Full text : Dudweiler Zeitung

Lokales und Vermischtes.
Livilstand der Bürgermeisterei Dudweiler vom 1 bi—
10. Nopo. Geburtenu. Enmma, T. v. Ludwig Wilhelm 65.
Bgmm. Madalena, T. v. Heinrich Müller, Güterbodenart
Antonette Maria. T. v. Wilh. Hüsges, E.«H.«Schaffn
Julius, S. v. Wilh. Siebenhüner. Kath, T. v. Johanr
Mayer, Bgin. Georg, S. v Philipp Friedrich, Bgm.
hildegard Karola Kath Luise, T. v. Jakob. Röhrig, Draht—
zieher, J. Peter, S. v. Seorg Gapp, Bgin., F. Frieda
Zosie, T. v. Wilh. David 2. Karl Adam, S. v. Adol—
zchäfer, Bgm. Artur, S. v. Karl Stephan, Bgm., J
Joseph S. v, Heinrich Jost, Bgm., F Berta, T. v. Peter
Lochems, Bgm. Luise, T. v. Nik. Reis, Bgm., H. Math
Julienne, T. v. Wilh Baldes 2, Bgm Erich Emil, S.
p. Philipp Kirsch, Tgn. Henriette, T. v. Phil Jost, Bgm.
h. Erna Marie, Tuv Wilh. Stübe, Steinhauer. Rudol—
5. v. Franz Pir, BRgm Mathilde Josephine, T. v. Jak
Wingert, Straßenb.⸗Führer. Eduard, S. v. Josef Kipper,
Manrer, F. Karcline, T. v. Joh. Fell, Masch, F.“ Klara
rduise, T. v. Johann Wagner, Tgn., F. Albert FKarl, S
». Peter Hoff 4. Bgui. Kath, T. o. Josef Bild,“ Bgm
J. Emilie, T. v. Julius Drumm, Vol.-⸗Sergt. Mina, T.
. Er.ast Gemmel, H.⸗zUA. Johann Nik., S. v Peter Flesch
z, Bgm. Paula, T. v. Ludwig Minke, Bgm. Erna T.
. Heinrich Brinkmann, Aufseher, F. Lydia Alma, T. v.
Otto Neu, Bgm. Heiraten. Erich Fischer, Werkmeister, mit
Emilie Mayer Heinrich Kleemann, Schlosser, 'mit Marie
zchäfer. Peter Becker, Bahnarb., mit Kath. Paul. Joh.
Spang, Bgmm., mit Anna Eschold. Chriftian Wunn,
Magazinarb, mit Elisabeth Schmidt, Wwe. von Jakob
Conrad. August Stuhlsatz, Bgm., mit Kath. Quirin—
Emil Schweißthal, Bgm., mit Barbara Paul, Wwe. von
Peter Prinz. Ludwig Kunkel, Bgm., mit Karoline Hey.
SsSterbefälle. Ferdinand Kreischer, 1I J. J. Müller Karl
xhefrau, 66 J.“ Jungmann, Peter. pens. Bgm, 60 J—
Anna Keller, 3M. Maria Rimbach, 2 J., H.
Personalnachrichten. Die Zivilanwärter Alois Geßner
darl Brenner, Hugo Bauer und Alexander Klicker, sowit
»er Militäranwärter Gustav Werbelow Fhaben die Bureau—
ßrüfung bestanden. — Die Steiger Karl David des
Bergwerks König ist zzum Werksbureauassistenten, ernann
worden. — Der Steiger Ernst Engmann und Peter Kar—
renbauer des Bergwerks Reden sind7 zu! Bureauassistenter
rnaunt worden. — Nachstehende Hilfsseiger sind bei den
n Klammern), beigefügten Bergwerken vom 1.Dezember d
J. ab zu Steigern ernannt worden: Adam Eisenbeis
Gerhard); Gustav Paulus und Adolf Schild (Von der
deydt); Peter Keller, (Heinitz; RJohann“ Jungmann und
Friedrich Zimmer (König); Wilhelm Neumann, Theodo
Peiß und Wilhelm Dilk (Friedrichsthal), sowie Balthasa
zabler (Göttelborn)
Totenfest. Gestern war der letzte Sonntag im christl
irchenjahr. Der nächste Sonntag, der erste Adventsonntac
eginnt das neue Kirchenjahr. Den letzten Sonntag in
lirchenjahr hat man in der evangelischen Kirche dem An—
denken der Abgeschiedeuen gewidmet, man seiert das To
enfest. Man tat recht daran, daß man hierzu den letzten
zonntag des Kirchenjahres wählte. Denn die kirchlichen
deste spiegeln das Werden und Vergehen,draußen in der
datur wieder. Weihnacht, das Geburtssest Christi, wird
u der Zeit gefeiert, zu der die Sonne ihren Tiefstand er—
eicht hat und die Hoffnung auf neues Licht und neues
eben in der Natur erwacht. Das Osterfest liegt in der
rsten, das Pfingstfest in der zweiten Hälfte des Frühlings.
das Totenfest wird in der Zeit des Dahinwelkens des
aubes und der letzten Blüte begangen. Es bildet eine
Nahnung an die Vergänglichkeit des menschlichen Lebens
ind Strebens. Das, worüber Moses im 90. Psalm klagt,
ritt uns aim Totenfeste besonders grell vor Augen. „Die
Nenschen fahren dahin wie ein Strom, sie sind wie ein
ichlaf, gleich wie ein Gras, das bald welk wird. Das do
rüher blüht und bald welk wird und des abends abgehauen
wird und verdorrt.“
T. Nachdem der Herr Oberpräsident der Rheinprovin?
urch Erlaß vom 16. November vorigen Jahres die für das
iesige Evangel. Waisenheim beantragte Hauskollekte
nehmigt hat, wird diese in dieser Woche abgehalten wer—
n. Zur Einsanmlung haben sich die Vorstandsmitglieder
s Evangel. Frauenvereins wiederum gern bereit erklärt
wollen alle evang. Familien um eine Gabe ansprechen.
is wird gebeten, die Sammlerinnen, welche sich der Mühe
ees Kollektierens unterziehen, auch in diesem Jahre wieder
eundlich aufzunehmen und ihnen gern eine Gabe für das
Vaisenheim, in welchem jetzt 21 Kinder und 2 ältere Per—
onen untergebracht sind, einzuhändigen, damit es sich er—
nöglicht, auch in diesem Jahre wieder tausend Mark von
eer auf dem Heim ruhenden Schuldsumme abzutragen. Auch
ollen von dem Ertrag der Hauskollekte wieder eine Anzahl
tsarme zu Weihnachten beschert werden.
Winter. Heute früh hatten wir richtigen Wintertag
otz des dichten Nebels war es recht knusperig gefroren.
s Thermometer war um 7 Uhr 8 Grad unter
lgesunken.
Feuer und Licht. Nicht jeder versteht es, die beiden
usgeister Feuer und Licht richtig zu behandeln. Wie—
el Schaden ist schon durch ungeschicktes oder leichtsinniges
eueranzünden angerichtet worden.) Wie oft müssen unfere
eitungen Fälle melden, in denen Personen in den fenPetro—
umgegossen und, sichdabei die schrecklichstenBrandwunden zu—
fügt haben, denen sie vielleicht gar erliegen mußten. Auch
tuben⸗ und Hausbrände sind auf diese Weise oft entstan—
n. Man hänge also nie die Petroleumkanne in die Nähe
3Ofens! Auch mit Lampe und Licht sollte vorsichtig
gegangen werden. Sie sind stets langsam zn tragen.
d gerade zu halten. Kinder betraue man nie damit
her der gisßten Achtsamkeit mit Feuer und Licht ist eine
vernachlässigte Tugend die Sparsamkeit. Die Hausfrau
st wird sie vielleicht pflegen, denn es ist ihr Hab und
„das sonst leidet, aber die Dienstboten dazu bewegen
schon schwieriger. Aus purer Gedankenlosigkeit oder
uemlichkeit streichen die Dienstmädchen ein Streichhol,
h dem andern an, obgleich sie das Feuer? von der schou
nenden Flamme mit einem gebrauchten nehmen könnten.
sich das Brennholz trocken zu legen und — eine winzige
e — einen Teil daoon zu zerkleinern. damit Fes
wenigen Stücken rasch brennt, nehmen sie gewiß das
eifache der dicken, feuchten Scheite, und dann brennts
h nicht. Ferner wird Feuerung gespart, wenn den
ntüren und Schiebern rechte Aufmerksamkeit geschenkt
d. Man klagt sehr viel über die teuren Zeiten — und
Lebensverhältnifse sind auch tatsächlich immer teurer
orden! — aber man soll es nicht beim Klagen bewen—⸗
assen, sondern man solle zusehen, Ersparnisse zu machen,
Aorstehenden Zeilen mögen Fingerzeige dazu sein ..
ein Scheidungsgrund. „Also Frau G. hat sich
ich von ihrem Manne scheiden lassen? — Sie sagten
mnmer, er sei das Licht ihres Lebens.“
Ddas war er auch, nur ist das Licht zu oft des nachte
gangen.“
Großes illustriertes Wiße⸗ und Annekdotenbuch

kin humoriftischer Hausschatz für lachlustige Leute. Heraus—
egeben von Hernann Seyffert 16—20 Tautend, 172
zeiten. Preis nur 1 Mk. Verlag J. Gnadenfeld und
o., Berlin W. 30, Schwäöbischestr. 25.
Jägersfreude, 18. Nov. Unsere neue Grubenankage
jeht nun bald ihrer Vollendung entgegen und zeigt ein
vorteilhaftes Bild Wo noch vor einigen Jahren sich ein
dichter Wald befand, sehen wir heute ein großes Wertk
noderner Technik entstehen. Gewaltige Erdabtragungen
ind erfolgt, um einen ebenen Platz sür die Tagesanlagen
zu erhalten. Viele der großen Gebäulichkeiten sind bereits
ertiggestellt und ihrer Bestimmuug übergeben. An der
herstellung des Grubenbahnhofes wird gegenwärtig fleißig
zearbeitet. Die alte Bergehalde vor dem ueuen Schacht
vurde beseitigt und daselbst eine hohe Sturzmauer aufge⸗
ührt. Hier wird nun bald mit dem Bau der Rätterhalle
ind der Kohlenwäsche begonnen werden, sodaß in nicht
llzu langer Zeit eine bedeutende Förderung am neuen
Schachte erfolgen kann. Unser heimifscher Bergbau erhält
»urch diese entstehende Anlage einen bedeutenden
Zuwachs zum Leben unssrer Beraleute und Bevölkerung.
(Bgrmsfrd.)
Hühnerfeld, 19. Nov. Gestern abend ereigneie sich
an dem Neubau der katholischen Kirche hierselbst ein be—
dauerlicher Unglücksfall. Der 15jährige Handlanger
Mathias Weyland aus Sulzbach, der auf dem Neuban der
'atholischen Kirche beschäftigt war, glitt auf einem Gerüst
aus und stürzte aus einer Höhe von 8 Metern in die
Tiefe. Durch den heftigen Sturz wurden dem Burcschen
veide Arme gebrochen, außerdem trug der Bedauernswerte
auch noch einige unbedeutende Verleßzungen am Kopfe da—
hyon. Der Verunglückte wurde noch gestern abeud 'nach
odem Sulzbacher Knappfchaftslazarett überführt. Lebens
gefahr besteht nicht.
5t. Wendel, 18. Noo. Heute morgen um 4 Uhr ent
tand auf bis jetzt unaufgeklärte Weise in der erst im
etzten Jahre neu erbeuten Graphit⸗Schmelztiegel-Fabrik
der Firma Friedrich Halseband hier Feuer, daß derart
chnell um sich griff, daß nichts mehr zu retten war und
die Feuerwehr sich auf den Schutz der angrenzenden Ge—
däulichkeiten beschränken mußte. Der Schaden ist durck
Lersicherung gedeckt.
St. Ingbert, 18. Noo. Der aus der Hiilanstalt in
Sachsen entsprungene Patient, der 26 Jahre alte Guls—
»ächterssohn Kurt Artur Scheibe, bat hier um Unierstützing
 vor. Er benahm sich derart normal, daß seine Ver—
icherrng, er sei nicht geisteskrank, sondern in die Anstalt
esteckt worden, weil er eia Mädchen ohne Vermögen hei—
raten wollte, Glauben fand und ihm der Polizeikommissan
erklärte, er werde selbst bei der Stoatsanwaltschaft in Leip
zig Anzeige wegen Freiheitsberaubung erstatten.
Saarlouis, 19. Noo. in Mädchenhändler, so erzähl
nan der „Saar-Ztg.“, wurde am Dienstag nachmittaä
zier verhaftet. Er gab sich in einem Kaffee an der Sif
»erstraße als Geheimpolizist vrus und wollte ein Mädcher
»erhaften. Doch die sofort benachrichtigte Polizeit kehr—
von BAz * *4

Neueste Nachrichten und Telegramme.
Saarbrücken, 21. Nov. Nach einem gestern nachmit—
ag aus Kiel hier eingetroffenen Telegramm sagte ein in
»em dortigen Hafen von der See zurückkehrender Fischen
ius: Der Leutnant Rommeler sei gerettet und befinde sich
ruf einem Fischerboot, dessen Aufenthaltspunkt er ungefäh—
hezeichnete. Von Saarbrücken wurde sofort die Marinever
valtung ersucht, noch einmal Nachforschungen nach den In
assen des Ballons Saar anzustellen.
Köln, 20. Nov. Einen jähen Tod erlitt in vorletzer
Nacht ein 38jähriger Fabrikant von hier. Er wurde
norgens um 7 Uhr tot in dem an der Hohestraße gelegenen
Lichtschacht vor dein Cafe Runge aufgefunden. Die Leiche
tand auf dem Kopf. Der Fabrikant hatte sich zweifellos
über das Geländer gelehnt, das Gleichgewicht verloren
ind war so in den vier Meter tiefen, engen Schacht ge⸗
allen. Ein Schädelbruch hatte den foforligen Tod zur
Folge. Die Frau des Verunglückten ist durch einen
zturz aus dem Fenster zu Tode gekommen, während der
zater von einer Leiter fiel und tot liegen blieb. Die
dichte des Fabrikanten endete ebenfalls durch einern
Zturz aus dem Fenster.
Berlin, 21. Nov. Die konservative Fraktion des Reichs—
'ages beabsichtigt angeblich eine Interpellation einzubringen,
ob die Regierung Maßnahmeu getroffen habe, durch die
dei der in einzelnen Bundesstaaten erfolgten Oeffnung der
Brenzen für ausländisches Vieh die Interessen der deutscher
Viehbsitzer gegen Seuchengefahr geschützt werden. — Im
dreußischen Landes-Oekonomiekollegium, dessen ständigeKom—
nission gestern tagte, bezeichnete es der Landwirtschaftsnin
 ster als vollkommen unzutreffend, daß er im Staats—
ninisterium sich dafür ausgesprochen habe, die Grenzen für
»ie Vieh⸗ und Fleicheinfuhr im erweiterten Umfange zu
ffnen.
Ahlen (Westf.), 21. Nov. Hier wurde anf der Land—
traße ein Postbote, der 2000 Mk. abzuliefern hatte, von
Strolchen überfallen und mit einem schweren, Gegenstand
zu Boden geschlagen. Das Verbrechen wurde jedoch
durch die Dazwischenkunft anderer Personen vereitelt. Die
Täter entkamen. Das Befinden des Briefträgers ift nicht
»esorguiserregend.
Borghorst, 18. Nov. In der vergangenen Nacht haf
ine etwa 6Ojährige Witwe nach vorhergegangenem Wort—
vechsel ihren Sohn mit einem Holzstück erschlagen. Er
var fofort tot. Die Tat soll im Zustande der Trunkenheit
geschehen sein.
Insbruck, 19. Nov. In Nordiirol schneit es seit 48
Stund ununterbrochen. Am Arlberg beträgt die Schneehöhe
dereits üben einen Meter. Auch aus dem Pustertal werden
starke Schneeverwehungen gemeldet. Im Außerferngebiet
ging bei dichtem Schneesturm und 1 GradKälte ein starkes
Gewitter nieder.
Budapest, 21. Nov. Hier hat die Polizei den früheren
Oberleutnant Seyl Bedö und seine Frau wegen fortgesetzter
Erpressungen verhastet. Das Ehepaar hat diesen Sommer
in einem Nordseebade die Bekauntschaft eines Berliner Fa—
brikanten gemacht. Zwischen dem alten Herrn und der
jungen Frau entstand ein Verhältnis welches des Ehepaar
u Erpressungen ausnützte und dem Fabrikanten nach und
iOoch 120 000 Mk. entlockte. Das saubere Ehepaar kehrte
nit seiner Beute nach Budapest zurück und machte von
»ort aus neue Erpressungsversuchem euf friedliche Wege,
im weitere 200,000 Mk. zu erhalten. Da schriti der Fa—
rikant zur Anzeige, wodurch gestern die Verhaftung
rfolgte. Ein Bankdepot des Ehepaars von 100000 my⸗
vurde beschlagnahmt.
Brüssel, 18. Noo. Von einer größern Wertsendung,
velche die hiesige Banque Internationale an eine Bank in
lfow hatte abgehen lassen, ist auf dem Transport ein
Paket, das 100 000fr in Wertpapieren enthielt, gestohlen
vorden. Über die Titel und Nummern der gestohlenen
Bertpapiere ist die Sperre verhängt worden
Brũssel, 21. Nov. Ueber die Erkrankung der Köͤnigin
yn Belgien wird herichtet“ Die Untersuchung ergab eine

echtseitige Brust- und Rippenfellentzündung. Die Königin
ie von sehr zarter Konstitution ist, hat besonders unter
er Entzündung der Bronchien zu leiden. Der Zustand der
dönigin ist zwar ernst, doch keine Lebensgefahr vorhanden
London, 19. Nov. Ein Telegramm meldet,“ daß die
nexikanischen Rebellen sich in Nogales (Arizona)jund Browns—
oille Texas) gesammelt hätten und hofften, nach Ueber—
chreitung der Grenze große Verstärkungen zu treffen. Die
Leiter der Bewegung befinden sich in den Vereinigten
Staaten und in Europa. Der Zweck der Revolution sei
»or allem, den Präsidenten Diaz und sein Anhang zu
türzen. Die Revolutionäre beabsichtigen sich zunächst in
»en Besitz der Zollämter zu setzen und die politischen Ge—
angenen zu befreien.
London, 21. Nov. Die, Times melden zur Ankunft des
eutschen Kronprinzenpaares auf Ceylon: Der Gouverneur
»egab sich an Bord des Dampfers und geleitete die Herr⸗
chaften bis an den Quai, wo sie von den Behörden em—
»fangen wurden. Zwischen den Matrosen des deutscher
-Schiffes und den englischen Matrosen fand ein Spiel, ge⸗
niannt „Duke of War“ statt, wobei die Deutschen siegten
ind lebhaft akklamiert wurden. Das Kronprinzenpaar machte
yor dem Frühstück eine Fahrt nach Colombo. Gestern Abend
zab der Gouverneur zu Ehren desselben ein Diner zu 66
Hedecken. Es findet im Quenshouse eine Gartenpartie stai
Jekaterinowslaw, 18. Nov. Vei Glorlowka im Be
irk Bachmut stürzte in einem Bergwerkschachte eine Grd—
chicht 300 Meter ti⸗ẽ hinab und verschüftote drei Arbeiter
J * 8*
Ansprache an die Bevölkerung
über
die Bedeutung und Ausführung, der Volks
zählung sowie der Viehzählung in Preußen
am 1. Dezember 1910.

Mit dem 1. Dezember d. J. kehrte in Preußeu wie in
Janzen Deutschen Reiche der Tag der Volkszählung wieder
Die unbedingte Notwendigkeit regelmäßiger Aufnahmen diese:
Art ist allgemein anerlannt. Kein Volk?vermag“ sie zr
ntbehren, daß sich mit Sicherheit über,sich selbst; und die
rsten Bedingungen seiner Entwickelung nund Größe, übe
Zahl, Geschlecht und Alter, Familienstand, Beruf, Religions—
Aekenntnis und sonstige perfönliche Verhältnisse seiner An—
zehörigen unterrichten will Die Ergebnisse der Volkszähl⸗
ung dienen aber bei uns nicht nur als Hilfsmittel wissen—
chaftlicher Erforschung wichtiger, Verhältnisse Ides Volks⸗
ebens, sondern auch zu mancherlei praktifchen Zwecken
wie zur Verteilung“ gemeinsaenmer Einkünste und Laster
der einzelnen Bundesstaaten, zur Regelung der Münz
vrägung, zur Ordnung vieler Verhältnisse, welche sich nack
der Volkszahl richten — wie z. B. die Zuständigkeil von
Behörden der allgemeinen Landesverwaltung, die Bildung
yon Stadtkreisen und Urwahlbezirken, die Wahl von Abge—
»rdneten zu den Kreis- und Provinziallandtagen, das Ver
sahren bei Gemeindewahlen usw. —
Eine Aufnahme von dem Umfange der Volkszählung
st natürlich ohne erhebliche Mühe nicht durchzuführen
kin Blick auf den allgemeinen Verlauf des Zählverfahrens
‚eigt aber sogleich, daß der Bevölkerung selbsi hieraus ver
yältnismäßig nur wenig Arbeit und Belästigung erwächst
In den Tagen vom 28. bis 30. November ds. Is.
verden im ganzen Staate Zähler, insgesamt wohl eine
Biertelmillinn und darüber, bei den einzelnen Haushaltungen
»orsprechen, um sür jede vom 30. November bis 1. Dez.
d). J. voraussichtlich dort übernachtende Person eine
„Zählkarte A“ und für jede Haushaltung ein „Haushalt⸗
ingsverzeichnis B“ zu überreichen. Als Umschlag sür diese
Papiere, dem zugleich eine „Anleitung C“ zu ihrer Aus—
üllung sowie je eine Musterausfüllung für beide aufge—
)ruckt ist, dient ein „Zählbrief D“.
Die Haushaltungsvorstände haben nur
a) die Zählpapiere in Empfang zu nehmen,
b) sie gemäß der Anleitung auszufüllen oder durch
geeignete Vertreter ausfüllen zu lassen und
c) sie vom 1. Dezember d. J. mittags 12 Uhr ab
zur Abholung durch den Zähler bereit zu halten
Die Viehzählungen, welche das notwendige Material
ür die Beurteilung und Bedeutung des Viehstandes ir
inserer Volkswirtschaft zu liefern haben, sind der Bevölker—
ung bekannt und geläufig. Es werden gezählt die Pferde
Rinder, Schafe und Schweine.
Auf die genaueste Beantwortung der Fragen nach der
Aburteilungen der einzelnen Viehgattungen muß besonder
Sorgfalt verwendet werden, da nur hierdurch eine aus
reichende Kenntnis dir Zusammensetzung und der vor- oder
rückwärts schreitenden Entwicklung des Viehstandes gewon—
nen werden kann. Diese Kenntnis ist für viele wirtschaftlich
Zwecke, so u. a für für alle Maßnahmen zur Förderung
der Vlehzucht unentbehrlich; insbesondere soll festgestelb
werden, ob durch die heimische Viehzucht die für die Volks
ernährung nötigen Fleischmengen gewonnen werden können
Die Zählung erfolgt wieder nach vielhaltenden Haus
yjältungen.
Jeder Haushaltungsvorsteher oder sein Stelloertrete:
hat das ihm gehörende oder unter seiner Obhut befindlich
Vieh, welches in der Nacht vom 30. Nov. bis 1. Dezembe.
1910 auf dem Gehöfte, wo er wohnt, steht, nach Maßgab
der Zählkarte zu zählen und in diese waährheitsgetreu ein—
zutragen. Dabei sind die auf der Rückseite der Zählkart
gegebenen Erläuterungen genau zu beachten.
Die Viehzählung ist eine selbständig zu bewirkende Er—
)ebung. Wenn es daher aus Mangel an geeigneten Per⸗
sonen auch vielfach nicht zu vermeiden sein sollle, daß die—
selben Zähler mit der Ausführung beider Aufnahmen be—
faßt werden, so sind doch die Zählpapiere einer jeden Er—
jebung völlig von einander getrennt zu halten.
Die Fragen der Zählpapiere der Volks- wie Tauch der
Viehzählung sind nicht zahlreich, dabei durchweg einfach und
völlig uwerfänglich. Niemals werden die durch beide Zäh—
lungen gemonnenen Nachrichten über einzelne Personen und
deren Besitz veröffentlicht oder für andere als statistische,
besonders auch nicht für steuerliche Zwecke benutzt. Die aus
den Zählpapieren gewonnenen Ergebnisse gehen in allge—
meine Tabellen über, in welchen der einzelne Mensch und
seine Viehhaltung nicht mehr erkennbar ist. Die Zählpapiere
selbst werden nach beendigter Arbeit eingestampft; jedermann
darf danach insbesondere auch sicher sein, daß die Angaben
seiner Zählkarte über Alter, Bekenntnis, Staatsangehörig—
keit, Militärverhältnis, Beruf und Erwerb, etwaige Mänge'!
nud Gebrechen usw. niemals vor underufene Augen kommen
zder an die Oeffentlichkeit gelangen werden.“
Auf ein vertrauensvolles Entgegenkonnmen der Haus—
haltungsvorstände wie überhaupt der ganzen Bevölkerung,
auch hinsichtlich der nicht vom Staate sondern von den ein—
zelnen Gemeinden gestellten Fragen dürfen die Zähler hier—
nach wohl um so eher rechnen, als diese Männer ihre um—
sangreiche und mühevolle Arbeit fast sämtlich freiwillig
ibernommen haben und dem Gemeinwesen dadurch wert—
yolle Dienste leisten. Nachdem die zuständigen Behörder
Anordnung dahin getroffen haben, daß den Beamten der
erschiedenen Dienstzweige, den höheren und den Elemen—
arlehrern die für eine reoe Beteilianna dieser Kreise an

dem, Zählbeschäfte erforderlichen Diensterleichterungen zu
gjewähren sind, darf erwartet werden, daß alle noch hin—
reichend rüstigen und, in ihrem Amte für einige Tage ab—
könimlichen Reichs⸗-, Staats⸗ und Gemeindebeamten, sowie
die an höheren, Mittel- oder Volksschulen angestellten und
vegen Ausfallens des Unterrichts am Zähltage dienstfreien
Lehrer einer Aufforderuug der Gemeindebehörde, das Ehren—
amt eines Zählers zu übernehmen. bereitwilliast Folge
leisten werden. F
Daes Gelingen beider Aufnahmen hängt,wesentlich von
dem Zusammenwirken der Zähler mit den Haushaltungsvorständen
 bb. Diese werden deshalb ersucht, den Zählern,
deren jeder eine größere Arzahl aon Haushaltungen aufzu⸗
suchen hat, ihr Amt nach Möglichkeit zu erleichtern und
ihnen unnütze Gänge oder Arbeilen zu ersparen. Sie kön⸗
nen dies tun durch sachgemäße, deutliche Ausfüllung der
Zählpapiere, durch bereitwillige Auskunft über einzelne Zetwa
ioch verbliebenen Lücken oder Undeutlichkeiten in der Aus—
üllung und durch die Sorge für sichere und schnelle Em—
»fangnahme der Zählpapiere sowie deren Bereithaltung zur
Wiederabholung — auch für den Fall, daß der Haushal⸗
ungsvorstand selbst nicht zu Hause sein sollte. Die Zahler
jenießen in der Wahrnehmung' ihrer Pflichten den beson⸗
oeren Schutz der Gesetze; es wird wohl kaum einer von
hnen diesen arzurufen brauchen, sondern alle werden ohne
veiteres, die Rücksicht finden, die jeder für das allgemeine
Zeste arbeitende Staatsbürger beanspruchen darf.
Endlich ist noch in geeigneter Weife, etwa durch Be⸗
Pprechung in denq Gemeindeversammlungen fund in den
Schulen, sowie durch die amtlichen Blätler und die Tages—
presse — welch' letztere sich durch Abdruck dieser Ansprache
»der durch Verbreitung einer sonstigen entsprechenden Be—
ehrung ihrer Leser ein großes Verdienst er verben würde
— der Zweck der bevorstehenden Zählungen zur allge—
neinen Kenntnis zu bringen.
Das Königliche Statistische Landesamt wird das
Zeinige tun, um die Ergebaisse beider Aufnahmen mög—
ichst schnell zu verarbeiteu und sie durch ausgiebige
beröffentlichungen für Gesetzgebung, Verwaltung, Wissen—
schaft und Volkswohlfahrt nutßbar zu machen.
Berlhin, den 22. Oktober 1910.
Aönigl. Preußisches Statistisches Landesamt.
Ir. Blenck,
Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat, Präsident.

Vorstehende Ansprache bringe ich hiermit zur öffent—
ichen Kenntnisnahme.

Der Bürgermeister:
Jost.
Bekanntmachung.
Aus Anlaß des im Gemeindebezirk Großlittgen, Kreis
Wittlich zur Aussührnng gekommenen Auseinandersetzungsderfahren,
 Gemeinheitsteiluna, Separation, Verkoppelung,
Konsolidation ete. hat eine Umarbeitung und Berichtigung
des Grundsteuerkatasters ftattgefunden.
Tas neu angefertigte Flurenbuch und die dazu gehören⸗
den Karten, sowie die! Grundsteuerverteilungsnachweisung
iegen im Katasteramt zu Manderscheid während des sechs⸗
vöchigen Zeitraums vom 18. 11. er. offen und können
Dienstags und Mittwochs in den Sturden von 9 Uhr vornittags
 bis 65 Uhr nachmittags von allen Beteiliaten ein
gesehen werden.
Dudweilher, 16. November 1910.
Der Bürgermeisten
Jost.

——

Briefkasten.
Krumme Stube. Beide Ansichten sind richtig — in den
Skatregeln des Erfinders des Skatspiels (Advokat Hempel
u Altenburg) heißt es: gereizt wird in Sktat nachꝰ Farben
Eicheln, Grün, Rot, Schelten) oder nach Zahlen (Tournee
5, 6, 7, 8, Grand 12), Grand aus der Hand 16, Grand
ouvert — angesagt und aufzelegt — 24, Null 20, Null
ouvert 40. Ursprünglich zählte Solo aus der Hand höher
wie Tournee: Solo aus der Hand zählt: 9, 10. 11, 12.
Red.
Grubenholz⸗-Anfuhr—⸗
Verdingung.
am Donnerstag, den 24. November ds. Ir. vor
mittags 10 Uhr wird in der Wirtschaft von Jakob Kraus
zu Fischbach die Anfuhr der aus dem Einschlage 1911 an
die hiesigen Steinkohlengruben anzuliefernden
700fm Stummholtz u. BOOrm Pfeilerhol;
zffentlich an den Mindestfordernden verdungen,
Fischbach, den 15. November 1910.
Der Königliche Forstmeister.
— — — ——— ⏑⏑ ——
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0 gene. früher Ww.
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