Full text : Dudweiler Zeitung

Lokales und Vermischtes.
Ein ties bedauerliches Vorkommnis hat sich gesterr
jer ereignet. Herr Scheppenheyn, der Besitzer der „Neue:
Apothete“, öffnete geftern morgen noch der Frau, die ihn
zie Hausarbeiten besorgt, die Haustüre zum Einlaß. Di
—DO——
voselbst Herr Schepperheyn, sich aufhielt, ein unnatürliches
zeräusch. Beim Nachsehen sah sie Herrn Scheppenheyn
im Boden liegen, röchelnd. Sie rief rasch Hilfezherbei
— es war jedoch schon zu spät: der Unglückliche hatte
zift genommen. Auch das von Herrn Dr.FFrank eingege—
ene Gegengift konnte nicht? mehrk helfen, das Gift hatte
en Tod gebracht. Wie aus den Umständen zu Ischließen
st, bestand das genommene; Gift ans Cyankali. Was der
englücklichen Mann dazu bewogen, weiß man nicht — es
iibt in dieser Hinsicht nur Annahmen! Hochgradig neroös
var der Mann schon — es wird wohl Vieles auf ihn
inngewirkt haben, wie dies ja beigeinem solchen Unterneh—
jen nicht anders zu erwarten war. Um solchen Einwirk—
ngen gewachsen zu sein, bedarf es zeines gesunden ganzen
denschen! Man kanndzmit dem Schicksal des armen Da—
ingegangenen nur das tiefste Bedauern haben! Die Apotheke
erst am 14. Nov. errichtet worden. Ihr unglücklicher
ichter war früher Provisor, gebürtig aus Pachten.
humme⸗Jungenstreiche!“Cine Anzahl Jungen auf
Flitsch haben sich zusammengetan und gemeinschaftlich
nen Revolver angeschafft. Damit wurde dann in der
ceien Zeit nach Herzenslust geknallt und die ganze Gegend
ait Umgegend in Angstversetzt. Die Sache war auch in
der Schule schon zur Anzeige gebracht, wobei bei verschie—
denen der Bengels eine „gewisse Gegend“ nicht vom besten
weggekommen war. Dies half jedoch uichts — es wurde
veiter geknallt! So auch gestern wieder. Einer der Jun⸗
en schoß in seinem Uebermut nach einem andern Jungen
er Schlitten fuhr. Er traf dabei den Jungen in den
dücken. Als dieser sich auf der Erde vor Schmerzen wälzte,
iird dem Revoloserhelden doch wohl auch das Herz iu die
»osen gefallen sein. Der geschossene Junge ist der 183jähr.
dax Richard. Der hinzugezogene Arzt erklärte, die Kugel
in die Lunge eingedrungen. Wenn auch Gefahr für
as Leben weiter nicht vorhanden ik (die Kugel aus dem
dordinstrument ist nicht größer wie eine dicke Erbse), so
ird der Junge doch wohl längere Zeit an den Folgen zu
agen haben. — Hoffentlich wird eine reichliche Portion
gebrannter Holzasche den Bengels die Lust für immen
salzen haben, sich Revolver anzuschaffen!
die hübsche Wiuterlandschaft, die wir gestern hatten
eider über Nacht wieder verschwunden. Jetzt haben
cwieder trostloses Regenwetter! Doch hoffen wir, denn
is Wetter ist ja jetzt so „wetterwendisch“, daß es morgen
son wieder anders sein kann!
Die Gründung eines Ziegenzuchtvereius kam in der
stern im Lokale des Herrn Fritz Reiter abagedaltener
sgung zu Stande.
Bb. Jägersfreuder Feueralarm. Gestern, Sonntag
xn 27. Nov., wurde plötzlich gegen 4einhalb Uhr der
oͤschzug 4 alarmiert. Ein Kleinfeuer war in dem Hause
s Herru Horth ausgebrochen. Die brave Feuerwehr hatte
y sogleich gesanimelt und wollte abrücken, als die Nach—
ht eintraf, daß das Feuer bexeits gelöscht sei. Ueber der
isbruch des Feuers ist nichts Näheres bekannt.
„Aller Anfang ist schwer“, sagte der Spitzbube, de
itte er einen Amboß gestohlen! Eingebrochen wurde in
ier der letzten Nächte in einem Hause in Saarbrücken ir
cParallelstraße und dort ein etwa 26 Kilo schweren
nboß gestohlen. Von dem Täter fehlt bis jetzt jede Spur
eit entfernt dürfte er aber wohl kaum sein Quartier auf
ichlagen haben, denn so ein bOpfündiger ist doch schließ
kein Kinderspielzeug und selbst für die Westentasche ist'⸗
Erwachsene im besten Alter nichts. Kam der Anibof
er an den „rechten Mann“, so dürfte dieser ihn inzwi—
en schon „klein“ gekriegt haben.
die Weinernte in Frankreich. Im französischen
rerbauministerium sind die amtlichen Berichte über di
gebnisse der Weinlese in Frankreich und Algier einge
ufen; sie geben ein trauriges Bild von den Enttäusch
ugen, die die französischen Weinbauer im Jahre 1910
leben mußten. Die Gesamproduktion in Frankreich be—
ug nur 28 Millionen Hektoliter und in Algier 7 Milli—
un. Im Vergleich mit dem Vorjahr bedeutet das fün
frauzöfischen Weinbau einen Rückgang von 27 Mill
koliter für Frankreich und von 1200 000 Hektolite
Algier. Diefer Ausfall geht zum Teil auf die ungün—
en Witterungsverhältnifse des Frühjahrs zurück, die
Ausnahme einzelner Bezirke in Südfrankreich überall
Rebenblüte beeinträchtigten, vor allem aber haben die
ebenkrankheiten in diesem Jahre besorgniserregende Fort—
ritte angerichtet. Fast in ganz Frankreich hausen in der
einbergen die Meltaupilzen, und' im Süden, wo dieser
nd des Weinbauers noch verhältnismäßig am wenigsten
zlück angerichte, zerstörte die ununterbrochene Trocken⸗
und die dann folgende, anhaltende, lange Regenzeil
n großen Teil der Ernte.
kin Riesenschwindel in Amerika. Die Burr Brothers
poration, die ihregroßen Geschäftsräume in den Flatiron
ldings in New NHo'k besitzt, war am Montag der Schau—⸗
g einer großen Haussuchung unter Leitung des General—
stmeisters und einer Anzahl von Inspektoren. Die Folg
»on war die Verhaftung aller Beamten des Geschäfts
wird angegeben, daß die Buers durch die Post wert
»Aktien von Petroleum- und Grubengesellschaften ar
Mann srachten und daß sie in Amerika und Europ«
ite um Beträge in der Gesamthöhe von über 200 Milli—
u Mark gebracht haben. „Dies ist einer der größter
windel in der Geschichte dieses Landes“, cagte Her:
qgcock, der Generalpostmeister, „feitdem die Burr-Ge—
chaft gegründet ist, hat sie gefälscht und wertlose Werte
Besamtbetrage von 160 bis 200 Millionen Mark an
Mann gebracht, und das zschlimmste ist, daß diese Käufe
stens von kleinen Leuten gemacht wurden und solchen
dvon derartigen Geschäften keine AUnung haben. Wir
en noch einen andern großen Fall in Newyork, der
nächst seine Erledigang finden wird. Seit der Neuor—⸗
isation des Dienstes der Postinspektoren haben wir
dXweniger als 76 Gesellschaften dieser Art entdeckt
sind jetzt7 dabei, eine gründliche Säuberung zu halten,
alles verschwinden zu lassen, was nicht ganz rein ist.“
Beispiel des Generalpostmeisters, den, Angriff auf die
ir⸗Gesellschaft selost zu leiten, wird von allen Seiten
n anerkannt. Die Gesellschaft „arbeitete“ FdurchJ ein⸗
nde Anzeigen in den Zeitungen, in denen sie den Leu—
rklärte, wie sie am schnellsten reich weroen könnten
durch? Agenten, die voñ Haus zu Hans gingen un?
ose Versprechungen machten.
on den Saargruben. Die Kal. Bergwerksdirektior
ür sämtkiche fiskälische Saargruben eine Vorschrif!
die Ausbildung der Rettungsmannschaften im Gruben⸗
gswesen neu heraus. Die neue- Vorschrift bezweckt
itliche Grundsätze, aufgestellt über die Organisation des
die Rechte und Pflichte der Rettungsmannschaften
agrößeren Katastrophen eine, schnelle Verständig—
‚dem Zusammenarbeiten verschiedener Truppen und
reitliches Arbeiten ermbalicht wird. Wie verlautet

erpflichtet die neue Vorschrift alle technischen Grubenbe—
imten, in bestimmten Zeiträumen an den Rettungsübungen
eilzunehmen. Nach der neuen Bergpolizeiverordnung
nüssen auf jeder Förderanlage mindestens zwei Rettungs—
apparate vorhanden oder leicht erreichbar sein, die den Auf—
enthalt in Stickweitern oder Brandgasen ermöglichen. Diese
Ipparate müssen stets in gebrauchsfertigem Zustande sick
hefinden; auch muß eine genügende Zahl Aufsichtspersonen
1. Arbeiter durch regelmäßige Uebungen mit Handhabung
dertraut sein. (Sbr. Volksz.)
Stärkung im Konkurrenzkampf gegen den ameri
zanischen Petroleumtrust. Der Verwallungsrat der Aktien⸗
zesellschaft für österreichische und ungarische Mineralölpro—
zukte Olex, die bekanntlich dem amerikanischen Petroleum—
rust ernsthaft Konkurrenz macht, hat, wie drahtlich aus Wien
semeldet wird, beschlossen, alle deutsche Tochterunternehmun—
en in eine Gesellschaft mit dem Sitze Berlin zu vereinigen
m eine einhetiliche Leitung zu erzielen. Die Berliner Se—
ellschaft die das deutsche Geschäft Olex unverändert weiter—
ühren wird, erhält zur engeren Fühlungnahme mit der
tundschaft einen erweiterten und selbständigeren Wirkunas—
reis.
Saarbrücken, 26. Nov. Als gestern Nachmittag die
zrau des Hüttenarbeiters W. in Burbach ihr Heim auf—
uchen wollte, fand sie dies bis auf wenige Sachen geplün—
»ert vor. Ein Möbelhändler war kurz nach 1 Uhr, wäh—
rend ihrer Abweseit, mit einem andern Manne erschienen
und mimten Beide einen regelrechten Umzug, indem sie
alles kunt und bunt durcheinanderwarfen und dann an
Möbel wieder mitnahmen, was der Händler früher an den
Arbeiter geliefert hatte. Da der Möbelhändler hierzu wohl
ein Recht haben dürfte, wurde gegen ihn Anzeige erstattet
ind dürfte die kleine Räumerei für ihn und seinen Helfe
noch ein wenig erfreuliches gerichtliches Nachspiel haben.
Saarbrücken, 26. Noo. Der Verband der unteren
zost⸗ und Telegraphen⸗Beamten für den Bezirk Trier ha
ier eine zahlreich besuchte Hauptversammlung abgehalten
Iberpostschaffner Koch aus Essen sprach über die Notwen⸗
zigkeit des Zusammenschlusses der unteren Postbeamten und
iber deren Lage. Der Beamtenstand, der einen großer.
brozentsatz der Bevölkerung des Reiches darstelle, könnt
für sich mehr Rücksichtnahme fordern. Alle Bestrebungen
die Bewegungssreiheit der Beamten einzuschränken, müßten
entschieden abgewiesen werden. Die Post-Unterbeamter
hätten lediglich deshalb, weil sie nicht organisiert geweser
seien, bei der Gehaltsregelung so schlecht abgeschnitten
Für sie sei entweder ein höheres Anfangsgehalt zu erstre—
ben, oder eine schnellere Erreichung des Höchstgehaltes
Schlecht sei auch die Lage der Postboten. Verwaltung und
barlament müßten einsehen, daß es so nicht mehr weiter
jehen könne. Weiter gehe der Wunsch dahin, daß den
Unterbeamten zwei Drittel des Wohnungsgeldes wie den mitt⸗
leren Beamten gewährt würden. Durch die Beseitigung
der Teuerungs⸗ und Stellenzulagen sei noch eine Verschlech—
erung der wirtschaftlichen Lage eingetreten. In der Ver
ammlung wurde noch betont, daß die Beamtenorganisatior
ich andere Ziele zu stecken habe als die Arbeiterorganisa
ionen, da sie eben alle Staatsdiener in sich zusammenfasse
Dden Vorschlägen des Referenten stimmte die Versammlungç
zu.
sSulzbach, 24. Nov. Nach einem Vortrage des Herrr
Beneralsekretärs Dr. Scharmitzel (Köln) wurde gestern hier
ein Windthorstbund gegründet.
Friedrichsthal, 26. Nov. Die hiesige Grubenverwaltung
olant, in der Nähe der Ostschachtanlage eine eiserne Brücke
über den Bahnkörper nach dem Bahnhose zu erbauen, uw
den am Ostschachte arbeitenden Bergleuten und den Be—
wohnern der neuen fiskalischen Kolonie den weiten Um
gang nach dem Bahnhofe durch die Hauptstraße zu
ersparen. (Srbr. Volksztg.)
Maybach, 25. Nov. Am Albertschachte, der neu um—
zebaut und mit einer neuen Fördereinrichtung versehen
vurde, ist eine bisher im Saarevier noch nicht ange vandt
Neuerung „sogen. Hängebühnen“ eingeführt worden, die es
ermöglichen, daß auch während der Produktenförderung
ohne Stützen gefahren wird. Diese Bühnen iind in
hanieren wie Hebel beweglich. Sie ermöglichen eine
Irotzere Leistungsfäbigkeit eines Förderschachtes.
(Srbr. Volksztg)
Buichenbach, 24. Nov. In der Nacht vom Samstag
uuf Sonntag wurde bei dem Meztzgermeister Friedrich Büd
jon hier eingebrochen. Außer verschiedenen Kleidungsstücken
uw. fiel dem Dieb eine Kindersparkasse mit 26 Mark In—
jalt in die Hände. Die Täter kamen ungehindert von
»annen. Mit einem aus Saarbrücken herbeigeholten Polizei—
sunde konnte kein endgültiges Resultat erzielt werden.
* Köln, 27. Rovbr. Typhus-Epidemie.)
unter den ausländischen Arbetern beim Bau der Ahr.
albahn ausgebrochen, vermutlich durch den Genuß vor
Wasser aus der Ahr. Zahlreiche Arbeiter liegen schwer
rand darnieder. Umfassende Vorsichtsmaßregeln wurden
jzetrosfen.
*Köln. 26. Nov. EEntgleister Zug.) In der
dähe von Merten am Vorgebirge entgleiste infolge Schie—
enbruches ein Zug der Köln-Bonner Kreisbahn. Die
dotomotive und der erste Wagen stürzten um Der Lo
omotivführer wurde lebensgefährlich verletzt. Passagiere
imen nicht zu Schaden.
* Höntrop, 26. Nop. (SSchwerer Unfall.) Au
er Zeche Friedlicher Nachbar stürzte ein verheirateter Berg
nann 100 Meter in die Tiefe. Die Leiche wurde zutage
efördert.
* Dortmund, 26. Nopr. Abgestürzte Maurer.)
Infolge Gerüstbruchs stürzten fünf Maurer von einem Neu—
»au ab. Drei von ihnen wurden leichter, zwei schwer
erletzt.
* Münster, 26. Nopv. EErtrunkene finder.)
dier ertranken auf den Aarwiesen zwei Kinder im Altet
von acht bis zehn Jahren, die sich zu früh auf das Eis
zewagt hatten. Der Feuerwehr gelang es, die Kinder zu
yergen, doch waren die angestellten Wiederbelebungsversuch⸗
arfolglos.
*Mannhemi 26. Nop. Gesunkener Rhein—
Rampfer.) Auf dem Rhein stießen die Hafendampfer
Schwalbe“ von der Mannheimer Dampfschleppschiffahrts
efellschaft und „Susanna“ von der Rhein Schiffahrts⸗-Al⸗
ien⸗Gesellschaft zusammen. Die „Susanne“ sank, die Be—
atzung konnte sich retten.
*Mannheim, 26. Nop. Unglückhiche Ehe)
Sin Ehedrama spielte sich in der Nähe des Parkhotels ab
Sine Frau warf sich vor ein des Wegs kommendes Auto—
nobil, wurde überfahren und schwer verletzt. Den Hin
ergrund der Szene bildet eine zerrüttete Ehe. Der Chauf
seur des Automobils war der Gatte der Frau. Die etwa
Oiährige Frau Zimmermann lebt von ihrem Manne ge—
rennt wegen dessen lockerer Lebensweise und erhielt zu
hrem und ihrer Kinder Unterhalt nur Mark 14 wöchent
Aus Verzweiflung über ihre Notlage wari rch die
n ä2 J.

Neueste Nachrichten und Telegramme.
Berlin, 26 Novs. Wie der „Lokalanzeiger“ meldel
ieht die neue Militärvorlage eine drrartige Steigerung der
urchschnittlichen Jahresstärke des deutschen' Heeres vor
Ipril 1911 an vor, daß sie im Jabre 1916 die Zahl von

15321 Gemeinen, Gefreiten und Obergefreiten erreickt.
Die Etatsstärke für 1910 beträgt 504446 Gemeinen usw
D Red.)
Münster, 25. Nov. Heute nachmittag sind auf den
Auwiesen zwei Kinder von 8 bis 10 Jahren, die sich zu
rüh auf das Eis gewagt hatten, durchgebrochen Der
Feuerwehr gelang es, die Kinder zu bergen, doch waren die
ingestellten Wiederbelebungsversuche erfolglos.
Reichelsdorf, (Mittelfranken) 26. Nov. Die 28 jährijze
 Tochter des Outsbesitzers Mieder ist durch Explosion einer
Petroleumlampe tötlich verletzt. Das Mädchen stürzte sich
»rennend auf die Straße wo ihm von Passanten die bren—
nenden Kleider vom Leibe gerissen wurden. Trotzdem hatte
es bereits so schwere Brandwunden erlitten, daß es kurs
nach seiner Einlieferung in Krankenhaus verstarb.
Berlin, 28. Nov. Von einem Löwmen zerfleischt wurde
gestern Abend auf einem hiesigen Kirmesplatze der 28jähr
Dompteur Karl Meier, der dort in einer Menagerie an—
gestellt war. Nachdem man ihn mühsam aus dem Rachen
des wütenden Tieres befreit und verbunden hatte, wurde
er schwer verleßt ins Krankenhaus gebracht. An seinem
Aufkommen wird gezweifelt.
Berlin, 28. Nov. Leutnant von Herugwitz vom ersier
Barde⸗Reg. zu Fuß hat sich in einem Ansall geistiger Um—
nachtung, die zweifellos durch einen Sturz aus einem Aut—e
herangerufen wurde, durch einen Schuß in die Brust getstet
Paris, 26. Nov. In der Kaserne des 67. Infanterie—
egiments in Libourne nahmen die Rekruten unter dem Be—
ehl eines Korporals Schießübungen vor. Durch ein noch
richt aufgeklärtes Versehen ist unter die blinden Patronen
ines Rekruten eine scharfe gekommen. Der Korporal be—
autzte als Ziel gegenüberstehende Rekruten. von denen einer
erschossen wurde.
London, 26. Nov. Das Befinden des Königs Alfons
von Spanien soll neuerdings wieder wenig befriedigend sein.
Nach einem Telegramm der Exchange Telegraph Compagnie
vird der König heute aufs neue nach Bordeaux reisen um
ich einer Operation zu unterziehen. Bekanntlich hat der
König wiederholt einen dortigen Spezialisten wgeen seines
Ohrenleidens konsuliert.
London, 28. Nov. Ernste Unruhen sind in Cork in
Irland ausgebrochen, wo es zwischen Anhängern Redmonds
und O'Brians zu einem Handgenenge kam. Zahlreiche
Anhänger Redmondo wollten in das Quartier der O'Vrianisten
»indringen, die Truppen mußten die Straßen absperen.
Wiederholt mußte die Polizei gegen die Anhänger Redmonds
oorgehen. 80 Personen sind hierbei verlekt worden.
Die Polizei wurde verstärkt.
London, 28. Nov. Oer englische Minister des Innern
Lhurshill, der gestern Nachmittag bei seiner Rückkehr aus
Bradford in einem Eisenbahnzuge von einem Mann mit
einer Hundpeitsche angefallen worden war, wurde auf dem
bahnhofe von Kinys Crocs, als er den Zug verließ, von
3 Frauen tätlich angegriffen. Der Polizei gelang es, die
Angreifferinnen fest zu nehmen.
London, 26. Nov. Ein eigenartiger Eisenbahnzusam
menstoß ereignete sich gestern bei Ormskirch in der Nähe
von Liverpool. Dort rannte ein Zug in das Mauerwerk
einer Brücke, wodurch einige Wagen eines Expreßzuges auf
das Liverpooler Geleise fielen. Hier kam von der andern
Seite in voller Fahrgeschwindigkeit ein elektricher Wagen
und fuhr in die entgleisten Wagen hinein. Der elektrische
Wagen stürzte um. Ein Passagier wurde getötet und mebr—
ere schwer verletzt.
Neuyork, 28. Nov. Bis jetzt wurde festgestellt, daß
hei dem Fabrtkbrand in Neuyork 23 Frauen und Mädche
leils verbrannt, ieils bei dem Sprung aus dem Fenste
zetßtet wurden. 30 Verletzte liegen im Hospital, darunter
diele tödlich Verletzte. Die Zimmer werden weiter nod
ach Leichen durchsucht.
Neuyork, 26. Nov. Die gestrige „Säuferparade“ der
deilsarmee stat sich zu ciner großen Kundgebung des An—
cialkoholismus gestattet. Uener 1000 Trunkenbolde haber
innerhalb weniger Stunden gelobt, sich künftighin des Al—
kohols enthalten zu wollen und nur Wasser als Getränk
u sich zu nehmen. Kapitän Me Intyre führte die ein
Meile lange Prozession, in der Banner wehten, Musik—
oanden lustige Weisen erschallen ließen und die einfach
nalerische Tracht der Heilsarmee-Soldaten mit der oft zer—
umpten Kleidung von Trunbolden beiderlei Geschlechtes
vechselte. Dem Bekehrungszug wohnte eine zahlreich⸗
Menschenmenge bei. Bürgermeister Gayner beglückwünsche
ie Heilsarmee zu ihrem gestrigen Erfolg und gab der
doffnung Ausdruck, daß sie weiterhin ihren Kampf gegen
»en Alkoholismus und seine schädlichen Folgen fortseßer
verden.
Buenos Mres, 26. Nov. Ein Zyklon hat in der
„tadt und in der Provinz schweren Schaden angerichtet
und Tausende von Bäumen entwurzelt. Mehrere Personen
ind ums Leben gekommen und wiele verlekßt worden.
Bekanntmachung.
Das Proviantamt läßt bekannt geben, das fortgesetzi
inberegnetes und völlig trockenes, süßes Heu, Lujzerne
und Hafer gekauft wird.
Desgleichen wvird fortwährend Roggenstroh und zwar
Flegeldrusch, ungepreßtes Maschinenplattstroh oder Preß
langstroh gekauft.
Dudweeiler, den 26. Nov. 1910.
Der Bürgermeisten
RoO st

1
*
Fluchtlinien-Festsetzung.
Auf Grund des 8 8 des Gesetzes betreffend die Anle—
zung und Veränderung von Straßen und Plätzen in Städter
ind ländlichen Ortschaften vom 2. Juli 1875 wird die
Ztraßen⸗ und Baufluchtlinie der Pfählecstraße zu Dudweiler
and zwar für die ganze Länge der ausgebauten Straß.
zwischen den beiden Feldwegen hiermit förmlich festgesiellt
Der Plan liegt vom 29. November bis einschließlid
. Dezember d. J. auf dem Gemeinde-Bauamt, 1. Stock
zimmer Nr. 2, zu jedermanns Einsicht effen.
dudweiler, den 26. November 19810.
Der Gemeinde⸗Vorstand.
Jost, Bürgermeister.
———— ————————————
Freibank.
Heute und morgen
Jündrisch zu 5 Pfh.
Die 5kblIohthof⸗Verwaltung.
7 ee
will. lasse sich vertrau-ꝓp
Gal encteine ensvoll mein Mittel tur B.-per
 Nachn schicken. — Ertol
ꝑaran tiert. Unbemittelte Rabat
alkenbera's sue, auansateinheilverfahren. n Kasberstrasse“

tei
Zwanasversteiqgerungq.
Im Wege der Zwangsvollstreckung soll der in Dudweiler
»elegene, im Grundbuche von Dudweiler Blatt 1808 zur
zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den
Namen des pens. Bergmanns Valentin Stragand Witwe
und Karoline geb. Schulde zu Dudweiler, und dessen Kin—
der Lina und Katharina Stragand daselbst eingetragene
Brundstück
Flur 8, Parzelle Nr. 498/81, Acker, bei Höllen⸗
hausen, groß 12,37 Ar, mit 1,92 Thaler Reinertrag
am 16. Januar 1011,
nachmittags Z3 Uhr,
urch das unterzeichnete Gericht zu Dudweiler im Hotel
stassauer Hof versteigert werden.
Saarbücken, den 23. November 1910.
Königliches Amtsgericht 11.

tatt jeder besonderen Anzeige.

Heute verschied mnein lieber Sohn,
unser guter Bruder, Schwager und
Onkel

Herr Apothtker
Wilhelm behepperheyn

plötzlich im 46. Lebensjahre nach einem
christlichen Lebenswandel.
Die trauernden Hinterbliebenen.

Borken, Münster, Gelsenkirchen,
den 26 Nov. 1910.

— ——————

Die Beerdigung mit anschließender Seelen—⸗
messe findet Dienstag, den 28. cr., vormittags
81/, Uhr vom Sterbehause „Neue Apotheke“
Saarbrückerstraße in Dudweiler aus statt.

Danksagung.
Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme
bei dem Hinscheiden unseres innigstgeliebten,
guten Vaters sagen wir allen Beteiligten, be—
sonders den Herren Beamten, dem Kriegerverein
Dudweiler sowie allen verehrlichen Kranzspendern
innigsten Dank.
Geschwister Berndt
nebst Angehörigen,

drockensammlung.
Um der Not noch recht vieler armen Familien
und alleinstehender älterer Personen, besonders jetzt zu
Beginn der kälteren Jahreszeit entgegenzusteuern, hat der
Unterzeichnete es übernommen, im hiesigen Rathause eine
sogenannte Brockensammlung einzurichten. Dieselbe hat
den Zweck, die von bessergestellten hiesigen Einwohnern
jurückgesetzten alten Sachen, wie Kleidungsstücke, Wäsche
Schuhe, Strümpfe, Ueberzieher, Mäntel, Kinderkleidchen,
ürstlingssachen, Bettstellen, Bettzeug, alte Möbel, Küchen—
zeräte, überflüssige Gardinen und dergl. entgegenzunehmen
und an die hiesigen Armen zu verteilen. Wo vorbezeichnete
 Gegenstände en behrlich find, wird gebeten, dies au
dem Armenbüro im hiesigen Rathaus — Zimmer Nr. 6
— mündlich oder schriftlich mitzuteilen, damit dieselben ab⸗
zeholt werden können. Ich richte daher an alle edelden⸗
enden Einwohner von Dudweiler, Herrensohr, Jägersfreude,
Lamphausen und Fischbach die ebenso herzliche wie drin⸗
zende Bitte, dieses Unternehmen im Interesse aller unserer
Armen durch rege Beteiligung unterstützen zu wollen. Jede
auch die kleinste Gabe, wird mit Dank angenommen.
Dudweiler, den 24. Oktober 1910.
H. Kammer,
ESoekretr der Armennormaltuna

eauchef
DuMonts Sorꝗgenbrecher

ꝛin ges under, vorzüqglioher Radehtabek
zrobschnift in Blau-feinschnitt in Braundruck
las Verfelpfundpaket 30 Pfo aet Ge
            
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