Nr. 271. Samstaq, den 26. November 1910. 23. Jahrgang.
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— 7.2 3 * ät uid Korea erlassen. Bisher, d. h. seit dem 16. Auguß
Deutfster Neichztag. er Vedün Me D eee ucheanen gnderer 1908, galt in Korea 3 antche Handelsmarkengeset
Nittags 1 Ubr Berlin, 25. Novbr rttanti sei, ist der „Lokal-Anzeiger“ in der Lage, mitzu— om 2. April 1909, dessen Vorschriften indessen nur aul
(86. Sitzung.) jeilen, daß es sich nur um ein hestiges Nasenbluten ham zapaner, Aoreaner und — mioge eines Wtoment von
Auf der Tagesordnung steht die Weiterberatung der delt. Der Abgeordnete Schüler ist bereits heute wiede 3 PNai Hoe np gut de dnen der —*88 .
Interpellation betreffend die Fleichteuerung. im Reichstage erschienen. ez een Aeinre eet d we g
Abg Hildebranda, Eoz.) sagt, der Stand. Berlin, 25. Nov. Der Reichs-⸗Etat für 1911 ist heute 8 4340 en on As — *
punkt, daß die Grenzen nicht geöffnet werden dürften. iß dem Reichsiage zugegangen und wird nach ersoigter Drud s5öul ist n de e ktönnen mithin
chon durchbrochen. Die süddeutschen Staaten haben die legimg am Montag zur Verieilung gelangen. Ferner iß— etzt ihre — Aichen beuͤn Parenlam in Totis X
en Grundsatz der preizischen Agrarier aufgegeben. Es dem Reichstage zugegangen eine Uebersicht über den neuer achis wirsin Korea anme den Weiter in besunn
ei nicht wahr, daß die Löhne der Arbeiter den höherer ktat. Diese Uebersicht stellt eine Neuerung dar, die vom vorden —* d in Korea bis zum 28 August 1910
Lebensmit elpreisen entsprechend gestiegen seien. Der steichsschatzsekretär veranlaßt ist, und soll die Orientierung
steichskanzler soil nicht ein Instrument der Junter. son. per den neuen Etat wesentüch erleichtern ugetragenen Marken vom 29. August 1910 ab auch in
dern —— sein wwe un d die Azher Ar deban ree er
Staatssekretär Del brück: Es fragt sich, ob de M rurn
steichskanzler Mittel hat, die geeignet sind, die Uebelstände 358 5 medeergeten w —
»eren Vorhandensein niemand bestreitet, zu beseitigen Nact e —— *8 *1 d J —
ollständiger Prüfung der Dinge sind solche Mittel nich Gegen Dritt r vg der neuerworbenes aeraej
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zorhanden. Die sanitären 3 de notwendig ünd wwu endecee & qe De — “ uen de e eeee
uin einen Schutz gegen die Seuchenen chleppung zu a J
vähren, müssen aufrecht erhalten werden. Wir müssen
infere einheimische Produktion sicherstellen. Dazu ist der
Zchutz unserer produzierende Landwirtschaft notwendig Jch
zestreise, daß unsere Zol politik weite Volktstresse schäd'gt.
Auf dem Gebiete der Fleischversorgung sind zweifel os
zie Preise in die Höhe gegangen. Vergessen sei aber auch
nicht die Steigung der Löhne, die steigenden Anforderun«
zen an die Qualität des Fleisches und an die hygienische
und öffentliche Aufmachung der Schlächterläden. Das sind
illes Dinge, die mit der Agrar-Politik nichts zu tun
saben. Ich bestreite, daß unsere Wirtschaftspolitik arbei—
erfeindlich ist. Ich hoffe, daß das deutsche Volk so ein—
ichtig sein wird, um auch später einen Reichsstag zu
chicken, der uns die Möglichkeit gibt, unsere Wirtschafts
»olitik fortzuführen. (Lebhafter Beifall rechts. Lachen
inks.)
Abg. de Wente (natl.) gesteht das Vorhandensein
iner Fleischteuerung zu, aber zu einer Fleischnot sei es
ticht gekommen. Die Viehproduktion habe zugenommen.
kine Besserstellung des ausländischen Viehes sei eine
chwere Ungerechtigkeit gegen unsere Landwirtschaft. Red—
ier spricht dann über den neugegründeten Bauernbund,
»er geschaffen worden sei, um den bestehenden Unterschied
wischen Stadt und Lond auszugleichen.
Abg. Kobeld (frakrnonslos) meint, aus der ganm
en Aussprache sei nicht viel herausgekommen. Wir haben
ticht nur eine Fleischnot, sondern auch eine Viehnot. Heute
panne man den Bauern die Ochsen vom Pfluge, weil
ie ein schönes Stück Geid bringen. (Oho! rechts.)
Abg. Lin z (Rchsp.) spricht im Inderesse des west
lichen Industriebezirks und fordert von der Regierung
eine neue Enquete, die die Ursachen der Fleischteuerung
eststelle.
Abg. Wölzel (ul.) ift mit den Ausführungen des
Abg. Paasche vollständig einverstanden.
Abg. Hahn (Bd. d. LV.) wendet sich gegen den Ab
zeordneten Wachhorst de Wente und verteidigt die Hal⸗
ung des Bundes der Landwirte. Weiter polemisiert der
Redner gegen den Bauernbund.
Abg. Emmel Goz.) wendet sich gegen den Vor—
edner.
Abg. Fegter (F. Vp.) fordert sofortige Oefsnung
er Gienzen und Erleichterung der Einführung von Fuß
ermitteln.
Nach einer kurzen Erklärung des Abg. Löcher (R.)
der den Standpunkt der Regierung teilt, wird die Debatte
geschlossen.
Morgen 11 Uhr Beratung der übrigen Interpellatio
ijen, zunächst derjenigen über die Königsberger Kaiser
ede. — Schluß M vor 7 Uhr.
*
Berlin, 25. Nov. Staatssekretär Wermuth er—
offnete heute die dritte Lesung der Wertzuwachssteuer in
der Reichstagskommission mit einer warmen Empfehlung
der Vorlage.
Berlin, 25. Nov. Wie der „Lolal-Anzeiger“ erfährt.
wird der Gesetzentwurf über die Privardeamtenversiche
euna dem Reichssstage anfang Januar auageben.
Eine Flucht.
Es konnte ihm nicht entgehen, daß Regine in einer
rostlosen Verfaffung befand Aeußerst —2 schloß er
as ZSimmer und kam naher.
Wie furchtbar verändert ihr liebliches Gesicht war
eder Nerb in demselben zuckte. Eine —AXR
lleichen mußte sich ihrer bemächtigt haben.
Wein Gott, Fraäulein Elsner, was fehlt Ihnen? Sie
riden ia schrecklichi Sind Sie erkrankt. soll ich um Arat:
chicken?“
AIhr flehender Blick hob sich zu ihm empor. Sein
dand glitt leise, mit einer unendlich zarten Bewegung übe
hr blondes Haar.
SBat jemand Ihnen wehe getan? Bitte, vertrauen Si
ich mir an. Ich hoffe doch Ihnen helfen zu können, jpreche
Sie wie zu einem Freunde, liebes Fräulein!“
„Ich — es geht schon vorüber“ Das kam wie eir
ʒauch über Ihre Lippen. Ihre Brauen dogen sich zusam
nen, als empfinde sie einen physischen Schmerz.. Gehen
ollte sie, diese geliebte Stimime, vei deren Klange sie bo
jefinnerer Glückseligkeit erschauterle, nie wieder hören?
O nein, so stark und muͤtig sie sonst auch war, diest
Selbstpein konnte sie sich nicht aäuferlegen.
Bleiben wollte sie, solange die Gunst des Zufalls e
ucr gestattete, ihr Geheimnis zu verbergen wie einen kostbaren
Schatz. Sie war bereit, allem zu entsagen, nur der einen
Wonne nicht, in seiner Nähe atmen zu duͤrfen. Eine Morie
vollte sie werden, welche ihm diente, sich stetig um sein Woh
orgte, ohne nach einem Zollbreit seines Herzens zu ver
angen.
„.Volkmer sah wohl, wie es in ihrer Seele rang un.
ämpfte, wie die junge Stirn so bleich und ernft erschieꝛ
und die Trauer sich wie ein düsierer Schleier über ihr gan
es Gesicht senkte.
Er bekampfte seine Ungeduld und redete ihr noch ein
nal freundlich zu. Ich kam, um Sie in Anspruch zu neh
nen, Fräulein, ich hatte eine Bitte auf dem Herzen. Abeir
ch bestehe nicht darauf, Sie müffen fich erst wieder be
uhigen und erholen. Ich werde sorgen, daß niemand Sie
tört. Aber geben Sie sich nicht gar zu lange dieser trost
osen Stimmung hin. Lassen Sie nicht allez Wut sinten
So plötzlich, wie oft das Unglück über uns dereinbricht.
ommt auch das Guück.“
„Regine raffte sich auf. Sie versuchte zu lächeln, aber
ie hellen Tränen liefen ihr über die Wangen. Welche
eelenvollen, ergreifenden Töne seiner Stimme zu Gebole
tanden und wie gütig und weich die scharsen. grauen Augen
icken konnten4
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Diie Stube war durchwärmt, frische Waffeln dufteten
auf dem Tisch, eine Schale mit süßer Sahne fehlte nicht.
Volkmer selbst eilte hinaus, um seinen Gast zu be⸗
Jrüßen.
Dore schenkte den Kaffee ein, nachdem sie der Rätin
den Pelzmantel abgenommen hatte.
Balentin hatte lange darüber gesonnen, was dieser Be—
such der Frau Rat wohl auf sich haben könne. Schließlich
var doch nur eine Deutung möglich — Elfriede bereute es,
h so lieblos zurückgewiesen zu haben, sie schickte die
Mutter, um ihn zu versöhnen.
Die Hoffnung war jubelnd in ihm emporgeflutet, die
Lemütigung vergessen. Es konnte ja nicht anders sein,
sie mußte seine Liebe erwidern, wie konnte ihr Herz teli
bleiben, wo das seinige in Flammen stand?
Er sah die dunklen, wunderschönen Augen so greifbar
vor sch das feine, flou Antlis mit der samtweichen, zarten
daut.
Und weshalb sollte sie sich nicht wohl fühlen im Forst⸗
hause? Wenn ihr die alten Räume zu eng erschienen, so
onnte ein Neubau angefügt werden. Er hatte es ja dazu.
Die Tausende spielten keine Rolle.
Er hatte gespart, Zins und Zinseszins häuften sich seit
Jahren. Sein Leben war puritanerhaft einfach eingerich⸗
cet. Für Elfriede erschien ihm kein Rahmen glänzend und
vstbar aenug. Alles, was sein war, wollte er ihr zu Füßen
egen.
Selbst das ernste, ein wenig verlegene Gesicht der Frau
sat bestärkte ihn nur in seinen Voraussetzungen.
„Es ist eine peinliche Viertelstunde für die alte Dame,“
daee er, „doch ich werde sie reichlich dafür zu entschädigen
wissen.“
FSrau von Bittner ließ fich umständlich in dem alten,
veichen Sofa nieder. Der heiße Kaffee blieb vorläufig un⸗—
berührt. Dangsam streifte sie die Handschuhe ab.“ Ihre
Augen verfolgten mit ungeduldigem Ausdruck jede Bewe
gung der alten Dore.
„Es ist kalt draußen,“ sagte Volkmer, und dann mußte
er lachen, daß er sich zu einer so trivialen Bemerkung hatte
hinreißen lassen. F
Dore erkannte, daß sie hier überflüssig war, und beeilke
sich, hinauszukommen.
Volkmer bediente die alte Dame. MNein, trinken
müssen Sie, gnädige Frau, was Sie mir auch zu sagen haben.
es hat eine Viertelstunde Zeit.
-Einen Schluck Kaffee will ich nehmen, nein danke,
nichts weiter.“ Als sie den filbernen Löffel hielt, bemerkte
zoltkmer. daß ihre Hand aitterie