Lokales und Vermischtes.
sschwindel. Es werden wieder in den Zeitungern
rlei Waren von auswärtigen, teils sogar von ausländsen
Geschäften angeboten, u. a. die vielen Gegenstände,
3 Uhr, Kette, Ringe, Vorstecknadeln, Portemonnais und
ele andere Sachen für einige Mark. Obgleich man sich
bst sagen sollte, daß diese Aagebote auf Schwindel be—
hen, fallen doch immer wieder viele Leute auf die Inse⸗
le hinein. Wir sahen vor einige Tagen eine derartige
endung, welche weiter nichts als ganz unbrauchbaren
chhund enthielt. Man lasse sich also nicht durch die billigen
ngebote versühren, denn gute Ware kostet Geld und in
esigen Geschäften gibt es gute und vreiswerte Ware
ier Art in Hülle und Fülle.
Mädchenhändlern zum Opfer gefallen. In den
ten Monaten sind aus den einsam liegenden Bergmanns—
rfern des Saarreviers sechs junge, huͤbsche Mädchen ver⸗
vunden. Die Vermutung, daß sie einem Mädchenhänd—
zum Oofer gefallen sind, hat sich jetzt bestätigt. Ein
3 Hangard bei Neunkirchen verschwundenes Mädchen
reibt aus Pont-a-⸗Mousson an seine Mutter, daß es
nem Führer, der es unsittlichen Zwecken habe zufüh—
nmwollen, glücklich entkommen sei. Die Mutter holte das
lädchen von dort ab, und auf der Rückreise sah dieses
Neunkirchen auf der Straße seinen Entführer, der schon
ieder ein Opfer an der Seite hatte. Die sofort versiän—
te Polizei verhaftete den Mädchenhändler. Man hofft,
auch der übrigen verschleppten Mädchen wieder habhaft
verden.
Der Kaiser gegen den Alkoholmißbrauch. Im An—
luß an die Ansprache des Kaisers an die Seekadetten in
achen des Alkoholmißbrauch ist der „Ostseeztg.“ zufolge
e Kabinettsorder des Kaisers an die Marineoffiziere aus—
geben worden, in welcher der Kaiser die Erwartung aus—
rricht, daß das Offizierkorps den Mannschaften mit gutem
ispiel vorangehe uud daß es nichts unterlasse, die Mann—
aften über die Schädlichkeit des Alkoholmißbrauches in
eigneter Weise aufzuklären. Die Kommandostellen sind
gewiesen, gegen sogenannte Trinkzwangsitten mit oller
ergie vorzugehen. Eine inhaltlich gleiche Kabinettsorder
auch an die Offiziere der Armee ergangen sein.
Ein Rindvieh ohne Hörner. In der 14. 8Sauptver—
aimlung des „Deutschen Vereins für ländliche Wohlfahrts—
d Heimatpflege, die in Berlin stattgefunden hat, hielt
ofessor Sohnrey eine längere Rede über die Ernährungs—
hältnisse. Als Beweis, wie mancherorts die Landbe—
kerung darüber denke, zitierte er einige Inschriften an
mernhäuser, die das moderneMolkereiwesen charakterisieren.
Rei an einem hessischen Haus zu lesen:
„Wer seine gute Milch verkauft
Und mit den Kindern schlechte sauft,
Wer Butterlieferante ist
Und selber Margarine frißt,
Wer teures Auslandsfutter gibt
Und hinterher zu klagen liebt,
daß er verschleudern muß die Körner:
Der ist ein Rindvieh — ohne Hörner.“
Der älteste deutsche Soldat. Das Dragonerregimen
Schwedt a. O. kann sich rühmen, den ällesten aktiver
oldaten des deutschen Heeres, der zugleich Inhaber des
ernen Kreuzes erster Klasse ist, in seiner Front zu haben
ist der Wachtmeister der zweiten Schwadron, Heinrich
ttnitz, der in den GOer Jahren dem Regiment beitrat
ttnitz war bereits im Kriege von 1870 571 Unteroffizier
ihrend der Kämpfe erwarb er sich durch besonders ge⸗
ickt ausgeführte Patrouillenritte das Eiserne Kreuz erster
asse. Das Regiment zählte im Januar 1871 zur 14
walleriebrigade unter General v. Schmidt und operierte
der Gegend von Le Mans. Kottnitz, der wichtige Mel—
igen an den General v. Schmidt zu bringen hatte
hte mit großer Sicherheit den Weg zweimal durch die
fenden Kugeln hindurch, wobei er 24 Meilen in 26
inden zurücklegte.
Merkwürdig. „Wenn ich Sonntags auf der Kanzel
e,“ sagte ein Pfarrer, „und die kostbaren Sonntags⸗
bänder meiner Pfarrkinder sehe, ihre neuen Kleider, ihre
ergeschmückten Hüte, so frage ich mich: wo sind denn
te die Armen? Wenn ich aber nach der Predigt die
amelbüchse öffne und die Pfennige und Zweipfennige
e, dann frage ich mich: wo waren denn heute die
ichen?
Die „Knochenbeilage“. Bei der gegenwärtig herr—
enden Fleischteueruntz spielt natürlich die sogenannte
nochenbeilage“ eine wichtige Rolle, nicht nur für die
tzger, sondern in erhöhtem Maße für die Hausfrauen
bei den hohen Fleischpreisen begreiflicherweise ein be—
ders scharfes Auge auf den Umfang der Knochenbeilagen
»en, woraus sich schon manche Differenzen zwischen den
tzgern und den Abnehmern entwickelt haben. Es macç
dieser Gelegenheit erwähnt sein, daß auch die deutsche
idwirtschaftsgesellschaft schon genaue Untersuchunger
rudas Verhältnis von Knochen und Fleischgewicht beit
Hwieh angestellt hat. Das Ergebnis derselben ist, das
Gewicht der Knochen beim Grodvieh gegen 160 Prozent
ienige bei Schweinen, je nach Rosse und Ernährung, —
12 Prozent des Schlachtgewichtes beirägt. Die preuß
n Militärbehörden haben in wesentlicher Uebereinstim—
g mit diesen Feststellungen folgende Bedingungen fün
Fleischlieferungen festaefetzt: in 100 Kilogramm rohen
dfleisch dürfen nicht mehr als 11 Kilogramm, in der—
en Menge Hanmelfletsch nicht mehr als 13 Kilo und
100 Kilo Schweinefleisch nicht mehr als 9 Kilo Knochen
sanden sein.
Wetterbericht. Die von der Biscaya See langsam
»ringende Depression wird eine allmähliche Witterungs—
derung für unser Gebiet bringen. Die Depression hat
seit gestern vertieft und weiter ausgedehnt. Nieder—
ge sind zunächst nur für Süddeutschland zu erwarten.
Loraussichtliche Witterung: Witterungsämderung vor
ten her verdringend.
kiegelsberg, 29. Nov. Mit einem Revolver geschossen
iich gestern abend hier der Kassengehülfe Zapp aus
erbach. Z. ist auf dem Bureau der Gemeindekasse
elbst beschäftigt. Gegen Abend hantierte jer auf dem
eau mit seinem Revolver, wobei sich dieser entlud und
Unvorsichtigen die Kugel in die rechte Seite drang.
chnell herbeigehoste Arzt entfernte die Kugel aues
Reppe. Nachdem der Arzt seines Armntes gewalte!
nahm sich gleich die Gendarmerie der Sache an
wß 3. eine Bestrafung wegen unberechtigtigten Waffen—
ens zu gewärtigen hat.
Wehrden, 29. Nov. Vor etwa 14 Tageén wurden der
benbehörde auf Grube Velsen und den dort arbeitenden
ernehmern Werkzeuge und sonstige Gebrauchsgegenständ
hlen, die zum Teil unter Verschluß lagen Der Ver—
die Diebstähle ausgeführt zu haben, lenkte sich nack
noch auf einen hiesigen Handwerksgesellen, der ein
ang auf der Grube für seinen Meister aus Völklinger
iten ausführte. Am vergangenen Samstag wurd
n seiner Wohnung eine Haussuchung vorgenommen
dem in den Zimmern seines Schwiegervafers, die en
wohnt. Dort wurden nun verschiedene Besen, Pinsel
Del. eine gelbe Brieftascho. ein Revospon usm
unden, welche Gegenstände sämtlich aus der Grube Velsen
ntwendet wurden. So war der Dieb überführt und wird
eine verdiente Strafe erhalten.
Freimengen, 30. Nov. Die Bergwerksgesellschaft Saar
ind Mosel ist im Begriff hier 20 Arbeiterwohnungen zu
rrichten, und zwar sollen sie strahlenförmig angelegt werden,
‚och heißt es daß die Regierung gegen diese Anlegeart Ein—
vendungen erhebt.
* Sülz, 1. Dez. Tödlicher Unfall.) In einem
in ewachten Augenblick stürzte ein zweiähriges Kind am
Hönningerweg in Sülz in eine Schüssel heißer Waßch—
lauge. Das Kind, das schwere Brandwunden erlitt, ist
in die Krankenanstalt Lindenburg gebracht worden, wo
es inzwischen den erlittenen Verletzungen erlegen ist.
Keeken (Rheinl.), 30. Nopv. Großfeuer.) Hees ist
in den frühesten Morgenstunden eine Kaistelle niederge
brannt. Das Feuer verbreltete sich so schnetl, daß nich
einmal an die Rettung der notdürftigsten Kleidungssrückc
jedacht werden lonnte. Zwei Kühe, ein Kalb- und fün
zchweine kamen in den Flammen um.
* Elberfeld, 1. Dez. (Die deutsche Kolonial
esel Uischaft.) Die Tagung der Deutschen Kolonial
eselischaft wurde in den Rathaussälen durch den Herzo
FJohann Albrecht eröffnet. Namens der Rheinprovinz ent
ot Oberpräsident Freiherr von Rheinbaben den Will
ommensgruß. namens der Stadt Elberseld Oberbürger
neister Funck. Der Herzog-Regent sprach den DTank de
Besellschaft für die Begrühßungen aus. An dem dann fol
zenden zwanglosen Beisammensein nahmen zirka 500 Feti
eilnehmer teil.
* „leve. 1. Dez. (Fu den Tod gegangen'?
achts machte der 21jährige Kaufmann Haus, Mitinha
er eines Antiqu tätergeschäfl'es, seinem Leben durch Ein
itmen von Gas ein Ende. Mit Ueber' egung ist der Be
auernswerte bei der Tat vorgegengen. Seine Beitdecke
chleppte er au den Küchenherd und drehte iechs Hähn
der Gasleitung auf. An der äußeren Seite ver Küchen
ür besestigte er einen Zettel mit der Aufichrist: „Vorsich
zas!“ zur Warnung für seinen älteren Bruder, der mi
hmallein das Haus bewohnte. Als die'ser gegen 9 Uhr—
rüh erwachte. fand e»r den Bruder in der Biche !BBe
Jend
* Essen. 30. Nop. (Der Streit auf de:
Zeche „Lukas.“ Die Leitung des Gewerkvere ns christ
icher Bergarbeiter Deutschlands hat jetzt ebenfalls zum
Ztreik auf der Zeche „Lukas“ Stellung genommen. Die
Mitglieder des Gewerlvereins werden aufgefordert, siek
nicht am Streik zu beteiligen. — Wie verlauiet, haben fick
die über Tag beschäftigten Arbeiter der Zeche „Lukas“ in
hrer Mehrzahl dem Ausstande der unterirdischen Beleg
cchaft angeschlossen.
* Essen, 30. Nov. (Den Verletzungen erle—
zen.) Vor einigen Tagen entstand auf Zeche „Viectorio
Mathias“ eine Schlagwetterexplosion, bei der fünf Berg
eute schwere Brandwunden erliiten. Die Verletzien sind
nittlerweile sämtlich gestorben.
* Frankfurt a. M., J1. Dez. (Wom Theater.
der „Finanz-Herold“ bringt die Nachricht, daß die Er
tennung des Frankfurter Schauspielhaus-Intendanten E
Flaar zum Intendanten des Wiesbadener Hoftheaters be
zorstehe.
* Frankfurt, 1. Dez. (Stadtverordneten
3tichwahlen.) Bei den Stadtverordneten-Stichwah
en wurden 6 Anhänger der fortschrittlichen Volkspartei
)rei Nationalliberale und zwei Mittelständler gewählt
vährend die Sozialdemokraten, von denen 11 zur Stich
vahl standen, leer ausginzen.
* Hanau, 1. Dez. (Mordprozeß.) Der Zeug
eldwebel Ernst Müller aus Hanau, der bekanntlich sein
seliebte seinerzeit auf offener Straße erschoß, wird sick
im 8. Dezember wegen Mord und Mordversuch vor den
Kriegsgericht der 21. Division in Frankfurt zu verant
worten haben.
x
Hochwasser.
*Koblenz, 30. Nev. Der Rhein hatte einen Pe
zelstand von 4.70 Mietern. Er ist um 120 Zim. geslie
zjen Die Mosel ist bereits über das linte Ufer getre
en. Ein fünfjähriger Junge ist in der Mosel ertrunten
Worms, 30. Nov. Der Rhein ist in der letzten
Nacht von 2,35 auf 2,69 Meier gestiegen.
Mannheim, 30. Nov. Infolge der raschen
Schneeschmelze bringen die Flüsse Hochwasser. Der Neckar
ttieg wieder gewaltig. Nicht ganz fo start ist der Rhein
gest egen Do nν —
Neueste Nachrichten und Telegramme.
Verlin, 1. Dez. In einer Dopositenkasse der Deut—
chen Bank sind Unterschlagungen in Höhe von 73,500 Mk
porgekommen. Der Kassierer Hoefling wurde verhaftet
die Kassierer Krause, Giese und Ide, die an den Unter
chlagungen gleichfalls beteiligt sind, sind flüchtig. Di
Anterschlagungen wurden nur dadurch möglich, daß die
drei Beamten sich gegenseitig zu kontrollieren hatten.
Berlin, 30. Nopv. Der Gouverneur von Togo, Gra
Zech, ist in den Ruhestand getreten.
Berlin, 30. Nob. In 23 Vollversammlungen in Groß—
herlin veranstaltete die Kinderschutzkommission der sozial—
demokratischen Vereine eine Massenkundgebung gegen die
Ausbeutung der Kinder in den Gewerbebetrieben.
Frankenholz, 29. Nov. Der verheiratete Bergmann
Max Schley von Oberbexbach wurde gestern abend in der
Nähe seiner Wohnung auf der Straße nach Frankenhol,
»on einem Burschen mit einem Rodelschlitten überfahren,
odaß er einen Schädelbruch erlitt und nun bewußtlos
darniederliegt.
Bochum, 29. Novs. Gehaltsforderungen in Höhe von
rund 70 000 Mk. machte der Regierungsrat Bäumer in
einer Klage gegen den Allgemeinen Knappschaftsverein in
Bochum geltend. Der Kläger, der seit 1. April 1904 bei
den Verwaltungsgeschäften des Knappschaftsvereins mitge—
virkt hatte, war durch mündlichen Vertrag vom Oktober
904, der später schriftlich beurkundet wurde, gegen ein
sßehalt von 8100 Mt. angestellt worden. Die Anstellung
erstreckte sich auf die Dauer von 10 Jahren und konnte
iur von seiten des Klägers mit 6 Monaten gekündig'
verden. Am 25. April' 1906 hatte Bäumer das Anstell.
ingserhältnis ohne Einhaltung einer Kündigsfrist gekün—
»igt, weil in den Vorstandsbeschlüssen vom 24. Februa.
ind 10. April 1906 und in dem Verhalten des damaligen
Vorsitzenden Ludwig ein Verstoß gegen den Dienstvertrag
iege, der einen wichtigen Kündigungsgrund bilde. Zu.
Begründung seines Klageanspruches machte Bäumer geltend
der damalige Vorsitzende des Vorftandes Ludwig habe sich
in an ihn gerichteten Schreiben Rechte beigelegt, die übei
seine (Kudwigs) Befugnisse hinausgingen, und dies Vor—
gehen des Vorsitzenden habe die Billigung des Vorstandes
zefunden. Weiter habe der Vorstand am 10. April 1906
eine Geschäftsanweisung dahin erlassen, daß der Vorstand
der Vorgesetzte sämtlicher im Dienste des Vereins stehende.
Personen, also auch der Direktoren, sei. Endlich habe de
Lorstand durch Beschluß vom 10. April 1906 den Knapp
chaftsdirektor Köhne zum ersten Direktor bestellt und an
24. April 1906 eine Vienstanweisung erlassen, durch di
»er erste Direktor den übrigen Direktoren vorgesetzt sei
Das Landgericht Bochum hatte nach dem Antrage Bäunjers
rkannt. Dagegen hat der 9. Zivilsenat des Oberlandes—
gerichts Hamm in seiner Sitzung vom 13. Oktober 1910
as Urteil des Landgerichts Bochum aufgehoben und di
dsnß Paewies
Berlin, 1. Dez. Wie das „Berliner Tageblatt“ erfährt,
and gestern im Reichstage eine mehrstündige Besprechung
wischen dem Staatssekretääei Wehrmuth und dem Unter—
aatssekretär Kuhn einerseits und einer Anzahl Parlamen—
arier andererseits über die Möglichkeit eines Ersatzes der
eplanten Reichswertzuwachssteuer durch eine weitere Er—
öhung des Umsatzstempels bei Grundstücksübertragungen
tatt. Wie verlautet, will Wehrmuth auf die Wertzuwachs⸗
teuer verzichten, wenn ihm die notwendige Summe ande—
rerseits zur Verfügung gestellt wird.
Bochum, 1. Dez. In einer Konferenz der Delegierten
des Bergarbeiterverbandes der Hirsch-Dunkerschen Gewerk—
vereinen und der polnischen Berufsvereinigung, die 6 Stun—⸗
den dauerte, wurden die Lohnforderungen festgestellt, mit
deneu an die Zechenverwaltungen herangetreten werden
soll. Mit diesem Beschluß treten die Nuhrberaleute in eine
neue Lohnbewegung ein.
München, 30. Nov. Großes Auffehen erregt in der
Vorstadt Haidhaufen der heute Vormittag erfolgte Selbstmord
des Hof-Wagenfabrikanten Franz Gmelch. Das Motiv der
Tat soll in geschäftlichen Schwierigkeiten liegen.
Montjoie, 30. Noo. In der Halle der Webereigenossen—
chaft zu Contzen geriet ein 18jähriger Bursche in die Trans—
nission. Ihm wurde der Kopf zerquetscht und beide Beine
gebrochen. Der Tod trat sosort ein.
Trier, 29. Nopv. (Von glühendem Eisen verbrannt.)
Auf dem Dütelinger Hüttenwerk wurden infolge Explosion
am Hochofen vier Arbeiter von glühendem Gußeisen über—
chüttet und furchtbar verbrannt.
Trier, 1. Dez. In Daun stürzte ein neuerbautes
Zimmer ein und begrub 4 Kinder. Eins ist tot, eines
schwer'verletzt, zwei leicht.
Lachen, 29. Nov. Der 27 Jahre alte Sohn Heinrich
es Metzgermeisters Nik. Hoos stürzte von einer Leiter und
jel mit dem Bauche in einen Fleischhaken, in dem er län—
zere Zeit hängen blieb, bis er aus seiner Lage befrei
wurde. Er wurde schwer verletzt ins Krankenhaus Hektkel—
stift nach Neustadt gebracht.
Dresden, 1. Dez. Von der chinesischen Regierung
ind bei der Leitung der Internationalen Hygiene-Aus
ellung Dresden 1911 die Pläne für die Ausstellungsbau
ichkeiten der chinesischen Abteilung eingetrofsen. Es wird
ine große Halle errichtet werden, und ferner als Prunk
tück chinesischer Architekltur eine gewaltige Pagode.
Paris, 1. Dez. Dem „Echo de Paris“ wird aus
konstantinopel gerüchtweise gemeldet, die Türkei habe der
ranzösischen Regierung Vorschläge unterbreitet, die au
ine Besserung der Beziehungen beider Länder abzielten
der Botschafser Bompard, dem der türkische Finanzmini
ter Dschawid Bey einen längeren Besuch abgestattet habe,
ei nach Paris abgereist, in der Absicht, eine Verständig—
ing in der Anleihefrage zu suchen.
Paris, 1. Dez. Der Prozeß gegen den früheren Li—
suidator Duez, der unter der Anklage betrügerischer Ma—
henschaften bei Liquidationen von Konkregationsgütern
ieht, wurde an das Schwurgericht verwiesen. Die An—
age lautet auf Urkundenfälschung, Verwendung gefälsch—
er öffentlicher Urkunden und Unterschlagung. Gleichzeitig
»urde der Prozeß gegen den Sekretär Martin Gautier
ind gegen zwei weitere Mitschuldige namens Lefevre und
Greton an das Schwurgericht verwiesen.
Paris, 30. Noo. Vor dem Gefängnis in Le Mans
vurde heute Morgen 7 Uhr der Mörder Doilin durch der
Scharfrichter Deibler hingerichtet. Doili hatte am 25. März
zusammen mit einem Bruder eine alte Bauersfrau ermor—
det, um sie zu berauben. Die Geschworenen hatten ihn am
5. Oktober zum Tode verurteilt, während sein Bruder mil
lebenslänglichem Zuchthause davon kam. Bei der heutiger
hinrichtung legte Doilin eine große Kaltblütigkeit an der
Tag. Er hörte die Messe und rauchte dann noch einé
Pfeife.
Helsingfors, 1. Dez. In der Gemeinde Kartula war
ich in der Kirche während des, Gottesdienstes ein Bauern
ohn mit einem Messer bewaffnet auf den Pastor, der ver
chiedene Messerstiche erhielt. Der Vorfall wird auf di
Agitation der Sozialdemokraten gegen die Kirche und di
Beist üchkeit zurückgeführt.
Preßburg, 1. Dez. Das altberühmte Franziskaner—
dloster Malaczka steht seit gestern abend in Flammen. Di
Reliquien und kostbaren Kirchengeräte konnten gerettet werden
Madr id, 30. Nov. An der spanischen Küste herrscht
wie aus La Coruna gemeldet wird, ein furchtbarer Sturm
Alle Fischerboote mußten, nachdem sie kaum aufgelaufern
varen, in den Hafen zurückkehren. Eine Sturzwelle spült
von dem Vordeck des Dampfers Peral drei Seeleute fort
welche ertranken. Ein Mann vom Dampser Telmo erlit
das gleiche Schicksal. Das Boot Princesa sank zwischer
der Insel Sicarga und dem Vorgebirge San Pedro. Vor
einer Besatzung konnte nur ein Mann gerettet werden, di
ibrigen ertranken, nachdem sie drei Stunden mit den Wellen
zekämpft hatten, um das Land zu erreichen. Das Schicksa
vieler Fahrzeuge ist noch unbekannt.
London, 30. Nov. Die streikenden Grubenarbeiter in
Züdwales haben an die Angestellten der Taff-Vales Bahn
das Ersuchn gerichtet, weder Polizei- und Militär⸗Mann—
chaften noch Lebensmittel für sie zu befördern. Die
Streikenden verlangen einen Sympathie-Streik und drohen
zurch Streikposten, die Bahn-Anaestellten an der Arbcit zu
pinden.
Kardiff, 30. Nop. Da die 26 000 Ausständischen der
Lambrian- und Aberdare-Gruben gestern mit geringer Mehr—
jeit beschlossen haben, die bereits abgelehnte Vermittlung
des Gewerkvereins nunmehr anzunehmen, sind Aussichten zur
Finigung vorhan den.
Wien, 29. Nov. Im zwölften Bezirk hat heute eine
yon ihrem Gatten verlassene Frau ihre zwei Kinder durch
tevolverschüsse tödlich verletzt und sich dann selbst erschossen.
Die Ursache ist anscheinend Geistesstörung.
Petersburg, 30. Nov. Der hiesige Arzt Dr. Lion hat
n über hundert Fällen mit großem Erfolge ein neues
Mittel unter dem Namen Arseno-Cerebrin bei Epileptikern
ingewendet. Nach den ersten Wochen der Behandlung hör—
en alle apileptischen Anfälle auf, so alt und schwer auch
ie Krankheit wor. In den nächsten Tagen wird Dr. Lion
nder hiesigen medizinischen Gesellschaft einen Vortrag
iber seine Heilmethode halten.
5schanghai, 29 Nov. Eine große Hungersnot, von der
Millionen Menschen bz Amn sein sollen, wird aus dem
ostlichen Teil der ProvinCookhai gemeldet.
Rew syork, 1. Dez. ran hat das Geständnis veröffent—
icht, daß er jetzt selbst dage zweifle, den Nordpol entdeckt
uu haben Die Entbehrunchn in der Polargegend hätten
amels seinen Geist un
Krieger-Verein
Dudweiler.
Beerdigung des Kameraden
Veteran
Joh. Schiffmann
6.48 Uhr.
Antreten punkt 9. 15 Uhr.
Der Norstan
Am frischesten
ist nur der Malzkaffee, der am
meisten verlangt und deshalb am
schnellsten verkauft wird, das ist:
Kathreiners Malzkaffee!
Den Sehalt macktol!
Einladung.
Mittwoch, den 7. Dezember d. J. abends punkt 8. 30
Uhr wird Herr Diplom-Ingenieur Hacke, Architekt der
Central-Bauberatungsstelle des Saar⸗Moselvereins zur
FJörderung des Kleinwohnungswesens einen Vortrag über
Kleinwohnungsbauten im Saale der Frau Wwe.
L. Riedschy hierselbst bei freiem Eintritt halten.
Zu diesem Vortrage, der durch zahlreiche Lichtbilder
helebt werden wird und an den sich eine Dissskussion an—
chließt, ist jedermanu herzlichst eingeladen. Frauen sind
willkommen.
Dudweiler, den 30. Novembor 1910.
Der Bürgermeister.
Jost.
Todes⸗Anzeige.
Gott dem Allmächtigen hat es in seinem
unerforschlichen Ratschlusse gefallen, am Diens⸗
tag abend 8 Uhr meinen lieben Gatten,
unsern guten Vater, Schwiegervater, Groß—
vater, Schwager und Onkel
Herrn Johann Schiffmann,
Schlafhausmeister a. D.
im Alter von beinahe 69 Jahren, nach langem,
mit großer Geduld ertragenem Leiden, ge—
sttärkt durch die hl. Sterbesakramente, zu sich
in die Ewigkeit abzurufen.
Um stille Teilnahme bitten
die trauernden Hinterbliebenen.
Dudweiler, den 29. Nov. 1910
Die Beerdigung findet am Freitag vormittag
3.45 Uhr vom Sterbehause Sandberqg 26
aus statt
eden onnerstag eimreffend:
Frische Fische
Koch⸗Schellfische
Back⸗Schellfische
Kieler Bücklinge
Franz Lonis Ww.
9 ( N
elchüfts.Cröfsung.
Den verehrten Einwohnern von
Dudweiler und Umgegend zur gefl.
Kenntnisnahme, daß ich mit dem heu—
tigen Tage in
saarbrückerstraße
Zudweiler dartzaeee
m Hause des Herrn Ernst Loerke,
Hermania⸗Drogerie, ein
—IX
eröffnet habe.
Durch meine langjährige Cätigkeit
in dieser Branche bin ich in der, Lage
Cigarren, Cigaretten, Tabake
aus allerersten Fabriken zum Verkauf
zu bringen.
Ein Versuch wird Jeden überzeugen.
Heinrich Siegwart.
*
9
7 — —
Héute Singen.
Fur Consumgeschäft
Lehrmädchen
jesucht. W. s. Exp. d. B
Schön gebautes
Zuchtschwein
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Herschiedene
hausgegenstände
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Küchenschränke, Tische,
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vegen Ueberfluß zu verkaufen.
Alter Stadtweg 2.
schöne Wohnung,
Zimmer und Küche sowie schön
zellerräume, ferner mehrere
Mansardenwohnungen
fort zu vermieten.
lter 34453