Full text : Dudweiler Zeitung

Lokales und Vermischtes.
wWetterbericht. Die vorübergehende Unterbrechung de
wetters durch einen vom Innern Rußlands erfolgter
je⸗Einbruch ist durch das Vordringen der ozeanischer
mewelle wieder aufgehoben worden. Diese hatte heute
gen unser Gebiet erreicht und wird teilweise nach Süd⸗
ziehen. Voraussichtliche Witterung: Zunächst weiter⸗
aeeschmelze, Regen, aber bald wieder Schnee.
kine neue Pflanze sin der deutschen Flora. Sd
bekannt Flora und Fauna unseres Landes auch sind.
reffen doch von Zeit zu Zeit Botaniker und Zoologen
Neuerscheinungen. So wird neuerdings berichtet, daß
der Insel Rügen eine blaublühende Pflanze entdeckl
den ist, die bisher in Westeuropa unbekannt war. Sie
de als Mulgedium tataricum bestimmt. Von der ver⸗
ndten Spezies Mulgedium alpinum, die in höheren Ge
en Mitteleuropas heimisch ist, unterscheidet sie sich durch
ebensträußigen Blütenblätter. Ihre Heimat ist Süd—
land und der Kaukasus. Ihre weitere Wanderung
int veranlaßt durch die Züge des Steppenhuhnes Syrr
es paradezus, das wahrscheinlich Keime verfchleppt hat.
der größte Bahnhof der Welt. Der Leipzigen
pthahnhof, an dem schon seit mehreren Jahren emfic
beitet wird, wird nach seiner Fertigstellung der größt
inhof der Welt sein. Einzelne Gebäude uͤnd Aunlager
in den Umrissen soweit fortgeführt, daß man sich vor
Gesamibau ein einigermaßen zutreffendes Bild
chen kann. Die nach dem Bahnhofsvorplatz gelegener
bäude vor allem die große Empfangshalle, gehen größ—
reils ihrer Vollendung entgegen; ihnen schließen sich
24 Meter bereite Kopfbahnsteig und 14 Längsbahnsteig.
deren jeder 200 bis 300 Meter lang wird. Die Ge—
räume, die im Erdgeschoß liegen, werden so gestaltet
Ausgabe und Annahmen des Gepäcks den Reisender
größte Bequemlichkeit schafft. Die vorderen Räum—
Bahnhofsgebäudes werden Läden und Buraus enthalten,
Bahnhofsvorplatz und die umliegenden Straßen werder
angelegt, daß auch der stärkste Verkehr von Publikum
agen und Straßenbahnen ohne Schwierigkeiten bewältig
rden kann. Mit der westlichen Hälfte der preußische
le hofft man bis zum Frühjahr 1912 fertig zu werden
gesamte Bahnbof wird im Jahre 1914 dem Verkeh
rgeben werden. Der Personenbahnhof bedeckt einer
atz von 96 000 Quadratmetern; 26 Gleise der preußischer
sischen und thüringischen Linien werden in die Haälle
münden. Vom Personenbahnhof getrennt ist noch de
stbahnhof, der 32 Gleise enthält, auf denen insgesam
2 Bahnpostwagen zu gleicher Zeit abgefertigt werder
men. Das Riesenwerk soll im ganzen einen Kostenauf—
ind von 30 Millionrn Mark erfordern; davon trägt di⸗
jadt Leipzig 16 Millionen und die Deutsche Reichspost7
sillionen; den Rest bestreitet der Eisenbahnfiskus. Das
seinmaterial für die großen Bauten wird den an der
ichischen Landesarenze gelegenen Sondsteinbrüchen ent
„men.
opfer der Berge. Nach einer Zusammenstellung in
mcei“ sind während des Jaohres vom 31. Oktober 1909
zum selben Datuin 1910 in den Schweizer und Italischen
 Alpen im ganzen 90 Todesfälle bei Bergtourer
gekommen. Daqu treten noch 80 Fälle von Verletzungen
von vier mit wahrscheinlich tödlichem Ausgang. Berufs⸗
izige Alpinisten und Amateure sind in ziemlich gleichem
rade an diesen Ziffern beteiligt. Die Ursachen der Un—
icksfälle sind die gewöhnlichen, nämlich des Unternehmer
m Hochtouren ohne Führer, Ueberraschung durch Lawinen
d Steinschlag, Versagen der Halteseilen, plötzliches Ein—⸗
tten von Nebel und Aussetzen des Herzens an besonders
„wierigen Stellen, sei es bei dem Ueberschreiten einer
letscherspalte oder an einer gefährlichen Felsecke. Ar
eser Statistik ist ferner bemerkenswert, daß die Engländer
cht mehr die erste Stelle darin einnehmen. Die Mehr—
il der Opfer haben diesmal die Schweizer zu beklagen
zabt, demnächst die Deutschen und dann erst die Englaͤn—
der, Oesterreicher und Italiener.
Hebung der Bauweise. Die Handwerkskammer für den
zierungsbezirk Düsseldorf veranstaltet schon seit Jahren
bemerkenswertem Erfolge Kurse für Bauhandwerker.
e Unterricht erstreckte sich bisher auf einige ausgewählte
opitel aus der Festigkeitslehre, Baumaterialienlehre, Unfall
rhütung und Unfallversicherung, Grundbuch⸗ und Hypo—
enwesen, sowie auf das Recht des Bauhandwerkers
zt soll hierzu als neues Lehrfach kommen die Vesprechung
nBauplänen mit praktischen Skizzierübungen. Die Teil—
zmer sollen die von ihnen entworfenen Baupläne unter
rAnleitung eines erfahrenen Architekten verbessern lernen,
sonders nach den Grundsätzen einer einfachen, natürlichen
d wahren Baukunst, sowie selbständige Bauskizzen entwerfen.
jerdurch will die Handwerkskammer besonders den Bau—
udwerten auf dem Lande, die oft keine bessere Ausbildungs—
oͤglichkeit haben, Gelegenheit geben, die Formen der über—
serten Bauweise wieder schätzen zu lernen, ihren Geschmack
weinfache und schöne Bausormen zu fördern. Da die
wuhandwerkern auf dem Lande nicht nur die Arbeiter aus⸗
nen, sondern meistens auch die Pläne entwersen, so haben
ieeinen großen Einfluß auf die äußere Gestaltung der
auwerke und können, was durch den Kursus der Handwerks⸗
unmer bezweckt wird, viel zur Hebung der Bauweise bei⸗
gen. Der Unterricht ist dem beratenden Architekten des
einischen Vereins für Kleinwohnungswesen, Dr. An—
enieur Hecker in Düsseldorf übertragen worden.
Es wird mobil gemacht. Aus Ulm. Eine schöne
regung ging dieser Tage durch das schwäbische
»xf Bronnen im Oberamt Laupheim. Still und friedlich
'en dessen 200 Einwohner gewöhnlich dahin und kümmern
nur wenig um das, was draußen im Reich geschieht.
am vergangenen Sonntag, der Schrenken: „Es wird
dil gemacht“, geht plötzlich die Kunde durchs Dorf.
chtig — an die Poststelle kommt ein Brief mit zwei
etteln, und auf einem von diesen steht schwarz auf weiß.
ts wird mobil gemacht“. Poftagent und Lehrer und
hultheiß beraten in fieberhafter Aufregung die Sache
et Büttel rennt durch das Dorf mit der Nachricht: ans
athaus kommt ein Anschlag — Männer und Weiber
men schreiend und heulend durcheinander. Die Frage
egen wen“, wird mit dem Hinweis auf das vorlaͤufige
enstgeheimnis beantwortet. Ein Radfahrer der von Alm
imt, wird mit der Nachricht überrascht, und als er sagt,
uman von dem doch auch'in Ulm wissen müßte, als auch
he Herren aus Laupheim für die Schreckenskunde nur
lachen haben, da steigen doch auch denen von Bronnen
ifel auf. Man unterzieht das Unheilskuvert noch
ial einer Untersuchung, und nun findet man des
sels Losung. Neben dem verhängnisvollen Mobilmach—
gettel findet man auch ein zweites Schriftstück, besagend
benanntes Formular im Falle der Mobilmachung vom
graphenamt auszufüllen und sofort der zuständiger
oͤrde zuzustellen sei — Also war's nichts mit Mobil—-⸗
ung. Und doch hatte der Pfarrer seine Soldaten
zur feierlichen Verabschiedung in die Kirche geladen,
ie einzige „Handlung“ am Ort ihren ganzen Vorrat
»llenem Unterzeug aller Art in kurzer Zeit verkauft
ar sogar ein besorgter Vater, dessen militärpflichtige
de in der Schweiz war. nach Ulm gerannt. un

dem Bezirksfeldwebel die zufällige Abwesenheit des Reser—
iisten mitzuteilen und diesen dadurch vor Verfolgung
vegen Fahnenflucht und Standrecht zu bewahren. Der
herr Feldwebel soll aber so gelacht haben, daß er sich notwen—⸗
dig habe eine Maß kommen lassen müssen, um durch sie
seine Freude über die militärische Disziplin derer von
Bronnen zu bekunden. Also geschehen in Oberschwaben
am 6. November 1910.
Steigen oder sinken die Kartofseipreule? Viel—
ach ist die Ansicht verbreitet, daß Kartofse'n billiger wer—
zen würden. Bis jetzt hat sich aber im Groß⸗ wie im
dleinhandel eher noch die gegensätzliche Tendenz bemer
ar gentacht. Nur in wenigen Landesteilen stehen die
kartoffelpreise schon tieser als 19090. In 50 preußischen
Zztädten stellte sich der Großhandelspreis für Kartoffeln im
Zeptember dss. Is. durchschnittlich aui 58.10 Mark pro
kdonne, während er im September 1909 nur 55,20 Mar.
etragen hatte. Von den auserpreußischen Landesteilen
heisen die meisten ebenfalls einen höheren Preis als im
zorjahre auf Im Kleinhandel kostet 1 Kilogramm Kar—
offeln durchschnitt'ich 7.8 Pfg. gegen 7,4 Pfg. im Vor
ahre, eine Steigerung nach oben ist demnach auch hie
A beobachten. Deshalb ist diese Tendenz aber natür
ich noch nicht allgemein, aber es ist doch eine ganze An
ahl von Orten, in denen die Kartoffelpreise auch im Klein
zandel schon teurer sind als 1909. So stellt sich der Preis
ür 1 Kilogramm Kartoffeln im September in den Orter
Brandenburg a. H., Frankfurt a. O., Kottbus und Stei
tin auf 6 gigen 5 Pfg. im vorigen Jahre, in Brombere
beträgt der Preis 10 gegen 9, in Görlitz und Liegnitz
zegen 6, in Magdeburg 9 gegen 8, in Erfurt 10 gegen 8
in Hannover 9 gegen 7, in Harburg a. E. und Osna
zrück 10 gegen 9, in Bielefeld 10 gegen 8, in Paderborr
d gegen 6, in Kassel 11 gegen 10, in Hanau, Frankfur
4. M., Wiesbaden, Düsseldorf 9 gegen 8, in Essen und
seuß endlich 10 aeaen 7 Via—
93 Millionen Nordamerikaner. Nach der „New⸗
hork⸗Tribüne“ hat die diesjährige Volkszähluug in den
Lereinigten Staaten deren Gesamtbevölkerung mit 93 471648
Menschen angegeben. Seit der letzten Volkszählung vom
Jahre 1900 ist die Bevölkerung somit um 17 168 261
Personen gewachsen.
Saarbrücken, 26. Nov. Beim gesamten Steinkohlen⸗
»ergbau im Saardecken, d. h. bei den preußischen, bayer—
schen und reichsländischen Gruben, waren am l. Apri
1910 70 768 Bergleute beschäftigt, welche 14 418 986,347
kdonnen Kohlen gefördert haben. Davon entfallen auf die
reußischen Gruben und zwar auf die staatlicher
10929 233 347 Tonnen bei 533098 Mann Belegschaft
auf die private Grube Hostenbach 141699,000 Tonner
»ei 946 Mann Belegschaft, auf die staatliche Grube St
Ingbert 263 479,000 Tonnen bei 1483 Mann Belegschaft
ruf die Grube Mittelbexbach 121909,000 Tonnen bei 686
Mann Belegfchaft, auf die private Grube Frankenhol;
387 7998,000 Tonnen bei 2116 Mann Belegschaft, auf die
private Grube Klein⸗-Rosseln 1643012,5300 Tonnen
hei 71566 Mann Belegschaft, die Saar- und Moselberg—
verksgesellschaft Karlingen 762 313,800 Tonnen bei 37886
Mann Belegschaft, die Grube La Houve bei Kreuzwald
279 641,000 Tonnen bei 1488 Mann Belegschaft.
Heiligenwald, 26. Nov. Ein bedauernswerter Anfall
er den Tod eines jungen Menschenlebens forderte, ereig⸗
ete sich gestern mittag auf der Grube Itzenpliß. Der 18
aihrige Schlepper J. Philippi von hier wurde von einen
Vagen, der sich in einem Bremsberge plötßlich löste, derar
iberfahren, daß er nur als Leiche herausbefördert werden
onnte.
Güdingen, 27. Nov. Einen Ladenkassendiebstahl ver—
ibten am Samstag abend zwei unbekannte Burschen in
»em Kolonialwarengeschäft der Witwe Berndt hierselbst.
In einem unbewachten Augenblick schlichen sich die Burscher
in den Laden und stahlen das zum Bezahlen des Bäckers
ereitliegende Geld in Höhe vou 250 Mk. Der Diebstah
var von langer Hand vorbereitet. Schon am vergangenen
Mittwoch betraten die zwei Burfchen das Ladenlokal,
ffenbar nur um eine Gelegenheit zum Diebstahl auszuzaldowern.
 Bei dieser Gelegenheit kaufte jeder eine
Schachtel Streichhölzer. Der Landeninhaberin fiel das
onderbare Benehmen sofort auf, auch wurde sie gewarnt
Trotz sorgfältiger Aufmerksamkeit gelang es den Dieben
ihr Vorhaben auszuführen. Unmittelbar nach Ausführung
der Tat wurden sie vor dem Hause gesehen, wie sie in der
Richtung nach Saarbrücken von dannen zogen. Eine so—
fortige Verfolgung war resultatlos.
5t. Ingbert, 27. Nov. Heute fanden auf der hiesigen
zrube die Ausschußmännerwahlen satt und zwar zum ersten
Male aufgrund des neuen Berggesetzes nach der Verhält⸗
uiswahl. Listen hatten eingereicht der Gewerkverein christ⸗
icher Bergarbeiter und der Verband deutscher Bergarbeiter
Auf d'e erste Liste entfielen 3381 Stimmen, auf die zweite
366 Stimmen. Das von Niederwürzbach fehlt noch. Da—
iach hätte von den 8 zu wählenden Ausschußmänner vor—
aussichtlich der Gewerkverein der christl. Bergarbeiter 7 und
der Verband deutscher Bergarbeiter 1 Sitz zu beanspruchen
* Köln, 28. Nov. (Rheinisches Sängerbun
des fest) Vom 1. bis 3. Juli 1911 soll in Köln ein
zroßes Rheinisches Sängerbundesfest abgehalten werden
* Wiesbaden, 29. Noy. (Fahrplankonferenz.
Zeit Montag Vormittag tagt hier im Kurhaus di
uropäische Fahrplankonferenz. Vorerst finden nur Vor
onserenzen statt, die eigentlichen Verhandlungen beginnen
im 30. November und enden am 1. Dezember. Au⸗
Frankfurt a. M. nimmt der Regierungsrat Schwarz teil
jon Mainz der Präsident Michaelis. Bereits sind Vertre
er der österreichischen und der ungarischen Regierung, de
dandelslammer in Budapest, des bayerischen Verkehrs
ministeriums. Tie Vertreter der Regierungen von Ron
uind Petersburg werden erwartet. *3 sind vershieden
Fest ichlesten geplant.
* Fraukfurt, 29. Nopy. EEin Flug durch Süd
o eutschland.) Das Kartell sudwesstdeutscher Lufl
chiffrereine, dem die Vereine von Marburg, Mainz
Wies haden, Mannheim, Karlsruhe, Freiburg, Straßburg
onstanz und Franksurt angehören, hat in seiner De«
Aertenversanmmlung zu Mannheim die Veranstaltung de
Ersten Zunerlässigteits-Wettfliegens in der Oberrheinische.
Tielebene sür das Jahr 1911 beschlossen. Die Konkur
tenz ist als Prüsung für Flieger und Flugzeuge gedacht
Als Etappen der Fahrt sind Baden-Baden, Freiburg
Mülhausen i. Els, Straßburg, Karlsruhe, Mannheim
Frantjurt, sowie nach Möglichkeit die dazwischenliegende
zrößeren Ort. in Aussicht genommen; an einzelnen diese
Plätze werden Schauflüge stattfinden. An Preisen sollen
00 000 Mark aufgebracht werden. Den Ehrenvorsitz in
Arbeitsausschuß hat Prinz Wilhelm von Sächsen-Weima
in Heidelberg übernommen. Mit den Vorbereitungen is
der Frankfurter Verein für Luftschiffahrt betraut worden
Traben-Trarbach, 28. Nov. Beim Rodeln sauste ge
tern ein Schlitten mit 4 Barschen in die hochgehende Mosel
Zwei von ihnen konnten sich retten, die andern beiden er—
raunfon — —71 ..*

Neueste Nachrichten und Telegramme.
FRreuznach, 21. Nov. Das Projekt der Naheregulier—
ang ist jetzt soweit gefördert, daß direkt nach Neujahr mit
en Arbeiten begonnen werden kann. Die Regulierung er—
treckt ich von Kreuznach bis zur Rheinmündung. —

Berlin, 28. Nov. Großes Aufsehen erregte auf den
Nager⸗Viehhofe in Berlin-Friedrichsfeld die plötzliche Verhafung
 der beiden Inhaber der auf dem Mager-Viehhofe tä—
igen Vieh-Kommissions-Firma Klabe u. Engelbrecht, Alber‘
tlabe und Wilhelm Engelbrecht. Die Verhaftung erfolgte
er allgemeinen Fleischer-Zeitung zufolge auf Betreiben des
»on der Firma vor anderthalb Jahren entlassenen Buch—
jalters Polster wegen Verleitung zum Meineide, die angeb—
iich in einem gegen den Buchhalter geführten Prozeß er—
olgt sein soll.
Berlin, 29. Nov. Ein schweres Autounglück hatte sich
n der Nähe des Bahnhofs Werneuchen ereignet Dort
vurde ein Auto der Berliner Motorwagen-Fabrik von
inem Zuge erfaßt und zerschmettert. Der Prokurist der
Hesellschaft wurde getötet, der Chauffeur und ein Insasse
vurden schwer verletzt, ein vierter Insasse blieb unverletzt.
Berlin, 28. Nvo. Der nunmehr dem Reichstag zu⸗
egangene Gesetzentwurf über die Friedensstärke des deut—
chen Heeres erhöht die Ziffen auf 515,321 Mann ein
chließlich der Gefreiten und Obergefreiten. Die Formationen
werden ebenfalls vermehrt Nach Durchführung der Be
timmung wird die Kavallerie 15310, die Feldartillerie 592
Batterien und die Fußartillerie 49 Bataillone, die Pioniere
29, die Verkehrstruppen 17 und der Train 23 Bataillone
zufweisen. Außerdem wird mit der Errichtung von 107
Maschinengewehr⸗Kompanien begonnen. 5 Maschienengewehr⸗
Abteilungen werden in Kompagnien umgewandelt. Bei der
Infanterie wird die Ausfüllung im sächsischen Kontingent
durch Bildung eines Bataillons erfolgen, Preußen erhäll
zwei neue Bataillone und zwei neue Feldartillerie-Regi
menter, Bayern sechs neue Batterien.
Köln, 28. Nov. Der vor 8 Tagen in Berlin mit ei.
iem Geldbetrage von 76,000 Mark durchgegangene Buchsalter
 der Daimlerwerke, Fritz, wurde gestern abend in Köln
estgenommen. Er hatte in Begleitung einer zweifelhaften
Frauensperson Spritztouren nach den verschiedensten Städten
Nord⸗ und Süddeutschlands, u. a. Hamburg, München usw.
zemacht und gibt an, das Geld bei Rennwetten durchge—
racht zu haben. Etwa 400 Mark wurden bei ihm noch
orgefunden.
Dortmund, 29. Nov. Auf Zeche Lukas sind von 410
Mann der Belegschaft der Morgen- unnd Abendschicht in
»en Ausstand getreten. Gestern fand eine Besprechung von
Verttetern der Verwaltung und Arbeiterausschuß statt.
Gelsenkirchen, 28. Noo. Auf der Westfälische Zeche
Alma“ wurden am Samstag abend im Ilöz „Hugo“
zwei Hauer in einer Strebe von etwa 60 Metern
»erschüttet. Da man nicht weiß, wo sich die Verschütteten
hefinden, nehmen die Rettungsarbeiten geraume Zeit in
Anspruch. Bis Sonntag vormittag war man noch nicht
bis zu den Verschütteten gelangt. Da diese bisher noch
kein Lebenszeichen von sich gegeben haben, ist wenig Hoff⸗
iung vorhanden, sie noch lebend zu bergen. Am Sonntag
abend waren im ganzen noch etwa 16 Meter aufzuwältigen.
Man hofft, bis Montag mittag zu den Verschütteten zu
gelangen.
Chur, 29. Nov. Der Große Rai des Kantons Grau
zünden beschloß, das absolute Automobil-Verbot aufrecht⸗
zuuerhalten, der Regierung aber die Kompetenz zu geben,
in die Gemeinden Fahrbewilligungen zu erteilen, sofern
die betreffende Gemeinde es verlangt.
Paris, 29. Nov. Aus Rom wird gemeldet: De—
zgegenwärtig in Madrid weilende Provinzial der aus Por
ugal ausgewiesenen Jesuiten hat dem Papste eine Ab
chrift einer von ihm an das portugiesische Volk gerichte
ten Erklärung übersandt, in der gegen das Vorgehen de
provisorifchen Regierung von Lissabon scharf Einspruc
erhoben wird, weil sie seine Ordensbrüder ausgewiese
und sie gewalttätig und in unwürdiger Weise behande
ind ihre Güter konfisziert habe. Besonders legt der Pro
est gegen die Beschuldigung der Revolutionäre Verwah
ung ein, daß die Jesuiten im Kloster von Campolide
Waffenvorräte verborgen gehalten hätten. Der Wortlau
ieses Protestes wird gleichzeitig in Rom und in Madrif
eröffentlicht werden.
Paris. 29. Nov. Die „Humanitee“ veröffentlicht ein
Rundschreiben des Hauptausschusses der Reeder Frank.
eichs, in welchem die Mitglieder aufgefordert werden
ine genaue Liste ihrer Schiffs- und Mannschaftsbeständ«
ller Grade mitzuteilen, damit im Falle eines Ausstandes
ohne Zeitverlust im Einvernehmen mit den staatlichen Ma
inebehörden die notwendigen Maßnahmen getrofsen wer
den könnten, um die eingeschriebenen Seeleute durch das
Personal der Kriegsmarine zu ersetzen.
Paris, 29. Nov. Die anläßlich des Eisenbahneraus
tandes verhafteten Mitarbeiter des antimilitärischen Blat
ses „Guerre Soziale“ Almereida und Merle richteten ar
den Ministerpräsidenten ein Schreiben, in dem sie mit den
Hungerstreik drohen, falls sie nicht morgen oder übermor
gen als politische Gefangene behandelt werden.
* Bordeaux. 29. Nov. König Alfons von Spa
nien ist nach erfolgreich verlausener Operation nach Ma
orid zurückgelehrt.
Belgrad, 29. Nov. Nunmehr wurde ärztlich festge
tellt, daß Kronprinz Alexander von seine
Typhuserkrankung genesen ist. Die Ausgabe von Bulle
ins wird eingestellt.
London, 28. Nov. Nach einer Lloyd⸗Meldung bestätig
s sich, daß der britische Dampfer Abhona an der dänischen
Küste untergegangen ist. Trümmer des Schiffes sind an
Land angeschwemmt worden.
Petersburg, 28. Nov. Die diesjährige Rekruten-Aus—
hebung in Petersburg hatte ein trauriges Ergebniß Von
2965 Dienstpflichtigen waren nur 500 tauglich. Es sind
noch 370 Mann erforderlich, die aber nicht gestellt werden
können.
Konstantinopel, 28. Nov. „Sabah“ meldet: Der Min⸗
sterrat beschloß, zum letzten Male bei den Kretaschutzmächter
gzegen die Eidesleistung auf den Namen des griechischer
—
rage zu verlangen. Die Pforte beschloß weiter, die Armee
dereitzuhalten, um Krieg zu erklären, falls in irgend einer
Form die herausgefordernde Haltung der Kreter in »ftiv
Maßnahmen übergeht.
Bukarest, 28. Nov. Maskirte Bauern drangen in das
Lostamtsgebäude zu Puschtenari ein und ermordeten den
Postvorsteher. Dann raubten sie die vorhandenen Baar—
nittel im Betrage von 140 000 Franken sowie eine große
Partie Briefmarken. Die Frau des ermordeten Beamten
prang in ihrer Angst aus dem Fenster in den Hof hinab
und wurde am andern Morgen tötlich verletzt aufgefunden
Den Räubern ist es leider gelungen, zu entkommen.
Tokio, 22. Nov. Die japanische Presse verfolgt in
paltenlangen Artikeln argwöhnisch das Vordringen des
amerikanischen Dollars in China. Die japanische Regierung
defürchtet, daß die Beteiligung englischen Kapitals an der
hinesischen Anleihe das Eisenbahnprojekt Chin Chow Fu —
Aigum wieder aufleben lassen könne. Die offiziöse ‚Japan
Times“ versucht China einzuschüchtern, indem sie darauf
'inweist, daß die Verbindung amerikanischen, englischen
deutschen und französischen Kapitals zur Investierung im
hiuesischen Handel die Selbständigkeit des Landes bedrohe
cc
von diesem Lelden bestelt sein
will, lasse slen vertrau-4t
dl 7 — gteine ensvoll mein Nittel fur Bner
 Nachn. schicken. — Ertolt
carantiert. Unbemittelte Rabati
riahren. Käln Kasoerstrasse7

in der Kön. Oberförsterei Saarbrücken
Am Montag, den 5. Dezember 1910, nach
mittags halb 4 Uhr, werden in Herrensohr,
Gastwirtschaft Gräser, aus Corst Wanborn ver—
steigert:
Distrikt 80, 81, 83 und 84 (am Tullenhaus):
Eichen: 4 Scheit F, 21 Knüppel , 3 Reiser 1.
Bbuchen: 4 rm Felgenholz, 1,3 Ig., 80 Scheit, 24 Scheit
(knotig), 3 Scheit *—, 41 Knüppel, 18 Knüppel
4, 32 Reiser J., 67 Reiser II. (lange Reiser).
Nach Bedarf werden auch Eichenstämme V. El. Etell⸗
nacherholz) versteiger
75 F * * 7
Fluchtlinen-Festsetzung.
Auf Grund des 8 8 des Gesetzes betreffend die Anle—
zung und Veränderung von Straßen und Plätzen in Städten
ind ländlichen Ortschaften vom 2. Juli 1875 wird die
Straßen⸗ und Baufluchtlinie der Pfählecstraße zu Dudweiler,
and zwar für die ganze Länge der ausgebauten Straße
zwischen den beiden Feldwegen hiermit förmlich festgestellt.
Der Plan liegt vom 28. November bis einschließlickh
5. Dezember d. J. auf dem Gemeinde⸗Bauamt, 1. Stock
Zimmer Nr. 2, zu jedermanns Einsicht offen.
Dudweiler, den 26. November 1910.
Der Gemeinde⸗Vorstand.
Jost, Bürgermeister.

* *
Polizeiverordnung
hetreffend die Einrichtung und den Vetrieb von Bierdruck⸗
vorrichtungen.
Auf Grund der 88 6, 12 und 15 des Gesetzes über
ie Polizeiverwaltung vom 11. März 1850 (G. S. S.
265) der 88 137, 139 und 140 des Gesetzes über die all—
zemeine Landesverwaltang vom 30. Juli 1883 (G. S. S.
195) sowie der 88 1. 4 und b6 des Gesetzes betreffend die
kosten der Prüfung überwachungsbedürftiger Anlagen
vom 8. Juli 1905 (G. S. S. 317) wird mit Zustimmung
des Bezirks⸗Ausschusses fiür den Regierungsbezirk Trier
folgendes verordnet:
Die Polizeiverordnung über Einrichtung und Betrieb
hon Bierdruckleitungen vom 25. März 1909 (A. Bl. S.
110 ff.) wird wie folgt abgeändert:
1. Der letzte Absatz des 8 6 erhält den Zusatz:
„Der Unternehmer hat von jeder Beschädigung und
Entfernung der Verschlußplombe der zuständigen Polizeibe—
hörde binnen 24 Stunden schriftliche Anzeige zu erstatten.
2. Im letzten Satze des F 5b wird das Wort „Kon⸗
trollhahn (K 6)“ durch „Kontrollvorrichtung (ß 6)“ ersetzt
Driser, den 27. September 1910.
Der Regiernngs⸗Präsident:
J. A.:
JerSchlakamym

.
—
133235
A
833366
s35585
8 57 2323
25 312
28286
2: *
—— —
5A 2 —3 —
38 22 12
—A
2 3952 8
—— —— 7
35856—
A
8
—A
5558
M —V
2 5338
53383
73
253
922 2
2358
338
—
—A—
532532
3 S82532
—— 355*
5—22
533590

Ag

88
53632
FR — A]
— 4
F ̃F
A. C. V.D. —
dienstag Wend has 9
Uhr Turnen der Männer⸗
—XX

J

4 30 3
44 0
Karl Auler
DDrogerie
ö——
Mein in der Fischbachstraße 76
gelegenes
Wohnhaus mit Garten
ofort zu vermieten.
waheres Fischbachstraße 73.
tine schone, abgeschiossene
Wohnung,
estehend aus 3 Zimmern u. Küch
ebst großen Kellerräumen, ferne
eine Wohnung,
vesteheud aus 2 Zimmern mit Zu
hehör in der Saarbrückerstraße *
ermieten. Zu erfragen bei
ww. Cang, Große Kirchenstr.
Wohnung,
zimmer und Küche zu vermie
Karl Becker, Herrensohr,
Marktstr.“

Aucuinste Zahlweise. XXXC
tobelielerung a. jed. Bahnat.
hustt rachikaiai rostente.
O jahr. schristꝭ Garantie.
BERLINV
Potsdamer Str. 133
I
DIANOS
—————
Grundstücksbesitzer!
Wer ein Stadte oder Land⸗Grund⸗
stück verschwiegen und günstig ver—
kaufen will, wer Hypothek oder
Teilhaber sucht, sende sofort seine
! Adresse an den
Reichs-Central⸗Markt
Berlin W's, Unter den Linden 12
Vertreter in nächsten Tagen anwesend!
Besuch kostenlos! Millionenumsätze!
52
Ordentlicher Junge
ur leichte Beschäftigung gesucht
zãckerei Rarl AImmon
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.