen gelungen ist, hat einer der
deiter des MareysInstituts in Paris, L. Bull, das Pro—
blem der Kinematographie der schnellsten Bewegung gelöst
Die Aufnahmen ganz schneller Bewegungen, wie sie 3. B.
Flügel fliegender Insekten ausfühcen, deren einzelner Flügel—
chlag zuweilen nur eine hundertstel Sekunde dauert, sind
jetzt möglich, sogar bis 2000 Aufnahmen in der Sekunde
Enligegung der bisherigen Methode, bei der 13—20 Bilder
in der Sekunde genügten und der Film sür jedes einzelne
Vild angehalten wurde geleitet jetzt der Film ununterbrochen
veiter und jedes Bild wird durch eine Lichtquelle jedesmal
auf eine neue Stelle des Films geworfen.
suzbach. 7. Dez. Zwischen dem Lochwiesschacht und
den Mellinschächten ist durch jahrelange Verlängerung der
Vergehalde eine Verbindung hergefiellt worden Beim
Lochwiesschacht wird nun ein Anschluß aa die Bahn her—
gestellt und ein Geleise nach den Mellinschächten geführt.
sulzbach, 8. Dez. Die neue projektierte Straßenbahr
Sulzbach⸗St. Ingbert soll am Schnappacher Weg beginner
und über die Hauptistraße nach St. Ingbert bis ins Josefs—
al führen. Mit dieser neuen Bahn wird sicher eine stär—
iere Interessenverbindung zwischen dem Sulzbachtal und der
Bsalz entstehen.
Von der Heydt, 8. Dez. Der hiesigen Beamten—
ßesangverein, hat sich aufgelöst. An dessen Stelle hal
nan eine „Beamtenvereinigung, sämtlicher Beamten ge
oildet. Der Jahresbeitrag beträgt 1 Mark.
Elversberg, 8. Dez. Laut neuester Bestimmung der
Berginspektion Heinitß findet das Zahlen des Lohnvorichusses
nicht mehr wie bisher Mittmochs, sondern Montags statt.
Nur in dringenden, außergewöhnlichen Fällen soll Vorschuf
sewährt werden“
Essen, 5. Dez. Der Deulsche Steigerverbandwar in
einer Eingabe“vom 30 Nov. vorigen Jahres darum ein
gekommen, die Gewerbegerichtsarbeit auf die Grubenbeamten
auszudehnen. Die Forderung ist damals mit den Erörte—
rungen über das Reichsberggesetz verquickt worden, was
höchstwarscheinlich nicht zur Förderung der Sache beigetragen
hat, da in den naßgebenden Regierungskreisen bekanntlich
noch eine große Abneigung gegen die Regelung der Berg—
gjesetzgebung durch das Reich besteht. Ohne nun die dor—
erung nach Schaffung eines Reichsberggesetzes fallen zu
assen, hat der Vorstand des Deutschen Steigerverbandes
n seiner letzten Sitzung beschloßen, beim Reichstage erneut
Ausdehnung der Gewerbegerichte einzukommen

Vtenessen, 6. Dez. Naf eigenactige Weise ist heute
norgen eine Frau in einem Hause an der Borbeckerstraße
ims Leben gekonmen. Der etwa 50 Jahre alten Ehefrau
des Fabrikarbeiters H. geriet beim Essen einer Apfelsine
ein Stück in die Luftröhre und setzte sich fest. Es gelang
nicht, das Stück zu entfernen, sodaß die Frau erstickte, be—
vor ärztliche Hilfe zur Stelle war.
Fraulautern, 5. Dez. Einem am äußersten Ende einer
hiesigen Dorfstraße wohnenden Bürger war eine Kuh er—
krankt. Sie war in dem hier stark vertretenen Trierischer
Viehversicherungsverein versichert. Der hinzugerufene Tier—
arzt stellte fest, daß die Kuh abgeschlachtet werden müsse
und das Fleisch für Menschen ungenießbar sei. Am Abend
wurde die Kuh geschlachtet und sollte am folgenden Mor—
gen verscharrt werden. Doch siehe da, am Morgen war
von der Kuh die außerhalb des Gehäuses während der
Nacht gehangen hatte, nur noch Kuochen vorhanden, das
Fleisch war gestohlen worden. Wohl infolge der ortsüb—
ichen Bekanntmachung, das Fleisch sei vergiftet, haben
vlelleicht der oder die Diebe Abstand genommen, etwas
»on dem Fleische zu essen, denn bis jezt hat man von
iblen Folgen noch nichts gehört.
Fzthen, 7. Dez. In Dessau wurde von der Krimnal⸗
Hlizei eine zehnjähriges Schulmädchen verhaftet, das ir
ZJöthen einen schweren Einbruchsdiebstahl verübt hatte.

GelehrtenAnekdoten.
Der Heidelberger Jurist Thibaut pflegte von einem
zöttinger Prosessor, der sehr viel auf Etilette hielt, zu
rzählen, daß dieser einen Studenten, der ihn nicht in
zskarpins besuchte, mit den Worten empfangen habe:
Mit Ihrer Kleidung pflegt man nicht honnette Leuie zu
esuchen“, worauf der Studio geantwortet habe: „Das tue
H auch nicht.“
Der Göttinger Anatom und Chirurg Konrad Johann
Nartin Langenbeck (gestorben 1851), der Onkel des be—
ühmten Berliner Chirurgen, hatte für nichts außerhallb
rines Faches Sinn und erklärte in seiner Klinik wört
ch: „Die Menschen zersallen in solche, welche operieren
nd in solche, welche sich operieren lassen.“
In einer klinischen Vorlesung des Leipziger Chirur—
en Karl Thiersch (gestorben 1895) liest ein Studen ganz
ngeniert seine Zeitung, blätlert um und liest und iest
der Professor, der einen Kranken vorstellt und den Fal
espricht, hat den Zeitungsleser sehr wohl bemerkt
zchließlich faltet dieser nach beendeter Leltüre sein Blat
— nicht eben geräuschlos — zusammen und steckt es sort
»orauf Thiersch: „Ach, Schwester Anna, oringen Sie dem
»errn doch bite eine andere Zeitung!“
Felix Dahn wurde in Hamburg nach einem Vo trage
»en er dort gehalten, zu einem Abenoschmaus einge aden
kr lehnte ab mit dem Bemerken, daß er die scheimme
Ledensweise in Hamburg kenne; bei seinem ersten Aufent.
jalte dort habe er sechs Wochen hindurch nichts anderes
jetan, als Trinken und Schlafen. Entrüsiet fragten die
damburger Herren, in welcher Gesellschaft er sich denn da
aals bewegt habe und Dahn erwiderte ihnen nun be—
chwichtigend, daß es die — ersten sechs Wochen seines
debens gewesen seien.
Aus dem Bändchen: Gelehrten-⸗Aneldoten von Dr. W.
Abeens (Verlag Hermann Sack, Berlin⸗Schöneberg).
—
Der kaufmännische Brief.
Die Münchener Zeitschrift für Kultur und Art ded
chriftlichen Verlehrs „Der Brief“ hat eine Umfrage an
eitende Persönlichkeiten der deutschen Kaufmannschaf. ge—
richtet. Sie betrifft folgende Punkte:
1 Entspricht der kaufmännische Brief den Anforder—
uingen des Geschmacks und des Stils unserer modernen
Zeit? 2. Welches sind die Hauptmängel des kaufmänni—
chen Briefes? 3. Welche Wege muß eine Refsorm ein
blagen?
Herr Oskar Tie tz, Chef des Warenhauses Hermarp
diez, beantwortet die Umfrage solgendermaßen:
Von den drei Fragen, die Sie mir vorlegen, ist d'e
ceste durchaus verneinend zu beantworten. Der kaufman
ische Brief entspricht in keiner Weise den Ansorderungen
es Stils der modernen Zeit und auch des quien üie
hymacks jeder Zeit.
Zu Punbt 2: Es hat nie bei den gedlegenen Schr'ft—
tellern, die auf die Sprache von besiemmendem Einsluß
ind, als geschmackvoll gegolten, die unsinnigen, durch
ichts zu rechtfertigenden Umdrehungen auzuwenden, aun
enen der heutige „Kaufmannstl“ so reich ist, wie bei—
pielsweise „und erlaube ich mir“ oder „und wird der
elbe“ ...
Jedes stilistisch geübte Ohr muß verletzt werden durch
zusammenziehung der verschiedenartigsten Bestandtei!e wie
Autwortlich Ihres Geehrten“, „Schreiber d'ieses“, „die
ehabte Unterredung“, die „Inbetriebsetzung“, „per u“ imo
ieses“ (ein Gemisch von lateinischen, italienischen und
eutschen Vrocken).
Die Klarheit eines Schrifistückes wird durch die Häus⸗
ing von Adiektiven, die noch dazu meist grammatisch falsch
»ezogen sind, aufs höchste beeinträchtigt.“ Zu verwer en ift
die im kaufmännischen Leben besonders hervortretende
Sucht nach falschen oder überflüssigen Fremdivörlern.
Zu Punkt 83: Knappheit und Bestimmtheit des kauf—
nännischen Briefes, die beiden höchsten zu erstrebenden
Vorzüge. werden durch solche fremde Bestandteile im all—⸗
zemeinen nur beeinträchtigt. Gleichviel gibt es wie in
eder Sprache, so auch in der deuischen, eine Reihe von
Fremde und Vehnwodrlern, die an eneee u
on sind.
Für die Abstellung dieser Mängel hat fich in den
etzten Jahren der Deutsche Sprachverein mit teilweisem
krfolge bemüht. In den gebildeten, kaufmännischen Krei
en hat man eingefehen, daͤß der Kaufniannsstil nicht un
nedingt schlechter sein muß, als der „gute“ Stil und ge—
unden, daß man seinen Zweck auch in gutem Deutsch er
eichen kann —I—————⏑— — — — —
Das enthüllte Steuben⸗Denkmal.
Washington, 8. Dezember.
In glänzender Weise hat bei herrlichem Winterwetter
ie Enthüllung des Denkmals für den deutschen General
n den amerikanischen Freiheitskriegen, Friedrich Wilhelm
»on Steuben, den Organisator der Armee George
Washingtons, stattgefunden. Das Denkmal, ein Werk des
deutsch· Amerikaners A. Jägers, ist durch einstimmigen Be⸗
chluß des Kongresses muͤ einem Kostenaufwand von etwa
ooo Dollars errichtet worden und erhebt sich gegen⸗
iber dem Waisenhaus an der Nordwestecke des Lasahett
Zaris. Präsident Taft, Mitglieder des Kabinetts, ein
zroßes Aufgebot von Bundestruppen des Heeres und de
Marine wohnten der Feier bei. Nach einer Ansprache des
ongreßmitgliedes Barthold hielt Präfident Dr. Hexamer
»om Deutsch-amerikanischen Nationalbund die Festrede
Nachdem der 1009 Sänger zählende Musitverein das
Deutsche Lied gesungen, ergrisi der deutsche Botschaster Gra*
Berustorff das Wort und führte aus, daß er dieses
Denkmal eines ausgezeichneten deutschen Offiziers, der die
em Lande hervorragende Dienste geleistet, zugleich auch
s ein Dentmal der unerschütterlichen Freundschaft be
Achte, die seit der Geburtsstunde der Bevölkerung der
Gereinigten Staoten als Naltion zwischen Deutsch'and und
»en Vereinigten Staaten stets geherrscht habe.
Sodann vollzog Fräule'in Helen Tasf die Enthull
ing des mit deutschen und anerikanischen Farben ge
chmückten Denkma's unter Geschützsalut. Rach der Vor—
ellung des Bildhauers Jägers sprach noch Präsident
daft als letzter Redner. Hierauf forgte eine große
Zarade von Tiuppen aller Wassengaͤttungen

Neueste Nachrichten und Telegramme.
Berlin, 2. Dez. Dem „B. T.“ wird aus Petersbur(
zemeldet: Professor Rosing am technogeologischen Institu—
in Petersburg ist nach 15jähriger Arbeit mit einer merk—
vürdigen Erfindung auf dem Gebiete des elektrischen Fern—
chers hervorgetreten. Ein besonders kombinierter Appara
ermöglicht der Erfindung Rosings nicht nur, daß eine Per—
on vom Hause aus sehen kann, was z. B. auf der Bühne
m Theater vorgeht, sondern überhaupt alles, worauf das
lektrische Auge seines Apparates gerichtet ist. Man kann
vie Rosing versichert, durch seinen Apparat die Bewegungen
uf jeder beliebigen Straße beobachten, kann alle Ankom—
nienden auf Bahnhöfen kontrollieren und die Schiffe auf
»em Meeee vor sich sehen, auf dem Kriegsschauplatz jede
Stellung des Feindes genau erforschen und das ganze La—
jer und jede Festung dem Feinde vorführen. Jeder Fa—
rikant wird vermittelst des Apparates in die Mögllchkeit
zersetzt, jeden Raum seiner Fabrik von seinem Arbeitszimmer
ius übersehen zu können.“ Durch diesen Apparat ist es
nöglich, versunkene Schiffe aufzufinden. In den nächsten
Tagen wird Rosing in der Kaiserlich Technischen Gesellschaft
an die Oeffentlichkeit treten.
Berlin, 8. Dez. In einem Anfall von Wahnsinn hal
h»er 32 Jahre alte Oberlehrer Dr. Neubauer vom Joachim-Bymnasium
 Selbstmord verübt.
Berlin, 8. Dez. Die Prämie von 800,000 Mark fiel
heute am lezten Ziehungstage der preußischen Klassenlotterie
auf die mit einem Treffer von 1000 Mark gezogene No
173,611.
Köln, 8. Dez. Nach einer Meldung der „Köln. Volks—
3tg.“ findet am 13. und 14. Dezember eine außerordentliche
Bischofskonferenz in Fulda statt.
Dortmund, 9. Dez. Im benachbarten Wellinghoven
ind zahlreiche Familie nach dem Genuß von „Backa“
Margarine erkrankt. Die Polizei hat die noch vorhandener
Bestände beschlagnahmt.
Bochum, 8. Dez. Der Alte Bergarbeiterverband, der
Zirsch⸗Dunckersche Gewerkverein und die polnische Berufs-»ereinigung
 treten in den nächsten Tagen zu einer neuen
donferenz zusammen, um zu der ablehnenden Antwort dez
Zechenverbandes Stellung zu nehmen und über weitere
Maßnahmen zu beraten.
Altwasser, 8. Dez. Auf der Segen⸗Gottesgrube bei
Waldenburg wurden gestern abend vier Bergleute durch
schlagende Wetter überrascht; zwei Ardeiter wurden getötet
die beiden andern konnten gerettet werden.
Halle, 8. Dez. In Oppurg ist der Kriegsveteran W
Münter, ohne daß sich Symptome einer Krankheit gezeig!
zätten, vor 8 Tagen eingeschlafen. Gestern ist er an
Schlafkrankheit gestorben.
Lüttringhausen, 7. Dez. Ein Fabrikarbeiter von hier
halte einen arbeitswilligen Feilenhauer in Remscheid alẽ
Streikbrecher und im Zusammenhang damit als den gefähr—
ichsten Menschen Remscheids bezeichnet. Das dortige
Schöffengericht verurteilte ihn zu einem Monat Gefängnis
Außerdem muß er die Kosten des Verfahrens tragen.
Hamm GWestf.) 9. Dez. In den Aemtern der Gemein—
den Pelkum und Cahmen sind zahlreiche Familien an
„Backa“⸗Margarine und Käse, der von der Firma Mohr
dezogen wurde, erkrankt.
Breslau, 9. Dez. In der „Gottessegen⸗Gr“ bei Alten.
vasser wurden 4 Bergleute vom schlagendem Wetter über—
rascht, 2 konnten gerettet werden, die anderu beiden wur—
den getötet. Beide waren verheiratet.
Danzig, 9. Dez. Auf der Insel Hela ist gestern nach—
nittag 6 Uhr beim Abfeuern einer Signalkanone die in den
Dunen liegende Signalstation in die Luft geflogen. Der
Maschinist, der die Kanone bediente, wurde weit in die
Dunen geschleudert und tot aufg funden. Von der Hafen—
tation in Danzig ist sofort ein Dampfer zu Hilfe ausge—
'andt worden.
Zübeck, 9. Dez. In Pohnsdorf im Landtkreise Lübeck
st die gesamte Familie des Arbeiters Bornemann nach dem
Henuß von „Backa“⸗Margarine erkrankt. .
Madrid, 9. Dez. Zwei kleine spanische Schiffe sind
uuf der Höhe von Larache infolge der Unwetters gesunken
16 Mann sind ertrunken.
Paris, 9. Dez. „Journal“ meldet aus Washington
Der Kreuzer Tacoma hat gestern in Christobal Befehl er—
halten nach Porto Cortes zu dampfen, um dort die ameri⸗
'anischen Interessen im Falle einer Revolution in Hoduras
zu verteidigen.
Paris, 8. Dez. Das heutige „Journal Offiziell“ ver⸗
»ffentlicht eine Kundmachung des Marineministers, wonnach
in anonymer Spender 100000 Frages für eine Rettungs
orrichtung gewidmet hat, die der Befatzung von Unterfee
»oten gestatten soll, ihre Boote im Falle eines Unglück.
inler Wasser zu vlassen und lebend an die Meeresoberfläche
„u gelangen. An der Preis »verbung können nur Fran—
osen teilnehmen.
Naris, 8. Dez. Es ist nunmehr von der Sicherheits—
zolizei festgestellt worden, daß die deutsche Gouveruͤante
Anna Knoll Selbstmord verübt hat. Der Sicherheitschef
Hamard nahm gestern persönlich in der Pension eine Un—
ersuchung vor. Hamard fand in dem Koffer der Knoll
einen Zettel mit den Worten: Ich bitte alles unter die
Armen zu verteilen und die Spenderin nicht zu nennen
An dem Selbftmorde der Knoll ist daher wohl nicht meb
ut zweif⸗lr

Paris, 9. Dez. Die Gisenbahner hielten in
der Arbetsbörse ihre erste Versammlung seit zem Aus—
tande ab und nahmen einen Beschlußansrag an, inden
ie gegen die Verhas ung der Steeikführer und die Ent'al'
ung der Stre'tenden prosestierten, sich mit letzleren solida
risch erkiärten und ihre Bereitweliigkest a:ussprachen, alle
zu unternehmen, um die Gesel schaften zur Wiederanjtel'
ung der Entlassenen zu zwinzen.
New-NYork, 9. Dez. Ein Ball für die Offiziere des
tapanischen Uebungsgeschwaders in Pa
adeua (Kalifornien) mußte abgesagt werden, weil die
Mödchen sich weigerten, mit den Japanern zu tanzen. Der
Idmiral Yashiro insormierte dann die Schulvorsteher, d',
Zchüler zur Besichtigung der Krieasschifse bringen wollten.

J Wandespolizeiliche Anordnung.
Wegen der Gefahr der Einschleppung der an vielen
Orten Deutschlands herrschenden und auch in Saarbrücken
ereits festgestellten Maul⸗- und Klauenseuche ordne ich mit
Benehmigung des Herrn Ministers für Landwirtschaft,
Domänen und Forsten auf Grund der 88 18 u. ff insbe—
ondere auch des 8 20 Abs. 2 des Reichsgesetzes über die
Abwehr und Unterdrückung von Viehseuchen vom 23. Juni
1880 (14. Mai 1894) (R. G. Bl. 1884 S. 409), 81 des
Preußischen Ausführungsgesetzes vom 12. März 1881
18. Juni 1894) (G. S 1881 6. 128. 1894 S. 118)
ind 8 1 der Bundesratsinstruktionen vom 27. Juni 1896
R. G. Bl. S. 357) sowie gemäß 8 56b der Reichsge—
hyerbeordnuna (R. G. BI. 1900 S. 871) für den Umfano

des Regierungsbezirkes Trier und für die Dauer »⸗
Zeuchengefahr folgendes an:
8§ 1.
Alle mit der Eisenbahn in den Regierungsbezirk Trie
eingeführten Klauentiere find bei oder nach der Entladung
urch den beamteten Tierarzt oder einen anitlich bestellten
Vertreter zu untersuchen. Sie dürfen erst nach erfolgter
Antersuchung und Erteilung eines Gesundheitszeugnisses vo
dem Bahnhofsgelände entfernt werden.
Auf Klauentiere, die unmittelbar einem Schlachthause
ur alsbaldigen Abschlachtung zugeführt werden, findet
iese Vorschrift keine Anwendung.
82.
Von dem bevorstehenden Eintreffen der m't der Eisen—
»ahn eingehenden untersuchungspflichtigen Klauentiere ( 81)
—VVV Tierarzte oder
»essen amtlich bestellten Vertreter rechtzeitiig Nachtiche zu
eben.
83.
Der Haudel mit Wiederkäuern im Umherziehen i
serhofen

—
Die Viehhändler haben über die in ihrem Besitze be—
indlichen Rinder und über deren Zu⸗ und Abgang Kon—
rollbücher nach dem im Anhange mitgeteilten Mufster zu
führen. Das Kontrollbuch ist den beamteten Tierärzten
und den Polizeibeamten auf Verlangen jederzeit vorzulegen
Für Schweinehändler ist die Führung eines Kontrollbuches
ereits durch die auch ferner in Kraft bleibende Anordnung,
etr. den Handel und den Verkehr mit Schweinen, vom a
danuar 1910 6Amtsblatt S. 2) vorgeschrieben.
35.
Die Kosten der amtstierärztlichen Untersuchungen —
aben die Einführenden zu tragen.
836.
Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Bestim—
nungen unterliegen, sofern nicht nach den bestehenden Ge—
etzen eine höhere Strafe verwirkt isi, den Strafvorschriften
der 88 66 und 67 des Reichsviehseuchengeseßzes und des 8
148 Abs. 1 Ziffer 7a der Reichsgewerbeordnung.
57.
Diese Anordnung tritt sofort in Kraft. Ihre Auf—⸗
jebung wird erfolgen, sobald die eingangs bezeichnete
eseitigt ist.
Trier, den 5. Dezember 1910.
Der Regierungs⸗Präsident.
Baltz.
Vorstehendes bringe ich hiermit zur öffentliche
Renntnis.
Dudweänler, den 7. Dezember 1910.
Der Bürgermeister.
Jost

—X.. ⏑—
von Anerkennungen. — Auskunuft
kostet nients und gibt gern
damplte dfezseß
— kKsetaschenbrodã. —
interkuren für Lungenkranke
Sanatorium Waldpark, Sũlzhayn (Südharz).
Sonnige geschütete Lage, vorzügliehe Erfolge. — Proopekt ftrel
Bis 15. Dezember J
e
tüchtigen Zäpfer
ür Gasthaus Kronenberger gesucht.
F
Dudweiler⸗Herrensohrer holksbank
e. G. m. u. h.
Sonntag, den 11. d. Mts., nachmittags 4 Uhr im
zaale von Frau Ww. P. Kronenberger findet die
HherbsteGeneralversammlung
iit folgender Tage s ord nuung statt:
1. Geschäftsbericht pro 1910.
2. Ergänzungswahl von 2 Mitgliedern zum Aufsichtsrat.
3. Einführung von Pfr. Grebers Sparmarken-System
Verschiedenes.
ner Uorsitzende des Aufslchtsrats.
Em Anfertigen von Kostim- und
Damenkleidern n. d. neuesten Mode
in und außer dem Hause empfiehlt sich
Maria Rein, Kirchenstraße 3.
Aneg zusammen 14 ———— llefert di.
Lindenstr.
Jeuteche Unren· Induc9frie berldin 731 “
* Weeee 5
7 —— —— —— —e 2* M. 58.
* Dieselhe Uhr, 2 socht silberns Deckel, 10 Rubis,
* allorfoinstos Werk, in hochelegantor Ausfuührung;
—— — Rabis, 8 Dookol, eohtos Silbor,
. —8 I to olaranaen prima Prazisionswork Mx. 16. 18
F c Gui nonde Niekol-Remontoir- Vhren von M. 2 70 a2
* Vorsilberto Uhbren, 2wei gehte Goldrander, 6.766,
* Zeht goldene prachtvollo Damen- UOhröon, 51876
gtee — ehe Ton 3 —
rtir jodo Uhr 3Jahre sohrittl. Garantiso. Umtaus eh gestattot oder Geld znrtiex
Pracht. Katalog ete eeezn
wraren. Phonographon, Masikerke te —& froi onno Kaufrwang
ios Firma iat walthörtihmt und liefert nur das Besto was oa gibt
1* **

* CTurner⸗
Bund
8 Dudweiler.
Conntag, den 11. d. Mi, sn
det in unserem Vereinslskale unser
diesjähriger RA 8
Ball — ——
statt. Mitgüder nebs ihren An Sing-, Zier- u. Vogelschutz
gehörigen sind freundl. eingeladen. Verein mit Aquarien⸗ und
Der Turnrat.
—555— Terrarien-Kunde.
Wie u Sonntag, den 11. Dez. 1910,
andet im Vereinslokal
teht ein rosiges, jugendfrisches An t⸗ *
itz und ein reiner, zarter, schoͤner Versammlung
—eint aus! Alles dies erzeugt:
— —⏑——— satn. da dieselbe auf Weihnachter
». Bergmann &Eo, Radevbeui des Weihnachtsfestes wegen aus
Preis das Stück 50 Pf. Ferner ist der fällt. Wegen wichtiger Besprechung
ei ee eee Hittet der Vorstand die Mitglieder
veiß u. sammesweich. Tube 50 Pi ahlreich zu erscheinen.
»ei Ernst Loerke. Karl Mule der Vorstand

J
            
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