Full text : Dudweiler Zeitung

Lokales und Vermischtes.
Wetterbericht. Ein Ausläufer der nördlichen Depres—
on ist im Laufe der Nacht über unser Gebiet hinwegge—
ogen und hat auch in Südbayern wieder Niederschläge
ind weitere Abkühlung gebracht. Für Nordbayern hat sich
ie Wetterlage dadurch vorübergehend etwas gebessert, daß
soher Druck rasch nachgefolgt ist, während in Südbayern
in über der Po-Ebene liegendes sekundäres Minimum
ortdauernd Schneefall bringen wird. Da jedoch vom
Rzeau eine neue Depression kommen wird, ist mit einer
auernden Schneedecke nicht zu rechnen.
Voraussichtliche Witterung: Pfalz und Nordbayern
orübergehende Besserung, Süden noch Schneefall.
Die zukünftigen Reichsstagswahlen. Die Nordd.
Illg. Ztg. beschäfügt sich in ihrer diesmaligen Wochenschau
uch mit den Aussichten der künftigen Reichstagswahlen.
zie nimmt an, daß die sozialdemokratischeu Stimmen um
O v. H. sich vermehren würden. Unter dieser Voraus—
etzung würden ernstlich bedroht sein 16 Wahlkreise (rund
in Drittel) der nationalliberalen Partei, 8 Kreise (etwa
iie Hälfte) der Wirtschaftlichen Vereinigung beziw. der Re—
ormpartei, 13 Kreise (über die Hälfte der freikonserva—
iven Reichspartei und 13 (über ein Fünftel) der deutsch—
onservativen Partei. Von den Kreisen des Zentrums sind
nur 6 (der siebzehnte Teil) bedroht.
Persoͤnalnachrichten. Der Steiger Otto Pohl Gerg—
nspektion 3), Johann Nikolaus Sattler Gerginspektion 12)
ind Heinrich Knobloch (Berginspektion 6, sind vom 1. Nov.
IJ. zu Werksbureauassistenten ernannt worden.
Die Entwicklung'der oberschlesischen Kohlenindustrie.
Noch der soeben erschienenen Statistik des Oberschlesischen
zerg⸗ und Hüttenmännischen Vereins wurden im dritten
dierteljahr 1910 in Oberschlesien 10 171 300 Tonnen
zteinkohlen und 8249 Tonnen Braunkohlen gewonnen ge—
sen 9249632 Tonnen Steinkohlen und 10211 Tonnen
zraunkohlen zur gleichen Zeit des Vorjahres. Der Wert
er Steinkohlen betrug 76 460 908 Mark gegen 76 984878
Mark und der der Braunkohlen 68800 Mark gegen 8632
Mark. Obwohl also die Menge der geförderten Steinkoh—
en nicht unerheblich größer ist, hat sich der Wert um eine
zalbe Million verringert.
Die Frau mit der größten Familie der Welt.
Mrs. Jane Morris aus Jackson County in Kentucky wird
ald ihren 87. Geburtstag feiern. „Tante Jane“, wie der
Lolksmund sie getauft hat, ist die stolzeste Mutter der Welt
ann sie sich doch rühmen, nicht weniger als 518 direkte
dachkommen zu haben. Sie felbst hat b Söhnen und 10
Töchtern das Leben gegeben, und die Kinder haben der
Nutter Ehre gemacht, denn der älteste Sohn hat 10 Kin—
er, die älteste Tochter 16, der zweite Sohn 14, der dritte
3, die zweite Tochter 16 usw. Und dazu treten noch die
trenkelkinder. Durch die Familie ihres ältesten Sohnes
ählt Tante Jane heute b50 Urenkelkinder, durch die Familie
hrer Tochter Hannah gar 76. Insgesamt zählt Tante
sane heute 128 Enkel, 326 Urenkel und bereits 49 Urur—
kel. Mit ihren 15 Kinderu erreicht die Familie die stattche
 Zahl 518.
Was noch zu erfinden ist. Folgende launige Liste
son Erfindungen, die noch zu machen sind, aber wohl nie
semacht werden, veröffentlichen die „Technischen Monals—
efte“ nach einer französischen Quelle, Es sind zu erfinden
Der Pneumatik, der nicht platzt. — Der Wagen, der keinen
rärm macht, — der Automobilist, der seinen Wagen nicht
erkaufen will, — Der Aeroplan, mit dem man fliegen
ann ohne zu stürzen, — der Akkumulator, der sich nicht
ntlädt, — der radfahrende Polizist, der keinen Auto—
nobilisten aufschreibt, — die Sommerwohnung, die nicht
nn einer staubigen Straße liegt, — die Spigelscheibe, durch
ie man auch bei Regen hindurchsieht, — der Hund, der sich
iicht überfahreu läßt, — das Patent, dem die Priorität
iicht streiiig gemacht wird, — das Automobil — das
einen Staub aufwirbelt, — das Kalziumkarbid, das wie
ine Rose duftet — der Radfahrer, der nicht glaubt, daß
r schueller fährt als sein Freund, — der Droschkenkuischer,
er ein Trinkgeld zurückweist, — der Automobilfabrikant
er eingesteht, daß sein Geschäft schlecht geht.
Ein „Aeppelweingesetz“ in Sicht? In Landau in
er Pfalz tagte in einer außerordentlichen General—
ersammlung der Verband Rheinpsälzischer Weinhändler,
nder die hohen Weinpreise und im Zusainmenhang damit
ie immer fühlbarer werdende Konkurrenz des Obstesonders
 des Repfelweines besprochen wurde. Bisher hat
nau iu der Pfalz Aepfelweinschänken gar nicht gekannt, in
iesem Jahrschießen sie die Versammlung vor nach langer Berat—
ing mit einer Resolution einverstanden, die vor einiger Zeit der
)Nberelsässischen Weinbauverein beschlossen hat. Darin wird an
iie Regierung die dringende Bitte gerichtet, möglichst
ald zu veranlassen, daß die Obstweinfrage gesetzlich geregelt
»erde. Es werden ähalich scharfe Bestimmungen wie beim
Leingesetz verlangt, die in Form eines Anhanges zum
Leingesetz unter Berücksichtigung des F 10 des Nahrungsnittelgeseßes
 gefaßt werden könnten. Zum Schluß heißt
s8: „Wir bitten um strikte Regelung der Verbesserungs—
rage von Opstwein. Jräumliche und zeitliche Begrenzung
er Zuckerung, um Buchkontrolle und Deklarationszwang
Lir erklären uns einig mit den Vestrebungen desjenigen
eils des Weinhandels, der diese Anschauungen vertritt.“
Camphausen, 9. Nop. In der Nacht auf Sonntag
erunglückle beim Abteufen des neuen Schachtes ein Ar—
eiter aus der Pfalz dadurch, daß ein Bohr, welches auf
en mit Bergen gefüllten Förderkübel gelegt worden war,
»ährend der Auffahrt in die Tiefe firl und dem Verun—
lückten in die Brust eindrang. Er wurde in das neue
knappschaftslazarett verbracht, wo ihn der Tod von seinen
hmerzeu erlöste.
Fischbach, 10. Noo. Erst vor Monatsfrist wurde das
eue Krankenhaus in der Nähe unseres Ortes eröffnet.
zchon über 70 Kranke und Verunalückte hat es in dieser
en Zeit aufgenommen.
Saarbrücken, 10. Nov. Eine Hetzagd spielte sich am
ienstag gegen Mittag in und vor dem hiesigen Landgerichts—
ebäude ab. Ein Arbeiter von hier, welcher sich im Un—
ersuchungsgefängnis befand, war zu 15 Monaten Gefäng—
lis verurteilt worden. Als die Gerichtsverhandlung been—
et war, machte der Mann den Versuch, die goldene Frei—
eit wieder zu gewinnen. In dem Momente, wo er sich
nbeobachtet glaubte, riß er dem wachthabenden Schutzmann
us, lief durch das Gerichtsgebäude, kletterte dann wie
ne Katze über das im Hofe befindliche Eisengitter und
oollte über die Saar schwimmen. Alles, was Beine hatte,
ef dem Sträfling nach. In dem Moment, als er in die
aar springen wollte, wurde er von einer kräftigen Hand
efaßt und festgenommen. Damit war die erbhosste aoldene
weiheit zu Ende! (Sbr. Volksz.)
Saarbrücken, 10. Nov. Gestern nachmittag spielten
inder in Rußhütte in der Nähe des Schulhauses an dem
urch das Regenwettee hoch angeschwollenen Fischbach.
as bjährige Söhnchen des Arbeiters Behrendt bekam das
ebergewicht, stürzte iu die reißenden Fluten und ertrank,
je ihm Hülfe zuteil werden konnte. — An der Mündung
s Sulzbaches in die Saar stürzte das bjährige Söhnchen
ies dort wohnenden Geschäftsinhabers in den hoch ange—
—Naror GSshach und ortronf SGh Noalfsaefto)

Trier, 10. Nopo, Ver Rennfahrer Peter aus Berlin ist
er einzige Zeuge, der von den von der Verteidigung be—
utragten Zeugen erreichbar war. Er weiß, daß Peters,
er vielgenannse Breuersche Genosse, in Beziehungen zu
zreuer gestanden hätte. Vom Verhältnis Breuers zu
Nattonet weiß er nur durch eine Bemerkung des Peters.
Um Abend der Tat hat Peters im Cafe Josty gesagt, daß
»er Erschossene der Mann sei, mit dem Breuer in Bezieh—
ingen gestanden habe. Auf Befragen des Verteidigers
rinnerte sich Der Zeuge, daß Peters im Cafe Josty nach
zriefschaften für Breuer gefragt habe. Beim Lesen 'der
eitungsnotiz über den Mord sei Peters gleichgültig ge—
lieben und habe gesagt. er habe nichts damit zu tun.
doos hat dem Zeugen einmal gesagt, Peters wüßte etwas
r möchte gern etwas von ihm herausbekommen; es sei
ber schwer, etwas von ihm zu erfahren. Dr. Werthauer
at, seinen Antrag auf Vernehmung der Zeugen von New—
sork, Petersurg und Paris anzunehmen. Es seien bis
tzt 130 3 ugen vernommen worden, darum känie es auf
iese wenigen Zeugen, die die Verteidigung sür wichtig
alte, nicht an

Neueste Nachrichten und Telegramme.
Saarbrücken, 11. Nov. Wegen versuchten Straßen—
ubes wurde gestern vom Schwurgericht der 23jährige
chmied Paul Illmer zu 18 Monaten Zuchthaus verur—
ist. Illmer hatte ir Juni in der Nähe von Saarlouis
ne Frau in ihrer Wohnung zu berauben versucht.
Trier, 10. Noo. Das Hochwasser der Mosel dringt in
ie Häuser des Stadtteiles Sankt-Barbara ein. Seit gestern
mdie Mosel wieder um einen halben Meter gestiegen.
)er Pegelstand betrug heute früh 4,76 m. Wie dazu ein
genturlelegramm tneldet, hat die Moselkleinbahn Trier
zuͤllag zwischen Andel und Zeltingen den Betrieb unter⸗
rochen, da das Wasser die Geleis überflutet. Bei Pelm
wder Eifel drang das Hochwasser in die Neubauanlagen
er Bahn und zerstörte sie teilveise. Ein Bahnzug wurde
om Wasser umgeworfen. Wagen uns Lokomotive
»urdeu schwer beschädigt.
Gelsenkirchen, 10. Nov. Auf dem Schacht 6 der
zeche Dahlbusch ereignete sich ein Unglücksfall. Vor deim
zeginn der Arbeit saßen drei Pferdetreiber in der Strecke,
ils plößlich ein eiserner Träger brach. Die Pferdetreiber
vurden unter nachbrechenden Gebirgsmassen begraben.
kiner von ihnen war sofort tot; ein anderer erlitt eine
hywere Beinverletzung; der dritte kam unverletzt davon.
Köln, 11. Nov. Die „Keln. Bouszig.“ dementier
us zuverlässigster römischer Quelse die Nachricht, daß die
ayerische Regierung beim Vatikan Einspruch gegen den
sodernisteneid erhoben habe, den die katholischen Theo'o—
ieprofessoren zu leisten hätten.
Braunschweig, 11. Nov. Dem Landtag ist eine Vor—
age auf Einführung der fakultativen Feuerbestattung und
ẽrrichtung von Krematorien im Herzogtum zugegangen.
Weimar, 11. Nov. Das Staatsministerium hat jetz
zach jahrelangen Verhandlungen den Bau eines Kremato—
iums in Weimar prinzipiell gestattet.
Wilhelmshaven, 11. Nov. Der Panzerkreuzer „Gnei—
enau' hat die Reise nach Ostasien angetreten.
Anisterdam, 11. Nov. Der srihere Sultan von Ma—
ottko Abdul Asis ist von Lissabon an Bord des Post
anipfers „Königin Wilhelmina“ in Ymuiden angekommen
da Lissabon als pestverdächtig erklärt wurde, bleibt der
dampfer, bevor er nach Amsteidam weitergeht, in Qua
antäne.
New-York, 11. Nov. Der Stre'k der Expreßkutscher
erursacht zahlreiche Ruhestörungen. Die städtischen Behör—
en entziehen den Fuhrleuten, die keine Lizenz haben, den
——A und konsiszieren auch von solchen geführte
Anon

Wien, 10. Nov. Der Papst hat telegraphisch deu Teil—
ehmern an der letzten Sonntag abgehaltenen und gegen
en Bürgermeister Nathan von Rom gerichteten Protestlundgebung
 seinen Dank und apostolischen Segen übermit—
eln lassen.
Brüssel, 6. Noo. Auf dem Schießplatz Brasschaet ist
eute mittag ein schweres Geschoß, das entladen werden
ollte explodiert. Drei Personen, zwei Feuerwerker und ein
zoldat, sind getötet, drei weitere, ein Artillerist mit Frau
ud Kind, verletzt worden.
Madrid, 10. Nop. Bei Cuevas in Vinroma wurde
in Postwagen von den scheu gewordenen Pserden gegen
ine Mauer geschleudert. Vier Reisende wurden getötet.
eun verwundet.
Paris, 10 Nov. Ein deutscher Fahnenflüchtiger, der
6jährige Brauer Jakob Teutsch, der seit mehreren Jahren
mParis lebte, hat seine Geliebte, die Köchin Marie
zlenne, die in einem Krankenhause beschäftigt war, ermor—
et, um sie ihrer Ersparnisse im Betrage von 1400 Fres.
u berauben. Teutsch ist flüchtig geworden.
Paris, 11. Novb. Angesichts der drohenden Ueber—
hwemmung werden sämtliche Präfekten heute morgen eine
lersammlung haben, um über die Maßnahme zu beraten,
ie im Falle einer Ueberschwemmung getroffen werden
ollen. Die Seine tritt über ihre Ufer. Die Bewohner
reffen alle Vorbereituugen gegen di drohende Ueber—
chwemmung. Auch die Bewohner der Umgebung von
zaris zeigen sich beängstigt. Die Mosel überschwemmt be—
eits große Flächen. Die Maas steigt weiter.
Bern, 11. Nov. Auf der Landstraße in den Wadtländer
llpen verlor ein junger Landwirt den Weg und geriet mit
einem Fuh werk in einen mehrere hundert Meter tiefen
bgrund. Die Leiche des Mannes wie der zertrümmerte
Vagen und das zerschmetterte Pferd wurden ausgefunden.
Rom, 11. Nov. Ein furchtbarer Sturm wütet an der
üste, befonders am Golf von Genua. In Genua sind viele
chornsteine eingestürrt und viele Personen verletzt worden.
in Civitareccia wütet der Sturm mit furchtbacer Gewalt.
in Segelschiff ist gestrandet. Drei Mann der Besatzung,
wie der Kapitän, sind ertrunken. Auch in Rom selbst
»ütet der Sturm mit großer Gewalt.
London, 10. Nov. Von den 70 im Kohlenbergwerk in
rinidad in Colorado eingeschlossenen Bergleuten sind 37
ls Leichen und 9lebend zu Tage gefördert worden. Ein
A Gohon
M
Ansprache an die Bevölkerung
über
ie Bedeutung und Ausführung der Volks—
ählung sowie der Viehzählung in Preußen
am 1. Dezember 1910

Mit den 1. Dezember d. J. kehrte in Preußeu wie im
anzen Deutschen Reiche der Tag der Volkszählung wieder.
die unbedingte Notwendigkeit regelmäßiger Aufnahmen diefer
lrt ist allgeinein anerlannt. Kein Volk vermag sie zu
itbehren, daß sich mit Sicherheit über sich selbst und die
esten Bedingungen seiner Entwickelung und Größe, über
ahl, Geschlecht und Alter, Familienstand, Beruf, Religions—
kenntnis und sonstige persönliche Verhältnisse seiner An—
hörigen unterrichten will Die Ergebnisse der Volkszähl—
— Aenen oahbher hoi uns ieht nur als Hilfsmittel missonhaftlicher

 Erforschung wichtiger Verhältnisse des Volks—
bens, sondern auch zu mancherlei praktischen Zwecken,
ie zur Verteilung gemeinsannmer Einkünfte und Lasten
er einzelnen Bundesstaaten, zur Regelung der Münz—
rägung, zur Ordrung vieler Verhältnisse, welche sich nach
er Volkszahl richten — wie z. B. die Zuständigkeit von
zehörden der allgemeinen Landesverwaltung, die Bildung
on Stadtkreisen und Urwahlbezirken, die Wahl von Abge—
rdneten zu den Kreis- und Provinziallandtagen, das Ver—
ahren bei Gemeindewahlen usw. —
Eine Aufnahme von dem Umfange der Volkszählung
st natürlich ohne erhebliche Mühe nicht durchzuführen.
fin Blick auf den allgeineinen Verlauf des Zählverfahrens
eigt aber sogleich, daß der Bevölkerung selbst hieraus ver—
ältnismäßig nur wenig Arbeit und Belästigung erwächst
In den Tagen vom 28. bis 30. November ds. Is.
berden im ganzen Staate Zähler, insgesamt wohl eine
ziertelmillinn und darüber, bei den einzelnen Haushaltungen
vorsprechen, um sür jede vom 30. November bis 1. Dez.
. J. voraussichtlich dort übernachtende Person eine
Zählkarte A“ und für jede Haushaltung ein „Haushalt—
ingsverzeichnis B“ zu üderreichen. Als Umschlag sür diese
dapiere, dem zugleich eine „Anleitung C“ zu ihrer Aus—
üllung sowie je eine Musterausfüllung für beide aufge—
ruckt ist, dient ein „Zählbrief D“.
Die Haushaltungsvorstände haben nur
q) die Zählpapiere in Empfang zu nehmen,
h) sie gemäß der Anleitung auszufüllen oder durch
geeignete Vertreter ausfüllen zu lassen und
) fie vom 1. Dezember d. J. mittags 12 Uhr ab
zur Abholung durch den Zähler bereit zu halten.
Die Viehzählungen, welche das notwendige Material
ür die Beurteilung und Bedeutung des Viehstandes in
inserer Volkswirtschaft zu liefern haben, sind der Bevölker—
ing bekannt und geläufig. Es werden gezählt die Pferde
dinder, Schafe und Schweine.
Auf die genaueste Beantwortung der Fragen nach den
lburteilungen der einzelnen Viehgattungen muß besondere
Zorgfalt verwendet werden, da nur hierdurch eine aus—
eichende Kenntnis dir Zusammensetzung und der vor- oder
ückwärts schreitenden Entwicklung des Viehstandes gewon—
jen werden kann. Diese Kenntnis ist für viele wirtschaftliche
Zzwecke, so u. a für für alle Maßnahmen zur Förderung
er Vlehzucht unentbehrlich; insbesondere soll festgestell
verden, ob durch die heimische Viehzucht die für die Volks—
rnährung nötigen Fleischmengen gewonnen werden können.
Die Zählung erfolgt wieder nach vielhaltenden Haus—
altungen.
Jeder Haushaltungsvorsteher oder sein Stellvertreter
at das ihm gehsörende oder unter seiner Obhut befindliche
zieh, welches in der Nacht vom 30. Nov. bis 1. Dezember
9160 auf dem Gehöfte, wo er wohnt, steht, nach Maßgabe
er Zählkarte zu zählen und in diese wahrheitsgetreu ein—
utragen. Dabei find die auf der Rückseite der Zählkarte
egebenen Erläuterungen genau zu beachten.
Die Viehzählung ist eine selbständig zu bewirkende Er—
ebung. Wenn es daher aus Mangel an geeigneten Per—
onen auch vielfach nicht zu vermeiden sein sollte, daß die—
elben Zähler mit der Ausführung beider Aufnahmen be—
aßt werden, so sind doch die Zählpapiere einer jeden Er—
ebung völlig von einander getrennt zu halten.
Die Fragen der Zählpapiere der Volks⸗ wie auch der
diehzählung sind nicht zahlreich, dabei durchweg einfach und
zöllig unverfänglich. Niemals werden die durch beide Zäh—
ungen gemonnenen Nachrichten über einzelne Personen und
jeren Besitz veröffentlicht oder für andere als statistische,
esonders auch nicht für steuerliche Zwecke benutzt. Die aus
den Zählpapieren gewonnenen Ergebnisse gehen in allge—
neine Tabellen über, in welchen der einzelne Mensch und
eine Viehhaltung nicht mehr erkennbar ist. Die Zählpapiere
elbst werden nach beendigter Arbeit eingestampft; jedermann
arf danach insbesondere auch sicher sein, daß die Angaben
einer Zählkarte über Alter, Bekenntnis, Staatsangehbrig—
eit, Militärverhältnis, Beruf und Erwerb, etwaige Mängel
ud Gebrechen usw. niemals vor underufene Augen kommen
der an die Oeffentlichkeit gelangen werden.“
Auf ein vertrauensvolles Entgegenkommen der Haus—
altungsvorstände wie überhaupt der ganzen Bevölkerung,
uch hinsichtlich der nicht vom Stañte sondern von den ein—
elnen Gemeinden gestellten Fragen dürfen die Zähler hier—
ach wohl um so eher rechnen, als diese Männer ihre um—
angreiche und mühevolle Arbeit fast fämtlich freiwillig
bernommen haben und dem Gemeinwesen dadurch wert—
olle Dienste leisten. Nachdem die zuständigen Behörden
lnordnung dahin getroffen haben, daß den Beamten der
erschiedenen Dienstzweige, den höheren und den Elemen—
rlehrern die für eine rege Beteiligung dieser Kreise an
am Zählbeschäfte erforderlichen Diensterleichterungen zu
ewähren sind, darf erwartet werden, daß alle noch hin—
eichend rüstigen und in ihrem Amte für einige Tage ab—
ömmlichen Reichs-, Staats- und Gemeindebeamten, sowie
ie an höheren, Mittel- oder Volksschulen angestellten und
degen Ausfallens des Unterrichts am Zähltage dienstfreien
ehrer einer Aufforderuug der Geineindebehörde, das Ehren—
imt eines Zählers zu übernehmen. boereitmistiast Jolge
eisten werden.
Des Gelingen beider Aufnahmen hängt wesentlich von
»em Zusammenwirken der Zähler mit den HPaushaltungs—
orständen bb. Diese werden deshalb ersucht, den Zählern,
eren jeder eine größere Arzahl aon Haushaltungen aufzu—
uchen hat, ihr Amt nach Möglichkeit zu erleichtern und
hnen unnütze Gänge oder Arbeiten zu ersparen. Sie kön—
jen dies tun durch sachgemäße, deutliche Ausfüllung der
Zählpapiere, durch bereitwillige Auskunft über einzelne etwa
ioch verbliebenen Lücken oder Undeutlichkeiten in der Aus—
üllung und durch die Sorge für sichere und schnelle Em—
fangnahme der Zählpapiere sowie deren Bereithaltung zur
Wiederabholung — auch für den Fall, daß der Haushal—
ungsvorstand selbst nicht zu Hause sein sollte. Die Zähler
jenießen in der Wahrnehmung ihrer Pflichten den beson—⸗
deren Schutz der Gesetze; es wird wohl kaum einer von
hnen diesen anzurufen brauchen, sondern alle werden ohne
veiteres die Rücksicht finden, die jeder für das allgemeine
zeste arbeitende Staatsbürger beanspruchen darf.
Endlich ist noch in geeigneter Weise, etwa durch Be—
prechung in den Gemeindeversammlungen und in den
—„chulen, sowie durch die amtlichen Blätter und die Tages—
»resse — welch' letztere sich durch Abdruck dieser Ansprache
der durch Verbreitung einer sonstigen entsprechenden Be—
ehrung ihrer Leser ein großes Verdienst er verben würde
— der Zweck der bevorstehenden Zählungen zur allae—
ieinen Kenntnis zu bringen.
Das Königliche Statistische Landesamt wird das
zeinige tun, um die Ergebaisse beider Aufnahmen mög—
chst schnell zu verarbeiteu und sie durch ausgiebige
zeröffentlichungen für Gesetzgebung, Verwaltung, Wissen
haft und Volkswohlfahrt nutzbar zu machen.
Berlin, den 22. Oktober 1910
zönigl. Preußisches Statistisches Landesamt.
Dr. Blenck,
Wirklicher Geheimer Oberreagierungsrat. Präsident.

Vorstehende Ansprache bringe ich hiermit zur öffe
ichen Kenntnisnahme.
Dudweiler, 9. November 1910.
Der Bürgermeister:
Jost.
—XL
SOwie
Schwachliche,
in cer kotwicklunq
zurückgeblleene
kinder.

Zes bevanrte
qgesunde
und «
magen;
garmkranke
nuß der Kuchen sein, wenn er gut bekommen soll. Man
ersuche
Ir. Oetker's Gesundheits-Kuchen.
Zutaten: 100 Gramm Butter, 100 Gramm Zucker,
Eier, das Weiße zu Schnee geschlagen, 250 Gramm
Veizenmehl, 1 Päckchen Dr. Oetker's Backpulver, das
baeriebene Gelbe einer halben Zitrone, 4 Eßlöffel voll Milch.
Zubereitung: Die Butter rühre zu Sahne, gib Zucker,
zigelb, Milch, Mehl, letzteres mit dem Backpulver gemiccht,
inzu und zuletzt das Zitronengeld und den Eierschnee.
Fülle die Masse in gefeltete Form und backe den Kuchen
n ca. *. Stunden.
Dr. Oetker's Gesundheitskuchen
st sehr leicht verdaulich für Kinder und Kranke. Alle für
en Körper notwendigen Nährstoffe sind in ihm enthalten.
räßt man solch ein Stün Kuchen in warmer Milch zer⸗
jehen, so gaibt dies eine vorzügliche Speise für kleine Kinder.
Brockensammlun
*

Um der Not noch recht vieler armen Familien
ind alleinstehender älterer Personen, besonders jetzt zu
Beginn der kälteren Jahreszeit entgegenzusteuern, hat der
Unterzeichnete es übernommen, im hiesigen Rathause eine
ogenannte Brockensammlung einzurichten. Dieselbe hat
den Zweck, die von bessergestellten hiesigen Einwohnern
urückgesetzten alten Sachen, wie Kleidungsstücke, Wäsche,
zchuhe, Strümpfe, Ueberzieher, Mäntel, Kinderkleidchen,
zrstlingssachen, Vettstellen, Bettzeug, alte Möbel, Küchen⸗
eräte, überflüssige Gardinen und dergl. entgegenzunehmen
ind an die hiesigen Armen zu verte.len. Wo vorbezeich⸗
jete Gegenstände en behrlich sind, wird gebeten, dies au
dem Armenbüro im hiesigen Rathaus — Zimmer Nr. 6
— mündlich oder schriftlich mitzuteilen, damit dieselben ab⸗
geholt werden können. Ich richte daher an alle edelden⸗
enden Einwohner von Dudweiler, Herrensohr, Jägersfreude,
Tamphausen und Fischbach die ebenso herzliche wie drin—
jende Bitte, dieses Unternehmen im Interesse aller unserer
Urmen durch rege Beteiligung unterstützen zu wollen. Jede.
auch die kleinste Gabe, wird mit Dank angenommen.
Dudweiler, den 24. Oktober 1910. .
H. Kammer,
Zebretär der Armenverwaltuna.
— —
J 7* *
——
——
——* —
— —
doeseaflon allainiges Beheimalss der flrme: 1
MAIPREICNI
ldfliaferant Selner dasestat des kKaigers und Gnige Mieim il.
imRatthauseln RUIN BERG am hiederihunn.
Gege. W 1846.
Anerkannt bester Bitterikörl
nren 24 Preis-Medaillen
an verlange
— al. Underherg Boonekamp.
pUaiIndiger Ersatæ für den Untérrioht an —
cDftlichân Lehranstalten dureh die Methodo Bustin
rerbuddenm.,
bingehendem Fernunterr it
n I. Deutsee, 2. Franzosiseh. 3. Engę seh. 4. Laeinisen.
 5. &eαhiseh. 6. Mathgmatik. 7. Georaphie.
 8. Gecdbiehte. 9. Meraturgeschiente.
I0. Handelskorrespoodenz. M. Handelslehre. 12.
3ankwesen. 13. Konidxörrentlehre. 14. Buchührung.
 15. Kunstgéeschhte. 16. Phlosophlo.
7. Physik. 18. AÆhemile. d NMaturgeschichte.
20. Evangelischu. Katholische Heligion. 21. Pãlagogik.
 2 usiktheorie. 23. Stendgraphie. 24.
Hõheres ßufmannisches Rechnen. 25. Anthropoogie
 æÆs. Geologie. 27. Mineralogie. Glanæ Xolgo
3 pIProOSpek tõe u. Anerkennungssehreiben gratis u. fraqko.
4 U ααα —

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*

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