Lokales und Vermischtes.
Wetterbericht. Von Nordwest⸗Europa hat sich hoher
druck nach dem Kontinent ausgebreitet. Die über Frank—
reich gelegene Depression ist nach Westen zurückgedräng!
worden. Es wird daher das nebelige, trübe Wetter fort—
bestehen. Die Temperaturen werden smiken.
Voraussichtliche Witteruna? Andauernd nebelig, trüb
kälter.
Wohltätigkeits-Vorstellung. Es sei uns gestattet noch—
mals auf die nächsten Sonntag im Vergnügungslokal der
Brube Camphausen stattfindende Veranstaltung des Vater—
ländischen Frauen Vereins, Ortsgruppe Camphausen, hin—
zuweisen. Diese Veranstalltungen erfreuten sich stets großer
Beliebtheit und regen Besuches, was auch in diesem Jahr—
der Fall sein dürfte. Es wird die Besucher nicht gereuer
denn das reichhaltige Programm bürat für einiage Stunder
zuter Unterhaltung.
Die Stellung des Kaisers über den Parteien.
Der „Hamburger Korrspondent“ weist mit Recht auf die
Befahr hin, daß die Kaiser-Interpellationen zu einer stän—
digen Einrichtung werden könnten:
Uberhaupt geht es nicht an, daß alle paar Jahre das Ober⸗
aupt desgRKeiches zum Hauptgegenstaad von Parlaments
Debatten emacht wird. Der Kaiser selbst kann das nich:
wünschen. Da er aber andererseits keine Mittel hat, eine
oerartige Kritisierung seiner Reden zu verhindern, so wird
er vermutlich vorziehen, keine Reden mehr zu halten, die
inen Vorwand fuͤr Keichsstags⸗Debatten bieten . .. Schon
»ei der Zurückweisung der inzwischen auch vom „Reichs—
zoten“ selbst als unhaltbar zurückgenommenen Beschuldig
ingen gegen den Fürsten Buͤlow haben wir daran erinnert
zaß auch die Konservativen damals gegen den Kaiser sehr
Zeutlich geworden sind. Darauf hat sie jetzt Bassermanr
hon neuem sehr nachdrücklich hingewiesen. Hoffentlich wird
dadurch die Spekulation auf die Vergeßlichkeit des Publi⸗
ums vereitelt. Heydebrand hat wirklich nicht das Recht
an den Reichskanzler zu appellieren wegen der Verhinder⸗
ing von Kritik am Kaiser. Wenn sich der konservative
Fuhrer dabei auf Rede⸗Erzesse sozialdemokratischer Agita—
Zren beruft, so trifft er nicht den Kern der Frage. Solch⸗
Frzesse haben keine werbende Kraft, und ihnen gegenübe
iclet auch das Strafgesetzbuch ausreichende Handhaben
Dagegen gibt es kein Mittel, um die schädlichen Folger
der in ruhiger Form vom Standpunkte des Monarchiste
Jeübten Krilik zu verhindern. Hier liegt eine ernste Ge—
fahr, gegen die der Reichskanzler ebenso machtlos ift, wie wi
alle. Deshalb möchten wir die Kaiser⸗Interpellation auch
nicht zu einer ständigen Einrichtung werden sehen. Bei
diefem Wunsche können wir uns auf den in allen größerer
Staaten geltenden Brauch berufen. Monarch und Voll
haben überall das gleiche Interesse daran, daß die Krone
dem Streite der Parteien und Meinungen fern bleibt.
Im Genossenschaftsregister des Königl. Amtsgerichts
Saarbrücken wurde bei dem Konsumverein der Grube Dud⸗
weiler⸗Jagersfreude eingetragene Genossenschaft mit be⸗
schränkter Haftpflicht zu Dudweiler, eingetragen: An Stelle
der ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Berginspektoren
Lwowstki und Heinrichs, Sekretär Weth und Fahrsteigen
Zimmer sind in den Vorstand eingetreten: Ernst Heubach
Kergassessor, Sulzbach, als Direktor, stellvertretender Direkton
FranzWieneke, Schichtmeister, Dudweiler, und Johann Greiber
Fahrsteiger daselbst. Durch Beschluß der Generalversamm⸗
lung vom 18. Oktober 1810 sind die 88 3, 4, 8, 8, 10,
19,46 und 49 des Statuts geändert und die 88 11 und
26 aufgehoben worden.
Verein gewerblicher Interessen. Im Anschluß an
unsere gestrige Notiz werden wir ersucht, ergänzend zu
„emerken, daß diese 3 Herren in der seinerzeitigen Ver—
sammlung die Aufnahme in den provisorischen Vorstand
ablehnten und deshalb auch nicht in diesen gewählt waren
Die Notiz beruht auf einem Irrtum der Redaktion.
Eingesandt. Am Sonntag den 4. d. M., abends 72/,
Uhr, findet bei Wirt Kuhn hier in Dudweiler, Sudstraße,
eine Mitgliederversammlung der Zechenhandwerker und
Maschinisten, sowie der Privat⸗Metallarbeiter statt. Wegen
wichtiger Besyrechung bdittet um zahlreiches Erscheinen
der Vorstand.
Saarbrücken, 3.Dez. Gestern abend gegen 7 Uhr
wurde an der Ecke der Fürsten⸗- und Bahnhofstraße ein
13jähriger Junge des Herrn Diener aus der Schillerstraße
bon einer Droschke der Bergwerksdirektion überfahren. Die
Räder gingen dem Jungen über den Leib. Doch sind die
Verletzungen nicht schwerer Natur. Herr Bergrat Geh.
Cleff, der in dem Wagen saß, brachte den Jungen selbst
zum Arzt. Wen die Schuld an dem Unglück trifft, wird
die Untersuchung ergeben. (Sbr. Vollsz.)
Saarbrücken, 2. Dez. Eine widerliche Szene spielte
ich vorgestern abend, am Schloßberg in Alt⸗Saarbrücken
ib. Ein Ehepaar] war aus geringfügiger Ursache in Streit
jeraten, in dessen Verlauf der Gatte seine Ehehälfte nach
illen Regeln der Kunst durchbläute und noch obendrein der
Kleider beraubte und auf die Straße befördere, dem Gespötte
tiner größeren Menschenmenge preisgebend. Ein Schutz⸗
nann Fetzte dem wüsten Auftritte ein Ziel und brachte die
Frau in die Wohnung zurück. (Sbr. Volksz.)
Neunkirchen, 1. Dez. Heute mittag ist der 12 Jahre
alte Sohn Robert des Herrn Bergmanns Schunck, in der
Talstraße wohnhaft, beim Spielen in einer Wasserpfüße auf
der Spieser Höhe ertrunken.
Neunkirchen, 1. Dez. Das 7 Jahre alte Söhnchen
des in der Wellesweilerstraße wohnenden Familie Moog
verlangte vons seiner Mutter ein Butterbrot. Als diese es
ihm fertig machte, kniete es auf einem mit kochendem Was—
ser gefüllten Waschtopf. Der Deckel brach ein und das
ind erlitt so' schwere Brandwnnden. dak es kurr nachher
tarb
Oberstein, 1. Dez. Um die Mittagszeit vergnügten
sich einige Jungen* hinter der Steuer und Zimmerschen
Fabrik, als plötzlich einer derselben einem elektrischen
Drahte zu nahe kam. Der 16ijährige Schlosserlehrling
Jakoby griff nach dem Drahte und wurde auf der Stelle
getötet. Fabrikant M. Rieth, der den Getöten weazieher
wollte, liegt krank darnieder.
*Mainz, 2. Dez. (Die Schiffahrtsabga—
enu.) Vor dem Eintritt in die Tagesordnung der Sitz.
ing der Stadtverordneten⸗Versammlung brachte Oberbür
zermeister Dr. Göttelmann einen Antrag des Stadtv. Ade
ung über die Schiffahrtsabgaben zur Debatte. Stadtv.
Indelung berichtete über die Reichstagsverhandlung in die
æ Sache und bemerkte, daß die Gesetzesvorlage über die
Schiffahrtsabgabe eine schwere Schädigung der Hafen
tädte sei, und daß es Pflicht der Anlieger wäre
jegen diese Vorlage energisch Protest bei dem Reichstage
u erheben. Der Vorsitzende der hiesigen Handelskammer
Beigeordneter Dr. Bamberger, schließt sich den Ausführu⸗
zen des Stadtverordneten Adelung an und berichtet an
iber die früheren Proteste, die sowohl von der Handels
ammer wie auch der Stadtverordneten⸗Versammlung ge—
jen die beabsichtigte Erhebung von Schiffahrisabgaben be
chlossen worden seien, doch dürfte ein neuer Protest ge
zen die nunmehrige Gesetzesvorlage seine Wirkung bei de
Keichsstagskommission nicht verfehlen. Auch Stadtv. Du
Schmitt (Zentr.) pflichtete den Ausführungen der Vorred
ter bei, worauf sich die Stadwerordnetenversammlung
instimmig dem vorgeschlägenen Protest anschinp
eAunyeim, 2. Dez. DMampfer⸗gzusammen.
o ß.) An der Neckarspitze stießen die beiden Hasendamp
er „Page Nr. 9“ und „Betha“, beide von der Reedere'
ßage, zusammen. Die „Betha“ sank nach wenigen Minu
en. Die Mannschaft konnte sich retten. F
* Stuttgart, 2. Dez. (Jnteressanter Ge—
ichtszfall.) In einer Melneidsklage kam hier der
eltene Fall vor, daß der Spruch der Geschworenen vom
Fericht kassiert wurde, weil diese fich nach der einstimmi—
zen Ansicht des Gerichts zum Nachteil des Angeklagten
leirrt hatten. Der Angeklagte, ein Kommissionär K. E
Schmidt, hatte einem Konditor einen Wechsel präsentiert,
essen Zahlung aber verweigert wurde, da es sich um
inen Heiratswechsel handle, der wegen des Scheiterns
er Heirat wertlos geworden war. Schmidt klagte aus
zahlung und beschwor, nicht gewußt zu haben, daß es
ch um einen Heiratswechsel gehandelt habe. Daraufhir
evstattete eine Heiratsbermitllerin Anzeige gegen Schmid
degen Meineids, da er die Herkunft des Wechsels ge—
mut habe. In der Verhandlung bestritt Schmidt
zehauptung, und seine Aussage, er habe, ohne nach de
herkunft des Wechsels zu fragen, diesen an Zahlungsstat
ei einer Auseinandersetzung angenommen, fand im Zeu
enverhör eine gewisse Bestätigung. Die Geschworenen be
ahten trotzdem die Schuldfrage auf Meineid. Das Ge
richt hob iedoch den Spruch auf und vertagte die Sache
*
Hochwasser.
*Nöln, 2. Dez. Der Rhein, der imnerhalb 2
—Ztunden um 114 Meter gestiegen war, steigt tzoch weiter
Damit ist die erste Beschränkung der Schiffahrt eingetre
en. Ein Teil der Werften und das Deutzer Hochflutge
ände sind überschwemmt. Die Schiffsbrücke ist für bela
ene Fuhrwerke gesperrt.
*)Duisburg, 2. Dez. Hnfolge von Hochwasser ijß
er Verkehr im Innenhafen eingestellt, die Magazine wur
»en geschlossen. Im alten Ruhrorter Hafenteil ist de
tzerladeverkehr gestört.
Koblenz, 2. Dez. Der Rhein fällt, wenn auch
mir langsam. Die Mossel geht ebenfalls zurück, sodaß
ie befürchtete Hochwassergefahr diesmal beseitigt ist.
Hanau, 2. Dez. Die Kinzig führt Hochwasser
ind steigt ziemlich rasch. Oberhalb Hanau hat sie bereits
zei verschiedenen Orten die User überschwemmt. Auch vor
ßenhausen wird weiteres Steigen der Kinzig gemeldet
— In Breitenborn stürzten zwei sechsjährige Knaben ir
»en hochangeschwollenen Gründaubach. Einer konnte ge
ettet werden, der andere wurde von den Fluten fortaerisen
und ertrank.
Worms, 2. Dez. Der Rhein fällt langsam und
unhaltend. Der Pegelstand beträgt gegen 2,90 Meter am
Hestrigen Abend. heute Vormittag 2,77 Meter.
— MöRA
Aus aller Welt.
Die Benzin-Tanks brennen weiter. Auch in
daufe der Donnerstag-Nacht konnte der Benzintankbran
n der Köpenicker Chaussee in Berlin nicht gelöscht wer
den. Die Annahme versteant sich, daß von den anderer
Tanks dauernd Benzin u den brennenden Tank zufließ
00 Kilogramm Tetrachlor-Kohlenstoff wurden in Gas
pritzen geführt und durch Kohlensäure in den brennender
Tank gespritzt, um die Luft abzuschneiden.
Das Auto im Fenster. In einer Weinftube an
Weidendamm in Berlin kam plötzlich eine Automobil
—D —
ntsetzt auf, kamen aber bis auf zwei Herren, die am
Fenster saßen, mit dem bloßen Schrecken davon. Die bei—
zen erlitten leichte Verletzungen durch Glassplitter.
Ueberfahren. Legationsrat a. D. Graf Hermann
ton Arnim, Besitzer der Standesherrschaft Muskau, Mit—
lied des Herrenhauses und früherer Reichstagsabgeordne
er für den schlesischen Wahllreis Rothenburg-Hoyerswerda,
zekretär des Fürsten Bismarck in den Jahren 1872 bis
874, wurde in Berlin von einem Strabenbahnwagen
berfahren und lebensgefährlich verletzt.
Neue Bahn. In Berlin-Schöneberg wurde die Un—
ergeundbahn in Gegenwarrt ver Vertreter städlischer und
aatlicher Behörden feierlich Seröffnet und um 1 Uhr dem
zerkehr übergeben.
Ertrunken. In Swinemünde ertranken beim Aus—
ringen zweier Dampfer am Molenkopf ein Lotse und ein
eutscher Bootsführer durch Umschlagen eines mit vier
Nann besetzten Bootes, von denen zwei sich retteten.
Massenvergiftung. Vier Personen, die in
hamburg nach dem Genuß von Margarine erkrankt
varen, sind tot. Die Zahl der bis jeht gemeldeten
erranlungssälle beläuft sich auf 175. Die Leichen der
ier Verstorbenen wurden von der Staatsanwaltschaft he—
chlagnahmt und nach dem Krankenhaus gebracht. um
eziert zu werden.
Riesendiebstähle. Vor mehreren Wochen wurde ir
hamburg in dem Timmschen Juwelierladen ein Einbruch
zerübt, wobei Juwelen für mehr als 100 000 Mark ge
tohlen wurden. Jetzt ist es gelungen, die Täter in denm
dellner Fritz Neunzig und dem Handlungsgehilfen Leo—
pold Strucke festzustellen, die mit mehreren anderen sei
dem 30. Oktober wegen eines anderen Juwelendlebstabl
n Untersuchungshast sind.
Zugunglück. Auf dem Bahnhof Zeitz ist der von
Leipzig kommende Personenzug 364 bei dichtem Nebe
zurch Ueberfahren des auf Halt siehenden Einfahrisfig
tals dem Güter-Ueberführungszug von dem preußischen
iach dem sächsischen Bahnhof Zeitz in die Flanke gefah
en. Der Lokomotivführer, der Heizer und ein Rangie
er wurden leicht verletzt. Die Reisenden blieben unver
etzt. Sieben Wagen des Ueberführungszuges ind ent
zleist und zum Teil zertrümmert.
Förster und Wilderer. Blutige Zusammenstöße
wischen Forstbeamten und Wilderern werden aus ver—
chiedenen Teilen der Provinz Schlesien gemeldet. In der
IRberförsterei Proslau wurde der Bauer Zygan von dem
forstaufseher Krohner erschossen, während er diesen durch
wei Schüsse schwer verletzte. — Bei Haatsch wurde der
Naurer Bindarecz beim Wildern von einem Heger erschos—⸗
en. — In der Nähe der „Preußengrube“ bei Beuthen
vurde der Ziegeleiarbeiter Chelalla vom Revierförster beim
Vildern betroffen. Der Förster nahm die Verfolgung auf,
kam zu Fall, sein Gewehr entlud sich und verletzte der
Wilderer sehr schwer. — In Waldenburg gelang es de
Polizei, eine weit verzweigte Wildererbande aufzuheben
die seit langer Zeit die umliegenden Forften-unsicher ge
macht hat.
Die Fleischnot. In der Frage der Fleischnot spitzi
ich der Gegensatz zwischen Oesterreich und Ungarn zu
58 ist leicht möglich, daß in Bälde der Antrag der deut⸗
chen Städtevertreter angenommen wird, die Einfuhr des
iberseeischen Fleisches nicht zeitlich zu begrenzen, son—⸗
ern so lange zu geflatten, wie die Fleischnot dauert.
Suochwasser. Wie aus Nantes gemeldet wird, if
sie Stadt an vielen Punkten infolge Hochwasser über
chwemumt. In zahlreichen Fabriken üt die Arbeit einge
telli worden. Die Stadt Caen and Umgegend ist in
solge Hochwassers der Orne überschwemmt. Die Beigung
der Bewohner aus den bedrohten Häusern ist teilweise
ehr schwierig. Die Eisenbahnverbindung. zwischen Anvers
mid Nantes ist insolge des Hochwassers unterbrochen.
Pest. In dem Chinesenviertel der Stadt Charbin
ind große Verheerungen infolge Pesterkrankungen mit viel
achen Todesfällen eingetreten. Der StadtPhysikus for
»ert die militärische Absperrung des verseuchten Stadt
eils, da nicht nur für Rußland, sondern sogar für ganz
zuropa die Gefahr besteht, in kurzer Zeit von der Pest
rgriifen zu werden
Vorsicht mit Sprengstoffen. In Basel ereignete sid
dor zwei Monaten im Bundesbahnhose beim Verlader
ines Koffers, der einem aus Amerika zurückgekehrten kroa
ischen Bergwerkarbeiter, namens Rak Ostoya gehöre
zeine heftige Explosion, bei der zwei Gepäckarbeiter erhel
ich verletzt wurden. Der Kofser war den beiden Arbe
sern vom Haändkarren gefallen und als diese den aufg«
Rrungenen Koffer wieder in Stand stellen wollten, er
Agte die Explosion. Nach übereinstimmendem Gutachte
er Experten, wurde die Explosion durch mit Knallquec
ilber gefüllte Zündkapseln, welche Rak Ostoya in seine
doffer mitführte, verursacht. Der Mann saß zwei Moe
iate in Untersuchungshaft und ist nun vom Strafgerich
vegen fahrlässiger Gefährdung der Sicherheit beim Eisen
ahnhetrieb zu einer Gefängnisstrafe von einem Monar
etilgt durch die Untersuchungshaft, verurteilt worden
die Entschäd'gungsforderung im Betrage von 508 Fres
vmies das Gericht ouf den Divir
——
Neueste Nachrichten und Teleqramme.
Dortmund, 2. Dez. In der heutigen Versammlun
der ausständigen Belegschaft der Zeche Lukas wurde ei:
Schreiben der Zechenverwaltung an die Belegschaft bekannt
gegeben. Darin fordert die Verwaltung die Arbeiter au'
pätestens am Montag den 5. Dez. zu der regelmäßige
Schicht wieder anzufahren. Wenn dies geschehe, sollen di
vorgetragenen Beschwerden gewissenhaft geprüft werden
Blieben dann noch Differenzpunkte bestehen, so würde di⸗
Zechenverwaltung den Schiedsspruch des Berggewerbegericht—
n Anspruch nehmen. Fohre die ausständige Belegschafr—
edoch am 5. Dezember nicht an, so würde die Zechenver
valtung die Namen dieser Arbeiter in der Arbeitslist
streichen und bei der Auszahlung des Restlohnes den durch
Kontraktbuch verwirkten Lohn von 6 Schichten abzuziehen
Dieses Schreiben an die Ausständigen bedeutet zweifello
in großes Entgegenkommen der Zechenverwaltung. Nack
ängerer erregter Besprechung beschloß jedoch die Versamm
ung der Ausständigen einstimmig, daß dem heutigen An
gebot der Zechenverwaltung erst dann näher getreten wer.
»en solle, wenn die Zechenverwaltung diesem Angebol
ioch folgende Zugeständnisse schriftlich anfüge: 1. Verhand—
ungen über die Mißstände in der Streikkommission und
2. keine Maßregelungen. Erst nach Zusicherung dieser Zu—
geständnisse wurden die Ausständigen in einer neuen Ver
ammlung am Sonntag endgültig Stellung nehmen. Di
Streikkommission wurdr beauftragt, morgen vormittag de
Zechenverwaltung den Beschlusßs der Versammlung vorzu—
ragen.
Duisburg⸗Meiderich, 3. Dez. Auch hier hat mar
Vergiftungen festgestellt durch dasselbe Buttersurrogat wie
in Hamburg, ebenfalls in Düsseldorf. Gestorben ist bishe
Niemand, erkrankt sind mehrere Personen nach dem Ge
nusse von Margarine der Marke Backa.
Bonn, 3. Dez. Die beiden Bonner Korpsstudenten
die Borussen von Finkenstein und von Quitzow, die in der
hekannten Affaire Veith zu 8 Tagen Gefängnissstrafe ver—
urteilt wurden, sind vom Kaiser begnadigt worden, der die
Befängnisstrafe in Festungshaft umwandelte.
Orny, 30. Nov. Um das Fort Chesny gibt es noch
immer keine Ruhe. In letzter Woche will der Posten
neuerdings von drei Unbekannten angegriffen worden sein
worauf er nach seiner Aussage schoß und einen verwundete
Die Gendarmerie ist beauftragt, Nachforschungen anzustellen
hat aber bisher noch keine Feststellungen in der Angelegen
heit machen können
*Koln, 2. Dez. Gisenbahndiebstähle.) Hie
ind große Eisenbahndlebstehle vorgekommen. Ein Eisen
dahnunterbeamter und ein Güterbodenarbeiter sind verhaf
et worden. Wer eꝛe Verhaftungen stehen noch bevor. Di
Diebe haben Waggons erbrochen und beraubt.
*Kölu, 2. Dez. ( Mord und Selbstmord.) Erp
Schlosser aus Oschersleben, der kürzlich wegen eines Re
volverattentates auf ein junges Madchen eine Zuchthaus
strafe verbüßt haite, knüpfte in Köln ein Liebesverhält
nis mit einer Kellueren an und erschoß sie aus Eifer
sucht. Auf der Flucht, in die Enge getrieben, beging e
Selbstmord
Berlin, 3. Dez. sachsische Stautsminister Gro
Witzthum von Eckstadt empfing im Ministerium des Aeu
zeren in Dresden den Direktor der Allgemeinen Fle'
cherzeitung, Zilzer, in einer Audienz, die dieser weger
der herrschenden Vieh- und Fleischnot nachgesucht harte
Direktor Zilzer legie die schwierigen Verhältnisse dar, ir
denen sich zur Zeit die Fleischversorgung des Deutschen
seiches befindet. Graf Vitzthum erkannte dies insbesor.
dere für das Königreich Sachsen an und erklärte, daß e
zehufs Bekämpfung der Vieh- und Fleischnot energisch
zchritte einzuleiten beabsichtige. Zunächst werde die fäck
ische Regierung eine Sachverständigen-Kommission au
Landwirtien, Fleischern und Vertretern sächsischer Grod
*ädte einberusen, um mit ihnen gemeinsam zu berate
elche Mittel und Wege am besten geeignet sind, d
Gieh⸗ und Fleischteuerung abzuhelfen. (Wenn Sachse
energisch vorgeht, und auch hoffentlich Erfolge erziel
dann werden auch die anderen maßgebenden Bunde‘
taaten, vor allen Dingen das immer noch zurückstehen
Preußen, nicht umhin können, dem guten Beispiele ebens
rückhaltlos und energisch zu solgen. Den vereinten Be
mühungen wird dann gewiß der Erfolg beschieden seir
daß die Fleischnot, unter der alle werbenden Schichte
des Volkes schwer leiden, zum mindesten in verspürbare
Veise gemildert wird. D. Red.)
Wien, 2. Dez. Dem Neuen Wiener Abendblatt wird aus
Maria Theresiopol gemeldet: Die Zöglinge der Gewerbe—⸗
Lehrlingsschule lehnten sichgegen ihrenLehrer Torök auf. Gestern
vurde Török von einem der rohen Burschen angegriffen
ind erwürgt. Als sich ein Schüler zur Veteidigung des
rehrers bereit machte, wurde er von den entarteten Bur
chen ermordet.
Brüssel, 2. Dez. Der anhaltende Regen der letzten
Tage hat ein weiteres Steigen der Maaß und ihrer
Nebenflüsse verursacht. Das Wasser erreichte eine Höhe
von 2 Meter über den normalen Stand. Es hat bereits
ahlreicher Keller in Namur und Dunant sowie die Woh—
nungen längst der Ufer überflutet. Die Schiffahrt ist
wegen der herrschenden starken Strömung eingestellt. Die
Sambre ist ebenfalls einen Meter über die Ufer getreten
Auch die übrigen Flüsse haben große Ueberschwemmunger
verursacht. Der Schaden ist bereits sehr bedeutend.
Rom, 2. Dez. Heute ist das neue päpstliche Motu—
proprio erschienen, welches den Ordensbrüdern untersagt
sich an Handels- oder Finanz-Gefellschaften zu beteiligen,
sowie sich überhaupt mit irgend einer der Religion frem—
den Beschäftigungen abzugeben.
Petersburg, 2. Dez. Der Sturm auf dem kaspischen
Meer, dem weit 300 Menschen zum Opfer gefallen sind
zat einen Schaden von vieler Millionen angerichtet. In
Istrachan laufen täglich Nachrichten über gekenterte Barker
in, auf denen sich Fischer befanden. Die zue Hilfe ausge—
andten Regierungsdampfer mußten wegen der starker
sisschollen unverrichteter Sache zurückkehren. Außerden.
saben 8 Fischerdörfer, die durch Hochwasser überschwemmt
ind, schweren Schaden erlitlen. Die Ueberschwemmung
ot ein furchtbares Schauspiel. Tagelang brachten die
Angehörigen der Fischer auf den Dächern ihrer Häuser bei
Wind und Kälte zu und mußten zusehen, wie ihre Ange—
öhrigen in den eisigen Wellen des Kaspi⸗Sees ihr Grab
Aden.
— n * 25
32X —X
Asame Lraues
ricket nur Stermwoou⸗
* J
Irangestern
iau — teluste demwouen
otstern
olctetern nhochtelne Sternwolles
rüũnstern peste
Zraunstern s Konsum-sSternwollen
Strüũmpfe und Socken aus Sternwosse
ind die bä IIigaten, weil an
altharbeiüüä raen unũbertroffen
— —
Vrunsch gratis
4·Bah⸗·
J4c—— BE
DuMonts Sorgenbrecher
ein gesunder, vorzudlicher Rauchabab
Grob sschnitt in Blau- feinschnift in Braundruck
iertelyfundraket 20 f4 ges. G⸗
Evangelischer Gottesdienst.
2. Advent, den 4. Dezember 1910.
sollekte für die durch die Diakonissenanstalt Keisers
im Morgenlande geübte Liebestätigkeit.
Dudweiler:
9.— Uhr. Beichte und hl. Abendmahl. Pfarrer
mershaufen.
10.— Uhr. Pfarrer Schmidt.
5.— Uhr. Pfarrer Trommershausen.
Herrensohr:
9.30 Uhr.
10.30 Uhr. Christenlehre.
* —ç — göötAADEDEXVXVXRXZEXEE—————
*
Einladung.
Mittwoch, den 7. Dezember d. J. abends punt.
Uhr wird Herr Diplom⸗Ingenieur Hacke, Architet
Tentral⸗Bauberatungsstelle des Saar⸗Moselvereins
Förderung des Kleinwohnungswesens einen Vortrag
kleinwohnungsbauten im Saale der Frau WM
C. Riedschy hierselbst bei freiem Eintritt halten.
Zu diefem Vortrage, der durch zahlreiche Lichtbit
helebl werden wird und an den sich eine Diskussion
schließt, ist jedermanu herzlichst eingeladen. Frauen
willkommen.
Dudweiler, den 30. Novembor 1910.
Der Bürgermeiste⸗
Jost.
Bekanntmachung.
Auf Grund des 8 189 6 Abs. 2 der Reichs-Gewerbe⸗Ou
wird im Bezirke der Bürgermeisterei Dudweiler im Jahre
ein erweiterier Geschäftsverkehr in offenen Ladengeschäften
pätestens 10 Uhr abends an folgenden Tagen zugelassen:
an allen Zahltagen der Bergleute der Gruben Dudw
ind Camphausen und zwar voraussichlich:
. am Samstag, den 7. Januar
21..,
4. Februar
8.
4. März
18. 2
8. April
2.
6. Mai
20. 1
20. Juni
24.
8. Juli
22.
5. August
19.
9. September
—W 28.
. 7. Oktober
O. 21.
»1.. 4. November
2 18.
8.. 22. Dezemde
A. Donnerstag, den28. 2
am Samstag vor Ostern, 15. April,
am Samsiag vor Pfingsten, 8. Juni,
I. am Samstag vor ber Ortskirmes, 15 September
an zwei Wochentagen ver Weihnachten und zwar
am Freitag, den 21. Dezember
am Samstäg, den 22. Dezember
am letzten Wochentage vor Neujahr Bape
am Samstag, den 30. mber.
Dud weiler, den 29. November 1810.
ie Polzeiverwa⸗
er Bürgermeister )
Bekanntmaehnng
Auf Grund des 8 139d der Reichs⸗Gewerbe⸗Ordnu
im Jahre 1911 im Bezirke der Bürgermeisterei Dudweii
nahmen von der gesetzlichen Mindestruhezeit und Mittagspo
folgenden Tagen gestattet werden:
an zwei Wochentagen in der Osterwoche und zwar:
am Mittwoch, den 12 April,
am Samstag, den 15. April,
p. aun zwei Wochentagen in der Pfingstwoche und zwar
am Freitag, den 2. Juni,
am Samstag, den 3. Juni,
c. an zwei Wochentagen vor der Ortskirmes und zwar
am Freitag, den 15. September
am Samstaäg, den 16. September
d. an vier Wochentagen vor Weihnachten und 3zwar
am Mittwoch den 20. Dezember
am Donnerstag, den 21. Dezember
am Freitag, den 22. Dezember
am Samstaäg, den 23. Dezember
..an zwei Wochentagen vor Reujahr und zwar:
am Freitag, den 28. Dezember
am Samstag. den 30. Dezember
Dudweiler, den 20. November 9310.
Die Polizeiverwu.
Buürgermeister 8
—Ü— ———o—o—o — ygo— ⏑ — 1 — EEEEIIIIII——
48
Thalio⸗Theater Saarbrück⸗
Direktion W. Viebeg.
Sonntag, den 4. Dez., nachmittags 4 Uhr:
Alt⸗Heidelberg, Schauspiel in 5 Akten von
Förster.
Abends 8,10 Uhr:
Der Graf von Luxemburg, Opereite in 3
von Lehar.
Dienstag, den 6. Dez.,, abends 8,10 Uhr:
Die letzten 6 Wochen, Schauspiel in 3 Alkten
L. Jungmann.
Mittwoch, den 7. Dez., abends 8,10 Uhr:
Der Freischütz. Oper inds Aktensvon C. N
Weber.
donnerstag, den 8. Dez, abends 8,10 Uhr: 9
Der Graf von Luxemburg, Operette in 39
v. F. Lehar.
Freitag, den 9. Dez.,, abends 8,10 Uhr:
Die lustige Witwe, Opertte in 8 Atten v.“
Zamstag, den 11. Dez, abends 8.10 Uhr:
Auͤ⸗ KHeidelbera. Schauspiel in b Akten von v